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LdT-Forum » Drogen & Gesellschaft » Der Weg (Selbstfindung & Glaube) » Das Bewusstsein (Der Schlüssel um seine Gedanken und Gefühle unter Kontrolle zu bringen)


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Ex-Träumer



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  Geschrieben: 23.03.18 21:29
zuletzt geändert: 25.03.18 22:33 durch trinity (insgesamt 2 mal geändert)
Hallo liebes LdT!

Einen Thread mit diesem Namen wollte ich schon seit langem mal aufmachen, war aber immer zu faul dafür, weil es ja auch mit viel Arbeit verbunden ist. Der Titel des Threads ist jetzt etwas hochgestochen und es wird sich wohl erst im Laufe der Diskussion und des Austauschs (sollte überhaupt ähnliches hier entstehen ....) lichten und eventuell auch für den ein oder anderen aufklären, welche Macht das Bewusstsein eines Menschen überhaupt hat.

Vorerst möchte ich erstmal die Beiträge hier rein kopieren, die mich dazu veranlasst haben, diesen Thread jetzt doch endlich mal zu erstellen. Der nette User J4NOL1V3R ;) hat mich dazu angeregt - wir hatten einen kleinen Austausch über das Thema Gefühle und deren Intensität im "Der Clean werden oder bleiben - Motivations-Thread" und damit das vielleicht etwas vertieft werden kann, kopiere ich jetzt erstmal die Beiträge hier rein und schreib auch noch ein bissi was zu dem was JanO zuletzt so erzählt hat.

Hier ging´s los -->



JanO schrieb:
Ich habe die Abstände zwischen meinen Kratomsessions mittlerweile auf 5 Tage erhöht.
War doch leichter als gedacht den inneren Schweinehund mal paar Tage länger an der Leine zu halten .......

Für manche mag es keine große Kunst sein , aber für mich ist es jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung .

Weiterhin viel Erfolg euch allen ;)

Peace



trin schrieb:
Super, JanO! Ich freu mich mit dir und glaub mir, das Leben ohne Opiate/Opioide (oder eben weniger rglm. missbraucht) ist echt um einiges intensiver - so rein gefühlstechnisch ....



JanO schrieb:
Danke trin ;)

Jow da gebe ich dir Recht , aber um zu wenig Emotionen musste ich mir noch nie Gedanken machen , eher um zu viele .

Peace



trin schrieb:
Ja, das kenn ich auch, JanO., dass ich mich noch nie beklagen musste wegen zu wenig intensiven Emotionen. ^^


Aber trotzdem hab ich lieber eine zuuuu intensive Gefühlswelt, als dass ich meine Gefühle betäube und hinter einer imaginären Wattebausch-Welt "gefangen" halte. Und da reicht es auch schon, nur ein bis drei Mal wöchentlich Kratom zu konsumieren - zumindest sind das meine persönlichen Erfahrungen. Anfangs merkt man das gar nicht und da wird es wohl auch noch nicht so stark ausgeprägt sein. Aber wenn die Jahre ins Land ziehen und man bei einem rglm. Konsummuster bleibt, erkennt man das irgendwann mal. Aber nicht in der Konsumphase - sondern erst nachdem man aufgehört hat Opis zu konsumieren, weil irgendwann einfach die Nebenwirkungen und Entzugserscheinungen sowas von sucken!

Klar kann ich verstehen, dass es Lebensphasen gibt, wo es gesünder für jemanden ist, rglm. Opis zu konsumieren, um seine Gefühlswelt und deren Intensität ein wenig einzudämmen. Aber FÜR MICH war es langfristig einfach wichtiger, zu lernen mit meinen Gefühlen umzugehen und zu erkennen, woher meine Gefühle eigentlich ursprünglich kommen und wie ich sie auflösen kann, wenn ich es denn möchte.

Mittlerweile bin ich unendlich dankbar dafür, dass ich so ein gefühlvoller Mensch bin und gelernt habe, all das aufzulösen und loszulassen, was mir nicht dienlich ist und mich auf all das einzulassen und hinzugeben, was mir gut tut und sich auch gut anfühlt.

Zu lernen, mit dem umzugehen was ich bekommen habe in diesem Leben, ist mein langfristiges Ziel. Davon zu laufen von seinen Gefühlen und Problemen im Leben gehört sicherlich auch dazu zum Prozess des Werdens und Seins, aber im Endeffekt nur, um zu erkennen, dass dies nicht der rechte Weg ist ....

LG, der trin



JanO schrieb:
Danke für deine weisen Worte lieber trin ;)

Ich bin natürlich auch dankbar für diese Vielfalt an Emotionen die ich erleben darf und sehe es als Lebensaufgabe mich und meine Gefühlswelt besser zu verstehen . Trotzdem bin ich sehr froh mir gelegentlich einen ''Gefühlsurlaub'' zu gönnen . :D

Mir ist auch aufgefallen das sich in den Opi Pausen meine Gefühle einfach mehr nach meinen eigenen anfühlen egal wie anstrengend es auch sein kann . Ich bin auch nüchtern nicht schlecht gelaunt , es fühlt sich einfach so an als wären meine Emotionen einfach intensiver als bei den meisten .

Mein Gefühlsleben spielt sich im Solarplexus/Herz ab und es fühlt sich manchmal an wie ein blank liegender Nerv oder ein Empfänger der zu fein eingestellt ist .

Die endgültige Lösung wäre natürlich den schön kuschelig weichen Opi Mantel auszulassen , aber dafür bin ich im Moment noch nicht bereit .

Naja auf jeden Fall schön das du auch ein intensives Gefühlsleben dein Eigen nennen kannst trin , hast mir echt weitergeholfen.

Peace



trin schrieb:
Hi nochmal, JanO!

Danke für deine Antwort und dass du mir noch so ein bisschen was berichtet hast von dir und wie du zur Zeit mit deiner Gefühlswelt umgehst. Hab ein wenig über deine Zeilen nachgedacht und wollte dich mal fragen, wie lange du schon rglm. Kratom konsumierst?

Und keine Bange, wie schon erwähnt, ich kann gut verstehen, wieso man Kratom/Opioide nutzt, und dass es gewisse Lebensphasen gibt im Leben, wo es durchaus heilsam sein kann, mal Abstand zu seinen Gefühlen zu gewinnen. Hab früher, also in den Anfangszeiten meiner Kratomzeit, immer gesagt, dass der Kratom-Turn Urlaub für meine Seele ist. Ich konnte einfach mal alles fallen lassen und vergessen, was mich geplagt hat und das war in manchen Situationen sehr hilfreich und auch heilsam für mich.

Wenn sich deine Gefühlswelt im Solarplexus/Herz abspielt, dann scheinst ja schon eine der höchsten Stufen der Gefühlswahrnehmung erlangt zu haben. Zumindest wenn man es bewusst über diese Chakren/Körperregionen wahrnehmen kann, läuft schon mal was richtig gut. ;)

Wie ist denn das für dich, wenn du das Gefühl hast, dass ein "Gefühls-Nerv" blank liegt und du deshalb gerade so extrem intensiv wahrnimmst? Überrollen dich dann diese Gefühle in diesem Moment? Fühlst du dich ihnen ausgeliefert? Magst mir das mal ein bissi genauer erklären?

Bei mir persönlich war das früher oft so, dass ich extrem IN DIESEN GEFÜHLEN war, die mich in gewissen Situationen durchströmten. Im Endeffekt hatte ich mich mit diesen aufkommenden Gefühlen identifiziert, ich war sozusagen das Gefühl selbst. Und genau das hat mich dann überrannt, eben, dass ich mich nicht davon distanzieren konnte ....

Wenn ich mittlerweile merke, dass mich etwas gefühlstechnisch überrennt, versuche ich ganz bewusst BEI MIR zu bleiben, meine Mitte wahrzunehmen, dann verringert sich die Intensität dieser Gefühle wieder sehr schnell.

Eigentlich ist das Heftige in diesem Moment nur "der Kampf" gegen diese Gefühle, die nach dem Wahrnehmen davon aufkommen - zumindest hab ich das für mich irgendwann mal so bemerkt. Ich hab also gewisse Gefühle extrem intensiv wahrgenommen und wollte diese in diesem Moment aber nicht in dieser Intensität wahrnehmen und auch nicht dementsprechend nach außen wirken in dieser Situation. Mittlerweile weiß ich, dass ich einfach nur wahrnehmen brauche, was da so an Gefühlen hochkommt, ohne diese zu bewerten oder gar dagegen anzukämpfen. Klar kann es manchmal trotzdem noch echt heftig sein, aber ich kämpfe nimmer dagegen an, ich nehme es an und reflektiere dann in einer ruhigen Minute diese Situation. Macht man das oft genug, lernt man irgendwann mal (Übung macht den Meister! ;)), das was so hochkommt aus einem, aus der Ferne zu betrachten und kann dann die Intensität der Gefühle selber einstellen - wie bei einem Lautstärken- oder Gain-Regler!

"Das Bewusstsein schärfen" heißt wieder mal das Geheimrezept. Sich also nicht wehren gegen das was so aus einem hervor kriecht, sondern sich im Gegenteil voll und ganz darauf einzulassen und immer tiefer und noch tiefer wahrzunehmen, was es so wahrzunehmen gibt - und daraus dann seine Lehren und Konsequenzen ziehen.

