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LdT-Forum » Drogen & Gesellschaft » Der Weg (Selbstfindung & Glaube) » Selbstmord? (Methodendiskussion unerwünscht)


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AutorBeitrag
Zitronenfalltür
Traumländer
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dabei seit 2008
216 Forenbeiträge

  Geschrieben: 19.04.12 23:22



Acaine schrieb:

Zitat:
Ganz nebenbei halte ich leute die mit selbstmord liebäugeln für absolute vollidioten, die an irgendeine form von jenseits glauben wo sie dann puderzucker in den arsch geblasen kriegen.



also sorry, aber das ist mal ne total dämliche aussage.

Das sehe ich ganz genauso. Das absolute Ende zu ersehnen ist ein mindestens genausoguter Grund wie der, an die Illusion einer Fortsetzung des gleichen Schwachfugs mit anderen Mitteln nach dem Tod zu glauben.
 

Tanto
Traumländer
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dabei seit 2010
267 Forenbeiträge

  Geschrieben: 20.04.12 04:29



Günter schrieb:

Nur wie kann jemand der kein chemisches ungleichgewicht im kopf hat oder unheilbar krank ist mit sowas liebäugeln?



Wieso denn nicht?

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fluni
Endlos-Träumer


dabei seit 2011
19 Forenbeiträge

  Geschrieben: 20.04.12 15:12


Also ich muss mich bei dieser Diskussion auch eher auf die Seite von Tanto stellen.

Ganz naiv gesagt:
Die Existenz als solches ist ein 'Fehler', eine Anomalie oder wenn man so will, ein Zufall, der besser niemals stattgefunden hätte.

Aussagen wie: aber hey, es gibt doch auch Freude, Glück, ... oder allgemein gesagt, positive Dinge in dieser Welt.
Meiner Meinung nach sind das alles nur von Menschen konstruierte Methoden um sich von der traurigen Realität/Wirklichkeit abzuwenden.
Diese Dinge sollen uns vergessen lassen, dass die Schöpfung eine von vorne bis hinten tragische Angelegenheit war.

Nichtexistenz ist nicht schlecht. Existenz möglicherweise (für einige) schon. (ob dies auf individuelles Versagen zurückzuführen ist, oder nicht, spielt keine Rolle). Also warum sollte ich - wenn ich wählen könnte - die Existenz wählen und mich auf eine - ganz doof gesagt - '50:50' Chance verlassen, wenn ich den Jackpot mit der Nichtexistenz bereits sicher zu 100% wählen kann?
 

Günter
Traumländer
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dabei seit 2008
1.251 Forenbeiträge

  Geschrieben: 20.04.12 17:15



fluni schrieb:

Ganz naiv gesagt:
Die Existenz als solches ist ein 'Fehler', eine Anomalie oder wenn man so will, ein Zufall, der besser niemals stattgefunden hätte.


Ich halte das für eine gewagte aussage, wie kommst du darauf?


fluni schrieb:
wenn ich den Jackpot mit der Nichtexistenz bereits sicher zu 100% wählen kann?


Du kannst dir deine nichtexistenz nichtmal vorstellen, was ist so toll daran.
 

Tanto
Traumländer
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dabei seit 2010
267 Forenbeiträge

  Geschrieben: 20.04.12 22:21




Günter schrieb:
Ich halte das für eine gewagte aussage, wie kommst du darauf?



Meinungsäußerung.


Günter schrieb:

Du kannst dir deine nichtexistenz nichtmal vorstellen, was ist so toll daran.



Nichtexistenz ist weder positiv noch negativ.



Günter, wieso antwortest du nicht?


Tanto schrieb:

Günter schrieb:

Nur wie kann jemand der kein chemisches ungleichgewicht im kopf hat oder unheilbar krank ist mit sowas liebäugeln?



Wieso denn nicht?



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Dippaz
Abwesender Träumer
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dabei seit 2009
560 Forenbeiträge
1 Tripberichte

  Geschrieben: 23.04.12 19:54



Tanto schrieb:

Ich rede nicht von Leistungen innerhalb des Systems.



Sondern von?
Was genau hindert dich daran, dich selber zu verwirklichen?
Jetzt mal abgesehen von deiner eigenen Trägheit und deiner pessimistischen Einstellung.


Zitat:

Dippaz schrieb:
Wozu Gerechtigkeit erreichen wenn deiner Meinung nach doch eh alles keinen Sinn hat?
Es so zu belassen wie es ist, kostet deutlich weniger Anstrengung/Zeit.



Weil jeder Mensch weiß, dass es richtig wäre.



"DAS RICHTIGE"? Wer weiß denn schon was richtig ist? Was ist Gerecht? Jeder Mensch und jede Gesellschaft hat ein individuelles Gerechtigkeitsverständnis. Richter U sagt Täter B hat gemordet, also muss er auch ermordet werden und Richter D sagt dafür wären 15 Jahre Haftstrafe angebracht.
Wer hat jetzt recht? Wer entscheidet das? DU?

Es gibt bei solchen Situationen weder richtig noch falsch, weder Gerecht noch Ungerecht. Das sind wieder nur von Menschen erfundene Ideale (abstrakte Ideen), denen man versucht sich zu nähern. Und wieder einmal sind Menschen wie du Enttäuscht das sie nicht erreicht werden, anstatt zu begreifen oder zu akzeptieren das sie unerreichbar sind.


Zitat:

Dippaz schrieb:
Wenn es bei dir anders ist, was hindert dich daran all dein Hab und Gut an Bedürftige Menschen zu verschenken?



Macht keinen Unterschied, ob ich das tue oder mich umbringe. Die Folge wäre, dass sich jeder von mir abwenden würde. Was sagt das über das Leben aus?



Natürlich macht das einen Unterschied, für denjenigen der Bedürftig ist und es bekommt. Die ganze Sache sagt nichts über das Leben aus, sondern über dich. Das du doch nicht so selbstlos bist wie du dich hier darstellst, sondern auch in dir typisch menschliche Eigenschaften wie Egoismus und Trägheit vorhanden sind.


Zitat:
Selbst wenn das möglich wäre, wäre niemandem geholfen. Egal, wer mein Leben lebt, es bleibt sinnlos. Entweder alle leben in Gerechtigkeit oder keiner.



