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LdT-Forum » Drogen & Gesellschaft » Der Weg (Selbstfindung & Glaube) » Das Outing und die Folgen


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AutorBeitrag
Ex-Träumer



dabei seit 2012
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  Geschrieben: 14.02.19 12:35
@ 20fox

Mit meiner autistischen Autist Aussage wollte ich Tingle eigentlich nur entlocken, ob er einer dieser jener Menschengattung sei .... Denn dann hätte ich natürlich mehr Verständnis übrig für diese Situation. Aber jeder der kein Autist ist, sollte mMn verstehen, wie das was ich oben geschrieben habe, gemeint ist.

Viel Spaß noch bei deinem Dreier! ;)
Behandle einen Stein wie eine Pflanze, eine Pflanze wie ein Tier und ein Tier wie einen Menschen!
Indianische Weisheit
Traumländer



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  Geschrieben: 15.02.19 12:28
zuletzt geändert: 15.02.19 16:29 durch 20fox (insgesamt 2 mal geändert)
Zirbeldrüsenverschwörer schrieb:
Viel Spaß noch bei deinem Dreier! ;)

Ich weiß nicht wer mich mehr gefickt hat. Plotin oder der Absinth 😁
"Immer wieder, wenn ich aus dem Leib aufwache in mich selbst, lasse ich das andere hinter mir und trete ein in mein Selbst; ich sehe eine wunderbar gewaltige Schönheit und [...] bin in eins mit dem Göttlichen" (Plot. IV.8.6)
Traumländer



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1.347 Forenbeiträge

  Geschrieben: 02.05.21 21:16
Ich stehe vor der Frage, ob es eine gute Idee wäre, mich vor meiner Ex-Freundin zu outen.

Kurzer Background: Wir waren 1 Jahr zusammen, und anfangs wusste sie nur vom Kiffen und dass ich früher gerne mal unterschiedliche Drogen probiert habe, was sie bereits wirklich katastrophal fand und am besten überhaupt nicht über meine Vergangenheit in der Hinsicht sprechen wollte. Für sie war Drogenkonsum egal welcher Substanz, inklusive Alkohol und Zigaretten, ein absolutes No-Go, für sich selbst und für mich als ihren Freund. Dank ihr hatte ich jedoch die Kraft, irgendwann die Kifferei hinzuschmeißen, worüber sie auch glücklich war. Was ich verschwieg, war jedoch, dass ich nahezu täglich GHB konsumiert habe, phasenweise Opioide, PCP- und Ketaminderivate (wobei es in der Beziehung weniger geworden ist). Da ich darin, blöd ausgedrückt, leider schon jahrelange Übung habe, hat sie niemals irgendwas davon bewusst wahrgenommen. Die letzten zwei Monate ging es mit unserer Beziehung dann stetig bergab, da sie für unsere Beziehung aufgrund unterschiedlicher persönlicher Probleme (Job, Klausurstress uvm.) nur noch sehr wenig Zeit hatte und sehr intensiv ihre persönlichen Ziele verfolgt hat. Gleichzeitig stritten wir immer häufiger miteinander, da sie mich für faul hielt, weil ich im Leben immer nach einem einfachen Weg suche und keine wirklichen Träume von der Zukunft habe und größtenteils in den Tag hineinlebe, während sie sich wirklich extrem abgearbeitet hat, um ihren unterschütterlichen Zielen näherzukommen, was ich auch wirklich beeindruckend finde und respektiere. Mein Weg ist es aber nicht, und er wird es leider/zum Glück niemals sein. Doch das verlangt sie von mir.

Nun dämmert es mir zunehmend, auch während ich dies schreibe, dass meine Lebenseinstellung sicherlich nicht nur, aber eben auch, durch jahrelangen Drogenkonsum geprägt ist. Ich hatte dadurch im Studium oder bei den Minijobs, die ich gemacht habe, selten irgendwelche Probleme gehabt und bin immer gut als Single durchs Leben gekommen. Ich habe in mir drin definitiv den Wunsch, irgendwann clean zu sein bzw. den Konsum sehr deutlich zu reduzieren. Geschafft habe ich es bisher nicht. Seit diese Streitereien und die Distanz zwischen uns immer häufiger wurden, ist auch mein Drogenkonsum gestiegen. Was sicherlich nicht dazu geführt hat, dass ich mir ihre Kritik an mir und ihre Verbesserungswünsche ernster nahm. Ich hatte zunehmend das Gefühl, dass sie mich nicht mehr liebt, was mich gestern dann dazu bewegt hat, Schluss zu machen, da ich es für mich persönlich unwünschenswert und teils sogar schier unmöglich finde, so zu werden, wie sie mich haben will.

