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LdT-Forum » Drogen & Gesellschaft » Der Weg (Selbstfindung & Glaube) » Suizid? (Methodendiskussion unerwünscht)


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AutorBeitrag
Abwesender Träumer

dabei seit 2005
76 Forenbeiträge

  Geschrieben: 18.07.14 16:49
zuletzt geändert: 18.07.14 17:23 durch Tantalos (insgesamt 3 mal geändert)
Ich denke sehr liberal über das Thema Freitod. In meinen Augen hat jeder Mensch das Recht, sein Leben jederzeit zu beenden, völlig unabhängig von seinen Beweggründen. Es gehört zur Selbstbestimmung, zum Recht auf das eigene Leben, und ist ein Ausgleich für die Unfreiwilligkeit der Geburt. Schließlich wurde niemand von uns gefragt, ob er das Leben auf diesem Planeten, mit all den Strapazen und Enttäuschungen, die es oft mit sich bringt, überhaupt antreten möchte. Daher sollte man zumindest die Möglichkeit haben, es jederzeit wieder zu verlassen. Und in einer humanen Gesellschaft würde man die Menschen nicht zwingen, sich auf eine Bahnschiene zu legen oder aus dem Fenster eines Altenheims zu springen. Man würde die Mittel zu einem sicheren und menschenwürdigen Suizid zur Verfügung stellen. Ich bin daher für die Freigabe von Substanzen wie Natriumpentobarbital. Man sollte lediglich prüfen, ob die betreffende Person alle Tassen im Schrank hat, also nicht schwer geistesgestört ist. Wobei man nicht so wie die heutigen Psychiater verfahren sollte, die schon die Suizidabsicht als Kriterium einer Störung ansehen, wodurch es praktisch per definition ausgeschlossen wird, dass Menschen sich freiwillig für den Suizid entscheiden.


Suizid ist also grundsätzlich immer Menschenrecht, und in vielen Situationen auch etwas, das rational sein kann. Diesen zwanghaften Optimismus, wonach das Leben unter allen Umständen wertvoll und erhaltenswert ist, teile ich überhaupt nicht. Das Leben kann sehr schön sein, aber durch Krankheit, Behinderung, therapieresistente Depression usw. kann es sich auch in einen Alptraum verwandeln. Außerdem gibt es viele Menschen, die zwar nicht unerträglich leiden, aber deren Leben einfach nichts abwirft, was oft an persönlichen Defiziten liegt. Wenn jemand unbegabt und hässlich ist, einen deprimierenden Job hat, keine angemessenen Partner findet usw., dann kann das Leben sehr schnell zu einem Verlustgeschäft werden. Wenn so jemand sich dann entscheidet, dass er sich lieber schlafen legt als noch 40 Jahre lang die tägliche Mühle zu ertragen, dann sollte man das respektieren.

Ich selbst habe keine suizidalen Absichten für die absehbare Zukunft, aber ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass ich im Alter durch eigene Hand sterben werde. Ich werde mir rechtzeitig ein geeignetes Mittel einlagern, damit ich frei bin von fremder Willkür und den Mondpreisen von Dignitas. Ich habe eh nie verstanden, warum so viele Menschen sich die Alpträume antun, die oft am Ende des Lebens warten: Krebs, Demenz, Schlaganfälle... viele Jahre, die man einsam in einem Pflegeheim vegetiert. Ich lege darauf keinen Wert.
 
Abwesender Träumer

dabei seit 2013
221 Forenbeiträge
1 Langzeit-TB

  Geschrieben: 18.07.14 17:23
Ich war schon in so vielen aussichtslosen, zermürbenden Lebenssituationen dass ich schon oft drüber nachgedacht habe. Sowie ich aber jeden Gedanken bis zum Ende gedacht habe.

Letzten Endes kam Suizid für mich nie in Frage, allein daran zu denken was jetzt schon hinter mir liegt und dass ich mir all die Anstrengung hätte sparen können und was noch kommt wenn ich meinen Weg beibehalte, komme was wolle.

Angst vor dem Tod habe ich aber nicht, ich mein das Leben ist schön aber verdammt anstrengend, wenn ich schlafe bin ich auch *weg* aber mir gehts insofern prima, dass ich nicht die kleinste Belastung in meinem Bewusstsein habe. Das wird bestimmt super entspannt.

