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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:4mg LSA - Leichte Überdosis?
Drogen:Hawaiianische Baby-Holzrose
Autor:alphaneuron
Datum:02.08.2012 04:47
Set:Gespannt auf Trip, weder gut noch schlecht gelaunt
Setting:Internatszimmer, Wiese, dann wieder zurück
Nützlichkeit:7,81 von 10 möglichen   (16 Stimmen abgegeben)

Bericht:

Guten Tag LdT-Gemeinde!

Intro

Ich möchte euch in meinem ersten Trip-Bericht von meinem ersten Trip erzählen. Ich bin 1,80 groß und wiege normale 65kg. Ich war schon früher, eher wissenschaftlich, an LSA interessiert, auch wegen des Artikels im Headache Wiki, welcher berichtet, dass Clusterkopfschmerzpatienten (im Folgenden "CK") ihre Anfälle erfolgreich mit LSA beenden und präventiv verhindern konnten. Nun was soll ich sagen, ich leide (ganz wörtlich) seit ich denken kann an unglaublichen Migräneanfällen. Ich überlegte mir ob ich es vielleicht versuchen sollte. Aber erstmal wollte ich den "Stoff" testen. 2.8mg sind die medizinische Dosis. 4.0mg sind die Grenzmenge, darüber sollte man nicht gehen.

Erste Strophe

Für die Vorbereitung meines ersten Trips bestellte ich mir ca. 100 madagaskarische Samen bei einem befreundeten Botaniker, der den Wirkstoffgehalt in denn Samen ganz gut biologisch standardisieren konnte. Ich wusste also, was auf mich zukam. 10 Samen sollten meine Erstdosis sein. Ich entschied mich für einen Kaltwasserentzug. Das Ergebnis nach 2 Tagen war eine braune zähere Brühe. Der Geruch war nicht auszuhalten.

Ich saß also da, starrte den Becher mit dem Gebräu an und entschied mich (Freitags, 12Uhr) ihn zu trinken. Beim Trinken, was sich lange hinzog, merkte ich, dass es gar nicht so übel schmeckt, es brennt nur etwas auf der Zunge. Komischerweise krieg ich bei dem Gedanken daran trotzdem Würgreize, selbst bei dem Anblick von allem, was ich irgendwie riechen kann und was mit dem Erlebnis zu tun hatte. Ganz ehrlich, ich musste mir ein neues Rasierwasser zulegen. Nunja, kurzum: Es ist nichts, absolut gar nichts passiert. Mich hat sehr verwundert, dass ich nicht mal Übelkeit gespürt hab.

Ach Mist, dachte ich mir, doch alles Humbug? Den nächsten Freitag habe ich einen neuen Versuch gestartet. Ich habe 3 (in Worten drei) Samen einfach so zerkaut, ohne sie vorher zu waschen o.ä. . Und die haben reingehauen. Ich merkte nach einer 1 Stunde, dass ich etwas erschöpft bin, so wie nach ein paar km Schwimmen, und legte mich auf die Couch. Ich war SO erschöpft, dass ich nicht mal den Gedanken fasen konnte aufzustehen. Ich starrte einfach die Decke an, und in mir machte sich eine Euphorie breit. Ich lag dort 7 Stunden, sprach nicht, trank nicht (auf LSA irgendwie nicht nötig) und grinste die Decke an, meine Augen bewegten sich nicht.
Es ist wie das Gefühl aus einem Busfenster zu schauen, so inspirierend, nur viel angenehmer.

Bridge

Danach setze ich wieder Hoffnung in LSA und hab beschlossen mir mal so richtig die Kante zu geben. 4.0mg sollten es sein. Ich werde jetzt nicht darauf eingehen wie ich das gemessen und / oder entzogen habe, aber es hat gut 5 Tage gedauert und es kam sehr viel raus. Dazu hab ich mir noch Gelcaps besorgt. Es werden mir zwar viele widersprechen, aber ich weiß inzwischen, dass es auch bei LSA Plateaus gibt. Das erste wäre Breit-Sein, das zweite High-Sein und das dritte Plateau Sigma, auf dem ich mich befand. Genau wie bei DXM kann man die Dosis aufteilen und einen bestimmten Moment abwarten, um nachzulegen und so bei gleicher Dosis mehr Wirkung zu erziehlen.

