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AutorBeitrag
Endlos-Träumer



dabei seit 2017
97 Forenbeiträge

  Geschrieben: 14.04.19 21:11
zuletzt geändert: 17.04.19 13:36 durch dankeapotheke (insgesamt 3 mal geändert)
Hey,

ich wollte nur diesen Beitrag machen, damit ihr eure Erfahrungen mit Substanzen, die soziale Ängste mindern, veröffentlichen könnt. Es wäre sehr interessant, von eurer Selbstmedikation und ihrer Wirksamkeit zu hören.

Ich nahm etwa eineinhalb Jahre lang täglich viel Alkohol (beginnend schon morgens). Hat zuerst geholfen und den Druck genommen, aber dann alles noch schlimmer gemacht und viele neue Probleme geschaffen, jetzt nüchtern für ca. 6 Monate. Dosis: Zu viel, um wahr zu sein.

Ich habe Kratom verwendet, das in meinem Fall ein wenig helfen kann, ein wenig gesprächiger macht, aber nicht immer hilft und meiner Erfahrung nach subtil und nicht stark genug ist. Um unter Freunden zu sein, kann es helfen. Dosis: 2-4g.

Ich benutzte Ritalin (Methylphenidat) täglich - auch wenn es mir nicht verschrieben wurde - etwa einen Monat lang und das half in jeder Hinsicht verdammt viel, bis es nicht mehr funktionierte und mich einfach depressiv machte. Dosis: 20-40mg.

Ich benutzte und benutze Phenibut noch zweimal wöchentlich. Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich eine harte Woche mit vielen Terminen und wichtigen Dingen, so dumm wie ich war, habe ich Phenibut eine ganze Woche täglich benutzt und der Entzug nach schon nur einer Woche Missbrauch macht wirklich keinen Spaß. Aber wenn du es zweimal pro Woche benutzt, kann es dir sehr helfen. Dosis: 1-2g.

Ich habe vor kurzem Low Dose Kodein ausprobiert - eigentlich gegen meinen Reizhusten - und es half mir ganz gut mich in sozialen Situationen zu entspannen, einen klareren Kopf zu bekommen und Unterhaltungen zu führen. Dosis: 60mg.

Interessant auch: ob jemand eine Substanz kennt - oder einen Zeitplan, der aus einer Reihe von verschiedenen Substanzen besteht (Mo: Substanz 1, Di/Mi: Substanz 2,, Do: Substanz 3, Fr: Substanz 1, Sa/So: Pause - um Toleranzprobleme zu überwinden oder zu reduzieren) - ,die euch bei eurer sozialen Angst täglich helfen können oder sagen wir mindestens 3-4 mal pro Woche, damit man ein normales Leben führen kann. Aber natürlich, ohne dass die Substanz deinen Körper und dein Gehirn zu sehr durcheinander bringt.

Ich wäre auch an euren Erfahrungen mit Antidepressiva oder Medikamenten gegen Depressionen/Angst im Allgemeinen interessiert.
Take risks. If you win, you will be happy, if you lose, you will be wise.
Traumländer



dabei seit 2009
753 Forenbeiträge
2 Tripberichte

  Geschrieben: 14.04.19 21:44
Hey!

Finde ich eine gute Idee von Dir! Mich würden andere Erfahrungen dazu auch sehr interessieren.

Früher habe ich ebenfalls viel Alkohol getrunken. Dadurch konnte ich mich zumeist viel besser (oder überhaupt erst) mit Menschen, die ich nicht gut kannte, unterhalten. Problem hierbei: Alkohol ist sicherlich die schlechteste "Lösung", da es nun mal eine wahnsinnig schädliche Droge ist. Außerdem kann es keine dauerhafte Lösung sein. Hinzu kommt, dass ich mich am Tag darauf meistens nicht mehr an vieles erinnern konnte, da ich damals nie wenig trinken "konnte". Als ich dann auch noch neben meiner Sozialphobie mit schweren Depressionen zu kämpfen hatte, wurde ich richtig alkoholabhängig. Am Ende war ich im Alkoholdelirium - habe oft am ganzen Körper heftig gezittert, hatte Halluzinationen (auch im nüchternen Zustand) und so weiter... Das war die schlimmste Zeit meines Lebens. Von daher kann ich von Alkohol nur abraten, vor allem dann, wenn es darum geht irgendwelche Probleme/Erkrankungen/Symptome zu "bekämpfen". Das führt zu nichts.

