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LdT-Forum » Drogen » Pharmazeutika » Antidepressiva - Info- und Sammelthread


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AutorBeitrag
Traumländer

dabei seit 2010
38 Forenbeiträge

  Geschrieben: 03.08.18 07:32
Hey Pharmer, nochmals danke für deine tolle Antwort. Ja, ich gebe dir Recht, wenn jeder sein eigenes Verständnis einer Definition verwendet, dann macht eine Definition natürlich keinen Sinn. Glaub mir, ich weiss ganz genau wovon ich spreche, habe ich "hauptsächlich" im Studium mit rumgealbert, zumindest zu einem Drittel. ; )

Die Sorglosigkeit hat natürlich was mit Anxiolyse zu tun, ich meinte aber wie gesagt auch den anderen Effekt, der entsteht, wenn man Beruhigungsmittel zu sich nimmt. Also ich habe dann meistens auch eine starke Muskelentspannende Komponente dabei, was ja auch bei den meisten Benzos der Fall ist. Ich kam auf das ganze auch eigentlich nur zu sprechen, weil im Beipackzettel für manche empfohlen wird, ein Beruhigungsmittel zu geben, sollte der "aufputschende" Effekt zu stark sein. Manche empfinden das als unangenehm, wie eben auch viele dann bei Speed, obwohl sie ja eigentlich genau das wollen.

Warum ich mich in dieser Richtung informiere ist einfach folgender Grund. Ich habe nicht so ganz gute Verhältnis zu ärzten, weil in meiner Vergangenheit auch viel falsch gemacht wurde. Deshalb möchte ich möglichst vorher wissen, was ich selber sogar vorschlagen könnte. Finden die meisten Ärzte sogar richtig gut. Das Problem ist eben auch noch, dass man bei Fachärzten ewig lange Wartezeiten hat und wenn ich dann merke "Oh, dann Medikament geht nicht", dann kann und will ich keine 3-4 Monate warten, bis es weiter geht, nein! Ich denke das ist verständlich oder?

Ich habe mich auch schon therapieren lassen, mehr oder weniger erfolgreich. Werde da natürlich dranbleiben, aber da auch von therapeutischer Seite mal empfohlen wurde ein AD auszuprobieren, nehme ich mir den Rat natürlich auch zu Herzen.

Ich danke dir auf jeden Fall schonmal für deine Mühe, hat mir auf jeden Fall geholfen. Werde es ansprechen und dann berichten!


Bis dann Pharmer : o )
 
