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LdT-Forum » Drogen » Pharmazeutika » Der Benzodiazepin - Sammelthread


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AutorBeitrag
Klin Pharmakologe
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  Geschrieben: 20.08.12 21:26


@JoeHarper

Peinlich muß Dir gar nichts sein !!!

Du leidest an einer Angsterkrankung, und Dein Arzt hat Dir dafür - völlig zu Recht - Benzodiazepine verordnet.
Das Problem ist nur, daß es über Monate ging und jetzt eine Abhängigkeit eingetreten ist.
An dieser low-dose-Benzo-Abhängigkeit leiden Tausende, vor allem Ältere, und vor allem ältere Frauen in Deutschland.

Wenn Du wirklich entzugswillig bist, darf man vor allem die Gefahren eines ärztlich nicht überwachten Entzugs nicht unterschätzen (gesteigerte Angst, Schlaflosigkeit, zerebrale Krämpfe bis epileptiforme Anfälle).

Langfristig würde ich eine Psychotherapie empfehlen (analytisch orientiert, die evtl die Ursachen der Ängste aufdeckt, oder kognitive Verhaltenstherapie, die nicht so in die Tiefe geht, aber auch kurzfristig Erfolge zeigen kann). Medikamentös könnte man vielleicht mittel- und langfristig über ein trizyklische Antidepressivum wie Amitriptylin oder Doxepin nachdenken (wenn die Angst mit Schlafstörungen verbunden ist) oder einen SSRI wie Cipralex (wenn soziale Ängste im Vordergrund stehen).
Diese Substanzen bewirken natürlich keine subjektiv so angenehmen Zustände wie die Benzodiazepine, aber dafür machen sie auch nicht abhängig.

Übrigens: Das stärkste anxiolytisch wirksame Benzodiazepin soll Alprazolam ("Xanax") sein, auch Lorazepam ("Tavor") kommt hier zum Einsatz. Beide sollten aber wirklich nur gelegentlich oder höchstens zwei Wochen am Stück genommen werden. Zum Entzug wird oft Diazepam eingesetzt, das weniger angstlösend und weniger euphorisierend ist, aber sonst alle anderen Eigenschaften der Benzos in sich vereint.
 

Dea Aisi
Endlos-Träumerin
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  Geschrieben: 20.08.12 21:32


@ klin

was hältst du prinzipiell von lyrica/pregabalin als benzo-ersatz?

grüße
dea


[Die_Unkrot] 23:18: dich sollte man im grinder fein machen und mit lösungsmitteln waschen ... da hat man einen lebensvorrat aller wichtigen substanzklassen

Klin Pharmakologe
Träumer


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  Geschrieben: 20.08.12 21:57


@Dea Aisi

das ist messerscharf beobachtet (bzw. erfühlt) !!

Die Benzodiazepine bewirken ja eine Verstärkung der Wirkung des körpereigenen Transmitters GABA (über einen indirekten Mechanismus).

Als ich die Strukturformel von Pregabalin gesehen habe, dachte ich sofort, hier liegt ein direkter Agonist an GABA-ergen Rezeptoren vor.
Leider mußte ich mich eines Besseren belehren lassen - der Wirkmechanismus ist doch ein anderer:

http://de.wikipedia.org/wiki/Pregabalin

Aber immerhin wird es ja auch zur Angstlösung und zur Behandlung von Epilepsien eingesetzt, ebenso wie die Benzos. Wahrscheinlich ist die euphorisierende Wirkung geringer als bei den Benzodiazepinen (aber auch hier gibt es ja Unterschiede zwischen den einzelnen Substanzen).

Inzwischen weiß ich aber auch, daß alle Substanzen mit einer -NH2-Gruppe, einer -COOH-Gruppe und drei -CH2- dazwischen das Gehirn emotional in den GHB- , GBL-, GABA-, Benzo-Modus switchen. Halt mit diffizilen (und netten, weil interessanten) Unterschieden. Da gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Substanzen.

Ob man allerdings Pregabalin z.B. JoeHarper für eine Abdosierung als Erzsatz wegen seiner low-dose-Benzo-Abhängigkeit empfehlen kann, kann ich nicht beurteilen. Ob da schon klinische Erfahrungen vorliegen, weiß ich nicht.
 