Ich wollte ursprünglich gar nicht so viel schreiben, aber das tat wirklich gut, das getan zu haben. Nun zur Frage vom Anfang: Ich habe einen inneren Drang, ihr nun nach der Trennung meinen Konsum zu beichten. Das würde es zu 100% ausschließen, dass zwischen uns doch nochmal was aufflammen könnte, aber würde ihr eventuell helfen, die Trennung besser zu verarbeiten, da sie dann die Bestätigung hätte, dass ich eigentlich der beziehungsunfähige war. Außerdem ist das in unserer Beziehung mit Abstand die größte Lüge meinerseits gewesen, und ich bin auch ansonsten ein sehr schlechter Lügner. Ich hätte mit ihr so gerne über Drogen gesprochen und welche faszinierenden, aber auch gefährlichen Seiten sie haben können, jedoch hatte sie eine solche Abneigung gegen das Thema, dass mir klar war, dass ich über meinen aktuellen Konsum absolut kein Wort verlieren darf.
Ich würde mich über eure Meinungen sehr freuen.
 
Traumländer



dabei seit 2016
784 Forenbeiträge

  Geschrieben: 02.05.21 21:54
Wenn es Dir ein Bedürfnis ist, das für Dich abschließend zu klären und Du auch vermutest,
sie könnte sich selbst für Beziehungsunfähig halten und Du das richtigstellen willst,
denke ich: go for it!

Ich finde sogar, dass Du die Formulierungen, die Du hier zur „Problemanalyse”
und Retrospektive eurer Beziehung gewählt hast absolut geeignet sind,
es ihr auf eine gute Art mitzuteilen. Das ist selbstkritisch und wenig anklagend, passt.
Wahrscheinlich in Form eines Briefs, oder?

Das kommt mir alles sehr bekannt vor. Vor allem die Konstellation mit einer Frau,
die Pläne für ihr Leben hat und zielgerichtet darauf hin arbeitet und einem Partner,
dem es an Visionen in Sachen Lebensziele fehlt.

Wenn sie Dich allerdings tatsächlich für faul hält, weil es Dir an karrieremaßstäben
gemessenen Aufstiegsambitionen fehlt, könnte es sein, dass eine Erklärung Deinerseits
einfach eine ernüchternde Antwort auslöst („du hast mich die ganze Zeit belogen, danke für nichts”),
weil Deine „Philosophie” in ihrer Lebenswirklichkeit überhaupt kein Verständnis findet.

Ich kann das Bedürfnis verstehen, die Dinge gradezurücken.
Du kennst sie und musst beurteilen, ob die Offenbarung einer vermeintlichen Schwäche
vor dem Hintergrund einer von Dir ausgegangenen Trennung bei ihr in guten Händen ist.
Das Verlassenwerden ist schon ein kränkendes Moment…
Diese Werbefläche können sie mieten.

Bin stolz wie Bolle auf eine Wortneuschöpfung, die mir gelungen ist, um das Geschehen im Parlament trefflich zu beschreiben:
»Inkompetenzgerangel«
Traumländerin



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  Geschrieben: 05.05.21 19:36
Bollo hat da einen sehr wichtigen Aspekt angesprochen: Wie sehr könnte es deine Freundin kränken? Wäre es möglich, dass du dich erleichtern möchtest, als Konsequenz bei ihr allerdings das Gefühl ausgelöst wird, eure Beziehung basierend auf einer Lüge geführt zu haben?