Endlos-Träumer



dabei seit 2017
97 Forenbeiträge

  Geschrieben: 28.09.18 14:16
Hey liebe LdT-Mitglieder,

nach langem Nicht-Posten kam ich wieder auf das schöne Land der Träume. Nun zu meiner Problem- und Fragestellung. Ich habe mit 17 Depressionen und soziale Phobie diagnostiziert bekommen, litt aber schon vorher unter diesen. Zu der Zeit habe ich mit einer Psychotherapie und medikamentöser Behandlung angefangen. Die Psychotherapie war tiefenpsychologisch und hat mich nicht wirklich weitergebracht. Es war eher so, dass es für den Moment schön war, über meine Probleme reden zu können, aber nach der Sitzung alles wieder zurückkam. Eine solche Therapie habe ich bei zwei verschiedenen Therapeuten ausprobiert. Hinzu hatte ich zuerst das Antidepressivum Venlafaxin (Effexor) inkl. Quetiapin (Seroquel) zum Einschlafen verschrieben bekommen. Bei beiden Medikamenten erreichte ich irgendwann die Höchstdosierung ohne Fortschritt oder helfender Wirkung. Danach bekam ich Escitalopram (Cipralex) inkl. Promethazin verschrieben. Auch hier nach langer Zeit kein Fortschritt, keine Wirkung. Schließlich habe ich die Hoffnung an tiefenpsychologischer Psychotherapie sowie an Antidepressiva verloren. Ich kam erstmal ohne weiteres dieser Art aus und führte meinen seitdem ich, glaube ich, ca. 16 bin vorhandenen Alkoholismus plus Nikotin-Abusus und Cannabiskonsum fort. Funktionierte so ganz gut für die Ängste und Depressionen. Zuerst super, alles war perfekt. Dann nur noch mäßig, aber immer noch um sooooo viel besser als nüchtern. Ich merkte natürlicherweise, dass meine Konzentration und kognitive Leistung sowie Gedächtnisfähigkeit sehr darunter litten. Und selbstverständlich sind mir die verdammt heftigen gesundheitlichen Risiken davon bewusst, aber das war mir in den Momenten so was von egal, weil es mir so scheiße ging und ich ja die Therapiemöglichkeiten versucht hatte ohne Fortschritt und somit auch daran die Hoffnung verlor. Ich denke, dass ich so weiter machen könnte und zwar glücklich bin (unter ständigem Einfluss des Alkohols - morgens schon beginnend mit harten Sachen wie Vodka), aber vor allem im Studium ist es mir aufgefallen, dass es mich kognitiv zu sehr beeinträchtigt, als wenn es für mich wirklich als lebenslängliches (auch wenn dann ein nicht so langes Leben) Alltag-Medikament möglich wäre. Ich bin zwar in dem Moment dann nicht mehr unglücklich oder zu ängstlich (Ängste sind trotzdem immer noch vorhanden), aber ich kann keine wirklichen Leistungen erbringen. Das wird natürlich im Laufe meines Lebens ziemlich schwierig, weil ich natürlich auch eine gute Arbeit finden möchte. Aber ohne den Alkohol könnt ich z.B. auch nicht zum Studium, da ich sonst genauso wenig Leistung erbringe, weil ich viel zu sehr distraktiert von den Ängsten bin. Nun vor kurzem habe ich eine ein Jahr anhaltende Pause im Studium eingelegt, um mich ein wenig karrieremäßig sowie vor allem gesundheitlich zu orientieren. Zudem habe ich vor 4 Tagen mit dem Alkohol, Nikotin und Cannabis aufgehört und war wieder bei einem Therapeuten, der mir nach dem ersten Gespräch Sertralin (Zoloft) verschrieb. Die ersten zwei Tage waren sehr schlimm, was die Nebenwirkungen angeht - extreme Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel etc. Jetzt kaum noch Nebenwirkungen außer leichte Magen-Darm Beschwerden und deutlich depressive Verstimmung plus Ängstlichkeit. In der Zeit musste ich mich aber kaum überbrücken, sondern verweilte einfach nur zu Hause. Jetzt wollte ich mich wieder mit Freunden treffen, was ich eigentlich nur unter Einfluss von Drogen wie Alkohol hinkriege. Daraufhin fragte ich mich, ob ich vielleicht doch die Antidepressiva wieder absetzen sollte, bevor ich wieder merke, dass sie mir nichts bringen und ich einen heftigen Entzug wieder durchmachen muss und alles eigentlich umsonst war - dafür aber wieder zu den gesundheitsschädlichem Alkohol & Co zurückkomme. Eine Frage erstmal vorweg, bevor der ganze Text hier zu einem noch längerem Roman wird: Kann ich Alkohol mit Zoloft einnehmen? Für die Tage, wo ich leider darauf angewiesen bin, wie Treffen mit Freunden etc.? Oder zerstört die gleichzeitige Einnahme von Alkohol die therapeutische Wirkung vom Zoloft?

Danke an jeden, der das hier gelesen hat und mir versucht zu helfen und antwortet!

Viel Liebe an Alle,

dankeapotheke
Take risks. If you win, you will be happy, if you lose, you will be wise.
Traumländerin



dabei seit 2016
3 Forenbeiträge

  Geschrieben: 28.09.18 17:08
Hallo dankeapotheke,

puuuuuuuuh, das klingt ja grausam!

Kurz vorweg: Dass Zoloft – oder irgend ein anderes AD/Medikament zusammen mit Alkohol häufiger und/oder in größeren Mengen auch nur ansatzweise für Deinen Körper O.K. sein könnten, glaubst Du hoffentlich nicht wirklich. Das kann Deine Leber ganz schön schnell aufs Übelste in Mitleidenschaft ziehen. Mal davon ab, dass es auf Dauer alles noch schlimmer macht.

Was ich Dir aber aus eigener Erfahrung gerne mitteilen möchte ist, dass es außerhalb von Tiefenpsychologie und ADs doch noch ein paar Dinge gibt, die wirklich helfen.

Ich leide selbst seit einigen Jahren an schwersten Depressionen – mit Dahinvegetieren auf dem Sofa, nicht arbeiten können, kein Spaß, keine Freude, die Welt geht eh vor die Hunde, häng ich mich jetzt lieber auf, oder was wäre ein netterer Tod etc. pp.

Die Tiefenpsychologie hab ich ausprobiert und bin so dermaßen damit auf die Schnauze gefallen, dass ICH dieses Konzept keinem Menschen auch nur ansatzweise empfehlen könnte. Klinikauffenthalte, die im besten Fall nix bringen, Falschdiagnosen … alles inklusive. Auch ein paar ADs hab ich ausprobiert, hat auch alles nicht gefunzt.

