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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Philosopher Stones - Best Trip of my life
Drogen:Mischkonsum von Cannabis und Psilocybinhaltige Pilze (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:Summy41
Datum:08.06.2012 18:17
Set:gespannt, psychisch stabil, gut gelaunt
Setting:Zuhause, See, Wald,
Nützlichkeit:7,87 von 10 möglichen   (15 Stimmen abgegeben)

Bericht:

So ihr lieben,
nach langer Zeit hab ich mich jetzt entschlossen auch einen Tripbericht zu verfassen. War nicht zu faul oder dergleichen, jedoch nahm ich immer an, es sei unnötig da schon viele Berichte vorliegen zu dieser Kombination. Jetzt hatte ich vor nicht allzu langer Zeit einen wirklich wahnsinnig guten Trip von dem ich nun unbedingt berichten möchte.

Vorgeschichte:


Meine Erfahrungen mit Drogen lagen bis zu dem Zeitpunkt bei Nikotin, Cannabis, Psylocibin und Kratom. Meinen ersten Pilztrip hatte ich mit 18 Jahren (aus heutiger Sicht war ich wirklich zu jung um den gescheit verarbeiten zu können). Da wir damals das Maximum an Erlebnissen rausholen wollten, entschlossen wir uns kurzerhand natürlich dazu, Hawaianer zu ordern. Jeder sein Grämmchen gehabt, kam der eine mehr, der andere weniger gut drauf klar. Ich schob mir damals einen wirklich üblen Horror und habe seitdem auch keine Pilze mehr angerührt.

Dann kam da die Geschichte mit meiner Freundin, die ich über 5 Jahre wirklich liebte und mich glücklich machte, jedoch ging diese Beziehung vor genau einem Jahr in die Brüche und ich befand mich monatelang in einem seelischen Tief. In dieser Zeit hab ich wie bekloppt Gras geraucht und meine Gefühle quasi abgestumpft, durch das ständige "verklatscht" sein merkte ich überhaupt nicht, dass ich mich mit diesem Thema vernünftig hätte auseinander setzen müssen und so verstrich ein Tag wie der vorherige. Mitlerweile bin ich allerdings gut erholt von dem Ganzen.

Schließlich war es soweit, mein bester Kollege hatte die spontane Idee, mal wieder Pilze zu bestellen. Er hat das zwischendurch immer mal wieder getan, ich meinerseits blieb jedoch abstinent, da mich damals schon 0,4 g von den Hawaianern komplett umgehauen haben. Da es mir in letzter Zeit jedoch auch wirklich wieder besser ging, entschied ich mich dazu, 15g von den Philosopher Stones mein Eigen nennen zu wollen. Gesagt, getan, war das Paket ne Woche später auch schon eingetroffen und so entschieden wir uns dazu, an unserem freien Wochenende zu trippen.

Der Trip:

Die Vorbereitungen fingen damit an, dass ich erst einmal meinen Mp3 Player formatierte und neu auflegte. Musik ist eigentlich so ziemlich das wichtigste in meinem Leben (fange im Herbst mit dem Studium an) , und somit spielte ich alles drauf von dem ich dachte, es sei mir später auf dem Trip von Nutzen. Unter anderem also direkt mal viel Klassik, Filmmusik, Ambient und insgesamt ruhigeres Zeug (höre sonst sehr sehr gerne auch Hardcore/Metalcore) drauf gepackt und Akku komplett geladen.
Dann natürlich drauf geachtet, dass wir beide nüchternen Magen haben und auf gings auch schon. Von früheren Bestellungen wusste ich, dass Pilze normalerweise auch in der typischen Pilz-Form eintreffen, jedoch fand mein Kollege, von nun an F. sich dann wenig später mit Pulver wieder, als er die Tüte aufschnitt. Beide natürlich erstmal verwundert, obs denn auch wirklich der richtige Stoff sei. Kurz dran geschnuppert und siehe da, da war er auch schon, dieser eigenartige,einzigartige Geruch. Hierbei muss ich noch erwähnen, dass er dieses Mal nicht Hawaianer, sondern Kolumbianer bestellt hatte.
Nachdem die anfängliche Skepsis vorüber war entschieden wir uns also, das Zeug mit Joghurt zu fressen. Wir warteten ab und vertrieben uns die Zeit mit ner kleinen Session, er spielte Gitarre und ich Synthesizer. Nach 20 minuten fing ich an, eine erste subtile Wirkung zu spüren. In meinen Beinen stieg eine sanfte Wärme auf, welche sich im Magen kurz festzusetzen schien, jedoch nach wenigen Augenblicken meinen gesamten Körper ummantelte. Erst froh, danach rasch doch ziemlich beeindruckt davon, was diese 7,5g von den Trüffeln so ausrichten, schlug ich vor aus dem Haus zu gehen und in die Natur zu stampfen. Das ist bei uns ziemlich leicht, wir wohnen direkt an nem riesen See und da es mittlerweile wohl so 10-11 Uhr sein musste, war quasi nix mehr los und wir hatten ordentlich Ruhe.
Nachdem wir so ne halbe Stunde gelatscht sind blieben wir auf einer kleinen Brücke stehen und drehten uns entspannt eine Zigarette. Das ging eher schlecht als recht, (normalerweise dauert das so 40sek ca.) es war als wollten unsere Hände nicht das machen, was wir von ihnen verlangten. Nach ner kleinen Ewigkeit gelang es uns dann endlich, den Stengel anzuzünden. Dazu muss ich sagen, dass mir die halbe Stunde Laufen recht unspektakulär vorkamen, es war zwar angenehm, jedoch konnte ich keine wirklich Wirkung wahrnehmen. Dies änderte sich jedoch jetzt auf der Brücke, ich beugte mich über das Wasser und die Entfernung kam mir wirklich riesig vor, es waren aber bestenfalls 3 Meter Abstand zur Wasseroberfläche. Die Kippe schmeckte riesig und es war richtig angenehm zu rauchen um mit dem Qualm rumzuspielen. Paar Meter weiter dann die erste wichtige, den Trip gestaltende Entscheidung: Gehen wir durch einen Wald durch auf nen Feldweg, der sich quasi in Bauernschaften verirrt, oder latschen wir einfach weiter am See? Die Neugierde siegte (wir sitzen in unserer Freizeit bei gutem Wetter immer an irgendwelchen Stellen am Ufer von daher kennen wir alles was sich dort befindet) und wir chillten gen Wald. Und das einzige was ich sagen kann als wir drinnen waren ist, es war stockdunkel!!! Man erkannte nichts, seine eigenen Hände nicht und es war unheimlich. Wir redeten und gingen weiter und nachdem unsere Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten erkannten wir den Ausgang zur linken, der (nachdem ich nüchtern am nächsten Tag nachgesehn hatte) von uns aus ungefähr so 350m entfernt war. Jetzt gings richtig los.
Man muss sich das so vorstellen, ich bildete mir ein, mit jedem Schritt den wir machten steigerte sich die Illusion, ich befände mich in einem Gang. Die Wirklichkeit des Waldes verschwand, es formierte sich ein immer klareres Bild eines Ganges, der Gestalt annahm. So zeigten sich Bilder an der Wand rechts, es war die ein langer Korridor, wie man ihn z.B. aus Harry Potter Filmen kennt. Irre war der Abwechslungsreichtum, mit dem er sich schmückte. Zwischendurch graue Steinfelsen, dann wieder Holzdielen, es war mit einem Wort, “crazy“.
Mit jedem Schritt näherten wir uns also dem „Ausgang“ des Waldes, welcher anfangs wie ein winziger, hellblauer Punkt erschien, nun klarer und deutlicher zu sehen waren. Die Szenerie änderte sich und mit Austreten des Waldes war die Optik besser. Wir blieben an einem Feldvorsprung stehen, um die nächste Zichte zu quarzen. Uns beiden fiel beim Drehen auf, wie angenehm es war, zu atmen. Wir holten zwischendurch während des Trips immer wieder Luft und musste feststellen, wie sauber und lebensbejahend es war, Sauerstoff zu atmen. Man kann sagen, das erste Mal wurde mir klar, dass Sauerstoff unsere „Lebenselixier“ ist.

