-- Set, Setting, Konsum
An dem Tag war ich alleine in der Wohnung, meine Eltern waren außer Haus. Ich hatte noch einen angefangenen Joint und dachte mir, dass ich den ja mal ausprobieren kann. Das erste mal hatte ich den geraucht, als nen Freund von mir da war, ich hatte allerdings zu wenig geraucht und es war mir auch nicht gut bekommen.
Dieses mal sollte es besser laufen, ich holte den Joint raus und roch erstmal -> verbrannt und schäbig.
Ich dachte mir "ach egal, den zündest du sowieso an" und wollte ihn mir gerade anzünden. Da dachte ich mir aber, da ich sowieso alleine zu Hause war, dass ich mich jetzt mal richtig schön entspannen kann, also setzte ich mich ganz gemütlich auf den Sitzsack, holte mir noch nen Aschenbecher dazu und begann zu rauchen. Obwohl ich kein Raucher bin funktionierte es außergewöhnlich gut. Es hat mich zwar immer wieder etwas geschüttelt, als ich den Rauch einzog, aber im Gegensatz zu früheren Erfahrungen ging es richtig gut.
Einen ganzen Cannabis-Trip hab ich mir zum Beispiel mal versaut, weil mir ein Freund nen Headshot (dabei bläst Person A Person B den Rauch direkt in den Mund) gegeben hat und ich so angefangen habe zu husten und zu schlucken (mind. 2 Stunden Halsschmerzen)
Jedenfalls, um wieder zurück zu kommen, war ich fröhlich am rauchen und versank immer tiefer in meinem Sitzsack. Als der Joint aufgeraucht war ging es mir richtig gut, ich war ganz entspannt und drückte den Joint aus, entsorgte ihn auch direkt, weil ich ihn nicht vergessen wollte (hatte Angst, dass ihn Jemand sieht).
-- der eigentliche Trip
Ich war nun also drauf und das typische Gewurschtel in meinem Kopf startete. Gedanken schossen wie auf einem Highway durch meinen Kopf, meine Neuronen waren angespannt, es fühlte sich an, als würde mein Gehirn unter Spannung stehen.
Ich konnte spüren, wie ich komplexe Denkleistungen abschloss und wieder neu durchging, ohne dass sie mir aber bewusst geworden wären. Ich spürte einfach nur, wie sich alle Neuronen in meinem Kopf neu verknüpften.
Ich fing zunächst an, an einem Bild weiterzumalen. [habe leider keinen Scanner] Es handelte sich gewissermaßen um abstrakte Kunst, aus einem Busch entstand ein Drache, aus dem wieder etwas neues herauskam. Dieses Bild hatte ich zuvor, ohne Substanzeinfluss gemalt. Unter Cannabis begann ich nun, wilde Linien, immer wieder von kleinen Zuckungen geführt, zu zeichnen. Nach ein wenig gemale schaute ich auf das Bild und dachte mir "ach, vergiss es" und ließ wieder ab.
Nach dem Trip beschaute ich mir nochmal das Bild und ich konnte genau erkennen, was ich auf Cannabis gemalt habe. Jegliche Form war verloren gegangen und ich konnte überhaupt Nichts erkennen, es machte im Bild keinen Sinn, was ich hinzugefügt hatte.
Im nachhinein glaube ich, dass mein Unterbewusstsein zu der Zeit ne Menge Sachen (vor allem Stress) verarbeitet hat und mich somit aus dem Konzept (unfähig, mich zu konzentrieren) gebracht hat.
Jedenfalls fing nun die Zeit der Halluzinationen an.