Bis ich dann über Umwege und per ewigem Surfen im Netz zufällig über CBASP (Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy) gestoßen bin. Das ist eine Mischung aus Verhaltenstherapie und diversen anderen Methoden, die in Kombination dann doch funktionieren und auch – gerade bei chronisch Depressiven – deutlich bessere Erfolge verzeichnen als einzelne Methoden. Und zwar unabhängig von der Einnahme von ADs.

Leider ist es normalerweise schon sehr schwierig, einen Therapeuten zu finden und an Termine heranzukommen, bei CBASP wird die Luft dann noch dünner. Aber ich kann es Dir sehr empfehlen, es wenigstens zu versuchen! Einfach ein bisschen googeln oder bei Bedarf poste ich auch gerne ein paar meiner gesammelten Links.

Zu CBASP gibt es z.B. auch ein Buch inkl. Fragebögen, mit denen Du selbst während der Wartezeit auf einen Therapieplatz schon einiges über Dich rausfinden und ggf. etwas an Dir arbeiten kannst, was Dir dann später auch therapiebegleitend helfen sollte: „CBASP Die Mauer überwinden“

Das o.g. aber nur zur Therapie. Meine eigentliche Antwort bezieht sich auf NICHT-medikamentöse, völlig legale (leider nicht ganz billig, aber jeden Tag Alk gibt’s ja auch nicht umsonst), GESUNDE und relativ schnell wirkende Mittel: AMINOSÄUREN. Sinnvoll kombiniert mit ein paar NEMs wie Vitaminen und Mineralstoffen, eiweißhaltiger & kohlehydratreduzierter Ernährung mit ordentlich guten & gesunden Fetten. Das normalisiert den Gehirnstoffwechsel. Dann ist es auch relativ schnell möglich, sich körperlich wieder zu bewegen und (etwas) Sport zu machen – was auch enorm hilft!

Nach über zwei Jahren auf dem Sofa, in denen ich zwar oft an den ja ach so gesunden und gegen Depressionen helfenden Sport gedacht habe, ich aber häufig schon in Tränen ausgebrochen bin, wenn es darum ging, mir in der Küche ‘ne Stulle zu schmieren, hat sich mein Zustand innerhalb weniger Wochen extrem verbessert. Ein super Buch mit allen möglichen Hintergrund-Infos und konkreten Einnahme-Empfehlungen: „Was die Seele essen will“ von Julia Ross. Leicht verständlich geschrieben, auch wenn man mit dem USA-typischen Hurra-Schreib-Stil klarkommen bzw. einfach drüber hinweglesen muss.

Mittlerweile bewege ich mich fast täglich und fühle mich (fast) wie ausgewechselt. „Geheilt“ bin ich zwar leider noch lange nicht, aber das Leben wird langsam wieder lebenswert und ich bekomme sogar wieder Spaß daran – und das trotz der allgemeinen Weltlage … wink Auch meine Sozialphobie aka mein sozialer Rückzug haben sich dadurch schon extrem verbessert, sonst würde ich hier gar nicht diesen Roman verfassen.

Aminosäuren und NEMs bekommst Du nach meiner Erfahrung übrigens am besten und Geldbeutel schonendsten in sog. Bodybuilding-Shops, auch lieber Pulver statt Tabletten (ist einfach unfassbar günstiger, wenn auch etwas unpraktischer), dann bleibt auch noch etwas Geld für ein paar lecker Bierchen zusammen mit Deinen Freunden übrig … wink

Was ich auch sehr empfehlen kann: Mentaltraining! Das ist eine Mischung aus Tiefenentspannung, tlw. Traumreise und sog. positiven Affirmationen/Glaubenssätzen bzw. NLP. Damit entdeckst Du Deine Stärken wieder, schöpfst Kraft und kannst langsam und Stück für Stück Deine Seele „entrümpeln/aufräumen“ und Platz für Positives schaffen. Sprich, ich bekomme so mentale Werkzeuge, mit denen ich mir selber helfen kann. Klingt vielleicht etwas esoterisch, ist aber wissenschaftlich belegt. Mir hilft’s jedenfalls.

Ich habe das bei meinem Online-Fitness-Studio (ey, schon gesagt, dass ich jetzt wieder Sport mache wink) für 10.– bzw. 15.– Euro pro Monat (manchmal gibt’s Rabatte) inklusive, das ist echt der Hammer.

Die bieten auch gratis Probewochen an (OHNE Kündigung, besonders wichtig für uns Depressive, sonst haben wir hinterher echt ein Problem). Also, falls Du oder irgend jemand anderes Interesse hat, ich poste gerne den Link zum Reinschnuppern.