Bei einem Unfall oder Krankheit mit langer schmerzhafter Bettlägerigkeit würd ich aber denke ich irgendwann den Stecker ziehen und da auch nicht traurig drum sein wenns nicht sobald passiert^^

Entschuldigt eventuelle Fehler ich probier grad zum ersten mal Kratom und ich glaub ich merk was
 
Traumländer

dabei seit 2013
67 Forenbeiträge

  Geschrieben: 18.07.14 17:42
zuletzt geändert: 18.07.14 18:04 durch DonkyKong (insgesamt 2 mal geändert)
Kann deine Ansichten voll und ganz verstehen!!(tantalos) Ich selbst würde es zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Erwägung ziehen. Jedoch bin ich der Meinung dass uner Leben (leider) zu sehr von der Gesellschaft und deren Anforderungen geprägt ist, was dazu verleitet sich Gedanken über das Leben und den Sinn dahinter zu machen was sich enorm auf unsere Psyche auswirkt, und genau dass ist der punkt!!
Meine ansicht vom Leben und Sterben ist diese...
Wir werden ohne Einverständniss in eine Menschenfeindliche Welt entlassen in der das ICH welches sich das Gehirn wärend der Entwicklung zusammensetzt allgegenwertig und von großer bedeutung ist. Und dieses ICH, dieses bewusste leben unterscheidet uns von Tieren und Pflanzen was sowohl eine offenbarung ist da wir in der lage sind unsere umwelt zu verändern und sie als ICH wahrzunehmen, aber auch der grund ist wesahlb der Mensch sich über sich gedanken macht und anfängt zu beurteilen was meiner Meinung nach das größte Laster der Menschen ist.
Und dieses ICH bzw. Das gehirn ist das einzigste was uns Menschen am SEIN hindert, denn es beeinflusst uns und wir bemerken dies auch und handeln danach!
Deswegen bin ich der Meinung (ähnlich wie im Buddhismus) dass der Mensch erst mit seinem Tod, also dem abschalten des Gehirns wirklich SEIN kann!
Darum sollte einem die möglickeit offenstehen einen solchen weg zu gehen!

Wie immer nur meine Ansicht zu der ich stehe und die ich vertrete:)
Ihr habt evtl. andere Ansichten teilt sie gern mit mir!!
 
Abwesender Träumer

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  Geschrieben: 18.07.14 17:59
Das mit dem Ich bei Pflanzen und Tieren (zumindest Tieren) sehe ich anders, ich glaube die sind sich schon ziemlich viel bewusst!

Und zum Thema Freitod allgemein nochmal: Ich hab auch andere Schicksale miterlebt, unter gewissen Umständen kann man es niemanden verdenken. Und ja jeder sollte das Recht haben komplett frei über sich zu entscheiden, aber nur solang keine anderen zu Schaden kommen.
Vorn Zug schmeissen find ich total assi, da sollten sich Wege finden lassen die keine Dritten schädigen.
 
Traumländer

dabei seit 2013
67 Forenbeiträge

  Geschrieben: 18.07.14 18:03
Da könnte ich dir sogar zustimmen was die priere betrifft!
Könnte mir vorstellen das Tiere gerade weil sie dieses ICH nicht haben in der Lage sind bewusster leben zu können als unser eins...
Finde solch unergründliche Themen wahnsinnig Fazinierend
 
Traumland-Faktotum



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  Geschrieben: 18.07.14 18:31
researcher schrieb:
Und zum Thema Freitod allgemein nochmal: Ich hab auch andere Schicksale miterlebt, unter gewissen Umständen kann man es niemanden verdenken. Und ja jeder sollte das Recht haben komplett frei über sich zu entscheiden, aber nur solang keine anderen zu Schaden kommen.
Vorn Zug schmeissen find ich total assi, da sollten sich Wege finden lassen die keine Dritten schädigen.


Sehe ich ähnlich. Aber was ist mit Freunden, Verwandten, etc., sind ja in dem Sinne auch Dritte die damit zu kämpfen haben. Ist allgemein ein ganz schwieriges Thema und kommt natürlich - wie du schon sagtest - auf die Umstände an. Wenn z.B. jetzt jemand im Sterben liegt und einfach nicht mehr kann und will, da würde doch kein normaler Mensch der diesen Menschen mag wollen das er sich weiterquält.
Was ist wenn jemand psychische Probleme hat, wie z.B. damals der Hannover Torwart Enke, Frau und Kinder hinterlässt. Damit schädigte er ja auch "Dritte" in dem Sinne. Wie gesagt ganz schwieriges Thema.

