| Tripbericht lesenÜbersicht: | Titel: | Ein Wochenende auf Ether - Völlig verträumt | | Drogen: | Ether | | Autor: | Menso | | Datum: | 17.07.2012 11:25 | | Set: | Leicht melancholisch, Wissbegierig | | Setting: | Allein, meist liegend, sichere Umgebung | | Nützlichkeit: | 7,68 von 10 möglichen (19 Stimmen abgegeben) |
Bericht: Anmerkung:
Der Schreibstil ist angepasst um dieses Gefühl im Kopf widerzuspiegeln. Man bildet keine Verbindungen. Oder doch ein paar ein Gedanke baut auf den anderen auf. Alles ist sehr verwirrend. Der Trip bzw die Trips waren stehts nur im Kopf. Keine Halluzinationen, vielleicht ganz leichte auditive. Die Sicht ist stehts etwas verschwommen. Liegen ist super. Motorisch klappt nicht mehr viel, aber das ist egal. Insgesamt ist einem alles egal. Außerdem ist dieser Bericht sehr zeitnah zu dem erlebten entstanden, da ich jetzt schon merke, wie mir alles entgleitet.
Die Zeilen mit den Zeiten entstammen meinem „Ether-Ich“, sowie auch die Zeilen die mit den <<<>>> markiert sind. Den Rest habe ich nach Gefühl und Erinnerung hinzugedichtet und versucht ein wenig
zu erklären.
http://www.hark.com/clips/gsrzxvkldd-fear-and-loathing-ether-binge
"The only thing that really worried me was the ether. There is nothing in the world more helpless and irresponsible and depraved than a man in the depths of an ether binge, and I knew we’d get into that rotten stuff pretty soon."
Oh wie sehr dieses Zitat stimmt. Es ist nicht schwer an Ether ranzukommen, aber unterschätzt ihn deswegen nicht. Dieses Zeug. Informiert euch gut, solltet ihr ein Interesse hegen. Oder lasst es lieber. Ein produktives Wochenende sieht anders aus. Ich glaube fast ich habe nichts vom Ether gelernt. Oder ich bin mir nicht sicher.
Mein Kopf tut weh.
Stay safe.
P.S. Wenn mir jmd erklären kann was ich da in diesem Riesenblock Text(mit den **) gedacht habe, wär ich ihm sehr verbunden.
Tag 1:
Eine Nacht, um mich rum so viele Mensche, doch für meine Zwecke bin ich allein. Ich liege auf einem Sofa auf einer Terrasse. Es ist sehr schön hier. Vor Regen geschützt und der Wind streicht durch die Bäume. Hier bin ich mit einem Apfelsaft und ca. 100 ml Ether. Vielleicht auch mehr, wer weiß das schon so genau. Meine Stimmung ist uneindeutig. Irgendwo zwischen neutral, melancholisch und enttäuscht. Es geht mir nicht schlecht, aber auch nicht gut, die Welt kann mich mal und Alkohol ist eine nervige Droge, wenn man sie nicht auch zur selben Zeit konsumiert.
Ich höre etwas Goa, es ist wohl 1:30 Uhr. Ich beginne mit meinem Vorhaben. Warum ich hier liege? Ich weiß es nicht genau. Ich konsumiere genau aus den falschen Gründen. Langeweile. Aber auch etwas Wissbegierde. Irgendwie weiß ich, dass das Set/ting passt. Es ist nicht meine erste Begegnung mit
diesem flüchtigen Geist.
Die klare Flüssigkeit befindet sich in einem kleinem Glas, 200 ml Volumen mit einer großen Öffnung. In den nächsten Äonen wird sie meinen Verstand umnebeln. Ich beginne. Ich setze die Nase in die Öffnung und nehme einen kräftigen Zug. Gerade so stark das der stechende Schmerz nicht einsetzt. Und nochmal, und nochmal. Genug. Ich merke wie sich die Welt dämpft. Die Musik, das Rauschen in den Bäumen, das entfernte Plärren diverser Menschen; es verblasst. Ich bin zu Hause. Ein diffuses Gefühl wohliger Wärme und bekannter Vertrautheit ergreift mich und wird mich nicht mehr loslassen. So stell ich mir Heroin vor. Stumpf glücklich. Hier bin „ich“ mit meinem gasförmigen Heroin light.