Was mir ebenfalls für mich und meine Probleme die Augen geöffnet hat, war herauszufinden, dass ich zu den s.g. Hochsensiblen/HSP gehöre. Das bedeutet, dass ich viel mehr Dinge wahrnehme als die meisten anderen (Stimmungen anderer Menschen, Geräusche, Lichtverhältnisse usw. – alles prasselt relativ ungefiltert auf mich ein) was mich einfach stresst und so an meinen Kräften zehrt. Seit dem ich das weiß, kann ich dagegen ansteuern. Und: Ich weiß auch endlich, warum mich manche Sachen total anstrengen, während andere nur mit der Schulter zucken.

Online-Tests mit Infos z.B. hier:

http://www.hochsensibel-test.de

https://www.psychomeda.de/online-tests/test-fuer-hochsensibilitaet.html

So, wer’s bis hierhin geschafft hat: Chapeau! wink

Ich habe diesen Roman verfasst, weil ich hoffe, dass ich so Dir und vielleicht dem einen oder anderen helfen kann, besser oder schneller aus der Depression rauszukommen, als das bei mir der Fall war. Viel Glück!
 
Traumländer



dabei seit 2009
394 Forenbeiträge

  Geschrieben: 28.09.18 17:17
Hi
Mein beitrag zielt jetzt zwar nicht wirklich auf deine direkte frage ab. Aber mich würde interessieren ob dir denn Cannabis alleine nicht ausreichen würde gegen die Depressionen?
Denn damit wärest du zumindest was die körperliche Gesundheit angeht deutlich besser dran als mit dem Alkohol. Zumindest sofern du dich von Tabak-Mische-Joints verabschiedest.

Außerdem gibt es ja neuerdings die Möglichkeit sich Cannabis als Antidepressivum vom Arzt verordnen zu lassen. Wenn du dich besonders dahinter klemmst kannst du sogar eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse bekommen. Das heißt du würdest Cannabis in gleichbleibender Qualität aus der Apotheke beziehen und bekommst es von der Krankenkasse bezahlt. Außerdem wüsstest du dann relativ genau, verglichen mit dem Zeug vom Schwarzmarkt, was du bekommst, sprich wie hoch die Gehalte an thc und cbd sind. Da könntest du dich dann auch nochmal durch die verschiedenen Sorten testen und eben eine finden die für dich optimal gegen deine Beschwerden wirksam ist, aber gleichzeitig nicht allzu sehr "verballert" sodass du deinen Alltag weiterhin gut geregelt bekommst.

Ich denke du hättest zumindest sehr gute Vorraussetzungen dafür Cannabis verschrieben und sogar von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen, da du ja sogar schon mehrere Medikamente erfolglos ausprobiert hast.

Aufgrund der Tatsache das du diese Therapieform nicht in deinem Beitrag erwähnst, zumidest nicht die offizielle version davon, also legal und durch einen Arzt begleitet, gehe ich mal davon aus das du dir garnicht darüber bewusst bist, das das uberhaupt möglich ist. Bitte korrigiere mich wenn ich falsch liege und Klär mich dann auch bitte darüber auf, wieso du diesen weg (noch?) nicht versucht hast.

MfG
Guy
My name is Guybrush Threepwood, I’m a mighty Pirate !
Endlos-Träumer



dabei seit 2017
97 Forenbeiträge

  Geschrieben: 03.10.18 15:18
zuletzt geändert: 03.10.18 19:34 durch dankeapotheke (insgesamt 3 mal geändert)
Wirklich vielen, lieben Dank für die Antworten bis jetzt!

Das mit CBASP werde ich auf jeden Fall mal versuchen, ich wollte mich sowie schon längst mal mit einer Verhaltenstherapie auseinandersetzen, da bei mir die tiefenpsychologische ja auch nichts gebracht oder sogar verschlechtert hat. Aminosäuren habe ich lustigerweise zwei Tage vor deinem Beitrag angefangen zu nehmen. Bis jetzt aber noch keine Wirkung. Muss man aber sicherlich länger nehmen. So einen Hochsensibel-Test habe ich auch schon einmal gemacht. Deutlich: Cool, ich gehöre zu den Hochsensiblen. Mir hilft dieses Wissen nur leider anscheinend nicht so sehr wie Dir.

