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LdT-Forum » Drogen & Gesellschaft » Politik & Justiz » Gutmenschen die neuen Nazis?!


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AutorBeitrag
Abwesender Träumer



dabei seit 2007
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  Geschrieben: 18.08.11 02:28
Traditionen sind manchmal auch förderlich. Die traditionelle chinesische Medizin ist so ein Beispiel. Auch die Schamanen üben traditionelle Riten aus. Friedhöfe sind auch Orte wo man die Tradition des "Totenkultes", des Gedenkens lebt.
Nicht die Droge ist das Problem, sondern die Gier nach mehr ...
Auf der Suche nach dem Schönsten im Leben stößt man oft auf den Tod
Wer gegen den Strom schwimmt, lebt auch vom Fluß
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 18.08.11 16:15
puh, da ist man mal zwei tage ohne internet und schon kann man nicht mehr mitreden. ist mir jedenfalls zu anstrengen auf alles einzeln einzugehen, aber ein paar sachen schon:


Zitat:
Da haben die linken aber richtig viel Arbeit geleistet, 2008 1,1% angenommene Asylantraege und 3,2% als Hoechstmaß. Klingt erschreckend, allerdings in einer anderen Richtung, als du meinst. Auch mit der Emanzipation ist es so eine Sache, noch immer verdienen Frauen deutlich weniger als Maenner in vergleichbaren Positionen, da ist noch nichts angekommen, leider.


natürlich hat deutschland als eins der reichsten länder unglaublich viel asylanträge. aber ist die lösung des problems, die gesamte welt in ein 350.000qkm -land zu holen? ich denke eher man sollte sich dafür einsetzen die lebensbedingungen in den flüchtlingsländern verbessern. die wollen ja auch nicht nach deutschland wegen der tollen landschaft und der "netten leute", sondern wegen wasser und nahrung und luxus(ungefähr in der reihenfolge).
und ich finde es auch nicht gerechtfertigt, dass deutschland verbrecherstaaten wie der türkei die arbeitslosen abnimmt, damit die ihr wirtschaftswachstum noch mehr verbessern können, während in afrika und asien die leute sterben wie fliegen und superdankbar für asyl wären. ein großer teil der türken hier dagegen findet deutschland total scheisse, ausser den sozialleistungen natürlich...

zur emanzipation bzw besser gesagt feminismus: es ist gut, dass frauen endlich die gleichen rechte haben. dass sie nicht sofort aufschließen können ist auch logisch. aber dagegen zu wirken indem man überall frauenquoten einführt, bewirkt zur hauptsache nur, dass falsche leute in den falschen positionen sitzen. es ist auch eigentlich frauenverachtend, wenn man ihnen nicht zutraut durch eigene leistung sich etwas zu erarbeiten. erzwungene gerechtigkeit ist keine stabile gerechtigkeit.
bei der bezahlung gebe ich dir aber recht, das ist unfair.


Zitat:
Du hast mich nicht verstanden. Die inhaltlichen Diskrepanzen und Unterschiede sind zu groß um sie als "rechts" und "links" zusammenzufassen. Ein Pendelmodell mit 30 000 Pendeln halte ich fuer sehr ungeschickt, darfst dies aber gerne konzipieren und vorstellen, habe großes Interesse, dein Modell zu sehen.


ja, es gibt hier halt ziemliche begriffsverwirrungen, ist wohl auch teils meine schuld. in diesem zusammenhang meinte ich mit links das meiner meinung nach inzwischen "rechts-linke gutmenschentum", was ja wieder schön schwammig klingt. aber wenn man etwas in überschaubarem rahmen diskutieren will muss man auch mal was in einen topf werfen. übertrieben gesagt wäre sonst von menschen zu reden ja ungerecht gegenüber dem individuum.


Zitat:
Und diese Gemeinsamkeit gibt es eben nicht, das versuchte ich zu erklaeren, hier ist kein Konsens vorhanden und verbote sind innerhalb der Linken in der Minderheit, hier haben eher libertaere Ansaetze Konjunktur.


in dem zusammenhang hat glaub ich keiner von der linken geredet. konkret ging es um die grünen.
aber ich meinte ganz allgemein den gesellschaftlichen mainstream.