Murmeltiersalbe
Endlos-Träumer
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dabei seit 2011
110 Forenbeiträge

  Geschrieben: 20.08.12 23:05
zuletzt geändert: 20.08.12 23:17 durch Murmeltiersalbe (insgesamt 2 mal geändert)


JoeHarper schrieb:
Deswegen auch mein Gedanke an Kratom, ich könnte mir z.B. Tramadol besorgen, aber eben nicht so ohne Weiteres, und um mir nicht noch ein anderes Problem zu holen, dachte ich eben an was "Leichtes", in wirkung und Beschaffung;

Ich fürchte, den Hunger nach GABAergen Substanzen wird man mit Kratom, das ein komplett anderes und in geringeren Dosen eher aufputschendes Wirkprofil hat, wohl kaum in den Griff bekommen. Ich habe mittlerweile ein ganz ähnliches Problem mit Z-Benzos entwickelt, während Kratom zumindest bei mir während Anspannungs- und Angstgefühlen das Verlangen eher noch steigert, sich mit 'echten Downern' wieder herunterzufahren. Die Vorstellung von Kratom oder pharmazeutischen Opioiden als 'Benzo-Substitut' ist imho leider in etwa so erfolgsversprechend, wie ein Alkoholproblem allein mit starkem Kaffee durchzustehen. Aber jeder Jeck ist anders.

Wenn Du gleichzeitig an einer Depression leiden solltest, kann Dir Kratom andererseits sehr gut behilflich sein, Antriebslosigkeit und Dysphorie zu überwinden. Sei Dir dann nur darüber bewußt, daß es sehr schnell in täglichen Konsum ausarten kann.

Kleines Anekdötchen: Alprazolam wirkt nach meinem Empfinden merkwürdigerweise null komma null angstlösend und im Grunde so, wie ich mir Diazepam immer vorgestellt habe (leichte, fast schon unangenehme Verklatschtheit, Gangunsicherheit und Müdigkeit), während Lorazepam ein zuverlässiger, nebenwirkungsarmer Angstkiller ist.

Eine Konsumpause wird immer schwieriger zu realisieren, je länger man die Benzos in den Alltag integriert hat und die Dosis sich gesteigert hat. Will man ernsthaft aufhören, so wäre das vielzitierte Ashton manual auch mein erster Orientierungspunkt (d.h. langsam mit langwirksamem Diazepam ausschleichen). Kennt ein Arzt dieses bewährte Schema nicht oder weigert sich, sich darüber zu informieren, dann ab zum Nächsten.
I'm sure of my mental health
cause I'm always talking to myself

Opiatlover
Träumer


dabei seit 2012
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  Geschrieben: 24.08.12 01:45


Hey leute,,

Mal ne kurze Frage: habe eine Woche lang jeden abend 1 tetrazepam mit 50mg genommen, dann 1 woche nix und jetzt gestern wieder ne halbe.

Wie lange sollte ich jetzt aufpassen zwecks drogentests im Straßenverkehr? Denn ich bin eigentlich aufs auto angewiesen, aber hab da jetzt schiss, da ich gelesen hab das des 6 Wochen bis 3 Monate dauern kann bis es im Blut nichtmehr nachgewiesen werden kann.

Urin is mir egal, da ich den sowieso verweigere, nur wäre es halt gut zu wissen, wie lange es dauert bis es im Blut nichtmehr nachweisbar ist. Hoffe ihr könnt mir da helfen
 

valiumboy
Träumer


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ICQ
  Geschrieben: 24.08.12 05:25


wenn du nicht gerade im benzorausch bist, können sie dir meiner meinung nach nichts!
benzos sind ja "halblegal", genauso kannst du methylphenidat auch konsumieren.
 

Acaine
Chat-Mod
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  Geschrieben: 24.08.12 08:11


öhhh das ist grundfalsch! nur weil man mph wie smarties an kinder verteilt (*grrr*) und in der apo bekommt heißt das nicht das man vor gesetzlcher verfolgung geschützt ist.


methylphenidat unterliegt dem betäubungsmittelgesetz und steht in anlage 3, deren stoffe ohne verschreibung genauso illegal besessen werden wie alle anderen btm.


