| Tripbericht lesenÜbersicht: | Titel: | Mein Körper | | Drogen: | Mischkonsum von Absinth, DXM, Cannabis und DHM (Reihenfolge vom Autor festgelegt) | | Autor: | S3D4TIV | | Datum: | 09.08.2012 21:08 | | Set: | Depressive Stimmung seit Monaten, stressiger Alltag, jedoch vorfreudig auf den Trip | | Setting: | Zuhause, Dachbodenzimmer mit Grünen Wänden, etwas düster | | Nützlichkeit: | 8,70 von 10 möglichen (23 Stimmen abgegeben) |
Bericht: Jooo LdT, was geht? :D
ihr lest grade meinen ersten Tripbericht, einen Bericht über meine lebensverändernde Erfahrung mit Dextromethorphan (DXM). Geschrieben habe ich diesen Bericht mit einem Ziel: Das Erlebte zu verarbeiten. Noch heute schaudert es mir, wenn ich an das Erlebnis zurückdenke und ich empfehle schon an dieser Stelle niemandem diese Droge jemals leichtgläubig zu missbrauchen.
Zu meiner Person:
Alter: *editiert*
Größe: 182cm
Gewicht: 105kg
Grund für ersten Drogenkonsum: Ich musste meinen Horizont erweitern
Vorlieben für: Mathematik, Logisches Denken, Chemie, Giftmischerei, usw.
Erfahrungen mit: Cannabis, Amphetamin, DXM, DPH, Ritalin, Ephedrin, HBWR, Toluol (Narkotisches Lösungsmittel, enthalten in Benzin), Tilidin, Kokain usw.
Zur Psyche: Seit dem 14. Lebensjahr weiß ich, dass ich anders bin. Ich bin schwer introvertiert. Kommunikation strengt mich an und bin ungern unter Leuten. Drogen haben daher auf mich eine radikal andere Wirkung als auf manch Anderen hier. Erlebe regelmäßig Pseudohalluzinationen mit Hanf (Lustigerweise seh ich immer Ähnliches: Lukey Luke oder einen Haufen Asiaten in Anzügen mit Koffern in der Hand.).
Zu DXM:
Mit DXM explizit kam ich schon früher oft in Verbindung und rate dringend jedem Unerfahrenen von dieser Droge ab. Es handelt sich bei ihr um eine stark dissoziative, psychedelische Substanz, die in vielen Apotheken rezeptfrei erhältlich ist. Trotz dieser Rezeptfreiheit empfinde ich DXM als sehr ungeeignet für alle, die ein Legal-High suchen. DXM wirkte auf mich schon immer mies. Doch je mehr Erfahrung ich damit aufbaute, desto schlimmer wurden die Trips.
Vorbereitungen zum Trip:
Mein früherer Umgang mit DXM beschränke sich - mit Ausnahme meines erprobenden Erstkonsums - oft auf die Dosis von 20 Kapseln (600mg). Zurückblickend überlege ich oft, ob ich diese Dosis jemals hätte überschreiten sollen. Das erste Plateau war für mich schon immer uninteressant, da ich immer stark auf dissoziative Effekte aus war, welche sich frühestens ab dem zweiten Plateau blicken lassen. Die von mir bevorzugte Dosis (600mg; 5,2mg/kg; zweites Plateau) erzielte bei mir von Anfang an eine dissoziative Wirkung. Bei anfänglichen Versuchen war ich oft schockiert und in Panik versetzt durch die teils extremen Nebenwirkungen dieser Substanz, aber davon muss ich euch wahrscheinlich nichts erzählen. Oft ich auch beim 'Trippen' auf dem zweiten Plateau schon Effekte, die ich objektiv deutlich dem dritten Plateau zuschreiben würde. Aber genug von mir:
Es näherte sich ein Wochenende, an dem ich unverhofft viel Zeit für mich selbst finden sollte. Flink wie ich bin nutzte ich dies aus, ich schwang mich auf mein Rad und düste zur nächstgelegenen Apotheke um DXM zu besorgen - dabei bekam ich zum ersten mal seit vielen Versuchen tatsächlich 2 Packungen ausgehändigt. Dies ist hier in meiner Umgebung sehr unüblich - wie ich mit der Zeit feststellte. Zuhause angekommen leitete ich alles ein für ein vernünftiges DXM-Wochenende - dazu sagte ich sämtliche Termine ab und mixte mir einen 1L Grepefruit-Absinth-Cocktail, denn ich dachte mir, dass ein wenig Thujon nicht schaden würde. Wie hoffentlich bekannt ist, verlängert das in der Grapefruit enthaltene Naringin die Wirkung des DXM, wenn es zu Naringenin metabolisiert wird. Hinter mir lag eine sehr anstrengende Woche voller Alkohol und Marihuana, wovon ich bis zum Zeitpunkt des Trips nicht vollständig erholt war. Als ich dann am Nachmittag mit dem Hund draußen war, teilte mir mein Vater mit, dass er mit Nachbarn ein kleines Feuer im Garten machen wollte. Ich sagte ihm in diesem Moment ab, wusste aber, dass er mich früher oder später nochmals damit nerven würde. Ich merkte schon in der Vergangenheit oft, wie mit Hilfe von Grapefruit der Trip und auch dessen Anfluten deutlich verlängert wurden. Auch dieses mal sollte es so werden. Da das Erlebnis länger zurück liegt, kann ich leider keine Zeitangaben machen. Der mir bevorstehende DXM-Trip sollte erstmals über die 600mg-Grenze hinausschießen, da ich eine Konsumdosis von 870mg (ca. 8,3mg/kg, drittes Plateau) beabsichtigte.
Ich konsumierte am späten Nachmittag im Alleinsein das DXM. Ich beschäftige mich daraufhin online mit Freunden und Videos.
Der Trip:
Nach etwa 2-2,5 Stunden bemerkte ich die ersten Effekte: eine unterschwellige Euphorie, gefolgt von immer stärker werdendem Schwindel. Die ganze Zeit unterlegt von einem Gefühl der Alarmbereitschaft. Ich freute mich an diesem Punkt eigentlich noch, da ich viel von diesem neuen, stärkeren Trip erwartete. Ich versuchte die dadurch erzeugte Aufregung zu unterdrücken und achtete stärker auf mein Körpergefühl. Es dauerte nicht lange und stärkerer Schwindel trat sein. Ich kannte dieses Gefühl bereits von früher - es lässt sich wohl am besten mit dem Wort 'Schwerelosigkeit' beschreiben. Ansonsten ist dieser Level gut vergleichbar mit der Wirkung, wie man sie nach 4-5 Bierchen erzielt: Euphorie, leichte Verwirrtheit, Schwindel und die nette Verzögerung in der Optik, wenn man seinen Kopf langsam zur Seite dreht. Noch war ich guter Dinge und wartete weiterhin. Schon etwa eine halbe Stunde später bemerkte ich, wie sich die Wirkung vertiefte. Ich war grade damit beschäftigt innerlich auf der 'Live-Release-Party' von Marsimoto 'abzugehen', als die ersten wirklichen Wellen des zweiten Plateaus erschienen. Die Haut auf meiner Brust färbte sich Rot und fing an zu jucken. Ich ignorierte es, wie ich es immer Tat und lenkte mich irgendwie ab. Dabei entging mir auch, wie der Trip von Moment zu Moment tiefer wurde. Vermutlich vergingen nur einige Minuten, bis ich begann die ersten DXM-typischen Filme zu schieben, vertiefte mich ungewollt immer tiefer in Gedanken und versank langsam in meiner heißgeliebten dissoziativen Welt. Meine Brust fühlte sich an, als hätte ich einen schweren Sonnenbrand, auf den Schultern war es am schlimmsten. Dennoch: Bis hierhin gleich alles den mir bekannten Trips auf dem zweiten Plateau. Ich platzierte mich auf mein Sofa und genoss etwas elektronische Dub-Musik aus meiner speziell für solche Gelegenheiten erstellten Playlist. Ich befand mich bereits in meinem DXM-Universum, ohne wirklich darauf eingestellt zu sein. Wie ich es kannte genoss ich meine fremdartigen, tot wirkenden Gliedmaßen vorerst, doch wenige Minuten später merkte ich, dass der Trip deutlich tiefer werden sollte als beabsichtigt. Mein Körper war nicht nur warm - wie ich es vom Dex gewohnt war - er glühte regelrecht. Auf