| Langzeit-Berichte lesenÜbersicht: | Titel: | Update: Mein DXM als Lebenshilfe und nahe dem gefühlten Tode | | Droge: | DXM | | Autor: | anonym | | Datum: | 16.05.2013 05:12 | | Nützlichkeit: | 9,24 von 10 möglichen (127 Stimmen abgegeben) |
Bericht:: Ich (m, 31 Jahre / 85kg) schreibe hier über meine Erfahrungen mit DXM, welche ich ca. 30x innerhalb von 20 Monaten in unterschiedlichen Dosen eingenommen habe.
Meine 5 höchsten Erfahrungen waren mit je einer Dosis von 40 Kapseln (1200mg). Bevor ich zu DXM kam hatte ich seit ca. 1 Jahr schwere Depressionen und starke Suizid-Gedanken. Zwar war ich beim Arzt und bekam Anti-Depressiva, jedoch nach drei Monaten der regelmäßigen Einnahme änderte sich nichts und setzte es enttäuscht wieder ab.
>>> Die Anfänge
Irgendwann stolperte ich zufällig im Internet über DXM und der vielbeschriebenen antidepressiven Wirkung - und dass in kürzester Zeit.
Mein erster Trip mit 12 Kapseln war unbeschreiblich schön und nach dem Trip fühlte ich mich erstmals nach so langer Zeit der Depressionen für mehrere Tage richtig gut. Als meine gute Stimmung auch meiner Lebensgefährtin aufgefallen ist stand für mich "naiverweise" fest, DXM ist genau dass "Richtige" für mich.
>>> endlich - Depressionen adè - Jahr 2008
Ich hatte die letzten 6 Wochen 10 wunderbare Erfahrungen mit je durchschnittlich 15-20 Kapseln hinter mich gebracht und bemerkte sehr deutlich, wie sich meine Grundstimmung enorm mit ständigen Euphorie-Schüben veränderte. Ich fühlte mich in dieser Zeit wie "positiv verzaubert":
- plötzlich machte mir die Arbeit als 1-Euro-Jobber im Kindergarten richtig viel Spaß
- hatte "hunderte" von Ideen, die ich umsetzen wollte (z. B. ein Buch über Kindererziehung schreiben, Gärtnerei eröffnen und andere "Höhenflüge")
- ich redete überschnell und konnte mich viel besser ausdrücken als sonst
- hatte wesentlich weniger schlaf- & essbedürfnis (verlor deutlich an Gewicht)
- mein Selbstwertgefühl steigerte sich enorm
- ich erledigte statt nur eine Sache jetzt 3 bis 5 Sachen gleichzeitig
- kognitive & emphatische Fähigkeiten verbesserten sich enorm (Konzentraions- & Gedächtnisleistung waren super)
- das Telefonieren und Pflegen sozialer Kontakte machte plötzlich richtigen Spaß
- ich fühlte und schmeckte viel intensiver
- der Sex war unbeschreiblich intensiver und ausdauender
- ich konnte besser sehen und hören
Aus heutiger Sicht würde ich diesen damaligen Zustand meines Gehirns als "übertacktet" bezeichnen - wie beim Computer die CPU.
Was mir aber in dieser Zeit nicht bewußt war und sich negativ äußerte:
- ich hatte mehrere realitätsfremde Gedanken - ich sah überall Zeichen und redete mit mir selbst
- fühlte mich ständig von unbekannten guten Mächten beobachtet, die Kontakt zu mir aufnehmen wollten - alles im positiven Sinne
- bestellte im Internet voll Euphorie Pflanzen im Werte von über 400 Euro, die ich gar nicht bezahlen konnte
- meinte das Feingefühl zu besitzen, dass Wetter vorhersagen zu können
- war der Überzeugung, dass ich die Gedanken Anderer lesen bzw. dessen Emotionen und Gefühle selbst erleben zu können
- war der Meinung, wenn ich allmählich die Dosis erhöhe, käme ich irgendwann zur Erleuchtung und bekäme alle Fragen beantwortet
- und vieles mehr, was ich kaum in Worte fassen kann
Meine Familie merkte auch wie sehr ich mich veränderte, aber hatte jedoch keine Ahnung was ich da so treibe. Später hat man mir gesagt, dass mein Zustand zuerst sehr positiv rüber kam, jedoch sich zunehmend rätselhafter entwickelte.