Aber ich denke gerade bei schweren Krankheiten o.ä. wo keine Heilung mehr in Sicht ist sollte wirklich jeder darüber entscheiden dürfen, sein Leben zu quittieren. Natürlich sollte auch sonst jeder das Recht haben dies zu tun, wenn es sein Wunsch ist. Aber naja, das ist ein Thema, mit dem ich hoffentlich nie direkt oder indirekt in Kontakt komme.
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  Geschrieben: 18.06.15 23:11
Zitat:
Was ist wenn jemand psychische Probleme hat, wie z.B. damals der Hannover Torwart Enke, Frau und Kinder hinterlässt. Damit schädigte er ja auch "Dritte" in dem Sinne

Hier stellt sich die Frage was das geringere Übel ist: jemandem über Jahre hinweg beim Leiden zuzusehen oder ihn zu Grabe tragen und mit der Sache abschließen zu können. Besser ein Ende mit Schrecken oder ein Schrecken ohne Ende?
Die gängige Meinung ist ja dass egal wie schlimm die psychischen Probleme bzw. erlittenen Traumata auch sein mögen, man einfach ein paar Therapien macht und ein paar Tabletten nimmt und dann wird das schon wieder. Dass man nur durchhalten muss. Es ist eine Tabu zu bereuen noch am Leben zu sein. Aber ich denke dass dies keine Ausnahme ist.
 
Abwesender Träumer



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2 Tripberichte

  Geschrieben: 19.06.15 10:06
Nur ist es eben so, dass in der Regel niemand aus der der Verwandschaft und auch die meisten Freunde nichts von der Schwere psychischer Krankheiten wissen und es somit für diese Dritten keineswegs ein Leid ist, mit dieser Person einfach weiterzuleben. Das Entsetzen, die Schuldgefühle, all das kommt erst nach dem Suizid des Angehörigen. Viele halten solche Dinge gerade gegenüber ihrer Familie ja bewusst zurück, damit diese sich keine Vorwürfe machen. Mit einem Suizid wird das Ganze schlagartig aufgedeckt. Viele suizidale Personen sind im Alltag nicht auffällig.

Ich gebe dir aber zumindest in sofern Recht, alsdass es Situationen geben kann, bei denen das zu Grabe tragen dann eher Entlastung und ein Ende des Leides ist, ich denke aber nicht, dass das die Regel darstellt. Ich denke das ist auch eher bei tödlichen Krankheiten von Angehörigen der Fall, die sich über Jahre hinweg ziehen, oder auch bei pflegebedürftigen alten Menschen mit Demenz o.ä..

LG
„Ich bin nicht glücklich weils vorbei ist, es ist vorbei weil ich jetzt glücklich bin“
Degenhardt

"Mit Ehrlichkeit kommt man nicht weit, doch ohne Ehrlichkeit kommt man nicht nah"
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Abwesender Träumer

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  Geschrieben: 25.06.15 18:28
zuletzt geändert: 25.06.15 19:08 durch Lobas (insgesamt 1 mal geändert)
Entrueckt schrieb:
@Cakravarti: Informier dich besser nochmal über "die alten Germanen", denn ich habe nicht den Eindruck, dass du weißt wovon du sprichst. Die Vorstellung, die du scheinbar von den Germanen hast, erinnert stark an völkische Romantik. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: ich will dir in keinster Art und Weise unterstellen, dass du politisch aus dieser Ecke kommst! Stattdessen möchte ich dich davor warnen, dass du mit deinem Geschichtsbild unabsichtlich so rüberkommen könntest.
Gruß
Entrückt


Ist zwar OT, und ich weiß dass der Beitrag schon alt ist, aber ich muss jetzt schon mal fragen:
Was ist denn an völkischer Romantik so schlimm? Bitte verbannt mich jetzt nicht in die Nazi-Ecke, denn mMn hat das nichts miteinander zu tun, aber im Grunde wird dabei doch nur die Individualität eines JEDEN Volkes herausgestellt und Selbstbestimmung im Gegensatz zu Fremdherrschaft, Rassismus und Unterdrückung gefordert.
Diese Ideologie stellt allerdings keineswegs ein Volk über ein anderes, so wie die Nazi-Ideologie das getan hat. Ich finde man muss aufpassen welche Gedanken man dem rechten Spektrum zuordnet.