Okay, zum Cannabis muss ich sagen, dass mir Cannabis bei den Symptomen meist sehr wenig hilft. Es ist eher ein Betäubungsmittel, das ich vor allem gerne alleine zu mir nehme, weil soziale Ängste und andere Ängste unter dem Einfluss von Cannabis sogar noch schlimmer werden. Warum ich es trotzdem noch nehme, frage ich mich oft. Wahrscheinlich weil ich durch meinen alten Freundeskreis, der so viel Spaß mit Gras hatte, immer noch so viel Hoffnung in Cannabis habe und immer noch auf ein Wunder oder zauberhaftes Glücksgefühl warte. Meistens fühl ich mich aber durch Gras nur schlechter (Symptome werden schlimmer), aber kann sehr gut über mich selber und meine Probleme refkletieren (wohlmöglich der Grund, warum ich es noch gerne alleine konsumiere). Zudem kommt noch, dass ich auch selber zwei drei Mal bestimmtes Gras hatte, was halt auch wirklich diese Symptome der Depressionen und Sozialphobie komplett gelindert und mir den Alltag wunderschön und einfach gestaltet hat. Da kommen wir ja zu deinem Punkt mit verschiedenen Sorten bzw. Sativa/Indica und CBD/THC-Gehalt. Das wäre also eventuell trotzdem eine Möglichkeit, falls mir eine bestimmte Sorte wirklich helfen könnte. Ich weiß leider nicht, wie und wo genau ich eine Cannabis-Therapie anfragen kann.

Bis hierhin erst nochmal vielen Dank! Das Zoloft habe ich vor drei Tagen wieder abgesetzt, weil ich Nebenwirkungen wie Übelkeit, Diarrhö und starke Magen-Darm-Beschwerden hatte und komplett ohne den Alkohol doch nicht so gut klar gekommen bin. Also habe ich auf Zoloft getrunken. Wechselwirkung klar erkennbar: unglaubliche Euphorie und Sorglosigkeit. Als wär ich auf MDMA oder ähnliches. Nun ja, habe ziemlich offen geredet und war auffällig überglücklich etc. und meine Freunde fanden es anscheinend nicht so cool wie ich es fand. Also aufgrund gesundheitlicher Gründe (Alkohol + Antidepressivum = extrem schlecht für den Körper sowie Psyche) und meiner schlechten Erfahrung mit Antidepressiva (keine positive Wirkung, nur sehr belastende Nebenwirkungen) habe ich es jetzt erstmal abgesetzt. Mit der Zeit habe ich aber von vielen positiven Erfahrungen bezüglich Zoloft und Sozialphobie sowie Depressionen gelesen und überlege wieder es zu nehmen. Ich habe aber Angst, dass es wieder nicht wirkt und ich dann wieder umsonst das beschissene Absetzen durchmachen muss. Gibt es keine Alternative zu Antidepressiva? Ich habe nur noch wenig Hoffnung und Lust bei Medikamenten, wo man einen Spiegel aufbauen muss, um überhaupt nach langer Zeit sehen zu können "Oh, ja, das Medikament hilft mir. Vielleicht. Ein wenig?" und dann nach Wochen bis Monaten eventuell sogar für einen kurzen Zeitraum deutlich vorhandener Wirkung (wie es bei mir bei Escitalopram z.B. nach 2 Wochen für 4 Tage war) wahrzunehmen "Nein, eigentlich bringt mir das ganze doch nichts mehr außer Schlechtes und ungesunde Nebenwirkungen". Gibt es etwas gesünderes als Alkohol (auch verschreibungspflichtiges), das ich verwenden könnte, um durch den Tag zu kommen? Leider bin ich noch so schwach, dass ich ohne Substanz als Stütze leider Gottes nicht alleine klarkommen kann.
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Traumländer

dabei seit 2012
150 Forenbeiträge

  Geschrieben: 04.10.18 10:48
Hallo dankeaptheke,

ich bin selber auch von Depressionen betroffen, wenn auch nicht so stark, wie Du beschrieben hast. Aber ich habe seit vielen Jahren einen deutlichen Leidensdruck und auch viele der klassischen AD durch, u.a. auch Sertralin (habe hier im Forum irgendwo Entzugsthreads von Sertralin und Venlafaxin).

Zur Zeit nehme ich morgens 100 mg Milnaneurax und habe mir vom Arzt zusätzlich medizinisches Cannabis, Bedrocan, verschreiben lasse, welches ich verdampfe (und zwischendurch auch rauche, weil ich halt gerne auch Gras rauche).

Das Milnaneurax hat von allen AD, die ich kenne die wenigsten NW und wirkt auch antidepressiv, zumindest denke ich das so. Die Wirkung ist so, dass man nicht weiß, ob es einen sowiso besser geht, oder ob es das Medi ist. Bis auf leichten Druck auf den Magen (der auch anderswo herkommen kann), habe ich nicht das Gefühl, ein AD genommen zu haben. Ich glaube auch, dass ich das Zeug leicht entziehen kann, als ich es versehentlich vergessen hatte, hatte ich kaum bis keine Entzugserscheinungen. Ich werde im Frühjahr 2019 versuchen, das Milna abzusetzen, um zu gucken, wie gut es ohne Milna geht.