>>> Schreckenserfahrung mit 40 Kapseln
Es war 2 Tage nach meiner dritten Erfahrung mit 40 Kapseln her und ich nahm wieder 40 Stück zeitversetzt ein. Ich verspürte zwar einen leichten Rausch und es war wunderbar Musik zuhören, jedoch mehr passierte nicht, außer dass ich die ganze Nacht wachgeblieben bin, weil ich einfach nicht schlafen konnte.
Den ganzen darauffolgenden Tag lang war ich dass erste Mal nach einem Trip total depressiv und hatte mit starken Suizidgedanken zu kämpfen. Die realitätsfremden Gedanken waren präsenter denje und irgendwann kam ich auf einen traurigen Gedanken und heulte Rotz und Wasser - ich hatte große Not mich wieder zu "fangen".
Um mich von Allem etwas abzulenken wollte ich eine Runde Fahrrad fahren, jedoch mußte ich feststellen, dass ich wie ein Besoffener mit über 3 Promille gefahren bin und somit diese Idee lieber sein lies und zurückkehrte.
Als der Abend kam überkamen mich meherer Angst- & Panikattacken und ich glaubte, dass jetzt mein letztes Stündlein geschlagen hat. Es fühlte sich an wie kurz vor der Ohnmacht bzw. dem Tode - ich war total ängstlich. Ich fühlte richtig, wie sehr meine "Gehirnchemie" durcheinander geraten ist.
Ich wandte mich gleich an meine Schwester und meine Lebensgefährtin, die gerade bei mir waren. Beide glaubten, dass ich gerade einen Nervenzusammenbruch habe, da ich die letzten Monate sehr viele Probleme bewältigen mußte und legten mich erstmal hin.
Ich versuchte an nichts zu denken, jedoch spielte sich in meinem Kopf etwas ganz seltsames ab, was ich niemals wieder vergessen werde.
Dachte ich an etwas positives "knallte" es in meinem Kopf schmerz- und angstvoll - also mußte ich an etwas negatives denken, was auch gleich half.
Dann wieder eine Phase in der ich an keine negativen Gedanken kommen durfte, sonst hätte es wieder "geknallt" - also unbedingt an etwas positives denken, was wiederum auch half. Nach ca. 30 Minuten war dieser Zustand endlich vorbei. Es war einfach schrecklich - so wollte ich nicht sterben.
Dann begann eine neue Phase in der ich unentwegt laberte. Es sprudelten unüberlegte und unkontrollierbare Gedanken aus mir heraus. Diese waren bisher noch nicht verarbeitete negative Erlebnisse. Sogar fest "verschlossene" Dinge, die ich niemandem erzählen wollte und fast schon vergessen hatte, schossen aus meinen unkontrollierten Gerede heraus, was im Nachhinein sehr peinlich für mich ist und war. Beispielsweise kamen plötzlich Erinnerungen hoch, wie ich mit 5 Jahren miterleben mußte, wie mein Vater vor meinen Augen durch einen Stromschlag ums Leben kam, obwohl diese schon längst in Vergessenheit geraten waren. Mein Gerede muß so "herzberührend" gewesen sein, dass meiner Schwester und meiner Lebensgefährtin sich förmlich die Sprache verschlagen hatte und selbst anfingen zu weinen. Während dieser Phase hatte ich mehrere sich ständig abwechselnde, unkontrollierbare, starke im Gehirn schmerzhafte Heul- und Lachflashs. Ich hatte wahnsinnige Angst. Nach ca. 3 Stunden hörte das Alles auf, jedoch war mein Gemütszustand um ein vielfaches positiver als "normal". Jetzt weiß ich, dass ich mich in einer starken "Manie" befand, also genau dass Gegenteil von Depression, die mit vielen unerwünschten Nebenwirkungen behaftet sind.