So lange derjenige dieses Leben zu schätzen wüsste, ist es nicht sinnlos. Und der letzte Satz ist genau so als wenn ein Arzt sagt:
"Sorry ich behandel dich nicht, entweder alle Menschen sind gesund oder keiner"


Zitat:

Falsch. Ja, es gibt meiner Meinung nach keinen freien Willen, aber dennoch treffen Mensch auch irrationale Entscheidungen. Jeder hat also einen Willen, jedoch beeinflussen sie sich stets gegenseitig. Du kannst nicht behaupten, die Erde müsse dieser Ort sein, weil du einfach nicht in der Lage bist, das wissen zu können. Das ist niemand, weil es keine 100% Wahrheit gibt. Wer glaubt, alles verstanden zu haben, und Wörter wie "müssen" verwendet, vergisst, dass er sich auch irren könnte.



Du widersprichst dir.
Menschen die "irrationale" Entscheidungen treffen, entscheiden sich entweder bewusst dafür (also haben sie einen freien Willen) oder es gibt einen Grund weshalb sie sich dafür entscheiden (chemische Reaktion im Hirn, äußere Umstände), dann wären diese Entscheidungen aber nicht irrational sondern eine logische Konsequenz und "deterministischer Zwang".

Es gibt entweder den "Freien Willen" (und selbst der könnte ja trotzdem noch teilweise beeinflusst sein) oder den absoluten Determinismus, denn tote Masse muss sich immer deterministisch Verhalten (sonst könnte man ja weder sichere Berechnungen beim Brückenbau anstellen, noch könnte man Raketen exakt ins Ziel steuern). Da du den "Freien Willen" verneinst, bleibt nur noch der Determinismus und daher wäre die Erde nur ein Produkt aus Kausalitäten.

Mal abgesehen davon kann man die Aussage "es gibt keine 100%-Wahrheit" gar nicht machen, denn diese Aussage stellt sich ja selber als absolute Wahrheit dar ;-)

Das Wort "müssen" war auch auf ein "wenn" bzw eine logische Konsequenz in einem konkreten Szenario bezogen, das ich selber als Möglichkeit und nicht als gegebene Wahrheit sehe. Im Gegensatz zu dir lehne ich mich nicht so weit aus dem Fenster und behaupte zu wissen ob es einen "Freien Willen" gibt oder nicht.



Zitat:

Wenn man den Sinn herausfinden muss, kann ich auch Hero zu meinem Sinn erklären. Einen Sinn findet man nicht heraus oder gibt ihn sich selbst, er ist einfach da oder nicht.



Warum?
Sobald man sich einen Sinn selber gibt, ist er doch da / vorhanden.
Als du geboren wurdest, war auf deinem Körper auch kein Name eingraviert, man hat dir einen gegeben und genau damit wurde er existent.
Ein Sinn ist genauso ein Abstraktes Modell wie ein Name oder ein Ideal (z.B. Fairness), warum sollte man ihn also nicht genauso aus dem Nichts erschaffen können?


Zitat:

Dippaz schrieb:
Warum nimmst du dann Drogen und aller Wahrscheinlichkeit auch Schmerzmittel wenn du Schmerzen hast?



Aus den selben Gründen, weshalb ich mich nicht umbringe.



Du nimmst Drogen/Schmerzmittel damit deine Familiemitglieder/Freunde nicht traurig sind?


Zitat:

Dippaz schrieb:
Vielleicht bin ich ein wenig zu sehr von Naturalismus und Hedonismus geprägt, aber ich würde Fortpflanzung und die Arterhaltung als oberstes Ziel sehen (alles versucht seine Gene weiter zu geben, bevor es stirbt)



Warum? Wenn alle aus dem Fenster springen, tust du es auch? Geht es nur darum, Traditionen weiterzuführen?



Weil es genau der natürliche Lebensinhalt / Lebensdrang ist, der jedem gesunden Lebewesen von Natur aus mitgegeben wurde. Das Argument mit dem aus dem Fenster springen ist dumm, das ist nichts was von der Natur gewollt ist. Mit Traditionen hat das nichts zu tun, Tradition hat was mit Kultur zu tun, aber die Fortpflanzung ist ein Instinkt.




Zitat:

Dippaz schrieb:
Der Tod ist die Konsequenz jeden Lebens, während das Leben hier wohl wahrscheinlich nur eine kurze Episode darstellt. Warum also etwas frühzeitig erzwingen und dabei wohl anderen Schaden, wenn man es doch eh früh genug bekommt?



Weil das Leben eine Qual ist, und ich mir vom Tod Besserung erhoffe. Des Weiteren hab ich bereits geschrieben, dass ich von Wahrscheinlichkeit nix halte.



Nicht DAS Leben ist eine Qual, sondern höchstens DEIN Leben ist eine Qual. Und wenn du sagst es gibt keine 100%-Wahrheiten musst du dich ja wohl an Wahrscheinlichkeiten halten, da es zwischen Ja und Nein (was beides nichts anderes als Wahrheiten sind) nur Wahrscheinlich/Unwahrscheinlich gibt.


Zitat:

Dippaz schrieb:
Dein scheinbar vorhandener Nihilismus steht wohl im Konflikt mit dem Humanismus in dir.



Darauf habe ich gewartet. Warum sich mit jemandem auseinandersetzen, wenn es schon so schöne Schubladen gibt.



Ich sehe nicht wo ich dich komplett in eine Schublade gesteckt habe, das sind einzelne Tendenzen und Gedankengänge in dir. Du wurdest ja nirgends auf eine Sache reduziert.
Wenn jemand sagt "es gibt keinen Gott" hat er nun mal ein Glaubensbild, das dem Atheismus entspricht und kann auch als Atheist benannt werden. Trotzdem hat er ja noch tausende weitere Eigenschaften / Ansichten / Merkmale.

Und wenn jetzt hier ein User namens "Tanto" verneint das es einen Lebenssinn geben kann und auch sonst alles sinnlos ist, dann sind das nun mal nihilistische Gedankengänge ob er das will oder nicht.
Genauso ist die Suche nach Idealvorstellungen wie Gerechtigkeit, Gleichheit und die Würde des Menschen nun mal etwas das zum Humanismus gehört.
Das beides Wertesysteme recht konträr sind, dürfte wohl verständlich sein.



Zitat:
Warum sollte man nicht durch Nennung der geeignetesten Methode verhindern, dass noch mehr Menschen zu Schaden kommen?



Ganz einfach. Wenn man sich mal statistisch mit Suizid beschäftigt, wird man herausfinden das die meisten Menschen bei ihrem Selbstmordversuch scheitern und sehr viele auch im Nachhinein froh darüber sind. Selbstmorde sind in den meisten Fällen entweder nur ein Schrei nach Aufmerksamkeit oder ein Fluchtversuch vor temporärem Schmerz (seelisch oder körperlich), der den betroffen überwältigt bzw den er nicht aushalten kann/will.

