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LdT-Forum » Konsum » Tripberichte » LZ: Der künstliche Weg nach oben geht nach unten


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Abwesende Träumerin



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  Geschrieben: 26.07.13 04:46
Ist das nur Abhängigkeit oder steckt da noch eine Depression dahinter ?

Dieses ständige Auf-dem-Zahnfleisch-Gehen ist ja depressionstypisch.

Aber egal wie man es nennt, was anderes als Arbeitspensum runterschrauben geht nicht.

Diese ständige Übermüdung und Erschöpfung.... eine Qual. Kenne ich selbst aus einem überfordernden Studium. Dein Bericht hat mich in dieser Hinsicht sehr berührt.
 
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Abwesender Träumer

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  Geschrieben: 29.07.13 19:01
Philosoph schrieb:
Hey Yokat!
Ich würde mir an deiner Stelle vielleicht Hilfe bei einem Arzt suchen, falls dich das PAWS wirklich so sehr belasten sollte..(...) es gibt ja heutzutage auch genügend relativ nebenwirkungsarme und sichere Neuropharmaka, die gegen solche Symptome verwendet werden können. (...)

Das würde ich wirklich gern.. Aber ich wüsste nicht, wo ich anfangen sollte und wie. Plus, als Kassenpatient kann man bei den meisten Spezialisten froh sein in einem halben Jahr einen Termin zu kriegen..
Schlimmer noch ist, dass ich Hemmungen habe, sowas mit einem anderen Menschen zu besprechen.

Philosoph schrieb:
Ach ja: Glückwünsche zur Vaterschaft und weiterhin alles Gute und Erfolg auf deinem Weg!

Vielen, lieben Dank :) Ein weiterer, m.E. sogar wichtigster Grund

Oramus1985 schrieb:
Danke für diesen Bericht, jedoch solltest du ehrlich zu dir selbst sein. (...) Nur das Problem ist, wenn du den Doc in der Tasche hast, geht es erst richtig los! (...) Es geht dann nur noch um papers schreiben und um sich bekannt zu machen.(...) Hierbei geht es dann nur noch um "zu funktionieren" tust du es nicht ,warten 1000 andere die deine Stelle einnehmen.

Natürlich kenne ich das Bild, ich bin ja seit Jahren in der 'Branche'. Ich weiß aber auch, dass besonders FH-Profs ein sehr entspanntes Leben haben. Da hat man ein wenig gearbeitet und vielleicht 2-3 Paper veröffentlicht und schon hast den Job - ersetzt wird da keiner.

Oramus1985 schrieb:
Des Wegen glaube ich nicht, das du nach deinem Doc aufhörst. Wenn du es trotzdem tust, würde ich mich freuen, aber wenn man sich so an das "cheaten" gewöhnt hat, dann wird man es auch weiterhin machen.

Ja, ich gebe zu, dass man diese Gefahr nicht ignorieren darf. Darum ist es mir wichtig, möglichst bald aufzuhören, um es mir selbst zu zeigen.

Oramus1985 schrieb:
Nimm meine Worte bitte nicht böse.

Nein, Das Thema soll ja offen und ehrlich diskutiert werden :)

Günter schrieb:
Meinst du nicht du wärst ohne dein doping nicht auch ungefähr da wo du jetzt bist, vielleicht mit den ein oder anderen details in deinem leben anders?

Ich weiß es nicht. Ich denke gewissermaßen schon, weil ich ja schon irgendwie immer Interesse an der Forschung und Lehre hatte. Ein schlechter Student war ich auch nicht. Klugscheissern ist obendrein mein Hobby - das passt doch? ;)

Günter schrieb:
Und diese ganze geschichte Professor werden müssen, freundin die den konsum nicht dulden würde heiraten usw, das sieht für mich so aus als müsste da nach außen hin alles möglichst perfekt aussehen.
Die frage ist für wen machst du das überhaupt?
Hast du dir da nicht nen haufen stress selbst gemacht, den du dann wieder medikamentieren kannst?