>>> Endstation geschlossene Psychiatrie
Meine Schwester und Lebensgefährtin bestanden darauf, dass ich nach meinem vermeindlichen "Nervenzusammenbruch" zum Arzt gehe - ich habe bis heute den Beiden und meinen Ärzten nichts vom DXM erzählt, weil ich nicht weiß und wußte, wie sie darauf reagiert hätten.
Kurzum, ich kam für 10 Wochen zwangsweise in die Psychiatrie mit der Diagnose "bipolare Störung/Manie und Schizophrenie".
Ich mußte mir eingestehen, dass ich es total und leichtfertig übertrieben habe - aber zu der Zeit war ich so depressiv, wie bereits oben erwähnt, dass das DXM ein scheinbares, schnell wirkendes Wundermittel für mich war. Außerdem hatte sich auch eindeutig eine psychische Abhängigkeit entwickelt.
>>> Meine Wunderwaffe gegen Depressionen
Nach 4 Monaten nach meinem Psychiatrieauffenthalt war ich wieder mal total am Boden mit meinen Depressionen und Suizidgedanken, obwohl ich entsprechende Medikamente bekommen habe (Lithium, Risperdal, Neurocil & Citalopram). Ich erinnerte mich daran, wie schnell ich doch mein Gemütszustand verbessern könnte und setzte alle Medikamente ab.
Nach vier Wochen des Absetzens der Medikamente nahm ich dann das erste Mal wieder DXM (Dosis 15 Kapseln) und war am nächsten Tag wieder richtig gut drauf.
>>> Mein Experiment
Da ich mit hohen Dosen in kürzester Zeit keine gute Erfahrungen gemacht habe, kam ich auf die Idee, 5 Tage lang jeweils 4 Kapseln versuchsweise einzunehmen. Was sollte da schon passieren, war ja eine kleine Dosis - so dachte ich. Da jedoch die antidepressive Wirkung ausblieb nahm ich aus "Verzweiflung" am fünften Tag zu den 4 Kapseln vormittags 20 Kapseln zeitversetzt ein.
Meine Lebensgefähtin und ich waren gerade in einem Strandcaffe und plötzlich wurde es mir ganz anders. Ich klappte psychisch zusammen und geriet in kürzester Zeit in den stärksten depressiven Zustand, den ich bisher erlitten hatte.
Irgendwann wurde es mir meiner Lebensgefährtin zu peinlich wegen der anderen Gäste und nahm mich an die Hand, während wir zum Strand runterliefen.
Ich weiß noch wie ich dann plötzlich lauter wahnsinnige Gedanken bekam und alle Leute um mich herum mit verbrannten Körpern herumlaufen sah. Im nachhinhein wurde mir bewußt, dass diese Leute aussahen wie mein Vater, der durch einen Stromschlag ums Leben gekommen ist. Überall roch es nach verbrannten Körpern.
Irgendwann hielt ich es da nicht mehr aus und torgelte zum Auto zurück. Dort bekam ich dann plötzlich wieder das Gefühl, als müsse ich jetzt sterben. Ich setzte mich hinten ins Auto bis es mir besser ging. Als dann meine Lebensgefährtin kam sagte ich zu ihr, dass ich Angst davor habe jetzt "durchzudrehen" und sie mich sofort in die Psychiatrie schaffen solle, was sie auch gemacht hat.
Eingebracht hat es mir - um es kurz zu fassen - die Diagnose "schizoaffektive Psychose/bipolare Störung/Angstneurose" mit den Medikamenten Seroquel, Remergil, Ergenyl, Cipralex, Trimineurin & Neurocil und einem Psychiatrieauffenthalt von 12 Wochen - richterlich angeordnet, weil ich ständig mit imaginären Leuten sprach und mich von weißen gefährliche Katzen verfolgt fühlte.
