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LdT-Forum » Drogen & Gesellschaft » Der Weg (Selbstfindung & Glaube) » Philosophie und so - hier dürfen wir unser Hirn benutzen


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AutorBeitrag
Traumländer

dabei seit 2014
18 Forenbeiträge

  Geschrieben: 20.05.17 11:47
Das ist natürlich echt eine gute Frage, das würde mich auch interessieren.

Habe mal in den Büchern von Varda Hasselmann gelesen, dass Gott dort auch anders genannt wird. Dort spricht man vom All- Ganzen.

Das finde ich ganz gut, weil es die Weite und Ganzheit im Blick hat.

Das ganze All. Das Allganze. Im Überigen kann man ja das Phänomen Bewusstsein versuchen zu beschreiben. Um sich dem Thema Bewusstsein anzunähern könnte man das Bewusstsein in verschiedene Bewusstseinsschichten teilen.

Alltagsbewusstsein, Traumbewusstsein, entgrenztes Bewusstsein wie durch Drogen, kollektives Bewusstsein, usw.

Die Bücher von Varda Hasselmann sind sicherlich nicht für jeden was, doch wen es interessiert, könnte mit Welten der Seele anfangen.

https://www.amazon.de/Welten-Seele-Trancebotschaften-eines-Mediums/dp/3442121965/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1495273533&sr=8-1&keywords=welten+der+seele

Oder auf youtube mal Varda Hasselmann eingeben. Es geht um Wiedergeburt, lieben zu lernen, sich als Seele erkennen und mit seiner Quelle wieder eins zu werden.

Wie findet ihr Gott als das ganze All, das Allganze?
 
Abwesender Träumer



dabei seit 2015
293 Forenbeiträge

  Geschrieben: 20.05.17 13:25
Unsere Vorstellungskraft kann sowohl das einfache ›Nichts‹ als auch das ›Allumfassende‹ nur erahnen, aber nicht wirklich begreifen. Das liegt zum Teil auch daran, weil wir von Anfang an dieser Illusion eines ›Ich‹ anhängen, das uns vom ›Rest‹ trennt. Wenn ich mir vorstellen möchte, das Gott alles ist, dann bedeutet das auch das ich selbst Gott bin - ich bin nichts von Gott getrenntes, nichts in die Welt hineingeworfenes, sondern komme aus dieser Welt, aus Gott heraus und bleiben darin verhaftet. Unser Blick auf die Welt, die Existenz überhaupt macht uns in der Regel aber einen Strich durch die Rechnung. Das große Problem, wenn man so will, unseres Beobachters besteht darin, dass wir nur durch eine Art Tunnel blicken, also nicht das ganze auf einmal sehen können. Deshalb müssen wir diese Lücke irgendwie mit unserer Phantasie füllen.

Es gibt da einen Ausspruch der von Jesus stammen soll:

"
Wenn ihr aus Zwei Eins macht und wenn ihr das Innen zum Außen, das Außen zum Innen und das Unten zum Oben kehrt ... dann werdet ihr (in das Königreich) eintreten ... Ich bin das Licht, das über allem ist, ich bin das Alles, das Alles entsprang aus mir, und das Alles ging wieder in mich ein. Spaltet (ein Stück) Holz, und ihr werdet mich erkennen; hebt einen Stein, und ihr werdet mich unter ihm finden.

"

Das fällt denke ich in diesen Themenkomplex hinein. Mein ganz persönlicher Standpunkt ist der, zu akzeptieren das meine Sicht auf die Dinge ebenso begrenzt ist wie meine ›Macht‹ oder ›Handlungsfähigkeit‹. Es geht darum einfach bewusst zu leben, nicht irgendeine mystische fabelhafte Einsicht oder Gabe zu entdecken. Da fällt mir wieder diese Zen-Anekdote ein... wo ein Mönch sich zu einigen Zazen-Praktizierenden begibt die alle seit Stunden in tiefer Meditation dasitzen. Er nimmt sich irgendeinen rauen Stein und fängt an ihn zu putzen, so als würde er ihn polieren wollen... da fragt einer der Meditierenden etwas verwundert mit welcher Absicht er den Stein putzt, er wird sowieso nie glänzen. Die Antwort die darauf folgt, euer sitzen bringt euch genau so wenig und wenn ihr es euer ganzes Leben lang tut.
Ich weiß zwar aus eigener Erfahrung solche Dinge wie Meditations-Praxis und natürlich auch intensive Drogenerfahrungen zu schätzen, aber es ist etwas wahres dran, die gewünschte Selbstaufgabe kann sehr schnell zur täuschenden Selbstgefälligkeit werden.
»Unter dem Pflaster liegt der Strand!«
Graffito, Paris, Mai 1968
» Thread-Ersteller «
Traumländer