Um ehrlich zu sein, frage ich mich das auch immer öfter. Druck aus der Familie gibt es eigentlich keinen - wir haben praktisch keine Akademiker, bis auf einen recht erfolgreichen, aber etwas entferter Verwandten. Alle sind natürlich irre stolz auf mich und ich schätze das treibt die Erwartungen hoch. Meiner Frau ist das egal. Sie will am liebsten, dass ich einen 08/15 Job habe, damit 'normal' geldverdienen, bei ihr sein und ..naja, gesund sein kann. Sie merkt ja selbst, dass ich derzeit nicht besonders glücklich bin mit meinem Lifestyle. Zugegebenermaßen sicher auch bedingt durch den Entzug. Ich weiß nur eines: Ich will es unbedingt machen. Aber ich weiß nicht wirklich warum.. Vielleicht weil ich mich nicht in einem Job sehen kann, in dem ich jeden Tag dasselbe mache bis ans Ende meines Lebens und durch Anwesenheit meinen Unterhalt verdiene.. Ich weiß es nicht.

Pflanzologe schrieb:
Da du adhs hast/hattest, könntest du um den willen deiner leistungsfähigkeit ritalin einnehmen.

Das habe ich versucht, aber Modafinil vertrage ich viel besser. Das Problem ist allerdings die Motivation - die Energie.. Und damit kommen wir zu..:
Pflanzologe schrieb:
Ich kenne mich mit jahrelangem opiatkonsum nicht sonderlich aus, aber eine pause von vllt 6monaten einzulegen wäre doch eine option? Dann nach einiger zeit wie gesagt mit ritalin oder was dir sonst hilft deine leistung wieder verbessern.

Sei froh, dass du keine Erfahrung mit Opiaten hast. Und das ist kein Samstagmorgencartoon-Spruch. Videospieler wissen: Wer gecheatet hat, sieht keinen Grund mehr fair zu spielen. Man bekommt ja alles durchs Schummeln. Und dieses Gefühl geben dir Opiate.
Interessanterweise steigert Modafinil meine Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit, aber bis heute war ich nie abhängig davon. Meine letzte Dosis hatte ich vor Monaten, weil ich auch keinen Drang hatte besonders wach zu sein - dabei habe ich noch etwas Vorrat. Andererseits soll es beim Entzug helfen.. Vielleicht sollte ich es mal wieder ausprobieren.

Pflanzologe schrieb:
Deine auszeit könntest du ja auch mit deinem kind verbinden und evtl nach der mutterschaftspause deiner frau, dich an ihre stelle als stay at home dad stellen.

Ja, ich habe ersthaft überlegt ein paar Wochen oder einzwei Monate von meiner Frau abzuzwacken. Allerdings hat sie sich riesig auf die 'faule' Zeit gefreut. Hmm..

Pflanzologe schrieb:
Und wie ist denn die substitution mit kratom? Befriedigt das deine sucht? (...) Was sagen die harten opiatballerköpfe dazu?

Überraschend gut. Kratom wird sehr unterschätzt und das ist gut so! Etwas mehr Aufmerksamkeit und wir haben wieder eine illegale Substanz. Wie ich auch im LZ-Bericht schrieb, ist es ein irre gutes Substitutionsmittel. Zugegeben, praktisch alle Opiate geben einem ein weit besseres Feeling. Aber Kratom killt nicht nur Entzugserscheinungen, sondern gibt einem sogar noch einen Boost. Durch meine geringe Dosierung spüre ich allerdings nichts von letzterem. Fest steht für mich: Ohne Kratom würde ich noch immer an Opiaten nuckeln wie irre. Ich könnte es mir zumindest kaum vorstellen ohne aufzuhören.

jensemann schrieb:
Ich wünsche dir und deiner Familie das du es schaffst aufzuhören.

In diesem Moment kann ich dir sagen: Ich würde vor Freude heulen, wenn ich wirklich buchstäblich unabhängig wäre. (Drama-Queen)

jensemann schrieb:
Es wird nicht leichter werden mit Kind. Das heißt der Strudel wird sich stärker drehen. (...) Tu das deiner Familie nicht an und such dir Hilfe.