Wenn man jetzt hier einfache 100% Methoden nennt, besteht die Möglichkeit das sich auch einige Menschen umbringen die sonst im Nachhinein froh darüber wären das ihre ineffektive Kratzerei an den Pulsadern gescheitert ist.


Zitat:
Ich bin mir der Verantwortung bewusst, die ich übernehme, wenn ich hier schreibe, wie scheiße das Leben und wieviel besser der Tod womöglich ist.


Ich dachte du hältst nichts von Wahrscheinlichkeiten? Aber gerade bei einer endgültigen Entscheidung willst du drauf setzen?


Zitat:
Ich hab keine Probleme damit und kein schlechtes Gewissen, auch den letzten aus seiner Illusion einer heilen Welt rauszureißen.
Nicht weil ich neidisch auf das Glück anderer Menschen bin, sondern weil mein Ziel ehrenhaft ist und ich es erreichen will.



Ich glaube niemand hat hier die Illusion in einer heilen / perfekten Welt zu leben, nur du hast die Illusion das es so was überhaupt geben könnte (daher auch dein Wunsch nach dem Erreichen dieser Ideale) und bist daher enttäuscht weil sie nicht erreicht sind / werden.
Welches Ziel hast du denn und was soll an deinem Verhalten ehrenhaft sein?
Du bist wie jemand im Kino, der die ganze Zeit schreit wie scheiße der Film doch ist und andere auch davon überzeugen will, aber es nicht auf die Reihe bekommt einen besseren Film zu drehen oder konsequenterweise einfach den Kinosaal zu verlassen.


fluni schrieb:
.
Meiner Meinung nach sind das alles nur von Menschen konstruierte Methoden um sich von der traurigen Realität/Wirklichkeit abzuwenden.
Diese Dinge sollen uns vergessen lassen, dass die Schöpfung eine von vorne bis hinten tragische Angelegenheit war.



Komisch nur das Tiere auch so was wie Glück, Liebe und Freude empfinden können. Mal ganz abgesehen davon das wir auch gaaaaaanz seltsamerweise schon seit Urzeiten Rezeptoren im Hirn haben, die genau dafür vorgesehen sind das wir positive Emotionen empfinden können.
Wie soll das also nur eine vom Menschen ausgedachte Methode sein?



Zitat:
Nichtexistenz ist nicht schlecht. Existenz möglicherweise (für einige) schon. (ob dies auf individuelles Versagen zurückzuführen ist, oder nicht, spielt keine Rolle). Also warum sollte ich - wenn ich wählen könnte - die Existenz wählen und mich auf eine - ganz doof gesagt - '50:50' Chance verlassen, wenn ich den Jackpot mit der Nichtexistenz bereits sicher zu 100% wählen kann?



Durch Existenz sind aber auch positive Dinge möglich, das kann dir die Nichtexistenz nicht bieten. Also entweder ein Bankkonto das sowohl im positiven als auch negativen Bereich liegen kann oder eines wo man zwar niemals Schulden hat, aber auch keinen positiven Betrag besitzen kann.

Da man als Existierendes Wesen sich aber eigentlich eh nichts Nichtexistentes vorstellen kann, ist die Argumentation dafür oder dagegen aber auch recht müßig
 

Tanto
Traumländer
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dabei seit 2010
267 Forenbeiträge

  Geschrieben: 25.04.12 07:41



Dippaz schrieb:
Sondern von?
Was genau hindert dich daran, dich selber zu verwirklichen?



Die Grenzen sind genau da, wo das Geld knapp wird und mächtigere Menschen über dein Leben entscheiden, was dich davon abhält frei zu handeln, und somit kann von verwirklichen keine Rede sein.


Dippaz schrieb:
"DAS RICHTIGE"? Wer weiß denn schon was richtig ist?



Ok, das war vorhersehbar...
Wenn du Menschen fragst, ob es z.B. richtig ist zu morden, wird die überwältigende Mehrheit das verneinen.
Es ist sozusagen ein Konsens vorhanden, den es auch im Bezug auf globale Gerechtigkeit geben sollte.

Würdest du Gerechtigkeit etwa nicht einführen, wenn es dir möglich wäre?

Natürlich ist es ein Ideal, aber ohne solche Ideeen würdest du nicht vor deinem Monitor sitzen, sondern hättest jeden Moment Angst, dass dich jemand ausraubt oder tötet.



Dippaz schrieb:
sondern auch in dir typisch menschliche Eigenschaften wie Egoismus und Trägheit vorhanden sind.



Ohja, meine Familie und Freunde werfe ich weg, um EINEM Obdachlosen zu helfen.
Du scheinst nicht verstanden zu haben, dass es mir nicht um Einzelschicksale geht, sondern um die gesamte Menschheit.
Ich will nicht einem Menschen helfen, sondern allen.
Naja, ich weiß, dass du den Unterschied sowieso nicht verstehen wirst.




Dippaz schrieb:
"Sorry ich behandel dich nicht, entweder alle Menschen sind gesund oder keiner"




Jo, sehr gutes Beispiel. Ein Arzt behandelt nur aus Menschlichkeit. Alles klar :D



Dippaz schrieb:
Im Gegensatz zu dir lehne ich mich nicht so weit aus dem Fenster und behaupte zu wissen ob es einen "Freien Willen" gibt oder nicht.



Die Aussage "es gibt keine 100% Wahrheit" beeinhaltet alles, was du geschrieben hast, und relativiert es, sich selbst inbegriffen.

Du scheinst meine Posts nicht genau zu lesen, sonst wüsstest du, dass ich hier NIEMALS behaupte, etwas zu wissen.
Ich zitiere mich mal selbst:
"Außerdem behaupte ich nicht irgendwas zu wissen, sondern schreibe lediglich meine Gedanken nieder. Alle meine Ausführungen sind ohne Gewähr."

Ich bitte dich, ab sofort alles, was ich schreibe, als Meinungsäußerung aufzufassen, denn ich habe keine Lust, in jedem Satz "meiner Meinung nach" zu schreiben.



Dippaz schrieb:
Ein Sinn ist genauso ein Abstraktes Modell wie ein Name oder ein Ideal (z.B. Fairness), warum sollte man ihn also nicht genauso aus dem Nichts erschaffen können?



