LdT-Forum

Seite (Beiträge 1 bis 15 von 28) »

AutorBeitrag
» Thread-Ersteller «
Abwesender Träumer



dabei seit 2010
144 Forenbeiträge
2 Tripberichte
5 Galerie-Bilder

  Geschrieben: 10.12.10 11:55
Hallo liebe Leute! :)

Ich hab ein paar Fragen und hoffe auf ein paar Antworten.
Seit ein paar Wochen hab ich nen nervigen Husten zudem am Montag unglaubliche Schmerzen auf der linken Seite an der unteren Rippe hinzugekommen sind. Die Schmerzen treten am stärksten beim Husten; Niesen oder eben dan auf wenn ich da unten die Muskeln anspanne oder auf die Stelle drücke. Ich war beim Lungenfacharzt und habe ein CT machen lassen und alles außer ein paar Flecken (unbekannter Herkunft) und einer leichten Lungenentzündung habe ich eig nichts und die Lungenentzündung hätte ich nichtmal bemerkt hätte der Arzt nichts gesagt. Die Schmerzen kann sich der Arzt nicht erklären...

Naja und jetzt soll ich 10 Tage lang Antibiotika nehmen wovon ich mal sowas von garnix halte. Ich vertraue der Pharmaindustrie genau kein Stück und will eig vermeiden irgend ne scheisse zu nehmen. Dazu kommt das ich nächste Woche Geburtstag habe und das gebührlich Feiern wollte mit nem 3 Tägigen Partymarathon und ner defitgen MDMA Session. Da man Alkoholkonsum und MDMA wahrscheinlich auch vergessen kann wenn man Antibiotika nehmen muss ist mir klar.
Achja und so nen Inhalationsspray hab ich auch bekommen der die Bronchien öffnen und stabilisieren soll, is es da schlau Bong zu rauchen? Naja die Antwort kann ich mir denken...

Wie seht ihr das kann man auf Antibiotika verzichten?
Man wird doch auch so wieder Gesund oder?
Was haltet ihr von Antibiotika?
Kann ich einfach vor den 10 Tagen aufhören das Zeug zu nehmen wenns mir dan schonwieder besser geht?
Meine Gedanken rasen mit 200 Sachen über meine Gehirnautobahn!

Hallo SpongeBob! Ich hab gehört, du bist krank im Hirn, da hab ich dir ’ne Kekspizza mitgebracht!
Ex-Träumer
  Geschrieben: 10.12.10 12:09
1. ich würde sie nehmen und auf die drogen verzichten, denn mit einer lungenentzündung ist nicht zu spaßen!
2. ich weiß nicht genau, aber es kann sein dass das mdma mit den antibiotika keine wechselwirkungen hat. die meisten neueren antibiotika kann man auch ohne probleme mit alkohol kombinieren, würde aber einfach aufgrund der lungenentzündung selbst keine drogen nehmen (außer kiffen vielleicht).
3. bong ist halt schon etwas krass, aber wenn du es nicht lassen kannst... naja, cannabis ist auch immerhin entzündungshemmend.
4. wenn du ein antibiotikum vor der angegebenen zeit absetzt hast du erst recht ein problem! die überlebenden bakterien werden dann sehr wahrscheinlich resistent gegen das zeug und somit auch gegen viele andere antibiotika die änhlich wirken. die folge davon ist, dass es sein kann dass du die dann erst recht nicht mehr wegbekommst.
5. kann schon sein, dass man ohne auch wieder gesund wird, kann aber auch nicht sein. also wenn du nicht willst, dass es richtig kacke wird und es dir richtig scheiße geht, du ins krankenhaus musst oder im schlimmsten fall sogar daran stirbst dann nimm das zeug und gut ist. deine schmerzen und die lungenentzündung werden wahrscheinlich nach ein paar tagen verschwunden sein. die 10 tage musst du aber aus dem vorhin genannten grund trotzdem durchziehen!

lg tg

ps: ich glaube auch nicht jeden kack den einem ärzte und die pharmaindustrie einreden wollen, aber antibiotika sind wirklich eine gute sache. ohne die wäre man nämlich manchmal richtig derbe im arsch. nicht dass ich sowas oft oder wegen kleinigkeiten nehmen würde, aber wenn man schon länger entzündungen hat die von selbst nicht mehr weggehen dann sollte man eigentlich froh sein, dass es antibiotika gibt. ich habe sowas noch nicht oft genommen, aber bei 39° fieber, das gefühl von zerbrochenen flaschen im hals und kopfweh wie nach 20 bier und das über tage war ich dann schon sehr froh als der spuk nach 3 tagen antibiotikum vorbei war.
 