1,5h später. Ein klarer Moment. Ein kurzes Aufbegehren des Verstandes, der sich bewusst wird was ich hier tue. Und er befindet es für gut. Ich mache die Musik aus. Sie gibt mir nicht mehr das was ich möchte. Ich höre der Maschine Welt zu. Ein Brummen hinter all den Dingen. Mechanisch, dumpf und doch klar. Das Rauschen der Blätter das von Existenz zeugt erscheint eher wie eine zweite ach eher fünfte Geige. Die Maschine arbeitet.
Ich erhebe mich. Die Nähe zur Natur half mir den Weg zu finden, jetzt kann ich mich jedoch dorthin begeben wo ich sicher bin…..Ich lege mich ins Bett. Ich erwecke meinen Laptop. Youtube. Volker Pispers. Hagen Rether. Ich wechsel zu Zweiterem. Er ist ruhiger. Der Geist umströmt mich wieder. Ich denke ein wenig nach. Denke ein wenig. Denke. Wer bin ich? Was bin ich? Was? Ich? Ich bin da. Die häusliche Singularität. Der einzig existente objektive Beobachter. Er lacht. Die Welt ist ein Schauspiel. Ich schreibe ein paar Gedanken auf. In einem Chat. Die Leute müssen denken ich wär verrückt.
03:18 <unser feind ist die zeit>
Ja offensichtlich. Ohne Zeit würden wir uns nicht fühlen. Wir? Uns? Welch Konzepte eines kausalen Geistes. Diener der Zeit
03:36 <unsere existenz ist eins von vielen>
Auf der Meta-Ebene sind wir alle eins. Sie kennen das Bild das die Neuronen wieder zu einer Galaxie werden? Oder umgekehrt? Mit wem Rede ich eigentlich?
04:08 <ich fühl mich wie ne wunderkerze>
Ein klarer Moment. Das Fenster ist offen, es besteht keine Gefahr. Hoffe ich zu mindest. Denke ich zu mindest. Ich. Ach eigentlich. Alles egal. Man reiche mir ein Feuerzeug, ich würde einfach abbrennen. Es wär mir egal. Die ganze Zeit schon. Alles. Egal.
04:16 <und wenn der tod komtt so sollte es dies sein>
Wie sollte man sich tot fühlen? Man fühlt oder man ist tot. Idiot. So falle dem Nebel anheim.
04:34 <ist geburt ein guter grund ein lebewesen zu schaffen>
Ein Leben schaffen? Was sind wir zu mutmaßen wir könnten das. Was bin ich der Reaktion Vorwürfe zu machen; ich Teil ihrer.
04:41 <verdrängung ist unser oberstes gut>
Wie könnte der Mensch sonst leben. Ein Konzept um alles zu erklären. Etwas würde wahnsinnig werden ohne Erklärung oder zu mindest etwas was man dafür halten könnte.
Helligkeit flutet meinen Raum. Neun Uhr irgendwas. Wen interessierts. Ich bin wohl eingeschlafen. Offensichtlich. Das Glas ist nicht leer und gut verschlossen. Gut gemacht. Die Sitzung ist nicht vorbei. Ich mache ein Video an.
http://www.youtube.com/watch?v=hY3D9ZoHih8&feature=related
So komme großer Geist.
Wo ist der Rest hin? Ich kann es nicht fassen. So viele Gedanken die verwischen, verfallen, verblassen. Ich sage kurz jemanden „Guten Morgen“, ich habe mein Zimmer verlassen. Er ist real. Ein anderer Mensch. Er weiß nicht was ich erlebt habe. Er würde es auch nicht verstehen. Versteh ich es?
Ich gehe wieder schlafen.
Tag 2:
Ich wache auf. Ich bin mir nicht sicher ob ich einen Tag Pause gemacht habe oder nicht. Es ist alles so verschwommen. Ich fühle mich immernoch etwas unwohl vom Ether. Ich sehe ihn. Er steht dort. Rechts neben mir. Ganz unscheinbar. Ich überlege ob ich diese eine Frage noch beantwortet haben will oder nicht. Er soll narkotisierend wirken. Bin ich also bewusstlos geworden oder nicht? Das Glas steht sauber verschlossen an seinem Platz. Es gibt nur eine Möglichkeit die „Wahrheit“ zu erfahren. Was tue ich hier nur…
Es ist 5:00 Uhr morgens. Ungefähr. Ich habe wohl 4 Stunden geschlafen. Ich habe eine Word-Datei geöffnet. Warum hab ich um Himmels Willen im Chat geschrieben? Auf Ether ist einfach alles richtig. Mir die Haut mit einem Löffel abschaben wär wahrscheinlich auch richtig. Zum Glück liegt hier keiner.