dabei seit 2012
2.872 Forenbeiträge
2 Tripberichte

  Geschrieben: 21.05.17 00:18
zuletzt geändert: 21.05.17 00:29 durch trinity (insgesamt 1 mal geändert)
@ Speci

Bumm, da hattest ja ein paar tolle Gedanken. Versuch doch damit ein bisserl weiter zu spielen in Zukunft, wenn es dich wieder überkommt ....dafuer




@ Larry

Du alter Haudegen ^^, da verschwindest du für einige Monate von der Bildfläche und dann tauchst du wieder ganz unverhofft auf und auch noch mit solch tollen Beiträgen. Danke dafür, das hast du echt toll wiedergegeben, dem kann man eigentlich nicht viel hinzufügen. Man sollte sich das höchsten öfter mal durchlesen, am besten immer wieder mal in nächster Zeit - find ich echt sehr wertvoll! ;)

Aber bei einer Sache möchte ich schon noch ein wenig nachhaken:

doc schrieb:
Es geht darum einfach bewusst zu leben, nicht irgendeine mystische fabelhafte Einsicht oder Gabe zu entdecken.


Ich finde auch, dass es darum geht, bewusst zu leben, da kann man gar nicht widersprechen. Aber ich hab selber schon erleben dürfen, dass man gewisse Einsichten bekommen kann, eintauchen kann ins Königreich und so weiter, auch seine Gaben mal so richtig erkennt und besser kennen lernt. Die Kunst ist es wohl, niemals stehen zu bleiben, immer weiter neugierig zu bleiben und das Leben zu kitzeln und herauszufordern und dadurch zu lernen, sich immer weiter und weiter zu öffnen/connecten/das Innen nach Außen und das Außen nach Innen zu kehren und zwar in den verschiedensten Lebensituationen. Manchmal mehr, manchmal weniger, egal, hauptsache so bewusst wie möglich. Und manchmal erlebt man eben diese ganz besonderen Erlebnisse, auch mal mit anderen Menschen zusammen, die genau dann eintreten, wann man mal wieder so richtig losgelassen hat und den Moment lebt und erlebt ....

Klar, man sollte niemals versuchen eine Gabe oder Vision oder whatever entdecken oder bekommen zu WOLLEN, das kann natürlich nicht funktionieren. Aber wenn man viel Glück hat, immer mehr sein Bewusstsein schärft und irgendwann immer öfter diese Momente hat, wo man nur noch das wahrnimmt, was wirklich ist und lernt sich hinzugeben und sich selbst zu vertrauen, dann kommt man vielleicht auch mal in den Genuss von ganz besonderen Phänomenen, die man sich so noch nicht mal vorstellen konnte ....

LG, trin




Behandle einen Stein wie eine Pflanze, eine Pflanze wie ein Tier und ein Tier wie einen Menschen!
Indianische Weisheit
Abwesender Träumer



dabei seit 2015
293 Forenbeiträge

  Geschrieben: 21.05.17 03:17
@trin

Hab zwar regelmäßig hier mitgelesen, aber war wegen privater Angelegenheiten abgelenkt oder einfach zu müde um produktiv am Geschehen teilzunehmen. Im vergangenen Jahr habe ich mich verlobt und nebenbei ein Unternehmen gegründet ... also bei mir läuft es gut, nur sehr beschäftigt. Du bist gerade etwas kränklich hab ich gelesen? Sonst scheint es sich aber gut zu leben, erhol dich etwas. :)

Deine Antwort fand ich sehr gut, du hast recht wenn du sagst, dass man in dieses ›Königreich‹ eintauchen kann, es ist nur verdammt schwer das Aufrecht zu erhalten, nicht? Ich meine damit, dass uns Menschen immer wieder alltägliche Dinge in die Quere kommen, die uns aus dieser wunderbaren Erfahrung herausreißen – wenn wir es überhaupt erstmal geschafft haben uns halbwegs von diesem ganzen Ballast zu befreien, den man so mit sich herumschleppt. Wie einfach oder wie schwer das ist, hängt von vielen Faktoren ab, finde ich. Wir leben in einer ziemlich hektischen Gesellschaft, in unseren Gefielden, auf den meisten Leuten lastet großer Druck, viele Vorstellungen sind damit verbunden wie man ein ›gutes Leben‹ führt et cetera et cetera ... es ist schwer alten Gewohnheiten und Prägungen abzuschwören um dann dazustehen und sich neu orientieren zu müssen.

