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LdT-Forum » Drogen & Gesellschaft » Der Weg (Selbstfindung & Glaube) » Das Selbst (in der Stille erkennen)


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Dauer-Träumer



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  Geschrieben: 25.07.21 14:35
Hab vor kurzem einen kleinen Text in einem Forum geschrieben, in dem es um "die Stille" ging. Ein User hat mich gefragt, ob ich darüber etwas mehr schreiben möchte. Hier die Worte, die aus mir raus kamen .... Vielleicht regt es ja den ein oder anderen an, sich damit auseinander zu setzen und vielleicht kommt sogar ein Erfahrungsaustausch darüber zustande ....?



"Die Stille kommt auf, wenn die Dualität weg fällt. Wenn es kein gut oder schlecht mehr gibt, kein richtig oder falsch. Wenn alle Vorstellungen gefallen sind (oder zumindest sehr, sehr viele). Wenn die eigenen Glaubenssätze aufgelöst sind. Wenn man sich selbst (in allen Facetten) und alles was noch so erscheint, genau so annimmt wie es ist. Wenn man offen ist für das was ist. Wenn der Verstand zur Ruhe kommt. Wenn man "full on" ist, alles in seiner Ursprünglichkeit wahrnimmt, ohne zu bewerten. Wenn die Frische des Moments bewundert wird ....

Diese Stille ist auch "nur" eine Erscheinung. Aber in dieser Erscheinung liegt wohl das Potential (durch Gnade) sein wahres Selbst zu erkennen - zu erkennen was man wirklich ist. In diesem Erkennen, liegt das Ende allen menschlichen Leids. Man kannte es vielleicht vorher schon, aber man erkannte es noch nicht ....

Und auch hier gilt anzumerken, dass all dies was ich so schreibe, nur aus meiner Sicht als Mensch beschrieben wird. Jeder hat einen anderen Zugang, jeder erlebt anders .... Aber das SELBST ist bei jedem dasselbe. Es gibt nicht dein Selbst oder mein Selbst, sondern einfach nur DAS SELBST. Viele beschreiben es auch als Nichts, aus dem alles erscheint, genau so wie es ist .... Ein großes Mysterium, das nicht verstanden werden kann ....

Und ja, arbeite weiter an dir, wenn du das Gefühl hast, tun zu müssen, was du tun sollst. Auch das arbeiten an sich selbst ist eine Erscheinung, die genau so erscheinen soll. Vertraue deiner Intuition, vertraue dem Leben, vertraue dir selbst und vertraue auf die Gnade. Vielleicht ist es kein leichter Weg, vielleicht leidet man auch viel, vielleicht muss man irgendwann alles auch mal loslassen .... Aber letztlich wird immer alles gut!"




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Dauer-Träumer



dabei seit 2020
302 Forenbeiträge

  Geschrieben: 29.07.21 09:10
Ich versuchs mal anders, vielleicht ist das was andere schreiben interessanter für den ein oder anderen hier? Wenn nicht, naja, dann ist es halt so ....


"NONDUALITÄT

Die Erfahrung von Einheit

Non-Duales Bewusstsein, Advaita und der ‚Direkte Weg‘

Spirituelle Einheitserfahrungen werden heute gern unter dem Stichwort ‚nonduality‘ (Nondualität) abgehandelt – das spröde anmutende Wort stammt aus der transpersonalen Psychologie.

Spirituelle Erfahrungen, in denen ein Subjekt sich als eins mit der Welt erfährt, liegen – da sind sich die Mystiker sämtlicher Traditionen einig – allen großen Religionen zu Grunde. Sie sind im Prinzip allen Menschen möglich, nicht nur wenigen Heiligen. Die mehr oder weniger artikulierte Sehnsucht nach Einheit, Frieden und Liebe, die viele Menschen in sich tragen, weist darauf hin, dass dies in uns angelegt ist und Erfüllung sucht. Ich glaube, es ist nicht zu viel gesagt, wenn man formuliert, dass es die wahrscheinlich tiefste Sehnsucht des Menschen ist, in Harmonie mit sich selbst, Gott und der Welt zu leben. Das Verlangen nach Glück ist das übergeordnete Streben, auf die alle anderen Wünsche mehr oder weniger bewusst hinzielen.

Je nach Kultur nennt man tiefe Einheitserfahrungen Satori oder Kensho (Zen), Moksha (Advaita Vedanta), Dzogchen (Tibet), Buddhanatur (Buddhismus allgemein), Gotteinung oder auch Christus-Bewusstsein (Christentum). Modernere Begriffe sind Erleuchtung oder Erwachen. Jede ernst zu nehmende Meditationsschule ist darauf ausgerichtet, solche Erfahrung zu ermöglichen.

Da sich diese Erfahrungen jenseits von Namen und Formen abspielen, fällt es schwer, über sie zu sprechen. Oft sind es prophetische oder poetische Worte der großen Meister, die eher umkreisend hinweisen als konkret erklären. Auch die teils widersprüchlich erscheinenden Aussagen religiöser Schriften haben hier ihren tieferen Grund.

Ein Weg sich dieser Einheitserfahrung außerhalb klassischer Meditationswege anzunähern ist der ‚Direkte Weg‘, ein aus der indischen Advaita-Philosophie abgeleiteter Erkenntnisweg.

Dabei wird die Aufmerksamkeit bewusst auf die Quelle ihrer selbst gelenkt, etwa mit Fragen wie „Wer bin ich?“, „Wer oder was ist meiner Erfahrungen bewusst?“, „Woher kommen meine Gedanken?“, „Woher weiß ich, dass ich bewusst bin?“ und andere mehr.

