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Tripbericht lesen

Übersicht:

Titel:Zeitreise auf 2C-D
Drogen:Mischkonsum von 2C-B und Cannabis (Reihenfolge vom Autor festgelegt)
Autor:Weltraumechse
Datum:17.01.2014 21:09
Set:Entspannt und gut vorbereitet
Setting:Draußen in einem Park am Waldrand, mit Steinen und bunten Lichtern
Nützlichkeit:8,78 von 10 möglichen   (27 Stimmen abgegeben)

Bericht:

ACHTUNG! HIER GEHT ES UM 2C-D, NICHT UM 2C-B!!
Die Drogenliste bietet leider nicht die Option, selbst Drogen einzutragen, darum musste ich den einzigen näheren Verwandten von 2C-B aus der Liste wählen.
2C-B wirkt nicht wie 2C-D und die Dosis ist bei 2C-B auch deutlich niedriger!

-----


*enter two travellers*

Echs : Guck mal, da ist fast nichts mehr los. Viel Zeit haben wir nicht mehr.
Knesseth : Dann lass uns das Zeug ziehen.
Echs : Ja, dann flutet es noch rechtzeitig an. Ich hab auch Strohhalme dabei. Haste n Spiegel oder sowas?
Knesseth : Wir ziehen einfach direkt aus den Kapseln!
Echs : Das sollte hinhauen. Ich hab das schon mal mit 2C-E probiert, war gar nicht so schlimm wie Alle immer behaupten. Hier, bitte.
Knesseth (zieht, beginnt auf dem rechten Auge zu weinen) : Gaaah!
Echs (zieht und weint ebenfalls) : OH FUCK
Knesseth (schwer atmend, verwundert) : Es wirkt schon!
Echs : Verdammt, das BRENNT!

*ab*

Zwischen den Blättern der Bäume war ein Gleißen, die charakteristische Klarheit und Kälte von LEDs. Grün und Blau und Magenta leuchtete es, während wir an summenden Generatoren vorbei über den gestampften Erdboden auf unser Ziel zutaumelten. Mit jedem Schritt schienen meine Beine die Länge zu ändern, mein Fuß traf den Boden nie in dem Moment, in dem ich es erwartet hätte. Der näherkommende Lichtschein wirkte, als franse er an den Rändern aus, eine fraktale Korona. Sphärische Musik plätscherte über die Szenerie, als wir den Park betraten.

Wir hatten gerade beide jeweils 40 mg 2C-D insuffliert, das sich jetzt munter durch unsere Schleimhäute ätzte und anhob, die Welt gewaltig durchzuschütteln. Ein Teil des seltsamen Meskalinderivats hatte begonnen, meinen Rachen hinunterzutropfen, beißend legte es sich über meine Geschmacksknospen und ließ mich bereuen, dass ich die Kapsel nicht einfach geschluckt hatte. In einer Ecke des Parks standen ein paar Techniker und wuselten um Kabeltrommeln und wuchtige Flightcases herum. Besucher waren außer Knesseth und mir keine mehr zu entdecken. Zum Glück, in einer Menschenmenge wollte keiner von uns jetzt sein. So blieb uns noch ein Rest der Lichtshow, ohne dass wir uns mit der erwarteten Mischung aus Rentnern und Dorfkiffern herumschlagen mussten, die gerade während des Konzerts hier gestanden haben mochten.
Wir trotteten weiter, zwischen Quarzit, Basalt, Tuffen und wie die überall verteilten Gesteinstrümmer noch so hießen. Eruptivgestein, Sedimente, metamorphes Gestein, alles hübsch ausgeleuchtet. Extraterrestrisch, fremdartig, der zugedrogte Verstand mochte nicht so recht fassen, was der Sinn und Zweck dieser Veranstaltung war.
Wir kamen in eine abseits gelegene Ecke des Parks. Knesseth stieß mühsam „Ich muss liegen“ hervor und ließ sich auf den Boden fallen. Ich probierte kurz, mich auf eine Bank zu legen, aber keine Körperhaltung war geeignet, dem chaotischen Wirbeln meines Gleichgewichtssinns Herr zu werden. Also stand ich wieder auf, versuchte so gut es ging die Schwankungen auszugleichen und rauchte eine Zigarette, während die Steine und Bäume weiter kalt und in außerirdischer Plastizität vor sich hin glühten. So viel Kantenschärfe und doch konnte ich nichts fokussieren, ein optisches Rätsel.