Deinen Punkt mit der Veränderung finde ich da sehr Weise, denn das macht in der Tat vieles anders. Ein Mensch der sein neugierig sein und sein staunen können verloren hat, und auch die Fähigkeit sich › neu einzustellen‹ und zu verändern, der lebt wahrscheinlich recht mühsam und unter dem Aufwand großer Energie um durch eine Welt zu gehen, in der man agil sein muss. Agil will ich aber nicht als ›modebegriff‹ einer schnelllebigen Zeit missverstanden wissen, sondern das gehört eher in den Bereich des guten alten Daoismus... ich glaube da weißt du eh gut Bescheid.

Das Prinzip wird durch das Gleichnis von der Kiefer und der Weide bei starkem Schnee illustriert. Der Kiefernzweig, der starr ist, knackt unter dem Gewicht ein und wird wahrscheinlich brechen; Aber der Weidezweig gibt dem Gewicht nach, und der Schnee fällt ab. Zu beachten ist jedoch, dass die Weide nicht einfach ›schlaff‹ ist, sondern ›federnd‹ – das ist wichtig!

Das kann man als eine Art und Weise der Intelligenz verstehen – das heißt, die Angelegenheiten so gut zu kennen, dass man mit dem geringsten Energieaufwand damit umgehen kann. Doing easy. Freilich ist das keine rein intellektuelle Form von Intelligenz; Eine Disziplin die man zwar ›meistern‹ kann, die aber auch als ›unbewusste‹ Intelligenz und angeborenen Weisheit des Organismus und insbesondere des Nervensystems verstanden werden muss.

Sich verändern zu können, bewusst leben, würde in diesem Sinne bedeuten, dass man das ›Jetzt‹ nicht als haardünnen Moment sieht der gleich vorbei und daher kaum fassbar ist, oder als bloßes Prinzip von Ursache > Wirkung, wodurch man zur Marionette des Schicksals wird; sondern als weiten Raum, losgelöst von der Zeit, in dem wir handeln und unter Eigenverantwortung sowohl unsere Ethik unter Beweis stellen können, als auch die Freiheit finden von der wir so gerne träumen.
Das kann einen natürlich auch zurückschrecken lassen. Viele wollen nämlich gar keine Freiheit in diesem Sinne, oder nur scheinbare Freiheit über gewisse Entscheidungen. Lieber möchte man es gut organisiert und immer schön warm haben, ein passabler Lebensstil (angemessen für die Umgebung) dazu, mit einem Sicherheitsnetz falls doch mal was schiefgeht, und obendrein eine Ideologie die klärt was moralisch gut ist und was nicht – so muss man sich derartige Fragen nämlich nicht auch noch selbst stellen. ^^

Nun, oje, es ist ja schon so spät... ich glaube ich geh jetzt mal ins Bett. Man könnte dazu ja noch soviel schreiben. Wir hören aber bestimmt bald voneinander. ;)
»Unter dem Pflaster liegt der Strand!«
Graffito, Paris, Mai 1968
Endlos-Träumerin



dabei seit 2016
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  Geschrieben: 21.05.17 03:49
zuletzt geändert: 22.05.17 11:20 durch Voller Liebe (insgesamt 1 mal geändert)
Dieser Ausspruch von Jesus versinnbildlicht sehr schön, was ich schon lange denke. Und dass beinahe alle Religionen im Kern das selbe predigen und nichts mit der Institution dahinter gemein haben, brauche ich hier ja wohl nicht thematisieren denke ich. Im Endeffekt ist dieses Heben von Jesus oder Gott auf einen Thron doch genau NICHT das, was die Geschichte (und speziell dieser Ausspruch) aussagen will. Nämlich, dass wir tatsächlich alle gleich sind und Gott in uns gleichermaßen wohnt / wir alle gleichermaßen Gott sind.

