LdT-Forum » Drogen & Gesellschaft » Der Weg (Selbstfindung & Glaube) » Selbstmord? (Methodendiskussion unerwünscht)
| Autor | Beitrag | |
Hunk
Traumländer
dabei seit 2006 511 Forenbeiträge 1 Galerie-Bilder
| Geschrieben: 03.04.12 21:11 | Zieh' es lieber, die Bioverfügbarkeit von Heroin oral ist mies.
Deal with it! | |
silent123
Abwesender Träumer
dabei seit 2007 528 Forenbeiträge
| Geschrieben: 03.04.12 21:19 | ist schlucken nicht angenehmer?
könnten ja auch zehn gramm oder so sein:D
ich stell mir das irgendwie besser vor wenns möglichst langsam kommt und man noch kurz voll drauf ist bevor man ansonsten eher sofort tot wäre.
| |
Hunk
Traumländer
dabei seit 2006 511 Forenbeiträge 1 Galerie-Bilder
| Geschrieben: 03.04.12 21:20 | Na beim ziehen kommts auch langsam genug für einen Freitod. Aber bei zehn Gramm ist Schlucken wohl tatsächlich angenehmer, da macht's auch keinen Unterschied mehr...
Deal with it! | |
silent123
Abwesender Träumer
dabei seit 2007 528 Forenbeiträge
| Geschrieben: 03.04.12 21:26 | tja...lieber nicht ausprobieren:)
noch mehr ot...
ich muss grad an so eine reportage denken die mal ich glaub auf arte lief, das spielt in afghanistan.
da rauchen ein paar vllt. 15jährige jugendliche heimlich zigarette und dann kommt da so ein mann mit alufolie und was wohl an und sagt zu den kindern was raucht ihr solche lächerlichen zigaretten das hier ist das richtige zeug und gibt denen heroin zum rauchen:O
| |
Legalomat
Traumländer
dabei seit 2006 1.054 Forenbeiträge 1 Tripberichte 2 Galerie-Bilder
| Geschrieben: 06.04.12 02:25 |
silent123 schrieb: trotzdem weiß ich dass ich recht hab.
keiner weiß was ich weiß außer ich selbst und gott.
muss mir ja auch nicht glauben wer das nicht glauben will.
ok sorry ein fehler hab ich gemacht ich hab mein wissen das ich nicht beweisen kann als tatsache hingestellt ich hätte der fairness halber dazu schreiben sollen dass es meine überzeugung ist.
@tanto
ich hab im grunde genommen das gleiche wie du gemacht, nur bist du noch weiter gegangen und hast mich persönlich angegriffen (märchenstunde).
klick
bin zwar kein mod, aber mir gehts auf den sack. hab seit meiner pubertät nix mehr mit dem glauben an sich zu tun, aber eines hab ich im religionsunterricht mitbekommen, wo du anscheinend geschlafen hast:
der eine gott, den dein christentum verehrt, liebt seine menschen, und er verzeiht es ihnen selbst, wenn sie hand an sich selbst legen. was die bibel betrifft, RTFM, gute nacht.
greezle nuke the church!
▀▄▀▄▀▄▀▄▀▄▀▄▀▄▀▄▀▄▀▄▀▄▀▄▀▄▀▄▀▄▀▄ | |
Mindfuck
Abwesender Träumer
dabei seit 2005 488 Forenbeiträge 2 Tripberichte
| Geschrieben: 06.04.12 13:11 | Das Universum ist aus einer Singularität entstanden. Für mich gibt es keinen Gott. Und wenn es ihn gibt, dann ist er mir deswegen bestimmt nicht böse. Aber zurück zum Thema!
Ich hatte schon konkrete Gedanken von Suizid. 2007 hatte ich eine schwere depressive Episode. Meine Gedanken waren von Bildern eines Kopfschusses geprägt. Zu Selbstmordplanungen kam es nicht, da ich Angst vor dem Tod habe. Wenn ich es wirklich mal tun sollte, dann mit Medikamenten UND einer Schusswaffe. Aber vorher hole ich mir lieber Hilfe, ich sehe die Depression nüchtern als eine Krankheit an. Mein Glück!
