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LdT-Forum » Konsum » Sucht, Abhängigkeit & psychische Probleme » Substitution: Info- und Sammelthread


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Dauer-Träumerin



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  Geschrieben: 20.04.21 19:04
Naja,
wenn man es aus der Sicht des Abstinenzanspruches der Substitution sieht, dann ist es so.
Nur sieht die Realität nicht Weniger anders aus.

Und Ehrlichkeit wird nicht immer Positiv ausfallen! Das ist auch ein Problem.
Gerade dann nicht, wenn es der 2. oder 3. Rückfall ist!
Diesen Abstinenzanspruch finde ich ätzend.

Was ist mit Leuten die Beikonsum brauchen?
Auch für diese Menschen ist die Substitution hilfreich.
Und wenigstens bekommen sie einen Teil ihrer Suchtmittel vom Arzt und werden regelmäßig untersucht und abgecheckt !
Das ist Positiv und hilft den Menschen enorm ihren Gesundheitsstatus zu erhalten und nicht weiter abzustürzen.

Diese Infos sollen dazu verleiten zu tricksen? Hahaha, so ein Quatsch!
Wisst ihr wieviel Stress es bedeutet zu tricksen? Sowas macht man nicht einfach so. Weil man Infos darüber liest.
Jeder der Substituiert wird überlegt sich ganz genau was er will. Und dann entscheiden sich einige für Abstinenz und andere für Beikonsum.
Und andere merken mit der Zeit dass ihnen der Beikonsum entgleitet, ja.
Andere halten einen moderaten Beikonsum, der aber nicht toleriert wuerde.

Wer mehrfach Ruckfällig wird, dem bleibt nichts anderes außer Urinfälschen oder Rausschmiss (und Strasse!) .

Ich finde nichts verwerflich daran, dass so viele an dem Programm festhalten auch wenn Sie Beikonsum haben.
Ist das hier ein Forum für Süchtige?
Warum werden dann einige Süchtige ausgeschlossen?Wichtige Infos gelöscht und vorenthalten?

Schade!

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Moderator



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  Geschrieben: 21.04.21 13:51
Ich hab mir jetzt lang überlegt was ich dazu sage; ich seh das absolut anders als du. Niemand braucht Drogen, langfristig gesehen; jedenfalls nicht weil er auf den Rausch angewiesen wäre. Aber ich hab schlicht und ergreifend keine Lust darüber mit dir zu diskutieren, und wenn ich das sage was mir durch den Kopf geht werden sich einige hier massiv angegriffen fühlen. Also spar ichs mir.

Nur zu dem LdT-Gedöns: Das LdT ist in allererster Linie ein Aufklärungsforum. Das bedeutet aber nicht dass hier jeder mögliche Shit drinstehen muss, der praktisch garnichts mehr mit der Hauptthematik des Forums zutun hat. Und Anleitungen zu strafbarem, schädlichem Verhalten gehören hier halt nicht her. Keine neue Sache oder so, unsere Regeln haben sich in der Hinsicht nie geändert. Das stammt noch aus der Gründungszeit des LdT.
Wenn du deinen Beikonsum weiter feierst, dann tu das. Sagt ja keiner hier dass du das nicht machen kannst, wenn du dich so wohl fühlst. Keine Ahnung wie du jetzt die Brücke dahinüber ziehst dass Leute ausgeschlossen werden würden, nur weil Anleitungen zum UK's austricksen hier nicht willkommen sind.

Und wenn du ernsthaft glaubst dass das niemanden triggern könne wenn hier solche Vorschläge zu finden sind, dann denke ich dass es dir an Erfahrung und Verständnis mangelt. Klar triggert das Leute die grade mit ihrer Stabilität kämpfen. Been there done that, und schon zig mal miterleben "dürfen". Logisch macht man das nicht "einfach so, weil mans mal so liest", aber es ist doch vorprogrammiert dass einige, die mit sich kämpfen müssen um stark zu bleiben, dann in eine schwächende Gedankenspirale reinfallen können.
Wenn der weiter sein Koks ziehen kann und damit durchkommt, dann kann ich das doch bestimmt auch, hätte ja schon mal wieder Lust...
Half the fun is learning!
Dauer-Träumerin



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  Geschrieben: 22.04.21 13:37
Es ist ja auch ok verschiedene Meinungen zu haben.