meiner heißen Stirn bildeten sich Schweißperlen und ich tauchte in einen Zustand totaler Alarmbereitschaft ein. Meine Augen waren ungewollt weit aufgerissen und ich atmete trotz alle vorliegenden Ruhe sehr schnell, panisch. Ich weiß noch, wie ich angsterfüllt zum Spiegel wollte, um mich zu betrachten. Nach langer Reise am Spiegel angekommen sah ich nichts außergewöhnliches, außer dass ich die Augen soweit aufriss, dass meine Augäpfel beinahe rausrutschten. Ich warf mich auf mein Bett und spielte ruhigere Gedanken ab, um meinen Körper zu beruhigen. Ich wusste zwar, dass es 'nur' das serotonerge System meines Körpers war, was so verrückt spielte, dennoch erlebte ich solche Panik in fast jeder meiner dissoziativen Nächte.
Nach wie vor gab es in mir immernoch eine klitzekleine Stimme, die guter Dinge war. Vermutlich, da mir nichts von alledem wirklich neu war. Doch wie in Wellen oder Schüben wurde es schlimmer, denn plötzlich überkam mich ein Schauer der Panik und Angst, da ich hörte, wie jemand in der Wohnung meiner Eltern (Wohne im Dachgeschoss) an der Tür klingelte. Das Schicksal (oder der Trip) musste mir an dieser Stelle ein Bein stellen. Ich riss mich so zusammen, wie ich nur konnte und stolperte die 15 Stufen in die Wohnung meiner Eltern und ging an die Türanlage, die längst mehrmals schellte. Ich konnte nur stammeln. Ich versuchte deutlich zu klingen. Ich lief in den Hausflur und schaute die Treppe runter. In diesem Zustand glich ich eher einem wilden Tier, welches um sein Leben bangte, als einem Menschen. Unten im Treppenhaus erblickte ich meinen Nachbarn, er rief hoch und fragte mich, ob ich nicht runter nach draußen kommen wollte. Wieder versuchte ich mich mit aller Kraft zusammenzureißen und stammelte laut etwas wie "Ne du, bin schon im Pyjama und gucke fern.". Dabei hörte ich mich selbst, wie ich jeden dritten Buchstaben verschluckte. Zu meinem Glück kaufte er mir das serotonerge Gestotter ab und ich konnte mich in Ruhe wieder in meinem Zimmer einsperren. Als ich den Schock verdaute überwältigte mich der nächste Schock: Nie zuvor war ich so 'drauf' und 'weggebeamt' wie in diesem Moment. Ich realisierte langsam, dass der Trip immer noch am anfluten ist. Ich bekam Angst, obwohl ich die reguläre und bekannte Dosis um nur 270mg überschritten habe. Meine Umgebung wurde mir fremd, die Couch war nicht länger 'meine vergötterte Couch', sondern nur noch ein Holzgestell mit Kissenbezug. Mein Arm war nur ein bewegliches Stück Fleisch mit Gewebe und Blutbahnen. Alles wurde absolut objektiv, kalt und leblos - eben so, wie ich meine Welt tief im Inneren doch eigentlich am Liebsten hatte. Jedes mal auf DXM bin ich schockiert von dieser Kälte und bin noch Tage danach so menschlich und herzlich, wie nur geht. Doch dieses mal übertraf sich alles: Ich nahm den gesamten Raum als zusammenhangslose Einheit war, mein Verstand ließ sich vollständig auf die trockene DXM-Welt ein. Ich betrachtete das Karomuster des Industrieteppichs in meinem Zimmer - allein dieser Anblick entferne mich von allen Wahrnehmungen meiner Gefühlswelt. Man kann das ganze leider nur schwer mit Worten beschreiben - diejenigen unter euch, die Erfahrung mit Dissoziation haben, werden meine Worte am ehesten verstehen. Jedenfalls war es ein unglaubliche Psychofilm, der sich mir offenbarte. Ich war nicht mehr in der Lage vernünftige Gedanken zu fassen und realisierte schon bald nichtmehr, dass ich überhaupt zuhause war.