Larry Doc Sportello schrieb:
Es geht darum einfach bewusst zu leben, nicht irgendeine mystische fabelhafte Einsicht oder Gabe zu entdecken.


Das denke ich auch. Ich glaube, dass die meisten Menschen, die in der Menschheitsgeschichte Großes vollbracht haben, das nicht mit dieser Intention getan haben. Sie haben einfach das gelebt was sie sind und waren der Welt so von Nutzen.

Wenn gesagt wird, jeder Mensch habe das Zeug dazu, Großes zu bewegen in der Welt, wird meiner Meinung nach schnell übersehen, dass Großes oft im Kleinen geschieht. Dass es ebenso eine große Veränderung ist, wenn man es schafft, auch nur einem Menschen eine große Erkenntnis zu bescheren, die ihn näher zu sich und zur Welt und weg von z.B. der Konsummaschinerie bringt.

Edit 1 Tag später:
Hmm irgendwie drückt mein Gedanke nicht das aus, was ich sagen wollte. Was ich damit eigentlich ausdrücken wollte, ist, dass ich der Ansicht bin, dass ein bewusst lebender Mensch, indem er sich achtsam entwickelt und das auch ausstrahlt, in seiner persönlichen Umgebung viel verändern kann.

Vielleicht bringt er auch andere Menschen dazu, bewusster zu leben und wenn sich das so Butterfly-Effect-mäßig fortsetzt - und ich glaube, das tut es -, wird sich auch bald im Großen etwas ändern. Ich denke, das tut es bereits, auch wenn unsere Welt auf den ersten Blick nicht so aussieht.

Die Welt ist viel schöner, als dass sie hässlich ist. Man muss nur genau hinsehen.
ॐ Du bist der Fluss, nicht das Floß ॐ
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
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Traumländer



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  Geschrieben: 23.05.17 00:34
@ Voller Liebe

Dein Edit ist wunderschön, das hast du echt sehr fein wiedergegeben! verliebt Ich kann das echt sehr gut nachvollziehen, denn ich hab mich selber immer als so Jemanden gesehen, der im Kleinen handelt und vorlebt und tut und macht und vielleicht auch mal ab und zu ein bisserl seine Mitmenschen positiv beeinflusst. Für mich war das Große nie so der Reiz, ich lebe liebe real mein Leben und berühre damit auf meine ganz persönliche Art und Weise manche meiner Mitmenschen. Und manchmal glaub ich wirklich, dass das eine meiner Gaben ist .... Meine Mitmenschen zu berühren und zu zeigen, wie ich so die Welt wahrnehme und in ihr wandle ....

Diesen Butterfly-Effect, den du ansprichst, an den glaub ich total und das nehme ich auch immer wieder so wahr. Man nehme nur all die wunderbaren Künstler, die in den letzten Jahren so aufgetaucht sind und ihren Beitrag auf dieser Welt leisten. Klar, die guten Künstler gab es immer schon, aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass zur Zeit besonders viel von den guten Menschen aufzeigen, was es noch so gibt, als diese starre und kalte Welt, die uns so vorgelebt wird ....


@ Larry

Ja, ich versteh dich sehr gut, was du meinst damit, dass wir immer wieder aus unserem "Königreich" gerissen werden vom Alltag, von der Welt "da draußen", der Welt, in der wir funktionieren müssen, etc.! Mir geht es ja leider auch immer wieder so und ich persönlich würde mir wünschen, dass es nicht mehr so wäre und ich die meiste Zeit meines Leben frei und EINS sein kann. Doch das Leben ist kein Ponyhof - man kann aber versuchen, sich das Leben so gut als als möglich als Ponyhof zu gestalten. ;) Ich persönlich bin in vielen Dingen meinem Ideal/meiner persönlichen Freiheit schon recht nahe, aber gerade meine Arbeit wirkt sich zur Zeit sehr Un-Ponyhof-mäßig aus auf mich. ^^ Es wäre wohl einfach Zeit für Veränderung, um dieses große Areal in meinem Leben auch noch dem mir perfektem Ponyhof anzupassen. :)