Erst mal dachte ich, du hättest es bereits mitbekommen, dass ich nicht substituiert bin und auch nie war.
Nur habe ich sehr viele Substitutierte kennen gelernt und die verschiedenen Wege mitverfolgen können . Und habe ich mich aufgrund meiner Sucht auch mit dem Thema beschäftigt.

Es gibt hier mehrere Punkte, weshalb ich so Partei ergreife für Süchtige welche neben der Substitution beikonsum haben und ihre UK fälschen.
Ich sehe dass die meisten Süchtigen, die dies tun, darunter leiden dass sie nicht ehrlich sein können was ihren beikonsum angeht.
Und keiner tut es aus Spaß am Betrügen.
Es bedeutet für sie sehr viel Stress und Leid.
Weswegen am beikonsum festgehalten wird, ist bei jedem denke ich unterschiedlich.

Es fängt bereits damit an, dass jedem Heroin Süchtigen die Substitution als die Lösung aufgeschwatzt wird. Das muss ich so formulieren, da ich es so erfahren habe.
Es werden sogar Süchtige substituiert, die erst sehr kurz abhängig sind, das aus Mangel an Entgiftungs und Therapie Plätzen, was ich unverantwortlich finde .
Hätte ich mich damals substituieren lassen, wäre ich auf Jahre darauf festgelegt worden und hätte niemals meine fast 7 jährige Abstinenz von Drogen erlebt. Da bin ich mir sicher.
Wenn ein süchtiger dann im Programm ist, wird er erstmal hochdosiert.
Leute mit über 10 Meter pola sind keine Seltenheit.

Die Angst dann aus dem Programm zu fliegen ist enorm. Verständlich bei den hohen Dosen.

Es wird Süchtigen also sehr einfach gemacht auf polamidon oder methadon zu kommen.
Und das wird dann als Druckmittel dafür verwendet, dass diese entweder beikonsum frei sind, oder aus dem Programm fliegen.

Nicht wenige haben beikonsum .
Ich glaube mal gelesen zu haben, dass es prozentual die Mehrheit aller Substituieren sind. Es ist auf jeden Fall eine nicht unerhebliche Gruppe.

Da regelmäßiger beikonsum nicht toleriert wird, fälschen diese Süchtige ihre UK um im Programm zu bleiben.

Das ist Realität.

Und ich persönlich finde es unverantwortlich wenn diese Süchtige ständig mit der Angst leben aus dem Programm zu fliegen, angesichts der hohen Dosis auf der sie sind.

Wie oben bereits geschrieben, haben auch diejenigen durch das Programm eine gewisse Stabilität, die sie ohne nicht hätten.
Und sie werden auch gesundheitlich untersucht regelmäßig.
Einen Großteil ihrer Suchtmittel bekommen sie auf Rezept, was auch positiv gesehen werden kann. Da sie so weder kriminell werden müssen, noch sonstwie in einen großen beschaffungsdruck kommen.

Wenn es Abhängigen so einfach gemacht wird in solch ein Programm zu kommen, warum werden dann so viele von ihnen und deren Realität nicht beachtet und auf die ist-Situation eingegangen?
Nein, stattdessen wird an einen Abstinenz Anspruch festgehalten( der auch nicht wirklich
gegeben ist, denn das Substitut ist eine starke
Substanz) und Menschen förmlich dazu gezwungen ihre UK zu fälschen.

Das ist meine Meinung und Fazit aus meinen Beobachtungen.
Und ich finde daran auch nichts verwerflich.
Ich kann verstehen, dass die Süchtigen nicht aus dem Programm fliegen wollen, und das obwohl sie andererseits so darunter leiden, dass sie nicht ehrlich sein können.

Ich finde es sehr traurig und dramatisch.
Das System sollte reformiert werden und die Süchtigen dort abgeholt werden wo sie sind.