Tja, das ist wohl richtig.. Mehr Gründe raus zu kommen. Ich wünschte nur, die Zeit wäre schon da.

wawa schrieb:
Ist das nur Abhängigkeit oder steckt da noch eine Depression dahinter ?
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Diese ständige Übermüdung und Erschöpfung.... eine Qual. Kenne ich selbst aus einem überfordernden Studium. Dein Bericht hat mich in dieser Hinsicht sehr berührt.

Ich glaube, das trifft es auf den Kopf. Meine Frau sagt auch ständig, dass ich ausgebrannt erschreine. Ich gehe nur ungern raus und unternehme etwas, ich habe fast keine Freunde mehr und Familienbesuche nerven nur noch. Alles kostet Energie. Energie, die ich nur noch extern bekomme. Ich schäue vermutlich nur den Gang zum Arzt.. Aber das ist mir auch zu aufwändig (Bestätigung?). Wie oben schon erwähnt, muss man erst zum allgemeinen, dann überweisen lassen, dann ein paar Jahre warten (ok, übertrieben) für einen Termin und dann heißt's wahrscheinlich nur: "Kopf hoch und friss bisschen Schokolade".
Vielleicht ists auch die Angst vor der Diagnose. Ich habe mir, meinen Verwandten und meiner Familie viele Versprechungen zumindest indirekt gemacht. Alles nicht so leicht.
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  Geschrieben: 29.07.13 20:27
das was Spiralengeko schreibt ist mir auch eingefallen

Opiatabhängig bist Du ja, wenn auch nicht Heroin

Könntest Du Dich vielleicht substituieren lassen ?? Viele Substituierte scheinen ja ihr Leben gut im Griff zu haben und voranzukommen.

Sowas muss natürlich auch gut überlegt werden.
 
Traumländer



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  Geschrieben: 13.08.13 02:00
zuletzt geändert: 14.08.13 11:42 durch Holden Caulfield (insgesamt 2 mal geändert)
Spiralengeko schrieb:

Ich war von deinem Bericht sehr fasziniert und irgendwie sehr erstaunt, dass es auch andere Menschen außer mir gibt, die einerseits eine "universitäre Karriere" (mein Weg zur Diss ist allerdings noch ein längerer) und andererseits ein Problem mit Drogen (v.a. bezogen auf Opiate) haben.



Darf ich mal fragen, wo du lebst, dass du das für etwas Außergewöhnliches hältst? Glaub mir, das ist viel mehr die Regel als die Außnahme. Wenn du Yokat oder andere Betroffene auf der Straße treffen würdest, dann kämst du nie darauf, dass sie ein Drogenproblem haben: vielmehr wirst du vom Gegenteil ausgehen, weil gerade an der Uni auf die Fassade geachtet wird.

Allgemein zum Thema:
Ich meine, alleine das, was die ältere Generation der Dozenten wegsäuft, ist teilweise nicht mehr schön. Die neue Generation der Akademiker ist da schon meist viel kreativer, wenn es darum geht, das Bewusstsein zu verändern.

Gerade auch die Uni als Institution, die die bürgerliche Norm kultiviert, hinter der der Mensch ganz schnell verloren gehen kann, scheint mir eine wesentlicher Faktor zu sein, der zu Drogenmissbrauch führt.

Ich sehe das ja in der Beschreibung Yokats, wie er unfähig ist, kürzer zu treten, obwohl er merkt, dass ihn das Ganze auffrisst. Da spielen dann sicherlich viele Faktoren rein, wie seinen Selbstwert über das zu definieren, was man erreicht, also: Die Menschen mögen und lieben mich, weil ich viel leiste. Ist so ein Gedanke erstmal im Kopf, der zudem noch vom System honoriert wird, dann führt das zwangsweise zu einem Teufelskreis.

Da gibt es dann einerseits die Drogen zum Pushen der Leistung, und dann die, die eine Flucht vor dieser ganzen Maschinerie ermöglichen - natürlich überschneiden sich diese beiden in der Regel.