Nachdem ich mich aus meinem Sitzsack in mein Bett gelegt hatte und die Augen schloss, sah ich einen Gott. Allerdings nicht im Christlichen Sinne. Es war ein Wesen, das schon seit Ewigkeiten lebte. Es bestand aus einem Dreieck mit Armen und Beinen. Irgendwie erinnerte er mich an die Maya. Es wird nun etwas schwer das zu beschreiben: Dieses höhere Wesen wollte nun sein Wissen an andere (nicht so hoch entwickelte) Wesen weitergeben, wobei es sich glaube ich nicht um technisches, sondern philosophisches Wissen handelte. Jedenfalls beobachtete ich, wie es mit einem Pinsel in der rechten Hand eine Wand beschrieb. Diese Wand war >scheinbar< unendlich und erinnerte mich auch an die Maya. Das Wesen begann also zu schreiben und sagte dazu immer "tuk-mak-mak". Ich beobachtete es, teilweise auch seine Gedanken. Von Beginn an wollte das Wesen aufschreiben, was es wusste, jeden Tag (die Zeiteinheit ist kompliziert zu erklären, eigentlich war es wesentlich kürzer, es war wie im Zeitraffer) wollte es dokumentieren, dabei schrieb es, desto mehr Erfahrung es beim schreiben gemacht hatte, immer schneller.
Indem es schneller schrieb, sagte es auch immer schneller "tuk-mak-mak" (ich habe es noch Heute im Kopf, denn diese akustische Halluzination war äußerst lebhaft). Mit dieser außerordentlichen Geschwindigkeit begann das Wesen nun die Zeit zu verändern, denn irgendwie wurde das Wesen so schnell, dass es gewissermaßen in die Zukunft reiste. Mir ging durch den Kopf, dass kein anderes Wesen dieses hohe Wesen jemals mehr einholen könnte, denn irgendwie bewegte es sich (ich nenne es mal "tuk-mak-mak") durch die Zeit und zwar immer schneller. Wie gesagt, das hier ist die Stelle, die man eigentlich nicht mit Alltagslogik nachvollziehen kann und die ich auch nicht wirklich beschreiben kann. Nun, als mir dieser Gedanke kam, da wurde tuk-mak-mak plötzlich aufmerksam und es kam mir so vor, als hätte es mich gehört. Es stoppte sofort zu schreiben und drehte um. Ich glaube, es wollte einfach nicht alleine sein bis zum Ende der Ewigkeit.
Im weiteren Verlauf des Trips lief ich noch high durch die Küche, immer im Kreis um den Tisch und hatte noch das tuk-mak-mak-Geräusch im Kopf. Es war fast wie ein Beat für Drogentrips, zu schnell um es unter normalen Umständen als schön zu empfinden, aber im Cannabisrausch gerade richtig, um es mit absrakter Logik als schön zu empfinden.
Schlussendlich kam ich dann runter, habe natürlich erstmal nen ordentlichen Fresskick mit nem Döner geschoben und schlief danach wie ein Stein (dazu auch noch sehr lange, ca 12 Stunden glaube ich)
Fazit: Der Trip war sehr außergewöhnlich im Gegensatz zum einfachen chillen auf Cannabis. Mir war nicht bewusst, dass man solche CEVs durch Cannabis erreichen kann aber habe es definitiv genossen. Die Hallus waren nicht sehr lebhaft, insofern gab es nichtmal ansatzweise die Gefahr von "hängen bleiben" oder ähnlichem, ich empfand es sogar als sehr interessant. Vor allem war es philosophisch interessant, über diese Problemstellung nachzudenken (Ähnlich wie die Q's aus Star Trek) - was tut ein unendlich schlaues Wesen, das Wissen für die Nachwelt dokumentieren aber dabei das eigene Leben vergessen ? Oder doch wieder zurück in die Zivilisation ?
Letztendlich noch die Entspannung: Wie schon gesagt habe ich das Gefühl, dass Cannabis Unterbewussten Stress abbaut, vom dem ich mehr als genug habe. Sollte sich das bewahrheiten, dann hat Cannabis nicht nur einen medizinischen (zB bei Chemo-Therapie) sondern auch einen psychologischen Sinn (keine Gefahr abzustürzen und extreme Entspannung / lösung unterbewussten Stresses -> hat da Jemand vll ähnliche Erfahrungen ?)
leichter Schwindel zu Anfang (evtl sogar Nikotin-flash ?), der Trip selbst war aber einfach nur genial und philosophisch anregend. Ich muss unbedingt mal Pilze ausprobieren.