» Thread-Ersteller «
Abwesender Träumer



dabei seit 2010
144 Forenbeiträge
2 Tripberichte
5 Galerie-Bilder

  Geschrieben: 10.12.10 12:48
Dankeschön für die 1. Meinung :)
dass das mit dem Absetzen ne schlechte Idee is hast du Recht hab ich jetzt auch schon gelesen das man das unterlassen sollte^^.
ich überlege hald immer noch ob ichs anfangen soll, vermutlich werd ich bis morgen noch warten und dan mal schaun wie die schmerzen sind, mir kommt vor es wird langsam besser...
is euch schonmal aufgefallen was antibiotikum überhaupt heißt^^ ich find das makaber "Gegen Leben"

das cannabis entzündungshemmend is weiß ich nicht genau aber in meinem fall sicher nicht, ich hab mal gelesen das wenn hanf verbrennt die partikel von cannabis in der lunge entzündungen fördern aber ich halte den konsum zurzeit einfach so gering wie möglich, ein raucher kann schliesslich auch nciht einfach aufhören zu rauchen nur weil er ne lungenentzüdung hat. Die schmerzen an sich sind ja erträglich
Meine Gedanken rasen mit 200 Sachen über meine Gehirnautobahn!

Hallo SpongeBob! Ich hab gehört, du bist krank im Hirn, da hab ich dir ’ne Kekspizza mitgebracht!
Abwesender Träumer



dabei seit 2009
661 Forenbeiträge
1 Langzeit-TB

  Geschrieben: 10.12.10 12:57
hey gehirnautobahn

ich kann dich natürlich verstehen das du nicht alles glaubst was uns die pharmakonzerne erzählen aber bei antibiotika sieht es nunmal so aus das sie der menscheit schon sehr geholfen haben

einen husten, schnupfen o.ä kann man alles aushalten kein problem da hilft auch tee und bettruhe
aber hier geht es nunmal um bakterien und die sollte man nicht unterschätzen (gerade wenn sie bei dir im moment in der lunge wüten)

gut du hast geburtstag willst feiern kann man alles verstehen aber ich kann dir wie tego nur raten das antibiotikum zu nehmen
es mag sein das die schmerzen besser werden aber du solltest auch darüber nachdenken wogegen "gegen Leben" eingesetzt wird nämlich bakterien und die können sich meines wissens auch weiter ausbreiten obwohl man denkt man wird wieder gesund weil die schmerzn nachlassen

ich stopfe mir die fetten 1 oder 2 gramm tabletten auch nicht gerne rein aber nunja sie haben mir bis jetzt immer geholfen und da war es mir persönlich wichtiger gesund zu werden als auf drogen verzichten zu müssen :)

lg und gute besserung laxor




Abwesende Träumerin



dabei seit 2009
295 Forenbeiträge

ICQ
  Geschrieben: 10.12.10 12:58
Also das musst du echt selber wissen ob du dein Antibiotika nehmen willst oder nicht. Nimmst du es könnte die Sache in 10 Tagen vorbei sein, nimmst du es nicht wird es vielleicht länger dauern bis du gesund wirst. Im schlimmsten Fall verschlimmert sich dein Zustand sogar. Aber ganz ehrlich, wer mit einer halben Lungenentzündung freiwillig auf Antibiotika verzichtet, lieber weiter bong rauchen will und schon über die nächsten Parties nachdenkt, also dem kann es meiner Meinung nach gar nicht so schlecht gehen^^

ICH würde mein Antibiotika nehmen, schließlich ist jedes MDMA sicher ungesünder als das. Und das schlimmste was dir dann passieren kann ist das du zu deinem Geburtstag wieder fit bist. Also???????
Wach auf, wach auf sei bereit was zu sehen, mach dich locker um mit mir auf die Reise zu gehen. Lass dich treiben und komm vergiss den Alltag in dir, nimm den Zug zu den Sternen und sei glücklich mit mir!
Abwesender Träumer



dabei seit 2009
471 Forenbeiträge

  Geschrieben: 10.12.10 16:46

Gehirnautobahn schrieb:

Wie seht ihr das kann man auf Antibiotika verzichten?




