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LdT-Forum » Konsum » Sucht, Abhängigkeit & psychische Probleme » Verlangen nach Cannabis nach jahrelanger Abstinenz


Seite 1 (Beiträge 1 bis 10 von 10)

AutorBeitrag
» Thread-Ersteller «
Traumländer

dabei seit 2013
3 Forenbeiträge

  Geschrieben: 25.02.21 19:19
Hallo!

Vor etwa 5 Jahren habe ich mit dem Konsum von Cannabis aufgehört. Davor habe ich ein paar Jahre lang, meistens nur am Wochenende, dann aber ordentlich gekifft.

Obwohl ich nun so lange abstinent bin, merk ich's schon noch, dass da ein Verlangen ist, dass immer mal wieder hochkriecht.

Mich würden eure Erfahrungen interessieren, wenn ihr auch schon seit längerem Weed-frei seid und wie es euch damit geht.

Jedes mal wenn ich früher gekifft hab, hat sich spürbar eine gewisse innere Anspannung gelöst, sobald die Wirkung eingesetzt hat und diese Tiefenentspannung fehlt mir irgendwie. Falls jemand alternativen zum "Runterkommen" hat, würde ich mich auch darüber freuen.

Liebe Grüße
Matthias
 
Dauer-Träumer

dabei seit 2019
45 Forenbeiträge

  Geschrieben: 25.02.21 21:13
Hallo Matthias!

Ich finde es super, dass du trotz des plötzlichen Cravings bedacht bist und nicht drauf los konsumierst.

Ich persönlich habe nie regelmäßig Opioide konsumiert. Eher ganz im Gegenteil, ich hatte in meinem Leben 2 Mal 2 Wochen am Stück Tramadol konsumiert, und vor einem halben Jahr im Krankenhaus 3 Oxycodon bekommen, das war’s auch schon an Opi Erfahrungen und trotzdem kam in den letzten 6-10 Monaten immer mal wieder eine Zeit wo ich recht intensives Craving hatte, welches soweit ging, dass ich schon mit nem Dealer Kontakt hatte und auch mal Tilidin kaufte, welches ich dann - mit meinem Psychologen am Hörer - die Toilette runter spülte.

Was ich damit sagen will:

Ich denke so ein wiederkehrendes Verlangen ist normal. Mein Psych erklärte mir das auch mit den Umständen der Pandemie, die uns alle wohl stark angespannt zurück lässt und wo sowohl Opis als auch Cannabis wohl eine erfreuliche Abwechslung wären.
Ich hatte diese Craving-Phasen etwa 3 Mal. Während dieser Episode, die jedes Mal etwa 2-3 Wochen umspannte, war ich wie besessen. Las viel hier im Forum über verschiedene Opis und fantasierte wie es wäre welche zu nehmen und hatte wie gesagt auch Kontakt mit dem Dealer. Nach einer gewissen Zeit, wie gesagt etwa 2-3, vllt auch mal 4 Wochen, verging das Verlangen wieder.

Du stellst tatsächlich die richtige Frage: wie ist damit umzugehen?

Ich für meinen Teil habe meine Leidenschaft im Sport gefunden und kann dir versprechen, dass Sport - vor allem Laufen - dich langfristig ablenken und auch glücklicher werden lässt. Dazu vllt ein bisschen mehr Fokus auf die Ernährung und prinzipiell alles was gesund ist und dich von den Gedanken ablenkt.
Nach einer gewissen Weile vergehen diese Gedanken und du wirst gar nicht mal merken wie du aufgehört hast an den Konsum zu denken.

Nur Konsumieren wird dich meilenweit zurück werfen und dich auch möglicherweise in alte Konsummuster zurückwerfen. Ich nehme mal an, dass es seine Gründe hat weshalb du lieber abstinent bist.

Besinne dich an die guten, positiven Aspekte deiner Abstinenz, wenn es mal ganz dringend wird und dann geh bei dem Wetter an die frische Luft Rad fahren oder laufen.

Wünsch dir Alles Gute
 
Träumer

dabei seit 2020
16 Forenbeiträge
1 Langzeit-TB

  Geschrieben: 25.02.21 21:32
schöne Antwort von Opioidlover.

Bin froh, dass ich noch nie in meinem Leben Opioide bekam und diese Art von Drogen reizt mich zum Glück auch am wenigsten. Kann den Suchtdruck, den man da schnell entwickelt, glaube ich ganz gut nachvollziehen.