Strophe 2

Ich wollte also auf Plateau Sigma. Ich hatte mein Zimmer im Internat, mit meinen Kollegen L, E und J. Desweiteren noch ein Nebenzimmer, in dem unter anderem M, aber auch T wohnt, der schon sehr viel Erfahrung mit Cannabis hatte.

16Uhr hat das ganze begonnen, als ich die erste Dosis auf leeren Magen mit ner Menge Wasser einnahm. Ich verdödelte eine 45 Stunde vor dem Computer, als plötzlich ein Mädchen ins Zimmer gestürmt kam, und verkündete, es seien noch Steaks auf dem Grill übrig (sie hatten ein Stück auswärts gegrillt). Ich stand auf, und wir gingen alle zum Grillplatz. Auf dem halben Weg merkte ich ein sehr starkes schmerzhaftes, aber dennoch angenehmes Ziehen in den Beinen. Ich fand das lustig. Ich hab mir dann dort ein Steak geschnappt, bin mit meinen Kumpels zurück und aß es (17.15 Uhr). Und man! Das war das beste Steak in meinem ganzen Leben. Tja, jetzt gehts los dacht ich mir, und nam die zweite Dosis. Ich saß also an meinem PC und zockte ein wenig. Ich pausierte das Spiel als ich merkte, dass meine Beine nicht mehr existierten. Ups, wohl eingeschlafen, und ich stand entschlossen mit einem Ruck auf, um das wieder auf den Stuhl zu sacken. Alle schauten mich verdutzt an, bis vor wenigen Minuten war ich ja noch soweit normal.
Ich senkte den Blick auf meine Beine und musste einen grunzenden Laut von mir geben, als ich sie wieder spürte, als würden ganze Schwimmbäder Blut auf einmal durch meine Adern fließen, als würden meine Beine in die Luft gehen. Je stärker der "Schmerz" wurde, desto wohler fühlte ich mich, das meine ich ganz wörtlich. Das Grunzen hat erst recht nochmal Aufsehen erregt. Ich erwiderte die Blicke nicht und wandte mich J zu. Ich wollte schon lange über iTunes auf meine Musikfestplatte zugreifen, aber dieses nette Programm will ja gleich alles kopieren (ich bin Programmierer, mich regt sowas maßlos auf). Ich will also J fragen wie das geht:

Ich: "Wie kann ich ..."
J: "Was?"
Ich: "will...itunes...europa"

Ich dachte mir, jetzt wird er es verstanden haben, immerhin hab ich es ihm grad zweimal gesagt. Ich betrachtete die Situation nochmal in meinem Kopf und mir viel auf, dass ich im nur zusammenhanglose Wörter an den Kopf geschmissen habe. Wtf? Du wirst doch wohl noch sprechen können. Ich versuchte es nochmal. Während ich dem verdutzten J irgendwelche Neologismen entgegnete, betrachtete mein geistiges Auge meinen Mund von innen, wie er "sprach". Verdammt nochmal warum redest du so einen Blödsinn, du kannst immerhin noch richtig denken.
Aber J hatte mich verstanden, kam auf mich zu, und ich stand höflicherweise auf. Diesen Moment sah ich in Zeitlupe aus der Perspektive einer Ü-Kamera. Währenddessen überkam mich ein Gefühl des Schwebens, wie in einem herunterfahrenden Fahrstuhl. Ich entschied mich, mich auf die Couch zu setzen, da der Zeitlupenmoment, mir irgendwie ZU lang vorkam. Bevor ich allerdings einen Schritt tun konnte, sah ich wieder ganz normal, und merkte dass ich direkt vor der Couch stehe. Ich war also da, bevor ich dahin gelaufen bin, bestimmt war das dieses Schwebegefühl. Ich fiel einfach um, auf die Couch.

Jetzt gehts los. Das folgende beschreibt den Zeitraum von 19 bis 20Uhr. Ich saß da und starrte einen Gegenstand im Zimmer an. Sobald mir der Name des Gegenstandes eingefallen war, entstieg ich langsam meinem Körper nach oben. Das konnte ich dadurch stoppen, indem ich auf einen anderen Gegenstand schaute, dann ging das wieder von vorn los.

