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AutorBeitrag
Traumländer



dabei seit 2012
328 Forenbeiträge

  Geschrieben: 01.12.21 22:14
Zitronenfalltür schrieb:
Hier sind meine zehn Cent: [...]

@Zitronenfalltür:
Diese Erkenntnis ist definitiv mehr als 10 cent wert. Mindestens ist sie eine weitergehende Diskussion wert.

Der Pessimist in mir kann dir hierbei nur uneingeschränkt zustimmen. Ich habe solche Gedanken zu möglichen Auswirkungen der "fünften industriellen/gesellschaftlichen Revolution" in Ansätzen auch schon gehabt, ohne diese jedoch so präzise ausführen zu können wie du es in deinem Beitrag getan hast.
Grundsätzlich stimme ich dir zu, dass aufgrund dieser Entwicklungen noch große gesellschaftliche Umwälzungen auf die Menschheit zukommen werden, jedoch ohne eine auch nur eine Ahnung zu haben, wie diese aussehen könnten. Leider vermutlich einhergehend mit vielen Opfern, seien es menschliche oder auch gesellschaftliche Errungenschaften - siehe deine angesprochene "Systemkrise der Demokratie".

Dennoch gibt es auch einen Optimisten in mir, dieser hat die Hoffnung, dass es nicht so schlimm wird. So betrachtet ist die "Systemkrise der Demokratie" vielleicht auch nur letztes Aufbäumen ewiggestriger und fortschritts-und-freiheitsfeindlicher (sei es rechts-libertär á la Trumps America oder rechts-autoritär wie in Europa á la Orban/AfD/PiS/Brexit/Le Pen) Weltsichten und deren Anhängern.

Sachlich betrachtet - auch wenn es emotional durch mediale dauerpessimistische Beschallung schwerfällt - geht es der Welt ja seit Jahren immer besser, es gibt weniger Hunger und Krankheiten, weniger Kriege und selbst der Kapitalismus und das Finanzsystem sind langsam auf einem ökologisch nachhaltigerem Weg, wenngleich auch das Mantra des ewigen Wachstums weiter bestehen bleibt - und ich das optimistisch gesehen nicht mal schlimm finde, falls sich die kapitalistische Wertschöpfungskette irgendwann mal zu CO2- und ressourcen-neutral bzw. gar co2-negativ entwickelt.

Weiterhin gibts es neben den von dir genannten Gefahren dieser gesellschaftlichen Entwicklung ja auch immer Chancen. Zumindest sehe ich neben der zwar besorgniserregenden zunehmenden Anhängerschaft der Verschwurbelungs-Ideologen auch zunehmend mehr gesellschaftlichen Gegenwind durch pro-Wissenschaftliches Denken, ein zunehmend stärkeres Gerechtigkeitsempfinden sowie ökölogisches Bewusstsein der Menschheit.

Abschließend steht natürlich fest, dass weder Pessimist noch Optimist noch Realist eine Glaskugel besitzen.
tl;dr: Es bleibt spannend!

PS: Auch wenn ich durch meinen Post eigentlich nichts substanzielles beitragen konnte, finde ich dieses Thema doch hochinteressant und bin durchaus interessiert an Ausführungen der "randständig wahrgenommenen Philosophen und Soziologen im akademischen Elfenbeinturm". Also wenn du dazu ein paar Quellen (Texte/Interviews/...) hast, immer her damit.
 
Abwesender Träumer



dabei seit 2017
38 Forenbeiträge
2 Tripberichte
1 Langzeit-TB

  Geschrieben: 02.12.21 03:37
Leute, lasst doch mal unser Alien-Vorwarnsystem in Ruhe. Es ist das einzige was wir haben.

Früher konnte ich mit einem Youtubeklick mich versichern, dass die Alphamännchenanführer der Verschwörer immer noch wild durcheinanderplappern und den Illuminaten die Schuld geben, die Kinderblut trinken, oder den Reptiloiden oder den Juden oder Satan.

Wegen Corona sind die jetzt alle nur noch in geheimen Telegramgruppen unterwegs, dh. ich krieg nichtmehr mit wenn die plötzlich sich alle einig sind und auf einmal alle in die selbe Richtung deuten oder ihre Anführer ihr Milliardengeschäft aufgeben weil es "lol nur Spaß" war, oder sie plötzlich einer nach dem anderen wegsterben, einfach weil einer eben doch mal tatsächlich auf was gestoßen ist.

200.000 Jahre homo sapiens sapiens und die laufen heute noch rum. Die sollen uns halt warnen wenn das große Pilzbewusstsein aus dem Weltraum plötzlich unsere Politiker gebrainwashed hat, der Weltraum ist nämlich wirklich offen und keiner von unserer narzißtischen höheren Elite nimmt das ernst. Und wenn das große Pilzbewusstsein aus dem All kommt dann nimmt es wiederum den verwahrlosten Typen am Straßenrand mit dem "Morgen geht die Welt unter"-Schild nicht ernst, weil auf den ja eh keiner von uns hört. It's a good system.
 