Man kann es natürlich absetzen ohne dass es einen aus den Latschen haut oder so. Nur hat man dann halt die Chance, dass bereits wenige Krankheitserreger immun gegen das AB sind. Nimmst du das AB durch können sich die resistenten Erreger nicht so schnell vermehren, dass du nochmal krank wirst. Setzt du es aber ab, dann vermehren sich die resistenten Erreger rasend schnell und wenn du dann nochmal krank werden solltest dadurch, dann wird dir wieder ein anderes AB verschrieben. Setzt du das wieder ab, dann hast du bald superresistente Krankheitserreger. Steckst du jemanden damit an, dann wirken auch bei dieser Person die ABs nicht mehr.
Also lieber durchnehmen statt was zu riskieren. Gerade bei einer Lungenentzündung.

 
Abwesender Träumer



dabei seit 2009
561 Forenbeiträge
1 Tripberichte

  Geschrieben: 10.12.10 17:12
Also ich kann nur sagen das oft viel zu schnell Antibiotika verschrieben und geschluckt werden. Gibt haufenweise Menschen die wegen Schnupfen und Husten dazu greifen. Habe selber auch nen Freund der mittlerweile schon immer deutlich stärkere Medikamente bekommen muss, weil er als Kind recht häufig AB genommen hat.

Ich selber habe auch deutlich bessere Selbstheilungskräfte als die ganzen "Ich renne ü10 mal im Jahr zum Arzt"-Menschen, weil ich eben nur was nehme wenn es wirklich sein muss. Grippale Infekte, Durchfall, Erbrechen etc. gehören imho nicht dazu.

Da ich allerdings noch nie eine Lungenentzündung hatte, kann ich nicht urteilen wie es da aussieht. Informiere dich am besten wie Gefährlich usw es ist und dann entscheide.
Wenn es nur halb so wild sein sollte, nimmste die Antibiotika erst nach deinem Geburtstag. Wahrscheinlich biste nach so ner Session RICHTIG krank und kannst die Antibiotika auch wirklich gebrauchen ;-)
Und nebenbei machste auch nicht den Fehler sie vorschnell abzusetzen.
 
Traumland-Faktotum



dabei seit 2008
2.965 Forenbeiträge

ICQ
  Geschrieben: 10.12.10 17:26

Zitat:
Also ich kann nur sagen das oft viel zu schnell Antibiotika verschrieben und geschluckt werden. Gibt haufenweise Menschen die wegen Schnupfen und Husten dazu greifen



Das wiederspricht sich, greifen sie nun dazu, was selbstmedikation wäre, oder bekommen sie es verschrieben ? Letzteres bezweifle ich bei einem Schnupfen doch sehr. (Mich würde auch interessieren WOHER du weißt das Antibiotika viel zu oft verschrieben werden)


Zitat:

Ich selber habe auch deutlich bessere Selbstheilungskräfte



Bei nem Schnupfen hat die wohl jeder, da sist nichts besonderes.

Zitat:
Da ich allerdings noch nie eine Lungenentzündung hatte



Genau! Du hast keine Ahnugn wie es da aussieht, weil ihr alle kein Medizin studiert habt. Du spekulierst hier rum und gibst gefährliche vermutungen Preis. (Den anderen Beiträgern kann ich nur beipflichten)


Zitat:
Wenn es nur halb so wild sein sollte, nimmste die Antibiotika erst nach deinem Geburtstag.


Und woher weiß ER wie es um seine Lungenentzündung steht ? Das weiß sein arzt und wenn er genaueres wissen will soll er es mit seinem Arzt besprechen. Früher ist man (ja genau, weil man keine Medis hatte) an Lugenentzündungen gestorbe.

lg
"Ein Morphium, das keine Sucht erzeugt, scheint der moderne Stein der Weisen zu sein."
-William Seward Burroughs-
Ex-Träumer
  Geschrieben: 10.12.10 20:21

Zitat:
ich kann dich natürlich verstehen das du nicht alles glaubst was uns die pharmakonzerne erzählen aber bei antibiotika sieht es nunmal so aus das sie der menscheit schon sehr geholfen haben



Ich dachte immer Medikamente gibt's vom Arzt verschreiben und vom netten Pharmazeuten rausgegeben. Das man sich die im Krankheitsfall auch von den Pharmafirmen aufschwatzen lassen kann ist mir gänzlich neu.

