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LdT-Forum » Drogen & Gesellschaft » Der Weg (Selbstfindung & Glaube) » Der "Erkenntnis-des-Tages" Thread


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AutorBeitrag
Dauer-Träumer

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  Geschrieben: 21.03.17 01:33
Bin ich zu blöd einen LZ Bericht zu posten?... abgesendet und weg ist er... oder dauert es etwas bis er erscheint???

ups... nun sehe ich ihn... bin wohl zu dicht...
 
Dauer-Träumerin



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  Geschrieben: 21.03.17 04:53
aufsuche schrieb:
Wer suchet der findet... und wens halt nur die Sucht ist...


Selig, wer aufhört zu suchen...
ॐ Du bist der Fluss, nicht das Floß ॐ
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Traumländer



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  Geschrieben: 21.03.17 21:39
Jede Blockade sollte gelöst werden .... und jeder innere Kampf aufgegeben ....

Frei zu sein, sollte das höchste Ziel sein eines jeden Menschen/Individuums ....
Behandle einen Stein wie eine Pflanze, eine Pflanze wie ein Tier und ein Tier wie einen Menschen!
Indianische Weisheit
Traumländer



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  Geschrieben: 22.03.17 00:08
zuletzt geändert: 22.03.17 01:20 durch Samadhi (insgesamt 1 mal geändert)
trinity schrieb:
Jede Blockade sollte gelöst werden .... und jeder innere Kampf aufgegeben ....


Sehr schöne Erkenntnis, hat mich gerade sehr zum Nachdenken gebracht. Danke dafür!

Meine heutige Erkenntnis: Gute Freunde sind goldwert. Ein paar Stunden Zeit reichen da schon aus, um mich aus dem tiefsten Loch seit langem herauszuholen. Ich bin so froh, dass dieser Zustand vorbei ist. Weiß wirklich nicht, was da los war. Die Umstände waren alles andere als vorteilhaft, jedoch habe ich ewig nicht mehr solch eine Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit verspürt. Ob da eventuell ein kleiner Phenibut-Entzug mit reingespielt hat? Ich weiß es nicht. Jedoch breche ich normalerweise nicht einfach so in Tränen aus.. Das war wirklich beängstigend.
 
Traumländer



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  Geschrieben: 22.03.17 03:55
Gila schrieb:
unnachgiebiges aggressiv bekämpfen ist kampf gegen sich selbst

Irgendwo auf dem Album: Gila - Kommunikation
Um Gehör für eine wichtige Mitteilung für die »reale Alltagswelt« zu gewinnen, sollten entsprechende Durchsagen mit erhobener Hand gemacht werden. (»Das Haus brennt!« - »Hahahaha!« - Mit erhobener Hand: »Das Haus brennt!« - »Hilfe! Feuerwehr!«).
Dauer-Träumer

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  Geschrieben: 22.03.17 04:11
schrieb:
Frei zu sein, sollte das höchste Ziel sein eines jeden Menschen/Individuums ....


Frei?... Frei von was?
Ein Wort das sehr oft missbraucht wird... weil es alles... und nichts... bedeuten kann...


Zufriedenheit... ist das Ziel was ich zu erreichen versuche...
 
Dauer-Träumerin



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  Geschrieben: 22.03.17 04:16
zuletzt geändert: 22.03.17 05:19 durch Voller Liebe (insgesamt 1 mal geändert)
Längeres Verweilen im LdT-Chat löst bei mir teils starkes Craving aus. Nicht so geil, wenn man in seiner Nachtschicht mehr als genug Zeit hat für sowas.

Erkenntnis: Ich brauch ne Chat-Pause.
Edit: ....und werde mich in dieser Zeit lieber dem Lesen der Bücher, die ich mir extra bestellt hab, dem Malen, dem Anhören von Vorträgen von z.B. McKenna und Watts, und dem Schreiben zuwenden.
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  Geschrieben: 22.03.17 08:58
aufsuche schrieb:
Zufriedenheit... ist das Ziel was ich zu erreichen versuche...


Same here:)
„Himmel und Hölle ist im Menschen. Und es ist so, dass man mit diesem Stoff nun Einblick bekommt in die eigene Hölle oder den eigenen Himmel.“
- Albert Hofmann
Traumländer



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  Geschrieben: 22.03.17 11:04
aufsuche schrieb:
trin schrieb:
Frei zu sein, sollte das höchste Ziel sein eines jeden Menschen/Individuums ....