Ich weiß ja nicht wirklich, wie bewusst du so unterwegs bist, JanO, schätze dich aber dahingehend echt fit und fresh ein. ;) Für mich ist es selber immer wieder hochinteressant wahrzunehmen, dass man meist noch tiefer gehen kann, obwohl man sich das vorher nicht einmal annähernd vorstellen konnte. Zwar bedarf es dafür natürlich rglm. Bewusstseinsarbeit, aber wenn man seinen Weg in seiner ureigenen Geschwindigkeit geht, kommt eh immer alles zur rechten Zeit .... ^^

Ganz liebe Grüße und nix für ungut, dass ich in dieses Thema gerade so reinkippe, aber tut mir selber ja auch gut, das nochmal zu reflektieren ....

Ciao, der trin



JanO schrieb:
Servus trin , erst mal danke das du dir die Zeit nimmst deine Erfahrungen mit mir zu teilen .
Es gibt glaube ich nicht viele Menschen die meine Emotionen nachvollziehen können .

Kratom konsumiere ich mittlerweile seit 3 Monaten .

Wo nimmst du denn deine Gefühle war trin ? Beschäftige mich ja schon viel mit Meditation und Esoterik , aber ich wusste nicht das Menschen ihre Gefühle auch in unterschiedlichen Körperregionen wahrnehmen .

Ich habe mich nur immer schon gewundert wie manche Menschen miteinander umgehen können ohne sich dabei hundeelend zu fühlen . Machmal komme ich mir vor als wäre ich vollig fremd in dieser Welt.

Schwer zu beschreiben , es fühlt sich an als würde sich in meinem Solarplexus Chakra eine Energie entfalten , jetzt wo ich so drüber nachdenke kommt es dem Gefühl sehr nahe was ich habe wenn eine ordentliche Dosis Acid anflutet . Jetzt weiß ich aber natürlich nicht wie es sich für andere anfühlt wenn Acid anflutet .......

Ich fühle mich diesen Gefühlen nicht direkt ausgeliefert , dafür habe ich sie einfach schon zu lange.
Manchmal vertrage ich sie ganz gut aber manchmal sind sie so intensiv das es mehr ein ''aushalten'' ist.

Kann gut verstehen was du meinst trin , wenn diese Gefühle da sind ist alles andere erst mal sekundär.

Das mit dem besinnen in meine Mitte werde ich bei Gelegenheit mal ausprobieren , danke für den Tipp. ;)

Kann ich nur bestätigen , wenn das Gefühl aufkommt versucht man erst mal instinktiv dagegen anzukämpfen , weil es einfach sehr intensiv ist und ich glaube das sich das Ego dagegen wehrt .....

Wenn ich diese Gefühle habe wird das schon einen guten Grund haben und dagegen zu wehren braucht man sich ja nicht weil es ein Teil von einem selbst ist . Wie das nunmal immer so ist mit Sachen die das eigene Bewusstsein betreffen , mit ner Brechstange kommt man da nicht weit .

Was bei mir ganz gut hilft ist wenn ich mich selbst frage ob meine aktuelle Gefühlslage berechtigt ist , nicht ob die Gefühle an sich berechtigt sind (weil das sind sie immer ) sondern ob die Intensität sinnvoll ist.

Mir geht es auch immer so das ich viel Zeit für mich alleine brauche , manchmal bin ich mir selbst einfach genug Gesellschaft.

Ich werde mal versuchen tiefer in meine Emotionen eintauchen , weil am Ende des Weges wartet immer eine Belohnung.


Ich finde es gut mich über derartige Themen austauschen zu können , es interessiert mich einfach sehr wie andere Leute die Welt wahrnehmen .


Thx und Liebe Grüße

Peace J-O




So, das nun zu unserem Austausch und zum besseren Verständnis, um was es hier gehen soll. Zwar handelt es sich hier "nur" um Gefühle und nicht um Gedanken, die man bewusst lenken und steuern kann, aber wie gesagt, ist ja erst der Anfang dieses Threads und der Einstieg in das Thema. Meiner Meinung nach (und nicht nur meiner) ist es so, dass man erstmal lernt, mit dem Bewusstsein seine Gedanken zu lenken, die vom Ego über den Verstand immer wieder in unser Bewusstsein geschossen werden. Aber das Ego ist nicht der Befehlshaber über das Bewusstsein, das ist es nur, wenn das Bewusstsein nicht wahrgenommen wird vom Menschen. Lernt man aber sein Bewusstsein erstmal kennen, erkennt man auch, dass der Verstand und irgendwann auch mal die Gefühle einen nicht mehr kontrollieren können ....

Ich werde im Laufe der Zeit noch genauer darauf eingehen, aber heute antworte ich wohl nur noch dem Beitrag von JanO, der Rest wird angegangen, wenn ich wieder mehr Energie und Motivation habe.




Hi JanO,

auch dir herzlichen Dank, dass du mir so ausführlich geantwortet hast! Ich freu mich auch immer wieder, mich mit interessanten und sensibleren Leuten auszutauschen. ;)

Drei Monate Kratom ist ja noch gar nix, bist ja sozusagen erst Frischling in diesem Bereich. Oder konsumierst du noch andere Opis? Erschreckender ist eher, dass du nach drei Monaten schon ca. alle drei Tage Kratom konsumiert hast. Naja, wenigstens bist jetzt ein wenig sensibilisiert auf dieses Thema. Würde dir gerne empfehlen, dass du langfristig echt versuchen solltest, das Kratom NUR NOCH zu besonderen Anlässen zu nehmen. Also nicht so rglm. wie alle fünf Tage (auch das beeinträchtigt einen langfristig gesehen, weil man dann irgendwann mal Entzugserscheinungen bekommt und die Gefühle immer mehr abstumpfen), sondern echt nur noch, wenn es wirklich angebracht ist und einfach perfekt passt. Aber naja, ist nur meine Empfehlung, NUR DU ALLEIN weißt (und spürst) am besten, was für dich selber im Moment gerade passend ist. Wie gesagt, nun bist halt sensibilisiert darauf und achtest vielleicht bewusster auf dein Konsummuster, sollte es mal ausarten oder gewisse Entzugserscheinungen auftreten.


JanO schrieb:
Wo nimmst du denn deine Gefühle war trin ? Beschäftige mich ja schon viel mit Meditation und Esoterik , aber ich wusste nicht das Menschen ihre Gefühle auch in unterschiedlichen Körperregionen wahrnehmen .



Da hab ich mich wohl etwas ungeschickt ausgedrückt, klar nimmt jeder Mensch seine Gefühle über den Solarplexus wahr. Und die universelle Liebe (also die reine und bedingungslose Liebe) nimmt man wahr, wenn das Herz "geöffnet" ist. Das liest man in vielen esoterischen Büchern, etc. - aber das sind auch meine Erfahrungen, seit ich auch meinen Körper und die verschiedenen Energiebereiche bewusster wahrnehmen kann. Ich glaube halt, dass viele Menschen nicht merken, wo sie ihre Gefühle wahrnehmen (also über den Solarplexus). Ich kann selber erst seit ca. einem dreiviertel Jahr ganz bewusst wahrnehmen, dass meine Gefühle über den Bauchbereich wahrgenommen werden. Ich hab auch darüber nachgedacht, wieso das so ist und wieso manche Menschen das von Haus aus so wahrnehmen und manche es erst später mal bemerkten und manche es gar nie bewusst so wahrnehmen.

Ich glaube, es gibt einfach Menschen, die ganz bewusst ihren Körper wahrnehmen können - warum auch immer. Dann gibt es Menschen, die sehr bewusst bemerken, was im Außen abgeht, aber nicht in ihnen selbst. Dann gibt es Menschen, die total bewusst sich selbst wahrnehmen können (und damit meine ich nicht den Körper, sondern eher das, was in einem drinnen so abgeht und passiert) und wieder andere, die ganz bewusst sich selbst UND andere Menschen wahrnehmen können. Es gibt Menschen, die können Gefühle gut wahrnehmen, manche haben besonderen Bezug zu ihrer Gedankentiefe und wieder andere nehmen bei seinem Gegenüber ganz genau wahr, wo es körperlich zwickt und zwackt. Ich glaube also, dass es sehr viele Abstufungen und Ausprägungen gibt, auf das das Bewusstsein gerichtet sein kann bei uns Menschen.

Bei mir persönlich war es früher (also schon als Kind) schon immer so, dass ich sehr genau die Gefühle anderer Leute wahrnehmen konnte und fast erkennen konnte, was sie denken (also so rein intuitiv halt), aber dafür mich selber noch nicht wahrnehmen konnte. Ich konnte erkennen und wahrnehmen, wie offen und ehrlich und wunderbar Tiere sein können, aber nicht, was sie genau in mir auslösten. Und so weiter halt .... Im Laufe der Zeit hat - ausgelöst durch gewisse Lebenssituationen und Krankheiten/Schicksalsschläge, etc. - mein Bewusstsein auch gelernt, auf mich selber zu achten und nicht nur auf das Außen. Zwar hat mich da das Außen immer noch manchmal überwältigt, besonders wenn ich besonders sensibel unterwegs war, aber ich hab auf einmal erkannt, dass ich nun endlich mal selber an mir erkenne, wenn ich mal irgendwie überreagiere und darin dann "gefangen" bin. Mein Bewusstsein hat sich auf einen weiteren Bereich ausgeweitet ....

Als ich dann vor gar nicht all zu langer Zeit eine Phase hatte, wo ich intensiv und tgl. meditierte und auch Yoga und Dehnübungen machte, hat sich irgendwann auch mal mein Bewusstsein daraufhin ausgerichtet, wo ich meine Gefühle wahrnehme (mein materieller Körper rückte in den Hintergrund, der Energiekörper kam immer weiter zum Vorschein). Früher war es so, dass ich nicht gemerkt habe, wo ich diese Gefühle wahrnehme. Ich hab bemerkt, dass mich gewisse Gefühle überrennen und hab mich dann so darauf konzentriert (weil ich ein Mensch bin, der sich GUUUUT konzentrieren kann wink), dass sie immer präsenter und intensiver wurden. Als ich aber durch gewisse Meditations-Erfahrungen und dem Yoga meine Achtsamkeit immer bewusster auf meine Mitte (und somit auch meinen Energiekörper) gelenkt habe, hat sich auch da was getan und mein Bewusstsein hat sich wieder ausgeweitet - ich nehme nun wahr, über welche Körperregion ich nun welche Einflüsse wahrnehme (zumindest manchmal ^^).