Phenibut habe ich zeitweise auch zusammen mit Alkohol konsumiert - die Ängste waren in dieser Zeit viel besser - aber auch davon kann ich nur abraten, zumal man nicht klar im Kopf ist.

Das einzige was mir bisher wirklich geholfen hat (ohne alzu viele negative Dinge in Kauf zu nehmen) war Kratom. Im Kontakt mit anderen Menschen geht es mir damit besser. Die Ängste sind aber nichtsdestotrotz groß, wenn auch weniger ausgeprägt.

Demnächst möchte ich es mal mit CBD (was ich bisher nur gegen meine Schlafstörungen verwendet habe, dafür sehr erfolgreich) versuchen.
Egal wie viel Schlechtes Du erlebt hast:
Behalte immer einen Funken Hoffnung in Dir.
Auch die dunkelsten Stunden können vorübergehen.
Auch die dunkelsten Stunden kannst Du überleben.
Endlos-Träumer



dabei seit 2017
97 Forenbeiträge

  Geschrieben: 14.04.19 22:07
Vielen, lieben Dank für deine Antwort!

Ja, Alkohol kann ich auch niemanden empfehlen. Auch ich hatte heftig mit Alkohol zu tun. Begann morgens schon mit Wodka oder Schnaps, um Antrieb und Stimmung zu produzieren. Irgendwann war ich extrem abhängig von Alkohol. Egal was, konnte ich nur noch mit Alkohol bewältigen. Ohne Alkohol war nichts möglich, psychisch sowie auch physisch motorisch. Immer bevor irgendetwas soziales anstand oder Freunde da waren und mein Alkoholpegel nachließ, bin ich schnell ins Bad und habe mich heimlich wieder solange an meiner im Bad versteckten Flasche hochgetrunken, bis ich wieder guter Laune, extrovertierter und antriebsgesteigerter war. Es war wirklich kein schönes Leben.

Soziale Phobie und starke Depressionen, die sich zuerst durch die sozialen Ängste und dann durch den unendlichen Alkoholkonsum entwickelt und verstärkt haben. Irgendwann nach einem Jahr regelmäßigen Alkoholkonsum, der von früh morgens bis durch den ganzen Tag verlief, hat das mein Körper natürlich auch nicht mehr mitgemacht und ich habe es Gott sei Dank geschafft, aufzuhören.

Nun, bin ich ein halbes Jahr alkoholfrei. An sozialer Phobie leide ich leider immer noch, aber komme viel besser mit denen klar und bin dabei mich sehr langsam aber zumindest persönlich und was soziale Fertigkeiten angeht weiter zu entwickeln. Dies war früher ja unter Betäubung von Alkohol gar nicht möglich, da ich alles im Rausch verdrängt habe und psychisch nie so wirklich da war. An vorherige Tage konnte ich mich auch nie wirklich klar erinnern. Kognitiv eingeschränkt war ich natürlich auch extrem.

Von den Depressionen bin ich seit meiner Alkohol-Abstinenz fast so gut wie befreit. Gefühlt um die 80% weniger als damals und treten wirklich nur sehr sehr selten auf.
Take risks. If you win, you will be happy, if you lose, you will be wise.
Traumländer



dabei seit 2011
599 Forenbeiträge

  Geschrieben: 15.04.19 03:28
zuletzt geändert: 16.04.19 18:30 durch Murmeltiersalbe (insgesamt 10 mal geändert)
@dankeapotheke:

Hast Du hervorragend beschrieben, nur, dass mein Alkoholkonsum nie bei 24/7 lag (überschreite aus Schamgefühl i.d.R. sehr ungern diese Schwelle, als dass ich tagsüber irgendwo alkoholisiert auftauchen würde - gerade, was die "alltäglichen Verpflichtungen" angeht), sondern eher an zwei Tagen am WE. Dafür dann aber umso exzessiver, um zu versuchen, die unter der Woche angestauten Spannungen bis in die Nacht hinein abzubauen - 10-12 Halbe (Bier) oder zwei Pullen Wein innerhalb von einigen Stunden sind da eher die Regel als die Ausnahme.

