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Traumland-Faktotum



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  Geschrieben: 23.05.23 10:22
Hallo :)

Bei mir wurde als Jugendlicher mit 15 Jahren ADS diagnostiziert und es gab einen Ansatz der Behandlung mit Strattera. Methylphenidat oder Lisdexamphetamin kam damals nicht in Frage da mein Cannabiskonsum bekannt war und dies einen Ausschlussgrund darstellte. War damals auch besser so vermutlich den sogar Strattera habe ich nicht wirklich eine Chance gegeben da der Missbrauch damals im Vordergrund statt.

Da ich durch das ADS erhebliche Probleme habe wie zum Beispiel:
- Ich kann mich auf nichts konzentrieren, ich mache im Endeffekt immer mehrere Sachen zur selben Zeit aber nichts so wirklich
- Wenn ich irgendeine Tätigkeit starte so kann ich sie nicht lange fortsetzen da ich mich gleich mit irgendwas ablenke
- Das Aufmerksamkeitsdefizit zieht sich durch alle Bereiche in meinem Leben und verursacht Probleme

Hab früher schon oft Methylphenidat/Ethylphenidat, Amphetamin und Methamphetamin in sehr geringen Dosen konsumiert und damit könnte ich mein ADS perfekt behandeln ohne das durch eine zu hohe Dosis ein Rausch entstanden ist.

Momentan versuche ich allerdings neben Morphium, meinem Substitutionsmittel den Beikonsum wegzulassen. Also kein "recreational Use". Also kommen Ritalin/Elvanse zurzeit eher nicht in Frage.

Habe mich gefragt ob es nicht eine natürliche Möglichkeit gibt ADS zu behandeln. Also mit pflanzlichen Mitteln die hinsichtlich Sucht und Missbrauchspotential eher harmlos sind.

Habt ihr Erfahrungen damit?

Wenn ihr durch ADS ganz erhebliche Probleme im Leben habt, würdet ihr es für euch präferieren substanzfrei zu leben oder würdet ihr einen Kompromiss mit einem Medikament finden wollen?

Grüße
Psy Wordex
Je höher wir uns erheben, um so kleiner erscheinen wir denen, welche nicht fliegen können. - Nietzsche

Ein Morphinist vom ganzen Herzen
Traumländer



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  Geschrieben: 23.05.23 16:08
Ich glaube dass ich ADS habe, ist aber nicht diagnostiziert.

Medikamente habe ich unabhängig von der Diagnostik ausprobiert, zum lernen, feiern, berauschen, aus Langeweile.
Medikinet/Ritalin empfand ich als zu emotionlos, getrieben, roboterhaft.
Amphetamin fand ich da schon angenehmer, aber ganz ehrlich: jeden Tag will ich das auch nicht nehmen müssen. Gerade mit dem Essen und schlafen hab ich ja so schon Probleme, die ich ganz gut in den Griff bekommen habe. Das würde ich ungerne wieder kaputt machen wollen.

Also für mich ist da eher gesünder einen Umgang damit zu finden, der in Arbeitswelt und co. Funktioniert. Das ist natürlich eine besondere Herausforderung, da die Arbeitswelt insb. Sowas wie Berufsschule sehr ADS-Feindlich strukturiert ist. Uni läuft da besser, weil man unabhängiger lernen und arbeiten kann.


Ja was hilft... Also ein Stück weit geregelter Tagesablauf, gutes Essen, frühes (aber nicht zu frühes) Aufstehen, Sport, Zeit für freunde und Hobbies, Zeit für mich selbst. Das alles richtig zu jonglieren ist für mich schon eine enorme Herausforderung. Einerseits will ich jeden Tag was neues erleben, Menschen sehen usw. Andererseits brauche ich Zeit für mich und Routine. Fühlt sich oft paradox an.

So blöd und für mich schwierig es ist: Planen hilft. Planen, wann ich was mache, wie bspw. :Ich zocke jetzt 1-2h, dann esse ich 1h usw. Das vermischt mit Spontanität. Auch irgendwie Paradox.

Pflanzliche Sachen... Würden wahrscheinlich ähnlich wie Medikamente Nebenwirkungen und Abhängigkeit nach sich ziehen, nur evtl. Schwächer. Ich versuchs weiter ohne.
"Immer wieder, wenn ich aus dem Leib aufwache in mich selbst, lasse ich das andere hinter mir und trete ein in mein Selbst; ich sehe eine wunderbar gewaltige Schönheit und [...] bin in eins mit dem Göttlichen" (Plot. IV.8.6)
Traumländer



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  Geschrieben: 23.05.23 18:32
Autosuggestion kann definitiv helfen. Ganz gut sogar.
Man muss allerdings regelmässig die entsprechenden Übungen machen. Dafür ist das Ganze nebenwirkungsfrei und man kann auch noch gleichzeitig einen anderen Punkt bearbeiten.
Grüsse
 
Endlos-Träumer



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  Geschrieben: 24.05.23 11:27
Moinsen,

Ich habe einige Leute mit ADS oder ADHS kennengelernt und konnte bei allen gewisse Gemeinsamkeiten im Lebensstil feststellen, welche sehr wahrscheinlich nicht gerade zu einem ausgewogenen Geist beitragen. Wenn ich mal Phasen habe, in welchen ich nicht auf mich achte und meine Tage so ähnlich ablaufen, ist mein Kopf ähnlich chaotisch strukturiert. Dazu gehören hauptsächlich folgende Dinge:

-Videospiele bzw. allgemein viel Zeit vor Bildschirmen
-Bewegungsmangel
-Viel Zeit in geschlossenen Räumen ohne genügend Tageslicht
-Zu viel oder zu wenig Schlaf
-Fast Food & Zucker
-Drogen

Ich selbst würde immer zuerst versuchen, an diesen Dingen anzusetzen, denn sie alle haben bekanntlich großen Einfluss auf die Hirnchemie. Seit ich diese Dinge vermeide und durch bessere Alternativen ersetzt habe (Sport, Waldspaziergänge, Bücher, Kochen, Kalte Duschen, Atemübungen, Meditation, Listen anfertigen etc), bin ich ausgeglichener als je zuvor.

Man sagt ja, Ordnung sei das halbe Leben. Für mich hat's geklappt, aber wenn meine Disziplin mal nachlässt, nimmt auch das Chaos wieder zu. Bei meinem Bruder ist es ähnlich. Er hat sogar diese Diagnose, aber er bevorzugt inzwischen auch Sport etc über Psychopharmaka.

Zitat:
...oder würdet ihr einen Kompromiss mit einem Medikament finden wollen?

Ich selbst würde generell eine regelmäßige Medikation für die langfristige Lösung meiner Probleme nicht in Betracht ziehen, da ich eben denke, dass es fast immer eine bessere Methode gibt. Aber das bin nur ich.
The Best Way To Hide In The Deep Sea:
https://www.youtube.com/watch?v=ih2_KqBrY8s

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