Was ich damit sagen möchte: Ich glaube, dein Körperbewusstsein oder eben die bewusste Wahrnehmung über deinen Solarplexus oder übers Herzchakra, ist bei dir ganz besonders ausgeprägt. So wie bei mir z.B. immer schon recht gut ausgeprägt war, zu erkennen, was andere Menschen so fühlen und wahrnehmen. Aber das Bewusstsein lässt sich noch auf viele andere Bereiche ausdehnen, man muss es nur bewusst dahin lenken und üben, üben, üben .... Irgendwann geht es dann in Fleisch und Blut über und man hat frische Ressourcen übrig und kann das Bewusstsein auf den nächsten Bereich auszudehnen (wenn man denn wachsen möchte in diesem Leben). mrgreen


JanO schrieb:
Kann ich nur bestätigen , wenn das Gefühl aufkommt versucht man erst mal instinktiv dagegen anzukämpfen , weil es einfach sehr intensiv ist und ich glaube das sich das Ego dagegen wehrt .....

Wenn ich diese Gefühle habe wird das schon einen guten Grund haben und dagegen zu wehren braucht man sich ja nicht weil es ein Teil von einem selbst ist . Wie das nunmal immer so ist mit Sachen die das eigene Bewusstsein betreffen , mit ner Brechstange kommt man da nicht weit .

Was bei mir ganz gut hilft ist wenn ich mich selbst frage ob meine aktuelle Gefühlslage berechtigt ist , nicht ob die Gefühle an sich berechtigt sind (weil das sind sie immer ) sondern ob die Intensität sinnvoll ist.

Mir geht es auch immer so das ich viel Zeit für mich alleine brauche , manchmal bin ich mir selbst einfach genug Gesellschaft.

Ich werde mal versuchen tiefer in meine Emotionen eintauchen , weil am Ende des Weges wartet immer eine Belohnung.



Dazu kann ich dir eine kurze Anekdote aus meinem Leben erzählen, die letzten Sommer passiert ist und mich sehr geflasht hat.

Ich bin mit meinem Freund auf einen Berg gegangen und beim runtergehen bin ich ausgerutscht an einem glatten Stein und das ging so schnell, dass ich die Stecken nimmer wegschmeissen konnte und mit vollem Gewicht auf meine äußeren vier Fingerknöchel der rechten Hand gefallen bin. Woooaaahhh, das waren Schmerzen, solche Schmerzen hatte ich schon Jahre nimmer. Ich schau so auf meine Knöchel und zwei von ihnen sind blutunterlaufen (aber nicht aufgeplatzt) und innerhalb kürzester Zeit extrem angeschwollen. Ich zeig das so meinem Freund und der meinte auch nur, dass die gscheit lädiert aussehen und das wohl ein Zeiterl braucht, bis das wieder verheilt. Und glaubt mir, mein Freund würde das so nicht sagen, wenn er das nicht echt glauben würde - der ist ein harter Kerl und steckt Schmerzen weg, wo unsereiner wohl schon laut losschreien würde.

Naja, ich also immer noch gscheit geplagt von den Schmerzen, bis ich nach ca. einer Minute bemerkt habe, dass ich mich einfach extrem wehre gegen den Schmerz (also gegen das aufgekommene Gefühl) und ich deshalb so leide darunter. Ich dachte mir: "Das kann doch nicht sein, dass es mir so weh tut, weil ich mich so wehre dagegen?!?!" Bin auf diesen Gedanken hin einfach total und zu 100 % in den Schmerz gegangen, hab ihn total gefühlt und bin total da rein gegangen, wo mein Körper seine Reaktionen raus geschrieen hatte aufgrund des Sturzes und der Verletzung. Die ersten paar Sekunden wurde es immer heftiger, ich hab es aber ausgehalten, weil ich mich ja nicht wehrte dagegen. Bin einfach die nächste Minute immer tiefer und tiefer da rein gegangen und auf einmal hat es "PLOPPPP" gemacht (so gefühlstechnisch halt) und der Schmerz war so gut wie verschwunden (also waren es vorher 100 %, sind vielleicht danach noch ca. 5 % übrig geblieben) und als ich dann so auf meine zwei Knöchel schaue, sind die Schwellungen vollständig verschwunden, man sah nur noch das blutunterlaufene. Ich konnte es kaum glauben, dass mein Schmerz sich aufgelöst (transformiert) hatte, hab das auch sofort meinem Freund erzählt und gezeigt und auch er konnte kaum glauben, dass die Schwellungen auf einmal weg sind. Noch dazu, wo bei mir solche Sachen eh immer viel länger anhalten als bei den meisten anderen Leuten.

Ich hoff, es ist erkennbar, worauf ich raus möchte? Aber ich glaub mal, dass du schon checkst, was ich meine. Kann natürlich sein, dass ich mir das alles nur einbilde, das alles nur Zufall war oder wasauchimmer ....?!?! Aber meine Erfahrung sagt mir, dass dies ja auch mit anderen Gefühlen super funktioniert, wieso nicht auch mit solchen Schmerzen/Gefühlen?


Meditierst du eigentlich rglm, JanO? Und wenn, "worauf" meditierst du, also worauf ist dein Fokus/dein Bewusstsein gerichtet? Würd mich mal interessieren ....


So, nun mag ich nimmer, der Rest wird sich wohl in nächster Zeit ergeben. Man wird es sehen ....

Ganz liebe Grüße und bis denn dann!

trin tueten
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  Geschrieben: 24.03.18 15:02
zuletzt geändert: 24.03.18 20:16 durch axbycz (insgesamt 1 mal geändert)
Hey Trin,
super Thema, da steig' ich gleich mal ein! L=

Ich weiß jetzt zwar nicht so genau, wo ich ansetzen soll, da dein Beitrag doch sehr umfangreich ist, aber ich fang' einfach mal an. :p

Das Bewusstsein an sich ist schon so ne Sache, unergründlich und doch allgegenwärtig.

Ich selbst habe vor kurzem erst eine Langzeit-Suchttherapie hinter mich gebracht und bin seit ein paar Tagen 6 Monate lang clean. 6 MONATE!!! In den 6-7 Jahren regelmäßigen Konsums davor war die längste Zeit, die ich bewusst erreicht habe, gerade mal einen Monat lang.. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das alles ohne Achtsamkeitstraining in Form von Meditation & Yoga niemals ausgehalten hätte. Da auch ich meine Gefühlswelt ziemlich intensiv erlebe, war das sooo anstrengend auszuhalten, ich bin manchmal fast verrückt geworden. Alles, was ich mein Leben lang sehr erfolgreich zu verdrängen versucht hatte, kam auf einmal hoch und stand mir unausweichlich im Weg, präsenter als je zuvor. Medikamente hatten da kurzzeitig etwas Abhilfe geleistet, bis die Wirkung dann nach zwei Wochen komplett in's Gegenteil umgeschlug. Seitdem weigere ich mich, selbst Ibuprofen, Hustenmittel oder Antibiotikum wegen jeder kleinen Erkältung einzunehmen und mir geht es sehr gut damit, so btw. :D
Sport war das, was mich etwas erden konnte. Irgendwann wurde mir aber auch da bewusst, dass es einfach nichts bringt, 3 Stunden am Tag vor seinen Problemen wegzulaufen, auf sie einzuschlagen oder sie von sich wegzudrücken. Und da fiel mir ein, dass mir schon früher mal etwas Bestimmtes sehr dabei geholfen hatte, mich auf konstruktive Weise meinem Innenleben stellen zu können. Indem ich mich auf meine Atmung konzentrierte und übte, mich nicht für aufkommende Gedanken und Gefühle zu verurteilen, konnte ich der negativen Gedanken- und Gefühlsspirale ein wenig entfliehen und wieder mehr aus mir herauskommen. Es dauerte zwar etwas, bis ich mich (besonders die Muskeln in meinem Gesicht) wieder vollkommen entspannen und mich dabei auf etwas fokussieren konnte, aber dennoch gewann ich jedes Mal, wenn ich meditierte, etwas mehr Überblick und Kontrolle über meine Gedanken zurück. Das erdrückende Gefühl im Hinterkopf, mich selbst vergessen zu haben, ließ nach und ich begann, mich selbst nicht nur zu tolerieren, sondern wirklich Stück für Stück mehr zu akzeptieren, anzunehmen, was ich erlebt, erfahren und was ich getan habe. Dazu gehörte auch, meinen exzessiven Konsum nicht mehr nur als Verfehlung zu bewerten. Vielleicht hatten die Drogen eben einen ganz bestimmten Zweck, nämlich mich an der Auseinandersetzung mit Themen zu hindern, für die ich noch nicht bereit war. Ich hatte öfters die Vermutung, dass mir Drogen nur etwas gaben, was mir woanders im Leben fehlte und bestimmt war das auch teilweise so, aber ich habe die möglichen negativen Auswirkungen einfach unterschätzt und es daher übertrieben, was ich mit einer ganzen Menge an Kompetenzen bezahlen durfte.
Als Kind war ich noch voller Empathie, inzwischen habe ich das Gefühl, so etwas komplett verlernt zu haben. Das halte ich aber wiederum nicht für möglich, also bin ich der Meinung, mich dem Wahrnehmen fremder Emotionswelten lediglich zu verschließen. Dass ich ohnehin Schwierigkeiten damit habe, eine ernsthafte emotionale Bindung zuzulassen, liegt wohl auch daran, dass ich erst einmal mit mir selbst in's Reine kommen muss. Im Endeffekt habe ich durch die Konsumzeit so viel über mich selbst gelernt, dass das alles schwierig miteinander in Einklang zu bringen ist.
Mich zu sortieren und dabei neu zu erfinden ist ein Prozess, der bis heute andauert und wohl noch viel Zeit und Kraft in Anspruch nehmen wird. Achtsamkeit, Selbstreflexion & Aufgeschlossenheit sind da die Stichworte und das ist dazu wohl auch die beste Grundlage für spirituelle Entwicklung. In diesem Sinne;