Solche Fragen ziehen die Aufmerksamkeit nicht nur, wie in vielen Meditationspraktiken, von ihren üblichen Objekten (Gedanken, Gefühle, Bilder, Empfindungen und Wahrnehmungen) ab, sondern richten sie bewusst zu ihrer Quelle aus.

In rein philosophisch ausgerichteten Advaita-Schulen wird diese Ausrichtung als ein intellektuelles, reflektierendes und abstraktes Erkenntnistraining betrieben. Kritisch muss hier gesagt werden, dass diese Schulen zum Teil einen verkürzten und nihilistischen Wirklichkeitsbegriff propagieren, nach dem alle Erscheinungen („die Welt“) als „Illusion“ und „nicht real“ beschrieben werden. Der britische Lehrer Rupert Spira, auf den ich mich hier berufe, hat jedoch herausgearbeitet, dass auch Illusionen durchaus real sind. Sie sind nur nicht das, was sie zu sein scheinen. Anders als zum Beispiel ein quadratischer Kreis, den es nicht geben kann, ist eine Fata Morgana eben real, und genau darin liegt auch ihre Verführungskraft. Philosophische Spekulationen, die (illusionäre) Erscheinungen als „nicht real“ deklarieren, greifen zu kurz und werden zu Kälte, Distanz und Zynismus führen.

Deshalb ist es wichtig, bevor man den Weg der Advaita beschreitet, Unterscheidungskriterien einzuführen. Und die sind sehr einfach. Der Weg ist nur dann erfüllt, wenn er zu Liebe, Frieden, Stille und Glück führt. Bleibt er in philosophischer Besserwisserei, in Kälte, Distanz und Abwertung stecken, muss das Ergebnis zurückgewiesen werden.

Wie genau kann man nun also vorgehen, auf dem Direkten Weg? In einer ersten Phase gilt es zu unterscheiden. Man geht mit der Frage in die Meditation. „Wer oder was bin ich?“ oder „Wer nimmt wahr?“. Gefragt ist kein „nachdenken über“, sondern eine Unterscheidung zwischen dem Wahrnehmenden und den Objekten der Wahrnehmung. Ich nehme einen Gedanken wahr – also bin ich nicht der Gedanke. Es gibt eine Instanz, die den Gedanken wahrnehmen kann, der ja im Übrigen auch wieder verschwindet (anders als die „Instanz“). Wäre der Gedanke ein Teil von mir, würde mit seinem Verschwinden etwas von mir fehlen. Unabweisbar ist auch, dass ich den Gedanken wahrnehmen kann, der Gedanke mich aber nicht. Was ist höherstehend? Was also ist ich?

Man kann sich die Frage stellen, ob vielleicht „alle Gedanken“ also „das Denken“ uns hier erklärend weiterhilft. Aber Denken ist eine Aktivität, keine Substanz. Es muss von „jemandem“ ausgeführt werden. Wer denkt? Sicher ist: Das Wer , das Bezeugen allen Denkens, bleibt unabhängig von der Qualität der einzelnen Gedanken und unabhängig von der Aktivität des Denkens als Ganzes beständig erhalten und hat an deren Begrenztheit keinen Anteil. Wer oder was ist dieses?

Analog zu den Gedanken kann man auch Gefühle und Empfindungen auffassen. Ich bin nicht dieses Gefühl und nicht jene Empfindung. Neti-neti-Prozess wird diese Meditation im Advaita genannt, neti neti steht für „nicht dies, nicht das“ – es gibt hier eine Entsprechung zur Spiritualität des Johannes vom Kreuz, der ebenfalls von der analytischen Unterscheidung „nicht dies, nicht das“ berichtet.

Wenn man diesen unterscheidenden Weg bis zum Ende geht, erkennt man, dass „Ich“ nicht etwas ist, das gefühlt, gedacht, empfunden oder wahrgenommen werden kann. Die Erkenntnis auf dieser Stufe ist: Ich bin Nichts. Im Englischen kann dies sprechender ausgedrückt werden, I am nothing = no thing, also kein Ding oder Objekt. Dieses Nicht-Objekt wird auch als Leere erfahren, ein Zustand, der insbesondere in der Tradition des Zen betont wird.

Doch klar ist auch, dass der Weg an dieser Stelle noch nicht zu Ende sein kann. Schließlich befindet man sich mit dem nicht dies/nicht immer noch in einer Dualität, in der Trennung von Bezeugendem und den Objekten der Wahrnehmung. Und selbst die Leere ist ein Objekt, das wahrgenommen werden kann. Von Einheit kann hier also noch nicht die Rede sein. Wir halten jedoch fest, dass „Ich-Bewusstsein“, obwohl kein Objekt, unbestreitbar immer präsent ist. Zumindest letzteres ist selbsterklärend und beinahe trivial. Denn wann immer ich – egal ob im Depression, emotionalem Tumult oder tiefer Stille – gefragt werde: bist du bewusst? So werde ich antworten: Ja.

Man kann sagen: Wenn immer eine objektive Eigenschaft festgestellt wird, gibt es „jemanden“, der diese feststellt. Weiterhin kann man aus dem Gesagten konstatieren, dass das, was wir üblicherweise ‚Ich‘ nennen, so nicht existieren kann. Jedenfalls nicht als eine festgefügte personale Einheit von Charaktereigenschaften, Gefühlen, persönlichen Geschichten und Erinnerungen. Diese sind, wie wir gesehen haben, flüchtig. Sie sind die Aktivität, nicht seine Substanz. Sie alle kommen und gehen in einem zeit- und grenzenlosen Feld von Bewusstsein.