Was ich noch zum "ablenken" empfehlen kann ist Meditation bzw. Jonglieren lernen. Wenn du das jeden Tag 5-10 Minuten übst (gibt hunderte Anleitungen auf Youtube) dann kannst du das nach 2-3 Wochen und das ist auch immer ne sau gute Ablenkung, wenn man gerade mal angespannt ist.

Zitat Wikipedia:

"Doch auch auf einem anderen Feld finden sich interessante Ansätze. In seinem Buch Zen in der Kunst des Jonglierens[11] beschreibt Dave Finnigan, ein weltweit bekannter Jongleur, seine Erfahrungen während eines mehrmonatigen Jongliercamps in einem ehemaligen taiwanesischen Kloster. Ziel des Jonglierens ist es, ein Muster aufrechtzuerhalten. Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei im Loslassen: Statt mit den Augen den Bällen zu folgen schauen gute Jongleure dorthin, wo die Bälle beim Flug ihren höchsten Punkt erreichen oder, wie im Falle des Poi-Spiels, versuchen die durch die Fliehkraft merkliche Position des Poi zu in der Führhand zu erspüren. Mit der Zeit lernt der Spieler, die Bälle mit dieser Information blind zu führen und vertraut auf die Gesetze der Physik, die genau vorschreiben, welchen weiteren Weg der Ball nehmen wird.

Jonglieren kann so zu einer speziellen Form von Meditation werden: Man konzentriert seine gesamte Aufmerksamkeit auf ein mehr oder weniger einfaches, dafür aber vollkommen periodisches und meist sehr symmetrisches Muster, das man völlig kontrollieren kann. Zum Vorausplanen oder Zurückschauen bleibt keine Gelegenheit, wenn man an der Grenze seiner Fähigkeiten jongliert, muss man sich voll auf das Muster und dessen aktuellen Zustand konzentrieren. So ist es möglich, sich eine Zeit lang gedanklich völlig aus dem Alltag zu bewegen und innere Ruhe zu entwickeln. Dies ist auch der Kern der sog. Kontemplation, die im Gegensatz zur Meditation, nicht versucht den Geist zu leeren, sondern den sanften inneren Focus auf eine wiederkehrende, grundlegende mentale Aussage zum Leben, eine positive Affirmation oder die emotionale Befreiung von den Sorgen und Zwängen des Alltags richtet."
 
Traumländerin



dabei seit 2013
60 Forenbeiträge

  Geschrieben: 25.02.21 22:56
zuletzt geändert: 26.02.21 00:03 durch Herzkasper (insgesamt 2 mal geändert)
Es gibt einen Thread über Skills, die zwar eher für Panik- bzw. Angstattacken angewendet werden, aber letztlich in allen Situationen helfen können, in denen man gerade unsicher, nervös und angespannt ist.

Ich möchte diese Skills spontan um zwei weitere Möglichkeiten ergänzen:

"Fingerübung" (vergleichbar mit dem Jonglieren): Man tippt mit dem Daumen nacheinander die anderen Fingerkuppen an, also: Daumen zum Zeigefinger, Daumen zum Mittelfinger, Daumen zum Ringfinger, Daumen zum kleinen Finger. Man kann beide Hände gleichzeitig durchgehen, oder erst die eine, dann die andere, und besonders gut lenkt es ab, wenn man probiert bei der einen Hand mit dem Zeigefinger zu beginnen, während man bei der anderen Hand mit dem kleinen Finger beginnt - also gegensätzlich arbeitet. Und das macht man so lange, bis es wieder besser ist.
Der Hintergrund dieser Übung ist neben der Ablenkung/Konzentration, dass die sich an den Fingerkuppen befindlichen sensiblen Nervenenden einem Reiz ausgesetzt werden und das Hirn nicht anders kann, als diesen Reizen "zuzuhören".

Folgendes finde ich persönlich auch sehr hilfreich, um wieder besseren Kontakt zu mir selbst herstellen zu können: Die rechte Hand wird auf den linken Rippenbogen nahe des Herzens gelegt, die linke Hand auf den rechten Oberarm - als würde man sich ein wenig selbst umarmen. In der Position bleiben, eventuell aufkommende Gedanken wie "Das ist doch bescheuert" wieder ziehen lassen;) und einfach mal schauen, ob etwas passiert. Vielleicht findest du dadurch in planlosen Situationen, in denen du mit dir nichts anzufangen weißt und eigentlich nur konsumieren willst, wieder besseren Kontakt zu dir selbst. Denn ich glaube, dass unser Körper immer weiß, was wir zum Zufriedensein brauchen, unser Geist kann nur manchmal nicht mehr zuhören :)