Filmriss
In meinen Erinnerungen finden sich Fetzen wieder, in denen ich mitten in meinem Zimmer stand und Musik lief. Ich weiß noch, dass ich die Musik nur noch als Klänge und Töne wahrnahm - nichtmehr als zusammenhängendes Musikstück. Ich verstand den Gesang auch nicht mehr. Das sogenannte 'Flanging' trat ein. Keine meiner Gefühle waren noch wirklich verbunden mit meinem Körper - am besten beschreibt sich dies mit einer 'umgekehrten' Wirkung von MDMA. Negatives feeling, Erkaltung und Leblosigkeit legten sich wie ein Film über alles. Wie ich dort in meinem völlig fremden und kalten Zimmer stand überkam mich die Endlichkeit allen Lebens. In diesem Moment hatte ich das erschreckende Gefühl, als könnte ich sämtliches Leben in meinem Körper mit einem einzigen Gedanken zum erliegen bringen. An ein 'Körperfeeling' war nicht mehr zu denken, denn diese Effekte hatten ihren Ursprung jenseits des mir Bekannten. Es war, wie ein mathematische multidimensionaler Funktionsgraph, indem irgendein Parameter zur Auslöschung alles lebendigen in mir führen könnte. Natürlich waren das nur gedankliche Halluzinationen der Abbauprodukte des DXM.
Trotzdem war dieses Angstgefühl wie ein Nackenschauer ohne Genzen. Die reine Todesangst - fern jeder Panik. Ich war mir zwar bewusst, dass es von etwas Psychedelischem in mir kam, doch dieses Gefühl konnte ich nicht beeinflussen. Es kam von der Droge selbst (In späteren Trips fand stellte ich des öfteren fest, wie die gedanklichen Halluzinationen im wahrsten Sinne des Wortes Kontrolle über den Körper erlangten.).
Filmriss
Ich liege auf der Couch und versuche meine Gedanken zu fassen. Optische Halluzination traten zwar keine auf, doch zum ersten mal erlebte ich wahre CEVs. Ich schloss meine Augen und ohne nach irgendetwas zu suchen erkannte ich vor meinen inneren Augen mich selbst. Das war kein Nahtoderlebnis oder so, ich sah einfach ein Portrait meines Kopfes. Extrem definierte Bartstoppeln, bleiche Haut und ein gebügeltes violettes Hemd, zugeknöpft bis obenhin (Welches sich im übrigen nicht in meinem Kleiderschrank wiederfindet.). Ich öffnete die Augen und war mir sofort der CEV bewusst. Ob ich an diesem Abend noch mehr gesehen habe, weiß ich leider nicht.
Filmriss
Ich kann mich daran erinnern, wie ich von einer 'Stelle' in meinem Zimmer in Richtung Schreibtisch bewegte und mich setzte (Wo diese 'Stelle', weiß ich absolut nicht). Wie ich in diesem Zustand überhaupt noch stehen/gehen konnte ist mir auch bis heute unklar. Offenbar kann man auf DXM vieles ohne es zu realisieren. Einen mir unbekannten Zeitraum später schaltete ich in iTunes etwas buddhistische Meditationsmusik an (Anmerkung: Bekenne mich zum Buddhismus, meditiere bei Gelegenheit.).