Man kann nach dem Gesehenen sagen: „Ich bin Bewusstsein oder Gewahrsein selbst“ – und sonst nichts. Damit, so stellt Rupert Spira fest, sei nicht wirklich neues Wissen gewonnen: „Vielmehr wurden frühere Glaubensvorstellungen vom Bewusstsein entfernt. Dessen essentielle, unteilbare und unreduzierbare Natur wird enthüllt“. Bewusstsein erkennt sich zunehmend selbst und verliert die illusionäre Idee seiner eigenen Begrenztheit als Person, Charakter oder individuelle Geschichte. Dieses Erkennen, sagt Rupert Spira, „wird in vielen Traditionen Erleuchtung, Erwachen, oder Illumination genannt. Es ist ganz einfach das Erkennen unserer selbst als um sich selbst wissendes Sein“.

Doch auch danach gebe es für viele Menschen eine Diskrepanz zwischen dem, was sie verstehen und dem, was sie fühlen: „Wir mögen erkannt haben, dass alles im Bewusstsein erscheint, vom Bewusstsein gewusst ist und auch Bewusstsein gemacht ist. Und trotzdem haben wir das Gefühl, als ob unserer Körper etwas kompaktes, dichtes, begrenztes und lokalisiertes ist. Zugleich empfinden wir immer noch, dass die Welt etwas von uns getrenntes ist, etwas, das in einer Distanz von uns selbst existiert.“

Rupert Spira schlägt danach zweierlei vor. Das eine ist weiterhin die Meditation. Da „Ich-Bewusstsein“ sich selbst nicht objekthaft erkennen kann, aber dennoch immer um sich selbst weiß, ist der Weg, sich bewusst zu sich selbst zu verhalten ein Hineinsinken in sich selbst. So habe der große Heilige des modernen Advaita, Ramana Maharshi, die Self Inquiry (Selbsterforschung) weniger analytisch denn spirituell als ein Hineinsinken des Geistes ins ‚Herz‘ beschrieben – es entspricht dies exakt der Beschreibung des kontemplativen Gebetes nach der Wolke des Nichtwissens aus dem 14. Jahrhundert und der modernen Adaption im Centering Prayer. Rupert Spira bezeichnet diese Meditation als being aware of being aware – bewusst bewusst sein als höchste Form der Meditation. Meditation, so sagt er, sei keine Tätigkeit. Sein Vorläufer Jean Klein hat dasselbe in anderen Worten beschrieben: Meditation sei „Nichts tun und nicht nichts tun“ oder „ungerichtetes Gewahrsein“.

Das Ergebnis solcher Meditationen wird sein, dass Bewusstsein nicht nur um sich selbst weiß, sondern irgendwann auch erkennt, dass Erfahrungen nicht vor ihm sondern in ihm und durch es stattfinden. Und mehr noch, dass es keine „Welt“ außerhalb von Erfahrung gibt. Die Welt konstituiert sich allein durch Bewusstsein in Form von Gedanken, Empfindungen und Wahrnehmungen. Die Welt wird vom Bewusstsein nicht erkannt, sondern sie ist aus Bewusstsein gemacht. Es gibt keine Grenze zwischen einem isolierten, punktförmigen Subjekt und allen anderen Objekten der Wahrnehmung.

Niemand hat den zweifachen Charakter des Advaita klarer herausgearbeitet als Rupert Spira. Der Weg führt in einem ersten Schritt zu einer Unterscheidung von Wahrnehmendem und den Objekten der Wahrnehmung sowie zu einem bewussten Hineinsinken des Bewussseins in seine Quelle. Es ist ein Schritt des Rückzugs von der Welt.

Danach folgt die Erkenntnis, dass das „Ich-Bewusstsein“ oder „grenzenlose Selbst“ eins ist mit den Objekten seiner Wahrnehmung, die Erkenntnis, dass Ich und Welt aus derselben Substanz bestehen: Bewusstein. Es ist dies der Schritt der Inklusion und der Liebe.

Das alles mag nach philosophischer Spekulation klingen, und es bleibt abstrakt, solange solche Aussagen nicht aus eigener Erfahrung gedeckt sind. Ist das jedoch der Fall, ist dies eine schier unglaubliche Erfahrung. Unglaublich nicht deshalb, weil sie nicht wahr ist, sondern, weil sie unserer konventionellen Sichtweise (hier ich, dort die Welt) krass zuwiderläuft. Es ist die Erkenntnis von Advaita, was übersetzt „nicht-zwei“ bedeutet. Es ist das non-duale Erleben der Welt. Was nicht zwei ist, ist eins, und was eins ist, ist Liebe.

Interessanterweise hat auch Teresa von Avila (1515-1562) die „Seelenburg“, anders als der Begriff „Burg“ es nahelegt, in einem Bild der Grenzenlosigkeit beschrieben – nämlich als durscheinenden Kristall. Alle Räume der Inneren Burg befinden sich nicht davor, sondern in diesem Kristall und werden von ihm durchstrahlt.

Der Sufi-Mystiker Rumi (1207-1273) fand dafür das poetische Bild des Rubins:


In der frühen Morgenstunde,

vor der Dämmerung, erwachen der Liebende und die Geliebte

und trinken vom Wasser.