Zitat:
Wo denn bitte? Kann mich bisher nur an die spanischen Kommunen erinnern, diese wurden militaerisch zerschlagen und sind nicht "an der Realitaet gescheitert", alles andere waren Halbgare versuche, aber beim besen Willen nicht das, was mensch heute als links bezeichnet. In der Schule lernt mensch natuerlich etwas anderes, da ist die DDR das Sinnbild des Kommunismus, aber wie sich eine Nationale Volksarmee mit libertaeren Ansaetzen in Einklang klingen laesst, darueber denkt niemand nach, aber das ist ja auch charekteristisch fuer die Praktizierung des Marxismus, welcher leider immer wieder mit dem Kommunismus verwechselt wird.


auch und gerade militärische zerschlagungen werte ich als "an der realität gescheitert". was ist denn realer als gewalt?


Langer schrieb:
Traditionen sind manchmal auch förderlich. Die traditionelle chinesische Medizin ist so ein Beispiel. Auch die Schamanen üben traditionelle Riten aus. Friedhöfe sind auch Orte wo man die Tradition des "Totenkultes", des Gedenkens lebt.


absolut. und nur weil sie manchen nicht ins konzept passen, heisst das nicht dass sie sinnlos sind. man kann nunmal keine instantlösung für alle probleme der welt finden, indem man immer sagt "hauptsache vorwärts" und mit zwang unliebsame traditionen abschafft. die "reaktionären" haben genauso ihre berechtigung(aber auch nicht die alleinige)
.
Ex-Träumer
  Geschrieben: 18.08.11 23:35
zuletzt geändert: 19.08.11 11:57 durch (insgesamt 1 mal geändert)

powertrip schrieb:

natürlich hat deutschland als eins der reichsten länder unglaublich viel asylanträge. aber ist die lösung des problems, die gesamte welt in ein 350.000qkm -land zu holen? ich denke eher man sollte sich dafür einsetzen die lebensbedingungen in den flüchtlingsländern verbessern. die wollen ja auch nicht nach deutschland wegen der tollen landschaft und der "netten leute", sondern wegen wasser und nahrung und luxus(ungefähr in der reihenfolge).



Dann sollte die Regierung das auch einmal tun. Entwicklungshilfe ist doch ein Witz, wenn mensch bedenkt, wie eben diese Laender auch durch deutsche Konzerne ausgebeutet werden, da geht viel mehr Geld verloren, als wieder zurueck gezahlt wird und das ist kein Geheimnis. Auch investiert die Regierung lieber in Frontex und aehnliche Unternehmen, die dann an den Kuesten von Fortress Europe patroullieren und Fluechtlingsboote zur Umkehr zwingen. Das ist die deutsche Realitaet und die ist zum Kotzen, ich erkenne da einfach keine linken Ansaetze, aber in der Schule hast du bestimmt etwas anderes gehoert, aber wie sollte es auf staatlichen Schulen auch anders sein.


powertrip schrieb:

und ich finde es auch nicht gerechtfertigt, dass deutschland verbrecherstaaten wie der türkei die arbeitslosen abnimmt, damit die ihr wirtschaftswachstum noch mehr verbessern können, während in afrika und asien die leute sterben wie fliegen und superdankbar für asyl wären. ein großer teil der türken hier dagegen findet deutschland total scheisse, ausser den sozialleistungen natürlich...



Das ja mal eine Aussage, bei der ich erst einmal schlucken muss. Deutschland nimmt keine tuerkischen Staatsbuerger_innen auf, die meisten leben hier schon seit vielen Generationen, mit welcher Begruendung soll denn ein Asylantrag eines/einer Tuerk_in in Deutschland gestellt werden, das ergibt ueberhaupt keinen Sinn, da Tuerk_innen in Deutschland (von den tuerkischen Kurd_innen einmal abgesehen) in Deutschland keinen Asylanspruch haben. Ich gehe aber auch nicht davon aus, dass du dich mit dieser Thematik explizit auseinandergesetzt hast, da du bei Asyl an "arbeitslose Tuerken", die "Deutschland scheiße finden" und auf unsere Sozialleistungen scharf sind denkst. Einfach ohne weitere Worte, Stammtisch at its best, keine Ahnung von der Materie, aber das Feindbild klar gesetzt.
Dass Deutschland auch keine Afrikaner_innen und Asiat_innen aufnehmen moechte, ist dir wohl auch entgangen, da haben welche tatsaechlich einen Asylanspruch.


powertrip schrieb:

zur emanzipation bzw besser gesagt feminismus: es ist gut, dass frauen endlich die gleichen rechte haben. dass sie nicht sofort aufschließen können ist auch logisch. aber dagegen zu wirken indem man überall frauenquoten einführt, bewirkt zur hauptsache nur, dass falsche leute in den falschen positionen sitzen. es ist auch eigentlich frauenverachtend, wenn man ihnen nicht zutraut durch eigene leistung sich etwas zu erarbeiten.