Wer clean werden will, der soll Hilfe bekommen und bekommt sie auch.
Wer aber auf seine Suchtmittel angewiesen ist, dem sollte auch geholfen werden.

Und trigger gibt es im ldt wohl viele.

Wenn jemand seine UK fälschen muss, damit er nicht aus dem Programm fliegt, dann sollte er die Infos auch bekommen.
Ein Rausschmiss kann sogar gesundheitlich gefährlich und schädlich für Süchtige sein.




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Träumer

dabei seit 2021
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  Geschrieben: 03.05.21 18:24
Moin ihr!

Ich habe morgen endlich ein Gespräch für ne Substitution... In zwei Monaten mache ich einen Entzug...

Was sind denn die Nachteile von soner Substitution für die Patienten an die man evtl nicht denkt. ZB sein Leben lang bei der Versicherung als "Junkie" zu zählen, Betriebsarzt (?) etc....

Ich würde die Substitution schon noch machen um Geld sparen zu können, aber weiß nicht ob es sich für die kurze Zeit noch lohnt. Würde auch Substitol bekommen...

Was meint ihr?
 
Moderator



dabei seit 2012
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  Geschrieben: 03.05.21 18:52
Sowohl was Krankenversicherung als auch den Betriebsarzt angeht besteht kein Grund zur Sorge.
Die Krankenkasse kann mit dieser Info ganz genau garnichts machen - die müssen einfach nur die Rezepte bezahlen und weiter nichts. Sie können dir in keinster Weise einen Strick daraus drehen, dass du eben an einer bestimmten anerkannten Krankheit leidest.
Und dein Betriebsarzt erfährt das auch nur dann wenn du es ihm erzählst. Die so oft erwähnte Krankenakte, von der du vielleicht glaubst dass er es darüber herausfinden könnte, existiert im eigentlichen Sinne nicht. Es gibt keine zentralisierte Krankenakte in der deine komplette Krankengeschichte drinstehen würde. Jede Arztpraxis führt ihre eigene Krankenakte über jeden Patienten, und die bleibt in dieser Praxis. In seltenen Fällen kann ein Arzt dich um Erlaubnis bitten die Krankenakte vom vorherigen behandelnden Arzt anfordern zu dürfen, aber dazu muss er ja erstmal wissen dass du überhaupt bei dieser Praxis warst. Und selbst wenn, dann kannst du dazu einfach nein sagen.

Die eigentlichen Nachteile der Substi bestehen eben in der Substi selbst. Beispielsweise bleiben die meisten wesentlich länger in der Substi als sie ursprünglich gedacht und gewollt hatten. Ist man erstmal fest in diesem Ablauf und hat sich daran gewöhnt ist es schwierig den letzten Schritt zu machen. Viele wollten eigentlich nur rein um in Ruhe abdosieren zu können, blieben dann aber für Jahre oder sogar Jahrzehnte. Allein schon aus diesem Grund finde ich dass man sich den Schritt in die Substi zweimal überlegen sollte.
Und dann wären natürlich noch die offensichtlichen Nachteile wie eben die starken Einschränkungen im alltäglichen Leben, aber die wirst du wahrscheinlich schon bedacht haben

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Endlos-Träumerin



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  Geschrieben: 21.05.21 18:44
In der Schmerztherapie wird ja um einem Toleranzaufbau etwas entgegen zu wirken und auch die Schmerzstillende Wirkung etwas besser zu erhalten eine sog. Opioid-Rotation empfohlen.
Außer dem Pola bin ich ja schmerztechnisch aktuell nicht weiter eingestellt, könnte hier ein Wechsel z.b. auf bubre eventuell auch einen Vorteil bringen?
Klar ist es in der Substi das Ziel langzeitlich stabil eingestellt zu sein, und es ist schon klar dass hier ein häufiger Wechsel eher Kontraproduktiv wäre. Aber jetzt nach über 2 Jahren immer mehr unglücklich sein mit dem Pola kann ja mal ein Wechselversuch nicht schaden.
Nur ich frag mich natürlich ob da auch Schmerztechnisch ne Chance auf Besserung steht...