Der Körper folgt dem Geist. - Bruce Lee

Jede Art von Wissen bedeutet letztendlich Selbsterkenntnis. - Bruce Lee


Boah, das war anstrengend! :D

Na ja, fürs Erste.. PEACE
The more I see, the less I know.
» Thread-Ersteller «
Ex-Träumer



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  Geschrieben: 25.03.18 23:37
Hi axbycz,

vielen lieben Dank für deinen Beitrag und dass du erzählt hast, wie du gelernt hast durch Achtsamkeit auf deine Atmung (bei der Bauchatmung nimmt man bei jedem Atemzug übrigens ganz automatisch seine Körpermitte wahr - sehr hilfreich um sein Bewusstsein zu schärfen wink), deine Gedanken und deine Gefühle, gewisse Muster und Spiralen zu erkennen und zu durchbrechen und aufzulösen.

Im Endeffekt ist genau das --> das Bewusstsein schärfen!

Und wie funktioniert das am besten? Genau, indem man achtsam bleibt und zwar so oft wie möglich und jedes Mal wenn es einem wieder bewusst wird, dass man wieder unachtsam war, lenkt man seine Achtsamkeit einfach wieder auf "den Beobachter"/das Bewusstsein.

Achtsamkeit bedeutet eigentlich für mich nur, dass ich den Moment wahrnehme wie er ist. Also ohne irgend etwas rein zu interpretieren oder mir irgendwelche Gedanken oder Sorgen darüber zu machen, etc. - sondern einfach wahrzunehmen was WAR, was IST und was sein WIRD. Und nicht selber schon denken, dass dies eventuell schlecht oder gut sei, weil ja dadurch dann dies oder jenes passieren könnte, etc.! NEIN! Wir können nie wissen, welche Wellen gewissen Ereignisse schlagen werden, deshalb ist auch das Geschickteste was ich tun kann, zu beobachten, was da alles so kommt - von Außen und von Innen.


Echt schade, dass du deine Empathie von damals anscheinend "weggedrückt" und dadurch immer mehr verlernt hast. Sowas passiert wohl nur, wenn man Angst davor hat, verletzt zu werden, wenn man weiterhin so empathisch, verträumt und feinfühlig durch die Welt läuft, wie man es als Kind schon gewohnt war. Feinfühlige Menschen sind halt einmal etwas anders drauf als die grobe Masse und es ist nicht leicht auf unserer Welt, zu seiner Sensibilität zu stehen. Und wenn man in seiner Kindheit und Jugend immer wieder gesagt bekommt, dass man so nicht sein zu hat, wie man lebt und durchs Leben läuft, sondern sich anzupassen hat, dann bleibt ja eigentlich nix mehr anderes übrig, als diese Empathie immer mehr verkümmern zu lassen und ganz tief in sich drinnen zu verstecken und sie zuzuschütten. Und das alles nur, damit man sich nicht zu sehr unterscheidet und abgrenzt von den anderen - und als "normal" anerkannt wird. Eigentlich alles andere als erstrebenswert, oder?

Aber ich bin mir sicher, dass du den Zugang wieder freischaufeln kannst und recht rasch lernen wirst, deine Sensibilität wieder zuzulassen, wahrzunehmen und einzusetzen und dich wieder darauf zu besinnen, wer und was DU BIST. Aber das geht halt nur, wenn du auch erkennst, dass du genau so wie du bist, auch total richtig bist und dich vor niemanden verstellen musst für deine Eigenschaften, die dich als Mensch ausmachen. Zumindest ich für mich hab das irgendwann mal erkannt .... Und seit ich drauf scheiße, was die anderen Leute von mir denken, und ich zu meinen Fehlern stehen kann und sogar gelernt habe, mich so anzunehmen und zu lieben wie ich bin - mit all meinen Stärken, aber auch all meinen Schwächen, die mich so ausmachen - fühl ich mich meinem wahren Wesen noch näher und vor allem fühlt es sich auch immer authentischer für mich an, wie ich so durch diese Welt laufe und sie wahrnehme ....


Übrigens: Eine Bindung zu jemanden oder etwas einzugehen und aufzubauen funktioniert nur, wenn du dich selber magst, Vertrauen in dich hast und niemanden anderen brauchst, um zufrieden durch die Welt zu laufen. Wenn du weißt, dass du niemanden brauchst auf dieser Welt, außer dich selbst, dann kannst du all das, worauf du dich einlässt auch total bedingungslos und frei machen. Egal ob es sich dann um eine Partnerschaft, einen Job, eine Freundschaft oder etwas Materielles handelt - du wirst dann nie mehr abhängig sein von jemanden oder etwas, um deinen Weg zufrieden zu gehen und nix kann dich mehr festhalten oder gar wegstoßen, wenn du das nicht selber zulässt.


So, nun mach ich wieder Schluss, weil ich mich schon wieder dauernd verrenne in meinen Gedanken .... ^^ Ich werde in den nächsten Tagen wieder was posten hier und den Thread versuchen langsam aufzubauen, so dass es einen roten Faden gibt. Der Einstieg war ja eher holpriger Natur .... ;)

LG, der trin




Vorhin haben abnormal und ich noch etwas in den "Clean werden oder bleiben - Motivations-Thread" geschrieben, das zitiere ich noch rasch und dann sollte es jetzt hier in diesem Thread weiter gehen mit dem Thema:

"Das Bewusstsein schärfen und als Werkzeug nutzen, um damit seine Gedanken und Gefühle zu lenken und kontrollieren"


abnorm schrieb:
Bissl beim Off-Topic einklinken: Ich weiß gar nicht, wo ich generell Gefühle wahrnehme. Würde sagen im Kopf, aber ich hab zum Teil sehr starke körperliche Empfindungen in der Bauchregion bei gewissen Gefühlen. Echt krass. Früher waren meine Gefühle nicht so intensiv. Hatte die letzten Wochen ein Gefühl von Traurigkeit und "wollte" weinen, aber konnte nicht. Gestern hat es angefangen, aus mir rauszufluten. Hab spontan mehrmals zu weinen begonnen und auch heute ging das weiter. Fühlt sich aber gut an, all das wahrzunehmen. Auch wenn ich mich weder körperlich noch geistig wirlkich wohl fühle, bin ich echt stolz auf mich und genieße die unveränderte Wahrnehmung meiner Existenz.



trin schrieb:
Noch kurz zum Thema Gefühle wahrnehmen:

Ich hab mir früher auch immer gedacht, dass ich meine Gefühle irgendwie in der Kopfgegend herum wahrnehme und dachte, dass ich eigentlich gar nicht so richtig fühlen kann, wie eben andere Menschen. Mittlerweile weiß ich aber, wieso ich das immer dachte und mich wunderte, wieso ich sehr oft erkannte, was da grad für ein Prozess in mir abgeht und ich deshalb auch so gut wie nie "unlogische" Gefühle hatte. Also Angst vor Dingen, die total irrational sind, z.B., oder dass ich so ein Gefühl wie Eifersucht nicht kenne, weil ich ganz genau weiß, dass es niemandem was bringt. Soll jetzt nicht heißen, dass mich deshalb nicht trotzdem manche Gefühle überrennen konnten, aber eher verstandesmäßig .... Ich geh jetzt nimmer weiter drauf ein, nur rasch so viel noch --> ich glaub erkannt zu haben, wieso ich erst jetzt meine Gefühle auf einer ganz anderen Ebene wahrnehmen kann!

Bei mir ist das eigentlich schon immer so gewesen, dass ich alles erlebte SOFORT in meinem Kopf/Verstand abgleiche und mir erklärt habe. Dafür tu ich bewusst gar nix, das passiert einfach sowieso immer - ich verknüpfe einfach alles miteinander, was es gerade so zu verknüpfen gibt für mich. ^^ Deshalb schrecke ich mich auch so gut wie nie, wenn es mal laut knallt oder so, da bin ich echt eine Ausnahme. Ich nehme z.B. den Knall wahr und mein Hirnkastl wandelt sofort um und erkennt, was das ist oder zumindest, dass es nix zum schrecken ist. Und ich glaub, das geht nur, wenn man nicht sofort irgendwas reininterpretiert in das Wahrgenommene, sondern einfach nur wahrnimmt bis zum Moment, wo man in Millisekunden alles aus seiner Vergangenheit abgeglichen hat und erkennt, dass gewisse Gefühle total ungerechtfertigt sind, weil es einfach alte Muster sind, in denen wir gefangen sind und die uns nicht bewusst sind in dem Moment.

Ich glaub, abnorm, das ist bei dir auch ähnlich, also du bist auch blitzschnell am abgleichen und erkennen, weil du deinen Verstand halt ruhig halten kannst und deshalb die Situation rasch erkennst und dich nicht von Kleinigkeiten fangen lässt. Zumindest schätze ich dich so ein ....