@Yokat: Wieso machst du so viele Nebenjobs, die kannst du doch komplett streichen? Ich glaube dir, dass du Spass an der Wissenschaft hast, aber dann konzentriere dich doch primär auf deine Doktorarbeit. Oder hast du jetzt einen Lebensstandard durch die ganzen Jobs, den du nicht aufgeben willst und kannst?

Ganz ehrlich? Finde wieder den natürlichen Spass, die Neugier an der Arbeit wieder, streich alles aus deinem Leben, was nicht zwingend erforderlich ist, und dann laden sich deine Akkus auch wieder auf.

Zitat: "Ein Hamsterrad sieht von Innen aus wie eine Karriereleiter".

P.S. Dein Bericht ist sehr gut geschrieben: 9/10 10 sind es nicht, weil du manchmal ganz offensichtliche Dinge zwar wunderbar beschreibst, aber nicht deuten kannst (oder willst?). -> Zombieapokalypse (Ohne dir zu nahe treten zu wollen, gleicht dein Leben in dieser Maschinerie doch irgendwie dem eines Zombies,oder?)


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Abwesender Träumer

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  Geschrieben: 22.03.14 12:39
Holden Caulfield schrieb:
P.S. Dein Bericht ist sehr gut geschrieben: 9/10 10 sind es nicht, weil du manchmal ganz offensichtliche Dinge zwar wunderbar beschreibst, aber nicht deuten kannst (oder willst?). -> Zombieapokalypse (Ohne dir zu nahe treten zu wollen, gleicht dein Leben in dieser Maschinerie doch irgendwie dem eines Zombies,oder?)

Ich kenne mich da im Bewertungssystem nicht aus (falls es eines gibt). Gibt es mehr Punkte, wenn man seine eigenen Dilemmata beantwortet? ;)
Du trittst mir nicht zu nahe. Offengesagt habe ich auch schon oft dieselbe Analogie gezogen.

Holden Caulfield schrieb:
(...) Glaub mir, das ist viel mehr die Regel als die Außnahme. Wenn du Yokat oder andere Betroffene auf der Straße treffen würdest, dann kämst du nie darauf, dass sie ein Drogenproblem haben: vielmehr wirst du vom Gegenteil ausgehen, weil gerade an der Uni auf die Fassade geachtet wird.
Ich meine, alleine das, was die ältere Generation der Dozenten wegsäuft, ist teilweise nicht mehr schön. Die neue Generation der Akademiker ist da schon meist viel kreativer, wenn es darum geht, das Bewusstsein zu verändern.


Absolut. Ich meine, es beruhigt mich kaum zu wissen, dass ich nicht der einzige bin, aber es ist teilweise sehr offensichtlich, dass viele "Hochleister" auf irgendwelchen Mitteln sind. Den meisten Studis hier müsste sicher auch aufgefallen sein, dass einige Dozenten/Profs nicht so 'normal' sind wie andere. Nun ist das kein Garant dafür, aber dennoch auffällig, dass das gerade in dieser Liga so häufig vorkommt.

Holden Caulfield schrieb:
(...) Ich sehe das ja in der Beschreibung Yokats, wie er unfähig ist, kürzer zu treten, obwohl er merkt, dass ihn das Ganze auffrisst. Da spielen dann sicherlich viele Faktoren rein, wie seinen Selbstwert über das zu definieren, was man erreicht, also: Die Menschen mögen und lieben mich, weil ich viel leiste. Ist so ein Gedanke erstmal im Kopf, der zudem noch vom System honoriert wird, dann führt das zwangsweise zu einem Teufelskreis.
Da gibt es dann einerseits die Drogen zum Pushen der Leistung, und dann die, die eine Flucht vor dieser ganzen Maschinerie ermöglichen - natürlich überschneiden sich diese beiden in der Regel.