Bei F. ging inzwischen auch gut was ab, er redete davon, dass die Bäume starke Umrisse hatten, also auf den Kronen sich quasi riesige Schatten erstreckten und dann, dass die weit von uns entfernte Straße mit ihren Laternen alle 50m ihm bei längeren Betrachten wie eine Gefängniswand vorkam, welche sich auftürmte, und die Laternen gaben diese Übersichtstürme wider, welche sichergehen, dass keiner abhauen kann.
Dann kam der Laberflash und wir unterhielten uns über Gott und die Welt, jetzt davon jedes einzelne Detail zu rekapitulieren schaffe ich sowieso nicht, alles was mir in Erinnerung geblieben ist war, wir kamen immer wieder auf den Nenner, wie schön es war gerade in dem Moment, zu existieren. Unsere Existenz kam uns so intensiv richtig vor, wir erfreuten uns jedes Atemzuges den wir atmeten, jeder Schritt war ein wahres Vollkommenheitsgefühl.
Bei F. ging mehr optisches Zeug, er erzählte noch dass mit jedem Schritt, den er sich bewegte kleine Energiefelder unter seinen Füßen aufblitzen in verschiedenen Farben. Wir merkten, wie verbunden wir eigentlich mit der Natur waren und liebten den Geruch draußen. Bei mir merkte ich deutlich eine kopflastigere Wirkung, viele Gedanken schossen mir durch den Kopf, welche ich abarbeiten wollte, wovon jedoch auch vieles natürlich verflog. Dann der Geistesblitz: „Mein Gott, alter, wir haben beide Kopfhörer, Mp3-Player und vollen Akku, was geht wir müssen jetzt Mukke hörn“!!!
Es begann ein Kapitel, welches ich nicht vergessen werden. Ich fing an mit Hans Zimmer –Time und das Orchester hatte eine wahnsinns Energie für mich.Diese dynamischen Wechsel von laut/leise waren unheimlich gut.
Weiter mit Chopin Klavierkonzert no2, mov2 . Was ich in dieser Zeit für Töne wahrnahm kann ich nicht in Worte fassen, ich war selten so berührt von Musik gewesen und die Schönheit lies mich gedanklich so fallen dass ich die Augen schloss (im Gehen) und nur alle paar Sekunden öffnete um zu checken dass ich nicht gleich ins Gebüsch oder gegen den nächsten Baum knallte. Wir setzen zum Rückweg an, wieder durch den Wald (und mann, waren da viele Bäume, der hammer) zurück an den See. Dort angekommen auf die erste Bank, erstmal schön einen rauchen. Zu der Zeit ging ausnahmsweise ein paar Monate echt gutes Zeug klar und somit konnten wir uns sorglos den Dübel geben. Seitdem so viel gestreckt wird, rauchen wir echt nur noch selten. Dementsprechend überkam mich die Wirkung ziemlich schnell, es war jedoch super angenehm im Wechselspiel mit den Trüffeln. Aufgeraucht, wollten wir einfach noch sitzen bleiben uns weiter die Musik genießen.
Nach langem Durchstöbern meiner Bibliothek entschied ich mich für „ Air – Run“ und lehnte mich zurück, schloss die Augen (hier muss ich anmerken, jeder der das Lied vllt kennt oder auscheckt, am intensivsten war es immer dann, wenn die Stimme aufhört und sich diese Flächensounds bilden und richtige Harmonien entwickeln). Was dann für ein Kopfkino startete kann ich nur mit drei Worten zusammenfassen: „real, farbig und krääääänk“ .
Es begann mit einer Pyramide, welche sich quasi etagenartig aufbaute, d.h. man stelle sich ein im Viereck rennendes Männchen vor, welches immer die gleiche Richtung nehmend, Schicht für Schicht errichtet, nur ohne das Männchen. :D