Der Gegenpart dazu ist halt der, dass Menschen wie du und ich, die so ticken und funktionieren, eben diesen Gefühlen selten die Zeit geben um ganz auszubrechen, sondern sie eben so schnell umleiten, dass wir gar nicht erkennen, über welche Körperregion wir Gefühle wahrnehmen. Jetzt lässt du ja eh schon zu, Gefühle richtig raus zu lassen, find ich super! Übrigens find ich weinen auch total heilsam ....


Die Diskussion über Gefühle und wie man sie beobachten lernt und dadurch auch zu lenken, geht übrigens hier weiter - hab extra einen Thread dafür aufgemacht -->

"Thread - Das Bewusstsein"

Ich werde übrigens in den nächsten Tagen mal was zsamm schreiben und dann in diesen Thread stellen. Hab eh heute schon viel drüber nachgedacht und hab schon einen kleinen Plan, wie ich das aufbauen werde ....


Alles Gute weiterhin, abnormal!

LG, der trin]

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Ex-Träumer
  Geschrieben: 26.03.18 19:08
Das bewusstsein:
Im bruch : geist:intuition^2= habits+kontrolle-verbrauch
 
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  Geschrieben: 25.06.20 01:39
zuletzt geändert: 25.06.20 02:16 durch axbycz (insgesamt 1 mal geändert)
Interessant, was man so wiederfindet. Hab ab und zu mal an diesen Thread hier gedacht, ihn aber nie wieder besucht, bis heute jedenfalls.
Über 2 Jahre ist der Beginn des Gesprächs zwar her und ich weiß, dass Trinity inzwischen inaktiv ist, aber wenn ich das richtig mitbekommen habe, ist er mit einem neuem Account zurück, also richte ich meine Antwort jetzt mal einfach wieder direkt an dich, Trin. 

Dann gehe ich erst mal auf meinen ersten Beitrag hier ein:

Mir fällt gerade auf, wie hilfreich es für mich sein kann, mich schriftlich mitzuteilen. So kann ich eine Weile später, bei erneutem Lesen noch mal ganz anders reflektieren als vielleicht vor 2 Jahren. Sehr interessant, was ich im Alter von 21-23 so Neues an Entwicklungsphasen durchgemacht habe.
Und genau da kann ich das dann auch wieder mit dem ursprünglichen Thema, dem Bewusstsein, verknüpfen.

Das neu Erfinden meiner Selbst, bzw. das Sortieren der vielfältig verstörenden Eindrücke, die ich mein Leben nennen darf, was ich angesprochen hatte, hat tatsächlich infolge meines Bewusstseinsttainings die nachhaltigsten Fortschritte gemacht.
Ich habe sogar eine komplett neue Definition der Verantwortung für mich gefunden. Sie bedeutet für mich jetzt nicht mehr zu funktionieren, sich in Tugend und Zuverlässigkeit etc zu üben, was ja so gerne erwartet wird, sonder viel mehr zu meinen Bedingungen zu handeln und die Konsequenzen dieser Aktionen hinzunehmen als das, was sie schließlich sind: mein Karma.
Karma meine ich nur im Sinne von Kausalität, was die Methaphorik des karmischen Prinzipes ursprünglich darzulegen versuchte, nur ziemlich oft anders interpretiert wurde.

Was ich im Endeffekt meine ist, dass ich gelernt habe, mich nicht in falscher Sicherheit irgendwelcher Überzeugungen "sicherzuwissen", sondern viel mehr die Umstände einfach hinzunehmen; simply to be in peace with what is; radikale Akzeptanz.
Und die Wirkung ist beeindruckend, ich bin ausgeglichener, selbstsicherer und zufriedener denn je, obwohl ich wieder konsumiere. rasta
__
Und schon wieder interessant, was du da schilderst, denn jetzt gerade erst fange ich an, deinen neuesten Beitrag zu lesen und bemerke schnell, dass du dasselbe beschreibst wie ich, nur in anderen Worten.

Und du hast total richtig gelegen, ich habe meinen Zugang wiedergefunden und kann mich darin besser wahrnehmen denn je. Was ich für einen Eindruck bei anderen hinsichtlich meines Verhaltens oder meiner Äußerungen hinterlasse, bedaure ich nicht mehr länger, sondern nehme nur kein Blatt mehr vor den Mund.

Um es nach langer Rede kurz zu machen:

Ich unterschreibe!
____________

Aber noch mal zum Bewusstsein.
Um sich darüber ordentlich auszutauschen, müssen wir zuerst die Begrifflichkeit gleichmäßig definieren.

-Was ist Bewusstsein?
-Was ist Geist?
-Was ist Seele?
-Sind diese Begriffe trennbar?

-Ich würde Seele erst mal mit Psyche gleichsetzen. Ein vom Körper konstruiertes Programm, wie bei einem Computer bspw., woraus zb. der Intellekt, die Instinkte, die intuition entspringt.
Bewusstsein ist dann für mich eine Form der kognitiven Intelligenz, die zulässt, das eigene Wirken aktiv zu beobachten, zu steuern, vielleicht sogar zu hinterfragen.
Seele ist dementsprechend Grundvoraussetzung für das Bewusstsein, was aber beides noch mit physikalischen; materiellen; chemischen Prinzipien erklärbar wäre.
Und da kommt für mich der Geist in's Spiel.
Der Geist ist nicht das, was wir wahrnehmen, sondern das, was nötig ist, um Wahrnehmung zu gewährleisten.
Er ist nicht das, was das Auge sieht, sondern das, wodurch es sehen kann.
Es ist nicht die Empfindung oder das Gefühl, nicht die Erfahrung oder das Erlebnis und auch  nichts materielles, sondern das, was am hintersten Winkel deiner Schädeldecke sitzt und dich bei diesen Erlebnissen beobachtet, was die Erfahrung erlebt, was niemals schwindet, nicht im Traum, nicht in der Bewusstlosigleit, was schon vor der Geburt da war und ewig zu sein scheint.
Trennbar scheinen mir diese Begriffe also nur in unserem Erleben. Nur in unserer Empfindung können sie trennbar sein, da der sprachliche Geist nur auf gegensätzlichen Äußerungsmöglichkeiten beruht.

Oben - unten
Gut - böse
Ich - du
Schwarz - weiß
Alles - nichts
Wahrheit - Lüge

Und wie ist es mit den Sinneseindrücken?
Was wir sehen, hören, riechen, schmecken, tasten, sind nur elektrische Signale, interpretiert von unserem Verstand.
Das Licht trifft auf's Auge, wird im Gehirn zu einem Bild verarbeitet und auf die Außenwelt projiziert. Was wir sehen und hören sind also eigentlich ausschließlich wir selbst, getriggert von Energie, von quantenmechanischen Einflüssen, die unseres Wissensstandes nach unkalkulierbar zu sein scheinen.

... Was sagt das über unser Bewusstsein aus?
Ich wüsste es zu gerne; vielleicht gar nichts.

Mich würde interessieren, wie andere diese Begriffe für sich definieren würden.

Peace
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  Geschrieben: 25.06.20 08:06
zuletzt geändert: 25.06.20 09:24 durch Selbstausdruck (insgesamt 1 mal geändert)
Hey axbycz,

erstmal fettes Danke für deine Beiträge von gestern Nacht. Und schön zu sehen, dass auch du diesen Weg beschreitest, der zwar oft sehr ungewiss erscheint, aber andererseits natürlich auch viele wunderbare Erlebnisse für einen bereit hält.

Ich geh jetzt nur kurz auf deinen Post von oben ein, vielleicht geht es sich später noch aus genauer zu antworten. Bin auch der Meinung, dass sich zu stressen, irgendeinen Prozess noch beenden zu wollen oder gar traurig über den ständigen Wandel des Lebens zu sein, der einem manches Mal etwas lieb Gewonnenes nimmt oder gar noch etwas Unangenehmes in dein Leben schleudert, gar nicht förderlich ist.

--> Und genau DAS gilt es wohl als kleines Menschlein zu verstehen und auch richtig einzuordnen, um es sich nicht unnötig schwer zu machen auf seinem Weg.

Klingt einfach, ist es auch manchmal, aber manches Mal gehört wohl auch tiefer Schmerz und Leid dazu, um zu erkennen, was es noch so aufzulösen gibt in einem. Da hat halt jeder seine ganz eigenen Baustellen ....

Für mich das Allerwichtigste überhaupt war es zu erkennen, dass ich in erster Linie auf das achte, was ich für richtig halte in meinem Leben. Keines Menschen Weg gleicht dem eines anderer, obwohl jeder so ziemlich die gleichen Stationen hinter sich zu bringen hat. Aber egal wie weit jemand schon ist und wie gut es jemand mit mir meint, NUR ICH ALLEINE spüre was gerade angesagt ist in meinem Leben - und dieses Vertrauen in sich selbst gehört aufgebaut und immer mehr gestärkt.

Gestern hab ich erlebt, in welche Richtung es sich entwickeln kann, wenn man sich selbst so sehr vertraut, dass man anfängt sein Vertrauen auszuweiten, sich dabei immer mehr auf das Unbekannte einzulassen und das Bekannte sich langsam aber sicher immer weiter von einem entfernt, ja, fast schon unwirklich wird.

Vielleicht bis später, axbycz, und danke erstmal für die vielen wertvollen Infos in deinen Posts von gestern.