Allerdings befriedigt mich der Alkohol im Gegensatz zu früher überhaupt nicht mehr - egal, wieviel ich trinke. Es ist eher so eine Art vermeintliches "Pflaster auf der immer stärker klaffenden Wunde". Ich würde auch nicht sagen, dass ich noch wirklich "gerne" trinke. Begebe mich auch dann nicht (mehr) in Gesellschaft, während ich früher zumindest noch in Kneipen, Clubs oder bei Bekannten unterwegs, also unter anderen Menschen war. Dazu kommt noch eine komplizierte Essstörung, nicht zuletzt durch den tagtäglichen Kratomkonsum bedingt, wodurch mein Essverhalten offensichtlich komplett gestört ist (traue mich z.B. kaum noch, außerhalb der eigenen Wohnung zu essen), was natürlich auch zu einem niedrigen Blutzuckerspiegel führt und damit noch zur sozialen Phobie beiträgt. Dein Beitrag könnte jedenfalls von mir sein.

Mir hat in der letzten Zeit CBD-Hanf geholfen, wieder Schritt für Schritt auf die "richtige Spur" zurückzukommen, ohne Benzos und ohne Saufen zu müssen, mir dabei wieder ein normales Essverhalten anzugewöhnen. Bin zwar immer noch nicht bei 100% diesbezüglich, aber die Fortschritte sind unverkennbar. Das färbt sich auch trotz der immer noch massiven Schlafstörungen auf meinen Alltag ab. Kann mich im Kontakt zu anderen Menschen teils wieder entspannen, wohlfühlen. Daß ich Kontakt mit anderen Menschen als "Stress" empfinde, ist ja der Hauptgrund für meinen sozialen Rückzug. Das war allerdings sogar schon zu "drogen"freien Zeiten so.

Wahrscheinlich müsste ich dem Alkohol komplett entsagen (der ja nicht einmal mehr seine Funktion erfüllt, so wie es vor 5-10 Jahren noch der Fall war). Meine letzte wirklich längere Trinkpause war Ende 2016, etwa 3 Monate alkfrei. Viel besser ging es mir zu dieser Zeit jedoch nicht, da die soziale Phobie und die Depression noch immer im Vordergrund waren. Dauerhaft vom Trinken wegzukommen, erscheint irgendwie unrealistisch. Dafür müsste ich eine Alternative haben - sei es substanzgebunden (Kava Kava wäre ideal und nicht annähernd so schädlich wie Alkohol), irgendein ein Hobby o.ä.

Kann man jedoch keine Freude mehr empfinden und sich im Kontakt mit anderen Menschen (nüchtern) nicht wirklich entspannen und ist damit zunehmend isoliert, ist es jedoch sehr schwierig, so etwas für sich zu (wiederzu-) entdecken. Bei den AAs oder ähnlichen Gruppen würden sie jetzt wohl sagen "das typische Selbstmitleid eines nassen Alkis" und "alle, die Trinken, sind gleich" - doch ich persönlich sehe den Substanzgebrauch - also auch das Trinken - eher als Symptom einer Ursache, die es zu ergründen und zu bearbeiten gilt. Womit ich die (sowohl psychische als auch körperliche) Schädlichkeit dieses Symptoms natürlich nicht herunterspielen möchte.

Gruß,
Murmel
I'm sure of my mental health
cause I'm always talking to myself
Endlos-Träumer



dabei seit 2017
97 Forenbeiträge

  Geschrieben: 17.04.19 13:34
@Murmel

Der Alkohol hat mich am Ende auch gar nicht mehr befriedigt, es war einfach nur Gewöhnung und immer wieder das erneute aber hoffnungslose Streben nach dem Glück. Damals hatte es ja so gut getan. Jetzt wird mir schon von alkoholfreiem Bier unangenehm, da ich es immer mit der Zeit von damals verbinde. Auch bei mir hat der Alkohol zu guter Letzt nicht mehr viel beigetragen, sozial zu sein - wobei das ja eigentlich der Hauptgrund für den Konsumbeginn war.

