Hallo liebe LdT-Mitglieder, ich wollte schon seit längerer Zeit meinen Langzeit-Bericht über die Droge Alkohol schreiben. Die Droge, die von allen akzeptiert wird und trotzdem oder gerade deswegen vieles kaputt macht.
Man muss keine 10 Jahre oder länger Alkoholiker sein, um Schaden zu nehmen...
Ich kann nicht bis ins letzte Detail gehen, da ich viel zu viel erlebt habe, weswegen ich euch immer Auszüge und die Gesamtlage beschreiben werde. :
Die ersten Züge
Angefangen Alkohol zu konusmieren habe ich mit 13.
Es war damals eigentlich immer das gleiche : Ich traf mich mit meinen beiden besten Freunden und 1-2 Flaschen Wein irgendwo abseits, wo uns niemand erwischen konnte. Zusammen tranken wir die Flaschen aus und schlichen uns angesäuselt nach Hause. Das geschah damals ungefähr einmal im Monat.
Mit 14 dann erbrach ich mich das erste Mal vom Alkohol. Wir kamen in den Besitz einer Flasche Schnaps. Jeder von uns 3 wollte den größten Schluck aus der Flasche nehmen, ohne das Gesicht zu verziehen, da so etwas ja megacool ist.
Das Ende vom Lied war, dass man mich nach Hause brachte und ich mich mehrmals übergeben musste. Meine Eltern waren damals allerdings noch zu gutgläubig, als dass sie nur im Traum daran dachten, dass ich sturzbesoffen war. Sie dachten schlichtweg, dass ich eine Magen-Darm-Grippe hätte.
Schleichend wurden die Abstände zwischen den einzelnen Besäufnissen immer kürzer.
Mit 15 dann trank ich fast jeden Freitag und Samstag.
Das lag vor allem daran, dass es cool war zu trinken. Ich lernte immer mehr neue Leute kennen, mit denen ich mich super verstand. Aus den heimlichen Trinkgelagen mit meinen beiden besten Freunden wurden öffentliche Besäufnisse. Ich wollte zu dieser Zeit, dass jeder wusste, dass ich viel und oft Alkohol trinke.
"Das erste Mal"
Doch mit 15 geschah es auch das erste mal, dass ich einen Komplett-Absturz hatte :
Ich wohne in einem Dorf in einer Weinregion, in dem es jährlich ein Weinfest gibt.
Ich trank ca 8 Weißweinschorlen und ich glaube ein paar Gläser Sekt.
Danach torkelte ich so sturzbesoffen über das Weinfest, dass mehrere Besucher des Festes, die meinen Vater kannten, diesen holten..
Logischerweise ließ ich vorher keine Möglichkeit aus, mich bei meinen Freunden zu blamieren. Zum Beispiel verriet ich einer Freundin, dass ich in sie verliebt war. Ich habe mich bis heute nicht getraut zu fragen, was sie daraufhin gesagt hat, erinnern kann ich mich auch nicht mehr, nur weiß ich, dass sie nicht gesagt hat :" Ich liebe dich auch mein Schatz".
Als mein Vater mich abholte konnte ich nur noch Kauderwelsch von mir geben und meine Beine unkoordiniert von mir strecken.
Er musste auf dem Heimweg stützen.
Zu Hause erbrach ich mich erst in die Toilette, dann an die Toilette. Danach war der Zeitpunkt gekommen, an dem ich besinnungslos war. Ich lag nur in Boxershorts vor der Toilette. Mein Vater trug mich ins Bett, in welches ich mich Nachts noch einmal erbrach. Die ganze NAcht war entweder mein Vater oder meine Mutter bei mir, um sich sicher zu sein, dass ich nicht an meiner Kotze ersticke oder meine Zunge verschlucke oder ähnlich hässliche Dinge mit mir passieren.
Am nächsten Morgen wurde ich von meinem Vater geweckt, der mich erst fragte, ob ich überhaupt noch etwas wüsste. Ich verneinte und bekam die Geschichte, die ich oben beschrieben habe zu Ohren. Ich schämte so heftig, dass ich noch bestimmt eine Stunde in meinem vollgekotzten Bett liegen blieb, ehe ich aufstand und mich traute mein Zimmer zu verlassen.
Ich schämte mich nicht, für meinen Absturz selbst, sondern dafür, dass es so viele Leute auf dem Weinfest mitbekamen.