GlG
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  Geschrieben: 25.06.20 12:12
zuletzt geändert: 25.06.20 12:25 durch InfraRed (insgesamt 1 mal geändert)
Oh ganz tolles Thema, gerade in Bezug auf das, was axbycz schrieb und mir sehr von meiner eigenen Therapie bekannt vorkommt. Zunächst erstmal: RESPEKT AXBYCZ ! 6 Monate sind ein ganz großer Zeitraum, auf den du unendlich stolz sein kannst. Ich habe mir selbst nicht zugetraut durchzuhalten, aber dieses grandiose Gefühl, der stolz auf die eigene Leistung, die Arbeit an sich, das Durchhaltevermögen und das Zu-Ende-Bringen, kämpfen - bewahre dir dieses Gefühl ganz tief in dir, ich Habe es zB aufgeschrieben, um es festzuhalten, denn es ist eine ganz erstaunliche Leistung, eine Erfahrung, aus der man irgendwann an schlechten Tagen bewusst Kraft schöpfen kann. Die Freiheit im Geiste, wenn man so vieles aus dem Unterbewusstsein an die Oberfläche und damit veränderlich, arbeitsfähig, gemacht hat.

Ich werde ein andres Mal noch ein paar Gedanken dazu niederschreiben, gerade fehlt mir die Zeit und der Fokus. Aber die Konfrontation mit dem Thema War so einschneidend und vollkommen verändernd.

Ursprünglich komme ich ja aus dem naturwissenschaftlichen Bereich, und ich weiß nicht mehr wie, aber ich stolperte irgendwann über ein Buch, das mir sofort in den Kopf kam als ich den Thread sah und bei meinem kurzen Zwischenstopp unbedingt hier nennen muss.
Und zwar geht es um:

Hoimar von Ditfurth
Der Geist fiel nicht vom Himmel: Die Evolution unseres Bewusstseins

Hoffmann & Campe Verlag, Hamburg 1976
Taschenbuch: dtv 1980

Ja, Etwas älter, aber es hat mich gefesselt. Allein der Autor, als studierter Mediziner, Philosoph, Psychologe, für einige Jahre in der Psychopharmakaforschung und -entwicklung in einem großen Pharmaindustrieunternehmen, zu welcher Zeit er begann wissenschaftliche Zeitschriften herauszugeben und ein Angebot eines Führungsposten der Firma ablehnte — um als Wissenschaftsjournalist und Dozent zu arbeiten.
Er selbst war gläubig, offenkundig. Jedoch nicht klassisch christlich, sondern wir würden heute sagen spirituell, glaubte an eine Transzendente Ebene, durch die diese "Gott" existierte und alles miteinander verband.

Die Gedanken zu einem Komplex aus Naturwissenschaft, Theologie, Philosophie, Literatur, Humanismus, in einem Werk mit Bezug auf Evolution und das menschliche Bewusstsein, waren für mich so nachvollziehbar, dass ich die "naturwissenschaftliche Schranke meines Denkens" (ihr wisst sicher, was ich hier eher scherzhaft versuche zu erklären) in Bezug auf Dinge wie Spiritualität öffnen konnte.

Leider ein immer wieder auftauchender Disput im LdT und meine Empfehlung einfach mal reinzulesen und auf sich wirken zu lassen.

Zitat:
Nicht auf Wahrnehmung kommt es an, nicht auf die Erfassung einer objektiven Welt in ihrer Gegenständlichkeit, sondern allein auf die möglichst frühzeitige und fehlerlose Erfassung und Bewertung der Umweltfaktoren, die, sei es in positivem, sei es in negativem Sinne, für die physische Existenz bedeutsam sind. Unser Gehirn ist von der Evolution nicht dazu entwickelt worden, uns die Welt erkennen zu lassen, sondern allein zu dem Zweck, uns in dieser Welt das Überleben zu ermöglichen. […] Für uns ist die Welt primär noch immer nicht Objekt der Erkenntnis, sondern der Ort, an dem wir überleben müssen. Was uns so leibhaftig vor Augen liegt, das ist ganz sicher nicht „die Welt“. Es ist nur ihr Abbild.

Quelle: https://www.dieterwunderlich.de/Ditfurth_geist.htm (c) Dieter Wunderlich

Selbstausdruck schrieb:
Klingt einfach, ist es auch manchmal, aber manches Mal gehört wohl auch tiefer Schmerz und Leid dazu, um zu erkennen, was es noch so aufzulösen gibt in einem. Da hat halt jeder seine ganz eigenen Baustellen ....

 “We cannot be more sensitive to pleasure without being more sensitive to pain.” – Alan Watts

Aber das bringt dich nicht um, sondern Alltag und Vernunft
Und glaub mir nur das eine, Keule, es zählt nur der Augenblick
Extreme kann ja jeder, die Grauzone fickt dich
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  Geschrieben: 25.06.20 15:46
Selbstausdruck bist du jetzt also, alles klar. ^^

Natürlich gibt es auf jedem Weg so manche Stolpersteine, aber ich denke, gerade die Ungewissheit könnte die Ursache für die wunderbarsten Erlebnisse sein. Alan Watts geht in seinem Buch "Weisheit des ungesicherten Lebens" auf genau diese Überlegungen ein. Habe es gerade leider verliehen, sonst würde ich gerne ein paar Zeilen zitieren. (Wurde von InfraRed schon übernommen, sehe ich gerade). smile

Ouuh ja, das fällt mir manchmal auch noch schwer. Ich hab schon öfters versucht, mich krampfhaft dem einen oder anderen Konflikt zu stellen, um unbedingt mal damit abzuschließen, aber auf Druck funktioniert sowas nicht.

Was du zum Ende hin beschreibst klingt nach einem ziemlich mystischen Moment. Schön mal so viele gleichgesinnte Ansichten zu lesen!
______
Danke für die netten Worte, InfraRed (:

Am Ende sind es sogar fast 12 Monate geworden, bis ich mal wieder ein Bier getrunken hatte. So lange Zeit war von Anfang an gar nicht mein Plan. Ein halbes Jahr Auszeit war ursprünglich angedacht, aber die Umstände in einer fremden Großstadt haben dazu viel beigetragen. ^^
Die meiste Zeit über hielt sich der Konsum auch voll in Grenzen. Wochen und Monate waren die Abstände lang, bis ich vor ein paar Wochen ein kleines Projekt begann.

Mein Vorhaben war, wieder zu erlernen, kontrolliert zu konsumieren, ohne mir dafür Vorwürfe zu machen. Gerade wenn ich Cannabis rauchte, kamen jedes Mal sehr bedrückende Gefühle von Selbstzweifel hoch, mit denen ich nur schlecht umgehen konnte.
Und genau solchen Situationen habe ich mich mehrfach ganz absichtlich ausgesetzt, um mich eben diesen Zuständen zu stellen, mich damit auseinanderzusetzen. Und mithilfe meiner Bewusstwerdung konnte ich das schon zum größten Teil überwinden.
Mit ist aber klar, dass es einem kleinen Spiel mit dem Feuer gleicht, solche Selbsttherapieversuche ohne professionelle Hilfe anzugehen und ich würde lange nicht jedem zu derartigen Versuchen raten, um das mal klar und deutlich zu sagen. Alles auf eigenes Risiko. Für mich funktioniert das, da ich mich selbst inzwischen einigermaßen gut kenne und bereit dazu bin, gelegentlich auch mal meine Schattenseiten zu betrachten, wenn ich es denn für nötig erachte.

Ich komme btw auch aus sehr wissenschaftlichen Verhältnissen. Die Fragen jedoch, die mein sechsjähriges Ich plötzlich öfters mal seiner Mutter stellte, hatten es schon in sich. Leider werden Kinder nur allzu oft unterschätzt und abgespeist mit: "Das verstehst du nicht, dafür bist du noch zu jung."
Das war die total verdrehte Welt für mich, denn ich wusste einfach nicht, wie ich meine Fragen noch einfacher hätte formulieren sollen, sodass die Erwachsenen MICH endlich mal zu verstehen versuchen. ^^
Wenn ein Kind plötzlich mit einer der philosophischen Grundfragen ankommt und wissen will, ob sein ureigenstes Wesen nur dem Gehirn entspringt oder mehr dahintersteckt, bekommt es nur Gegenfragen oder komische Blicke an den Kopf geworfen. :DD
..und dicke Bücher, die es leider nicht lesen will.

Wissenschaft schließt Religiosität für mich nicht aus, sondern hat in meinem Fall direkt dahingeführt. Besonders interessant wurden diese religiösen Empfindungen, als ich mich mit der Stringtheorie auseinandersetzte (auf die ich übrigens durch das LDT aufmerksam wurde). Religiosität hat für mich in dem Sinne mit Religion überhaupt nichts am Hut. Als ich folgende Definition las, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Was wir durch verschiedene, nicht eindeutig geklärt Begrifflichkeiten manchmal in den völlig falschen Hals bekommen, kann so simpel und nachvollziehbar sein:

Google schrieb:
"Religiosität bezeichnet (im deutschen Sprachraum) die aus tiefer Ehrfurcht vor der Ordnung und Vielfalt in der Welt entstehende, universale menschliche Empfindung, dass alles letzten Endes auf einer ganzheitlichen, jedoch transzendenten (nicht erklär- oder beweisbaren) Wirklichkeit beruht."


Der Prof, über den du schreibst, schildert es ja ähnlich, Infra. Witzigerweise entwickeln viele Wissenschaftler früher oder später religiöse/spirituelle Gefühle. Das sind dann meistens die Universalgelehrten. Die zunehmende Spezialisierung in der Wissenschaft heutzutage raubt leider vielen fähigen Denkern den Blick für's Ganze.

Einstein schrieb:
Jeder, der ernsthaft Wissenschaft betreibt, kommt zu der Überzeugung, dass sich in den Naturgesetzen ein Geist manifestiert, der dem menschlichen weit überlegen ist und angesichts dessen wir uns mit unseren beschränkten Kräften demütig fühlen müssen."