I’m about to lose control and I think I like it. | |
Tanto
Traumländer
dabei seit 2010 267 Forenbeiträge
| Geschrieben: 12.04.12 05:08 | Suizidgedanken hab ich immer, wenn ich mit klarem Kopf über mein Leben nachdenke und das seit der 10. Klasse. Ich empfinde solch einen abgrundtiefen Hass gegen dieses System und gegen jeden, der über mein Leben entscheidet. Wie kann es sein, dass bspw. Lehrer so eine Macht haben? Emotionslose Hüllen kategorisieren und filtern Menschen und denken auch noch, dass sie im Recht wären.
Meine Schulzeit war die schlimmste Zeit meines Lebens und ich kann jeden Amokläufer sehr gut verstehen.
Eine Lehrerin hat mir wegen meiner Ansichten schlechte Noten gegeben, wollte sie mir ausreden und meinte, ich würde mich selbst überschätzen.
Und ich war nicht der einzige, jedoch wahrscheinlich der einzige, der ihr letztendlich gedroht hat. Was soll ich sagen? Plötzlich wurden meine Noten auf wundersame Weise besser. Nur mit Gewalt kommt man weiter.
Aber nachdem man aus der Schule ist, geht es ja erst so richtig los und egal wie sehr man sich anstrengt, es steht immer irgendjemand über einem.
Das hat nichts mit einer aufgeklärten Gesellschaft, Freiheit etc. zu tun. Gleichheit gibt es nicht, weil die meisten Menschen dazu scheinbar nicht fähig sind.
Ich bring mich nur wegen meiner Angehörigen nicht um und hoffe, dass sie alle bald sterben, damit ich auch endlich schlussmachen kann.
Ich halte dieses Leben einfach nicht mehr aus. Jeden Tag quäle ich mich mit meinem schwarzen Humor durchs Leben und versuche es so wenig ernst wie möglich zu nehmen, aber der Zynismus kostet mich soviel Kraft, das Heucheln ebenfalls.
Meine Freundin liebe ich nicht. Eigentlich weiß ich nicht einmal was Liebe ist. Ich weiß nur, dass ich für meine Freunde und Familie alles tun würde.
Zusätzlich fühle ich mich ihnen verpflichtet, insoforn, dass ich mich wie gesagt nicht umbringe.
Aber warum ist das so? Sie sind alle Teil des momentanen Systems und die meisten von ihnen befürworten es auch noch, sind also der Feind. Außerdem kennen sie mich eigentlich garnicht. Keiner von ihnen hat irgendeinen Plan von dem, was ich hier schreibe und sie würden es auch nicht verstehen.
Es ist als wüssten sie etwas, was ich nicht weiß. Irgendwas, was sie weiterleben lässt.
Ich drehe mich nicht im Kreis, kämpfe nicht gegen mich selbst und weise auch niemandem zu unrecht die Schuld zu. Ich konnte nur der werden, der ich heute bin. Und ja, "Selbstmord" ist wahrscheinlich eine Lösung. Die Chancen, dass er alle Probleme löst sind zumindest am höchsten.
Mein Bauch und mein Verstand sagen mir, dass der Freitod richtig wäre, während meine Mitmenschen es mir ausreden wollen. Nur leider sind das die selben tollen Mitmenschen, die mein Leben erst zu dem gemacht haben, was es ist.
Jeder der behauptet "Selbstmord ist keine Lösung" ist in meinen Augen ein Heuchler und Lügner. Keiner von ihnen weiß, wie es ist, ich zu sein.
"Das Leben hält noch viel für dich bereit." Achja? Was denn? Ich hab alles gehabt, alles verloren und wieder alles gehabt.