Das könnte durchaus eine Rolle spielen. In der Psychologie heißt es zwar, dass Selbstdiagnosen praktisch nie funktionieren, aber ich würde das eher einem anderen Umstand zuordnen (der vielleicht damit einhergeht): Ich enstamme einer (Migranten-)Familie von Vieh- und Landwirten. Alles über Mittelschule war schon 'einsteinig'. Mein Vater war Zeit seines Lebens eher faul, arbeitslos und lag der Familie immer auf der Tasche. Daran zerbrach auch (recht spät) die Ehe und ich erinnere mich schon als Kind immer gedacht zu haben: "Das will ich nie werden". Der Vollständigkeit halber: Aber versteht mich nicht falsch, ich liebe meinen Vater. Er war nie gewalttätig, alkoholabhängig o.ä. was man gern aus zerrütteten Familien hört, sondern seinen Kindern (ansonsten) immer ein guter Freund und Vater.
Ich möchte offenbar das andere Extrem sein.

Holden Caulfield schrieb:
@Yokat: Wieso machst du so viele Nebenjobs, die kannst du doch komplett streichen? Ich glaube dir, dass du Spass an der Wissenschaft hast, aber dann konzentriere dich doch primär auf deine Doktorarbeit. Oder hast du jetzt einen Lebensstandard durch die ganzen Jobs, den du nicht aufgeben willst und kannst?
Ganz ehrlich? Finde wieder den natürlichen Spass, die Neugier an der Arbeit wieder, streich alles aus deinem Leben, was nicht zwingend erforderlich ist, und dann laden sich deine Akkus auch wieder auf.

Auch hier will ich dir Recht geben und habe auch schon nachgezogen. Bis auf einen regelmäßigen Nebenjob hab ich alles fallen gelassen, was nicht meiner Promotion dient. Ironischerweise braucht es viel Geld, um so 'viel' Geld zu verdienen. Also die Extra-Mieten, Reisen und naja... Drogen.
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Traumländer



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  Geschrieben: 24.03.14 00:09
Hey yokat,

also 2 Dinge fallen mir ein:

1. Du nimmst opioidhaltige Medikamente mit, die du dir von einem Arzt verschreiben lässt, obwohl ich nicht weiß, ob die erlaubte zu tranportierende Menge deinen Bedarf decken würde.

2. Du schickst ein Paket auf Reisen, welches du an irgendein Postfach in der Nähe deines Aufenthaltsorts schickst. Natürlich würde ich hier Kratom nehmen, welches, soweit ich weiß, in den USA (außer Indiana) nicht verboten ist. Müsstest dir aber dann schon eine äußerst potente Sorte besorgen, damit du die Mohnkapseln einigermaßen substituieren kannst, wobei es vielleicht am Besten wäre, vorher auf eine potente Sorte Kratom umzusteigen, um dann in den USA nur noch auf Kratom angewiesen zu sein, weil ich befürchte, wenn du die Mohnkapseln substituieren musst während der Reise, dass du eine ziemlich große Menge Kratom bräuchtest, was da sicher wieder problemtisch wird und Mohnkapseln per Paket rumzuschicken ist sicherlich nochmal ne andere Sache als Kratom.

Ich weiß ja nicht, ob du schon im Voraus weißt, wo du wohnen wirst, denn dann könntest du dir auch Kratom von einem amerikanischen Händler bestellen, so dass es ungefähr eintrifft, wenn du in dein Hotel einscheckst. Oder einfach ein Paket zum Hotel schicken, anrufen, dass sie es aufbewahren sollen.

Naja, ich denke außer Kratom oder verschriebende Medikamente bleibt dir nicht viel übrig, es sei denn du entziehst vorher, was aber sicher arbeitsbedingt bei dir nicht geht.

Zum Hamsterrad und so:

Ich verstehe dich hier ganz und gar. Mir ging es eine zeitlang ähnlich. Ich bin überdurchschnittlich gut in meinen Leistungen an der Uni, was mich eine Zeit über ebenso von Leistung zu Leistung rennen lassen hat, weil ich mich immer darüber definierte. Das Paradoxe war, dass ich die ganze Zeit wusste, dass diese Anerkennung für mein ICH keinerlei Mehrwert hat, sondern eine Illusion ist. Und doch konnte ich nicht loslassen, weil ich diese Wahrheit zwar wusste, aber nicht fühlte. Ganz tief innerlich glabte ich trotzdem noch, dass ich von diesen Dingen abhängig bin. Ok, die Anerkennung ist sicherlich davon abhängig, aber sicher nicht die Bindungen zu richtigen Freunden und einer Frau, die dich liebt.