Wenn du dich für die Wahrheit entscheidest, wäre es gut, schon im Vorfeld so zu kommunizieren, dass eben erwähntes Gefühl abgefangen wird.
"Guten Tag, ich bin Matratzenhändler, habe eine endogene Depression, [...] weil ich zu lange damit verbracht habe, mich zu finden. Dann habe ich mich gefunden und das war nichts Besonderes. Da war kein Genie in mir. Nichts." (GRM-Brainfuck)
Moderator



dabei seit 2012
4.484 Forenbeiträge
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  Geschrieben: 06.05.21 00:31
Ich denke, dass ihre Haltung zum Thema sehr intolerant ist und dass jemand der einen wirklich liebt darüber hinweg sehen können sollte und auch dass die Erwartungshaltung an Karriere etc sehr intolerant ist. Ich würde von meiner Freundin (hätte ich denn eine cry) erwarten, dass sie meine Haltung dazu respektiert. Insbesondere wenn Du damit im großen und ganzen recht zufrieden bist. Muss denn jeder Karriere machen wollen? Irgendwie strange daran ne Beziehung festmachen zu wollen, außer es geht konkret um Versorgung von Kindern.
Ansonsten grundsätzlich was Bollo sagt
“The United States is also a one-party state but, with typical American extravagance, they have two of them.”

-Julius Nyerere, ehem. President von Tansania
Dauer-Träumer

dabei seit 2019
477 Forenbeiträge

  Geschrieben: 06.05.21 11:53
Die junge Frau ( die selbst nichts nimmt )
möchte ich mal kennenlernen, der es egal ist wenn sie erfährt,
dass ihr Freund drogenabhängig ist.
Wenn man ihr zu Anfang einer Beziehung eine heile Welt
vorspielt wird die Ernüchterung nicht immer angenehm werden.
Deswegen IMMER mit offenen Karten spielen !
leben und leben lassen !
Traumländerin



dabei seit 2013
75 Forenbeiträge

  Geschrieben: 06.05.21 12:25
zuletzt geändert: 06.05.21 19:58 durch Herzkasper (insgesamt 2 mal geändert)
Ich bin mal vor einer ähnlichen Situation gestanden: Wahrheit sagen oder schweigen? Da die Beziehung eh am Ende war und ich mich zum Schluss nicht vorbildlich verhalten habe, wollte ich nicht noch weiter auf die Gefühlswelt des anderen eindreschen, indem ich die Wahrheit sage. Ich habe gemerkt, dass ich mein schlechtes Gewissen erleichtern will, allerdings auch Verantwortung für die Gefühle eines anderen Menschen übernehmen wollte. Als wenn ich je im Vorfeld wissen könnte, was das mit dem anderen macht. Vielleicht ist es ihm eh auch schon egal gewesen? Am Ende des Tages war mir jedenfalls klar, dass ich mich in erster Linie erleichtern wollte, weil ich dachte, dem anderen die Wahrheit schuldig zu sein.

Vergleichbar mit dem Original-Thema hier im Thread. Meine Eltern wissen nichts von meinem Konsum. Im Beisein meines Vaters habe ich am Rest einer Tüte gezogen, es war mir in dem Moment ziemlich egal und ich wollte ja meinen Eltern eh erzählen, dass ich Drogen konsumiere. Da kam mir die Situation fast schon gelegen. Aber die Reaktion meines Vaters ließ es mich ganz schnell bereuen und auch da habe ich erkannt: Ich wollte mich mitteilen, weil es MIR ein Bedürfnis war, weil ich Nähe herstellen wollte. Für MICH. Zu erwähnen, dass ich konsumiere, hätte die eh schon schwierige bis nicht vorhandene Beziehung zwischen meinen Eltern und mir wahrscheinlich nicht verkraftet. Ich hätte mich also "erleichtert", aber am Ende wären vermutlich ganz andere und schwierigere Probleme auf mich zugekommen.

Edit: Ich wollte damit sagen, dass klar differenziert werden sollte, ob und wie sehr es um persönliche Erleichterung und ob und wie sehr es um Ehrlichkeit um des anderen willen geht.
"Guten Tag, ich bin Matratzenhändler, habe eine endogene Depression, [...] weil ich zu lange damit verbracht habe, mich zu finden. Dann habe ich mich gefunden und das war nichts Besonderes. Da war kein Genie in mir. Nichts." (GRM-Brainfuck)

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