Frei?... Frei von was?
Ein Wort das sehr oft missbraucht wird... weil es alles... und nichts... bedeuten kann...


Zufriedenheit... ist das Ziel was ich zu erreichen versuche...



Naja, sich eben frei zu machen von allem, das einen daran hindert im Fluß des Lebens zu bleiben und zu sich selbst zu finden. Schon als Kind war Freiheit eines der wichtigsten Dinge für mich. Frei zu sein von den Eltern die einem Dinge vorschreiben oder verbieten, welche man selber nicht so gut findet. Frei zu sein von all den Dogmen und Glaubenssätzen, die uns eingetrichtert werden und wurden. Die Freiheit zu besitzen, das zu tun, was mir gut tut und Freude bereitet. Frei zu sein von Wut, Hass und anderen hässlichen Gefühlen, die einem nicht dienlich sind. Die Freiheit zu besitzen auch mal "Nein!" zu sagen und zwar ganz ohne schlechtes Gewissen. Bis man vielleicht irgendwann mal so frei ist, dass man keine Angst mehr hat vor dem Tod und somit auch nicht mehr vor dem Leben.

Freiheit bedeutet für mich, dass ich entscheiden kann, wie ich durchs Leben gehe und ich mich fühle. Das geht für mich nur, wenn ich mich von all den Fesseln und Blockaden löse, die in mir sind und mir von außen vorgegeben werden. Sobald ich nicht mehr kämpfe, gegen mich selbst, die Gesellschaft, meine Erzieher, meine Ängste, etc., hab ich die Möglichkeit zufrieden durch die Welt zu wandeln. Aber ohne mich zu lösen von all dem, was mich einschränkt und behindert, werde ich wohl nie in diesen Zustand der Zufriedenheit kommen, den sich hier einige wünschen.

Zufrieden wird man meiner Meinung nach, wenn man loslassen kann, an nix festhält und sein wahres Wesen auslebt ....
Behandle einen Stein wie eine Pflanze, eine Pflanze wie ein Tier und ein Tier wie einen Menschen!
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  Geschrieben: 22.03.17 11:36
trin, das ist schön gesagt. Wahrhaft frei zu sein bedeutet aber nicht nur frei von etwas zu sein, sondern frei sein, zu etwas. Erst das ist die absolute Freiheit, von der Existentialismus und auch Nietzsche spricht.
Es ist keine Freude aufzustehen, Gespräche fall'n mir schwer. Der Mensch an sich, der macht mir
richtig Angst! Ihre Gesten, ihre Sprache, die Ziele für die sie stehen. Erklär'n Sie's mir. Sonst verlier' ich den Verstand!
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  Geschrieben: 22.03.17 13:05
@ Neo

Ich hab mich mit Nietzsche noch überhaupt nicht auseinander gesetzt und kenne seine Gedanken dazu auch nicht. Trotzdem glaub ich aber, dass es eine gewisse Reihenfolge einzuhalten gilt, um zur "absoluten Freiheit" zu kommen, wie du es ausgedrückt hast. Erst sollte man wohl lernen, sich frei zu machen von etwas (also all die Sachen die einen von sich selbst entfernen), damit man danach auch in den Genuß kommen kann, frei zu etwas (der Liebe, dem Sein, der Zufriedenheit, dem Tod, dem Leben, reiner Wahrnehmung, etc.) zu sein.

Zumindest interpretiere ich deine Zeilen gerade so, Neo. Magst mir da deine Gedanken dazu sagen?
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  Geschrieben: 22.03.17 13:11
zuletzt geändert: 22.03.17 17:33 durch 20fox (insgesamt 2 mal geändert)
@Neopunk & Trin
Wir können gar nicht anders, als frei zu sein, dafür muss man gar nichts tun, außer sich das bewusst zu machen.
Wir sind zur Freiheit verurteilt/verdammt (Sartre), wir können gar nicht anders als Frei sein. Ich habe immer die Wahl, ob ich etwas bejahe, oder verneine, aber dieser Wahl entziehen kann ich mich nicht (und sollte es laut den Existenzialisten auch nicht). Hast du Hippie-Eltern, ist es deine freie Wahl ihre Werte zu akzeptieren (und selbst einer zu werden), oder zu verneinen und Börsenmakler zu werden. Das ist die radikale Freiheit, von der Sartre spricht, wir müssen nur mit den Konsequenzen (unsere Eltern sind enttäuscht/wir folgen ihren Werten) leben, ansonsten können wir alles machen, auch Drogen nehmen, Gesetze brechen etc.