Bis dann (:
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  Geschrieben: 25.06.20 17:59
@ Infra

Thx für das Zitat von Alan Watts. Ich mag ihn ja voll gerne und meine Katzen lieben seine Stimme und seine Art zu reden. Die chillen dann immer extra-entspannt vor sich hin .... :) Auch dieses Zitat klingt für mich total einleuchtend und kenn ich auch zur Genüge aus eigener Erfahrung. Ich wär nicht derselbe Mensch, wenn ich nicht so viel gelitten hätte in meinem Leben und mich immer wieder aufs neue aufgerappelt und das beste aus der Situation gemacht hätte. Manches Leid hätte man wohl auch kürzer erleben können, aber naja, ist auch nur eine Form des Lebensausdrucks. Aber wenn man erkennt, was man daraus lernen kann, entwickelt man sich laufend weiter ....


@ axb (dein Nick ist vielleicht ätzend .... ^^)

Das hast schön geschrieben, also dass grad die Ungewissheit die Ursache der schönsten und wertvollsten Erlebnisse im Leben sein kann. Und war es (meiner Neugierde und meinem Hedonismus geschuldet biggrin)auch schon oft .... Aber was machen, wenn von ganz tief unten eine Angst hervorkriecht und diese sich immer lauter meldet und auf die verrücktesten Arten, die man sich nicht mal vorstellen könnte. Das hab ich drei oder vier Mal erlebt und davon hab ich mich dann fertig machen lassen. Ich vertraue so gut wie immer meinem Gefühl und das schlimme ist halt, dass mein Gefühl mir immer sagte, dass dieser Weg kein guter wäre. Also kurz vorher abgebrochen ....

Hab mich sogar einmal auf etwas eingelassen, dass auch nicht das gschickteste gewesen wäre, aber woher wissen, wenn nicht ausprobieren. Mein Gefühl hat mir aber dann gesagt, ich soll das wieder loslassen und das war auch gut so. Es haben wohl doch schon ein paar Leute diesen Weg eingeschlagen und die bezeichnen es als Fluch oder als Schande. Was man da wahrnehmen kann ist Hammer, aber was man dadurch verliert an Sorglosig- und Leichtigkeit möchte ich mir nicht ausmalen. Hab es nur eine halbe Std erlebt, aber das hat gereicht ....

Überhaupt war ich immer dafür, das Leben und auch das große Lebensspiel auch als das anzusehen was es ist - ein Spiel! Es soll Freude bereiten und man sollte es nicht zuuuu ernst nehmen. Wenn man diesen Weg aber immer weiter geht, kommt man halt irgendwann auf einer neuen Ebene an und da warten neue Herausforderungen auf einen und es treten neue Blockaden und Ängste ans Tageslicht, die so tief vergraben waren, dass man sie vorher nicht wahrgenommen hat.

Bin jetzt im letzten Jahr eben immer angestanden beim "Endgegner" dieser einen Ebene und konnte (oder wollte) einfach nicht loslassen. Hab aber erst vorgestern so richtig gecheckt, woran es denn nun liegt. Um auf die nächste Stufe zu gelangen, kann man nicht mehr alleine weitermachen. Oder sagen wir mal so, dass Herzerl wurde wieder ein Stückerl weiter aufgebrochen und ich bin voller Vertrauen diese wundervolle Symbiose eingegangen.

Die Moral von der Geschicht: Endlich kanns weitergehen, kein Stillstand mehr, kein Leid, kein Zweifel und neue Tore taten sich auf, wo Mensch endlich im reallife ankommt. Da gibts so einiges neues zu entdecken, viele neue Spielregeln die es zu erkunden gilt und natürlich gehört diese neue Symbiose ja auch gefestigt und weiter verfeinert. Aber wurscht, jetzt hab ich alle Zeit der Welt! ;) Genau diese Welt wollte ich soooo gerne kennenlernen in diesem Menschenleben und nun gibts viel Neues und Aufregendes zu erforschen. *freu*


Sorry, bin voll durch heute, hab durchgemacht und den neuen Lebensabschnitt zelebriert, deshalb wohl der Laberflash. ^^ Ich frag mich jetzt natürlich schon, was sich so manch einer denken muss, der damit bewusst noch keine Erfahrungen gesammelt hat, wenn er sich meine Zeilen hier durchliest? Aber wurscht, thats life, Leute, solche Sachen und noch viel mehr erleben manch andere Menschen. Ist halt leider alles viel zu verrückt um ins Detail gehen zu lönnen ....

Jetzt versteh ich wieso die Leute im Matrix-Film sagen, sie holen keine Leute unter 25 J. da raus, denn diese verkraften es fast nicht mehr, wie anders die ihnen bekannte Welt eigentlich ist. Deshalb brauch ich wohl auch ein bissi länger bei manchen Sachen mit meinen 41 J., ich muss mich erstmal dran gewöhnen und mich ab und an eher langsam rantasten. Zumindest hauts mich mittlerweile nimmer so aus den Socken, das ist ja schon was ..... :)

Unglaublich eigentlich, was für mich mittlerweile schon alles ganz normal geworden ist, aber als ich es ganz frisch kennen lernte, hats mir nicht nur einmal mein gesamtes Weltbild auf den Kopf gestellt. Und eigentlich kann niemand mit solchen Erlebnissen umgehen, denen man davon erzählt, bis auf diejenigen, die auch diesen Weg beschreiten und sowas selbst erlebt haben. Nur leider kenn ich davon nicht viele, um sich mal intensiver austauschen zu können. Fänd ich schon spannend ....


Übrigens auch von mir fetten Respekt wie du das so hingekriegt hast mit dem nimmer Bier trinken! Bin selber auch grad wieder dabei die Bier abzukicken, denn da wo ich jetzt immer öfter sein darf, geht das einfach nimmer, tgl zu trinken und seine Gefühle und sein Gemüt trotzdem auf einem konstanten Level zu halten. Deshalb musste eine Entscheidung getroffen werden, die mir aber zum Glück sehr leicht viel.

Cool, wie du als Junge schon drauf warst. Hehe, da hast deine Leute wohl gscheit überfordert .... lol Mir ging es ja nicht unähnlich und lustigerweise hab ich als Kind schon gesagt, ich wäre ein Philosoph. Da wusste ich noch nicht mal genau was der so macht .... ^^ Konnte nur die meisten Leute echt nicht verstehen, wie sie einfach so Sachen machen oder sagen, ohne es auch nur im Ansatz zu reflektieren. Diese üppige Vielfalt in unserer Welt ist zwar manchmal anstrengend, aber zum Glück auch nicht zu verachten ....

So, ich mach wieder Schluss .... Solltest dich mal persönlich austauschen wollen, können wir das gerne machen per Mail oder so. Vielleicht wird es ja spannend für uns zwei ....

Greetz
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  Geschrieben: 27.06.20 01:00
Das Bewusstsein ist sich seines Seins Bewusst.


 
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  Geschrieben: 28.06.20 14:09
Dieser Nickname ist an einem extrem unkreativen Abend entstanden. Ich würde ihn ändern, aber im LDT ist man mit seinem Taufnamen gebrandmarkt. shithappens

Was Alan Watts beschreibt ist das Prinzip der Gegensätzlichkeit in den menschlichen Plänen und Wünschen. Wir errichten Zäune und Schranken, um uns ein Gefühl von Sicherheit zu schaffen. Innerhalb unserer Grenzen versuchen wir dann auch noch Glück zu erlangen, was nicht mehr möglich ist, wenn wir alles ausgesperrt haben. Wir hoffen auf ein besseres Morgen, aber können es nicht richtig genießen, sobald es da ist, wenn sich nicht die Möglichkeit eines noch besseren Morgens erschließt. Wir nehmen vorgefertigte Ideen und definieren die Welt mit ihnen, wie wir es uns am ehesten wünschen würden. Das nennen wir dann Glaube, der den Anspruch stellt, absolute Wahrheit zu vermitteln, aber auf einer Idee beruht, die niemals zweifelsfrei be- oder widerlegt werden kann.
Er sagt, den Glauben völlig zu verlieren sei nötig, um etwas zu erleben, was man am ehesten als die göttliche Ebene bezeichnen könnte.
Sehr interessant, wie er das alles weiter ausführt.. lohnt sich da mal reinzulesen

Benjamin Franklin hat es ähnlich ausgedrückt:

Benjamin Franklin schrieb:
Wer bereit ist, Freiheit zu opfern, um Sicherheit zu gewinnen, verdient weder das eine noch das andere, und wird am Ende beides verlieren.


Zu dem, was du weiter beschreibst, habe ich wieder ein nettes Zitat, irgendwie sammel ich die im Hinterkopf: :D

Mönch und Schüler schrieb:
Schüler: Wie habe ich endlich Erfolg?
Mönch: Richtige Entscheidungen.
Schüler: Wie treffe ich diese?
Mönch: Erfahrung.
Schüler: Woher kommt die?
Mönch: Falsche Entscheidungen.


Falsche Entscheidungen gehören ja für alle irgendwie dazu, dann kann man sich das erlebte bewusst machen und daraus lernen. Wir als Teil der Natur erfahren sie mit Sicherheit genau so, wie wir es in jedem Moment "sollen".

Schön zu lesen, was du da schilderst, das klingt nach nem großen Schritt. Weiß gar nicht, wo ich ansetzen soll, da deine Beiträge meist sehr umfangreich sind. Aber wie du meinst, ins Detail zu gehen, sprengt den Rahmen. idee

Die Matrix Filme sind meine absolute Lieblingsreihe. Da steckt so verdammt viel drin, was man aufs alltägliche Leben übertragen kann.