Aber alles zu seiner Zeit - wie sagt man so schön: "Kommt Zeit, kommt Rat!" Derweilen mal weiter so im Text und weiterhin immer das Beste geben was man kann - also annähernd 100 % in jeder Lebenssituation. :)

Dein Gleichnis mit der Kiefer und der Weide find ich sehr toll, genau so versuch ich meist durchs Leben zu wandeln. Ich hab IMMER die Wahl, ich kann mich immer entscheiden, ob ich kämpfe oder eben annehme, laufen lasse und flexibel bleibe. Letzteres ist eindeutig meine Präferenz und ich hab es mittlerweile echt gut gelernt laufen zu lassen. Besser geht immer, eh klar, aber das Geheimnis ist es einfach, sich IMMER dessen bewusst zu sein, was man gerade so macht und tut. Sobald ich weiß, was ich gerade so mache, was hier im Moment gerade so abgeht, bin ich Herr der Lage und dem, was gerade so abgeht. Dazu bedarf es einem scharfem Bewusstsein und dazu kommt es auch nur durch viel Übung - man fängt immer erst klein an, aber es kann schnell vorwärts gehen. ;)

Was du über diese unbewusste Intelligenz geschrieben hast, find ich sehr interessant! Es gibt manchmal Menschen auf dieser Welt, die extremes Potential haben, aber dieses nicht verschwenden wollen für die "Systeme der Gesellschaft", sondern einfach deren eigenes Ding machen, genau nach deren eigenen Vorstellungen. Ich glaub auch, dass das irgendwie so eine "angeborene Weisheit" ist, die manche Menschen durchs Leben begleitet. Mich wundert es immer wieder, wie viele unbewusste Menschen es auf dieser Welt gibt ....

Genau - das "Jetzt" ist ALLES, es kann also nicht nur dieser hauchdünne Faden im Moment sein - es ist alles was war, was ist und was noch kommen wird! Diese Erfahrungen muss man aber selber mal machen, damit man das verstehen kann. Je mehr ich im Moment, im Jetzt lebe, umso eher versteh ich, wie sehr der Moment sich ausdehnen lässt. Wir erkennen, dass alles was passiert, einem Impuls folgt und dieser Impuls kann IMMER und VON JEDERMANN sofort entfacht werden. Diese Gewissheit in unserem Leben, gibt uns eine beruhigende Ungewissheit, denn alles was wir nicht tun, schadet uns gleichermaßen. Je mehr wir nicht tun, umso mehr verlernen wir eins zu sein mit ALLEM und wir suchen uns Ausreden, warum wir etwas nicht tun, obwohl wir genau wissen und spüren, dass wir es tun sollten.

Es gilt diese Mechanismen im seinem Leben zu erkennen, immer nach dem Guten zu streben und vor allem als eines der wichtigsten Dinge von allem, gilt es: "Alles mit voller Hingabe zu machen!" Immer 100 % zu geben, alles was man geben kann und immer das Beste aus sich und dieser jeweiligen Situation raus zu holen. Das sind für mich Bewusstseins-Übungen, die das Bewusstsein immer mehr schärfen, immer mehr und mehr und mehr ....

Genau das verändert die Welt und immer mehr Menschen machen mit bei diesem Spiel - denn viel mehr als ein Spiel ist es auch nicht .... mrgreen Dafür macht es irre Laune und fühlt sich gut an, man muss nur mitspielen .... verliebt
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Indianische Weisheit
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  Geschrieben: 23.05.17 01:15
Gibt es für euch ein Richtig und ein Falsch, und worauf begründen sie sich?
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Traumländer



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  Geschrieben: 23.05.17 01:24
Du bist echt ein lustiger Kauz, Kerstin, worauf begründest du das?
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Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 23.05.17 02:33
›Richtig‹ und ›Falsch‹ sind nur Begriffe, völlig bedeutungslos. Genau wie ‹Optimist‹ und ›Pessimist‹.

Ich gebe einmal zu denken:

Ein Schiff läuft aus. Der Kapitän sagt in dem einen Fall, dass das Schiff unsinkbar ist und ewig auf See läuft. Schon ist er ein ›Optimist‹. Oder, der Kapitän sagt, 'Also, dieses Schiff wir garantiert bald sinken...'; Beide Aussagen können richtig sein, aber sie haben letztlich nichts mit dem tatsächlichen Zustand des Schiffes zu tun, weil sie keine konkreten Aussagen beinhalten wie der eigentliche technische Zustand dieses Schiffes oder der Umgebung in der es fährt ausschaut. Es sind Verallgemeinerungen, Aussagen die nichts konkretes beinhalten.