Ich hab genug von den Menschen. Mein Leben widme ich von nun an mir selbst. Ich hab niemals irgendjemandem schaden wollen. Sie haben IMMER angefangen, mich kaputtzumachen. Ich habe es lange genug zugelassen. Damit ist Schluss. Von nun an wird jeder, der mir Steine in den Weg legt, das bekommen, was er verdient.
My life has value.
live to win til you die
til the light dies in your eyes
live to win, take it all
just keep fighting til you fall
| |
Zitronenfalltür
Traumländer
dabei seit 2008 216 Forenbeiträge
| Geschrieben: 14.04.12 10:51 |
Zitat: Ich bring mich nur wegen meiner Angehörigen nicht um
Liebe lässt mich weitermachen, muss nichtmal erwidert werden, dieses umfassende Gefühl reicht aus, hält das Leben interessant.
Es gibt Menschen, die es wert sind, mit ihnen da zu sein. Manchmal genügt allein ihre Anwesenheit, damit es mir etwas besser geht. | |
Dippaz
Abwesender Träumer
dabei seit 2009 560 Forenbeiträge 1 Tripberichte
| Geschrieben: 14.04.12 18:45 |
Tanto schrieb: Suizidgedanken hab ich immer, wenn ich mit klarem Kopf über mein Leben nachdenke und das seit der 10. Klasse. Ich empfinde solch einen abgrundtiefen Hass gegen dieses System und gegen jeden, der über mein Leben entscheidet.
Wer ist denn der Mensch der am meisten über dein Leben bestimmt?
Bist das nicht du selbst?
Zitat: Meine Schulzeit war die schlimmste Zeit meines Lebens und ich kann jeden Amokläufer sehr gut verstehen.
Warum?
Weil sie aus Verzweiflung ungezielt Gewalt gegen alles und jeden richten, der Teil dieser Einrichtung Namens Schule ist?
Die meisten dort sind doch selber nur Opfer des Systems, wieso sollte man eh schon Geschädigte weiter bestrafen?
Es gibt einen riesen unterschied zwischen Hass und gerechtem Zorn.
Hass ist unpräzise, impulsiv und selbstzerstörerisch. Der Zorn ist zielgerichtet, überlegt und eher bestrafender Natur.
Wenn mich jemand im Krankenhaus fahrlässig/absichtlich falsch behandelt, richte ich meinen Groll wohl doch eher gegen ihn, als die gesamte Einrichtung nieder zu brennen.
Zitat: Aber nachdem man aus der Schule ist, geht es ja erst so richtig los und egal wie sehr man sich anstrengt, es steht immer irgendjemand über einem.
So funktioniert nun mal alles Leben. Gab schon immer etwas wie die Nahrungskette und bei jeder Gruppierung von Tieren gibt es ein Rangordnung/Rollenverteilung weil sie sonst nicht funktionieren kann. Unsere Gesellschaft ist nur ein deutlich komplexeres Abbild von einem Ameisenhaufen.
Zitat: Das hat nichts mit einer aufgeklärten Gesellschaft, Freiheit etc. zu tun. Gleichheit gibt es nicht, weil die meisten Menschen dazu scheinbar nicht fähig sind.
Es gibt weder Gleichheit, Fairness, noch totale Aufklärung. Kann es auch niemals geben. Wer nach derartigem sucht, kann nur überall und zu jeder Zeit scheitern. Das sind nur Ideale denen man sich zumindest teilweise versucht zu nähern.
Zitat: Ich bring mich nur wegen meiner Angehörigen nicht um und hoffe, dass sie alle bald sterben, damit ich auch endlich schlussmachen kann.
Kenne ich nur zu gut selber. Jedoch kann man mit der
Zeit bis dahin auf 2 verschiedene Arten umgehen.
Entweder man sitzt die verbleibende Zeit ab und sieht sie als Last die zu tragen ist, oder man sieht sie auch als Chance etwas zu ändern oder einen eigenen Sinn zu finden.