Jetzt kommt ein Addon: Die Verantwortung!
Warum ist es denn so schwer und schlimm frei zu sein (verdammt!)? Weil wir dadurch für alle unsere Taten verantwortlich sind. Ich kann nicht sagen: Ich bin ein Börsenmakler, weil mir meine Eltern auf den Sack gehen, sondern weil ich mich dazu entschieden habe, diese Werte zu bejahen. Wenn ich als Polizist jemanden töte, oder sein Leben wegen einem BTM-Eintrag zerstöre, dann liegt die Verantwortung nicht bei den Gesetzen, Politikern, dem Staat, oder der Uniform. "Das ist halt mein Job" ist keine gültige Ausrede, meine radikale Freiheit hätte mir erlaubt, den Kiffer zu ignorieren, oder den Abzug nicht zu drücken (auch wenn ich dafür gefeuert werde - liebe mitlesenden Zivis!). "Das ist nur mein Job" könnte genauso gut jeder KZ-Aufseher sagen, selbst ein Mengele könnte sich damit rausreden. Nein, wir sind verantwortlich für unsere Taten aber auch unser eigenes Sein. Ich bin dafür Verantwortlich, wer ich bin, denn nur ich habe mich durch meine freien Entscheidungen dazu gemacht, kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat ist dafür verantwortlich. Die Existenz geht der Essenz vor raus. Der Mensch macht sich zu dem, der er ist. Wir tragen zusätzlich noch die Verantwortung für die gesamte Menschheit. Wenn ich eine Partei wähle, dann möchte ich, dass sie regiert. Wenn ich eine Entscheidung wähle, dann sollte ich sie so wählen, als ob sie für die gesamte Menschheit getroffen werden würde (so in Richtung Kantscher Imperativ). Mit der Freiheit kommt also jede Menge Verantwortung:
Verantwortung
gegenüber jeder meiner Entscheidungen, da ich auch für die Folgen und Folgeentscheidungen verantwortlich bin
gegenüber meiner Existenz, denn ich bin dafür verantwortlich, was aus mir wird
gegenüber der gesamten Menschheit.

Nietzsche würd ich übrigens mal zu den Existenzialisten zählen :)

Nachtrag zum Freimachen:
Du kannst natürlich versuchen Reduktionen durchzuführen um quasi bei "0" anzukommen und von da aus aufzubauen. Je nach philosophischer Richtung ist eine komplette Reduktion möglich, oder auch nicht. In der Phänomenologie von Husserl (eidetiche Reduktion und Epoche) wird das mit anderer Intention gemacht, Skeptizisten wie Descartes nutzen ebenfalls diese Methode. Es ist sehr schwer hier den Punkt zu finden, an dem man mit der Reduktion aufhört um überhaupt noch ein Ich zu haben, da "Ich" durchaus vielschichtig sein kann (Ego/Cogitatum, transzendentales Ego, reines Ego). Ich empfehle hierzu die cartesianischen Meditationen von Husserl, da er Descarte aufgreift und dort weitermacht, wo er aufgehört hat. Man kann natürlich auch übers Ego hinaus reduzieren, dann landet man irgendwann beim reinen Sein/Gott (Fichte, Novalis, Plotin!!, Edith Stein), oder noch grundlegender bei der Potenzialität, der Möglichkeit (Kierkegaard; Ein Pilztrip im Wald am Lagerfeuer).
Edit: So jetzt gibts sogar Links für die Leseratten unter euch:
Edith Stein - Endliches und Ewiges Sein (11./12.)
Plotin auf Zeno.org über das Eine/Sein/Gott
Husserls cartesianische Meditationen am linken Rand kannst du durch die Themen blättern
Um Gehör für eine wichtige Mitteilung für die »reale Alltagswelt« zu gewinnen, sollten entsprechende Durchsagen mit erhobener Hand gemacht werden. (»Das Haus brennt!« - »Hahahaha!« - Mit erhobener Hand: »Das Haus brennt!« - »Hilfe! Feuerwehr!«).
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  Geschrieben: 22.03.17 14:28
@ 20fox

Vielen Dank für deinen tollen Beitrag und die Mühe, die du dir gemacht hast. Du wirfst da ja ganz schön mit Fachwissen um dich, scheinst es ja quasi aus dem Ärmel zu schütteln. ;) Mich interessiert dann immer, was du als Person damit anfängst, wie deine persönlichen Erfahrungen sind und welcher Weg und welche Gedanken dich am meisten ansprechen? Vielleicht magst ja dazu auch mal was schreiben?