Zu guter Letzt helfen mir auch Meditation und Yoga. Vielleicht sind ja Progressive Muskelrelaxion (PMR) und Autogenes Training was für dich?
"Guten Tag, ich bin Matratzenhändler, habe eine endogene Depression, [...] weil ich zu lange damit verbracht habe, mich zu finden. Dann habe ich mich gefunden und das war nichts Besonderes. Da war kein Genie in mir. Nichts." (GRM-Brainfuck)
» Thread-Ersteller «
Traumländer

dabei seit 2013
3 Forenbeiträge

  Geschrieben: 26.02.21 18:53
Danke für eure Ratschläge
 
Traumländer



dabei seit 2012
2.120 Forenbeiträge
5 Tripberichte
1 Galerie-Bilder

  Geschrieben: 26.02.21 19:55
Das muss ja erst mal auch nix schlechtes/süchtiges bedeuten. Das Verlangen nach einem Rausch ist glaube ich irgendwo normal auch wenn es ein spezieller Rausch ist. Also warum dem Verlangen nicht auch kontrolliert nachgeben?

Ich habe vor ein paar Tagen nach über einem Jahr abstinenz wieder angefangen ein wenig zu kiffen. Es mag auch am Nepali Temple Ball liegen, aber ich bin von so kleinen Mengen so hurendicht und kann es richtig genießen. Hab vor ein paar Tagen im Wald mit nem Freund einen Joint mit purem CBD und Gras geraucht und erst mal mit dem Moos gekuschelt. Seit meiner Schizo-Diagnose hab ich immer bissl angst oder zumindest Respekt vor dem kiffen gehabt und konnte mir das gar nicht mehr vorstellen, erst recht nicht draußen.

Ging aber dann doch echt erstaunlich gut und es tat einfach so gut mal wieder zu kiffen, nach dem langen Verzicht.
Hatte auch keine negativen Konsequenzen, sondern war noch am nächsten Tag äußerst erquickend und antidepressiv.


Allgemein hab ich grad CBD zuhause und bin echt begeistert. Das macht Spaß im Joint und deckt nach Abstinenz eigentlich genau das vom kiffen ab, was mir am kiffen immer gefallen hat. Hab sogar n Blech damit geraucht und das macht echt laune. Also überleg mal, die CBD zu kaufen, gibts zt. für 5€ und weniger / gramm. Hätte ich den Temple Ball nicht für Gäste rum liegen, dann würde ich auch nur CBD rauchen.
"Immer wieder, wenn ich aus dem Leib aufwache in mich selbst, lasse ich das andere hinter mir und trete ein in mein Selbst; ich sehe eine wunderbar gewaltige Schönheit und [...] bin in eins mit dem Göttlichen" (Plot. IV.8.6)
» Thread-Ersteller «
Traumländer

dabei seit 2013
3 Forenbeiträge

  Geschrieben: 27.02.21 10:12
Mit CBD hab ich mal rumprobiert (sowohl Tropfen, als auch Blüten)

Das hat's bei mir gar nicht gebracht, davon wird man einfach nicht breit

Wenn ich aber an so vieles denke, was ich in meiner Kifferzeit so gemacht hab, will ich dahin halt auch nicht mehr zurück.

Die maßlosen Fressflashs, der hemmungslose Pornokonsum (den ich mittlerweile auch eingestellt hab), die Verpeiltheit und zum Teil schon recht wirren Zustände...

Ich hab halt die Befürchtung, dass mit dem Kiffen auch viele andere "Nebensüchte" wieder hervorkommen. Ich hab zum Beispiel Jahre gebraucht um von den Pornos loszukommen und das will ich mir nicht wieder kaputt machen. Im breiten Zustand ist einem in der Euphorie halt mit unter vieles ziemlich Wurscht.
 
Dauer-Träumer



dabei seit 2019
59 Forenbeiträge

  Geschrieben: 27.02.21 11:39
Was ich für mich zum richtig schön entspannen gefunden hab ist: puzzln.
Habe auf ner Seite gesehen dass man eigene Bilder hochladen kann
und die schicken dir dann das Bild als Puzzle in x-teile (25-ich glaube 2500)
aQualität: durchaus gut.

Ich wähle immer Bilder die ich im Urlaub geschossen hab.
(aufgrund mieser Psyche schwälge ich dann auch in Erinnerungen
,da die paar Urlaube eine der wenigen wirklich schönen Zeiten meinerseit sind)
Man hat eben ein Bezug dazu.