Ich schwor mir nie wieder viel zu trinken.
Scheinbare Besserung
Nach diesem Absturz glückte es sogar eine lange Zeit nicht mehr extrem Abzustürzen.
Zwar war ich immer noch sehr oft unterwegs und trank auch genügend Alkohol, dennoch verlor ich nie endgültig die Kontrolle, da ich mich immer an meinen peinlichen Abriss auf dem Weinfest erinnerte. Auch meine erste Freundin führte dazu, dass ich mich "benomm" wenn ich trinken ging.
Doch auch hier gab es natürlich Ausnahmen.
Ein Tag vor Sylvester, ich war inzwischen 16, soff ich mich bei einem Freund bis zu Erbrechen. Ich leerte eine Flasche Likör alleine und kotzte die ganze Nacht. Mein Freund nahm alles mit dem Handy auf und machte auch Tage danach noch sehr zu meinen Ungunsten kein großes Geheimnis aus dem Video. Mehr Leute als mir recht waren wussten von dem Video.
Die meisten lachten über das Video und über mich. Nur einmal wurde ich gefragt, weshlab ich das denn gemacht habe, worauf ich auf einen Streit mit meiner Freundin verwies.
Rückblickend betrachtet war das dennoch meine "braveste" Zeit alkoholtechnisch betrachtet.
Mit Karneval, kurz vor meinem 17. Geburtstag war dann alles zu Ende :
Saufen bis der Krankenwagen kommt
An Karneval kann ich mich kaum noch erinnern, ich weiß nur dass ich sehr viel 72% Rum geext habe, was mich sehr schnell zerstört hat.
Ich feierte erst in meinem Dorf und wollte dann mit meinen Freunden in die nächstgrößere Stadt fahren - mit dem Linien-Bus selbstverständlich. Ich weiß eigentlich gar nichts mehr, ich habe nicht den Karnevals-Zug noch die Feierei mit meinen Freunden mitbekommen. Nur Fragmente bleiben mir von diesem Tag.
In der nächstgrößeren Stadt habe ich mich bis auf die Knochen blamiert. Ich bin an irgendeiner Haltestelle ausgestiegen, um zu urinieren und mich anschließend zu erbrechen. Meine Freunde hatten nicht rechtzeitig bemerkt, dass ich einfach mal so ausgestiegen bin, weshalb sie mich später suchten und einsammelten. Irgendwann an dem Tag habe ich auch meine Hose + Unterhose runtergezogen. Videos beweisen das... Wenn ich mir solche Videos anschaue, sehe ich mich nicht selbst. Ich fühle mich wie ein Tier, das verwundert in einen Spiegel schaut, da es sich selbst nicht erkennt, nicht erkennen kann.
Später an dem Tag waren meine Freunde und ich bei McDonalds. Dort habe ich irgendwo hingektzt, wohin wurde mir nicht erzählt. Dann bin ich zusammengebrochen. 2 Personen, keine Ahnung wer, haben mich dann an die frische Luft auf eine Bank getragen, auf welcher ich mich noch mehrmals erbrach. Irgendwer muss dann den Krankenwagen gerufen habe, welcher mich abholte. Bei den Untersuchungen kam raus, dass ich 2,9 Promille hatte.
Ein Wert der mich bis heute schockt.
Ich habe keine Ahnung wieso, aber ein Taxi brachte mich anschließend nach Hause, wo mich meine Eltern ins Bett trugen und wieder Nachtwache schoben. Der Begriff Nachtwache passt hier nicht hin, als ich heimgebracht wurde war es 18 Uhr ungefähr...
"Wer nicht kotzt säuft nicht am Limit"
Ich lernte nicht aus dem Vorfall.
Mit 17 kam eine Zeit, in der ich einen ziemlich kranken Haufen Freunde hatte.
Wir waren die Generation Koma.
Es war cool zu kotzen, da dies ein Zeichen war, dass man sehr viel getrunken hatte.
Im sommer trafen wir uns immer an einem Ort mitten im Feld. Dort standen ein festmontierter Tisch und zwei Bänke umgeben von Bäumen. Dieser Ort war relativ weit ausserhalb, was uns zu gute kam, da man im Endeffekt machen konnte was man wollte, da man ungestört blieb.
Wir stellten dort meistens Zelte auf und campten anschließend dort.