Ich denke, dass ist das schwierige an der ganzen Sache: etwas zu wissen, heißt noch lange nicht, dass man das Problem in seiner Ganzheit erfasst und akzeptiert hat. Du wirst es wohl erst dann akzeptieren müssen, wenn du irgendwann mal zusammenklappst. Denn eins ist sicher wie das Amen in der Kirche - und ich habe mich mit dieser Problematik ausführlich beschäftigt, auch bezüglich daraus resultierenden Drogenkonsum - noch niemand hat so ein Leben lange durchgehalten. Das Schlimme ist oft, dass die, die das so extrem ausgelebt haben, irgendwann in das komplett andere Extrem zurückfallen. Das heißt: Frau, Kind weg, Arbeit weg, entfesselter Dorgenkonsum. Wer das Extrem lebt, ist ganz nah am anderen Extrem.

Ich für meinen Teil konzentriere mich immer noch auf die Uni und habe Freude an meinem Fach, aber ich renne nicht mehr krampfhaft einer Karierre hinterher. Ich habe bis auf Kratom vor drei Jahren allen Drogen abgschworen, auch Alkohol. So langsam, und das ist wirklich schwer, kann ich wieder von meinen Ansprüchen des Über-Ichs lassen, auch wenn noch immer nicht alles so ist, dass ich mich ganz fallen lassen kann, da ich selbst in eine Kratomabhängigkeit geraten bin, die ich momentan gerade beende.

Ich weiß auch von allen, die ich an der Uni kenne, dass sie Probleme mit dieser Maschinerie haben, deren Gesetzt man unhinterfragt annimmt und lebt. Die meisten schießen sich regelmäßig mit Alk ab, die anderen haben Zwänge und permanent Ängste, die sie pflegen und hegen, nur um nicht zu sehen, was das wirkliche Problem ist. Ein Großteil nimmt Ritalin und Co, kifft oder gibt sich den Opioden hin. Der Vorteil der Opioide ist ja, dass sie keinen direkten körperlichen Schaden anrichten, sondern sehr gut verträglich sind, so dass man völlig normal aussieht. Schäden bei Opioiden und Opiaten sind ja meist sekundär, also ergeben sich aus der Sucht.

Ich kenne letzlich niemanden an der Uni, der wirklich klarkommt. Du musst nur ganz genau hinschauen, hinter die Fassade, die uns auf dem ersten Blick das gegensätzliche Bild präsentiert, weil die meisten auch nicht wissen, dass es vielen anderen so geht.

Das ist Problem unserer Zeit, dass die Maschine nicht mehr von uns angetrieben und genutzt wird, sondern sie uns antreibt und steuert: Die Geister, dich ich rief....usw. ;)

Wenn ich bald selbst promoviere, hat das für mich dann auch keine Priorität, sondern in erster Linie werde ich mich immer um Freunde, meine Familie und mich selbst kümmern... danach kommt dann mein Beruf.

Ich glaube auch, dass man an der Uni erst dann außergewöhnliche Leistungen vollbringt, wenn man sich dem kreativen Nichtstun hingeben kann, dem Loslassen von allem, damit man wieder in den Kontakt mit unendlichen Ganzheit kommt. Wenn du das nichts tust und nur im Sinne der Maschine Leistungen vollbringst, die die Maschine verlangt, dann fütterst du sie letztlich nur, aber veränderst sie nicht.

In der Maschine lebt niemand richtig, sondern funktioniert nur, was wiederum massiv gegen universale Regeln verstößt, denen jeder Mensch letztlich unterworfen ist. Arbeite um zu leben, das ist wohl das richtige Motto für dich und jeden von uns, aber ich kann es dir gut nachfühlen, dass dieses Konstrukt, in dem du steckst, eine Eigendynamik entwickelt hat, der du dich nicht mehr entziehen kannst, bis das Kartenhaus irgendwann zusammenfällt.

