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LdT-Forum » Drogen & Gesellschaft » Der Weg (Selbstfindung & Glaube) » Gedichte, Zitate, Aphorismen


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Abwesender Träumer



dabei seit 2015
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  Geschrieben: 11.09.19 02:07
Wie kannst du es Freude nennen wenn deine Freude darin besteht von Freude zu träumen?
Wie kannst du es Freude nennen wenn du nicht ganz bist? Wie kannst du ganz sein wenn du teilweise betäubt bist? Nur das Ganze kennt das Glück. Also sei was du bist. GANZ.
 
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  Geschrieben: 25.09.19 18:30
Große Geister diskutieren über Ideen;
Mittlere Geister diskutieren über Ereignisse;
Kleingeister diskutieren über Menschen.

weiss leider nicht von wem?
volenti non fit iniuria
Moderator



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  Geschrieben: 28.09.19 17:27
"How do you shed your culture? How do you transcend your culture? By digging into your soul with the tools that have been given to you to make art. This is how cultures are transformed. By art, which flows up and actually submerges the previous cultural forms. The Baroque gave way to later periods simply out of exhaustion, but notice, a style can exhaust itself and still continue. Mannerism did this out of the renaissance, for example. When these exhaustive styles are allowed to continue, they become toxic, they become moribund. It’s like keeping a corpse around the house. There is an obligation to overthrow that. We are to produce the new, to produce the novel, and by the novel, I don’t mean the literary form, I mean all things new.

It is not the function of the artist to be the critic. The winnowing out, the deciding what is good from what is bad, comes later. That is a community process. The community decides what is good and bad art. But the individual should pour this forth. This is what you are: you are some kind of a mystery suspended between two eternities. In that moment, when a mind looks out at a world and asks the question, what is it? In that moment, art can be created. It is the only form of immortality that I have any certainty of and it’s available to everyone." - Terence McKenna
"The only way to write honestly about the scene is to be part of it. If there is one quick truism about psychedelic drugs, it is that anyone who tries to write about them without first-expierience is a fool and a fraud." ― Hunter S. Thompson (1967)
Traumländer



dabei seit 2008
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  Geschrieben: 19.10.19 11:39
Gut!
Alles, was dem Zeitgeist der 1940er widerspricht, ist Disney-Propaganda queer-stalinistisch-zionistischer Feminazikomitees zum Genozid arisch-männlicher Leistungsträgerschaft durch Chemtrailverschwulung + Islamisierung.
Traumländer



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  Geschrieben: 03.12.19 16:08
"Das Gegenteil von Sucht ist nicht Nüchternheit, sondern Bindung." (Johann Hari, britischer Journalist und Schriftsteller)
I'm sure of my mental health
cause I'm always talking to myself
Ex-Träumer



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  Geschrieben: 12.01.20 14:55
The gift you offer another person
is just your being.
~Ram Dass
 
Traumländer



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757 Forenbeiträge

  Geschrieben: 26.02.20 13:06
"Sucht ist eine erworbene Erkrankung des Gehirns, die medikamentös adressiert werden kann und muss. Ist erst einmal das richtige Mittel gefunden, werden die Entwöhnungseinrichtungen verschwinden, wie die Lungenheilstätten nach der Entdeckung des Streptomycins."

Olivier Ameisen (1953 - 2013), französischer Kardiologe, der erstmals die Wirksamkeit von Baclofen in Bezug auf (seine) Alkoholkrankheit entdeckte

Ich finde dieses Zitat interessant im Hinblick darauf, dass in der aktuellen Suchtmedizin immer noch das totale Abstinenzgebot vorherrscht, alles andere Suchtverlagerung genannt wird und ein "tägliches Leiden" der Betroffenen, auch im Falle von todunglücklicher Abstinenz, als Grundvoraussetzung für eine mögliche Behandlung erwartet wird. Allerdings würde ich das Wörtchen "auch" in das o.g. Zitat einfügen. Therapeutisch die psychischen Ursachen der Sucht anzugehen und Verhaltensweisen zu verändern, die zum Rückzug in die Sucht geführt haben, ist wahrscheinlich unabdingbar.
I'm sure of my mental health
cause I'm always talking to myself
Dauer-Träumer