Es sprach niemand, sofern ich das lesen konnte, von einer Frauenquote, diesen Punkt bringst du nun zum 1. Mal in diese Diskussion mit ein, dennoch moechte ich dir den Hintergrund erklaeren: in einer sexistischen Gesellschaft brauchst du ein Druckmittel (in diesem Fall Geldbuße) um Gerechtigkeit erst einmal zu ermoeglichen. Wenn ein Wandel vollzogen ist, dann kann mensch auch wieder auf Frauenquoten verzichten, das ist zumindest der gedankliche Hintergrund. Bin auch kein Fan von, allerdings werden Frauen effektiv und nachweislich benachteiligt bei der Jobvergabe, womit ein selbst erarbeiten weitaus schwieriger ist als fuer einen Mann, da ist die Ungerechtigkeit, welche die Frauenquote beheben moechte. Frauen wird der Job zugetraut, aber den Bossen nicht genug Gerechtigkeitssinn.


powertrip schrieb:

auch und gerade militärische zerschlagungen werte ich als "an der realität gescheitert". was ist denn realer als gewalt?



Dann ist jede Gesellschaftsform, jedes Staatsprinzip, jedes Wirtschaftsprinzip schon mindestens einmal an der Realitaet gescheitert. Der Unterschied liegt doch darin, ob ein Staatsprinzip (oder im Falle der Anarchismus eine antistaatliche Gesellschaftsform) frueher oder spaeter an sich selbst zu Grunde geht/zu großen Ungerechtigkeiten fuehrt oder durch militaerische Intervention zerstoert wird.


 
Abwesender Träumer



dabei seit 2007
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  Geschrieben: 19.08.11 11:10
zuletzt geändert: 19.08.11 11:21 durch powertrip (insgesamt 1 mal geändert)

Zitat:
Dann sollte die Regierung das auch einmal tun. Entwicklungshilfe ist doch ein Witz, wenn mensch bedenkt, wie eben diese Laender auch durch deutsche Konzerne ausgebeutet werden, da geht viel mehr Geld verloren, als wieder zurueck gezahlt wird und das ist kein Geheimnis. Auch investiert die Regierung lieber in Frontex und aehnliche Unternehmen, die dann an den Kuesten von Fortress Europe patroullieren und Fluechtlingsboote zur Umkehr zwingen. Das ist die deutsche Realitaet und die ist zum Kotzen, ich erkenne da einfach keine linken Ansaetze, aber in der Schule hast du bestimmt etwas anderes gehoert, aber wie sollte es auf staatlichen Schulen auch anders sein.


meine ich ja auch, da muss ein völlig anderes system her. du tust gerade so, als wär ich ein regierungssprecher...
und aus der schule hab ich nun schonmal garnichts mitgenommen in politischer hinsicht.


Zitat:
Das ja mal eine Aussage, bei der ich erst einmal schlucken muss. Deutschland nimmt keine tuerkischen Staatsbuerger_innen auf, die meisten leben hier schon seit vielen Generationen, mit welcher Begruendung soll denn ein Asylantrag eines/einer Tuerk_in in Deutschland gestellt werden, das ergibt ueberhaupt keinen Sinn, da Tuerk_innen in Deutschland (von den tuerkischen Kurd_innen einmal abgesehen) in Deutschland keinen Asylanspruch haben. Ich gehe aber auch nicht davon aus, dass du dich mit dieser Thematik explizit auseinandergesetzt hast, da du bei Asyl an "arbeitslose Tuerken", die "Deutschland scheiße finden" und auf unsere Sozialleistungen scharf sind denkst. Einfach ohne weitere Worte, Stammtisch at its best, keine Ahnung von der Materie, aber das Feindbild klar gesetzt.
Dass Deutschland auch keine Afrikaner_innen und Asiat_innen aufnehmen moechte, ist dir wohl auch entgangen, da haben welche tatsaechlich einen Asylanspruch.


richtig, es sind eben keine asylsuchenden, doch sie werden trotzdem immer noch aufgenommen(familiennachzug etc., wenn auch nicht mehr so stark wie in der vergangenheit). deswegen sage ich ja: lieber wirklich notleidende aufnehmen.