Filmriss
Ich sehe meinen Schreibtisch am helllichten Tag, das Sonnenlicht strahlt auf das gelbliche Ahorn-Funier und der iMac stand ausgeschaltet darauf, es sah aus, wie auf einem Photo. Der Rest des Zimmers war unklar, doch ich weiß, dass ich mich selbst sehen konnte. Ich sah mich, wie ich an dem Schreibtisch saß. Ich saß einfach da, aktionslos. Dieser Moment glich eher einem Traum als der Realität. Außerdem wurde dieser 'Moment' komplett reduziert auf einen reinen 'Zustand'. Ich fühlte keine Zeit vergehen, kein Vorankommen im Geschehen. Das Bild dieses Zustandes haftet bis heute in meinem Kopf und mich überkommt Gänsehaut bei dem alleinigen Gedanken an diese tote Welt. In diesem Zustand war es nicht etwa, als wäre die Zeit stehengeblieben, nein, es war vielmehr so, als würde Zeit überhaupt nicht existieren. 'Zeit' wurde vollkommen gegen etwas ersetzt, was sich allenfalls in meinen Gedanken 'Zeit' nannte. Im Nachhinein realisiere ich, dass ich zwar auch in der Realität an diesem Schreibtisch saß, sich jedoch alles, was ich wahrnahm nur wie eine Projektion in meinem Hirn anfühlte. Es war jedoch weder eine optische Halluzination, noch irgendeine CEV. Außerdem war es bereits am Dämmern und ich habe wohl ununterbrochen auf meinen Tisch oder an die Wand gestarrt, dennoch habe ich im Kopf nur das Bild von meinem Körper, wie er an dem sonnigen, gut beleuchteten Schreibtisch saß und nichts tat.
Filmriss
Ich komme langsam zu Bewusstsein und war mir darüber bewusst, dass in den letzten Stunden einiges passiert sein muss. Es war bereits früh am Morgen und ich versuchte verzweifelt meine Gedanken zu verarbeiten. "Was zum Teufel war das eben?" - diese Frage schwirrte noch am nächsten Tag durch meinen Kopf. "Ich habe die Dosis doch kaum erhöht - wie konnte es so einer surrealen Wirkung kommen?!". Ich war noch immer auf Dex, fern der Realität, doch mittlerweile befand ich mich im Stadium des Abklingens. Ich konnte nichts von allem, was ich Erlebt habe verstehen und musste mich umgehend schlafen legen - ein Gefühl, was ich von DXM nicht kannte.
Der Tag danach:
Am am Nachmittag des folgenden Tages war ich trotz allen Schlafens noch immer durcheinander wie ein Haufen verbogener Stecknadeln. Ich wusste nicht, was es war, was ich da erlebt habe. Ich konnte es einfach nicht zuordnen. Ich habe bereits Tripberichte über Erlebnisse auf ähnlichen DXM-Blutkonzentrationen gelesen, doch keiner von ihnen konnte Beschreiben, was das war. Ich setzte mir strickt das Ziel, dass meine Spielerei mit DXM ein Ende haben muss, doch den Wissenschaftler in mir packte dann doch die Neugierde und am Abend des nächsten Tages verleibte ich mir meine restlichen 330mg DXM, einhergehend mit 250mg Diphenhydramin (DPH). Da ich eine schier überempfindliche Körperchemie habe, war dies eigentlich eine eher dumme Idee. Der Blutkonzentration nach würde es sich dabei jedoch nur um einen Trip handeln, der sich irgendwo am Anfang des zweiten Plateaus ansiedeln würde. Ich hatte aufgrund meiner tagsüber stattfindenden Planungen außerdem etwas Hanf bei mir, welcher meine Zweifel in Rauch auflöste.