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  Geschrieben: 21.04.20 01:06
zuletzt geändert: 21.04.20 01:17 durch Promethyst (insgesamt 1 mal geändert)
Wir menschen sind wie Viren und die Erde wie ein Wirt
Wie Phagen sitzen wir auf ihrer Oberfläche
Wir müssen eins werden mit der Erde ihre s'peix
Denn nur wenn wir das Universum mit Leben anstecken
Werden wir die Krone der Schöpfung sein
Ich hörte, dieser Weg führt zum Ozean des Todes, drum kehrte ich auf halbem Wege um. Seitdem tun sich vor mir Umwege auf, öde und krumm
Neuer Träumer



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  Geschrieben: 26.04.20 14:26
Franz Grillparzer

Die Kunst verhält sich zur Natur wie der Wein zur Traube.
Space is only noise if you can see, my friend!
Traumländer



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  Geschrieben: 18.05.20 20:51
„Hier hat für mich das begonnen, was ich das Hineinwachsen des Traums in das wirkliche Leben nennen will. Von diesem Moment gewann alles mitunter ein doppeltes Aussehen – und zwar ohne daß das Denken jeder Logik entbehrt und das Gedächtnis die geringsten Einzelheiten dessen, was mir widerfuhr, verloren hätte. Nur meine scheinbar sinnlosen Handlungen waren dem unterworfen, was man nach der menschlichen Vernunft »Illusion« nennt.
Der Gedanke ist mir sehr häufig gekommen, daß sich in gewissen ernsten Augenblicken des Lebens ein solcher Geist der äußern Welt plötzlich in der Gestalt einer alltäglichen Person verkörperte und auf uns wirkte oder zu wirken versuchte, ohne daß diese Person Kenntnis davon hatte oder eine Erinnerung daran bewahrte.
Mein Freund hatte mich verlassen als er sah, daß seine Anstrengungen nutzlos waren und hielt mich zweifellos für die Beute irgendeiner fixen Idee, die das Gehen beruhigen würde. Als ich allein war, erhob ich mich mit Anstrengung und machte mich wieder auf den Weg, wobei ich der Richtung des Sternes folgte, auf den ich den Blick unaufhörlich heftete. Ich sang im Gehen eine geheimnisvolle Hymne, deren ich mich aus einem früheren Leben zu entsinnen glaubte und die mich mit unsäglicher Freude erfüllte. Gleichzeitig legte ich meine irdischen Kleider ab und streute sie um mich aus. Der Weg schien stets anzusteigen und der Stern größer zu werden. Dann blieb ich mit ausgebreiteten Armen stehen und erwartete den Augenblick, wo die magnetisch in den Strahl des Sterns gezogene Seele sich vom Körper trennen würde. Da fühlte ich einen Schauer; die Sehnsucht nach der Erde und denen, die ich dort liebte, griff mir ans Herz; ich beschwor innerlich den GEIST, der mich anzog, so inbrünstig, daß es mir schien als sänke ich wieder zu den Menschen zurück; – ich geriet unter Soldaten, die die Nachtruhe machten. Da hatte ich die Idee, daß ich sehr groß geworden sei, und daß ich durch eine Flut von elektrischen Kräften alles niederwerfen würde, was sich mir näherte. Es war etwas Komisches in der Sorgfalt, mit der ich meine Kräfte im Zaum hielt und das Leben der Soldaten, die mich aufgehoben hatten, verschonte.“

Das ist eine Textpassage aus Aurelia oder Der Traum und das Leben von Gérard de Nerval.
»Zu einer Erkenntnis […] muß man durch Not, Leiden an seiner Fülle gekommen sein, muß geglaubt haben, ›entwurzelt‹ zu sein […], muß am Intellekt gelitten und ihn durch den Geist überwunden – muß mit dem Menschen gerungen haben.«
— Ernst Toller
Neuer Träumer



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115 Forenbeiträge

  Geschrieben: 19.05.20 12:07
Wunderschön, Dao!


"Es singt das Lied der Liebe, die Trauer des Wissens spricht, des Verlangens Schwermut flüstert, und der Schmerz der Armut weint. Doch gibt es eine Trauer, die tiefer ist als Liebe, erhabener als Wissen, stärker als das Verlangen und bitterer als die Armut. Sprachlos ist sie und stumm, doch glitzern ihre Augen wie die Sterne."
Khalil Gibran
Space is only noise if you can see, my friend!
Traumländer



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  Geschrieben: 31.05.20 12:10
Aus Die Passion nach G. H. von Clarice Lispector:

„Gib mir deine Hand:
Ich werde dir jetzt erzählen, wie ich das Ausdruckslose fand, dem immer meine blinde und geheime Suche gegolten hatte. Wie ich das fand, was zwischen der Zahl eins und der Zahl zwei ist, wie ich die Verbindung von Mysterium und Feuer sah, welche eine verborgene Verbindung ist. Zwischen zwei Musiknoten gibt es eine Note, zwischen zwei Tatsachen gibt es eine Tatsache, zwischen zwei Sandkörnern, und seien sie auch noch so dicht beieinander, gibt es einen Zwischenraum, es gibt ein Empfinden, das zwischen den Empfindungen liegt – in den Zwischenräumen der ursprünglichen Materie verläuft die Verbindung von Mysterium und Feuer, die der Atem der Welt ist, und der fortwährende Atem der Welt ist das, was wir hören und dem wir den Namen Schweigen geben.
Daß es mir gelang, das geheimnisvolle sanfte Feuer dessen zu spüren, was ein Plasma ist, geschah nicht dadurch, daß ich irgendeine meiner Eigenschaften als Werkzeug einsetzte, sondern genau dadurch, daß ich mich all meiner Eigenschaften entledigte und nur meine innersten Kräfte walten ließ. Um so weit zu kommen, um in dieses grauenerregende Etwas einzutreten, das meine lebendige Neutralität ist, verließ ich meine menschliche Ordnung.
– Ich weiß, es ist schlimm, meine Hand zu halten. Es ist furchtbar, ohne Luft in diesem eingestürzten Bergwerk zu bleiben, in das ich dich ohne Mitleid mit dir, wohl aber aus Mitleid mit mir gebracht habe. Aber ich schwöre, daß ich dich lebend von hier wegbringen werde – selbst wenn ich lügen muß, selbst wenn ich verleugnen muß, was meine Augen gesehen haben. Ich werde dich von diesem Schrecken erlösen, in dem ich dich vorläufig noch brauche. Wie leid du mir jetzt tust, nachdem ich mich an dich geklammert habe. Du hast mir unschuldig die Hand gegeben, und nur weil ich sie festhielt, hatte ich den Mut, mich fallenzulassen. Doch versuche nicht, mich zu verstehen, leiste mir nur Gesellschaft. Ich weiß, daß deine Hand mich loslassen würde, wenn sie wüßte.
Wie soll ich dich entschädigen? Wenigstens solltest du mich auch benutzen, benutze mich wenigstens als dunklen Tunnel – und wenn du meine Dunkelheit durchquerst, wirst du auf der anderen Seite dir begegnen. Du wirst vielleicht nicht mir begegnen, da ich nicht weiß, ob ich hindurchgehe, aber du wirst dir begegnen. Zumindest bist du nicht allein, so wie ich es gestern war, gestern betrete ich nur, um wenigstens lebend hier herauszukommen. Nein, nicht nur lebend – wie diese monströse Schabe sich ursprünglich lebend regte –, sondern auf geordnete Weise lebendig wie ein Mensch.
Die Identität – die Identität, die erste Inhärenz – war ich dabei, ihr nachzugeben? war es das, in das ich eingetreten war?
Die Identität ist mir verboten, ich weiß. Aber ich werde das Risiko eingehen, weil ich meiner zukünftigen Feigheit vertraue, und meine grundlegende Feigheit wird es sein, die aus mir wieder einen Menschen machen wird, der einer Ordnung untersteht.
Nicht nur durch meine Feigheit, sondern auch durch das Ritual, mit dem ich schon geboren wurde, werde ich meine Ordnung wiederfinden, so wie im neutralen Samen das Ritual des Lebens inhärent ist. Die Identität ist mir verboten, aber meine Liebe ist so groß, daß ich meinem Wunsch, in das geheimnisvolle Gewebe einzutreten, nicht widerstehen kann; in dieses Plasma, aus dem ich vielleicht nie wieder heraus kann. Mein Glaube aber ist so tief, daß ich selbst dann, wenn ich nicht mehr zurück kann, die Gewißheit habe, daß das Plasma des Gottes mich auch in meinem neuen unwirklichen Leben begleiten wird.
Ach, aber wie kann ich mir gleichzeitig wünschen, daß mein Herz sehe? wenn mein Körper so schwach ist, daß ich nicht einmal die Sonne ansehen kann, ohne daß meine Augen zu tränen beginnen – wie könnte ich da verhindern, daß mein Herz vor echten Tränen glänzt, wenn ich, weil ich nackt bin, die Identität spüre: den Gott? Mein Herz, das sich in tausend Mäntel gehüllt hat.
Die große neutrale Wirklichkeit dessen, was ich erlebte, überholte mich in ihrer absoluten Unbefangenheit. Ich fühlte mich nicht in der Lage, so wirklich zu sein wie die Wirklichkeit, die mich einzuholen begann – begann ich etwa widerstrebend eine Wirklichkeit zu erringen, die so nackt war wie das, was ich sah? Unterdessen erlebte ich diese ganze Wirklichkeit mit einem Gefühl der Unwirklichkeit der Wirklichkeit. Lernte ich nicht die Wahrheit, sondern den Mythos der Wahrheit kennen? Jedesmal, wenn ich der Wahrheit begegnet war, hatte ich den Eindruck eines unvermeidlichen Traums: dieser unvermeidliche Traum ist meine Wahrheit.
Ich versuche dir zu erklären, wie ich zu dem Neutralen und Ausdruckslosen meiner selbst gekommen bin. Ich weiß nicht, ob ich das, was ich sage, verstehe, aber ich fühle es – und dieses Fühlen fürchte ich sehr, denn es ist nur eine der Formen des Seins. Dennoch werde ich diese lähmende, schwüle Wärme, die zum Bersten voll ist vom Nichts, durchqueren und das Neutrale mit Hilfe des Fühlens verstehen müssen.
Das Neutrale. Ich spreche von dem wesentlichen Element, das die Dinge verbindet. Oh, nicht daß ich fürchte, daß du es nicht verstehst, aber ich fürchte, daß ich mich nicht richtig verstehe. Wenn ich selbst mich nicht verstehe, werde ich sterben an dem, von dem ich gleichwohl lebe. Jetzt laß mich dir sagen, was das Allerschrecklichste ist:
Ich war in den Bann des Dämonischen geraten.
Denn das Ausdruckslose ist teuflisch. Hat man die Hoffnung aufgegeben, wird das Leben zur Hölle. Hat man den Mut, sich von den Gefühlen zu lösen, entdeckt man das umfassende Leben eines äußerst erfüllten Schweigens, dasselbe, das in der Schabe vorkommt, dasselbe, das in den Sternen ist, dasselbe Schweigen, das in einem selbst ist – das Teuflische kommt vor dem Menschlichen. Angesichts dieser Allgegenwart verbrennt sich der Mensch, als sähe er Gott. Das vor-menschliche göttliche Leben ist von einer brennenden Allgegenwart.“
»Zu einer Erkenntnis […] muß man durch Not, Leiden an seiner Fülle gekommen sein, muß geglaubt haben, ›entwurzelt‹ zu sein […], muß am Intellekt gelitten und ihn durch den Geist überwunden – muß mit dem Menschen gerungen haben.«
— Ernst Toller
Endlos-Träumerin