In den Sommerferien waren wir mindestens 2 mal die Woche da und bei jedem treffen trank ich so lang bis ich kotzte. Meine Erinnerungen sind sehr getrübt, wenn ich mich zurück erinnere, zum einem vom Alkohol und vielleicht auch, weil ich mich heute nicht wieder erkenne.
Es gab Wochen in dieser Zeit, in denen ich fast täglich kotzte.
Ich war angesehen dafür, dass ich immer bis zum geht nicht mehr trank.
In der Zeit sind viele Videos entstanden, hässliche Videos, auf denen ich ankündige, dass ich mich gleich erbrechen werde und dieses dann auch im Anschluss tue. Es gibt sehr Viele Videos von mir bis heute noch auf irgendwelchen alten Handys oder PC´s. Ich glaube es gibt für mich nichts schlimmeres als diese Videos. Wenn die an die Öffentlichkeit kommen, dann habe ich ein Problem; ich habe dann das Problem, dass die Leute wissen, wie ich bin/war und das ist traurig.
In dieser Zeit betrog ich meine Freundin auch das erste Mal, was mir bis heute unendlich leid tut, auch wenn es nicht das letzte Mal sein sollte.
Desweiteren musste zum Zweiten ein Krankenwagen anrücken, dieses Mal aber weil ich mir die Nase im Vollsuff brach.
Als die Sommersaison zu Ende war noch lange nicht das große Saufen zu Ende.
Viele böse Eskalationen folgten. An einem Abend schlug ich in einer Disco allerdings so über die Strenge, dass ich trotz Freundin ein Mädel mit nach Hause nahm. Wieso sie überhaupt mitgekommen ist und ob ich Sex mit ihr hatte weiß ich nicht, meine Erinnerung ist komplett ausgelöscht.
Am nächsten morgen wachte ich neben eben diesem Mädel auf.
Es war allerdings nicht so wie so etwas in Filmen gezeigt wird. Uns beide trennte eine Kotzlache und ich hatte starke Schmerzen. Nach dem ich sie mehr oder weniger verscheuchte begann für mich der bis dahin schlimmste NAchmittag meines Lebens. Mein Körper weigerte sich irgendetwas nur aufzunehmen - selbst Wasser kam mir nach spätestens 10 Minuten wieder zum Mund raus. Ausserdem hatte ich extreme Schmerzen im kompletten Bauchbereich. Ich konnte mich kaum rühren. Selbst in der Woche darauf waren die Schmerzen noch vorhanden, weshlab ich mir schwor nicht mehr abzustürzen.
(K)Ein Ende in Sicht
Meine Einstellung hatte sich leicht geändert, ich wollte nicht mehr bis zum Erbrechen trinken, sondern lieber gemütlich. Das gelang allerdings nicht ganz so. Geschätzt 2mal im Monat präsentierte ich meinen Mageninhalt.
Erst als ich meine Freundin ein weiteres Mal betrog und sie mich daraufhin verließ änderte sich etwas. In der ersten Zeit nach der Trennung schoss ich mich regelmäßig ab. Ich wusste, dass ich die Schuld hatte, dass ich meine Große Liebe verloren hatte.
Doch mit der Zeit merkte ich auch, dass vorallem der Alkohol Schuld war. Mein immer florierender Freundeskreis brachte mich zu dieser Zeit dann auch zu einem Freund, der kein Alkohol trank und sich sehr gut mit mir Verstand. Mit diesem Verbrachte ich jedes Wochenende und viele Wochentage.
Obwohl er nichts trank, gingen wir immer weg, in Discos, Kneipen, Bar und trotz allem hatte er immer Spaß, was ich bis heute an ihm bewundere. Ich lernte durch ihn, dass man auch ohne zu saufen Spass haben kann. Ich war un 18 und - so scheinte es - vernünftig und erwachsen. Und ausgerechnet in dieser Zeit geschah es, dass ich mich abermals zu Grunde richtete : Zweimal innerhalb von 2 Wochen soff und kiffte ich mich Besinnungslos. Ich war nie der große Kiffer oder Drogennehmer und obwohl ich wusste dass ich keine Kiff auf Alk vertrage, tat ich es 2mal kurz hintereinander. Bei einem Mal wachet ich am Nächsten Tag in der Ausnüchterungszelle auf. Das ist kein schönes Erlebnis...
