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Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 06.08.15 14:12
Hallo liebes Forum,

ich stecke seit einiger Zeit in einer Art Dilemma, welches ich nun gerne mit euch teilen würde, in der Hoffnung auf Leidesgenossen zu treffen. Ich bin mit meinen Nerven am Ende, da ich nach einem langen Leidensweg weder von meinem Therapeuten noch von meinem Psychiater eine zufriedenstellende Hilfe bekommen habe, die mich aus diesem "Loch" holt.

Kurz zu meiner Geschichte: Ich nehme seit etwa einem Jahr ADs, die vor allem meine Schlafstörungen bekämpfen sollen. Wie es oft bei Schlafstörungen der Fall ist, sind Depressionen hier nicht weit entfernt. Mittlerweile habe ich eine ganze Pallette von verschiedenen Neuroleptika durchprobiert - angefangen bei Mirtazapin, bis hin zu Quetiapin, Trimipramin usw. Jedoch musste ich bei jedem dieser verwendeten Medikamenten die Medikation nach einer gewissen Zeit wieder gezwungener Maßen unterbrechen. Der Grund war, dass sich zwar die schlaffördernde Wirkung eingestellt hat, jedoch die Depressionen sich im Laufe der Medikation erheblich verschlechtert haben. Es gab Tage, an denen ich pausenlos geweint habe. Selbst strenge Disziplin wie sich morgens den Wecker stellen und joggen gehen half nichts. Diese Löcher traten immer während der Medikation von ADs auf. Jedes Mal, wenn ich das jeweilige AD wieder abgesetzt hatte, ging es mir urplötzlich tagsüber wieder besser. Gleichzeitig traten logischer Weise wieder meine Schlafstörungen in Erscheinung. So bin ich immer in der Zwickmühle gefangen und musste mich entscheiden zwischen "gut schlafen" und Depressionen.
Ich sprach schon mit verschiedenen Ärzten über mein Problem. Den Reaktionen der Ärzte zu urteilen bin ich mit meinem Problem wohl eher eine Ausnahme. Ein Arzt hat die Andeutung gemacht, dass ich mir das alles einbilde. Mein Psychiater hat die Vermutung, dass die sedierende Wirkung dazu beiträgt, dass ich depressiv werde. Ich war vor zwei Tagen wieder bei ihm, weil ich zum gefühlten 100ten mal wieder im gleichen Schlamassel stecke. Dieses mal handelte es sich um das Medikament Seroquel. Ich wurde mit dem nächsten AD vertröstet - "Sertralin". Ich soll nun also wie gewohnt das andere ausschleichen und während dessen schon mit dem neuen anfangen. Aus den schrecklichen Erfahrungen, die ich bis jetzt machen musste habe ich langsam die Schnauze voll von neuen Medikamenten. Bis jetzt habe ich noch nicht mit dem neuen Medikament angefangen und ich bin ehrlich gesagt am überlegen, ob ich es dieses mal ganz lassen soll. Am Liebsten würde ich echt gerne zu Benzos greifen, denn das Ursprungsproblem war wirklich nur meine Schlafstörungen.
Mein Leben geht den Bach runter und die Depressionen nehmen mittlerweile kritische Ausmaße an. Ich betone nochmal, dass sich meine Depressionen ohne Medikamente wirklich im Zaun gehalten haben.

Nun ist meine Frage an euch, ob jemand in seinem Leben ähnliche Erfahrungen mit Neuroleptika gemacht hat. Ein Austausch mit gleichgesinnten würde zumindest dazu beitragen, dass ich mich mit meinem Problem nicht mehr ganz so alleine fühle.

Vielen Dank im Voraus.
 
Abwesende Träumerin



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1 Langzeit-TB

  Geschrieben: 06.08.15 18:29
Dass ADs falsch wirken kenne ich nur zu gut - allerdings klingt dein Beitrag so als wärst du bevor die Schlafstörungen los gegangen sind, nicht wirklich depressiv gewesen sondern weitestgehend zufrieden. Von daher würde ich nicht unbedingt dazu raten Benzos als Schlafhilfe zu verwenden, denn eine potentielle Abhängigkeit kann auch nicht dein Ziel sein.

Ich habe auch jahrelange immer schlimmer werdende Versuche hinter mir, ein für mich wirkungsvolles AD zu finden - erfolglos, da ich anscheinend zu dem kleinen Prozentsatz der Bevölkerung gehöre, bei denen entsprechende Medikamente falsch herum wirken.

Ein Therapeutenwechsel oder das Aufsuchen eines Schlaflabors könnte eher hilfreich sein, die Versuche mit ADs. Diese scheinen ja nicht von Erfolg gekrönt zu sein. Aber von einem Versuch unbedingt Benzos bekommen zu wollen oder womöglich selbst irgendetwas suchen, dass hilfreich sein könnte, würde ich dir wirklich abraten.
 
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 06.08.15 19:21
Hallo Jonez,

ich bin seit über einem Jahr niedrigdosiert auf Benzos zum schlafen. Allerdings ohne Arzt.

Seit zwei Wochen habe ich die Finger von den Benzos gelassen. Dauert natürlich vier Stunden länger bis ich einschlafe und habe auch einen leichteren Schlaf. Merke aber, dass ich viel mehr und intensiver träume. Und ich merke auch wie mein Unterbewusstsein das gesamte letzte Jahr schwer am aufarbeiten ist in den Träumen.

Persönlich habe ich zwar keine Erfahrung mit Neuroleptika, könnte mir aber vorstellen, dass die "Traumsituation" ähnlich ist. Vielleicht Unterdrückung/Reduzierung der REM-Phasen. Ist bei mir nur eine subjektiv gefühlte Annahme ohne weitere Quellen.

Auch glaube ich, dass die Minderung des Träumens massiv in die Stimmung eingreift, da einfach sehr viel unverarbeitet bleibt.
Ich habe z.B. trotz geringerem Schlafes, dafür aber mit Träumen weniger Augenringe als vorher.

Wie sieht es denn bei dir mit der Träumerei aus?
Ob das oben Geschriebene so stimmt, bin ich mir auch nicht sicher.
Abwesender Träumer

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  Geschrieben: 06.08.15 20:37
Wie wäre es vielleicht mal mit lyrica weil dieses muss man eigentlich nicht einschleichen und ist deshalb vielleicht anders
Ansonsten wie siehts denn aus mit kiffen ? Ist ja auch gut schladffõrdernd aber da werden deine depris bestimmt schlimmer
 

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