>>> Fazit
DXM ist ab einem Grad der Dosis und Einnahmedauer SAUGEFÄHRLICH - für einen selbst UND auch für Andere - und ich habe hier auch nur ansatztweise von meinen Erfahrungen geschrieben. Weiterhin kann sich je nach Person eine enorme psychische Abhängigkeit (wie bei mir) entwickeln; geputscht durch realitätsfremde Wahngedanken. Warum man DXM bisher noch nicht vom Markt genommen hat bzw. es wenigstens verschreibungspflichtig mit begrenztem Packungsinhalt gemacht hat, ist mir echt ein Rätsel, wenn ich bedenke, dass "harmlosere" Drogen (nach meinen Erfahrungen, ohne welche jetzt aufzuzählen) verboten sind.
>>> weiterer Konsum
Ob ich seit meiner Entlassung aus dem zweiten Psychiatrieauffenthaltes wieder DXM konusmiert habe wollt ihr wissen?
Ich bin ehrlich - JA
Warum?
Nennt es psychische Abhängigkeit. Kein Antidepressiva hat bei mir jemals geholfen und die Tage nach DXM - in moderaten Dosen - sind wie ein Paradies für mich.
Ich habe aber auch dazu gelernt und werde DXM nur noch in GRENZEN einnehmen. Ich bin mir sicher, dass wenn ich DXM max. 1x pro Monat mit 15-20 Kapseln konsumiere, es noch in einem kontrollierbaren Bereich liegt. So sehr wie ich das DXM jedem sofort ausreden würde, desto mehr freue ich mich auf den nächsten Monat, um den nächsten Trip mit DXM zu erleben - vielleicht kann das ja jemand nachvollziehen :-)
Mein Ziel wird aber sein, die nächsten Monate ganz mit DXM aufzuhören, wenn mein kleiner Vorrat aufgebraucht ist. Dann wende ich mich bezüglich der Depressionen lieber wieder an die Schulmedizin und hoffe auf das richtige Medikament für mich.
Ende - und danke für’s Lesen ;-)
>>> Update: 2010-04-03, Der Konsum von DXM ging weiter (leider) und meine erste Erfahrung mit THC:
Seit Anfang diesen Jahres wurden meine Depressionen trotz zahlreicher Psychopharmaka schlimmer und die ständige Begleitung nach dem Wunsch des Sterbens, trotz zwei Kindern (5 und 10 Jahre jung) mit einer einigermaßen verständnisvollen Partnerin, lies mich nicht mehr los. Ich konnte keine positiven Gedanken mehr entwickeln und war übermannt von starker Gefühls- und Emotionslosigkeit, daher quälten mich wieder die Gedanken an DXM.
So sollte es geschehen – ich nahm Mitte Januar 2010 erstmal 10 Kapseln und nach einer weiteren Stunden nochmals 10 Kapseln. Nach 2 Stunden fühlte ich mich so geborgen und verspürte ständige emotionale, euphorische Schübe. Nach und nach wurden diese sogar so stark, dass es mir schon fast unheimlich war und ich hoffte, dass dies langsam wieder nachlässt. Am Tag danach erinnerte ich mich daran, dass ich Blödmann früh meine Antidepressiva (Cipralex 20mg und den Tag zuvor am Abend Mirtazapin 45mg) genommen hatte und ich vernünftigerweise diese hätte gar nicht mit DXM mischen dürfen, da die ganzen Medikamente miteinander interagieren. Mir wurde dann erst bewusst, dass ich das bekannte Seretonin-Syndrom hätte bekommen können, oder gar qualvoll hätte sterben können. Zum Zeitpunkt der Einnahme von DXM war mir aber auch alles so egal…
Der Trip verlief „normal“ – es war so herrlich Musik zu hören, Bewegungen waren so angenehm und machten Spaß, obwohl ich doch stark eingeschränkt war und lief wie ein Roboter. Ein Bier machte ich auf und genoss es erstmals wieder – es schmeckte so lecker. Ich grinste über beide Wangen und fand meiner Kinder auf den vor mir stehenden Fotos so süß und schmiedete Pläne, was ich die nächsten Tage für Unternehmungen mit den Beiden machen könnte.
Nach etwa 6 Stunden schlich die berauschende Wirkung wieder aus und ich fühlte mich so befreit von allen meinen Sorgen, Ängsten und psychischen Krankheiten. Es ging mir richtig gut. Abends ging ich ca. 22 Uhr ins Bett und konnte friedlich und mit großer innerer Ruhe einschlafen.