Zitat: Meine Freundin liebe ich nicht. Eigentlich weiß ich nicht einmal was Liebe ist. Ich weiß nur, dass ich für meine Freunde und Familie alles tun würde.
Ist das nicht auch eine Form von Liebe?
Zitat: Ich drehe mich nicht im Kreis, kämpfe nicht gegen mich selbst und weise auch niemandem zu unrecht die Schuld zu. Ich konnte nur der werden, der ich heute bin. Und ja, "Selbstmord" ist wahrscheinlich eine Lösung. Die Chancen, dass er alle Probleme löst sind zumindest am höchsten.
Mein Bauch und mein Verstand sagen mir, dass der Freitod richtig wäre, während meine Mitmenschen es mir ausreden wollen. Nur leider sind das die selben tollen Mitmenschen, die mein Leben erst zu dem gemacht haben, was es ist.
Das ganze hört sich für mich recht widersprüchlich an.
Entweder du bejahst den Determinismus zu 100% und verneinst damit den "Freien Willen" (dann kannst du aber weder das System, noch Lehrern oder deinen Freunden die Schuld für irgendetwas geben) oder du bejahst den Freien Willen und musst somit zu geben das du an deiner Situation selber mit Schuld hast. Wenn du selber Schuld dran hast, bist du auch in der Lage was dran zu ändern.
Zitat: "Das Leben hält noch viel für dich bereit." Achja? Was denn? Ich hab alles gehabt, alles verloren und wieder alles gehabt.
Vielleicht, etwas platt aber trifft doch den Nagel auf den Kopf
 http:// www.youtube.com/watch?v=6tWLqFmaNdQ
Zitat: My life has value.
Richtig! Aber immer nur den Wert, dem dz ihm auch selber gibst.
"Wem die Scheiße bis zum Hals steht, der sollte den Kopf nicht hängen lassen"
Viele grüße von jemandem dessen Beziehung eh keine Zukunft hat, der für zu wenig Geld einen Job macht den er nicht mag, um Sachen zu kaufen die er nicht braucht und schon seit 5 Wochen so verletzt ist das er fremde Hilfe beim Anziehen und Duschen braucht und den ganzen Text mit nur einem Arm tippen musste ;-) | |
Tanto
Traumländer
dabei seit 2010 267 Forenbeiträge
| Geschrieben: 15.04.12 06:50 |
Dippaz schrieb: Wer ist denn der Mensch der am meisten über dein Leben bestimmt?
Bist das nicht du selbst?
Nein, ich kann mich lediglich binnen der Einschränkungen bewegen, die andere erschaffen haben.
Lieg ich neben dem stinkenden Käse oder sitz ich auf der leckeren Himbeere, aber über den Tellerrand werde ich nie hinaus kommen.
Dippaz schrieb: Weil sie aus Verzweiflung ungezielt Gewalt gegen alles und jeden richten, der Teil dieser Einrichtung Namens Schule ist?
Ich glaube nicht, dass es bei Amokläufen so viele Unschuldige trifft. Ich würde jedenfalls die rauspicken, die ich hasse, und Amokläufer die so handeln, kann ich verstehen. Wahllos um sich schießende verachte ich selbstverständlich auch.
Dippaz schrieb: So funktioniert nun mal alles Leben. Gab schon immer etwas wie die Nahrungskette und bei jeder Gruppierung von Tieren gibt es ein Rangordnung/Rollenverteilung weil sie sonst nicht funktionieren kann.
Es könnte unter Menschen funktionieren, wenn nicht manche so gierig wären. Ich glaube kaum, dass es Kriege geben würde, wenn alle Menschen auf unserem geistigen Stand wären. Es muss doch unser Ziel sein, endlich Gerechtigkeit zu erreichen. Die Natur-Argumentation ist doch schwachsinnig, denn sie setzt menschliches Verhalten mit menschlicher Natur gleich. Wenn jeder Mensch von Natur aus nur auf seinen Vorteil bedacht ist, warum ist das bei mir nicht so?