Was Schreddernaut hier anspricht ist übrigens auch kein ganz unbedeutender Punkt. Halb nehmen ist die dümmste Entscheidung, die getroffen werden kann, ausser man steht darauf ein Brutkasten für resistente Balterienstämme zu werden. Wenn man das ganz penibel betrachtet gefährdest du so sogar deine Umwelt.

Zu einigen anderen Punkten hat sich gunrunner ja schon zur Genüge geäußert.

Und um mal eine Quintessenz abzuliefern: Nimm es oder nimm es nicht, beschwer dich im letzteren Fall aber nicht über etwaige Konsequenzen. Halb bitte gar nicht, das trägt nur unnötig zur Resistenzbildung bei.
 
Abwesender Träumer



dabei seit 2009
561 Forenbeiträge
1 Tripberichte

  Geschrieben: 10.12.10 20:34

Zitat:
Das wiederspricht sich, greifen sie nun dazu, was selbstmedikation wäre, oder bekommen sie es verschrieben ? Letzteres bezweifle ich bei einem Schnupfen doch sehr. (Mich würde auch interessieren WOHER du weißt das Antibiotika viel zu oft verschrieben werden)



Man muss es ja erst mal verschrieben bekommen, bevor man selber dazu greifen kann. Habe das schon sehr oft bei Freunden, Bekannten und Verwandten mitbekommen. Sowohl bei grippalen Infekten als auch bei leichtem Fieber o.Ä. wurden Antibiotika genommen anstatt sich einfach 2-4 Tage mal Bettruhe zu gönnen und den Körper sich erholen zu lassen. Allerdings muss ich zugeben das mir beim Verfassen des Posts nicht nur speziell Antibiotika im Kopf waren, sondern wohl auch dabei an die ganzen Schmerzmittel gedacht die teilweise wegen jedem Wehwehchen eingesetzt werden.


Zitat:

Zitat:

Ich selber habe auch deutlich bessere Selbstheilungskräfte



Bei nem Schnupfen hat die wohl jeder, da sist nichts besonderes.


Ich habe nicht gesagt das ich welche habe (was überflüssig wäre, weil das jeder hat), sondern das ich deutlich bessere habe. Meine Schwestern dürften wahrscheinlich eine recht ähnliche Genethik haben und trotzdem sind sie i.d.R. viel öfter, intensiver und länger krank als ich (nur um mal ein Beispiel zu nennen).


Zitat:

Zitat:
Wenn es nur halb so wild sein sollte, nimmste die Antibiotika erst nach deinem Geburtstag.


Und woher weiß ER wie es um seine Lungenentzündung steht ? Das weiß sein arzt und wenn er genaueres wissen will soll er es mit seinem Arzt besprechen. Früher ist man (ja genau, weil man keine Medis hatte) an Lugenentzündungen gestorbe.

lg



Ich habe doch gesagt er soll sich informieren (was tut man denn sonst wenn man zum Arzt geht?) und i.d.R. merkt man doch auch selber ob die Krankheit zurück geht und man sich erholt oder nicht.

Mal abgesehen davon sind die Menschen auch früher einfach öfter an vielen Krankheiten gestorben weil sie die Erreger nicht gewohnt waren und keine eigenen Körpermechanismen hatten, die diese Erreger bekämpfen konnten. Darum sind auch die Amerikanischen Uhreinwohner wie die Fliegen umgefallen als die Europäer dort auftauchten.
Da wir aber die Nachfahren von denen sind die lange genug überlebt haben um sich fortzupflanzen dürfte unser heutiges Immunsystem deutlich resistenter gegen Krankheiten sein die uns schon seit Jahrhunderten/tausenden begleiten (wie bei der "Turbo-Evolution" von Bakterien in der Petrischale)
 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 10.12.10 20:51

Zitat:
Mal abgesehen davon sind die Menschen auch früher einfach öfter an vielen Krankheiten gestorben weil sie die Erreger nicht gewohnt waren und keine eigenen Körpermechanismen hatten, die diese Erreger bekämpfen konnten. Darum sind auch die Amerikanischen Uhreinwohner wie die Fliegen umgefallen als die Europäer dort auftauchten.