dabei seit 2018
39 Forenbeiträge

  Geschrieben: 02.06.20 06:11
Wir sitzen alle im gleichen Zug
und reisen quer durch die Zeit.
Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.
Wir fahren alle im gleichen Zug
und keiner weiß, wie weit.

Ein Nachbar schläft; ein andrer klagt;
ein dritter redet viel.
Stationen werden angesagt.
Der Zug, der durch die Jahre jagt,
kommt niemals an sein Ziel.

Wir packen aus, wir packen ein.
Wir finden keinen Sinn.
Wo werden wir wohl morgen sein?
Der Schaffner schaut zur Tür herein
und lächelt vor sich hin.

Auch er weiß nicht, wohin er will.
Er schweigt und geht hinaus.
Da heult die Zugsirene schrill!
Der Zug fährt langsam und hält still.
Die Toten steigen aus.

Ein Kind steigt aus, die Mutter schreit
Die Toten stehen stumm
am Bahnsteig der Vergangenheit. 
Der Zug fährt weiter, er jagt durch die Zeit,
und keiner weiß, warum.

Die erste Klasse ist fast leer.
Ein feister Herr sitzt stolz
im roten Plüsch und atmet schwer.
Er ist allein und spürt das sehr
Die Mehrheit sitzt auf Holz

Wir reisen alle im gleichen Zug
zur Gegenwart in spe.
Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.
Wir sitzen alle im gleichen Zug
und viele im falschen Coupé.

 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Zeitgenossen haufenweise

Es ist nicht leicht, sie ohne Haß zu schildern,
und ganz unmöglich geht es ohne Hohn.
Sie haben Köpfe wie auf Abziehbildern
und, wo das Herz sein müßte, Telefon.