***

Wir waren zurück am Bus, den wir als Basislager in der Nähe des Parks abgestellt hatten. Das Schwanken schien nachzulassen, das Brennen in der Nase war weg, den kaustischen Chemiegeschmack spülte ich mit Wasser fort. Entsetzt stellte ich mir vor, was passieren würde, wenn uns das Wasser ausginge. Vor meinem geistigen Auge entspann sich eine postapokalyptische Szenerie, in der wir in zerlumpten Outfits aus der Fantasie eines technogeschädigten Kostümdesigners durch die australische Wüste irrten.
Knesseth kämpfte sich durch das Anfluten der Droge, indem er ruhig auf einer Matratze im Bus lag, ich entschied mich stattdessen für Bewegung und wanderte über dunkle Feldwege und Waldränder, während die Wolken am Nachthimmel über mir in grellen Primärfarben pulsierten.
Das Gefühl, im Trip Tritt zu fassen breitete sich aus, mir wurde klar, dass der beschwerliche Teil fast vorbei war und jetzt der Spaß beginnen konnte. Ich suchte den Weg zurück zum Bus, immer noch in jeder dunklen Ecke ums Gleichgewicht kämpfend.
Dort angekommen stellte ich erfreut fest, dass es auch Knesseth besser ging. Er begann jetzt wieder, wie es seine Art war, aus jedem winzigen Anlass spontan Kunst zu machen. Dabei halfen ihm ein Synthesizer im Taschenformat und ein paar Knicklichter, mit denen ich begeistert Figuren in die Luft malte. Eine gute Playlist und das Autoradio waren auch vorhanden, während drüben im Park das letzte Equipment verstaut wurde.
Wir beschlossen, den Technikern aus dem Weg zu gehen und stattdessen einen Spaziergang zu unternehmen. Eine Tüte war auch dabei und kam genau zur rechten Zeit.

2C-D wird oft als psychedelisches Tofu bezeichnet, man sagt ihm nach, die Wirkung anderer Drogen zu verlängern ohne sie zu verändern. Beim Weed jedenfalls wirkt es wie ein Filter, es lässt die inspirierenden Teile der Wirkung durch, aber alles Träge, alle Plattheit bleiben außen vor. Sobald die Tüte einschlug begann ein großartiger geistiger Höhenflug.
Wir waren ein Stück außerhalb des Waldes auf einem Feldweg, zu unserer Rechten breitete sich ein Roggenfeld aus, in zackigen scharfen Kontrasten stachen die Ähren hervor. Dahinter Streuobst, wie von Spinnweben bedeckt. In der Ferne leuchteten die Fabriken, Artefakte, die Besucher aus dem All hinterlassen haben mochten. Links von uns wuchs auch Roggen, die Konturen des Feldes wie unter einer Rauhreifschicht eingefroren, am Rand wirkte es flauschig und weich wie ein Bausch Baumwolle. Alle Oberflächentexturen waren verändert, das Licht so klar, der Verstand überschlug sich, raste durch wilde Assoziationsketten, voller Bilder die so lebensecht wie ein Dokumentarfilm waren. Ich fuhr mit der Hand durch das Getreide, pflückte eine der Ähren, schälte die Körner heraus und fühlte mich wie im steinzeitlichen Mesopotamien. Wir waren die ersten Menschen, die Ackerbau betrieben, das 2C-D hatte uns zurück durch Raum und Zeit bewegt.
Knesseth hatte ebenfalls eine der Ähren gepflückt und eines der Knicklichter daran befestigt. Die Ähre wurde zu einer biomechanischen Kreatur, ein Alien, im nächsten Moment eine Meeresschnecke. Bilder von bizarren Wirbellosen tanzten durch meinen Kopf, Ernst Haeckels Bilder von Quallen und Mollusken kamen mir in den Sinn.
Wir redeten ohne Pause über all diese Ideen, das Gespräch raste in einem unglaublichen Tempo von einem Thema zum nächsten, während mein Verstand mühelos drei weitere Gedanken parallel entwickelte. Mutterkorn, Biologie, der Aufstieg und Fall von Zivilisationen, dazwischen unsere Beobachtungen zur Wirkung des 2C-D.
Wir hatten einen Pakt mit der Droge geschlossen, ihr Untermiete in unserem Nervensystem gewährt, damit sie ihre Wirkung entfalten, von einer bloßen chemischen Verbindung zu einem Rausch werden konnte.

Während wir wieder zum Bus zurückwanderten, reiste ich weiter durch die Zeit, wir führten unser Gespräch im Florenz der Medici oder in den Salons des viktorianischen England, immer umgeben vom Geist einer Zivilisation, die ohne Unterlass und ohne jede Demut nach Höherem strebte und alle ihre Interaktionen als Pakt, als etwas Transaktionales, als ein Geschäft auffasste. Mir wurde klar, dass das nicht meine eigene Weltsicht war, dass das 2C-D in meinem Verstand eine historische Simulation laufen ließ, eine beschleunigte Westentaschenversion der abendländischen Kultur abspielte.
Ich hatte die Gelegenheit, als Beobachter live dabei zu sein, den Aufstieg unserer Kultur und ihren Weg in den Untergang auf eine Art nachzuvollziehen, die den wenigsten Menschen zuteil wird. Ich war begeistert und beschloss, komplett mitzuspielen.
Knesseth hatte ohne es zu ahnen genau diesen Plan perfekt vorbereitet. Bald stand ein Goa-Festival an und er hatte begonnen, dafür einen umfangreichen Kostümfundus in seinem Bus einzulagern, aus dem wir uns jetzt bedienen konnten.
Ich pickte mir einen Frack und eine spiegelbesetzte Weste heraus, er warf wallende Roben in Blau und Gold über und setzte sich eine ausgestopfte Haube auf, bis er wie ein orthodoxer Priester auf Pappen wirkte.
„Wenn jetzt die Bullen vorbeikämen, wie würden wir das erklären?“
„Das geht nicht.“

Noch schnell eine Tüte gedreht, Taschenlampen eingepackt und zurück in den jetzt vollkommen stillen Park.