Das medizinische Gras hilft beim Einschlafen, gegen Depri und auch die Probleme besser aufzuarbeiten. Es ist aber kein Heilmittel, ich habe immer noch Depressionen, aber es hilft. Ich komme an die Emotionen besser ran. Ich kann bestätigen, dass eine gleichmäßige Qualität sehr wichtig ist, da es bei mir auch schnell umkippen kann und die Stimmung ins Gegenteil umschlägt. Genau das, was Du beschreibst.

Da ich mit der Graswirkung an sich gut klar komme, kann ich auch vorübergehende Mißstimmung gut kompensieren. Ein Problem ist wirklich die Selbstversorgung, vor allem, wenn es nur "Deutsche Hecke" gibt. Bei den medizinischen Sorten gibt es halt auch welche, bei denen es gute Erfahrungen bei Depressionen gibt. Selbst ein medizinisches Sativa (Bedrocan, 22% THC, <1% CBD ist überwiegend Sativa, ursprünglicher Strain = Jack Heerer) wirkt ausgeglichener, als vieles von dem, was man beim Ticker neben an oder im Nachbarland bekommt.

In Therapie bin ich bei einer Verhaltenstherapeutin, die aber eine wohltuende Mischung aus verschiedenen Therapieformen verwendet. Ich wünsche Dir sehr, dass Du eine Kombi zwischen Medi`s und Therapie findest, die Dich nach vorne bringt und dass Du den Alkohol nicht mehr als Medikation einsetzen musst.
 
Endlos-Träumer



dabei seit 2017
97 Forenbeiträge

  Geschrieben: 01.11.18 14:31
zuletzt geändert: 13.11.18 21:40 durch dankeapotheke (insgesamt 1 mal geändert)
Herzlichen Dank für deine Antwort und Hilfe, weedy66. Das mit dem medizinischem Cannabis werde ich mich beim Arzt wahrscheinlich erst anzusprechen trauen, nachdem ich mein jetziges Antidepressivum bzw. dann noch ein zwei andere ausprobiert habe.

Ich habe einige gute Berichte über MAO-Hemmer wie Moclobemid als Antidepressiva gelesen. Hat hier jemand Erfahrung? Sind diese sehr unterschiedlich in der Wirkung? Wären diese vielleicht eher was für mich wenn die SSRIs bis jetzt nur wenig oder Verschlechterung gebracht haben?

Vielen Dank für jede Info und noch einen schönen Tag,

dankeapotheke

PS.: Bin jetzt schon 2 Wochen alkoholfrei. Das Sertralin hilft mir subtil ein wenig, was meine Depression angeht. Das Problem ist nur, es hilft wirklich nur ganz leicht (immer noch kein Antrieb, kein Appetit, oft niedergeschlagen, hoffnungslos, perspektivenlos und und und) und zweitens, dass es null gegen meine soziale Phobie bzw. extreme Introvertiertheit hilft. Ich denke, dass meine Depression vor allem durch meine vedammt stark ausgeprägte soziale Phobie kommt. Deshalb auch hier noch einmal eine Frage: Welches Medikament bzw. welche Medikamentenrichtung wäre denn am besten für ein Problem einer sehr starken sozialen Phobie, die sich extrem negativ im Sozialen, Zwischenmenschlichen sowie Bildungs- und Karrieretechnischen ausprägt? Habe aufgrund meiner starken Ängste schon so dermaßen viel aufgeben müssen... Sind da SSRIs wirklich die beste Wahl?
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Träumer



dabei seit 2018
70 Forenbeiträge

  Geschrieben: 26.11.18 20:41
zuletzt geändert: 28.11.18 19:16 durch Grauzahn (insgesamt 1 mal geändert)
AD: SNRI/Milnacipran

Dosierung: aktuell morgens 50mg gegen Mittag weitere 25mg

Wirkungseintritt: ja? SOFORT. Ein bis zwei Stunden nach Einnahme. Was denn sonst? Ich kenne das nicht anders. Aber auch jetzt nach ein paar Wochen ist der antidepressive Effekt unzureichend, vielleicht gibts noch Verbesserung die kommenden zwei Wochen.

