(Aktualisiert!
Später wurde mir von vielen LDT-Usern verdeutlicht, dass 700mg eine äußerst gefährliche Dosis sein kann, ich hatte offenbar Glück. Ich muss strikt davor abraten, ohne Toleranz, solch hohe Dosen auszuprobieren.
In diesem Tripbericht wird deutlich, wie naiv ich gehandelt habe. Ich entschuldige mich dafür meine Naivität in diesem TB möglicherweise weitergegeben zu haben. Und erneut: Solche Dosen sind gefährlich, ich zumindest werde den Fehler nie wieder machen!)
Hallo Leute!
Ich bin ein neues Mitglied hier im Land der Träume, und ich wollte mir einen hoffentlich guten Einstieg verschaffen, indem ich meinen ersten Tripbericht verfasse!
Die ganze Sache liegt schon gut 2 Monate zurück; ich hatte kürzlich eine Packung Tramadol gefunden, 20 Tabletten á 100mg.
Selbstverständlich hatte ich zuvor bereits Erfahrungen mit Tramadol, und war in Sachen Opioide gut belesen. Ich fing ganz normal an, so wie immer - 400mg (auf 88kg Körpergewicht) . Mehr sollte es nicht werden, erstmal wurde es auch nicht. Die im Titel besagten 700mg nahm ich erst einige Tage später.
Es war ein gewöhnlicher Tag, allerdings überdurchschnittlich langweilig. Das lag sicherlich daran, dass ich immer noch sehnsüchtig an mein letztes mal Tramadol vor einigen Tagen dachte.
Ich überlegte lange. Sollte ich es mit 700mg aufnehmen? So weit hatte ich mich bis her nicht gewagt. Aus einem anderen Tripbericht hier auf LDT schloss ich, dass ich bei 700mg nichts großes zu befürchten hätte(Hier machte ich den großen Fehler!), so beschloss ich es zu tun.
Nach der Einnahme auf leerem Magen hörte ich noch ein wenig Musik, im Moment gefiel mir "Burning For You" von Blue Öyster Cult sehr, kann ich sehr empfehlen; denn auch wenn meine Generation das Musikzeitalter aus dem dieser Song stammt nicht miterlebt hat, grabe ich mir gerne einige dieser alten Songs aus Youtube aus :)
So verging gut eine halbe Stunde, bis dieses typische "Opioidgefühl" eintrat. Doch Tramadol ist anders als andere Opioide, das liegt an seinem abweichendem Wirkmechanismus. Es ist vergleichbar mit Codein (selbe Wirkung wie Morphin), aber doch nicht das selbe, ich empfinde es als angenehmer, sanfter, nicht ganz so überwältigend, dass man nicht ganz hinterherkommt, aber dennoch sehr stark - wie gesagt auf einer angenehmen Art und Weise.
Es fing an mit einem immer weiter zunehmenden Wohlbefinden. Es war weder zu kühl, noch zu warm. Ich hatte keinen Hunger, Durst, es gab nur noch wenige Dinge die mich jetzt noch interessierten, doch auch diese verloren bald an Wert.
Es wurde immer wattiger und wattiger, die Metapher "in Watte gepackt sein" trifft es für mich jedoch nicht einmal annähernd! Um es kompakt auszudrücken:
Es ist eine gewaltige Euphorie gepaart mit einem überwältigendem körperlichen sowie geistlichem Wohlbefinden.
Das Laufen unter Opiodeinfluss ist bekanntlich etwas wunderbares, man scheint zu schweben, es kostet nicht die geringste Anstrengung, und man spürt sein eigenes Gewicht nicht mehr.
So hat es sich immer weiter gesteigert, doch nach ca. 2 Stunden bemerkte ich etwas seltsames:
Meine Umgebung fing an zu flackern, schwarze Schleier umgaben jeden Gegenstand, nichts stand mehr still. Diese schwarzen Schleier formten sich zu Insekten die in meinem Zimmer herum flogen, doch wie ich es aus meinen DXM-Erfahrungen wusste, wusste ich wie man sie bekämpft - ich nahm meine Taschenlampe, schaltete sie an, und lies die vielen Insekten im Licht der Taschenlampe verschmoren, was mir sehr viel Spaß bereitete ;)
Wie vielen Mitgliedern hier bekannt ist, spielen sich bei Opioiden bei geschlossenen Augen ganze Filme ab, mit vielen Detaills, ich kann mich in diesen "Filmen" jedoch schwer kontrollieren. Bei höheren Dosen kommen komplexe oder abstrakte farbige Muster hinzu - dieser Effekt wurde von der mir bis her fremden halluzinogenen Komponente sehr verstärkt.
Die Wirkung wurde so stark, dass ich alle äußeren Einflüsse als Störung empfand; normalerweise wirkt Musik bei Tramadolwirkung (bei mir zumindest) fast schon "hypnotisch", doch nun war die Wirkung an sich schon so stark, dass die Musik das Niveau dieses Erlebnisses nur gesenkt hätte.
Also lag ich da, ich lag, auf dem kalten, teppichlosem Boden, den ich jedoch nicht als solchen Empfand. Tatsächlich empfand ich ihn praktisch gar nicht, es gab nur noch mich, und die Halluzinationen die mir Spaß machten, bewegt habe ich mich kaum (abgesehen davon, dass ich mich ab und zu faul hin und her gewälzt habe, was mir keine Kraft zu kosten schien).
Doch bald wurde dieser Spaß gestört, und zwar von einem Gedanken: Was zum Teufel geht hier vor? Opioide und Halluzinationen? Das kam mir sehr fremd vor. Ich wusste, dass Opium Halluzinationen hervorrufen kann, was meiner Vermutung nach allerdings am darin reichlich enthaltenem Noscapin liegt, was ich auch schon pur ausprobiert hatte (DXM-ähnlich, Sigma-Rezeptor-Agonist).
Viel Zeit verging, und ich kann mich nur noch an wenig erinnern. Als ich aufwachte war es schon spät Abends, gute 7 Stunden waren vergangen. Zum Glück hatte keiner etwas gemerkt, außer meinem Vater, der mich tief und fest im Zimmer schlafen sah. Tatsächlich war ich nachdem die Halluzinationen schwächer wurden (was mir ganz und gar nicht gefiel!), also nach insgesamt ca. 4 Stunden, ins Bett gegangen.
Doch ich schlief nicht durchgehend, immer und immer wieder habe ich mit selbst "wachgezuckt". Mein ganzer Körper spannte sich binnen einer Sekunde an, und wieder ab, was mich ca 10 mal aus meinem angenehmen Schlaf geweckt hat.
Abends blieb nur dieses angenehme leichte Gefühl, ich streiche mir dann gerne durch die Haare, die sich in dieser Phase etwas, sagen wir mal, "seltsam und doch angenehm" anfühlten.
Fazit:
Für mich war es ein sehr angenehmes Erlebnis, doch es war schon deutlich über meiner üblichen Dosis, die sich meist (und ohne Toleranz) unter 400mg hält.
Ich kann niemandem empfehlen, sich an eine so starke Dosissteigerung heranzuwagen.
Ich hoffe euch hat mein aller erster TB gefallen!
Liebe Grüße,
Tarinob.