Sie fragt: Liebst du mich mehr als dich selbst?

Bitte, sag mir die Wahrheit.


Er sagt: Von mir ist nichts übrig.

Ich bin wie ein Rubin, der gegen den Sonnenaufgang gehalten wird.

Ist er noch ein Stein, oder eine Welt

gemacht aus Rot? Er setzt der Sonne keinen Widerstand entgegen.

Der Rubin und das Sonnenlicht sind eins.


Der Weg, dies zu erkennen, kann durch die hier angerissenen Übungen der Unterscheidung und der Meditation erleichtert und geführt werden. Den unberechenbaren Rest bewirken Geduld, Intuition und Gnade."



Quelle: https://diesestille.de/nondualitat/
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  Geschrieben: 29.07.21 19:52
Das liest sich ja sehr nach Ramana Maharshi. Er ist sehr berühmt für Advaita und die Frage "wer bin ich?" ich respektiere und schätze ihn sehr!
Aber....
Ramanas Worte bringen einen nur schwer ins licht. Da es einen eben zum philosophieren verleitet.
Wohingegen die samarpan meditation die ich derzeit praktiziere mir wirklich Fortschritte bringt. Chitta Shuddi (reiner geist) ist unabdingbar für Fortschritt. Ein unreiner geist sieht nur seine eigenen flecken... egal worauf er blickt... selbst wenn es Gott ist.
Eine reine chitta ist sehr machtvoll.
Machtvoll für Selbsterkenntnis und Erkenntnis über die Welt.

 
Traumländer



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  Geschrieben: 30.07.21 08:42
Selbstausdruck schrieb:
"Die Stille kommt auf, wenn die Dualität weg fällt. Wenn es kein gut oder schlecht mehr gibt, kein richtig oder falsch. Wenn alle Vorstellungen gefallen sind (oder zumindest sehr, sehr viele). Wenn die eigenen Glaubenssätze aufgelöst sind. Wenn man sich selbst (in allen Facetten) und alles was noch so erscheint, genau so annimmt wie es ist. Wenn man offen ist für das was ist. Wenn der Verstand zur Ruhe kommt. Wenn man "full on" ist, alles in seiner Ursprünglichkeit wahrnimmt, ohne zu bewerten. Wenn die Frische des Moments bewundert wird ....


Nur was bleibt uns dann noch ausser in gut und schlecht zu unterteilen ? selbst wenn man alles genau so annimmt wie es ist, weist man allem moeglichen noch seine eigene definition zu, unser gehirn kann gar nicht anders, wir koennen vllt vielem gleichgueltig gegenueber werden, aber nicht allem.
Vorallem wer legt ueberhaupt fest wie "alles genau so annimmt wie es ist" aussieht/sich anfuehlt ? Das ja auch nur wieder definitionssache

Selbstausdruck schrieb:
Und auch hier gilt anzumerken, dass all dies was ich so schreibe, nur aus meiner Sicht als Mensch beschrieben wird. Jeder hat einen anderen Zugang, jeder erlebt anders .... Aber das SELBST ist bei jedem dasselbe. Es gibt nicht dein Selbst oder mein Selbst, sondern einfach nur DAS SELBST. Viele beschreiben es auch als Nichts, aus dem alles erscheint, genau so wie es ist .... Ein großes Mysterium, das nicht verstanden werden kann ....


wenn "das selbst" nicht das gleiche "das selbst" ist, was man sich ueber sein ganzes leben bildet, gerne komplett umwirft und wieder neu bildet, dann steh ich auf dem holzweg, erleuchte mich bitte :)

ansonsten wuerde ich behaupten, dass "das selbst" hoechstens bei der geburt gleich sein kann, wenn ueberhaupt.
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  Geschrieben: 30.07.21 10:02
@ ckomi

Was uns bleibt, ist alles so wahrzunehmen und anzunehmen wie es ist, ohne es einzuteilen, einzuordnen und zu bewerten. Die Nondualität ist eben jenseits des Verstands/jenseits des Egos und der Person. Das ist ja das Spannende, der Verstand kann es nicht fassen .... Es scheint so zu sein, dass alles wegfällt von der Person und etwas übrig bleibt, was immer schon da war, immer da ist und immer da sein wird - aber nicht erkannt wurde. Das "wahre" Selbst ....

Man braucht auch nix festlegen, wie etwas aussieht oder sich anfühlt. Es sieht so aus, wie es aussieht und fühlt sich so an, wie es sich anfühlt. Es gibt halt nur niemanden mehr, der dies einteilt oder bewertet oder drunter leidet.

ckomi schrieb:
wenn "das selbst" nicht das gleiche "das selbst" ist, was man sich ueber sein ganzes leben bildet, gerne komplett umwirft und wieder neu bildet, dann steh ich auf dem holzweg, erleuchte mich bitte :)

ansonsten wuerde ich behaupten, dass "das selbst" hoechstens bei der geburt gleich sein kann, wenn ueberhaupt.


Das Selbst ist eben NICHT das, was die Person sich überstülpt und glaubt zu sein. Es ist das, was die wahre Natur von allem ist, nur eben nicht erkannt wird, weil wir uns mit unseren Gedanken, Gefühlen, Erlebnissen, unserem Körper, etc. identifizieren.