Es beginnt erneut. Tiefe Atemzüge. Oh wie ich diesen Geruch, diesen Geschmack vermissen werde.
<<<Paranoid / Mit sich selbst nichts mehr gemein / Völlig frei jedes ichs >>>
Wie lustig. Ich fühlte mich verfolgt. Ich hatte sicherlich kein Konzept mehr von mir selbst. Man verwandelt sich in etwas Leeres. Ein Wesen „höherer“ Macht, einer anderen Zeit. Man lebt im Hier und Jetzt. Was auch immer das bedeuten mag.
<<<Alkohol billig und leicht zugäesnglich problem hoffentlich verstehhsst du es>>>
Ich versteh es nicht. Was wollte ich mir damit sagen? So erlangte ich Erkenntnis und vergaß sie wieder. Toll gemacht.
<<<Es kommt einem alles bekannt vor>>>
Ein Ether-Rausch ist wie ein einziges Deja Vu. Einfach alles ist bekannt. Man sollte dieses Gefühl ignorieren. Und hoffen das einem das ignorieren nicht bekannt vorkommt.
<<<Idiot lies nicht was hier steht>>>
Mir kamen so viele Gedanken und versuchte sie mit der Bildschirmtastatur aufzuschreiben. Ich hab die Hälfte wohl wieder vergessen bevor ich überhaupt reagieren konnte. Traurig.
<<<Wie oft habe ich mich schon WAS gefragtt>>>
Man versteht auch nix mehr. Oder ich verstand nix mehr?
<<<Zeit ist sehr relativ / Ich könnte ewig hier sitzen und stinkefn>>>
Minuten, Stunden, Tage, Sekunden. Ich könnte die ganze Ewigkeit Ether schnüffeln.
<<<Ärzte die>>>
Ich sollte mal wieder Ärzte hören…Wie komm ich da nur drauf?
<<<Verhalten brechen>>>
Ich kann mich nicht erinnern das geschrieben zu haben. Ich habe Angst.
<<<Ich bin der einzig denkende menssch das einzige wesen / Absurd>>>
Nur ich fühle mich denken. Ich bin so allein. Es ist mir egal.
<<<Erinnerung>>>
Wie ironisch. Keine Ahnung was ich damit meinte.
<<<Clear point>>>
(Siehe Letzter Abschnitt)
<<<Sterben ist arbeit>>>
Leben doch auch?
<<<Hohes c>>>
-
*<<<Dke gleichheit das nix wünschte sich das sein aus langeweile>>>
<<<Warum ist nicht nix !!!!!!!!!>>>
<<<Wir sind ein konzept das das sich selbst erklärt>>>
<<<Wir sind das konzept das versucht etwas zu sein>>>
<<<Binär>>>
<<<Da s nix kämpft damit nix zu sein +>>>
<<<Ich hoffe ich denke über + nach>>>
<<<Das nix weiß nicht was es ist>>>
<<<Wir sind der effekt der noch werden will>>>
<<<Das lebeben ist nur ein nix im wollen des nix das es sein ist so nix ist es>>>
<<<Da ist kein ich nur ein nix das ein etetwas sein will>>>
<<<Ich bin der effekt der sich selbt erklärt>>>
<<<Ich effekte erzezugen um sich selbst zu erklären>>>
<<<Der sag es effekt>>>
<<<Metametametamatametametametameta>>>
<<- ;<Ich-< weiß kaum was ich sagen soll außer meta>>>
<<<Ich habe mich nüchtern berauscht>>>
<<<Schlag mich >>>
<<<Alles ist effekt>>>
<<<Wir sind ein problem >>>
<<<Erkennrnsis ist unwissend>>>
<<<Das nix wie an einem pfahl gebunden an einem gummiseil ein aufbegehren egal in welche richtung kann nur in einem rückstoß enden>>>
<<<Die konzepte kehren zurück>>
<<<Warte >>>
<<<Die wichtigste unser fragenenist warum ist nicht nix>>>
<<<Die „existenz“ kreiert sich selbst>>>*
Ich glaub das ist das einzig produktive meiner Etherreise. Und es macht nüchtern keinen Sinn. Wenn 0 kein Universum wär und 1 eines ist. Dann ist gerade 0 die eine 1 werden will. Aber wie kann das Nichts etwas werden? Ich glaube wir Menschen sind nicht dazu da zu verstehen wozu wir da sind.