Weil der Sinn des Lebens - nennen wir das Kind beim Namen - für mich etwas sein sollte, was schon immer da war, also von einer höheren Macht oder durch Kausalität bestimmt und erkennbar ist, und worüber ich nicht die volle Kontrolle habe. (Vorsicht: meine Meinung, keine Wahrheit! Ich könnte mich auch irren)

Wenn mein Sinn heute wäre, Musik zu machen, und morgen entscheide ich mich dafür, doch lieber nen Amoklauf zu starten, leidet einfach die Glaubwürdigkeit dieses Begriffs, weil Sinn auch (für mein Gehirn) sinnlose Beschäftigungen einschließen könnte, wenn man ihn einfach selbst bestimmt.

Schwer zu erklären, da die Ablehnung immer eher ein Bauchgefühl war, aber dieser Gedankengang, der im Bruchteil einer Sekunde stattfindet, ist es wohl, der mich davon abhält.


Dippaz schrieb:
Du nimmst Drogen/Schmerzmittel damit deine Familiemitglieder/Freunde nicht traurig sind?



Ich muss meine Aussage ein bisschen korrigieren...
Also erstmal sei dazu gesagt, dass ich nichts regelmäßig konsumiere.
Natürlich kommt es vor, dass ich am Wochenende saufe oder ziehe, aber das hat sich jetzt auch seit drei Wochen nicht mehr ergeben und gefehlt hat es mir kein Stück.

Wenn überhaupt nehm ich einmal im Monat was härteres, dann aber auch nicht, um vor der Realität zu flüchten, sondern um Erkenntnisse zu erhalten. Ich halte es sehr gut ohne Drogen aus, habe wie jeder Mensch ups and downs, und bin im Grunde gesund.

Wenn ich allerdings Drogen nehmen müsste wegen Schmerzen oder weil ich sonst keine Freude mehr hätte, würde ich es tun, damit meine Familie/Freunde sich keine Sorgen machen bzw. nichts davon mitbekommen.
Natürlich würde ich dann so konsumieren, dass sie nicht merken, dass ich druff bin.

Ich wollte nicht soviel über mich schreiben, aber du hast es herausgefordert.



Dippaz schrieb:
Weil es genau der natürliche Lebensinhalt / Lebensdrang ist, der jedem gesunden Lebewesen von Natur aus mitgegeben wurde



Bin ich also kein gesundes Lebewesen?
Ich glaube nicht, dass du in der Lage bist, darüber zu urteilen, was von der Natur gewollt ist.
Wenn sie gewollt hätte, dass ICH Fortpflanzung als oberstes Ziel ansehe, hätte sie mich anders konstruiert.
Da du mich scheinbar als krankes oder schwächeres Lebewesen ansiehst, ist es dir hoffentlich klar, dass ich dich nahe des Nazi Regimes einordne.



Dippaz schrieb:
Nicht DAS Leben ist eine Qual, sondern höchstens DEIN Leben ist eine Qual. Und wenn du sagst es gibt keine 100%-Wahrheiten musst du dich ja wohl an Wahrscheinlichkeiten halten, da es zwischen Ja und Nein (was beides nichts anderes als Wahrheiten sind) nur Wahrscheinlich/Unwahrscheinlich gibt.



Tut mir Leid, aber diesen Absatz versteh ich beim besten Willen nicht.
Halt dich doch bitte an das, was ich geschrieben hab. Hoffnung hat nix mit Wahrscheinlichkeit zu tun.



Dippaz schrieb:
Und wenn jetzt hier ein User namens "Tanto" verneint das es einen Lebenssinn geben kann und auch sonst alles sinnlos ist, dann sind das nun mal nihilistische Gedankengänge ob er das will oder nicht.



Nein, es ist mir egal, was irgendjemand vor mir irgendwie formuliert hat.
Wenn du mich da irgendwo einordnest ohne mich zu fragen, woher weißt du dann, ob meine Gedankengänge mit jeder Einzelheit z.B. des Nihilismus kongruent sind?
Richtig, du weißt es nicht. Also ordne mich auch nirgendwo ein, denn so entstehen irgendwelche Spekulationen und Annahmen über meine Person.
Halt dich an das, was ich hier schreibe. Es sind MEINE Gedankengänge.




Dippaz schrieb:
Wenn man jetzt hier einfache 100% Methoden nennt, besteht die Möglichkeit das sich auch einige Menschen umbringen die sonst im Nachhinein froh darüber wären das ihre ineffektive Kratzerei an den Pulsadern gescheitert ist.



Du sprichst Menschen damit ihre Mündigkeit ab. Das ist genau der Grund, warum es z.B. keine direkte Demokratie gibt, weil die dumme Bevölkerung ja nicht weiß, was das beste für sie ist.

Jemand der sich für den Suizid entschieden hat, und sicher gehen will, dass es klappt, der springt von nem Wolkenkratzer und bearbeitet sich im Absprung noch mit der Waffe seiner Wahl selbst.
Hierauf zu kommen hat nix mit Methodendiskussion zu tun (und ich hoffe, es wird auch nicht als solche gewertet).
Jeder Mensch, der in der Lage ist, sich in diesem Forum zu bewegen, kommt auf eine solche "sichere" Methode.

Menschen sind nicht so dumm, wie ihr alle glaubt.



Dippaz schrieb:
Ich dachte du hältst nichts von Wahrscheinlichkeiten? Aber gerade bei einer endgültigen Entscheidung willst du drauf setzen?



Meine Güte, häng dich doch nicht an Wörtern auf. Ich weiß nicht, ob es nach dem Tod besser wird, ok?
Vielleicht, vielleicht auch nicht. Hat nix mit Wahrscheinlichkeit zu tun, was ich geschrieben hab.


Dippaz schrieb:
Ich glaube niemand hat hier die Illusion in einer heilen / perfekten Welt zu leben



Ich rede nicht von den Menschen hier, sondern von der Masse an Bildlesern etc., die denken, sie wären die Guten und ihre Feindbilder die Bösen.



Dippaz schrieb:
Welches Ziel hast du denn und was soll an deinem Verhalten ehrenhaft sein?



Gerechtigkeit.
Du wirst wieder anfangen mit "wer sagt, was gerecht ist?" etc. und nicht verstehen, was ich meine.
Ist mir aber relativ egal.



Dippaz schrieb:
Durch Existenz sind aber auch positive Dinge möglich, das kann dir die Nichtexistenz nicht bieten.



Nichtexistenz brauch nix zu bieten.
Wenn man nicht existiert, hat man auch keine Bedürfnisse, keine Gedanken, einfach nichts.