ODT-i.v.-Fan im Ruhestand :)

Collateral
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  Geschrieben: 24.08.12 16:53


Ich werde heute Abend etwas höher dosiert LSA konsumieren.
Nun habe ich hier 2 Lorazepam(jeweils 1mg) Tabletten und wollte wissen welche Dosis circa nötig ist um den Trip abzubrechen bzw. mich zu beruhigen, sollte etwas nicht wie geplant laufen.
Ich habe keinerlei Benzotoleranz.

Danke.
 

gunrunner
Moderator
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dabei seit 2008
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ICQ
  Geschrieben: 24.08.12 17:00


2mg lorazepam ist mMn nicht so viel(vorallem keine gefährliche Dosis), ist aber bei jedem anders.Deswegen würde ich 1mg sublingual nehmen, 20minuten warten und dann entscheiden ob ich noch eine nehmen will.

lg


„Illusionen empfehlen sich dadurch, daß sie Unlustgefühle ersparen und uns an ihrer Statt Befriedigungen genießen lassen.“
Freud

Opiatlover
Träumer


dabei seit 2012
34 Forenbeiträge

  Geschrieben: 24.08.12 18:39


Jetzt weiß ich immer noch nicht mehr zur Nachweiszeit ;)

Liegt die nach 1 Woche jeden Abend eine 50mg Tetrazepam tatsächlich bei 6 Wochen bis 3 Monaten wie ich gelesen habe? Dann hätte ich echt n Problem. Geht wie gesagt auch nur um die Nachweisbarkeit im Blut da ich n Urintest sowieso verweigern würde.
 

Ladestock
Träumer
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dabei seit 2012
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Homepage ICQ
  Geschrieben: 24.08.12 19:30


@Opiatlover:also eigentlich ist im blut alles am kürzesten nachweisbar.wenn du nicht mehr dicht bist ist auch nichts mehr im blut(also so in etwa).benzos sind halt böse lange nachweisbar(urin) weil die lange zum abbauen brauchen,und man ein sehr hohen spiegel aufbaut(kann dann auch mal 5 wochen dauern,bis die werte beginnen runter gehen oder die im messbarem bereich sind.da sind dann schnell mal 2-3 monate zusammen bei chronischem konsum.
 

TheSmasher
Träumer
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dabei seit 2012
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  Geschrieben: 25.08.12 19:39


gunrunner schrieb:
2mg lorazepam ist mMn nicht so viel(vorallem keine gefährliche Dosis), ist aber bei jedem anders.Deswegen würde ich 1mg sublingual nehmen, 20minuten warten und dann entscheiden ob ich noch eine nehmen will.

lg


/offtopic

Ich find Loras sind ganz schön tückisch grade wegen der angstlösenden Wirkung, hab mal auf 4 mg ne ganze Serie von total dummen und mit hohem Risiko verbundenen Ladendiebstählen begangen, weil meine normalerweise gesunde Angst davor, dass was schief gehen könnte, komplett weggefallen ist. Zum Glück hat man mich bei meinen dummdreisten Aktionen nicht erwischt, hab mir aber im Nachhinein echt an Kopp gepackt...
politoxer Profiboxer

zitat: aus meinem Freundeskreis kenn ich keinen, der Drogen nimmt
es geht auch anders
und weißte was?
die sind auch alle voll cool und lustig"

JoeHarper
Abwesender Träumer


dabei seit 2010
121 Forenbeiträge

  Geschrieben: 28.08.12 03:21


@Klin:

Die Abhängigkeit scheint noch nicht so extrem ausgeprägt zu sein, ich bin jetzt 3 Tage mit ner halben Dosis ohne Absetzerscheinungen durchgekommen.
Die Angst vor der Angst scheint mein Problem zu sein, da ich aber demnächst mal wieder zum Doc muß, Benzo Konsum ist da bekannt, möchte ich trotzdem mal wirklich ohne sein, der Link von Buba weißt ja auf einen Extrem-ETizolam- Konsumenten hin, baer ich denke ich wrde es auf einen Versuch drauf ankommen lassen, vorausgesetzt, ich hab mich im Griff, da ich bei ner Überdosis Kratom auch schon mal zu Benzos gegriffen habe. Überdosis ist für mich dann wenn das Herz rast, auch wenn es eigtl. noch unbedenklich ist, ich habe wie schon erwähnt ne Angststörung.
Mein Plan A: Ich besorg mir Kratom, das sediert, und setze die Benzos mal für ne Woche komplett ab, was möglich wäre, da Urlaub;

Plan B: Ich hab da was von Cipralex gelesen, möchte ich zwar nicht, wäre aber low-dose auch eine Möglichkeit....