Positiv: Das Verhältnis von Serotonin zu Noradrenalin ist halbwegs ausgewogen von dem Standpunkt aus betrachtet und dass Ich mit der Kombi Citalopram + Doxepin antidepressive Wirkung über kurzen Zeitraum erzielen konnte, nun Versuch mit Milnacipran. Wenige Nebenwirkungen. Weniger als bei Citalopram, überlegt sich jetzt wer sich SSRI zuzulegen, Ich würds erstmal mit Milna probieren, aus offensichtlichen Gründen. Auch der Metabolismus findet nicht über CYP Enzyme statt.

Negativ: Ich nahm bis kurz vor Therapiebeginn noch Doxepin und bin wohl etwas gegenüber der Noradrenalinwiederaufnahmehemmung abgestumpft, daher nehme Ich subjektiv hauptsächlich die Serotoninwiederaufnahmehemmung war, zuweilen Ausgeglichenheit, Wärmegefühl speziell im Gesicht. Wenige Nebenwirkungen.

Paralell konsumierte Substanzen: Leider seit einiger Zeit hohe Dosen Koffein, Kratom und jetzt neurdings auch wieder Tabak, Rauch und Schnupftabak. Aber das sind eigentlich alles mehr oder weniger Erhaltungsdosen von daher kann Ich die Wirkung der Milnaneurax Kapseln gut einordnen und identifizieren. Ich werde wahrscheinlich auf Bupropion umstellen und mal sehen ob mir das bei dem hohen Koffein und Tabakkonsum hilft. Die Antriebssteigerung brauche Ich aktuell leider dringend, somit fällt Tianeptin derzeit leider raus. Außerdem nehme Ich noch zum Abend Chlorprothixen 150-200mg, Doxepinsubstitution sozusagen.

Empfehlenswert: Unter Umständen ja, die Metabolisierung über eine andere Enzymgruppe vermindert/verhindert Interaktionen mit anderen Arzneimitteln. Ausgewogenes SNRI und das gibt es derzeit eben nur als dieses Eine Präperat Milnaneurax.


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Traumländerin



dabei seit 2016
3 Forenbeiträge

  Geschrieben: 19.12.18 18:02
@Dankeapotheke: Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Alkoholverzicht! razz

Moclobemid habe ich schon mal ausprobiert, hat aber leider bei mir außer Herzklopfen und noch mehr Schlafstörungen nichts gebracht. Ich hab das hauptsächlich verschrieben bekommen, um meine Antriebslosigkeit zu überwinden, aber anscheinend spreche ich auf ADs nicht wirklich an. Also lass ich das jetzt.

Da Du geschrieben hast, dass Du auch zu den HSP/Hochsensiblen gehörst, könnte es evtl. ebenfalls sein, dass Du HB/hochbegabt bist – die Überschneidungen beider Gruppen sind anscheinend immens. Ich will hier gar nicht ins Detail gehen, aber googel dazu mal ein bisschen. Ich habe mich in einem Artikel mit meinen bisherigen Therapieerfahrungen in jedem Satz wiedererkannt. Als meine Therapeutin mir kurz vorher irgendwas von Hochbegabung erzählte, war meine erste Reaktion abwinken und "Ich doch nicht". Aber der Artikel war schon ganz schön dicht dran an mir. Hier der Link (Titel: Psychotherapie mit hochbegabten Erwachsenen): https://www.psychotherapeutenjournal.de/ptk/web.nsf/gfx/A2B0BC510D2795F1C125830800297D71/$file/PTJ_3_2018_Onlinefassung.pdf

Falls Du auf Fatzebuch bist, gibt es einige Gruppen, die Dir weiterhelfen könnten. Sehr empfehlen kann ich Dir "Hochsensitivität - Hochbegabung - Synästhesie". Das ist eine sehr angenehme Gruppe mit regem Austausch untereinander zu den unterschiedlichsten Themen, mit einem unglaublich positiven Spirit. Kein Vergleich zum Umgangston, den man sonst so von Fatzebuch oder anderen Medien kennt! Außerdem hat die Gruppengründerin und Psychologin Eliane Reichardt auch gute Bücher zum Thema geschrieben. Sie ist auch aktiv in der Gruppe unterwegs und gibt immer wieder ihren professionellen Senf dazu – das finde ich sehr hilfreich.

Du meintest ja, dass es mir gelingt, mit meiner HSP gut klarzukommen. Das hat in meinem vorherigen Beitrag vielleicht so gewirkt, ist aber leider nicht so. Aber schon alleine das Wissen darüber bringt mir persönlich sehr viel, weil ich jetzt viele Dinge besser einordnen kann und nicht ständig an meinem Verstand oder meiner Verfassung zweifle. An dem Umgang damit arbeite ich noch. Aber z.B. gehe ich jetzt nicht mehr ohne Ohrstöpsel aus dem Haus, beim Einkaufen oder in der U- und S-Bahn stöpsel ich sie mir rein und schon sind die nervigen Geräusche und Stimmen schon deutlich gedämpfter und stressen mich nicht mehr so.