Zitat:
Dann ist jede Gesellschaftsform, jedes Staatsprinzip, jedes Wirtschaftsprinzip schon mindestens einmal an der Realitaet gescheitert. Der Unterschied liegt doch darin, ob ein Staatsprinzip (oder im Falle der Anarchismus eine antistaatliche Gesellschaftsform) frueher oder spaeter an sich selbst zu Grunde geht/zu großen Ungerechtigkeiten fuehrt oder durch militaerische Intervention zerstoert wird.


solange es noch irgendwo einen aggressiven staat gibt, wird jeder nur-friedliche und erst recht jeder nichstaatliche von diesem mit der harten realität(oder besser gesagt:wirklichkeit) konfrontiert. das ist jedenfalls meine prognose.
.
Ex-Träumer
  Geschrieben: 20.08.11 00:00

ZweiterFruehling schrieb:
Und dass es dich ärgert, dass nicht mehr Leute ausziehen um die Welt zu verändern und alle anderen zu unterwerfen halte ich für bedenklich.



In einer Welt die die Mehrheit regiert braucht es eine kritische und sorgsame Mehrheit. Einzelne mit großen Träumen und dem Willen diese zu verwirklichen sind diesem Optimum näher als unsere Willenlosen. Ich bevorzuge extreme Idealisten denjenigen, die nicht denken. Verurteile mich meinetwegen deswegen.
 
» Thread-Ersteller «
Abwesender Träumer



dabei seit 2009
1.594 Forenbeiträge

  Geschrieben: 20.08.11 10:16
warum sollte ich dich deswegen verurteilen? Ich halte es nur für bedenklich, wenn man anderen vielleicht sogar mit Gewalt seine Vorstellungen aufzwingen will.
Mir sind denkende Idealisten auch lieber als Willenlose. Allerdings sollte man auch immer in der Lage sein einzusehen, dass man gerade in der Minderheit ist und sich dieser auch fügen muss. Friedlich weiter daran zu arbeiten mehr und mehr Menschen von seinen Ideen zu überzeugen um irgendwann an diesem Umstand was zu ändern halte ich für richtig und gut. Auch wenn die Ideen ganz andere sind als meine.
Wie ist das bei dir? Sind dir grundsätzlich diese Idealisten lieber auch wenn sie ganz andere Dinge anstreben wie du?
Und welche Frage ich mir auch stelle: Wie könnte man denn die Welt so umgestalten, dass jeder einzelne mehr von seinen Ideen umsetzen könnte ohne dass wegen der enormen Vielfalt an Lebensentwürfen alles im Chaos versinkt? Mir fällt da so richtig keine Lösung ein. Wäre aber sehr schade, wenn es gar nicht geht und das will ich auch nicht glauben.
 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 20.08.11 15:30

ZweiterFruehling schrieb:
warum sollte ich dich deswegen verurteilen? Ich halte es nur für bedenklich, wenn man anderen vielleicht sogar mit Gewalt seine Vorstellungen aufzwingen will.
Mir sind denkende Idealisten auch lieber als Willenlose. Allerdings sollte man auch immer in der Lage sein einzusehen, dass man gerade in der Minderheit ist und sich dieser auch fügen muss.



Ich bring es mal auf den Punkt: 1933 waert ihr alle Nazis gewesen.
Wieso? Weil die Mehrheit Nazís war und die Gesetzeslage anderes Engagement nicht zuließ, also hattest du die Wahl zwischen
a) Der Mehrheit zugehoerig -> Nazi
b) Schweigendes Hinnehmen
c) Aktiver Widerstand -> kriminell

Du pochst ja auf die Mehrheit und fuegst dich gerne, also faellst du entweder in Kategorie a oder b, die sind mir beide nicht sympathisch und auch wenn es heute andere Zeiten sind, ist es doch nicht viel anders. Wenn du Missstaende aendern moechtest, stehen dir Recht und Gesetz oftmals im Weg. Wie du damit umgehst, ist natuerlich dir ueberlassen.