Meine Erfahrung ist, dass man es leichter erkennt, je mehr Glaubenssätze, Vorstellungen, etc. man loslässt .... Dann kann es dazu kommen, sein Ego und dessen Struktur immer leichter zu erkennen. Das bedeutet jetzt nicht unbedingt, dass wenn man das Selbst erkannt hat, das Ego für immer still ist. Kann sein, muss es aber nicht. Jedoch bedeutet es, dass das Ego sehr rasch erkannt wird. Dadurch hat man die Möglichkeit die menschlichen Altlasten immer mehr loszulassen .... Das ist sehr befreiend und das Leben fühlt sich leichter an. Man fühlt sich immer weniger als der Tropfen, sondern wie der Ozean.

Es ist nicht einfach über etwas zu sprechen, worüber man eigentlich nichts sagen kann. Aber das Konzept "Nondualität" schafft es ganz gut ....

Bin selber erst vor einigen Monaten drüber gestolpert, als ich das Selbst erkennen durfte. Es war zwar "nur" ein Erlebnis, das kam und wieder ging (ist also nicht beständig, viel zu oft wehrt sich mein Ego noch dagegen ^^), aber eine Erkenntnis, die das Leben viel einfacher macht. Diese darf sich gerne immer mehr vertiefen ....


@ FarbKlecks

Ich hab mich noch nicht mit Advaita beschäftigt, aber es scheint ziemlich genau das Konzept Nondualität zu beschrieben, nachdem was ich grad kurz drüber gelesen habe. Hab auch keine Ahnung von Ramana Maharshi und auch nicht von Samarpan, obwohl ich von beiden schon mal gehört habe. Mein Ansatz war nie der, irgendwelchen Lehrern/Gurus etc. zu folgen oder stur irgendwelchen Meditationen oder Lehren nachzugehen. Ich war immer schon mehr der Praktiker, der einfach gemacht hat, was sich gut angefühlt hat. Der Rest passiert dann einfach ....

Seinen Geist zu reinigen, alte Muster abzulegen und seine Schatten anzuschauen war mir persönlich immer wichtig. Eben als Mensch zu wachsen .... Hatte immer das Gefühl, anderen zu folgen lenkt mich ab vom Wesentlichen .... Mensch hat halt vieles aufzuarbeiten und das ging für mich am besten, wenn man sich mit sich selbst beschäftigt und nicht mit anderen Lehren und Menschen.


LG
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Traumländer



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966 Forenbeiträge

  Geschrieben: 30.07.21 10:22
hmm das sind alles nicht so meine vibez mehr

erinnert mich sehr an trips wo ich auf den trichter gekommen bin das man alles und nichts gleichzeitig ist
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  Geschrieben: 30.07.21 15:13
zuletzt geändert: 30.07.21 17:32 durch Andy I (insgesamt 1 mal geändert)
Sehr geiles Thema !

Wer von uns stellt sich nicht die Frage !

WAS MACH ICH HIER .... warum ich und warum hier
was ist meine Aufgabe, was wird von mir erwartet !
Woher komme ich und wohin gehe ich !

Braucht man dafür einen indischen Jogi ?

Der Rubin in der Sonne wird mit der Sonne eins, ist die Sonne weg
was bleibt ?
Liebst du etwas mehr als dich selbst ? Aber sicher sagt jeder Vater
jede Mutter ... meine Kinder !

Aber wie können wir uns diese Frage beantworten !
Ruhe ... dafür war ich 2 Wochen in Deutschland in einem Schweigekloster
bin ich runter gekommen ... ja zu 2/3 die Gedanken zu unterdrücken... schwierig !

Als ich noch Single war, war ich 14 Monate alleine segeln !
Keine Gedanken und nach 2 Monaten zu STILL , bin ich runter gekommen !
Auf dem Boot zu 99,9%
Was will ich damit sagen , im täglichen Leben ist der Zustand so nicht
zu erreichen !
Will man mehr von sich wissen, fragt man in sich selbst
nimmt zur Hilfe einen Kaktus oder Yage oder auch Boffo
wobei letzteres immer zu kurz war !
Yage finde ich für mich zu wirr und zu heftig
Kaktus hat mich demütiger und ruhiger gemacht
LSD soll prima geeignet sein um sein zweites Ich zu finden.
Ich habs nie versucht und bin heute aus der Phase raus, so etwas noch
zu probieren.
Wer es in unserer überaus hektischen Zeit überhaupt ohne
zuhilfename von Substanzen schafft sich zeitweise auszuklinken
wooow, ich für mich brauchte immer lange Anlauf um "ruhig"
zu werden d.h. keinen weder positiven noch negativen Gedanken mehr zu haben.
leben und leben lassen !
Traumländer



dabei seit 2007
175 Forenbeiträge

  Geschrieben: 30.07.21 18:17
Selbstausdruck schrieb:
Die Stille kommt auf, wenn die Dualität weg fällt. Wenn es kein gut oder schlecht mehr gibt, kein richtig oder falsch. Wenn alle Vorstellungen gefallen sind (oder zumindest sehr, sehr viele). Wenn die eigenen Glaubenssätze aufgelöst sind. Wenn man sich selbst (in allen Facetten) und alles was noch so erscheint, genau so annimmt wie es ist. Wenn man offen ist für das was ist. Wenn der Verstand zur Ruhe kommt. Wenn man "full on" ist, alles in seiner Ursprünglichkeit wahrnimmt, ohne zu bewerten. Wenn die Frische des Moments bewundert wird ....