Auf dem Weg hatte ich ein unglaublich starkes Bedürfnis, zu staksen wie Raoul Duke in Fear and Loathing. Ich rannte, sprang, kletterte, die Unbeholfenheit zu Beginn des Trips war vollkommen weg und ich bewegte mich mit traumwandlerischer Sicherheit. Keinen Augenblick wollte ich stillstehen, ununterbrochen tigerte ich auf und ab. Auf einem Hügel in der Mitte des Parks rasteten wir und rauchten die Tüte.
Von hier oben konnte man zwischen den Bäumen hindurchsehen, die Felder und Straßen der Umgebung breiteten sich vor uns aus.
Ich verwandelte mich in Napoleon, warf die Schultern zurück, reckte das Kinn, klemmte die rechte Hand hinter meinen Rücken und spürte all die Macht und den Größenwahn, der Imperatoren zu eigen ist. Meine Armeen marschierten über den Kontinent und opferten sich für die Errichtung meines Imperiums, ließen sich verschieben wie Schachfiguren während die Kanonen donnerten. Schon stand ich vor den Toren Göttingens, wollte die Bombardierung befehlen, als mir die Folgen meines Wahns dämmerten.
Die Art, wie ich die Hand hinter den Rücken klemmte, das war nicht Napoleon.
Ich war Hitler.
Die ganze Hybris und der Wahn unserer Zivilisation stürmten auf mich ein. Die Reise war vorbei, die letzte Konsequenz des Machtstrebens unserer Kultur war offenbar, der ganze Irrsinn dahinter, der sich dünn als Kultiviertheit maskierte und die Völker ins Verderben führte.
Hinter mir spielte Knesseth einen langen, klagenden Ton auf seinem Taschensynthesizer, während das Imperium in meinem Kopf einstürzte.

***

Es gäbe sicher noch viel zu erzählen, aber das waren die eindrücklichsten Teile des Trips.
Der erste, schwierige Teil dauerte etwa eine dreiviertel Stunde. Darauf folgten etwa 2-3 Stunden Peak, während dem sich die ganze Zeitreisevision ereignete. Danach ließ die Wirkung zwar nach, konnte aber mit einer Tüte jederzeit wieder aktiviert werden.
Später hatten wir sehr guten Appetit und aßen unter Anderem eine Wassermelone, die vielleicht das Erfrischendste war, dass ich je gegessen habe.
Es dauerte eine Weile, bis ich schlafen konnte, aber das ist bei mir normal, wenn ich kiffe. Knesseth schlief etwa 6 Stunden nach Einnahme, obwohl er im Laufe des Abends noch mehrmals Ethylphenidat nahm.
Nach dem Trip konnte ich keine störenden Nach- oder Nebenwirkungen außer einem Wadenkrampf während der Nacht feststellen.
Insgesamt scheint die Wirkung von nasal konsumiertem 2C-D nur wenig kürzer als bei oraler Einnahme zu sein. Der Comeup ist kürzer und der Body Load generell reduziert, aber das wird mit einem absolut brutalen Brennen in der Nase erkauft. Ich kann diese Konsumform unter dem Gesichtspunkt der Harm Reduction absolut nicht empfehlen!
Der Trip wirkte auf mich auch rauher und hektischer als beim Schlucken der gleichen Menge, das weiche und elastische Körpergefühl, das ich sonst mit 2C-D verbinde, fehlte leider etwas. Ich kenne das eigentlich als Droge, die perfekt zum Tanzen geeignet ist.
Die oft behauptete Wirkungsverstärkung bei nasalem Konsum habe ich nicht beobachtet, will das aber nicht verallgemeinern.
Insgesamt hat 2C-D an diesem Abend wieder mal gezeigt, dass es eine sehr unterschätzte Droge ist. Optisch passierte zwar wie erwartet wenig, aber der mentale Aspekt, die Perspektive historischer Personen einnehmen und sich komplett in eine mir absolut fremde Gedankenwelt hineinversetzen zu können war einfach faszinierend. Es war wirklich, als wäre ich selbst dabei gewesen. Eine chemische Zeitmaschine, irgendwo zwischen Psychedelikum, Entaktogen und nootropischem Stimulanz. In dieser Form einmalig.

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