Natürlich geht es immer darum, Verantwortung zu übernehmen und auch mit den Konsequenzen klar zu kommen. Doch davor muss man erstmal erkennen, wofür man die Freiheit nutzen möchte, alles zu tun oder lassen, was man so will. Man muss erstmal sich selbst und die Welt kennen lernen, um zu erkennen, was ich als Person wirklich möchte und brauche, um meiner persönlichen Freiheit so Nahe wie möglich zu kommen. Das ist wohl so individuell, wie es Menschen gibt auf dieser Welt. Deshalb ist es auch so wichtig, seine eigenen Werte zu finden, seine eigene Art und Weise wie man durch die Welt laufen möchte. Und wenn man immer ehrlich zu sich selbst ist und im Einklang mit sich und seiner Umwelt, dann trifft man auch die "richtigen" Entscheidungen und macht solche Sachen nicht, wie jemanden zu töten oder Dinge zu machen im Job, die gegen seine eigene Natur sind, etc.! Doch das ist in meinen Augen alles ein Prozess, der sich mal schneller, mal langsamer entwickelt in jedem Menschen.

Mir gefällt, was du darüber schreibst, auch gegenüber der gesamten Menschheit (ich geh da noch weiter, auch gegenüber allen Tieren, Pflanzen, Dingen, unserer Erde, etc.) die Verantwortung zu übernehmen. Ich kann beeinflussen, was aus mir wird, deshalb kann ich auch beeinflussen, was aus dieser Erde wird. Wenn sich das Bewusstsein auf unserer Welt von jedem Einzelnen immer mehr schärft, man immer mehr erkennt, worauf es wirklich ankommt im Leben, dann hat vielleicht die Menschheit und die Erde auch noch eine Chance. Man muss aber immer erstmal bei sich selber anfangen, der Rest entwickelt sich von ganz alleine ....

Fand es auch interessant zu lesen, was du über das Ego geschrieben hast. Wenn ich jetzt wieder mal den Begriff "absolute Freiheit" hernehme, dann bedeutet diese für mich, das Ego hinter mich zu lassen, im reinen Sein/bei Gott (oder wie auch immer man es nennen möchte) zu verweilen, Raum und Zeit spielen keine Rolle mehr. Ich glaube, dass es einer jeden Seele "Auftrag" ist in ihrem Dasein, in diesem reinen Sein zu landen, bei Gott zu sein, diesen Zustand und diese Freiheit zu erleben. Da nichts für ewig anhält und alles im Wandel ist, sind auch diese Zustände nicht für die Ewigkeit gedacht (vielleicht ja irgendwann mal doch?!?!?), deshalb glaub ich auch zu verstehen, was du meinst mit der Potentialität/der Möglichkeit. Wir sind immer alle frei, haben alle schon dieses All-Eins-Gefühl erlebt, doch die Kunst ist es, diese Freiheit auch wahrzunehmen und es sich bewusst zu machen. Erst dann komm ich vielleicht mal in den Genuss der Potentialität - mir steht also die Möglichkeit offen, mich zu "connecten", wenn ich es möchte. Für mich eines der höchsten Ziele eines Menschen (mehr kenne ich halt auch noch nicht ^^) und je öfter ich in den Genuß dieser Freiheit komme, umso zufrieden lauf ich durchs Leben und umso mehr erkenne ich ....

Nun denn, 20fox, danke auch für die Links und vielleicht magst mir ja wirklich mal deine persönlichen Gedanken und Erfahrungen mitteilen - würde mich sehr interessieren!

LG, der trin
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  Geschrieben: 22.03.17 15:20
Erstmal vorweg: bin auf ner recht hohen Dosis Phenibut, man verzeihe mir also, dass ich nicht gerade zu intellektuellen Höchstleistungen in der Lage bin.