ZweiterFruehling schrieb:

Und welche Frage ich mir auch stelle: Wie könnte man denn die Welt so umgestalten, dass jeder einzelne mehr von seinen Ideen umsetzen könnte ohne dass wegen der enormen Vielfalt an Lebensentwürfen alles im Chaos versinkt? Mir fällt da so richtig keine Lösung ein. Wäre aber sehr schade, wenn es gar nicht geht und das will ich auch nicht glauben.



Dir nicht? Mir schon. Dezentralisierung, Anarchismus, Zusammenleben in autonomen Kommunen, basisdemokratische Organisation von unten nach oben. Wenn es dich wirklich interessiert, dann les mal ein paar Texte zum Stichwort Anarcho-Syndikalismus. In einem Land mit 82 Millionen Einwohner_innen ist Individualitaet und Freiheit schwer. In einem Haus mit 5 Freunden laesst sich das Leben nach eigenen Vorstellungen aber schon wesentlich leichter fuehren.
 
Ex-Träumer



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  Geschrieben: 20.08.11 21:03
zuletzt geändert: 20.08.11 22:11 durch Legalomat (insgesamt 1 mal geändert)
guten schönen abend :)
hab mich hier ne stunde lang eingelesen,das war vielleicht ne acker, komm heute gerad aus dem urlaub, also in voller länge bis jetzt^^

ich möchte sagen, dass ich herrn karl-ernst k. (meine) gut zu verstehen, ich möchte auch bestätigen, dass es menschen gibt, die im auftrag der gesundheit (für alle) und/oder des leiblichen sowie geistigen wohlergehens der menschen und der welt dazu neigen, extrem zu werden (wenn hier gewalt, ob physisch oder psychisch, als extrem zählt). (im kleinen: greenpeaceaktivisten reagieren mit gewalt auf walfang, beim nordic-walking regt man sich lautstark (in der hoffnung, dass sie es hören) über die assis mit der pulle auf parkbänken auf, an denen man vorbeiläuft, lehrer lassen in der 7. klasse einen schüler, der halt grade das rauchen angefangen hat, vor versammelter mannschaft mit einem hammer auf eine zigarette hauen (mit j a n z tollen kommentaren :) , bemerkungen wie "zigarettenmagnaten in die gaskammer schicken" sind längst salonfähig, eine komplette kontrolle+zensur des internets um rechtes und kinderpornos (und drogenseiten) auszumerzen wünschen sich viele, das-blut-über-pelze-schütten, die castor-randale,...,...,...) ich finde bloß den vergleich mit den nationalsozialisten auch etwas heftig, wenngleich ich verstehe, dass es stumpf der verbalisierte ausdruck einer angst sein könnte, womöglich etwas extraprovokant zur diskussionsanregung hingestellt...
es ist für mich nur logisch, dass hier die gefühle aufkochen, aber (leider auch hier -fast-) niemand möchte hier so etwas wie ein neues reich, was ich nebenbei total gut finde :)

.....

da hier nicht exakt definiert wurde, was ein sog. gutmensch eigentlich ist, schweifen die postings stellenweise üppig aus, mmn. trotzdem kein grund, zweiterfruehling so auseinander zu pflücken, btw, mmn, er wird schon keine lager bauen ;) .

als "guter" hat man ja schnell gedanken wie niemals töten, an diesem beispiel möchte ich mich gern aufhalten.
nach eigener wilder vergangenheit hab ich mich teilweise panisch auf das gute gestürzt und zumindest versucht, es 100% ig in mir wirken zu lassen. mit der zeit komme ich an einen punkt, wo ich (rein moralisch) es für fahrlässige tötung halten müsste, über rasen zu laufen. was mir natürlich den schlaf raubt, und mich zwingt, mir gedanken dazu zu machen.
sich einmal für das gute entschieden, möchte man einfach kein leid mehr, man möchte nichts brutales, man möchte keine gewalt, kein unrecht etc. aber mit der zeit häuft sich wieder die scheiße: hat man halt eine mücke zermatscht, kauft man sich halt vor dem bus zur arbeit (da man schnell keine zeit hat, ein vegetarisches belegtes brötchen zu ordern) ne schinkenstulle (is ja immerhin fleisch am stück), (manchmal raucht man auch noch) hat man halt wieder ne kippe ins gemüse geschmissen, uuund wieder eine einwegflasche gekauft, man fährt einen benziner, und und und.