Um 8 wurde ich aus dieser Situation gerissen, als T unsere Hausmutter auf Kontrollgang hörte, und mich ins Bad schleifte, die Tür von innen abschloss (auf meinen Wunsch). Da saßen wir, auf dem Boden. Jetzt begann die totale geistige Erfahrung. Mein Denkprozess war in Ebenen gegliedert. Die erste war mein klarer Verstand, danach der Hyperspace. Beide konnte ich vereinen, und dann so schnell denken, das Sprechen, oder irgendwelche Artikulationen nicht mehr möglich waren. Danach kam das was sich sah. Ich merkte wie ich jedes einzelne Bild sah, es in meinem klaren Verstand analysierte, antworten wollte, aber es nicht konnte, weil ich durch diese Wand aus Gedankenfluten nicht hindurchkonnte.

T stellte mir dann solche dummen Fragen wie: "1+1=?", ihr war so angekotzt davon und wollte ihm sagen, dass er mal was intelligenteres fragen sollte, aber ich brachte nur andere Wörter und Wortgruppen heraus, was T so faszinierte, dass er immer weiter fragte.

Um 22Uhr brachte mich meine Mannschaft dann ist Bett. Jetzt stellt euch vor ihr hab einen Krampf in jedem Muskel am Körper, badet grade in Säure, kaut auf Glas und eure Eier klemmen an einer Autobatterie. Tut weh beim Gedanken daran oder? Das ist nichtmal ansatzweise so schlimm, wie dass was jetzt auf mich zukam. Ich würde das folgende nicht als Horror bezeichnen, nur als über-intensive Erfahrung, die zweite Dosis wirkte. Mein klarer Verstand löste sich aus meinem Ebnenkonstrukt, war aber nich in meinem Körper, also ich konnte noch denken, für mich. Aber diese Gedankenwand, dieser Hyperspace schnürte sich nun vollkommen zu und übernahm die Kontrolle über alle meine Artikulierungsmöglichkeiten. Ich bekam spastische Anfälle, musste jeden Finger, beide Arme, meine Beine in alle Richtungen bewegen, das machte meinem Verstand schon Sorgen. Aber dann kam die Sprache. Ich habe noch nie so schnell gesprochen, jeder, JEDER, ja verdammt nochmal JEDER Gedanke der im Hyperspace herumschwirrte, ich musste ihn ausprechen. Ich habe Wahlen analysiert, seitenweise Wikipedia zitiert, ganze Artikel referriert, die ich noch nie bewusst ganz gelesen habe, ich wusste jedes Detail, jedes Textes jeder Person. Ich sprach alles aus, ich nahm kein Blatt vor den Mund. Ich knallte J an den Kopf, er hätte meine Beziehung zerstört, und versucht das gleiche jetzt auch bei anderen Paaren, weil sich dieser rücksichtslose Rammler um keine Gefühle schert (eigentlich wollte ich ihm das schon immer mal sagen (es ist wahr) aber ich habe mich nie getraut).

Mein Verstand betrachtete meinen Körper wie er verrückt spielte. Ich habe mir mehrere blaue Flecken zugezogen und hätte mir fast einen Arm gebrochen. Ich schrie und propagandierte, dass alle es hören konnten. Ich war so außer Atem, dass ich (wie bei starken Migräneanfällen) meinen Puls als Blitze in meinen Augen sah, und ich konzentrierte mich mit aller Kraft darauf, ruhig zu liegen. Aber mein Körper zwang mich wieder rumzufuchteln. Dieser Zustand höllischer Qualen (ich untertreibe keineswegs) hielt ganze 4 Stunden an. Dann bin ich wohl vor Erschöpfung eingeschlafen.

Outro

Der Trip war am nächsten Tag um 21 Uhr mit meinem Abendlichen Kaffee auf einen Schlag zu Ende (am Koffein lags nicht). Bis dahin befand ich mich noch in Plateau 1. Schönes Gefühl, nach der letzten Nacht.

Nun, aufgrund der Züchtung der Samen war mir keineswegs übel, zu keiner Zeit. Ich entschied mich, einen normalen Trip zu machen irgendwann. Inzwischen möchte ich darauf hinweisen, dass die Toleranz für eine solche Dosis ungefähr 4 Wochen anhält.

Ich will nun weder davon abraten, noch dazu raten diese "Droge" so zu konsumieren wie ich. Ich fand es toll, egal was passiert ist oder was passiert wäre, denn ich finde jede Erfahrung toll, auf die ich mich willentlich einlasse. Ich möchte diese nicht missen.

Danke für deine Geduld!

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