Und wie gesagt, Aminosäuren und Nahrungsergänzungsmittel können sehr hilfreich sein. Hauptsächlich L-Tyrosin (ist für den Dopaminhaushalt zuständig, wirkt antriebssteigernd & stimmungsaufhellend, kann die Schilddrüse wieder "auf Vordermann" bringen) sowie L-Tryptophan (Serotonin-Vorstufe, macht glücklicher). Gibt noch diverse andere Aminosäuren, aber diese beiden sind verdammt wichtig.
 
Endlos-Träumer



dabei seit 2017
97 Forenbeiträge

  Geschrieben: 29.04.19 19:29
Hallo liebe Leute,

gibt es hier vielleicht jemanden, der Erfahrungen mit dem trizyklischen Antidepressivum Opipramol hat?

Wie hat es euch bei euren Sozialen Ängsten und Depressionen geholfen?

Ich nehme nun seit 3 Tagen morgens 50mg, mittags 50mg und abends 100mg ein. Es ist bereits erstaunlich, wie schnell und deutlich es gegen mein Grübeln und meine sozialen Ängste hilft. Es ist nicht sehr stark, es ist kein Wundermittel, das alles wegbläst, aber ich bemerke deutlich eine Verminderung meiner Symptome. Das kann einem natürlich sehr helfen, sich zu trauen, die ersten Schritte in die richtige Richtung der persönlichen Weiterentwicklung zu unternehmen.

Meine eigentliche Frage ist, ob man sich von einer Dosiserhöhung noch mehr versprechen kann bzgl. der Stimmungsaufhellung oder der Angstlösung? Ich habe nämlich oft gelesen, dass 50mg ja noch eine geringe Dosis sei.

P.S.: Natürlich werde ich erstmal noch einige Tage darauf achten, wie sich die Wirkung entfaltet und ob eine Dosiserhöhung überhaupt zur Debatte steht.
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Traumländer



dabei seit 2009
645 Forenbeiträge

  Geschrieben: 29.04.19 23:31
Die antidepressive Wirkung als solches tritt normalerwiese frühestens nach ca. 3 Wochen ein... was du also bisher spürst wird wohl eher die Sedierung bzw. leichte Entspannung durch diese sein, ob das Zeug dir tatsächlich was bringt kannst du erst in einigen Wochen sagen. Würde dir natürlich wünschen, dass es hilft.
"You measure democracy by the freedom it gives its dissidents, not the freedom it gives its assimilated conformists."
Endlos-Träumer



dabei seit 2017
97 Forenbeiträge

  Geschrieben: 02.05.19 10:57
Danke sehr, hätte jetzt gedacht, da es kein normales Antidepressivum ist, dass es keinen Spiegel aufzubauen braucht. Aber das wäre auch recht seltsam und verdächtig auf ein untherapeutisches oder abhängigmachendes Mittel. Zudem meinte mein Arzt auf meine Frage, wie lange es denn dauert, ob es so lange wie bei SSRIs dauert, dass es nicht so lange dauere und ich es schneller bemerken würde. Wahrscheinlich meinte er halt damit die Sedierung.
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Traumländer



dabei seit 2009
645 Forenbeiträge

  Geschrieben: 02.05.19 16:06
Ja, das ist so schon richtig, die anxiolytische Wirkung kommt meist gleich mit Einnahmebeginn, aber antidepressive Effekte sind normal erst nach paar Wochen zu erwarten, wie bei anderen Antidepressiva eben auch. Aber wenn es dir zumindest schonmal gegen die Ängste taugt ist ja auch schonma was wert...
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Endlos-Träumer



dabei seit 2017
97 Forenbeiträge

  Geschrieben: 04.05.19 12:31
zuletzt geändert: 06.05.19 15:58 durch dankeapotheke (insgesamt 1 mal geändert)
Weiß jemand was zu Wechselwirkungen zwischen Opipramol und folgenden Substanzen?

- Cannabis
- Kratom
- Phenibut
- Ritalin
- Ashwagandha
- Rosenwurz
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Träumer

dabei seit 2018
81 Forenbeiträge

  Geschrieben: 04.05.19 14:49
Cannabis und Phenibut sollten unbedenklich sein, eine Warnung würde ich für Kratom aussprechen. Habe Kratom mal mit SSRI kombiniert und hatte phasenweise einen Puls von 160 mit Herzrythmussstörungen. Das ist zwar eine andere Stoffklasse, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Zu den anderen Stoffen kann ich nichts sagen.
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