Bekomme jetzt zwar bald endlich meine langersehnte OP, in ca. einem Monat, aber wie gesagt...
Es sind halt auch viele andere Dinge die mich fertig machen, die Gewichtszunahme eigentlich am meisten... Die getrübte Stimmung kann ich jetzt nicht direkt mit dem Pola in Verbindung bringen, aber was das angeht wäre bupre ja eigentlich auch mal ein Versuch wert oder?

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Traumländer



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  Geschrieben: 23.05.21 15:20
zuletzt geändert: 25.05.21 08:10 durch 20fox (insgesamt 1 mal geändert)
Ich bin Grad auf der Entgiftungsstation um eindosiert zu werden. Bin bei 12mg Subutex am Tag. Hab tatsächlich ganz milde Entzugserscheinungen, was mich ein wenig wundert.

Jetzt überlege ich halt Grad, ob ich des so wirklich will. Von nem Arzt bzw. Der Stelle abhängig sein. Subutex Entzug/Ausschleichen soll ja richtig eklig sein. Ich überleg deswegen einfach, sobald ich in die offizielle Substi komme, sofort anzumelden, dass ich runter möchte und dann schnell innerhalb von 1-2 Wochen abdosiert werde. Wie ein warmer Entzug, nur Zuhause. Letztendlich würde mir kratom wahrscheinlich reichen. Ist halt so vong Konsequenz her in der Vergangenheit auf kurz oder lang immer bissl steil nach oben gegangen, wenn ich "nur" auf kratom war. Mir ging's aber eigentlich gut.

Oder ich Schleich halt langsam aus. Hab angemeldet ich würde gern in 3-6 Monaten komplett auf 0 sein. Wär Mal ne andere Taktik, weiß nur nicht, wie quälend die ist. Muss mich halt jetzt die Tage entscheiden, da ich sonst zu hart auf dem Tex klebe, um schnell runter zu gehen.

Ahja noch ne Frage: Hat Mal jemand von Subutex auf Kratom umgestellt?
"Immer wieder, wenn ich aus dem Leib aufwache in mich selbst, lasse ich das andere hinter mir und trete ein in mein Selbst; ich sehe eine wunderbar gewaltige Schönheit und [...] bin in eins mit dem Göttlichen" (Plot. IV.8.6)
Moderatorin



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  Geschrieben: 26.06.21 15:27
Ich hätte da mal eine Frage, da mir das vorgehen meiner Apotheke etwas komisch vorkommt: Hat das jemand von euch auch so erlebt, dass 1) die Rationen für alle Substitutionspatienten in unbeschrifteten 10 mL Gefäßen im Kühlschrank stehen und 2) es sich bei Levomethadon um mit gereinigtem Wasser verdünntes Konzentrat handelt, also in einer Form abgegeben wird, die Menschen, die i.v. konsumieren beinahe dazu einlädt? Ich hab immer gelesen dass es beschriftet sein muss und mit Sirup versetzt. Aber wer weiß, vielleicht ist dem Apotheker der Sirup (Sirupus simplex: selber hergestellt. 160Teile Zucker auf 100Teile Wasser) einfach zu teuer, who knows....
 
Traumländer



dabei seit 2009
289 Forenbeiträge

  Geschrieben: 10.07.21 07:39
Also ich hab vom Apotheker auch immer Polamidon ohne Sirup oder Viscosezusatz bekommen. Ja es lädt natürlich zum Drücken ein aber wer vorhat sein Metha/Pola zu drücken der wird das unabhängig von den Inhaltsstoffen machen.. So jedenfalls meine Erfahrung. Jedenfalls sind die Apos nicht dazu verpflichtet Sirup oder was anderes ins Substitut zu panschen.

Die Becher müssen doch nicht beschriftet sein? Bei uns hat jeder Apotheken-Abgabe-Nutzer einen kleinen abgetrenten Bereich im Kühlschrank wo die angemischten Dosen der aktuellen Woche bereitstehen.

Hoffe ich konnte dir helfen?
"Da Wenne und da Hädde sand zwoa Bläde"

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