wenn man das gute als das versteht, dass niemand leidet, dann bin ich auch ein gutmensch (mensch, nicht wesen).
denn ich denke, das totale gute kann es hier und jetzt nicht geben. die begründung ist ganz einfach: ich muss einen baum fällen, um an holz mit einem ordentlichen brennwert zu kommen. denn ich muss heizen, wenn ich nicht (er-)frieren will, und unterholz bzw. treibgut brennt einfach nicht so lange, dass man mal zwei stunden schlafen kann. sprich: ich lebe, baum stirbt.


wir sollten uns ein bisschen mehr auf uns menschen konzentrieren. klar bleibt genug energie übrig, dass wir als menschen die größe haben können, kein anderes lebewesen leiden lassen zu müssen, in keinster weise. aber wir müssen töten, wenn wir leben wollen, derzeit prügeln wir schweine und rinder etc durch die häcksler, optimal wäre natürlich, wenn es iwann mal schöne tradition ist, tofuwürstchen auf dem grill mit bier abzulöschen. aber selbst dafür muss etwas sterben, in diesem fall pflanzen.
sollte es einmal den gemeinsamen veganer-nullpunkt im allgemeinen denken geben, vermute ich, bleibt nichts anderes übrig als trotzdem mit dem bewusstsein in jeden tag zu gehen, dass man, um heute zu leben, schlichtweg tötet. (stichwort: weizenmassenmord)

bin jetzt so ausgeschweift, da ich hier viel über vegetarismus und jagen gelesen habe, aber im prinzip ist alles unter den fünf punkten oben offtopic.


also nochmal: ja, ich habe auch den eindruck, dass menschen mit einem (für frühere verhältnisse unnormal) hohen sinn für gesundheit und moral dazu neigen, bei -in dem fall- (sagen wir einfach mal aus ihrer sicht) moralisch niederwertigen menschen aggressiv zu werden.

desweiteren wünsche ich allgemein eine gute nacht :)






finally, i killed that church
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  Geschrieben: 21.08.11 02:55
Das Ding ist, viele humanisieren die Natur. Natürlich hauptsächlich die Vegetarier. Als verantwortungsbewusste Menschen sollten wir selbstverständlich das Leid der empfindsamen Kreaturen minimieren, aber es ausschließen? Niemals! Wir sind momentan die Krone der Schöpfung! Wir können fressen wen und was wir wollen. Wie der Löwe.
Nur unsere Intelligenz hält uns davon ab dies auch durchzuführen. Natur ist Natur. Wir fressen unterlegene Tiere. Punkt aus. Wer das nicht will kann von mir aus Spaghetti essen. ;)

edit: *Hust* Krone der Schöpfung ist eine Redewendung. Ich bin nicht gläubig! :P
 
Abwesender Träumer



dabei seit 2010
269 Forenbeiträge

  Geschrieben: 21.08.11 05:25

Sirportalez schrieb:
Wir fressen unterlegene Tiere. Punkt aus.



Mit deiner vermeintlichen Rechtfertigung erklärst du vermutlich auch, dass alle paar Sekunden ein Kind sterben muss in der dritten Welt, damit wir unseren Lebensstandard halten können. Wir sind ja offensichtlich überlegen.

Soll keine Beleidigung sein, aber Leute wie du widern mich einfach nur noch an.

live to win til you die
til the light dies in your eyes
live to win, take it all
just keep fighting til you fall
Ex-Träumer



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10.634 Forenbeiträge

  Geschrieben: 21.08.11 07:03

Tanto schrieb:

Sirportalez schrieb:
Wir fressen unterlegene Tiere. Punkt aus.



Mit deiner vermeintlichen Rechtfertigung erklärst du vermutlich auch, dass alle paar Sekunden ein Kind sterben muss in der dritten Welt, damit wir unseren Lebensstandard halten können. Wir sind ja offensichtlich überlegen.