Der zweite Trip:
Die - in meinen Augen lächerlichen - 330mg begannen aufgrund der fehlenden Grapefruit schon nach etwa 60-90 Minuten ihre Wirkung zu entfalten. Ich setzte mich also auf mein Sofa und entspannte bei 'Two And a Half Men' bis zum Eintritt der vollen Wirkung. Das DPH legte los, ich konnte meine Gedanken langsam aber sicher nicht mehr fassen. Lange warten musste ich nicht, doch es war wieder anders als ich es kannte. Wenn ich mich nicht täusche, blieben die Nebenwirkungen aufgrund der geringen Dosis nahezu vollkommen aus. Dennoch saß ich auf dem Sofa und fühlte die Dissoziation über meinen Verstand laufen. Bevor ich anfangen sollte zu träumen, wollte ich der Glasbong noch die Ehre erweisen, sie zeigen zu lassen, was sie alles so kann. Ein großer Head blieb lang in der Lunge und der zweite ließ nicht auf sich warten. Ich vergaß total, dass es mir eigentlich darum ging mein Erlebnis zu verarbeiten, denn der DXM-Trip und der THC-Rausch vereinigten sich zu etwas Neuem, etwas Anderem. Ein Jammer, dass das DPH so ein Lag in die Gedanken reißt. Die kalte Seite des DXMs verschwand schnell, die delirante Seite wuchs dafür umso mehr. Der Serie konnte ich schon nicht mehr folgen, ich schaltete sie also irgendwie (?) aus und befand mich auf meinem Sofa. Von dort aus schaute ich dann plötzlich wieder irgendeine Sendung - bis heute weiß ich jedoch nicht, welche Sendung es war und ob es überhaupt irgendetwas war, da mir mein Verstand sehr realistische Szenen vorspielte. Der Rausch war psychisch so stark, dass ich keine meiner Gedanken mehr dafür verwenden konnte über irgendetwas in meinem Hirn nachzudenken. Lediglich zwei Situationen haben sich eingebrannt:
1.) Ich sitze auf der Couch und will zum Schreibtisch (Wegstrecke ca. 2,5m). Ich stehe auf und meine Beine sind erfüllt von der DXM-typischen Kraftlosigkeit. Als wären die aus Papier und gefüllt mit Helium. Ich war kaum in der Lage zu stehen ohne umzufallen. Schritt für Schritt kämpfte ich mich bei Herzrasen zum Schreibtisch, immer in der Hoffnung nicht in mich zusammenzusacken wie ein Sack Kartoffeln. Alles was danach kommt weiß ich natürlich nicht mehr.
2.) Ich sitze auf meinem Sofa, habe - wenn ich mich recht erinnere - noch einen Kopf geraucht und in den Raum gestarrt. Ich brauchte keinen Fernseher, der Rausch bot mir Spannung genug. An der Wand hing irgendetwas, was aus meiner Perspektive zweidimensional irgendwie ein beinahe gleichschenkliges Dreieck bildete. Vielleicht war es meine Hose am Kleiderhaken - ich weiß es nicht. Dieses Dreieck sah ich vor mir, als wäre es auf eine transparente Folie gedruckt worden. Farbe und Form veränderten sich langsam: ein dunkelblauer Inhalt und eine hellblaue, dicke Kontur prägten das längliche Dreieck. Und es bewegte sich in schnellen Bewegungen, als würde ein Tremor-Patient an besagter Folie wackeln. Cut.
Neben besagten Szenen finde ich ansatzweise noch weitere Erinnerungen an diese Nacht. Ich hatte wohl noch mehr dieser Pseudohalluzinationen, kann mich jedoch nichtmal daran erinnern, wie ich überhaupt ins Bett gegangen bin. Die nächsten Tage war ich voll und ganz damit beschäftigt das besagte Wochenende zu verdauen. Nie war ich psychisch so fertig und ausgelaugt wie an diesem Tag. Seit dem hatte ich nur einen weiteren Trip auf Dextromethorphan, der zugegeben im blanken Wahnsinn endete. An dieser Stelle bedanke ich mich fürs lesen ;) Hier findet ihr noch einige Bilder, die ich als Photoshopfan aus Liebe zum Bericht erstellt hab. Sie beschreiben das Grundfeeling während des Trips anhand der Farben ganz gut, nicht aber, wie sehr man während des Trips körperlich am Ende ist:
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