Wenn man von ›Richtig‹ oder von ›Falsch‹ spricht, so muss das auf etwas bestimmtes bezogen sein. Und selbst dann, wer legt die Moral fest? Es sind andere... das was im Gesetz steht, das was die Bibel sagt, der Koran... was auch immer. Aber die eigentliche Ethik, was nun ‹Gut‹ oder ›Böse‹, ›Richtig‹ oder ›Falsch‹ ist, das bestimmt man selbst. Man ist verantwortlich für das was man tut! Der ganze Rest dient nur einer Allgemeinheit, der Organisation in der Gesellschaft und ob man mit dieser konform geht oder nicht.

Es gibt da dieses Diktum, dass da lautet: Tu was du willst, ist das ganze Gesetz. Das ist kein Aufruf dazu, zu morden, zu vergewaltigen oder was-weiß-ich... es heißt bloß: erkenne deine wahre Natur, wo liegen deine Vorstellungen von Ethik, vom Handeln in der Welt, vom guten tun, vom nützlich sein, usw. usw.

Es ist also eine Sache der Perspektive. Es gibt ganz sicher Situationen, wo du quasi unmoralisch, entgegen der Richtlinie der jeweiligen Gesellschaft handelst, und dennoch, du tust das im besten Interesse des Wohls anderer und dir selbst. Das mag paradox, ja fast geheimnisvoll klingen, aber im Grunde ist es ganz einfach. Es läuft tatsächlich darauf zurück, so zu handeln wie du selbst behandelt werden möchtest. Erkenne die hohe Verantwortung an, dass alles was du tust Auswirkungen auf dich, auf andere, auf die Welt hat und verstehe, das alles was auf der Welt passiert in deiner Reichweite liegt. Du kannst nicht die Schuld allen Übels auf dich nehmen, aber du kannst Teil einer Veränderung sein indem du gewissenhaft jede Entscheidung behutsam abwiegst, die du triffst.

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  Geschrieben: 23.05.17 03:45
>>›Richtig‹ und ›Falsch‹ sind nur Begriffe, völlig bedeutungslos.<<

Seh ich auch so. Aber das muss ja nicht für jeden gelten. Dachte, ich stoß mal was an.
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  Geschrieben: 23.05.17 10:15
Kerstin91 schrieb:
ein Richtig und ein Falsch


ist in meinen Augen eine Frage der Mathematik bzw. der persönlichen Definition,

Mit geht's übrigens RICHTIG gut, weil ich diese und nächste Woche Urlaub hab biggrin

LG ooops
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Traumländer



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  Geschrieben: 26.05.18 19:37
Hat wieder mal jemand Bock auf ein wenig philosophieren und sein Hirnkastl anstrengen ....? mrgreen dafuer smile


Hier ein Spruch von Lao Tse aus dem Tao Te King, über den es sich mMn nachzudenken lohnt. Passt auch so ein bisschen zu dem, was gerade im Satori-Thread durchgenommen wird. Einige werden wohl ganz genau wissen, was diese Worte bedeuten sollen - zumindest auf den für einen selbst gerade verständlichen und bewussten Ebenen. ;) Aber wer das Tao Te King kennt, der weiß vielleicht auch, dass dieses Büchlein extrem vielschichtig sein kann und sich einem je nach Bewusstseinszustand immer wieder neue Ebenen auftun können, die es wieder aufs Neue zu entdecken und verknüpfen gilt. Einen Spruch, den man damals glaubte verstanden zu haben, bietet im Jahr darauf vielleicht schon wieder ganz neue Perspektiven und Erkenntnisse.


"Das Weichste in dieser Welt überwindet das Härteste; das Nichts kann dort sein, wo kein Raum ist. Daran erkennen wir den Wert des Nichts-Tuns. Lehren ohne Worte, beim Tun im Nichts-Tun verweilen: das verstehen nur wenige."