Vor ein paar Wochen habe ich für mich einen ziemlich großen Schritt verzeichnen können. Aber nicht direkt durch Bewusstseinstraining, sondern durch die Art und Weise, wie ich mit einer einschneidenden Lebenssituation umgegangen bin, wodurch ich viel Selbstvertrauen schöpfen konnte.
Mein Konsum ist zwar wieder mehr geworden, aber ich will das jetzt auch wieder herunterfahren, bevor es mein Leben wieder negativ beeinflusst. Eigentlich trinke und rauche ich nämlich schon wieder ein wenig zu viel und lasse einiges schleifen.
In den letzten Tagen gab's keinen Sport, kein Tai Chi oder Kung Fu Training, kein Yoga. Ich erledige meine Pflichten auf den letzten Drücker und häng nur rum. Na ja, ich schreibe meine Texte wieder ein wenig, da meine Buchidee immer mehr an Struktur gewinnt. In der richtigen Kombi werde ich da echt kreativ.
Aber im großen und ganzen ist täglicher Alkoholkonsum für meine Ziele nur kontraproduktiv. ^^

Die Welt kann schon überfordern, wenn man mal mit den modernen Wissenschaften etc konfrontiert wird, aber genau da komme ich einfach nur in's Staunen. freak

Gerne, ich hab dir ne Mail hinterlassen.

Peace
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  Geschrieben: 30.06.20 18:34
Hey axb,

und fettes Dankeschön nochmal für deine Texte und was du so hinterlassen hast. Auch an Infra ....

Freut mich sehr zu lesen, dass du wieder einen großen Schritt verzeichnen konntest für dich. Versuch halt nicht zuuuu streng mit dir zu sein, auch du musst nicht perfekt sein und zum Leben gehört sowohl Fleiß wie auch mal das abschalten und entspannen dazu. Wer sich zuuuu sehr verrennt in eine Richtung, bekommt dann halt meist die Rechnung dafür. Deshalb bin ich persönlich wieder an den Punkt gekommen, zufrieden zu sein mit mir und dem was das Leben mir so bietet. Als kleines Menschlein zu erkennen, dass der Himmel eigentlich auf Erden ist und wir uns verdammt glücklich schätzen können, hier leben zu dürfen - auch mit all den Dingen die wir scheiße finden. Denn wer sich im Leben für nichts entscheiden kann und noch mehr will als er hat, der könnte eventuell alles bekommen ....

Deshalb hab auch ich aufgehört mit tgl. Bier trinken und rauchen und mich wieder fürs Leben entschieden. Denn wie Infra schon schrieb:
"Man kann nicht alles nur ein Bisschen so wie Arschficken versuchen." Aber man kann eventuell mal Arschficken "versuchen" und bevor der Schwanz ganz drinnen ist bemerken, dass es schon seine Gründe hatte, warum man immer so Angst davor hatte. Und dann kommt es darauf an, WIE man damit umgeht .... Man kann auch ohne Arschficken leben .... Wenn man sich rechtzeitig umentscheidet ....

Keine Ahnung, ob das wer versteht, was ich da schreibe, vielleicht ja doch der ein oder andere? Es gibt da ja zwei gute Sprüche, der eine heißt: "Wissen ist Macht." und der andere "Zuviel Wissen macht Kopfweh." Deshalb bin ich mittlerweile der Meinung, dass wahre Erkenntnis bedeutet im Einklang mit sich und dem Leben zu sein. Den wen die Götter mal zu sich geholt haben, der kann sich mit den Menschen und dem Leben wie wir es kennen, nicht mehr vermischen.

Ich versteh nun auch sehr gut, was Alan Watts meinte und auch der Spruck von Benjamin Franklin hat sich mir nun erklärt. Danke auch für den Spruch von dem Mönch und dem Schüler, find ich auch sehr toll, axb!

Mich hat meine Unzufriedenheit und was ich daraus erlebt habe wieder demütig gemacht und ich hab mittlerweile sehr viel Mitgefühl mit all den "vollendeten" Künstler, die wahren Künstler, welche Göttlichkeit ausstrahlen und representieren. Nun versteh ich auch, warum mich diese immer so fasziniert haben und ich so angetan von deren Fertigkeiten war, welche nicht mehr menschlich schienen. Was mich aber noch mehr fasziniert ist, dass es wohl in den letzten Jahren einen richtigen Schub gab von diesen vollendeten Künstlern und diese es mit ihrer Gegensätzlichkeiten in ihren Aussagen schaffen, immer mehr und mehr Leute in ihren Bann zu ziehen.

Angeblich soll es ja die vollendeten Erleuchteten geben und die seienden Erleuchteten. Die vollendeten sind eben diese Künstler, welche zwar von innen heraus strahlen, aber denen gleichzeitig auch das Leben entwichen zu sein scheint. Tja, und nachts sind sie dann alle grau ....

Mir ist bewusst, dass ich mit diesen Worten wohl für viele nicht wirklich verständlich schreibe, aber vielleicht bringt es ja für den ein oder anderen etwas Licht ins Dunkel .... :)

Gebt auf euch acht, Leute, seid zufrieden mit dem was ihr so bekommen habt und packt das Leben am Schopf. Sonst packt es gar euch irgendwann mal an den Eiern und fickt euch aufs derbste in den Arsch!

Greetz





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  Geschrieben: 30.06.20 18:58
Selbstausdruck schrieb:
Keine Ahnung, ob das wer versteht, was ich da schreibe

Eher nicht so…
Mir erschließt sich die ganze Arschfick-Analogie *höhöhö* nicht wirklich.

 
Neuer Träumer



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105 Forenbeiträge

  Geschrieben: 30.06.20 19:27
Sei froh, ist wahrscheinlich auch besser so ....
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  Geschrieben: 30.06.20 22:11
N'abend allerseits!

Nicht so streng mit mir zu sein, wurde mir tatsächlich schon öfters empfohlen. Es könnte auch sein, dass da etwas dran ist, aber meine Phasen von Fleiß und Entspannung arten manchmal ins Extreme aus, wo ich eben versuche, die Balance zu halten. Dass ich große Erwartungen von mir selbst habe und die größte dieser Erwartungen gleichzeitig zu sein scheint, alle Erwartungen an mich selbst abzulegen, ist wieder so eine meiner widersprüchlichen menschlichen Eigenarten. Und eben dort versuche ich genauso, die Balance zu halten und ein wenig Kohärenz in meinen Lebensstil zu bringen, der manchmal noch wie Selbstsabotage anmutet, aber im Prinzip genau das Gegenteil zu erreichen versucht.
Da haben wir wieder den Inhalt der Lehren des lieben Herrn Watts zugaste.

Selbstausdruck schrieb:
Wissen ist Macht.

Ich kann mich noch exakt an den Moment erinnern, da meine mom mir diesen Spruch nahegebracht hatte, eine schöne Erinnerung. Denn da verstand ich, dass Wissen tatsächlich ein Werkzeug sein kann.
"Zu viel Wissen" ist etwas, das ich mir nur schlecht vorstellen kann. Ich kann mir zwar ein Bewusstsein vorstellen, das mit gewissen Einzelheiten überfordert zu sein scheint, aber kein Wissen, das per se jedes Bewusstsein überfordert.
Alan Watts spricht in dem Buch auch genau diesen Konflikt an: "Ich wünschte, ich wäre dumm und würde das alles gar nicht wissen."
Echt lesenswert ^^

Wie ein Drahtseilakt erscheint mir der Weg, auf dem man sich selbst und dem Leben Angesicht zu Angesicht begegnen möchte, da eben dieser Wunsch einen davon abhält.
Kennst du Nietzsche und Zarathustra? Was im ersten Akt zwischen den Figuren des Zarathustra, des Seiltänzers und des Possenreißers abläuft, fiel mir gerade dazu ein. Ein jemand, der sein Leben für seine Leidenschaft hergab, wurde gewürdigt von jemandem, der das Leben würdigen möchte. Und eben dieser Letztgenannte wird vom Possenreiser, während er sein Vorhaben umsezt, noch eine Weile lang begleitet und muss sich die fiesesten Sprüche anhören.

Auch wenn sich das alles für einen Außenstehenden vermutlich liest wie etwas Wirres oder Widersprüchliches, fühlt es sich für mich nicht so an. Es sind für mich nur verschiedene Perspektiven, ganz persönliche Wege zu betrachten und verständlich zu machen. Und da sich schrittweise alles zugunsten des angestrebten Zustandes entwickelt, fühle ich mich auch mit den Rückschlägen sicher auf diesem Weg der Unsicherheit.
Ja, das fühlt sich beim Schreiben sogar etwas schräg an, so persönliche Ansichten gleich öffentlich im Internet zu teilen, aber schaden kann es nicht. Vor allem mir kann es nicht schaden, mich mal mit derartigen Gedanken auseinandersetzen. ^^

Erstmal auch ein fettes Danke an dich zurück, es freut mich ungemein, mich mal mit jemandem über dieses vielfältige Thema länger auszutauschen.

Ich verstehe die Arschfick-Analogie vielleicht ganz gut, obwohl sie bei mir etwas gänzlich anderes auslöst als Angst. Viel mehr habe ich eingesehen, dass mein starkes Verlangen nach derartigen Erlebnissen auf Scheinempfindungen, auf Illusionen beruhte, was nur dadurch aufgelöst werden konnte, dass ich mich drauf einließ. dafuer

Klingt Interessant, was du über die Künstler schreibst, kannst du da ein paar Beispiele nennen? Ich habe in den letzten Jahren ähnliche Erfahrungen gemacht, bringe es aber mit meiner eigenen Fähigkeit, diese zu erkennen, in Verbindung, was laaaange nicht immer der Fall war.

Hehehehe, ich sag nur abschließend, wenn ihr es unbedingt müsst, steckt ihn nicht mit Anlauf rein.

Chin Chin
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