Dippaz schrieb: Es gibt weder Gleichheit, Fairness, noch totale Aufklärung. Kann es auch niemals geben. Wer nach derartigem sucht, kann nur überall und zu jeder Zeit scheitern. Das sind nur Ideale denen man sich zumindest teilweise versucht zu nähern.
Live to win till you die. Ich scheiter lieber jeden Tag aufs Neue als aufzugeben.
Dippaz schrieb: Ist das nicht auch eine Form von Liebe?
Nein, das ist einfach Selbstlosigkeit / Hilfsbereitschaft. Was bringt es mir, dass ich für meine Familie alles tun würde, und sie auch für mich?
Dippaz schrieb: Das ganze hört sich für mich recht widersprüchlich an.
Ich weise niemandem ZU UNRECHT die Schuld zu. Jeder ist in gewissem Maß Produkt seiner Erfahrungen. Ich kann mir nicht erklären, warum ich weiß, dass es nicht richtig ist, z.B. jemanden zu töten. Dennoch entscheiden sich täglich Leute dafür, obwohl sie es nicht nötig haben und wissen, dass es falsch ist. Das impliziert das ihnen andere egal sind. Sie haben jedoch trotzdem Einfluss auf ihr Leben.
Alles beeinflusst sich gegenseitig. So etwas wie einen freien Willen kann es nicht geben.
Dippaz schrieb:
Ja, tut es. Die Welt müsste aber kein solcher Ort sein. Ich wurde reingeboren, ohne dass mich einer gefragt hat, daher hab ich niemandem gegenüber irgendeine Verpflichtung, nicht einmal gegenüber mir selbst. Egal ob ich arm bin oder reich, mein Problem bleibt das selbe. Geld, Frauen usw. können mich vielleicht ablenken, aber dafür könnte ich mir auch gleich Hero holen. Es macht keinen Unterschied, ob ich Hero liebe oder irgendeinen Menschen. Die Frage nach dem Grund meiner Existenz bleibt unbeantwortet. Es ist egal, ob ich mich momentan gut oder schlecht fühle, denn der Moment geht vorbei und wird zu blasser Erinnerung.
Wieso setzen wir uns dermaßen unter Druck? Das einzige logisch erkennbare Ziel im Leben eines Menschen ist der Tod. Alle anderen Ziele, die sich Leute setzen sind Wunschvorstellungen. Sie denken sich: "Wenn ich Millionär bin, dann hab ichs geschafft", "wenn ich die gutaussehende Frau XY heirate, bin ich glücklich".
Aber in Wirklichkeit entfernen sie sich durch diese Flucht in den Materialismus nur weiter von sich selbst und auch die schönste Frau wird ihnen nicht sagen können, wer sie sind.
Ich sehne den Tod herbei, weil ich mir von ihm Antworten erhoffe. Ich hab die besten Eltern und Freunde der Welt, in deren Gegenwart ich mich fast durchgängig befinde und mich gut fühle, aber zu welchem Zweck?
Müsste ich nicht da draußen sein und für die Gerechtigkeit kämpfen? Das ist mein Konflikt.
Was wäre, wenn sie erreicht ist? Wie geht es dann weiter?
Unwissen ist ein Segen. Ich würde gerne glauben, dass es einen Sinn hätte, sich selbst ein Ziel zu setzen, aber ich ertappe mich selbst dabei, wie ich schon wieder darüber nachdenke, wie sinnlos das wäre, und verliere mich in einem Gedankenkreislauf, der lediglich zu der Erkenntnis führt, dass es mal wieder sinnlos war, darüber nachzudenken.