Am nächsten Tag war ich wieder wie verzaubert. Das Leben machte mir Spaß und ich verstand nicht, wie ich die letzten Monate so unmenschlich überleben konnte. So ganz ohne Gefühle, Emotionen und Freude am Leben. DXM verschaffte mir die nächsten Tage ein unbeschwertes, zauberhaftes, glückliches, mit ständigen positiven Gedanken behaftetes Dasein. Meine Kinder waren wie ausgewechselt. Sie fragten mich ständig, ob ich jetzt wieder gesund und der alte liebe, unternehmungslustige Papa bin, wie früher. Meine Partnerin erfuhr von mir wieder ungehemmte Lust am Sex und viele Zärtlichkeiten. Sie wunderte sich darüber, dass ich alle paar Minuten zu ihr sagte, wie sehr ich sie doch liebe und wie oft sich von mir geküsst wurde.
Nach ca. einer Woche merkte ich, dass dieser tolle Zustand langsam wieder verflog, also kam es wie es kommen musste. Ich hatte die ganze Woche keine Psychopharmaka zu mir genommen und machte mir diesmal auch keine Sorgen bezüglich Interagitationen zwischen den Medikamenten. Ich nahm erstmal 10 Hustenstiller und wartete wieder eine Stunde.
Plötzlich kribbelten meine Beine unangenehm (nicht juckend) und das Kribbeln verwandelte sich in ein Empfinden von elektrischem Strom. Dieser Strom wanderte langsam nach oben und erreichte schließlich den Kopf. JETZT bekam ich mehrere heftige („elektrische“) Schläge und mein ganzer Körper zappelte zu jedem Stromstoß. Ich dachte – jetzt ist es vorbei mit mir.
Meine Lebensgefährtin bemerkte dies und fragte was los mit mir ist. Ihre Frage hallte in mir noch einige Male nach und ich verlor das Bewusstsein. Meine Partnerin sagte mir später, dass ich blau angelaufen wäre und nicht mehr geatmet hätte. Ich hätte stromstoßartig am ganzen Körper gezappelt, wie bei einem epileptischen Anfall. Gerade als meine Partnerin den Notruf wählen wollte kam ich wieder zu mir und fragte, was sie da macht. Sie erzählte mir was passiert war und ich erklärte ihr, dass es mir doch gut geht. Mir ging es tatsächlich gut und so langsam erinnerte ich mich daran, dass ich ja DXM genommen habe und seit der Einnahme gerade mal ca. 2 Stunden vergangen waren. Es war nichts mehr von der berauschenden Wirkung von DXM zu spüren und ich hatte große Not zu verstehen, was mit mir passiert war.
Eine Woche danach nahm ich wieder DXM - unvernünftiger- und unverbesserlicherweise. Diesmal wollte ich mich aber langsam herantasten. Ich nahm erstmal 4 Stück und wartete eineinhalb Stunden. Plötzlich bemerkte ich wieder das bekannte Kribbeln in den Beinen und dies wanderte wieder bis in den Kopf. Zwei gefühlte Stromstöße bekam ich zu spüren. Währenddessen bekam ich horrormäßige Angst- und Panikattacken und musste unbedingt aus der Wohnung. Ich musste mich unbedingt bewegen und lief in kleinen Schritten vorwärts. Von der einen Minute auf der Anderen konnte ich nicht mehr weitergehen, als ob mich jemand von hinten festhielt. Als ich das Gefühl bekam, dass ich vom Erdboden verschluckt werde, sammelte ich alle Kräfte in mir und machte endlich wieder kleine Schritte nach vorn. Wenn ich schneller lief wurden die Angst- und Panikattacken schlimmer, also musste ich ständig die Geschwindigkeit des Laufens neu anpassen. Das ganze ging so ca. 1 Stunde und ich konnte endlich angstfrei wieder ins Haus zurück, wo ich mich mit einem kalten Lappen auf der Stirn erstmal hinlegte.
Ich schwor mir – ich rühre das DXM nie wieder an. Am nächsten Tag schmeißte ich die letzten drei vollen Schachteln Hustenstiller in den Briefkasten meiner Apotheke und fühlte mich so was von befreit….