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verlern nicht zu träumen, kleiner schmetterling
Traumländer



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  Geschrieben: 01.08.21 01:25
zuletzt geändert: 01.08.21 21:43 durch Dao (insgesamt 1 mal geändert)
Das könnte ein toller Thread werden. Danke für Deine Gedanken zu diesem Thema, Selbstausdruck! Ich kenne das unter dem Begriff der „Alleinheitserfahrung (All-Einheits-Erfahrung)“. Oder meint „Nondualität“ etwas anderes als „Alleinheit“?

Als Nachtrag zwei Links:
Erstens ein Artikel über Dualismus und das Leib-Seele-Problem, zum Zweiten ein Text über Odysseus in Dante Alighieris „Göttlicher Komödie“, der auf seiner Irrfahrt ja, auf sich selbst zurückgeworfen, gewissermaßen sein Selbst mehrmals überwindet.
»Zu einer Erkenntnis […] muß man durch Not, Leiden an seiner Fülle gekommen sein, muß geglaubt haben, ›entwurzelt‹ zu sein […], muß am Intellekt gelitten und ihn durch den Geist überwunden – muß mit dem Menschen gerungen haben.«
— Ernst Toller
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  Geschrieben: 02.08.21 10:58
Wie gern würd ich grad was dazu schreiben, aber bin etwas angeschlagen und fertig von den letzten Tagen. Es freut mich trotzdem sehr, dass Interesse an diesem Thema besteht und bald wird auch aus mir wieder ein Impuls kommen, um zu diesem Nichtsagbarem was zu sagen ....

Trotzdem hier noch ein paar Zeilen, welche die Nondualität betreffen. MMn sehr treffend, wie alles andere was ist auch.... ;)

GlG


Nondualität
Lange schon habe ich die Tendenz, eine Sprache zu finden, die so nah wie möglich das Unsagbare, das Unbeschreibliche, welches das offensichtlich Eine ist, ausdrücken kann.

Klar ist, dass dies Eine nicht in Worte gefasst werden kann, dass diese Botschaft nicht vermittelbar ist. Und doch ist diese Botschaft schon absolut vermittelt, durch die Tatsache, dass sie schon das ist, was geschieht. Die Vermittlung der Botschaft des Einen ist schon längst geschehen, sie ist das, was ist.
Jeder Versuch dies zu vermitteln, wird einerseits absolut scheitern (das zu wissen, ist sehr erleichternd, denn dann müssen wir uns nicht mehr angestrengt bemühen dies zu versuchen), andererseits ist jeder Versuch, dafür Worte zu finden, schon die absolute Vermittlung dessen, was dies Eine, Unsagbare ist (auch das ist erleichternd, denn welche Worte auch immer erscheinen, sie sind schon das, was diese Botschaft ist). All die Worte sind schon die Botschaft selbst, ohne dass diese Botschaft einen Weg zurücklegt, vom scheinbaren Sender der Botschaft bis zum scheinbaren Empfänger der Botschaft.

Nondualität oder Nicht-Dualität ist ein Begriff, der einen Versuch darstellt, das zu beschreiben, was das Eine ist, welches nicht-zwei ist, non-dual, ohne ein Zweites.
Die Tendenz alles zu benennen und allem eine Idee und ein Konzept zu verpassen, ist ein starker und fixierter Mechanismus in uns. Wir stehen eigentlich vor der ausweglosen Tatsache, dass wir nicht anders können, als alles zu benennen, allem einen Namen zu geben, alles in unser gewohntes Denksystem reinzuflicken, um nicht den Überblick und die wohlige Sicherheit einer logisch erklärbaren Welt um uns zu verlieren. Wir könnten ja in die Irre rutschen, wenn wir plötzlich nicht mehr fähig wären, einen Vogel als Vogel zu benennen oder unsere Hände als unsere Hände zu sehen. Wir könnten ja nicht überleben, wenn das Benennen aufhören würde, wir könnten ja sterben. Unsere gesamte Welt würde auseinender fallen, oder?

Wir stehen eigentlich vor dem Dilemma, dass wir die Realität nicht wahrnehmen, sondern nur unsere Beschreibung der Realität, unsere Benennung. Wir können Realität nie erfahren. Wir können nie wissen, was ein Vogel wirklich ist. Wir können nur unsere eignen Benennungen erfassen, die wir als Realität akzeptiert haben, und dadurch müssen wir uns nicht der absoluten Unwissenheit stellen, die ja bedeuten würde, dass all unser scheinbares Leben absolut nicht das ist, wofür wir es halten. Unsere gesamte Existenz würde flöten gehen, ja wir würden sterben, wir würden ausgelöscht werden, oder wir würden gar einfach nie da gewesen sein. Das kann doch nicht sein, oder? Da platzt einem ja der Kragen! Alles umsonst? Das ist ja Spinnerei! Das müsste man verbieten! (Ja, nicht ganz verfehlt. In früheren Zeiten könnte man durch solche Spinnereien auf dem Scheiterhaufen landen.)

Nicht-Dualität heißt letztlich absolute Unwissenheit. Nicht wissen wer oder was ich bin, nicht wissen was das Leben ist, nicht wissen was ein Baum, ein Vogel, eine Dose Bier, ein Stück Kuchen, ein Sandkorn, ein Planet, ein Gedanke, ein Gefühl, ein Körper ist, ja sogar nicht wissen, was Unwissenheit ist.
Wissen kann nur in der scheinbaren Dualität existieren. Wissen und Dualität sind gleich, so ist Nicht-Wissen und Nicht-Dualität gleich. Es heißt letztlich Sterben. Das Sterben des Wissens, das Sterben von all der scheinbaren Geschichte einer Person mit ihrem scheinbaren Leben in dieser scheinbaren Welt, obwohl niemand stirbt. Es offenbart sich nur diese Nondualität, in der nie eine getrennte Person mit Geschichte und Welt vorhanden war und in der nie Wissen möglich war, aber aus der doch all das Wissen und diese scheinbare Welt erscheint.