Bitte um fundierte Meinung
 

Zauberer Eins
Träumer
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dabei seit 2012
406 Forenbeiträge

ICQ Skype
  Geschrieben: 01.09.12 17:17


Da der Thread doch ziemlich riesig ist und ich auf Anhieb nichts gefunden habe, stelle ich die frage mal hier.

wie sieht mit dem Mischkonsum von Bromazepam und Tavor aus? Wahlweise auch Dia.

lg


F41.1, F19.0

„I'd rather be hated for who I am, than loved for who I'm not!“ - Kurt Donald Cobain

Klin Pharmakologe
Träumer


dabei seit 2012
657 Forenbeiträge
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  Geschrieben: 01.09.12 18:54


@JoeHarper

Es scheint sich dann bei Dir vor allem eine (leichte?) psychische Abhängigkeit entwickelt zu haben, die ich sehr gut nachvollziehen kann: Ich habe gerade den Tod meiner Eltern zu verarbeiten (beide kurz hintereinander), und wenn ich durch Arbeit gestresst, anderweitig genervt usw. bin, greife ich schon mal etwas häufiger abends zu den kleinen Helferlein (Flupirtin, Lorazepam, Flunitrazepam, Zolpidem, Zopiclon, Oxazepam). Ich wechsle, da ich die (vielleicht naive) Hoffnung hege, dadurch keine spezifische Substanzabhängigkeit zu erzeugen. In guten Phasen (Abend mit Freunden etc.) kann ich auch gern drauf verzichten, auch 3...5 Tage hintereinander.

Zu Deinem Plan A: Wir wollen natürlich keine Abhängigkeit durch eine andere ersetzen, zumal der Hauptinhaltsstoff von Kratom opioide Eigenschaften entfaltet. Aber ich kenne mich mit Kratom nicht so gut aus, und ich meine, ein (sehr gelegentlicher, also seltener) Konsum zur Entspannung kann vielleicht nicht schaden - Probieren geht über Studieren. Und um einer stärkeren Abhängigkeit gegen Benzo's zuvor zu kommen, ist Plan A auf jeden Fall empfehlenswert.

Zu Deinem Plan B: Cipralex, also das (wirksamere) S-Enantiomer von Citalopram ist in erster Linie ein Antidepressivum (SSRI), aber auch zur Behandlung sozialer Phobien und generalisierter Angststörung zugelassen. Es ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Ich habe es nur kurzzeitig ausprobiert, es hat auf mich eine distanzierende Wirkung, die mich befähigt, meine Impulskontrollstörung (leichte Trichotillomanie) unter Kontrolle zu bringen. Ansonsten empfinde ich die Wirkung etwas unangenehm stimulierend, daher habe ich es beizeiten wieder abgesetzt. Aber auf jeden Fall ist es einen Versuch wert, Deine Angststörung anzugehen und gleichzeitig auf Benzo's zu verzichten.


@ Zauberer Eins

Dreißig Minuten bevor ich Deinen Post gelesen habe, hatte ich mir zur Feier des Samstag-Abends gerade eine Tavor einverleibt (1 mg). Ich warte jetzt mal noch weitere 20 Min ab und entscheide dann, ob ich noch eine kleine Dosis Bromazepam nachlege. Ich melde mich dann heute abend wieder.
Das einzige was ich mir problematisch vorstellen könnte, ist die lange Wirkdauer beider Substanzen und ihrer Metabolite. Zur Zeit merke ich gerade, daß es mir ziemlich gut geht. In der Zwischenzeit googele ich noch mal ein bißchen über den Metabolismus beider Substanzen.
 


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