MetalheadOnAcid schrieb:
Klar gibt es immer "Alternativen", nur hat eine Depression absolut nichts mit Rationalität am Hut.
Mir z.B. "müsste" es eigentlich ziemlich gut gehen, das tut es aber ganz und gar nicht.
Suizidale Gedanken sind unabhängig davon, ob diese "Sinn" ergeben.


Und auch dazu muss ich was loswerden: Völlig richtig! Ich hasse diese Menschen, die dir einzureden versuchen, dass es dir eigentlich gar nicht schlecht gehen DARF.

"Schau dir XY an, er/sie hat wirklich Probleme und hat das RECHT dazu, dass es ihm/ihr schlecht geht."

Solche Leute haben einfach nicht verstanden was eine Depression ausmacht, auch weil sie wohl nie eine hatten - auch wenn so mancher das felsenfest behauptet - und sollten einfach ihr Maul halten wenn es um die "Rechte" echter Depressiver geht.
Krieg bei sowas einfach nur das Kotzen, weil ich schon oft genug damit konfrotiert wurde, deswegen musste das auch einfach mal raus.

LG
 
Traumländer



dabei seit 2011
1.236 Forenbeiträge

  Geschrieben: 14.04.19 16:15
Ich krame mal diesen etwas untergegangen Thread wieder aus. Er scheint mir der passende Bereich zu sein für mein Anliegen. Ich würde gerne von euch wissen, wie ihr zur humoristischen Verarbeitung des Themas Suizid steht.

Ich komme mir selbst etwas doof vor das so zu sagen, jedoch muss ich zugeben, dass ich das Thema ziemlich oft, vielleicht viel zu oft aus einem "albernen" Blickwinkel betrachte. Beispielsweise beantworte ich die Frage "Wie geht's?" oft standardgemäß mit "Man lebt.", was häufiger mal für den einen oder anderen Lacher sorgt. Den Ausdruck "Ich bring' mich um" sag ich auch sehr häufig, z.B. wenn ich mich über irgendwas ärgere. Jedoch keinesfalls mit irgendeiner Ernsthaftigkeit, sondern eher im Sinne von "Ach du Kacke" o.ä. Viele meiner Freunde teilen diesen Humor, andere finden sowas deutlich weniger lustig und das sind dann auch die Momente wo ich mir denke, dass ich vielleicht damit aufhören sollte, so einen Schwachsinn zu sagen, da es ja durchaus auch missverstanden werden kann.

Ich muss dazusagen, dass ich mich selbst eigentlich nicht als suizidgefährdet einschätze. Es gab einzelne Momente in meinem Leben, die meistens nur von sehr kurzer Dauer waren, während derer mir der Suizid definitiv als sinnvolle Option vorkam, in denen ich mir teilweise dann schon Gedanken über die praktische Umsetzung gemacht habe, jedoch waren genau das auch die Momente, wo mir der Suizid gewissermaßen am weitesten entfernt lag, wo ich nicht im entferntesten die Willenskraft hätte aufbringen können, meine Gedanken in die Tat umzusetzen. Wie gesagt, diese Momente waren bisher sehr rar, traten jedoch schon in der Kindheit erstmalig auf. Die weit überwiegende Zeit über finde ich das Leben viel zu schön, um überhaupt in Erwägung zu ziehen, es jetzt zu beenden.

Grundsätzlich habe ich eine sehr liberale Haltung zum Suizid. Ich denke, ähnlich wie einige Vorposter hier im Thread, dass man ein Recht auf Suizid haben sollte, dass Sterbehilfe legal sein sollte wie in der Schweiz, unter gewissen Vorkehrungen und Voraussetzungen natürlich, etc.. Auch kann ich mir gut vorstellen, mein Leben irgendwann im hohen Alter selbst zu beenden, anstatt auf den natürlichen Tod zu warten. Für mich ist der Tod, aus meiner jetzigen Betrachtung, nichts wirklich besonderes. Jeder stirbt irgendwann, er ist quasi eine Konstante im Leben, und warum sollte man vor etwas Angst oder solch riesigen Respekt haben, was einen unausweichlich irgendwann erwartet? Von daher sehe ich meine Witzelei eigentlich nicht als total verkehrt an, wobei ich aber vollkommen verstehe, dass es manche Menschen, vielleicht aufgrund ihrer bisherigen Lebenserfahrung, zu verstören vermag.

Wie seht ihr das ganze? Darf man über etwas wie Suizid Witze machen? Darüber lachen? Könnte man meine Einstellung zu dem Thema als milde Form der Suizidalität werten?
 