Nondualität ist zwar ein Konzept, ein theoretischer Versuch eine Unmöglichkeit in Worte zu fassen, ein Versuch das Unbenennbare zu benennen, ein Versuch, der kläglich versagen wird, aber diese Idee von Nicht-Dualität ist nun mal ein Konzept, welches so sehr nichts sagend ist, dass es eigentlich Worte findet, die so nah an das Unbenennbare heranreichen, dass es wohl näher nicht geht. Da kann sich der Verstand ganz schön die Zähne ausbeißen. Da hämmert der Verstand vielleicht so lange an eine Unmöglichkeit, dass er aufgibt und da die Offensichtlichkeit von dem Einen offenbar wird und die Suche ein Ende findet. Nicht weil gefunden wurde, sondern weil gesehen wird, dass nichts gefunden werden kann und alles schon das ist, was gesucht wird, und dies absolut ausreichend ist.

Nicht-Dualität ist einfach ein Zeigen mit dem Finger auf das, was nicht auffindbar ist. Dieser Finger zeigt darauf, aber da ist nichts zu sehen, an dem Ort wohin er zeigt. Da ist nichts. Da gibt es keine persönliche Erleuchtung, Erwachen, Seins-Erfahrung oder Befreiung. Die absolute Seins-Erfahrung ist schon das, was ist, ganz nackt und offen, ganz frei und unmittelbar, ganz offensichtlich.
Dies ist das, worauf Nicht-Dualität zeigt. Es ist kein Ding, keine Erfahrung, keine Erkenntnis, kein Wissen oder Weisheit und doch ist all das Scheinbare nicht weniger diese absolute Selbstverwirklichung als das Eine selbst. Du bist das Eine, da ist nichts als das Eine, nicht mehr, nicht weniger.

In dem und aus dem Einen erscheint eine Erscheinung, eine Idee von Trennung, eine Idee einer Person, die sich getrennt fühlt, von der Welt, von anderen Menschen und Dingen. Diese Idee und das Gefühl von Trennung, das mit ihr erscheint, schafft auch ein scheinbares Leiden in diesem Konstrukt von Persönlichkeit. Da erscheint ein Gefühl, dass etwas fehlt. Eine Art Unzufriedenheit, ein Gefühl von Mangel und daraus ein Suchen nach Erfüllung, Befreiung, Ganzheit, Einheit, oder man könnte auch sagen, ein Suchen nach der Abwesenheit dieses Gefühls von Trennung, nach der Abwesenheit der Person.

Dieses Konstrukt einer Persönlichkeit ist nicht weniger das Eine, als diese Nondualität selbst. Da gibt es keinen Unterschied. Nur leider, wenn das gesehen wird, ist keine Person da, die das sieht. Schade, da soll es diese Einheit geben, aber wenn sie dann endlich im Trophäenregal im Wohnzimmer steht, dann ist niemand mehr da um sie zu bewundern oder sich daran zu laben. Mist! Wieder nichts! Da hol ich mir lieber etwas Handfestes zum angreifen und zum herzeigen, da haben dann alle was davon. Ich hab meine Ehrung und die Anderen ihre Bewunderung oder ihren Neid. Da bin ich zumindest noch da und bin endlich mal jemand, oder?

Das Ende der Person ist das Ende der Geschichte, die da nie war. Niemand kann das sehen, worauf Nondualität hinweist, weil dies die Unmöglichkeit einer Person ist und die Offensichtlichkeit von Dem, was ist. Dies ist alles.
Im sehen, dass da nur das ist, kann keine Trennung sein und demnach auch keine Person, die das sieht. Da ist einfach nur das. In dem Sehen von niemand, wird gesehen, dass da nie eine Person oder Trennung war. Die Person scheint nur innerhalb der Geschichte zu existieren. Die Geschichte erscheint einfach als Idee, Wissen, Benennungen, Erinnerungen oder Gedanken, aus dem, was ist.

Das Ende der Person, ist das absolute Ende von Trennung. Dieses Ende heißt Nicht-Wissen. Da gibt es keinen, der etwas über dies wissen könnte. Da gibt es keine Lehre von Advaita (Sanskrit-Begriff für Nicht-Dualität), keine Philosophie, keine Klarheit, kein Wissen, kein Verstehen von dem. Da ist einfach nur das. Das ist das, was passiert. Kein Wissen, und doch ist all das scheinbare Wissen nicht weniger das, was diese Unwissenheit ist.

Mit dem Konstrukt der Person, erscheint auch die Illusion von Zeit, Ursache und Wirkung, Geschehnissen, Bedeutung und Standort. Im Wegfallen der Person, fällt auch Zeit, Raum, Bedeutung, Ursache und Wirkung. Die Zeitlosigkeit wird ganz offensichtlich. Da kann nie etwas passiert sein. Dieser Traum des Lebens war nie real. Dieses Sehen der Nondualität war immer schon und es ist das Ende eines Traumes, der nie war. Es ist absolute Unmöglichkeit, Unverstehbarkeit, Unsagbarkeit und doch all das, was passiert, nicht mehr, nicht weniger. Einfach Das.

