Auf Grund der Forumsdiskussion habe ich mal versucht, den LZ etwas zu überarbeiten. Da die Erfahrungen aber etliche Jahre zurückliegen, kann ich einige Angaben nicht mehr so genau machen, wie es vielleicht erwünscht ist. Aber ich hoffe, noch ein wenig Klarheit reingebracht zu haben. War mein erster Bericht hier in diesem Forum, der nächste wird besser ;-)).
Irgendwie haut das mit den Absätzen noch nicht richtig hin, seht es mir bitte nach...
Hallo zusammen,
ich habe meine Erfahrungen mit Ephis in den 80ern gemacht. Zur Zeit nehme ich wenig Drogen und lerne nach etlichen Jahren Pause (bis auf Alk) wieder einen kontrollierten Umgang mit ihnen.
Inspiriert von "Wir Kinder am Bahnhof Zoo" habe ich mir damals die Ephedrin (Fa. Knoll) rezeptfrei für 2.98 DM je 20 Stück in diversen Apotheken gekauft. Das zeigt, wie öffentliche Antidrogenarbeit, (s. auch Spice – Gold – Berichtserstattung in den letzten Wochen) gegenteiliges bewirkt.
Die Ephedrin - Tabletten enthielten 0,05 Gramm d,l-EphedrinHCl und wurden 1984 rezeptpflichtig, um dann 1987 endgültig vom Markt zu verschwinden.
Manche Apotheken gaben die Tabletten raus, andere halt nicht.
Mein erster Versuch:
Zuerst habe ich 3 bis 4 genommen und ungeduldig bis 9 Stück nachgelegt, weil die Wirkung nicht direkt kam. Ich war als 14 Jähriger draußen mit dem Rad unterwegs und wartete auf einen unheimlich aufputschenden Schub.
Und dann:
Wuuuuuuuuumm, mit einem Mal einem Mal zog ein mir bis dahin unbekanntes und unbeschreibliches Kribbeln durch den ganzen Körper. Ich war zuerst erschreckt und konnte die Wirkung aber schnell als angenehm genießen. Alles war harmonisch und schön, ich war eins mit mir und der Welt. Eigentlich war es die perfekte "Alles ist Gut" – Droge, die unabhängig von Set und Setting garantiert positiv wirkte.
Später habe ich immer wieder mal 3 - 4 Tabletten eingeworfen. Ich weiß gar nicht mehr, ob es nun 1, 2 oder mehrmals die Woche war. Mein Konsumverhalten änderte sich oft und ich gab mir alles, was man irgendwie zu Rauschzwecken verwerten konnte. Aus diesem Grund fehlen tlw. konkretere Angaben. Das Gefühl war immer wieder umwerfend. Klar im Kopf, etwas Kribbeln im Körper, aber ich war eins mit mir und der Welt. Alles schien gut zu sein. Ich konnte allem und jedem was Positives abgewinnen, selbst die leidigen Hausaufgaben machen waren erträglich und OK.
Ich war nicht irgendwie breit oder weggetreten, sondern nur unheimlich positiv und gut drauf.
Ich war seinerzeit eigentlich recht schüchtern und kontaktscheu. Auf Ephe konnte ich gut mit vielen Leuten reden und fühlte mich meiner selbst auch sicher. Und das schöne dabei war: Keiner merkte es mir an, dass ich mir Ephis reingetan hatte.
Ja, wie man rausliest, habe ich in der Zeit die alles andere, als einen verantwortungsvollen Umgang mit Drogen gelebt (wer hat das schon in diesem Alter), sondern versucht, mit ihrer Hilfe, meinen Alltag und meinen ganzen Lebensfrust zu bewältigen. Diese Versuche mündeten später in eine Art psychische Abhängigkeit, an der ich gut zu knacken hatte.
Mit der Zeit bildete ich eine ziemliche Toleranz und musste ich immer mehr von den Dingern einwerfen, um einen schönen Effekt zu erhalten.
Das ganze steigerte sich auf 9 - 10 Tabletten sein, um die Wirkung zu spüren.
Die Wirkung hielt (ohne Nachzuwerfen) etwa 2 - 3 Stunden an. Danach ging es kreislaufmäßig bergab. Ich fing an, zu schwitzen und zu zittern und litt unter Schlafstörungen. Je mehr ich nehmen musste, desto schlechter war das Runterkommen. Mitunter habe ich so immer wieder mal eine ganze Nacht schwitzend, zitternd und kreislauflädiert wachgelegen. Das hat mich letztendlich davon abgehalten, Ephe durchgehend täglich zu konsumieren (bin dann auf andere tlw. echt räudige Sachen ausgewichen). Dadurch sind mir keine bleibenden Langzeitwirkungen erhalten geblieben, Gott sei Dank.
Fazit:
Ephedrin ist in der beschriebenen Konsumform mit äußerster Vorsicht zu genießen und nur mit Bedacht zu verwenden. Als Alltagsdroge scheint mir Ephe absolut untauglich zu sein. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass man auf jeden Fall ausreichend lange Konsumpausen machen sollte, um der recht schnellen Toleranzbildung entgegenzuwirken. Mit den „heutigen“ Konsumformen habe ich allerdings keine Erfahrung und weiß auch im Moment nicht, ob ich diese Erfahrung noch mal neu wieder machen möchte.