Die nächsten Tage war ich ständig begleitet von starker Unruhe. Ich nahm alle meine Medikamente wieder (Cipralex 20mg, Mirtazapin 45mg, Ergenyl Chrono 1000mg, Seroquel prolong 700mg, Seroquel Tbl. 200mg, Neurocil 75 mg, Trimineurin 400mg und am Abend eine Tablette Zolpidem) und schwor mir, jetzt bin ich endlich so vernünftig und höre auf die Schulmedizin und bleibe brav.
Eines Abends kam ein Kumpel zu besuch und wollte mit mir ein Bier trinken. Ich sagte, Du kannst gern ein Bier von mir haben, jedoch ich bin brav und nehme keinen Alkohol zu mir.
Er bemerkte meine starke innere Unruhe, da ich ständig aufstand und in der Stube hektisch hin und her lief. Ich konnte nicht anders. Er sagte, ich weiß Du willst keine berauschenden Drogen mehr nehmen, aber er hätte etwas dabei, was meine innere Unruhe sofort vertreiben könne. Er redete auf mich die ganze Zeit ein. Plötzlich griff er in die Tasche und holte einen Joint heraus, der mir später zum Verhängnis werden sollte.
Er fragte, ob er den Joint konsumieren dürfte und ich sagte zu ihm, mach nur, aber ich werde nicht daran ziehen, weil ich in meinem ganzen Leben noch nie THC konsumiert habe.
Er redete weiter auf mich ein und irgendwann ließ meine Gegenwehr nach. Er sagte, nur eins zwei Züge – wird dich schon nicht umbringen – es wird dir helfen – versprochen.
Nun, ich glaubte ihn und zog als absoluter Nichtraucher an dem Joint und inhalierte den ersten Zug kräftig. Es passierte nix und meinte, ist dass überhaupt THC? Zieh noch mal, sagte er – nun gut, ich zog ein zweites Mal und es passierte nichts. Ich sagte, nun reicht es. Er meinte, komm, nun stell dich mal nicht so an…. Na gut, das letzte Mal aber! Ich kam nicht mal zum dritten Zug und plötzlich bemerkte ich wieder dieses vielbeschriebene Kribbeln in den Beinen. Um es kurz zu fassen, ich bekam wieder heftige, gefühlte Stromschläge und zuckte am ganzen Körper. Nach einer Weile hörte ich Stimmen und sah horrormäßige Filme vor meinen Augen ablaufen. Ich verlor total das Zeitgefühl und schlug mich mit Halluzinationen herum. Ich schrie laut Hilfe, Hilfe, ruf den Notarzt, jedoch hatte sich mein toller Kumpel aus dem Staub gemacht. Bis heute hat er sich nicht mehr bei mir gemeldet – das Ar***loch.
Nach einer ewig dauernden Weile nahm ich meine Zolpidem und konnte rasch einschlafen.
Seit dem höre ich ständig Stimmen und habe Angst Straßen zu überqueren. Wenn ich einkaufen gehen muss, fühle ich mich ständig verfolgt und bekomme Angst- und Panikattacken. Auch meine alte Psychose ist wieder voll da, in der es darum geht, dass ich „weiß“, dass irgendeine Lebenskraft mir ständig verschlüsselte Botschaften schickt und so weiter – führe ich jetzt mal nicht aus.
Ich habe alles meinem behandelnden Doktor in der Psychiatrie gebeichtet und ich bekomme jetzt stärkerer Medikamente. Einer stationären Aufnahme in die Psychiatrie willigte ich nicht ein. So halbwegs kann ich wieder den normalen Tagesablauf folgen, jedoch bei dem kleinsten Stress oder Ärger kommt Alles in mir hoch und bringe nix mehr zustande.
Ups, ganz schön lang geworden, ein Beweis dafür, dass es mir heute gut geht – hoffentlich auch morgen noch….
Grüße von Einen, der endlich gelernt hat, dass einige „Drogen“ einfach nur Scheiße sind für jemanden, der ehe schon psychisch Angeschlagen ist…
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