@trin: So, wie Du meinen Post interpretiert hast, kommt es der Philosophie Nietzsches schon sehr nahe. Stichwort ist hier der 'Übermensch' (nein, nicht im nationalsozialistischen Sinne!), der diesen Prozess erfährt. Vom "Herdenthier" über den Freigeist (welcher frei von [...] ist) hin zum Übermenschen, der frei ist zu tun. Dieser Prozess findet sich jedoch nicht im Existenzialismus, weshalb ich auch Nietzsche keinesfalls dieser Richtung zuordnen würde (er ist ja ohnehin eher Nihilist).
Sartre, dessen Philosophie ich größtenteils folge, beschreibt den Menschen ja, wie 20fox schön beschrieben hat, als zur Freiheit verdammt. Dem Zugrunde liegt ein ganz anderes Menschenbild. Nietzsche sieht den Menschen ja als Herdentier, gefangen in der Knechtschaft, was typisch für die Gesellschaft ist, die niht weit vom Feudalismus entfernt ist. Sartre hat zwei Weltkriege und eine starke Individualisierung in der Gesellschaft miterlebt.
Für Nietzsche ist das Ziel die Freiheit. Bei Sartre ist sie dem Individuum immanent. Daraus resultiert ein ganz anderes Verständnis von Verantwortung. Sartres Ansicht ist sehr gut im Stück "Die respektvolle Dirne" geschildert.
Nietzsche hingegen sieht die Freiheit als etwas Elitäres, ein Privileg in gewissem Sinne. Als Eintrittskarte in diese elitäre Welt fungiert die Erkenntnis der Freiheit und v.a. der von mir oben geschilderte Prozess. Sartre setzt das als gegeben.

Übrigens glaube ich, dass Du, trin, nicht ganz verstehst, worauf 20fox und ich hinaus wollen. Diese absolute Freiheit setzt nämlich voraus, dass es kein richtig und böse in dem Sinne gibt, als dass man pauschal sagen könnte, Mord sei unmoralisch oder dergleichen. Ganz im Gegenteil: Weil es eben keine objektive Wahrheit und Moral gibt, ist es legitim Menschen zu töten, wenn es der eigenen Moral nach legitim ist. Elementar dafür ist das Verständnis von Reue und Schuld. Denn Reue impliziert, dass man seine eigene Freiheit dafür aufgibt, sich an der Moral anderer zu messen. In diesem Augenblick hört sie auf zu existieren und man wird unfrei. Siehe dazu Sartres "Die Fliegen", sehr gutes Stück, das imho perfekt die Philosophie Sartres in Bezug auf Schuld und Reue widerspiegelt.
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  Geschrieben: 22.03.17 15:33
@trin
das Fachwissen bringe ich von meinem Studium mit, wobei ich (und viele andere) viele der Gedankengänge und Begriffe schon vorher selbst durchlebt habe. Das Philosophiestudium hilft dabei, diese Gedankengänge zu begründen und auszudrücken.

Nun zu Sartre:
Wir sind zwar zur Freiheit verdammt, allerdings gibt es durchaus Einschränkungen. Versuch mal in radikaler Freiheit 3min die Luft anzuhalten...geht nicht. Entweder du erstickst (und kannst nicht mit den Konsequenzen leben), oder deine Körperfunktion verhindert das. Wer mal in der ersten Reihe auf einem langen Konzert aufs Klos muss, fängt schnell mit dem Zweifel an der radikalen Freiheit an ;)