<<<Alles ist richtig auf ether>>>
Ich wiederhole mich.
<<<Alles ist neu neue erkenntnis>>>
Bla Bla Bla.
<<<In ordnung>>>
Allerdings.
<<<Alles geht voran>>>
Wenn ich das schreibe.
<<<Sucht>>>
Wie fürsorglich.
<<<Das letzte mal>>>
Lüge.
<<<Hedonismus da nix ist und nix etwas sein will und nix sein wirs und immer wieder meta>>>
Was ich nicht nachvollziehen kann damit kann ich nicht argumentieren. Vielleicht ist Hedonismus doch der richtige Weg.
<<<Ether ist schön>>>
Unwidersprechlich Ja.
Im Hintergrund läuft ununterbrochen irgendwelche Dokus. Über Drogen, Schmuggel, ich weiß nicht was. 24 Stunden Die Reportage. Es fühlt sich so viel länger an.
Ich verliere das Bewusstsein.
7:00 Uhr. Ich fühle mich euphorisch. Langsam kommt die Erinnerung wieder was ich hier tue. Das Aufwachen war nicht sanft. Eher schlagartig. Ich bin nicht viel schlauer. Ich habe viele Fragen. Die wichtigste ist, wie weit kann das noch gehen? Vorher habe ich mich zurückgehalten und immer ein wenig Pause zwischen den Atemzügen, Etherzügen gemacht. Jetzt nicht. Letzter Versuch. Ohne Rücksicht. Ich benötige 2 Stunden mich zu überzeugen es zu wagen. Sie kommen mir wie 10 Minuten vor. Mein Zeitgefühl ist hin.
Ein letztes Mal setze ich das Glas an. Keine Gnade. Ich lasse die Nase im Glas. Mit jedem Atemzug wird es dämmriger. Doch dann ein Punkt der Klarheit. Dies ist mir schon vorher aufgefallen. Ich konnte es nicht einordnen. Für einen Moment ist der Schleier weg und man hat wieder volle Kontrolle über seinen Körper. Keine Gnade. Ich atme weiter. Ein heller schriller pfeifender Ton erklingt. Ich betrachte den Laptop. Ich höre ihn nichtmehr. Ich atme weiter. Der Ton bleibt und ein dumpfes Gefühl macht sich in meinem Kopf breit und plötzlich ZACK alles ist wieder klar. Sehr verwirrend, aber weiter. Der Schleier senkt sich wieder. Ein weiteres dumpfes Summen macht sich breit. Es summt im ersten Brummen. Wie absurd. Mit etwas Kraftaufwand kann ich meinen Körper noch kontrollieren. Ein paar Atemzüge später ändert sich dies. Meine rechte Körperhälfte ist taub. Ich kann sie nichtmehr bewegen. Von sehr weit hinten meldet sich Angst. Was ist wenn du dich gerade tötest? Ich fühle nichts ich mache weiter. Kein zweiter Gedanke an das Ende. Auf Ether ist alles richtig. Auch der Tod. Ich kann nicht mehr ich verliere die Kontrolle. Ich stelle das Glas zur Seite. Ich sinke von meiner aufrechten sitzenden Position nieder in mein Bett. Mein Kopf ist leer.
11:00 Uhr.
Erneut erwache ich. Kein Deja Vu Gefühl. Immerhin, du bist „nüchtern“. Ich fühle mich schlecht. Nicht schlecht schlecht nur etwas… schlecht. Genug. Ich brauche frische Luft.
Und viel Zeit zum Nachdenken.
Nachwirkungen:
Es sind jetzt 48 h vergangen seit dem ich das letzte Mal Ether konsumiert habe. Ich fühle mich körperlich um einiges besser, auch wenn ich glaube, dass ich krank werde. Zu mindest hoffe ich dass die Kopfschmerzen nicht vom Ether kommen. Der typische Ethergeruch, den man nach dem Konsum ausströmt, hat über 30h Stunden gebraucht um nichtmehr wahrnehmbar zu sein.
Psychisch allerdings fühl ich mich immer noch leicht neben mir. Irgendwie gefühlskalt und analytisch. Meine Theorie dazu ist das Ether dissoziativ wirkt und Dissoziation ist was dieses Gefühl wohl am besten beschreibt. Ich fühle mich nicht vollständig wie ich. Eher wie ein Zuschauer eines Films über mein Leben. Es ist kein allzu interessanter Film.
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