Das Suchen und Streben dieser scheinbaren Person führt nirgends hin. Das Suchen ist einfach das, was passiert, und nicht weniger das Eine, als diese Nondualität selbst. Da gibt es kein Finden einer Befreiung, Erleuchtung oder ein Geschehen von Erwachen, kein absolutes Verstehen oder Erkennen. Dies kann nicht erkannt werden, nicht erfahren werden, nicht verstanden oder gewusst werden. Dies ist kein Ding. Trotzdem ist es das, was auch als Dinge erscheint.

Das Ende der Person ist kein Geschehen, das jemanden passiert. Da ist keiner mehr da, um dies zu sehen oder zu erfahren. Das Wegfallen der Person ist ein Wegfallen einer Illusion, die nie da war. Dies geschieht, obwohl es kein Geschehen ist, in der Zeitlosigkeit. Dies ist der Kollaps der Zeit. Es gibt da keinen Zeitpunkt dieses Geschehens.


Wenn du das jetzt verstanden hast, dann mach dir keine Sorgen, das geht schon wieder vorbei. Schlaf mal drüber und morgen geht’s dann schon wieder.

Wenn da jetzt ein absolutes Nicht-Verstehen bleibt, dann mach dir keine Sorgen, denn dann ist schon alles vorbei. Hier wird nichts gesagt, nichts vertreten oder zertreten. Da gibt es nichts zu lernen oder zu holen. Da gibt es nichts zu finden oder zu erkennen. Aber die Botschaft räsoniert oder auch nicht, sie wird gehört oder auch nicht. Das macht nichts. Sie ist schon vermittelt, durch das, was immer schon passiert, durch das, was immer schon ist.



Quelle: http://www.daniel-stoetter.com/nondualitaet/nondualitaet-nicht-dualitaet-advaita-vedanta.html
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Traumländer



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  Geschrieben: 04.08.21 18:22
Ihr wollt Einsamkeit, euch komplett isoliert kennenlernen? Dazu empfehle ich die Wochenenden im bayrischen Verwahrvollzug! Da werdet ihr zu genüge mit euch selbst konfrontiert, ohne Flucht oder Ausweg...
"Nur weil du nicht paranoid bist, heißt das noch nicht, dass du nicht verfolgt wirst."

"Echte Bankgeheimnisses, sagte der Skeptiker, gibt es nur in den
städtischen Parkanlagen."



» Thread-Ersteller «
Dauer-Träumer



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  Geschrieben: 05.08.21 10:40
Es geht ja nicht um Einsamkeit und Isolation - im Gegenteil, es geht um Freiheit und Einheit.

Bald schreib ich selber wieder ein paar Zeilen dazu, nur bin ich grad gscheit krank und hab wenig Energie dafür.

Greetz
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Traumländer



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  Geschrieben: 05.08.21 12:20
Ich denke, Blockmeister hat da schon einen wichtigen Punkt genannt. Im Knast wird man bestimmt brutal mit seinem Selbst konfrontiert. Selbstausdruck, ich würde den Gedanken nicht komplett aus der Diskussion ausschließen wollen.
»Zu einer Erkenntnis […] muß man durch Not, Leiden an seiner Fülle gekommen sein, muß geglaubt haben, ›entwurzelt‹ zu sein […], muß am Intellekt gelitten und ihn durch den Geist überwunden – muß mit dem Menschen gerungen haben.«
— Ernst Toller
Dauer-Träumer

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  Geschrieben: 06.08.21 07:57
Ich denke nicht , dass wenn man unter Zwang weg gesperrt wird das es funktioniert.
Man wird nicht zur Ruhe kommen und die Gedanken kreisen darum wann man raus kommt.
Inneren Frieden erreicht man so bestimmt nicht.
Als ich segeln war hat es über 1 Monat gedauert bis die Gedanken an Zuhause (was es damals nicht wirklich gab)
oder die letzten Erinnerungen einem durch den Kopf gingen.
Danach war nur noch ab und zu Angst das Thema keinen Fisch mehr zu fangen oder das die Geräte versagen
oder einfach nur das Wetter.
Tage vergingen wie Stunden und die Nächte waren furchtbar lang, weil man nicht müde war.
leben und leben lassen !
» Thread-Ersteller «
Dauer-Träumer



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302 Forenbeiträge

  Geschrieben: 06.08.21 09:52
Auch ich glaube nicht, dass es ausreicht "weg gesperrt" zu sein und sich zu isolieren, um die Identifikation mit dem Körper oder den Gedanken oder den Gefühlen oder den Erlebnissen aufzuheben. Es kann vielleicht sein, muss es aber nicht. Allein sein kann vielleicht helfen, genauso gut kann es aber auch helfen, sich unters Volk zu mischen. Alles sind im Endeffekt Erscheinungen, Dinge die kommen und wieder gehen. Aber das was übrig bleibt - was immer da war, immer da ist und immer da sein wird - ist einzig jenseits der Illusionen zu finden.

MMn ist es sehr wichtig, die Ego-Strukturen zu erkennen, um das "wahre" Selbst, die So-ist-heit zu schauen. Je mehr das Ego langsam weg bröselt, umso weniger Identifikation bleibt übrig und das Selbst wird geschaut.

Bin immer noch gscheit krank und es fällt schwer, mehr darüber zu schreiben. Hab aber ein kurzes Hörbuch gefunden, wie der Buddhismus das Selbst (sie nennen es das Nicht-Selbst) beschreibt. Ich finds interessant, gut beschrieben und es passt super zum Thema ....


Die geheimnisvolle Illusion des Selbst
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