Das mit dem Essen in der Öffentlichkeit kenne ich leider immer noch zu gut. Ich ließ und lasse noch oft Mahlzeiten weg, da es für mich fast unmöglich ist, in der Öffentlichkeit zu essen. Ich fühle mich beobachtet und kritisiert und physisch kann ich unter solchem Stress eh nicht mehr essen bzw. habe auch keinen Appetit mehr (wobei Hunger natürlich trotzdem da ist).

Schlafstörungen habe ich leider auch noch stark, brauche mehrere Stunden zum Einschlafen außer ich habe an dem Tag Phenibut eingenommen. Vor Mitternacht einzuschlafen ist in jedem Fall schon mal komplett ausgeschlossen. CBD muss ich mir wirklich mal zulegen. Hatte mal eins, aber das war ein Fake und ist jetzt auch nicht mehr im Internet zu finden.

Und ja, das ist das größte Problem bei Depressionen und soziale Phobie. Es ist ein Teufelskreis. Wie soll man aus seinem Loch herauskommen, wenn man keine Freude oder irgendwelche motivierende Reize mehr vorhanden hat. Auch, wenn man denkt, man hat jetzt eine neue "Taktik" oder Denkweise gelernt, mit der man weiß, in sozialen Situationen besser umzugehen, dominiert und siegt die Angst und Anspannung im Fall dann doch wieder.

EDIT: Um noch eine Substanz zu meiner Liste hinzuzufügen.
Ich habe gestern Low Dose Kodein ausprobiert - eigentlich gegen meinen Reizhusten - und es half mir ganz gut mich in sozialen Situationen zu entspannen, einen klareren Kopf zu bekommen und Unterhaltungen zu führen. Dosis: 60mg.
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Traumländer



dabei seit 2009
631 Forenbeiträge

  Geschrieben: 17.04.19 16:17
Das einzige Mal, dass ich gefühlt wirklich völlig ungehemmt in ner sozialen Situation war, war eigentlich auf ner Mischung aus Pregabalin und Benzos. Dass das aber für den normalen Alltag oder gar auf Dauer überhaupt nichts ist sollte ja klar sein. Pregabalin solo hat sogesehn auch schon irgendwo ganz gut die Ängste runtergeschraubt, aber dennoch hatte ich auf Pregabalin nie den Drang mit anderen zu kommunizieren. Ich hätte es gekonnt, hatte aber trotzdem keine Lust dazu, hing lieber daheim für mich rum, habe höher dosiert und dazu gesoffen. Zu letzterem, dem Alkohol, kann ich für mich nur sagen, dass der mir auch nie geholfen hat mit anderen besser klarzukommen. Selbst im Vollsuff bin ich immer noch schüchtern. Naja, im Vergleich zu früher hab ich zumindest meinen Konsum ziemlich im Griff, nur noch ca. 2 Bier am Abend, aber selbst das würd ich gern ma wieder bleiben lassen. Kratom hat mir auch nie geholfen, eher im Gegenteil.

Wenn man mich fragt, gibt es gar keine wirkliche Droge gegen ne soziale Phobie (oder ich hab sie noch nich gefunden). Entweder ist man jemand der auf soziale Kontakte steht oder eben nicht. Von der grundsätzlichen Einstellung her wird da vermutlich keine Droge irgendwas ändern. Und selbst wenn ich noch so oft in sozialen Situationen war und vllt. sogar Spaß damit hatte... spätestens paar Wochen später ist das wieder vorbei. War erst vor kurzem in ner psychosomatischen Klinik (da hab ich ganze 6 Wochen mal nix getrunken, die längste alkfreie Phase seit Jahren) und hatte da mit meinen Tischnachbarn einige nette Gespräche. Aber kaum war ich wieder zuhause war ich auch schon wieder genauso isoliert wie vorher.
"You measure democracy by the freedom it gives its dissidents, not the freedom it gives its assimilated conformists."

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