Ich versteh auch nicht, warum so viele davon ausgehen, dass nach dem Tod die Nichtexistenz folgt.
Das ist doch auch nicht mehr als eine Annahme.
Selbst wenn es so wäre, würde mich der Tod reizen, einfach um herauszufinden, was vor und eventuell nach der Nichtexiszenz kommt.

Theoretisch kann jeder seine eigene Vorstellung davon haben, was nach dem Tod geschieht. Keine ist wahrscheinlicher als eine andere.



PS: Ihr werdet in diesem Post weder Wahrheit noch Unwahrheit finden, also sucht nicht danach.


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Günter
Traumländer
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1.251 Forenbeiträge

  Geschrieben: 25.04.12 14:09



Tanto schrieb:



Nichtexistenz ist weder positiv noch negativ.



Liegt hauptsächlich daran, das du der das beurteilt dann nicht mehr da ist.


Tanto schrieb:




Wieso denn nicht?


Weil dein leben das einzige ist was du wirklich besitzt, der rest ist flüchtig. (oder zumindest flüchtiger als dein leben)


Zitat:
Selbst wenn das möglich wäre, wäre niemandem geholfen. Egal, wer mein Leben lebt, es bleibt sinnlos. Entweder alle leben in Gerechtigkeit oder keiner.


Um mal einen comedian zu zitieren "Wer den himmel auf erden sucht hat im erdkundeunterricht nicht aufgepasst"
 

Dippaz
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dabei seit 2009
560 Forenbeiträge
1 Tripberichte

  Geschrieben: 26.04.12 23:18



Tanto schrieb:

Die Grenzen sind genau da, wo das Geld knapp wird und mächtigere Menschen über dein Leben entscheiden, was dich davon abhält frei zu handeln, und somit kann von verwirklichen keine Rede sein.



Stimmt zum Teil, aber Geld und Macht kann man sich auch erarbeiten was einem mehr Handlungsfreiraum bietet.

Was einen aber wirklich zu 100% begrenzt und es auch schon tut lange bevor man von anderen begrenzt wird, sind die Grenzen die man sich selber im Kopf setzt. Zu sagen etwas geht nicht, bevor man es noch nicht mal ausprobiert hat (was man bei dir auch raus hört) ist die erste und hinderlichste aller Grenzen.



Zitat:

Dippaz schrieb:
"DAS RICHTIGE"? Wer weiß denn schon was richtig ist?



Ok, das war vorhersehbar...
Wenn du Menschen fragst, ob es z.B. richtig ist zu morden, wird die überwältigende Mehrheit das verneinen.
Es ist sozusagen ein Konsens vorhanden, den es auch im Bezug auf globale Gerechtigkeit geben sollte.



Klar es gibt TEILWEISE einen Konsens aus menschlicher Sicht, aber zum einen ist der nur sehr oberflächlich bzw sehr grob und zum anderen nur ein Produkt damit der Mensch als soziales Wesen in Gruppen agieren kann.
Jemand Unschuldigen töten, ist von Natur aus bei uns Menschen "böse" weil es die Gruppe gefährdet. Bei Löwen wären es z.B. ganz normal wenn das neue Alphatier die Kinder des alten Alphatieres tötet und es würde nicht als "böse" aufgefasst werden, weil es typisch für diese Rasse ist.

Schon wenn du viele Menschen aus verschiedenen Ländern/Kulturen fragst ob es "böse" ist jemanden zu töten, der vorher schon mehrere andere Unschuldige ermordet hat, wirst du sicherlich keinen großen Konsens mehr haben. Selbst im "aufgeklärten Westen" gibt es mehr als genug Stimmen die bei den ganzen Kindermörderskandalen den Kopf des Täters wollen, während andere das zutiefst ablehnen.

Dazu gibt es dann z.B. auch noch Szenarien wie in gewissen sehr religiösen südlichen Ländern, wo die Ehe als enorm wichtiges Standbein in der Gesellschaft angesehen wird. Sprich wer die "heilige Ehe" verletzt (z.B. durch Fremdgehen oder vorehelichen Sex), gefährdet damit die Gruppe und auch hier ist das Morden auf einmal legitim. In anderen Religionen/Ländern/Kulturen, würde das als barbarisch und abartig bezeichnet werden und dort wäre es eben verwerflich nichts dagegen zu tun. Die Menschen machen das noch nicht mal aus Böswilligkeit, sondern weil es in ihren Augen einfach das Richtige ist.

Man kann also immer noch festhalten das es kein fest stehendes "Böse" und "Gut" gibt, sondern das lediglich vom eigenen Blickwinkel oder des Blickwinkels der eigenen Rasse/Kultur abhängt.



Zitat:
Würdest du Gerechtigkeit etwa nicht einführen, wenn es dir möglich wäre?



Da ich weiß das es so etwas nicht gibt, würde ich eben MEINEN Sinn für Gerechtigkeit einführen, weil es aus meiner Sicht eben das Richtige ist. Aber ich glaube das würde sich schon mit deinem Sinn von Gerechtigkeit beißen.



Zitat:

Du scheinst nicht verstanden zu haben, dass es mir nicht um Einzelschicksale geht, sondern um die gesamte Menschheit.
Ich will nicht einem Menschen helfen, sondern allen.
Naja, ich weiß, dass du den Unterschied sowieso nicht verstehen wirst.


Und was tust du dafür? Vor dem Monitor sitzen und schreiben wie sinnlos das Leben ist hat noch niemand anderem geholfen.
Wenn du wirklich helfen willst, dann Spende zumindest so viel Geld wie du verkraften kannst, versuch die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten und unterstütze mit deiner Arbeitskraft in deiner Freizeit z.B. karitative Organisationen.

Wenn du noch mehr positiv Verändern willst, kannst du sogar einen Verein oder eine Partei gründen. Hält dich, außer dir selber wohl keiner von ab. Aber rede hier nicht wie ein Gutmensch und stell dich moralisch über andere, wenn du selber nicht mehr tust als die Mehrheit und mit deinem Nichthandeln sogar unbewusst das bestehende System unterstützt.



Zitat:
Die Aussage "es gibt keine 100% Wahrheit" beeinhaltet alles, was du geschrieben hast, und relativiert es, sich selbst inbegriffen.

Ich bitte dich, ab sofort alles, was ich schreibe, als Meinungsäußerung aufzufassen, denn ich habe keine Lust, in jedem Satz "meiner Meinung nach" zu schreiben.