Dauer-Träumer

dabei seit 2018
140 Forenbeiträge

  Geschrieben: 14.04.19 17:16
Ich finde schon, dass man über das Thema Witze machen darf. Wobei ich deine Art, damit umzugehen, noch recht milde finde. Das Problem ist nur, wie andere das auffassen und ob sie deine Art Humor nachvollziehen können.
Das ganze Thema Suizid/Sterbehilfe ist so emotional überfrachtet und nicht zuletzt ein massives Tabu. Und über ein Tabu zu reden ist ja schon schwer genug, wenn man dann noch Witze darüber macht, darf man sich über entsprechende Reaktionen eben nicht wundern.
Natürlich kann es sein, dass du Menschen damit verstören könntest, insbesondere die, die dich nicht gut kennen.

Ich beschäftige mich auch sehr intensiv mit dem Thema und je nachdem, wie tief ich in meinen Gedanken einsteige, merke ich selber, an WAS ich da rühre.
Da sind so viele Facetten drin und eben dieses Riesentabu, dass auch ich zuweilen kalte Füsse bekomme.
 
Dauer-Träumerin



dabei seit 2018
32 Forenbeiträge

  Geschrieben: 15.04.19 11:10
@ Double

Ich find deinen Umgang damit voll gudd👍
Verstörend find ich definitiv eher den allgemeinen Umgang mit diesem zugegebenermaßen recht emotionalen Thema (plus alles was da so dranhängt, Sterbehilfe etc)...
Wer weiß, wie viele Freitode womöglich gar nicht statt gefunden hätten, wenn es in der Gesellschaft R a u m dafür gäbe...und zwar ausreichend...statt dessen gibt es aber eher Zwangsjacken...

Naja...
Schwieriges Thema...
Ich bin total FÜR selbstbestimmte Sterben. Damit meine ich jetzt nicht unbedingt im Affekt vorn Zug nur weil's Grad kurz mal nicht läuft...
Ich glaub das was ich meine nennt man Bilanzsuizid?!?

Ähm...da ich selber sehr viel phasenweise und auch schon sehr lange
mit dem Thema zu tun habe.....Mir hilft ein offener (!) und auch nicht zu überdramatisch Umgang (also ruhig auch etwas scherzig bitte) in meinen " Phasen unglaublich viel...



Up and Down
...and in the end it s only...
ROUND & ROUND
...
and round....
Träumer



dabei seit 2019
21 Forenbeiträge

  Geschrieben: 15.04.19 13:54
Unabhängig vom Thema und Härtegrad des Witzes wird es immer jemanden geben, der sich deswegen "offended" fühlt oder es witzig findet. Es gibt keine offiziellen Grenzen, alles ist erlaubt. Natürlich sollte man ein gewisses Gespür für die Situation haben und einem Angehörigen eines Suizidverstorbenen nicht direkt die derbsten Witze auftischen. Wobei ich selbst hier Menschen kenne, die diese Art Humor nutzen, um mit ihrer Trauer umzugehen. Fühl dich also frei. Natürlich wird das mal wem nicht passen aber das ist der Preis der Freiheit, den zumindest ich gerne gewillt bin zu zahlen.
 
Traumländer



dabei seit 2008
1.506 Forenbeiträge

  Geschrieben: 16.04.19 18:27
Double schrieb:
Ich würde gerne von euch wissen, wie ihr zur humoristischen Verarbeitung des Themas Suizid steht.

[...]

Den Ausdruck "Ich bring' mich um" sag ich auch sehr häufig, z.B. wenn ich mich über irgendwas ärgere. Jedoch keinesfalls mit irgendeiner Ernsthaftigkeit, sondern eher im Sinne von "Ach du Kacke" o.ä.


Ich hatte über längere Phasen diverse Selbstmordgedanken, teilweise auch zwanghaft.

Hätte da jemand häufig aus banalsten Anlässen oder gar standardmäßig statt "Au Backe" den Spruch gebracht, so wäre das dann sicherlich keine Person gewesen, der gegenüber ich mich mit meinem Kummer geöffnet hätte. Das hätte die-/der-jenige weiter gar nicht bemerkt, ich hätte da sonst auch nicht drauf reagiert, aber mir wäre dann halt einfach die Chance genommen worden (oder ich hätte sie mir selbst in dem Zustand nicht zugemutet), mir bei dieser Person Hilfe zu suchen.