Sie wissen ganz genau, daß Kreise rund sind
und Invalidenbeine nur aus Holz.
Sie sprechen fließend, und aus diesem Grund sind
sie Tag und Nacht - auch sonntags - auf sich stolz.

In ihren Händen wird aus allem Ware.
In ihrer Seele brennt elektrisch Licht.
Sie messen auch das Unberechnenbare.
Was sich nicht zählen läßt, das gibt es nicht!

Sie haben am Gehirn enorme Schwielen,
fast als benutzten sie es als Gesäß.
Sie werden rot, wenn sie mit Kindern spielen,
die Liebe treiben sie programmgemäß.

Sie singen nie (nicht einmal im August)
ein hübsches Weihnachtslied auf offner Straße.
Sie sind nie froh und haben immer Lust.
Und denken, wenn sie denken, durch die Nase.

Sie loben unermüdlich unsre Zeit,
ganz als erhielten sie von ihr Tantiemen.
Ihr Intellekt liegt meistens doppelt breit.
Sie können sich nur noch zum Scheine schämen.

Sie haben Witz und können ihn nicht halten.
Sie wissen viel, was sie nicht verstehen.
Man muß sie sehen, wenn sie Haare spalten!
Es ist, um an den Wänden hochzugehn.

Man sollte kleine Löcher in sie schießen!
Ihr letzter Schrei wär noch ein dernier cri.
Jedoch, sie haben viel zuviel Komplicen,
als daß sie sich von uns erschießen ließen.
Man trift sie nie.


Beides von
~Erich Kästner~


Up and Down
...and in the end it s only...
ROUND & ROUND
...
and round....
Traumländer

dabei seit 2016
544 Forenbeiträge

  Geschrieben: 02.06.20 09:58
Hey traumtanzend!

Danke für den Kästner am Morgen.
Die Lyrik von Kästner hat mich schon immer begeistert.
Ich mag den Kästnerschen Swing.
Im Spoiler ist ein Link, wo der Meister selbst das folgende Gedicht liest.
Hab mich zuerst ein wenig erschrocken, weil das ein wenig
nach Wochenschau in den Dreißiger Jahren klingt…

Spoiler:


Vornehme Leute, 1.200 Meter hoch

Sie sitzen in den Grandhotels.
Ringsrum sind Eis und Schnee.
Ringsrum sind Berg und Wald und Fels.
Sie sitzen in den Grandhotels
und trinken immer Tee.

Sie haben ihren Smoking an.
Im Walde klirrt der Frost.
Ein kleines Reh hüpft durch den Tann.
Sie haben ihren Smoking an
und lauern auf die Post.

Sie tanzen Blues im Blauen Saal,
wobei es draußen schneit.
Es blitzt und donnert manches Mal.
Sie tanzen Blues im Blauen Saal
und haben keine Zeit.

Sie schwärmen sehr für die Natur
und heben den Verkehr.
Sie schwärmen sehr für die Natur
und kennen die Umgebung nur
von Ansichtskarten her.

Sie sitzen in den Grandhotels
und sprechen viel von Sport.
Und einmal treten sie, im Pelz,
sogar vors Tor der Grandhotels -
und fahren wieder fort.

Erich Kästner
 
Traumländer



dabei seit 2014
62 Forenbeiträge
1 Tripberichte
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  Geschrieben: 06.06.20 07:19
Grenzkontrolle im Verstand

Leer ist der Geist von Alltagssorgen,
Die atmenden Wände beginnen zu sprechen,
Abenteuer bleiben mir heut' nicht verborgen,
Der König des Wahnsinns will sich an mir rächen.

Die Sinnestäuschungen halten noch an,
Kontrollverlust fühlt sich an wie ein Segen:
Geometrische Formen in leuchtenden Farben,
Offene Wunden verheilen zu Narben,
Von Molekülen getrieben durch den Kosmos zu traben,
Es wagen, die Last auf die Schultern zu heben.

Wenn ich irgendwann auf dem Boden dann lande,
Geschichten erzähl' von Ekstase und Glück,
Hör einfach nur zu und urteile nicht,
Denn schöne Berichte sind immer verrückt.
____________
Das war mal eine Hausaufgabe zum Thema "dein letzter Sonntag".
Da ich in der Nacht von Sa auf So unter Einfluss von Acid stand, passt das hier ganz gut rein.

Einen entspannten Tag euch allen! tueten rasta
The more I see, the less I know.

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