Als diese fertig war, fing sie an sich um die eigene Achse zu drehen. Es enstand ein weisser Strahl, welcher sich senkrecht durch die Pyramide bohrte und mir vorkam wie ein Weg in eine andere Welt. Lied zu Ende. Augen auf. Oh mein Gott, noch mal dasselbe Stück. Auf Repeat geschaltet, Kippchen gedreht, angelehnt und Play gedrückt. Zum rauchen kam ich nicht, ich glaube ich zog einmal und ließ die Kippe stumpf ausgehen. Augen geschlossen, war die Pyramide direkt wieder da. Sie entwarf nun eine von sich aus ausgehende eine Brücke aus Holz, welche an Seilen befestigt waren, und daraus wuchs nun allerhand pflanzliches, wie man es sich nur vorstellen kann. Es bildete sich immer mehr eine Art Dschungel und aus der Pyramide wurde so eine Art Ruine, vergleichbar z.B. mit dieser Affenstätte aus „Das Dschugelbuch“ .
So ging das 5-6 Mal, ich hörte das Lied erneut, und es entstanden wunderschöne Bilder, welche ich versuchte einzuordnen und zu deuten.
Die letzten beiden Male sah ich immer wieder Puzzleteile vorwiegend in lila/braun/grau, welche sich miteinander verbanden und sich einfach nur unwirklich bewegten und leichtest veränderten.
F. hatte von dem ganzen nichts mitbekommen, er saß in sich gekehrt und grundzufrieden auf der Bank und genoss die Musik, erzählte mir dass so einiges am Morphen und alles extrem chillig war. Wir entschlossen uns langsam zurückzukehren. Draußen folgte dann noch die letzte Sinnestäuschung. Wir näherten uns einer Autobrücke, doch wie sehr wir auch versuchten näher zu kommen, die Entfernung schien sich nicht zu verringern. Erst als wir deutlich unter 100m an sie rankamen ( man sieht die auch echt von derbe weit weg) konnten wir erkennen, dass wir gleich da waren. Die letzten Minuten also draußen ausgelebt, kehrten wir so gegen 1 Uhr 30 zurück in seine Bude. Jetzt kam bei mir wieder eine deutlich körperlichere Komponente zum Tragen, ich merkte wieder physisch, dass ich „druff“ war. Auslöser davon war ein ausgeprägtes Pappmaul, ein Ziehen in der Magengegend usw. Davon wollte ich mich ablenken und schmiss den Film „Shutter Island“ rein. Den Film kannten wir zwar beide, jedoch war er beim ersten Mal wirklich faszinierend und wir konnten uns schnell auf ihn einigen. Die Wirkung wurde nun auch schwächer, es war ein richtig angenehmes Runterkommen. Es pendelte sich ein zwischen absoluter Zufriedenheit, Faulheit, Bewegungsunfähigkeit und nem kleinem Fressflash. Der Weg zur Tür bzw. Pizzaboten war echt ne Qual ;)


Fazit: Mit diesem Tripbericht möchte ich niemanden auffordern, Drogen oder im Speziellen Cannabis/Trüffel zu konsumieren!!!
Er spiegelt lediglich meine subjektive Erfahrung wider und darf nicht als Anhaltspunkt verstanden werden, dass die Wirkung bei jedem anderen auch so positiv verläuft.

Alles in allem kann ich die Kombination von Trüffeln und Cannabis jedem empfehlen, da sie sich gut vertragen und das Gras den Trip angenehmer, jedoch auch etwas intensiver werden lässt.


Dies ist mein erster TB, von daher bitte Nachsicht! ;)
Über Anregungen, Verbesserungen und eure Meinungen freue ich mich natürlich trotzdem!

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