Soll keine Beleidigung sein, aber Leute wie du widern mich einfach nur noch an.



Du willst damit aber nicht sagen dass Kinder in der dritten Welt mit Tieren vergleichbar sind, oder?
 
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1 Tripberichte

  Geschrieben: 21.08.11 09:55
da müsste man den westlichen menschen eher mit den tieren vergleichen. wobei das auch nicht geht kein tier macht seine umwelt kaputt^^ Der Mensch hat zwar tolle technologien hervorgebracht aber von der geistlichen entwicklung issa noch in der steinzeit


Sirportalez schrieb:
Das Ding ist, viele humanisieren die Natur. Natürlich hauptsächlich die Vegetarier.




Ich bin selbst Vegetarier und ich humanisiere Tiere mit sicherheit nicht. Wenn ein Tier in der Natur gefressen wird oder irgendwie stirbt passiert das halt das lässt mich im Grunde kalt weil so ist die Natur so ist der lauf der Dinge. Wer Tiere humanisiert sind die ganzen Haustierhalter.
Da ich im Westen lebe wo wir technologisch und evolutionär fähig sind uns nicht mehr von Tieren zu ernähren oder Güter daraus herstellen zu müssen lehn ich das leid zuffügen einfach ab. Nen Eskimo der nix anderes Futtert großartig als Walfleisch das ist ok genauso wie bei den Naturvölkern. schließlich sind wir auch die Natur wie jedes andere lebewesen. Nur ich kann entscheiden was ich esse. Nen Tiger versuchen auf Rohkost umzustellen ist sinnlos :-)
Wie würde es euch gefallen durch den Fleischwolf gedreht und in den eigenen Arsch gesteckt zu werden?

ॐॐॐOm mani padme humॐॐॐ
ॐTeyata om bekanze Bekanzemaha bekanze Radza samudgate sohaॐ
Ex-Träumer
  Geschrieben: 21.08.11 18:10
zuletzt geändert: 21.08.11 18:27 durch (insgesamt 3 mal geändert)

ZweiterFruehling schrieb:
Friedlich weiter daran zu arbeiten mehr und mehr Menschen von seinen Ideen zu überzeugen um irgendwann an diesem Umstand was zu ändern halte ich für richtig und gut. Auch wenn die Ideen ganz andere sind als meine.
Wie ist das bei dir? Sind dir grundsätzlich diese Idealisten lieber auch wenn sie ganz andere Dinge anstreben wie du?



...ehrlich gesagt nicht. Ein H.C. Strache, der "friedlich weiter daran arbeitet mehr und mehr Menschen von seinen Ideen zu überzeugen", sogar durch und in unserer Politik, macht mich genauso wütend. Ich glaube an objektive ethische Bewertung politischer Ideen und sich daraus ergebenden Konsens. Deshalb finde ich es auch legitim widersprechende politische Ideen oder "Unpolitische" zu verachten. Allerdings ist körperliche Gewalt unrechtfertigbar, insoweit stimme ich mit dir überein.

Bearbeitung:
 http:// www.profil.at/articles/0543/560/124865/deja-vu-der-billig-haider-die-welt-heinz-christian-strache-was
 http://derstandard.at/1308186363237/Grazer-Parteitag-Strache-sieht-sich-auf-Kanzler-Kurs
 