Ah ja, zu der von skeptisch gesehenen Selbstdiagnose: Das sagen einige Psychologen: Okay! Lass sie es sagen, aber letztlich weiß jeder Mensch genau, was fehlt, aber er hat sich oft so in Illusionen und Konstruken verworren, dass er jemanden braucht, der ihn durch dieses selbstgeschaffene Labyrint führt. Wenn du dann erstmal erkennst, was das wahre Problem ist, dann fässt du dir an den Kopf und sagst: Wie konnte ich nur so blind sein, um das Naheliegende nicht zu sehen. Jeder Psychologe, der dir verkomplizierte Diagnosen und Lösungansätze präsentiert, die du gefühlsmäßig nicht erfassen kannst, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch. Von der Maschine kann man nicht mittels Dingen, die der Maschine entspringen, geheilt werden!


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Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 15.05.14 13:50
wie sieht es aus mit buprenorphin in den Ländern in die du reisen willst?
Ist glaube ich in einigen Ländern weniger problematisch als anderes und für mich eins der Top opioide zum Abstand gewinnen und ausschleichen.

lg tt
Macht es, kosmisch betrachtet,
wirklich was aus,
wenn ich NICHT aufstehe und arbeiten gehe?

http://de.wikipedia.org/wiki/Zei​tgef%C3%BChl
» Thread-Ersteller «
Abwesender Träumer

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  Geschrieben: 17.07.17 15:08
Tag zusammen,

falls jemand noch interessiert ist - ich habe den Bericht nach Ewigkeiten exhumiert und plane ein paar Updates, die hoffentlich unter einer handvoll Jahren liegen ;)
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Traumländer

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  Geschrieben: 17.07.17 17:07
+1
zu alt für den Scheiß
Traumländer



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  Geschrieben: 20.07.17 15:07
Erstaunlich guter Bericht! 10/10
Auch sehr schön, dass du den Bericht immer wieder updatest :).
Hat mich wirklich sehr mitgenommen, viel Glück weiterhin!

Ich bin heute an dem Tag an dem ich mit dem Kratom auf 0 gegangen bin (innerhalb von 7 Tagen jeweils 1,5 g am Tag runter gegangen).
Ich war allerdings nur vom Kratom abhängig (ca. 4 Monate) und habe dazu gelegentlich Tilidin konsumiert.
Um den Entzug zu erleichtern kann auch Agmatin helfen, dass nehme ich bspw. - es lindert die Entzugserscheinungen, macht nicht abhängig und ist legal.
Wikipedia schrieb:
"Systemic agmatine can potentiate opioid analgesia and prevent tolerance to chronic morphine in laboratory rodents. Since then, cumulative evidence amply shows that agmatine inhibits opioid dependence and relapse in several animal species."
Du kannst mal hier nachlesen, falls es dich interessiert: Agmatin - Ein Opioid-Toleranzsenker .

Liebe Grüße

:)
» Thread-Ersteller «
Abwesender Träumer

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  Geschrieben: 21.07.17 11:18
Hi, danke für's Lob! Und die Geduld beim Lesen ;) Das freut mich sehr zu hören

Von dem Mittel habe ich noch nie etwas gehört... Das muss ich unbedingt mal probieren
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Träumer



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  Geschrieben: 21.07.17 14:16
Hey Yokat,
ich muß sagen, Du hast echt Ausdauer und zielstrebig bis Du auch.
Im letzten Update schaust Du leider irgendwie ziemlich pessimistisch in die Zukunft. Wieso eigentlich? Du hast doch so viel erreicht!
Klar Du hast Deine ganze Karriere mit LOWDOSE Opiaten/Opioiden gemacht – andere hätten sich Ritalin verschreiben lassen. Gerade in akademischen Kreisen ist doch Hirndoping nun wirklich nichts ungewöhnliches.
Jetzt wird’s halt Zeit, den Kredit mit Zinsen zurückzuzahlen.