Das ist Quatsch, die Menschen sind gestorben weil es zu der Zeit ganz andere Lebensumstände gab und die Medizin/Pharmazie nicht so weit war wie heute. Die immunologischen Mechanismen haben damals schon existiert und wenn nicht gerade völlig neue Krankheiten eingeschifft wurden, waren die auch genauso tauglich wie heute. Das sollte dir aber auch einleuchten, dass Bakterien/Viren-Infektionen heute in der ganzen Welt verteilt sind aufgrund der hohen "mobilität des Menschen", damals hat sowas natürlich nicht funktioniert und neue Erreger konnten sich dementsprechend gut ausbreiten (wenn sie denn einmal eingetroffen sind). Davon ab weiss ich gar nicht ob das mit den Ureinwohnern stimmt, aber wenn dann hat es nichts damit zu tun, dass der Mensch damals noch keine ausreichenden immunologischen Mechanismen hatt, sondern dass das einfach fremde Erreger waren zu dem noch keine Antikörper vorhanden waren bei den Ureinwohnern (die ja noch aufgrund vieler anderer Dinge tot umgefallen sind zu der Zeit).


Zitat:
Da wir aber die Nachfahren von denen sind die lange genug überlebt haben um sich fortzupflanzen dürfte unser heutiges Immunsystem deutlich resistenter gegen Krankheiten sein die uns schon seit Jahrhunderten/tausenden begleiten (wie bei der "Turbo-Evolution" von Bakterien in der Petrischale)



Bakterien unterliegen auch der Evolution und ohne anständige Versorgung, Ernährung und anderer misstände in der Lebensumgebung (z.B. keine hochgeheizten Häuser oder schlechtere hygienische Umstände) kann dich eine Lungenentzündung auch heute noch töten. Da muss man schon ein wenig differenzieter rangehen. Krankheiten wie die Grippe begleiten uns auch schon Jahrhunderte lang und sie tötet immer noch Menschen, eben weil die Viren zb einer besonders raschen Evolution unterliegen.


Zitat:
Allerdings muss ich zugeben das mir beim Verfassen des Posts nicht nur speziell Antibiotika im Kopf waren, sondern wohl auch dabei an die ganzen Schmerzmittel gedacht die teilweise wegen jedem Wehwehchen eingesetzt werden.



Freiverkäufliche Schmerzmittel und Antibiotika kannst du nicht miteinander vergleichen. Da existieren natürlich große Unterschiede und die sog. "kleinen Analgetika" werden i.d.T. viel zu oft falsch eingesetzt. Man kann zwar Beratung bekommen in Apotheken, aber sind wir doch mal ehrlich: Die holen sich die wenigsten, wenn es um Aspirin und co. geht. Schließlich sind das ja "harmlose" Medikamente - zumindest ist das eine weit verbreitete Laienmeinung. Ist natürlich genauso falsch, wie die Ausrufe die sie bis ins unendliche verteufeln.



 
Moderatorin



dabei seit 2006
3.328 Forenbeiträge
6 Tripberichte
1 Langzeit-TB
1 Galerie-Bilder

  Geschrieben: 10.12.10 23:24
Auf die Gefahr hin, dass ich jetzt mit Steinen beworfen werde, weil ich ja zu "den bösen Pharmaleuten" gehöre: Ich an deiner Stelle würde ein von einem kompetenten Arzt verschriebenes Antibiotikum auf jedem Fall einnehmen, und zwar genau so, wie es der Arzt gesagt hat.

Klar, Antibiotika wurden und werden zum Teil immernoch zu leichtfertig verschrieben. Aber es macht einen entscheidenden Unterschied, ob *Achtung Klischee* der genervte Allgemeinmediziner dem Patienten, der einen fiebrigen Infekt hat, ein Antibiotikum verschreibt ("Entweder der Infekt ist bakteriell bedingt, und wenn nicht, dann verhindern wir wenigstens Sekundärinfektionen") ODER aber ob ein Facharzt eine Krankheit diagnostiziert, die üblicherweise mit Antibiotika behandelt wird und dann die Therapie einleitet.