Was ich am Existenzialismus so sehr schätze ist die lebensbejahende Einstellung ohne dabei normative, objektive Werte zu benötigen. Ich gebe dem Leben selber seinen Sinn, so wie jedes Subjekt das tut. Aus diesem Subjektivismus kann ein Inter-Subjektivismus entstehen, wenn wir uns ein gemeinsames Ziel suchen. Irgendwie möchte ich einerseits alle objektiven Werte verneinen, andererseits aber behaupten, wir würden die "richtigen" Werte bejahen, wenn wir komplett Subjektiv werden. Also quasi so:
Wir reduzieren uns durch methodischen Zweifel und Reduktion aufs kleinstmöglichste (Außenwelt --> Ego --> Sein --> Möglichkeit), bauen die Welt von daher gehend wieder neu auf und kommen als Übermensch heraus, der von sich aus die "richtigen" Werte findet. Also quasi was du geschrieben hast: Wenn ich die christliche Moral von mir werfe, heißt dass nicht, dass ich ihre Werte automatisch negiere. Ich werfe das Gebot "du sollst nicht töten" aus meinem Ego, meiner Moral und bezweifle erst mal diesen Wert. Tabula Rasa. Dann erschaffe ich mir eigene Werte, die ich bewusst für mich akzeptiere, oder ablehne. Dabei wird dann (hoffentlich) heraus kommen, dass ich "du sollst nicht töten" weiterhin als richtig anerkenne, jedoch jetzt subjektiv, nicht normativ (durch Normen, etwas oder jemanden vorgegeben). Es geht also viel ums Bewusst-machen und Bewusstsein. Wenn das alle machen und alle subjektiv beim "du sollst nicht töten" raus kommen, haben wir intersubjektiv einen Wert gebildet, ohne dabei auf irgendwelche Gottheiten, oder andere Konstrukte zurückgreifen zu müssen. Leider ist das irgendwie doch an die Hoffnung nach objektiven Werten geklammert und steht so im Widerspruch zum Subjektivismus. Denn wer entscheidet, was "richtige" Werte sind? Nun kommt Plotin ins Spiel:

Laut Plotin kommt unsere Seele (und alles) aus dem "Hen", dem Einen, indem es keine Vielheit gibt (Sein, Energie(?), Gott). Unsere Seele hat nun die natürliche Kreisbewegung zum Hen zurück. Das ist der Auftrag, von dem du sprichst, die Seelen sind natürlich zum Hen gerichtet und streben dahin. Soll heißen: Wenn wir auf uns hören, quasi nur unsere Hen-Gerichtete Seele (rationale Seele, Vernunft) sprechen lassen, dann müssen wir die richtigen Entscheidungen treffen, denn sie führen zum Hen. Den Zustand im "reinen Sein zu landen" nennt Plotin übrigens "Henosis", etwas das ich mMn schon ansatzweise Erleben konnte und für mich Plotin bestätigt. Die richtigen Werte sind also Hen-gerichtete Werte, die wir Subjektiv erfahren können, aber quasi Objektiv sind, das das Hen in allem ist. Es ist als würde man die Kirche im Dorf lassen, Atheist werden, Wandern gehen und zu Gott finden. Wie die Potenzialität da mit reinspielt... da bin ich mir äußerst unsicher, ich ging lange davon aus, dass Sein sei die Grundlage von allem, bis ich mal auf einem Pilztrip mit der Möglichkeit konfrontiert worden bin, die noch grundlegender ist: Sein, oder nicht Sein. Kierkegaard hatte übrigens furchtbare Angst vor der Möglichkeit. Ich glaube ich veröffentliche einfach mal in nem passenden Thread ne kleine Plotin-Zusammenfassung, der Mann hat die Philosophie schon weit vor Kant beendet, das Christentum beeinflusst, wurde vom Hinduismus beeinflusst und spricht mir aus der Seele. Übrigens bin ich dabei kein Dualist (wie Plotin), sondern sehe durchaus eine Verbindung zum Physikalismus. Warum sollte das Hen, das reine Sein, nicht etwas materielles sein? Es ergeben sich aus dem Dualismus zu viele unnötige Probleme, während die Probleme des Physikalismus meist geringfügig sind.

Freiheit... was hat das noch damit zu tun? Eigentlich alles, da ich Frei sein muss, um meine eigenen Werte zu bejahen, Werte, die aus dem Hen kommen und ich nur erreiche, indem ich den natürlichen Weg der Seele gehe. Um diesen Weg zu gehen muss ich mich von allem anderen frei machen und darauf aufbauend bewusst entscheiden: Philosophiestudent-sein --> Mann-sein-->Mensch-sein-->Lebewesen-sein-->Bewusst-sein-->Sein-->Bewusst-sein-->Lebewesen-sein-->Mensch-sein(?)-->Mann-sein(!?)-->Philosophiestudent-sein (das nehm ich gerne sofort an!).

Edit: Ich finde wir haben einen eigenen Thread verdient mit unseren Romanen, mag das ein Mod erledigen?
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