Was ich Dir raten würde, ist Deine Frau einzuweihen. Ichstelle mir das echt ziemlich belastend vor wenn selbst die engsten Vertrauten nichts von Deinen dringensten Problemen wissen.
Hast Du sonst noch jemanden mit dem Du reden kannst, Freunde? In eine früeren Update schriebst Du ja mal Du hast keine Freunde – hat sich das geändert? Für die meisten Leute sind Freunde wichtig, manchen reicht auch die Familie.

Ich könnte mir auch vorstellen, daß Du, wenn Du von 10/12 Stunden Tagen in die Arbeitslosigkeit gehst und dann noch einen kalten Entzug machst, ziemlich depressiv wirst. Eines von beiden reicht schon, um Leute aus der Bahn zu werfen.
Wäre es nicht besser, ein halbes Jahr/Jahr „Arbeitslosigkeit“ mit einem oder mehreren sinnvollen Projekten zu füllen und dabei so quasi nebenbei abzudosieren? Heutzutage macht sich sowas nicht mehr so schlecht im Lebenslauf wie früher, man muß es nur entsprechend verkaufen.

Vielleicht solltest Du noch mal einen anderen Doc konsultieren, gibt da ja wie in jedem Job gute, weniger gute und schlechte und mit diesen Medikamenten muss man halt zur Not mal paar durchprobieren. Kenn' mich da nicht so aus.

Macht Dir Deine Tätigkeit eigentlich noch Spaß? Klingt an sich nach einem spannenden Job, aber auch nach einem anstrengenden.
Wünsche Dir viel Glück für den Titel und mit Deiner Familie.
You can turn your back on a person, but never turn your back on a drug ;o)
» Thread-Ersteller «
Abwesender Träumer

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  Geschrieben: 03.08.17 10:09
Hi Madprof,

danke für die netten Worte. Ich habe viel darüber nachgedacht und es ergibt Sinn was du schreibst.
Es stimmt, irgendwie wird alles düster um mich

Meine einzige Freude sind meine Familie. Es gibt einfach nichts schöneres, als das vom Herzen kommende Lächeln am Morgen, das sie dir zeigen.. Aber auch das hängt stark von meiner Laune ab und wenn es seit dem letzten Konsum zu lange her ist, bin ich eher pampig.

Gleichzeitig macht es mich fertig so ein Geheimnis mit mir zu tragen. Keiner weiß davon und entsprechend kann ich mit niemandem darüber reden.
Also "gar keine" Freunde ist vielleicht übertrieben. Es gibt halt die Kumpels von der Arbeit und 1-2 gute Familienfreunde. Beide m. E. nicht geeignet, um sich zu öffnen. Ich denke aber, es treibt mich auch so ein bisschen an, auf diese Erlösung hin zu arbeiten - dass ich endlich zumindest meine Frau einweihe, sobald alles vorrüber ist und wir gemeinsam daran arbeiten. Vorher ist das vermutlich keine gute Idee. Sie ist der super-sorgsame Typ. Und dann müsste ich schon vor dem Titel aufhören - was total unrealistisch ist (traurig, aber wahr).
Eine Möglichkeit wäre meine beste Freundin. Wir wohnen mittlerweile in unterschiedlichen Städten und seit dem letzten Konktakt ist auch viel Zeit vergangen.

Du hast auf jeden Fall auch recht wenn du schreibst, dass das dann nicht ganz ohne Beschäftigung passieren sollte. Das Projekt müsste ich dann natürlich noch planen. Es darf halt nichts sein, das einen gewissen Elan oder allzu viel Konzentration erfordert. Bei kleinen Entzügen habe ich ja schon die Erfahrung gemacht, dass einem jeglicher Antrieb und Motivation fehlt. Andererseits 'passive' Projekte (z.B. Binge-Watching) machen einen ja auch bescheuert.

Ich sage mal der Job macht mir nicht mehr so viel Spaß, wie früher. Aber er kotzt mich zumindest nicht an und er hat seine Momente. Ich will sogar darauf hinausarbeiten eine Professur zu bekommen auf lange Sicht. Aber dazu wäre es natürlich schick zu wissen, wie sich dieser Wunsch anfühlt, wenn ich clean bin.

Danke auch für die Wünsche! Es tut schon gut sowas zumindest anonym teilen zu können.
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