Blöde Frage vielleicht, aber was wäre die Alternative zur Einnahme des Antibiotikums? Würdest du dich dann ins Bett legen und Ruhe geben? Phytotherapeutika/Entzündungshemmer/ Homöopathie einnehme oder dir nen Zettel mit einem Y auf die Brust legen?
So wie ich deine Beiträge verstanden habe (korregiere mich bitte, falls ich falsch liege) sträubst du dich gegen das Antibiotikum, ohne dass du ein wirkliches Alternativprogramm hast.

Ich möchte nicht abstreiten, dass es möglich ist, auch schwerere Krankheiten ohne Antibiotika loszuwerden. Aber zum einen sollte das nur dann passieren, wenn man einen Arzt hat, der das unterstützt, zum anderen stellt sich für mich die Frage, ob einem die "selber geheilte" Krankheit so viel bringt, als das man die Unannehmlichkeiten auf sich nehmen will.

Damit mich niemand falsch versteht: Ich finde es sehr gut, dass die Patientien heutzutage interessiert an ihrer Behandlung sind und ein Mitspracherecht fordern. Allerdings entstehen Probleme dann, wenn der Laie beginnt, seinem Arzt grundsätzlich zu misstrauen bzw. bestimmte Substanzklassen zu verurteilen, ohne sich eingehend damit außeinanderzusetzen. Im Allgemeinen ist davon auszugehen, dass die meisten Ärzte ihr Handwerk verstehen und schon wissen was sie tun. Bei Unsicherheiten sollte man auch immernoch zuerst den Arzt selber ansprechen und nicht davon ausgehen, dass einem der entweder böses will oder inkompetent ist.
 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 10.12.10 23:53

Zitat:
Damit mich niemand falsch versteht: Ich finde es sehr gut, dass die Patientien heutzutage interessiert an ihrer Behandlung sind und ein Mitspracherecht fordern.



Findest du wirklich hier geht es um das Bestreben nach Mündigkeit oder um das Interesse einer Mitsprache? Es wird einfach ein Schlüsselwort in den Raum geworfen (das der pöhsen Pharmaindustrie) und versucht sich so seinen eigenen Konsum schön zu reden. Das diese Substanzen ebenfalls pharmazeutisch genutzt werden und man konsequenterweise vom Konsum dieser Absehen sollte, weil man der Pharmaindustrie "genau gar nicht vertraut" wird völlig außen vor gelassen. Aber gut auf diese Zwiespältigkeit möchte ich gar nicht eingehen, das bringt an dieser Stelle hier leider nichts.

Hier werden, wie so oft in Drogenforen, völlig undifferenziert betrachtet bestimmte Arzneimittelgruppen verurteilt. Mal trifft es Antibiotika und mal sind es Antidepressiva oder Neuroleptika und immer ist scheinbar die Pharmaindustrie höchstpersönlich an Diagnose, Verschreibung und Abgabe der Medikamente beteiligt.

Ich habe letzens ein paar Posts im "Kratom bald verboten" Thread geschrieben, da ist das gleiche Schema genauso aufgetaucht. Nur ging es da um den Sachverständigenausschuss des BfArM und um die Aburteilung als Hampelmänner inkl. nachfolgender scharfer Kritik an der gesamten Institution. Natürlich schwirren da auch auf einmal Begriffe wie Pharmaindustrie rum und teilweise liest es sich so, als würden sie selbst das BtMG schreiben, um den Usern hier gezielt ans Bein zu pissen. Das die eine Funktion erfüllen die wichtig und richtig ist, interessiert da niemanden. Genauso verhält es sich mit den Medikamente; es scheint manchmal als sei diese Einstellung einfach besonders chic und übernimmt sie deshalb völlig unreflektiert.

Das man die Dinge nicht immer schwarz/weiss sehen kann wird in Drogenforen leider oft vergessen. Den Kratomthread kannst du ja mal lesen auf den letzten beiden Seiten, da siehst du wie mit Argumenten und ernsthaften Anregungen zu einer differenzierten Betrachtung umgegangen wird und wie die Diskussion kurz danach weitergeht.