Meine Schlussfolgerung: Alles ist sinnlos und deshalb ist es egal, was ich tue.
live to win til you die
til the light dies in your eyes
live to win, take it all
just keep fighting til you fall
| |
Zitronenfalltür
Traumländer
dabei seit 2008 216 Forenbeiträge
| Geschrieben: 15.04.12 10:30 |
Tanto schrieb: Ich glaube nicht, dass es bei Amokläufen so viele Unschuldige trifft. Ich würde jedenfalls die rauspicken, die ich hasse, und Amokläufer die so handeln, kann ich verstehen.
Tanto schrieb: Es muss doch unser Ziel sein, endlich Gerechtigkeit zu erreichen.
Die abschießen, die du hasst, was hat das mit Gerechtigkeit an sich zu tun? Kannst du wissen, wie sehr andere Leute sie lieben? Und wie gerecht kann man abwägen, solange die eigene Motivation Hass ist? Ein Amoklauf ist schon von der Prämisse her egozentrisch. Das Ergebnis wäre zwangsläufig unausgewogen und auch nicht mehr zu berichtigen. Außerdem geht in der Regel der Amokläufer selbst mit drauf oder aber wird durch die Justiz ohnehin dem schädigenden Umfeld entzogen, dem sich zu entziehen überhaupt Amok gelaufen wurde - was die Tat spätestens im Nachhinein sinnlos macht, weil das entscheidende und für die Tat ursächlich zentrale Subjekt nicht mehr in den Genuss seiner Früchte kommt bzw es diese auch ohne die ungerechten menschlichen Kollateralschäden (das Leid der Angehörigen der Opfer) hätte haben können (etwa durch eine andere Straftat ohne multiple Morde).
Kurzum: Amoklauf steht im Gegensatz zum Ideal der Gerechtigkeit.
Tanto schrieb: Ich kann mir nicht erklären, warum ich weiß, dass es nicht richtig ist, z.B. jemanden zu töten. Dennoch entscheiden sich täglich Leute dafür, obwohl sie es nicht nötig haben und wissen, dass es falsch ist. Das impliziert das ihnen andere egal sind. Sie haben jedoch trotzdem Einfluss auf ihr Leben. Aufgrund ihrer massiven und unwiderruflichen Eingriffe trifft das um so mehr auf Amokläufer zu.
Tanto schrieb: Geld, Frauen usw. können mich vielleicht ablenken, aber dafür könnte ich mir auch gleich Hero holen. Es macht keinen Unterschied, ob ich Hero liebe oder irgendeinen Menschen. Doch, macht es: Dinge sind berechenbar und damit tendentiell vorhersehbar, zeigen keine erratischen Reaktionen, starten keine selbstmotivierten Aktionen, bleiben nicht dauerhaft und individuell adaptiv, persönliche und dialektische Kommunikation ist mit ihnen unmöglich. Menschen hingegen bleiben interessant, sofern sie nicht auf eine feste Rolle reduziert werden (aus der ein spontaner Ausbruch immer möglich bleibt).
Tanto schrieb: sehne den Tod herbei, weil ich mir von ihm Antworten erhoffe. Das ist nicht mehr als ein Wunschtraum. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist der Tod dein Ende, du hörst einfach auf zu sein. Somit ist die Selbsttötung der Verzicht auf jegliche Option auf Antworten.
Tanto schrieb: Ich hab die besten Eltern und Freunde der Welt, in deren Gegenwart ich mich fast durchgängig befinde und mich gut fühle, aber zu welchem Zweck? Optionen offen zu halten.
Tanto schrieb: Müsste ich nicht da draußen sein und für die Gerechtigkeit kämpfen? Das ist mein Konflikt.
Was wäre, wenn sie erreicht ist? Wird sie nie ganz sein, da sie ein Ideal ist, wir aber in Realitäten leben. Man ist eben immer eingebunden, wird automatisch ständig relativiert, wohingegen ein Ideal absolut ist.