Und schon wieder gab es peinliche Videos von mir, dieses mal sogar bei Leuten, die ich nicht kannte - manche kenne ich bis heute nicht. Ein paar Freunde wandten sich nach diesen Ereignissen, auf dessen schmutzige Details ich nicht eingehen möchte von mir ab, was mir sehr weh tut.
Erneut war ich mir sicher, dass ich jetzt aber endültig aus der ganzen Geschichte gelernt haben muss, so dumm kann ich doch gar nicht sein, dass ich immer noch weiter saufe.
Erste Erkenntnis
Ich soff nur noch selten, da ich nicht mehr abstürzen wollte. Ich begriff, dass ich ein Problem mit diesem allseits geliebten Stoff hatte. In dieser Zeit lernte ich auch meine jetzige Freundin kennen. Doch auch sie konnte nicht verhindern, dass, wenn ich wegging - egal ob mit oder ohne ihr- ich mich zugrunde soff. Sie weinte dann immer, wenn ich stockbesoffen mich übergeben musste und keinen deutschen Satz mehr herausbekam. Damit konnte ich allerdings nicht viel anfangen, ich sah zwar den Zusammenhang zwischen Suff und Trauer, konnte es aber trotz dem nicht verstehen.
Ich war psyschisch kaputt, da ich merkte, dass hier etwas aus dem Ruder lief. Ich sagte mir selbst und auch meinen Freunden : "Ich trinke heute nicht so viel" und kotzte doch letztenends.
Es wurde immer schlimmer, es gab zu diesem Zeitpunkt, mittlerweile war ich 19, keinen Abend ohne Filmriss und Kotzen mehr. Ich brach mir meine Schulter und riss mir die Bänder in dieser im Vollrausch. Die Folgen dieses Bruches trage ich heute, anderthalb Jahre später immer noch.
Eine gequetschter Fußzeh, sowie eine bis heute vernarbte Fingerkuppe, da sie damals eine tiefe Schnittwunde besaß sollten auch noch folgen.
Endgültige Erkenntnis?
Der Schlüsselmoment war, als ich auf den Geburtstag eines Freundes meines Bruders ging.
Ich wollte nicht lange bleiben und auch eigentlich nicht viel trinken.
Es endete damit, dass ich in der Küche des Freundes in Töpfe pisste und nach Hause geschleppt wurde. Dort war ich meiner Mutter sehr aggresiv gegenüber, was bei mir vom Alkohol zuvor erst einmal ausgelöst wurde.
Am nächsten Tag hätte ich arbeiten müssen, ich verdiente mir neben der Schule etwas Geld als Küchengehilfe hinzu. Ich war aber morgens noch nicht in der Lage zu sprechen, so besoffen war ich. Erneut war mein Bett vollgekotzt. Ich hatte schon sehr oft Bekanntschaft mit Restpromille am Nächsten morgen/mittag gemacht.
Doch an diesem Tag wurde ich nicht mehr nüchtern. Ich war bis abends voll. ICh verbrechate den ganzen Tag auch nur im Bett und über der Kloschüssel. Selbst am Abend konnte ich noch kein Wasser zu mir nehmen.
So gegen 11 ging ich zu meinen Eltern und sagten ihnen unter Tränen, dass ich so nicht weiter leben kann, dass ich eine Therapie brauche, um vom Alk loszukommen.
Meine Mutter weinte vor Erleichterung, ein paar Tage später erzählte sie mir, dass immer, wenn ich stark betrunken war, sie alle paar Stunden aufwachte, um zu schauen, ob ich noch lebe, da es oft vorkam, dass ich mich selbst nachts noch erbrach. Ich liebe meine Mutter und als ich mir das erzählt hat, hat es mir das Herz gebrochen, ich fühle mich bis heute schuldig für mein Verhalten.
Der Nutzen meiner Therapie
Ich kam also in eine Therapie, allerdings in eine Verhaltenstherapie, da meine Psychologin, keine Alkoholsucht sah, sondern eher eine Verhaltensproblem. Sie sagte, dass ich meine Grenzen generell nicht richtig kennen würde und so etwas.
Es war nun Herbst geworden und ich befand mich in den Anfängen des Abitur-Stresses.