Sieht man ja auch wieder wunderbar am Threadersteller:


Zitat:
Naja und jetzt soll ich 10 Tage lang Antibiotika nehmen wovon ich mal sowas von garnix halte. Ich vertraue der Pharmaindustrie genau kein Stück und will eig vermeiden irgend ne scheisse zu nehmen.



Ich weiss nicht welches Antibiotikum er bekommen hat, aber er tut gerade so als hätte ihm die Pharmaindustrie das Zeug in die Tasche geschmuggelt und wollte ihm suggerieren er braucht dieses Medikament. In der Realität war er laut eigenen Aussagen aber bei einem Lungenfacharzt, der in seiner Laufbahn woll nicht nur ihn behandelt hat und weiss wann es Sinnvoll ist ein Antibiotikum einzusetzen. Wahrscheinlich ist es sogar ein Antibiotikum das seit Jahren auf dem Markt ist und damit auch ausreichend gut erforscht um seinen Einsatz zu rechtfertigen. Trotzdem wird hier damit argumentiert, dass man der Pharmaindustrie nicht vertraut und ringt so dem Arzt seine Kompetenz ab Diagnosen zu stellen und medikamentöse Therapien zu verordnen und das wahrscheinlich nur um sich am Wochenende abschießen zu können. Weiterhin möchte ich wetten, dass er weder beim Arzt selbst noch beim Apotheker mal nachgefragt hat ob es denn von Nöten sei und wie sich ein solcher EInsatz rechtfertigt.

Das hat finde ich nichts damit zu tun, interesse an seiner Therapie zu haben. Das ist Phrasendrescherei und Schwarz/Weiß-Sehen vom feinsten.

Zuviel positives und konstruktives Feedback auf deine Antwort soltest du dir also in der Tat nicht erhoffen.
 
Moderatorin



dabei seit 2006
3.328 Forenbeiträge
6 Tripberichte
1 Langzeit-TB
1 Galerie-Bilder

  Geschrieben: 11.12.10 00:22
@ JustAnotherOne: Wieso sollte ich mir nicht zuviel positives und konstruktives Feedback auf meine Antwort erhoffen?

Ich habe mit keinem Wort gesagt, dass die böse Pharmaindustrie gemein zu ihm sein will und er ganz recht hat, die Behandlung zu verweigern. Im Gegenteil, ich habe den letzten Absatz vervollständigend hinzugeschrieben, um nicht den Eindruck zu erwecken, dass ich eine komplette "Hörigkeit" den Ärzten/Apothekern gegenüber gutheiße.

Ich weiß nicht, was an diesem Absatz so problematisch ist.


Zitat:
Damit mich niemand falsch versteht: Ich finde es sehr gut, dass die Patientien heutzutage interessiert an ihrer Behandlung sind und ein Mitspracherecht fordern. Allerdings entstehen Probleme dann, wenn der Laie beginnt, seinem Arzt grundsätzlich zu misstrauen bzw. bestimmte Substanzklassen zu verurteilen, ohne sich eingehend damit außeinanderzusetzen. Im Allgemeinen ist davon auszugehen, dass die meisten Ärzte ihr Handwerk verstehen und schon wissen was sie tun. Bei Unsicherheiten sollte man auch immernoch zuerst den Arzt selber ansprechen und nicht davon ausgehen, dass einem der entweder böses will oder inkompetent ist.



Meine Aussage war eher allgemein gemeint, ich bin halt der Meinung, dass man als informierter Patient nicht alles schlucken muss. (^^pun intended) und sehr wohl angehört werden sollte.

Das Gefährliche ist, und das hab ich ja auch geschrieben, wenn einfach Misstrauen gegen "die" gehegt wird, ohne dass man sich sonderlich mit der Thematik auskennt. Und ja, ich finde die Hetzerei gegen bestimmte Substanzen auch bedenklich. Aber um das ganze mal humorvoll mit den Worten meines Biochemieprofessors auszudrücken: "Was ist der Unterschied zwischen einem Nord- und einem Südtiroler? Der eine findet Antibiotika ganz schrecklich, der andere Cortison."

@
 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 11.12.10 00:36

Zitat:
Ich habe mit keinem Wort gesagt, dass die böse Pharmaindustrie gemein zu ihm sein will und er ganz recht hat, die Behandlung zu verweigern.



Hab ich behauptet, dass du das gesagt hast?
 

Seite (Beiträge 1 bis 15 von 28) »