Gut, dann hätten wir zumindest das geklärt.


Zitat:

Weil der Sinn des Lebens - nennen wir das Kind beim Namen - für mich etwas sein sollte, was schon immer da war, also von einer höheren Macht oder durch Kausalität bestimmt und erkennbar ist, und worüber ich nicht die volle Kontrolle habe. (Vorsicht: meine Meinung, keine Wahrheit! Ich könnte mich auch irren)



Wenn der Sinn schon immer vorhanden war und immer da sein sollte, dann wird es aber recht schwierig. Das "Leben" ist eine recht neue Erfindung im Universum, eine recht lange Zeit gab es nur unbelebte Masse und spätestens wenn unsere Sonne zu einem Roten Riesen (kosmisch betrachtet also in absehbarer Zeit) wird, ist zumindest das Leben auf der Erde auch wieder Geschichte. Wie soll es also einen zeitlosen Sinn für das Leben geben, wenn das Leben an sich nur zeitlich begrenzt ist?

Übrigens darfst du von Leben auf anderen Planeten nicht ausgehen, denn das es irgendwo anders noch Leben gibt, ist bei der Größe des Weltalls rechnerisch zwar wahrscheinlich, aber eben auch wieder nur eine Wahrscheinlichkeit.

Wenn der Sinn "nur" erkennbar sein soll, dann hast du ihn doch bereits erkannt. Du hältst es für das "Richtige" das alle in "Gerechtigkeit" leben, aber hast erkannt das sie das nicht tun. Die Schlussfolgerung, müsste also die sein darauf hin zu arbeiten, weil es (deiner Meinung nach) das "Richtige" ist.

Oder du siehst dir mal das Leben aller Lebewesen an und versuchst einen gemeinsamen Nenner zu finden. Und egal ob Pilz, Pflanze, Bakterie, Amphibie, Fisch, Vogel oder Säugetier, es werden nur 3 Dinge identisch sein. Nahrungsaufnahme, Vermehren und Sterben.


Zitat:

Dippaz schrieb:
Weil es genau der natürliche Lebensinhalt / Lebensdrang ist, der jedem gesunden Lebewesen von Natur aus mitgegeben wurde



Bin ich also kein gesundes Lebewesen?
Ich glaube nicht, dass du in der Lage bist, darüber zu urteilen, was von der Natur gewollt ist.
Wenn sie gewollt hätte, dass ICH Fortpflanzung als oberstes Ziel ansehe, hätte sie mich anders konstruiert.
Da du mich scheinbar als krankes oder schwächeres Lebewesen ansiehst, ist es dir hoffentlich klar, dass ich dich nahe des Nazi Regimes einordne.



Da ich weder an die Rassentheorie oder Nationalismus glaube, noch auf die Idee komme "ungesunde Lebewesen" zu "beseitigen" bin ich sicher niemand der gedanklich mit dem Naziregime konform geht.

Keine Ahnung warum du dich scheinbar direkt so angegriffen fühlst, aber ich habe weder bezüglich deiner Gesundheit, noch deiner Einstellung nach eine Wertung als "besseres" oder "schlechteres" Lebewesen vorgenommen.

Wenn man wissen will was "gesund" ist, dann guckt man sich nur mal an ob ein Lebewesen genauso funktional agieren kann, wie seine Artgenossen oder ob es eingeschränkt ist. Wenn z.B. ein Mensch ohne Augen geboren ist, dann ist er nun mal blind und das ist sicherlich kein Zeichen für Gesundheit. Natürlich ist das kein Grund weshalb man ihn als minderwertig ansehen sollte (genau das was Nazis jedoch tun), aber es wäre doch hirnrissig zu behaupten das er gesund wäre.

Impotenz, Frigidität oder sonstige fehlende Libido gelten medizinisch gesehen nun mal als Krankheitsbilder.


Zitat:

Nein, es ist mir egal, was irgendjemand vor mir irgendwie formuliert hat.
Wenn du mich da irgendwo einordnest ohne mich zu fragen, woher weißt du dann, ob meine Gedankengänge mit jeder Einzelheit z.B. des Nihilismus kongruent sind?



Ich habe doch gar nicht behauptet das deine Gedankengänge mit jeder Einzelheit nihilistisch sind, sondern das ein Teil deiner Gedanken mit dem Nihilismus konform gehen. Schubladenken bedeutet das man jemand auf etwas beschränkt, ich habe deine Aussagen jedoch nur teilweise kategorisiert ohne dich komplett in irgend eine Schablone stecken zu wollen. Wenn du das so aufgefasst hast, dann hast du mich missverstanden.



Zitat:
Du sprichst Menschen damit ihre Mündigkeit ab. Das ist genau der Grund, warum es z.B. keine direkte Demokratie gibt, weil die dumme Bevölkerung ja nicht weiß, was das beste für sie ist.

Jemand der sich für den Suizid entschieden hat, und sicher gehen will, dass es klappt, der springt von nem Wolkenkratzer und bearbeitet sich im Absprung noch mit der Waffe seiner Wahl selbst.
Hierauf zu kommen hat nix mit Methodendiskussion zu tun (und ich hoffe, es wird auch nicht als solche gewertet).
Jeder Mensch, der in der Lage ist, sich in diesem Forum zu bewegen, kommt auf eine solche "sichere" Methode.



Ich spreche den Menschen nicht generell ihre Mündigkeit ab, sondern nur Zeitweise aufgrund von Zahlen die mir recht geben.
Du wirst mir sicherlich recht geben, das Menschen die sehr stark unter Rauschdrogen stehen zumindest in diesem Moment nicht 100% zurechnungsfähig sind oder?

Würdest du einem der eh schon sehr betrunken und wütend auf seine Mitmenschen ist ein Messer in die Hand drücken nur weil er danach verlangt?

Würde (zu recht) wohl kaum jemand tun, da daraus wohl eine Impulsivreaktion enstehen würde, die derjenige im Nachhinein sicher bereut.
Und das ganze ist bei Selbstmorden oft nicht viel anders. Vielen bricht einfach aufgrund gewisser Umstände (Frau hat einen verlassen/betrogen, Job verloren, Familienmitglied gestorben, Krankheitsdiagnose) das Dach überm Kopf ein, und das letzte was diese Leute in dem Moment brauchen ist ein schneller, einfacher und sicherer Weg sich umzubringen. Im Kopf bricht bei ihnen auch ein Hormon- und Emotionschaos aus, das nicht viel anders ist als das eines Berauschten.