» Thread-Ersteller «
Abwesender Träumer



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1.594 Forenbeiträge

  Geschrieben: 21.08.11 19:54
Zu der Sache mit den Tieren: Leider hat der Mensch in der Geschichte schon häufiger mal das biologische Gleichgewicht ins Wanken gebracht und Tierarten ausgerottet. Ich frage mich oft wie sowas passieren konnte weil es doch so offensichtlich dumm ist (z.b. Bisons in Nordamerika). So etwas sollte meiner Meinung nach so weit es geht vermieden werden und wird es heute ja auch.
Wenn jedoch der Mensch mit der Natur in einem erfolgreichen Gleichgewicht lebt und Tiere nachhaltig als Nahrung und sonstwie nutzt finde ich das sehr gut. Beispiele findet man zur genüge auf der Welt und eines davon haben wir gleich vor der Haustür in Gestalt unseres Wildes insbesondere unseres Schalenwildes. Der Mensch um genau zu sein die Jäger stellt hier schon seit Jahrhunderten ein biologisches Gleichgewicht her von dem bis jetzt beide Seiten profitieren.
Ich denke man sollte da nicht so sehr auf das einzelne Individuum schauen weil das oft den Blick auf die großen Zusammenhänge trübt. Hier ist zwar niemand mehr auf dieses Fleisch angewiesen, es ist allerdings weit gesünder als das gezüchtete und ich finde das ethisch auch viel weniger bedenklich als das Fleisch von Haustieren.
Mal ganz nüchtern gesehen. Ein Hausschwein in Massenhaltung lebt höchstens 6-7 Monate eins in Biohaltung so 3-4 Monate mehr. diese Tiere werden gefangen und entscheiden nichts selbst.
Ein Wildschwein kann tun und lassen was es will, es paart sich und wenn es Lust hat zu wandern dann kann es das tun. Es kann einfach alles tun was es will. Wenn es Glück hat und geschickt ist stirbt es an Altersschwäche wenn es Pech hat wird es nur 7-8 Monate weil es erlegt wird oder vor ein Auto läuft. Bei den meisten liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.
Die Art ist absolut gesichert weil der Hauptbeutegreifer (Mensch) erkannt hat, dass ihm die Art nützt und er verehrt sie deshalb sogar.
Ich finde das ist einfach eine runde Sache. Massentierhaltung dagegen finde ich entsetzlich, bin mir aber im klaren darüber, dass nur dadurch wirklich alle in der Gesellschaft praktisch unbegrenzt mit Fleisch versorgt werden können.

@Suchtgift: Das ist auch sowas was ich schon paarmal geschrieben habe. Forsche mal nach den Gründen warum solche rechten Parteien so großen Zuspruch haben in Europa und das noch mit steigender Tendenz. Die Menschen sind verzweifelt von den vielen Maßregelungen der "Gutmenschen" die sie völlig an ihren Wünschen und Bedürfnissen vorbei "erziehen" wollen und vor Verzweiflung oder auch weil sie dort manchmal das hören was ihnen zunächst mal aus der Seele spricht wenden sie sich diesen Parteien zu. Ich fürchte wir werden mit der Sache noch verstärkt zu tun bekommen. Leider sieht man aber Niemanden der mal zugeben würde, dass man da stark an "Volkeswillen" vorbei ideologisiert und damit eventuell (wir wollen es nicht hoffen) das ganze Gesellschaftsgefüge ins Wanken bringt.
 
Traumland-Faktotum



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563 Forenbeiträge
1 Tripberichte

  Geschrieben: 21.08.11 20:07

ZweiterFruehling schrieb:
Beispiele findet man zur genüge auf der Welt und eines davon haben wir gleich vor der Haustür in Gestalt unseres Wildes insbesondere unseres Schalenwildes. Der Mensch um genau zu sein die Jäger stellt hier schon seit Jahrhunderten ein biologisches Gleichgewicht her von dem bis jetzt beide Seiten profitieren.



Dem muss ich widersprechen.

Die gängige Praxis unserer lieben Jäger die meinen man muss ja den Wildbestand in Schachhalten ist folgende:

An den Jägerständen die unweit von Siedlungen sind werden oft Nahrung für die Wildschweine hingelegt damit diese das Fressen.
Aufgrund des erhöhten Nahrungangebotes vermehren diese sich viel mehr als es der Fall wäre wenn der Mensch es nicht tun würde.
Hier kann keinesfalls die Rede eines biologischen Gleichgewichtes sein.
Aufgrund der Nähe der Jägerstände zu den Siedlungen ist das Wild sozusagen von der Nahrung angefixt und rennt auch mal in die Vorgärten der ansässigen Bewohnern rum.
Das alles würde nicht passieren wenn der Mensch bzw hier der Jäger nicht ein solch eingreifen in die Natur praktizieren würde.
Aber irgendeine darseinsberechtigung brauchen ja Jäger... Man muss ja im Vollsuff auf nem Schützenfest prahlen können......

Wie würde es euch gefallen durch den Fleischwolf gedreht und in den eigenen Arsch gesteckt zu werden?

ॐॐॐOm mani padme humॐॐॐ
ॐTeyata om bekanze Bekanzemaha bekanze Radza samudgate sohaॐ

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