Selbst wenn dem nicht so wäre:
Zitat: Wie geht es dann weiter? ...ist eine Frage, der man sich jetzt noch nicht stellen muss - ja nicht einmal kann, da niemand von uns horizontbeschränkten Wesen mit Sicherheit weiß, wie eine Welt allgemeiner Gerechtigkeit aussieht.
Tanto schrieb: Ich würde gerne glauben, dass es einen Sinn hätte, sich selbst ein Ziel zu setzen, aber ich ertappe mich selbst dabei, wie ich schon wieder darüber nachdenke, wie sinnlos das wäre, und verliere mich in einem Gedankenkreislauf Ein sinngebendes Ziel wäre schon alleine dadurch ein solches, dass es dich (wenigstens zeitweise) definiert und dich aus dem in Sinnlosigkeit verharrenden Gedankenkreislauf befreien würde; das Ziel hilft dich auszurichten, statt dich zu verlieren - und falls du unterwegs feststellen solltest, dass das Ziel nicht mehr deins sein kann, so kannst du immernoch innehalte, um dir ein neues zu setzen und dich damit neu auszurichten. Phasen der Sinnlosigkeit lassen sich dadurch zwar nicht verhindern, jedoch erhöhst du die Wahrscheinlichkeit, dich von den Gedankenkreisläufen soweit entfernen zu können, dass ihre Gravitationskraft dich nicht zwangsläufig wieder in die Sinnlosigkeit ziehen muss.
Tanto schrieb: Meine Schlussfolgerung: Alles ist sinnlos und deshalb ist es egal, was ich tue. Die ist aber allenfalls - sofern überhaupt - für den Standpunkt im Zentrum deines jetzigen Gedankenkreises (bzw. seines Einzuggebietes) gültig.
Meine Schlussfolgerungen:
1. Aufbruch lohnt sich.
2. Je näher du dich am Zentrum der Sinnlosigkeit befindest, um so irrelevanter ist die Wahl der Richtung.
3. Wichtig ist aber, dass eine Bewegung erfolgt, die zunächst möglichst nah an Geradlinigkeit oder zumindest weitestmöglich von einer Kreisform entfernt ist.
->
NEUE, noch nicht zu kreisförmiger Routine gewordene Aktivitäten, auszuprobieren, erscheint mir da als angemessene Strategie. | |
sami
Endlos-Träumer
dabei seit 2010 144 Forenbeiträge 1 Tripberichte
| Geschrieben: 15.04.12 21:21 | @Zitronenfalltür: Wirklich ein ausgezeichneter Post. So stell ich mir eine Analyse vor, die philosophisch gerichtet ist, aber sich trotzdem an die Realität hält. Hat auf jeden Fall meinen Horizont erweitert (klingt zwar in diesem Forum irgendwie blöd, ist aber so) deine Gedanken zu lesen. Danke dafür.
Mfg. sami
| |
Tanto
Traumländer
dabei seit 2010 267 Forenbeiträge
| Geschrieben: 16.04.12 03:15 | Versteifen wir uns nicht auf Amokläufer, sie waren als Beispiel nur ein kleiner Bestandteil meiner Aussage. Außerdem hab ich nur geschrieben, dass ich sie verstehen kann, nicht, dass ich es ihnen gleichtun würde. Aus Gründen, die du genannt hast.
Zitronenfalltür schrieb:
Das ist nicht mehr als ein Wunschtraum. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist der Tod dein Ende, du hörst einfach auf zu sein. Somit ist die Selbsttötung der Verzicht auf jegliche Option auf Antworten.
Ich glaube aber nicht an Wahrscheinlichkeit. Fliegen war auch ein Wunschtraum.
Zitronenfalltür schrieb: NEUE, noch nicht zu kreisförmiger Routine gewordene Aktivitäten, auszuprobieren, erscheint mir da als angemessene Strategie.