Je schwieriger es vom Aufwand und der Psyche her ist, die Selbstmordmethode zu vollziehen um so eher werden Menschen mit Impulsiventscheidungen davon abgehalten.
Natürlich kann man auch durch wochenlangen Verzicht auf Nahrung zu 100% sterben, aber so sehr will dann wohl doch kaum einer sterben das er das durch zieht. Und auf das Dach eines Wolkenkratzer zu kommen geht auch nicht ohne weiteres und selbst das Runterspringen erfordert sicher deutlich mehr Überwindung als das simple Schlucken von X verschiedenen Medikamenten die man mal eben im Schrank hat oder in der Apotheke kaufen kann.

Ich komme aus einem Land wo Sterbehilfe bei Kranken erlaubt ist und halte es selber auch für eine sehr sinnvolle Sache. Menschen die sich über einen längeren Zeitraum in vollem Bewusstsein für den Tod entscheiden, sollten auch das Recht haben sterben zu dürfen.
Aber gerade hier im Forum tummeln sich auch mal Leute die vielleicht eh gerade in einer beschissenen Situation sind und ziemlich übel von einem Turn runter kommen, da muss man kein Feuer ins Öl gießen.

Wer eh langfristig und ernsthaft sterben will, der wird einen Weg finden und braucht dieses Forum nicht.


Zitat:

Dippaz schrieb:
Ich glaube niemand hat hier die Illusion in einer heilen / perfekten Welt zu leben



Ich rede nicht von den Menschen hier, sondern von der Masse an Bildlesern etc., die denken, sie wären die Guten und ihre Feindbilder die Bösen.



Interessant, ein bisschen weiter oben willst du mir noch erzählen das "die Menschen nicht so dumm sind wir alle glauben" und jetzt unterstellst du einer sehr großen und wohl auch inhomogenen Gruppe an Menschen (zig Millionen Bildleser) Naivität und Dummheit ^^

Glaub mir selbst die meisten "Bildleser" werden wissen, das sie in keiner perfekten Welt leben. Dafür sind die Menschen zum einen nicht dumm/naiv genug und zum anderen sorgen die ganzen plakativen Negativschlagzeilen schon, dafür das sie das mitbekommen ;-)

Dazu kommt noch das wenn man deine Posts hier in dem Thread liest, auch das Gefühl bekommt das du "die Anderen" (Politiker, Wirtschaftsbosse usw) für die "Bösen" hälst und selber ja der "Gute mit dem ehrenhaften Ziel" bist. Siehe unten


Zitat:

Dippaz schrieb:
Welches Ziel hast du denn und was soll an deinem Verhalten ehrenhaft sein?



Gerechtigkeit.



 

Tanto
Traumländer
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267 Forenbeiträge

  Geschrieben: 27.04.12 09:00



Dippaz schrieb:
Und was tust du dafür? Vor dem Monitor sitzen und schreiben wie sinnlos das Leben ist hat noch niemand anderem geholfen.



Du weißt nicht, wer ich bin und was ich tue.


Dippaz schrieb:
Keine Ahnung warum du dich scheinbar direkt so angegriffen fühlst, aber ich habe weder bezüglich deiner Gesundheit, noch deiner Einstellung nach eine Wertung als "besseres" oder "schlechteres" Lebewesen vorgenommen.



Du hast geschrieben:


Dippaz schrieb:
Weil es genau der natürliche Lebensinhalt / Lebensdrang ist, der jedem gesunden Lebewesen von Natur aus mitgegeben wurde



Da ich diesen Drang scheinbar nicht habe, bin ich in deinen Augen nicht gesund.


Dippaz schrieb:
Interessant, ein bisschen weiter oben willst du mir noch erzählen das "die Menschen nicht so dumm sind wir alle glauben" und jetzt unterstellst du einer sehr großen und wohl auch inhomogenen Gruppe an Menschen (zig Millionen Bildleser) Naivität und Dummheit ^^



Es sind ganz andere Dimensionen. Um nicht auf eine geeignete Selbstmordmethode zu kommen, muss man schon sehr dumm sein.

Manipuliert wird man hingegen sehr schnell, besonders, wenn es von frühster Kindheit an passiert.

Wir sind uns wohl einig, dass bspw. Bildleser fehlgeleitet sind, aber deshalb sind sie nicht unbedingt dumm.


Dippaz schrieb:
Dazu kommt noch das wenn man deine Posts hier in dem Thread liest, auch das Gefühl bekommt das du "die Anderen" (Politiker, Wirtschaftsbosse usw) für die "Bösen" hälst und selber ja der "Gute mit dem ehrenhaften Ziel" bist. Siehe unten



Korrekt.



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til the light dies in your eyes
live to win, take it all
just keep fighting til you fall

Hunk
Traumländer
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  Geschrieben: 28.04.12 22:20



Dippaz schrieb:
Ganz einfach. Wenn man sich mal statistisch mit Suizid beschäftigt, wird man herausfinden das die meisten Menschen bei ihrem Selbstmordversuch scheitern und sehr viele auch im Nachhinein froh darüber sind.



Natürlich sind die meisten Freitode statistisch gesehen zum Scheitern verurteilt. Einerseits gibt es die Personen, bei denen es tatsächlich ein Schrei nach Aufmerksamkeit ist, andere jedoch werden gefunden bevor sie Glück hatten usw. Was jedoch ein absolut irrelevantes Argument ist, ist die Annahme die meisten Menschen seien froh nicht den Freitod erreicht zu haben. Schafft man es nämlich ist es irrelevant ob derjenige hinterher doch lieber leben würde. Und da das Recht auf Irrtum eindeutig aus Art. 2 GG hervorgeht ist es entgegen Art. 1 GG die Menschen die den Freitod aus welchen Gründen auch immer wählen zu zwingen sich vom Dach zu werfen oder sich "dilentantisch" an den Armen zu kratzen.


Dippaz schrieb:
Selbstmorde sind in den meisten Fällen entweder nur ein Schrei nach Aufmerksamkeit oder ein Fluchtversuch vor temporärem Schmerz (seelisch oder körperlich), der den betroffen überwältigt bzw den er nicht aushalten kann/will.



Und beides sind legitime Gründe den Freitod zu wählen. Warum sollte man denjenigen leiden lassen, wie sein Leiden auch immer aussehen mag.


Dippaz schrieb:
Wenn man jetzt hier einfache 100% Methoden nennt, besteht die Möglichkeit das sich auch einige Menschen umbringen die sonst im Nachhinein froh darüber wären das ihre ineffektive Kratzerei an den Pulsadern gescheitert ist.