Traumländer



dabei seit 2008
2.362 Forenbeiträge

  Geschrieben: 19.01.22 06:31
Incredere schrieb:
Ich halte es für einen schlechten Witz dass dieser Thread überhaupt diskutiert... Was soll das bitte bezwecken? Die Gedankenspielerein von Menschen in Gang bringen über Dinge über welche sie in der Regel gar nicht viel wissen? Theorien aufzustellen ist sehr leicht, Fakten im Nachhinein zu suchen die in dieses Schema passen auch. Verschwörungstheorien haben zu einem wesentlich schlechteren Verständnis der Welt geführt, nicht weil jede Theorie falsch sein muss, es besteht immer die kleine Chance dass sie richtig sein könnte (zumindest in jenen die an sich technisch / physikalisch plausibel erzählt werden, gibt ja einige die nicht mal das Bestehen sodass man ohne Fallkenntnis weiß dass es nicht stimmen kann), sondern weil ein überwiegender Teil völlig abseits des Tatbestands einfach durch den menschlichen Wunsch nach der Entdeckung von etwas Großem herstammt (sensation seeking ohne vom Schreibtisch aufstehen zu müssen).

Einfach zu fragen cui bono und dann versuchen die irgendeine Geschichte dazu zu erfinden ist vllt unterhaltsam aber letztlich Schwachsinn. Mit cui bono kann man grundsätzlich immer und in jede Richtung argumentieren, das bringt einen nicht ansatzweise weiter. Beispiel: Es gibt 3 verfeindete Gruppen im Land, die radikalen A, die gemäßigten B die an der Regierung sind und die in die andere Richtung radikalen C. Es gab einen Anschlag gegen eine Person von Gruppe A. Mit cui bono könnte man nun argumentieren dass C dahinter steckt. Genauso aber könnte man argumentieren dass A dahinter steckt wegen eines false flag attacks, um die Sympathien auf die Seite von A zu ziehen und zu einem härteren Vorgehen von B gegen C zu führen. Genauso könnte man argumentieren dass B den Anschlag verübt hat, um A gege C aufzuhetzen und so die eigene Macht abzusichern. Ihr seht: Absolut alles ist plausibel wenn man noch cui bono geht! Der Erkenntnisgewinn ohne Fakten und Indizien ist erstmal gleich 0.

Leider und viel zu oft diffamieren solche Theorien irgendwelche Personen oder Organisationen völlig unbegründet oder lenken von tatsächlich existierenden Problemen schlichtweg ab.

Das gilt übrigens auch selbst wenn alle Indizien die zusammengetragen wurden wirklich echt und wahr sind. Denn auch dann ist es in der Regel nichts weiter als eine Selektion von Informationen, um das gewünschte Bild zu erzeugen. Stellt euch vor ihr habt ein Blatt Papier, sinnbildlich für die gesamte Wahrheit. Jetzt kommt der Verschwörungstheoretiker und behauptet dieses viereckige Papier sei in Wahrheit ein Hinweis der den Schuldigen identifiziert. Dann schneidet er mit einer Schere einfach aus dem Blatt ein Pfeil aus, sodass dieser auf seinen Gegenüber zeigt. Selbstverständlich ist das völlig lächerlich, aber der Verschwörungstheoretiker hat tatsächlich nur das verwendet, was wirklich in diesem Blatt enthalten war: Nämlich einen Pfeil in eine bestimmte Richtung, wenn man selektiv Teile des Papiers entfernt. Er musste nichts dazu erfinden oder lügen, lediglich gut genug selektieren um seine eigene Theorie in die Praxis umzusetzen. Dabei übersieht er aber dass man mit einer anderen Selektion jedes andere erdenkbare Muster aus dem Blatt (der Wahrheit) hätte herausschneiden können. So kann selbst aus richtigen Hinweisen die Teil der Wahrheit sind eine völlig falsche und kontraproduktive Schlussfolgerung entstehen. Genau an der Stelle scheitern 99% der Verschwörungstheorien, weil sie immer nur jene Fakten berücksichtigen, die der eigenen Theorie entsprechen. Für eine plausible Theorie müsste es aber andersrum sein, erst nach Erhebung aller Fakten dürfte die Theorie entstehen, oder aber man ist gewillt seine Theorie nach der Aufstellung umgehend und nach wissenschaftlichen Kriterien zu testen und dann aber eben auch konsequent zu verwerfen, sofern sich kein signifikanter Hinweis auf die Richtigkeit der Theorie finden kann. Das passiert aber nicht, stattdessen geistern auch heute noch Jahrzehnte alte und schon ewig widerlegte Verschwörungstheorien durch das Internet, ein mal losgetreten und dann verselbstständigt.

Wer es nicht leisten kann umfassend und objektiv alle Informationen zusammenzutragen und dann auch zu berücksichtigen, der sollte sich mit Anschuldigungen und Theorien entsprechend zurück halten. Das hat übrigens nichts zu tun damit dass ich dagegen wäre dass Menschen kritisch mitdenken und mündig ihre Meinung vertreten. ABER: Der kritische Geist weiß über sein eigenes Unwissen und beschränkt sich bei seinen Aussagen darauf das zu sagen was er weiß und alles darüber hinaus auch entsprechend als Vermutung zu kennzeichnen. Würden sich daran alle halten, dann könnte eine gemeinsame Diskussion tatsächlich mehr und mehr an Fakten zusammenbringen und zur Aufklärung beitragen, wer aber in ein Forum geht und laut ruft dass hier ne Verschwörung vorliegen muss und diese Person oder Organisation schuldig ist, der tut genau das Gegenteil und verhindert nen konstruktiven Diskurs.
Herrlich! Daumen hoch.
Liebe ist Leben.

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