Ich kann da nur für mich sprechen; es gibt sicherlich welche, für die das keine so große Rolle gespielt hätte, aber genauso sicherlich auch welche, die das vielleicht noch tiefer in die Depression gebracht hätte (man spürt im schwer depressiven Modus eh schon eine Distanz zu anderen Menschen, eine unsichtbare Barriere, das dumpfe Gefühl, kein Verständnis erwarten zu können, weil man sich in mancherlei Hinsicht grundlegend anders fühlt als andere Menschen. Das ist schwer in Worte zu fassen, in dem Zustand auch viel zu anstrengend, und sobald man raus kommt, setzt das Verdrängen ein und man kann sich selbst kaum noch reindenken, wie das war).

Man sieht die Depression vielen nicht an. Und gerade, wenn ich jemanden nicht schon sehr gut und lange kenne, wäre ich daher vorsichtig, was den Bereich "Runterspielen" angeht.

Ansonsten habe ich auch einen schwarzen Humor, finde das auch legitim. Aber es imacht halt auch nochmal einen Unterschied, je nachdem, was man wann, wo, wie, vor, zu und über wen sagt.

Man weiß auch nicht, wie sich scheinbar unbeteiligte Menschen fühlen, die das zufällig mithören, ob sie es auf sich oder auf Leute beziehen, mit denen sie Empathie haben, oder wen gewisse Sprüche anregen, nach- & "noch eine Schippe drauf" zu legen.

Ein heikles Thema.

Bei Menschen, die nur über sich selbst und für sich selbst sprechen, bei eigener ernsthafter Betroffenheit, finde ich nahezu jeden entlastenden Spruch okay, der sich eben nicht auf andere bezieht.

Ich sage da immer:

"Wenn DU dich an MEINEM Galgenhumor aufhängst, bin ICH dafür nicht verantwortlich."

- ...wohlgemerkt bezogen auf Witze, die ich klar erkennbar in erster Linie auf eigene Kosten reiße.

Im näheren Freundeskreis versteht man mich und weiß das meistens zu nehmen (bzw. zu erkennen, wann die Grenze vom Luftmachen zum Hilferuf in Sichtweite kommt).

Von anderen Menschen kann ich das nicht erwarten.

 
Traumländer



dabei seit 2016
347 Forenbeiträge

  Geschrieben: 17.04.19 09:20
Zitronenfalltür schrieb:
Hätte da jemand häufig aus banalsten Anlässen oder gar standardmäßig statt "Au Backe" den Spruch gebracht, so wäre das dann sicherlich keine Person gewesen, der gegenüber ich mich mit meinem Kummer geöffnet hätte. Das hätte die-/der-jenige weiter gar nicht bemerkt, ich hätte da sonst auch nicht drauf reagiert, aber mir wäre dann halt einfach die Chance genommen worden (oder ich hätte sie mir selbst in dem Zustand nicht zugemutet), mir bei dieser Person Hilfe zu suchen.

Seh ich prinzipiell auch so.
Allerdings ist Humor bei der Thematisierung meiner Depression bei mir und meinen wenigen vertrauten Menschen quasi die Grundvoreinstellung. Ohne diesen Galgenhumor wäre es 1. für mich zu bitter ständig von diesem Loch zu sprechen, das ständig irgendwo da ist und 2. auch sehr belastend für meine Freunde und Freundinnen.
Außerdem ist der gekonnte Witz über die Depression oft auch ein lindernder Faktor, eine mögliche Distanzierung davon (wenn ich nicht grad ganz tief drin stecke) und bietet Möglichkeiten sich abzugrenzen, eine Art Selbstverteidigung.

Zitronenfalltür schrieb:
Von anderen Menschen kann ich das nicht erwarten.

…eben, aber zu denen hält man ja eh Abstand, wenn sich alles schwarz färbt und man Situationsbedingt eine ganz dünne Haut hat.
Ich weiß ganz intuitiv, dass ich, wenn ich ernsthaft den Entschluss des Freitods fasste, niemanden aktiv irgendwelche Hilferufe zukommen lassen würde.
Im Erwägungsstadium nach Pöldinger ist ein entlastender humoristischer Umgang mit der Möglichkeit des Suizid zumindest für mich persönlich der geeignetste, das Thema für alle am Gespräch Beteiligten zu berühren.
Ich glaube, der Mensch, der schon ohne Depressionen keinen Humor besitzt, wird das sicher ganz anders sehen, doch mich hat ein semi-bitterer Lachanfall schon oft vor der Entschlussphase bewahrt.

Lesetipp zur Entkriminalisierung des Freitods
 

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