Und wenn sich diese Menschen umbringen dann haben sie einfach ihre grundgesetzlich verbieften Rechte wahrgenommen. Das Leben gehört nur einem selbst. Und nur derjenige sollte frei darüber entscheiden dürfen. Ich verstehe nicht, welcher wirklich stichhaltige Grund dafür spricht jemandes Grundrechte zu beschneiden. Es werden ja bei einem Freitod a la Pille vom Arzt keine anderen Menschen in ihren Rechten eingeschränkt. Und ist das nicht eines unser liebsten Argumente beim Argumentieren warum zB Cannabis legalisiert werden sollte? Ein Heuchler wer dieses Argument in diesem Themenkomplex schmäht.
Deal with it!

wawa
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1 Tripberichte

  Geschrieben: 28.04.12 22:34


ich denke mir oft, ich weiß nicht, wie lange ich das noch ertragen kann

die immer wiederkehrenden Schmerzen, Angst, Erschöpfung, Enttäuschung, Mißerfolg, der zermürbende Kampf gegen die Lustlosigkeit

aber ich kann das meiner Familie nicht antun, noch ein Mitglied auf diese Weise zu verlieren

und meinem Lebensgefährten kann ich das auch nicht antun

Aber ich kann nicht sagen, ob ich es tun würde, wenn ich keinen Mann und keine Familie hätte

die Hoffnung stirbt zuletzt, dass es mir irgendwann wieder gutgehen wird

Zur Info: ich leide an schweren Depressionen, Angstzuständen, häufigen Kopfschmerzattacken (gegen die nur noch Kratom hilft, und das auch nur unter unangenehmen Nebenwirkungen) und Erschöpfung
(Natürlich hat dieser Zustand zur Folge, dass ich weder beruflich, noch im Studium, noch sonst irgendwo was auf die Beine stelle.)

meinem Vater ist es ähnlich ergangen, und er hat es nicht mehr ausgehalten. Ich nehme es ihm nicht übel und habe das auch nie, aber er fehlt mir und ich trauere sehr um ihn.
 

Tanto
Traumländer
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dabei seit 2010
267 Forenbeiträge

  Geschrieben: 29.04.12 05:23



wawa schrieb:

meinem Vater ist es ähnlich ergangen, und er hat es nicht mehr ausgehalten. Ich nehme es ihm nicht übel und habe das auch nie, aber er fehlt mir und ich trauere sehr um ihn.



Glaubst du, er würde das wollen?
Freu dich an dem, was du hast und vergiss die Arbeit und das Geld.
Alles, was sich in meinem Leben als lebenswert herausgestellt hat, hast du noch, also entweder tust du es und verletzt die Menschen, die immer für dich da sind, oder du lässt dir helfen, wenn du es nicht selbst schaffst.

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Rewop
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dabei seit 2012
6 Forenbeiträge

  Geschrieben: 26.08.12 19:41


Suizidgedanken kamen früher bei mir auch vor.
Das war aber zu ner ziemlich schweren Zeit in der 10. Klasse - wo gerade alles schief lief was schief laufen konnte. Nur wirklich durchdacht war das natürlich nicht. Zu erkennen, was "Leben" ist, darstellt und ausmacht ist ja eine Aufgabe, die nie endet. Habe daher das Leben auch erst seit ein paar Jahren wirklich zu schätzen gelernt. Leider betreib ich trotzdem Schindluder mit meiner Gesundheit...

Grundsätzlich halte ich den Freitod ("Selbstmord" ist ein ätzendes und diskriminierendes Wort) aber nicht für "verdammenswert". Das Ding ist nur, dass ich - je mehr ich das Leben zu schätzen weiß - mehr und mehr Schiss vor dem Tod...oder der Vorstellung des eigenen Todes bekomme. Eine Welt, in der ich nicht mehr existent bin. Für 7 Milliarden Menschen geht das Leben weiter - nur ich bin plötzlich nicht mehr da. Klingt vielleicht bescheuert - aber ich halte diese Vorstellung irgendwie nicht aus

 

MetalheadOnAcid
Träumer
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439 Forenbeiträge
2 Tripberichte

ICQ
  Geschrieben: 26.08.12 20:03


Rewop schrieb:
Das Ding ist nur, dass ich - je mehr ich das Leben zu schätzen weiß - mehr und mehr Schiss vor dem Tod...oder der Vorstellung des eigenen Todes bekomme. Eine Welt, in der ich nicht mehr existent bin. Für 7 Milliarden Menschen geht das Leben weiter - nur ich bin plötzlich nicht mehr da. Klingt vielleicht bescheuert - aber ich halte diese Vorstellung irgendwie nicht aus


Na ja, meiner Meinung nach kann man gar nicht tot sein.
Denn wenn man tot "ist", ist man, wie Du schon richtig sagtest, nicht mehr existent.
Wenn man aber nicht existiert, kann man auch nicht sein.
Man kann also nicht tot sein.
Wenn man nun aber davon ausgeht, dass man eben doch tot sein kann, so waren wir alle schon einmal tot, nämlich bevor wir geboren wurden.
Wovor haben wir also Angst?

On Topic:
Mein Leben war eigentlich von klein auf von suizidalen Gedanken geprägt, das fing bei mir schon auf der Grundschule an.
Solange ich in Gesellschaft bin, bin ich ein überaus lebensfroher, offener und netter Mensch, was auch nicht gespielt ist.
Doch sobald ich alleine bin und keine Ablenkung habe, kommen immer wieder diese Gedankengänge...
Zum Glück bin ich viel zu feige, um meinem Leben jemals selbst ein Ende zu setzen, denn ich habe zwar keine Angst vor dem Tod, sehr wohl aber vor dem Prozess des Sterbens.
Ich bin allerdings definitiv der Meinung, dass es jedem Menschen, der voll zurechnungsfähig ist, freistehen sollte, seinem Leben ein Ende zu setzen bzw. setzen zu lassen (unter ärztlicher Durchführung).
Finde es absurd, dass z.B. Patienten, die sich aufgrund einer Verletzung / Erkrankung nichts sehnlicher wünschen, als ihrem Leiden ein Ende zu setzen, dazu gezwungen werden, erst noch Jahre zu leiden, da das ja vieeeeeeel humaner sei, als ihren Wunsch zu erfüllen.
We have been hung out to dry
We are the drunken, we are the high
We despise this human race
Look in our eyes and see your disgrace


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