Laotse (6. oder 4. - 3. Jh. v. Chr.), eigentlich Laozi, nur legendenhaft fassbarer chinesischer Philosoph, Begründer des Taoismus, Laotse bedeutet 'der Alte', sein Sippenname war 'Li Erl'
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Neuer Träumer



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  Geschrieben: 27.05.18 00:56
Hi trin
Danke für den Denkstoff...
...aus welcher Mottenkiste hasst Du diesen Tread ausgegraben?
Ganz ohne Kommentar kann ich, an diesen Worten, nicht vorbeigehen und möchte vor dem Schlafen paar Gedanken dazu loswerden. Zumal ich vor einigen Tagen beim Lesen auf ähnliche Ideen gestoßen bin.

Da hieß es auch, dass eigentlich die Leere das wesentliche darstellt. Wenn wir dabei an ein Gefäß denken dann macht erst sein Fassungsvermögen, was nichts als Leere ist, das Eigentliche aus. Genauso verhält es sich mit einer Wohnung, bewohnt bzw. genutzt wird dabei der Leere Raum und nicht die Wände. In diesem Zusammenhang musste ich an die Elektrizität denken und dabei daran, dass es nicht der Leiter ist, durch den der Strom fließen kann, sondern es die Isolation, die einen Kurzschluss verhindert...

Das ist wahrscheinlich auch der Grund warum mitten in der Nacht ein neuer tag beginnt, mitten im Winter beginnt der Sommer und mitten im Sommer der Winter.
Es ist nicht das Ziel sondern die Reise, es ist der Sex und nicht der Orgasmus... aber das sind nur ein paar lose Gedanken ☺

Gute Nacht

 
» Thread-Ersteller «
Traumländer



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2.872 Forenbeiträge
2 Tripberichte

  Geschrieben: 27.05.18 15:33
Hi Celine,

soooo alt wäre dieser Fred ja noch gar nicht, nur etwas wenig frequentiert in letzter Zeit. Und nun rate mal, wer diesen Thread hier eröffnet hat? ;)


Coole Gedanken, die du da hast! Gerade das mit dem leeren Raum, der eigentlich erst das volle Leben wieder zulässt, passt da sicherlich auch rein. Sind übrigens auch Worte von Lao Tse, das wusstest du, oder, Dion?

Ich glaube aber, genau in diesem leeren Raum, da gibt es noch etwas zu entdecken, das, was das Leben ausmacht und das Tongefäß entstehen lässt oder das Haus bauen lässt oder den Samen sprießen lässt.

Mehr sag ich jetzt nimmer dazu, aber wenn man versteht, was Lao Tse mit "dem Weg" meint, dann kennt man sich schon aus .... ;)

Vielleicht hat ja noch jemand ein paar Gedanken dazu?

LG, trin
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4 Forenbeiträge

  Geschrieben: 28.05.18 05:23
trinity schrieb:




"Das Weichste in dieser Welt überwindet das Härteste; das Nichts kann dort sein, wo kein Raum ist. Daran erkennen wir den Wert des Nichts-Tuns. Lehren ohne Worte, beim Tun im Nichts-Tun verweilen: das verstehen nur wenige."


Ein sehr schönes Zitat.

Wenn du dich dem Leben „weich“ hingibst, also ohne Widerstände und voller Annahme für das, was (sowieso) kommt...dann gibt es sonst nichts zu tun, es passiert nämlich alles irgendwie einfach. Du musst nur mitfliessen. Leichter gesagt als getan.

Leer sein...sich von seinen gedanklichen Fesseln befreien, von Urteilen/Wertungen, Konditionen etc...Kein Plan, keine Ziele, kein Zwang. Das is gar nicht mal so einfach, ich übe schon seit Jahren (und schon einiges dafür getan, um diesen doofen denkenden Verstand loszuwerden :-)

Aus Erfahrung kann ich jedenfalls berichten, wenn ich es hin und wieder schaffe, mich widerstandslos „ins Leben fallenzulassen“, ohne Ziel, Richtung oder Habenwollen, ist es fast schon unheimlich, wie die Dinge geschehen. Es ist ja nicht so, dass man im Nichts-Tun tatsächlich nichts zu tun hätte.
Und die Leere fühlt sich nicht nach leer sondern sehr erfüllend und voll an.

Schwierig für mich, solche Dinge in Worte zu fassen ...
Mein Kopf der ist so leer
wie ein Zahnrad ohne Zacken oO


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