Ansonsten kann ich Jongliere auch wärmstens empfehlen.
da geht der Kopf so schön aus!

Wenn bei mir garnichtsmehr geht (ich lass mal Pharmacy aaußenvor):
Alleine in den Wald auf nen Baum sitzen oder liegen
& Flora & Fauna zusehen wie sie einfach Flora & Fauna sind.
"Nur der Überschuss an winzig kleinen Botenstoffe lässt hier noch die Puppen tanzen und dich in die Wohnung kotzen"
Traumländer



dabei seit 2013
14 Forenbeiträge
3 Galerie-Bilder

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  Geschrieben: 01.03.21 10:37
Kusstyle schrieb:
Jedes mal wenn ich früher gekifft hab, hat sich spürbar eine gewisse innere Anspannung gelöst, sobald die Wirkung eingesetzt hat und diese Tiefenentspannung fehlt mir irgendwie. Falls jemand alternativen zum "Runterkommen" hat, würde ich mich auch darüber freuen.


Was Dir vielleicht auch klarere Einsichten in Dein ehemaliges Konsumverhalten geben kann, ist das Thema therapeutisch anzugehen. Für mich (als Laie, aber mit langjähriger Kifferfahrung) klingt es bei Dir sehr stark nach dem Belohnungsprinzip - unter der Woche halt viel geleistet (körperlich / mental) und dann am Wochenende voll was reinziehen zum Runterkommen. Überleg auch mal, was Du so in dieser Zeit gemacht hast? Das kann Dir auch noch ein wenig Aufschluss über Deine Muster geben. Vielleicht befindest Du Dich gerade wieder in einer ähnlichen Situation, die Dein Muster getriggert hat. Mir persönlich hat es sehr geholfen, über mein Konsumverhalten zu reden, welches mit knapp 10 Jahren doch sehr intensiv war und weiteren 5-6 Jahren des Einschleichens. Bei mir war es vor allem ein starkes Vermeidungs- und letztlich Verdrängungsverhalten (berufliche Unzufriedenheit, Vermeidung von Konflikten, Vermeidung und Verdrängung von unangenehmen Gefühlen, dadurch Wunsch nach Ruhe durch Betäubung > Entspannung).

In dieser Zeit habe ich zwar immer wieder probiert, loszukommen, aber es hat oft nicht länger als 1-2 Wochen gedauert, bis ich wieder am Joint hing. Richtig geschafft habe ich es erst vor knapp 2 Jahren. Im Prinzip wollte ich sowieso aufhören (der Wunsch war sehr stark geworden über die Jahre) und da kam eine längere Krankheitsphase eigentlich ganz recht. Seitdem habe ich vielleicht 5x gekifft, aber nur zu besonderen Anlässen (Urlaub) oder um mal zu gucken, ob es noch wie früher ist (war es auch, und sehr unbefriedigend und langweilig). Das craving ist trotzdem nicht wiedergekommen. Ich kann an dieser Stelle aber sehr empfehlen, einen Vapo zu benutzen, denn der Nikotinaffe hat (in der Rückschau) doch tatsächlich auch sehr stark mein craving beeinflusst, mehr als gedacht.

Ich finde es bemerkenswert, dass Du bereits 5 Jahre kein Cannabis mehr konsumiert hast und möchte Dich ermutigen, das auch so beizubehalten. Dass Du Dich damit auseinandersetzt, ist ein gutes Zeichen, und die Angst (wenn auch unangenehm) vielleicht sogar rückfällig zu werden, total nachvollziehbar. Gerade wenn Du die Befürchtung hast, kann ich Dir empfehlen, das therapeutisch aufzuarbeiten. Dann kannst Du auch für Dich mehr Sicherheit gewinnen - ich glaube das ist in Deiner jetzigen Situation mit das Wichtigste.
 
Endlos-Träumer



dabei seit 2019
466 Forenbeiträge

  Geschrieben: 01.03.21 11:38
pyr0pete schrieb:
Ich finde es bemerkenswert, dass Du bereits 5 Jahre kein Cannabis mehr konsumiert hast und möchte Dich ermutigen, das auch so beizubehalten.


Ja, richtig ! Man kann Cannabis konsumieren, MUSS es aber nicht !
Alles Gute Kusstyle !
Grüsse
Bom Shankar, Bom Shiva, Bembele Bom Bom

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