Ich trank nun aufgrund der Therapievorgabe und aus eigenem Willen heruas gar kein Alkohol mehr. Ich sagte allen, dass ich Aufgrund des Abiturs es mir nicht erlauben könne, etwas zu trinken.
Das klappte auch bis zum Abitur gut. Nur an Sylvester trank ich, erstellte mir dafür aber sogar einen Plan, dass ich ja nicht zu viel trinke.
Nach dem Abitur fing es allerdings wieder an. Ich trank wieder bis zum Erbrechen und ich fragte mich weshalb ich überhaupt in einer Therapie war. Ich gaukelte mir selbst ein, dass ich zwar wieder bis zum Erbrechen trank, dies aber alles in Ordung sei, solang ich nicht komplett abstürzte.
Das gelang natürlich nicht.
Durch die Metamorphose von Handy zu Smartphone gab es auch immer peinlichere Videos und Photos von mir. Es sind momentan bestimmt gut und gerne allein 5 Bilder von mir unterwegs, auf welchen ich blank gezogen habe.
Es war ab dann immer ein Wandel zwischen gar nichts trinken und bis zum Knock-Out trinken.
Ich bin 20 Jahre alt, befinde mich in einer Therapie und kenne es icht "gemütlich" zu trinken.
Ich beneide die Leute, die es können, ich kann es nicht.
Vor 2 Wochen hatte ich mal wieder einen peinlichen Höhepunkt, bei dem ich erst inmitten von Leuten auf einem Fest unter einen Biertisch urinierte, dann auf einen öffentlichen Platz mich erbrach, um in Anschluss bessinungslos auf dem Boden zu liegen. Ich hatte Glück, dass ein Freund mich mit dem Auto mitnahm, da besorgte Besucher des Festes einen Krankenwagen rufen wollten.
Momentan trinke ich mal wieder keinen Alkohol, anscheinend geht bei mir nur 0 oder 100.
Ich schäme mich für meine Abstürze. Eigentlich hasse ich Alkohol, doch habe ich zu viel mit ihm erlebt, dass ich sagen kann, dass ich froh wäre, würde es ihn nicht geben - er ist ein Teil meiner Identität.
Ich habe äusserliche Wunden davon getragen, aber auch innerliche.
Ich fühle mich zum Teil entwürdigt, da ich oft Dinge getan habe, die einfach nur peinlich und abstoßend sind. Vieles will ich rückgängig machen, doch ich kann es nicht. Ich hoffe, dass ich endlich vernünftig werde, denn auch wenn ich es einmal cool fand ein Komasäufer zu sein, würde ich diesen zustand gerne ändern. Aus Spaß wurde ein Problem, ein ernsthaftes Problem, an dem ich ohne Personen, die mir immer wieder geholfen haben, zB in dem sie mich ins Bett hievten, mich alle paar Stunden kontrollierten oder mir beim Kotzen halfen, drauf gegangen wäre.
Ich hoffe ich habe euch nicht all zu sehr mit meiner Geschichte gelangweilt - und selbst wenn, das Schreiben tut meiner Seele gut :)
NACHTRAG :
Es ist jetzt 2013 und das einzige, das sich geändert hat ist, dass sich an meinem alten Muster nichts geändert hat. Ich trinke wieder und höre nach einem Absturz wieder auf zu trinken - mit starken Gewissensbissen. Die Abstände werden immer kürzer zwischen Trinken und Aufhören.
2012 war ein Jahr, welches gut anfing und immer schlechter wurde, leider nicht nur beim Alkohol. Doch erneutem Scheitern blicke ich optimistisch auf die Zukunft. Denn ich bin bereit einen weiteren Schritt zu gehen; ich bin bereit meine Freunde, mit denen ich trinke, aufzugeben. Ich ziehe um, 80km, und habe nicht vor wochenends nach Hause zu kommen, um mit meinen Freunden trinken zu gehen. Ein Neuanfang wird alles richten hoffe ich, denn ich bin es leid Alkohol zu trinken, ich bin es leid mich zu blamieren und ich bin es leid, über meine Laster beschrieben und identifiziert zu werden. Mein Selbstbewusstsein war gegen Herbst aufgrund privater Tiefschläge ausgelöscht, weshalb ich mir sorgen mache, dass ich alles, was ich mir vorgenommen habe schaffe, aber ich werde kämpfen und wenn es zu brenzligen Situationen kommen sollte brutal ehrlich sein.