Wenn es die gäbe, würde ich es tun.
live to win til you die
til the light dies in your eyes
live to win, take it all
just keep fighting til you fall
| |
deep7
Abwesender Träumer
dabei seit 2007 543 Forenbeiträge 3 Tripberichte
| Geschrieben: 16.04.12 04:31 |
Zitronenfalltür schrieb: Tanto schrieb: Geld, Frauen usw. können mich vielleicht ablenken, aber dafür könnte ich mir auch gleich Hero holen. Es macht keinen Unterschied, ob ich Hero liebe oder irgendeinen Menschen. Doch, macht es: Dinge sind berechenbar und damit tendentiell vorhersehbar, zeigen keine erratischen Reaktionen, starten keine selbstmotivierten Aktionen, bleiben nicht dauerhaft und individuell adaptiv, persönliche und dialektische Kommunikation ist mit ihnen unmöglich. Menschen hingegen bleiben interessant, sofern sie nicht auf eine feste Rolle reduziert werden (aus der ein spontaner Ausbruch immer möglich bleibt). Es gibt sicherlich sehr viele, die "Dinge" genau aus diesem Grund - nämlich deren Vorhersehbarkeit und Berechenbarkeit - sozialen Bindungen vorziehen, welche immer das Risiko einer unvorhersehbaren Enttäuschung in sich bergen. Drogen laufen außerdem nicht davon, haben immer für einen Zeit, wenn man will, sind im Gegensatz zu vielen Menschen ein stets verfügbarer, keiner Launenhaftigkeit ausgesetzter und verlässlicher Partner - ideal für all jene, die in der Gesellschaft, in der wir leben, nicht den Gegenstand des persönlichen Glückes sehen;
Zitronenfalltür schrieb: Tanto schrieb: Es muss doch unser Ziel sein, endlich Gerechtigkeit zu erreichen. Die abschießen, die du hasst, was hat das mit Gerechtigkeit an sich zu tun? Kannst du wissen, wie sehr andere Leute sie lieben? Und wie gerecht kann man abwägen, solange die eigene Motivation Hass ist? Ein Amoklauf ist schon von der Prämisse her egozentrisch. Das Ergebnis wäre zwangsläufig unausgewogen und auch nicht mehr zu berichtigen. Außerdem geht in der Regel der Amokläufer selbst mit drauf oder aber wird durch die Justiz ohnehin dem schädigenden Umfeld entzogen, dem sich zu entziehen überhaupt Amok gelaufen wurde - was die Tat spätestens im Nachhinein sinnlos macht, weil das entscheidende und für die Tat ursächlich zentrale Subjekt nicht mehr in den Genuss seiner Früchte kommt bzw es diese auch ohne die ungerechten menschlichen Kollateralschäden (das Leid der Angehörigen der Opfer) hätte haben können (etwa durch eine andere Straftat ohne multiple Morde). Ich denke, vielen Amokläufern geht es bei ihrer Tat in erster Linie weniger um direkte Gerechtigkeit, sondern vielmehr darum, dem innerlich tief gehegten Hass auf die ihnen feindlich gesinnte Gesellschaft, oft auch auf ein "engeres" Umfeld bezogen, Ausdruck zu verleihen, ja ein Zeichen zu setzen, das sagen will: "Seht her, wozu ihr mich getrieben habt!" | |
Der Hustenstiller
Endlos-Träumer
dabei seit 2011 26 Forenbeiträge
| Geschrieben: 16.04.12 22:03 | Der Text von Tanto kommt meinen Gedanken teilweise sehr nahe, nur hab ich das Glück das diese Gefühle nicht ständig da sind sondern eher immer auf einmal zuschlagen. Ich hab diese Gedanken eigentlich schon ein paar Jahre und wenn meine Angehörigen oder Freunde nicht da wären hätte mich vielleicht auch schon ausgeklingt.
'Go ask Alice when she's Ten feet Tall' | |
LdT-Forum » Drogen & Gesellschaft » Der Weg (Selbstfindung & Glaube) » Selbstmord? (Methodendiskussion unerwünscht) |