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Neuer Träumer

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4 Forenbeiträge

  Geschrieben: 25.01.24 04:15
Ich bin schon sehr lange in der Schwebe und kann mich nicht entscheiden ob ich mit oder ohne Sucht leben möchte.

Konkret handelt es sich vor allem um meine Kratomsucht, ein bisschen auch nicht ständig ur viele substanzen und medikamente zu konsumieren, also ich zähle da auch koffein , nikoton, ibuprophen usw dazu. Und medien, internet, tv ... aber vor allem die körperliche Kratomsucht.

Ich bin wirklich ganz und gar nicht sicher. Das durchstehen des Entzuges sehe ich als gar kein Problem. Aber danach möchte ich dann eigentlich nicht meine Tage ohne Kratom bestreiten. Damit bin ich dann aber auch nicht ganz zufrieden, was mich daran wieder stört : Ich finde es nicht gut drogensüchtig zu sein, und denke dann dauernd darüber nach, es nimmt viel zu viel Raum in meinem denken ein. Außerdem habe ich die Sorge es könnte mich längerfristig optisch schneller altern lassen, ich möchte nicht "fahl" wirken, und ich stelle mir vor das tun opioide, sie nehmen einem das strahlen...

Was für die Sucht spricht: Es geht mir gesundheitlich und psychisch besser mit Kratom. Wirklich auch gesundheitlich. Ich werde nämlich ohne kratom dauernd krank, bin dann eigentlich chronisch krank, ständig schwach und fertig. Was auch zu einem bedenklichem Konsum von Grippemitteln wie Ibuprophen führt, ich hatte vor meiner Kratomsucht den Eindruck dass ich körperlich kaputtgehe, weil das meinen Körper arg strapaziert, ständige Nebenhöhlenentzündungen und Kopfschmerzen und Atemwegsinfekte.
Seit ich Kratom nehme ist es gesundheitlich bergauf gegangen mit mir, die ständigen Infekte waren weg und ich konnte auch viel mehr sport machen und wurde auch dadurch fitter. Früher wurde ich meist auch gleich krank wenn ich Sport gemacht habe, da mein Allgemeinzustand halt schon zu geschwächt war. Bisschen so wie jemand der CFS hat. Nur denke ich, bei mir ist der allgemeine Stesslevel psychisch bedingt zu hoch, vielleicht hilft mir die leichte Dämpfung durch das Kratom da einfach, oder es ist echt etwas unbekanntes medizinisches.

Ich merke schon während ich dies schreibe, das mir wahrscheinlich niemand helfen kann, ich kann mich weder für den einen noch den anderen Weg ganz entscheiden...







 
Traumländer



dabei seit 2012
245 Forenbeiträge

  Geschrieben: 25.01.24 08:19
So, wie du deine Situation beschreibst, scheint es klar, dass du wohl eine höhere Lebensqualität haben würdest, wenn du weiterhin Kratom konsumierst.
Du könntest ja versuchen daran zu arbeiten, deine Abhängigkeit zu akzeptieren.
Wenn du weiter keine Einschränkungen im Leben durch den Konsum hast, sehe ich nichts was dagegen spricht (außer der anerzogenen Haltung gegenüber „Sucht“).
Wäre es nicht möglich, dass, wenn du dir die Sucht erlaubst, akzeptierst und als gegeben hinnimmst, das Ganze viel weniger Raum in deinem Alltag beansprucht (gedanklich).
Ich nehme an, dass dich Kratom nicht schneller Altern lassen wird, auch wenn du manchmal fahl aussiehst (schnelles Altern bei Opioidabhängigkeit ist in der Regel eher ein Nebeneffekt der der durch die Prohibition verursachten Lebensumstände geschuldet ist).
Wieviel Kratom nimmst du denn und hast du außer dem fahlen Ausehen noch irgendwelche unerwünschten Nebenwirkungen?
 
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Neuer Träumer

dabei seit 2024
4 Forenbeiträge

  Geschrieben: 25.01.24 10:38
Ich weiß ehrlich gesagt nich wieviel ich nehme, weil ich nie abwiege, ich werfe einfach immer einen sehr vollen Teelöffel in eine Tasse.

Ich weiß nur dass meine Sucht durch einen Entzug den ich im Herbst ohne Probleme gemacht habe viel schlimmer wurde. (symptome waren zu keinem Zeitpunkt so stark dass es mir schlecht ging)

Hab grade meine Bestellungen gecheckt. ende 2018 : 145 gramm, mitte 2020 : 100 gramm, ende 2021 :80 gramm, mitte 2023 :200 gramm, ende 2023 : 250 gramm- wovon ca 30 % noch da sind. - ich werde wohl so bei 5-7 gramm pro tag sein

bis jetzt habe ich kein fahles aussehen. wenn man 2-3 mal im monat erkältet ist und dann tagelang ibuprophen und aspirin nimmt sieht eher noch schlimmer aus. ich dacht ebei dem fahlen aussehen eher an etwas charismatisches. ich bilde mir ein leuten opiatabhängigkeit anzusehen ...

hab gerade sehr verworren meine Konsumgeschichte genauer aufgeschrieben- eher für mich selbst:



Ich kaufe Kratom glaube ich seit ca 13-15 Jahren, aber hab das früher nur ganz selten genommen, alle paar Monate zum Zahnarztbesuch oder so . Vor 3 Jahren fing ich an häufiger etwas zu nehmen um auch mit anderen Situationen klarzukommen die mich "herausfordern", irgendwann 2023 täglich . Das täglich war plötzlich ein game-changer- das ständige drauf sein. Dadurch kam ich plötzlich aus einer 5 jahre dauernden chronischen Erkrankung heraus, konnte arbeiten gehen und hatte eine sehr gute Zeit. Durch den Entzug im Herbst, wo ich wirklich aufhören wollte und mir das danach auch erstmal so dachte dass es jetzt so ist dass ich das nicht mehr dauernd nehme fing ich an mit 2 mal täglich. Ich bin nämlich danach direkt wieder in meinen "dauernd krank" zustand gerutscht, und war gleich mal in Serie krank und danach nur halb gesund. Da ich aber innerlich irgendwie dachte ich will jetzt kein Kratom mehr nehmen wirkte das Kratom nicht mehr so gut, also körperlich half es aber psychisch war ich unzufrieden und habe extrem die Dosis gesteigert um da drüberzufahren. Vor dem Entzug half mir Kratom gegen jegliches unwohlsein- sobald ich es genommen hatte ging es mir immer gut und ich war zu 100% in der Lage mit Situationen klarzukommen. Seit dem Entzug ist das eher ne Glücksache. Gesundheitlich funktioniert es imme rnoch super, ich war letzten Winter statt ca 30 mal genau 2 mal krank, aber psychisch ist es kein garant mehr dafür mich immer gut zu fühlen (was mir aber irgendwie recht ist, ich möchte gar keine Droge als eine Art Gott haben im Leben). Der gesundheitliche Aspekt nicht chronisch erkrankt zu sein ist für mich viel wichtiger.




 
Administrator



dabei seit 2009
1.055 Forenbeiträge
4 Tripberichte

  Geschrieben: 26.01.24 23:23
Okay, also du hast in gut 5 Jahren um die 775g Kratom zu dir genommen. Ich wage zu behaupten, dass das eine wirklich sehr konservative Menge über den Zeitraum darstellt. Ich persönlich nehme Kratom seit an die elf Jahren (mit längeren Pausen, hier und da, aber viel der Zeit im Dauerkonsum). Dabei gab es Phasen in denen ich pro Monat um die 400g oder mehr konsumiert habe. Zurzeit sind es um die 50g pro Monat. Auf 5 Jahre gerechnet komme ich da auf gute 12kg Kratom, und das ist konservativ geschätzt.

Ich will mich hier nicht als Maßstab präsentieren, aber ich denke dass dein Konsum verhältnismäßig noch sehr gemäßigt ist, im Vergleich zu Kratomdauerkonsumenten. Das erlaubt aber natürlich auch nur eine limitierte Aussage zu deiner Sucht. Welche Menge für welche Intensität einer Sucht verantwortlich ist kann von Person zu Person schwanken. Was die physische Komponente angeht, schließe ich mich Schnippe an. Ich denke nicht, dass dir in deinem aktuellen Konsummuster ein fahles Aussehen/Ausstrahlung droht (selbst nach all dem Dauerkonsum schätzen mich Leute sogar in der Regel gut drei bis fünf Jahre jünger).
Was dein psychisches Wohlbefinden angeht kann ich dir aber nur eins raten: wenn dich die Sucht stört (was ich sehr gut nachvollziehen kann), dann werde sie los. Natürlich ist das in deiner Situation daran geknüpft, deine körperliche Gesundheit nicht zu riskieren. Dass deine häufigen Erkrankungen ohne Kratom durch ein erhöhtes Stressaufkommen verursacht werden könnten halte ich für plausibel (aber ich bin natürlich kein Fachmann was sowas angeht). Wenn diese häufigen Erkrankungen tatsächlich ein Symptom von Stress und Belastung sind, empfehle ich psychisch fachkundige Hilfe. Hast du mal versucht eine Therapie zu machen? Vielleicht könntest du so die Ursachen bekämpfen, die dich ohne den Kratomkonsum derart stressen und schwächen, dass du ständig krank bist.

Soviel meine Gedanken zum Thema.
Gruß, Konf
What would Jesus do?
Traumländer

dabei seit 2010
45 Forenbeiträge

  Geschrieben: 27.01.24 08:42
Grundsätzlich bin ich der Ansicht, dass es keinen Sinn macht, zwischen Drogen und Medikamenten zu unterscheiden. Kratom hat ein breites Wirkungsprofil, sowohl was körperliche als auch psychische Dinge angeht. Wenn du der Meinung bist, dass es dir bei deinen Beschwerden hilft, ist das doch erstmal eine gute Sache. Stattdessen andere Medikamente zu nehmen, ist vermutlich auch nicht unproblematisch. Nebenbei ist die psychische Wirkung bei Kratom natürlich äußerst angenehm. Das ist letztlich auch bei den meisten der Grund, weswegen sie in die Sucht und in der körperliche Abhängigkeit getrieben werden.

Am Ende ist es eben eine Abwägungsfrage, ob die Sucht das ganze trotzdem sinnvoll erscheinen lässt. Wie sehr schränkt es den Alltag ein? Ist die Sucht auf Dauer finanzierbar? Wie ist die Lebensqualität, wenn man gerade nicht konsumiert?

Nach 12 Jahren Dauerkonsum bin ich für mich persönlich zu dem Ergebnis gekommen, dass mir die Sucht das ganze nicht mehr wert ist. Warum? Der wesentliche Grund, ist dass die Wirkung nicht mehr da war. Am Anfang war die Wirkung sensationell: stimmungsaufhellend, beruhigend, antidepressiv, angstlösend, wie in Watte gepackt. Diese Wirkung lässt aber irgendwann nach, man kann sogar fast sagen, dass sie sich ins Gegenteil verkehrt. Im Prinzip bringt einen das Kratom nur noch auf das Normal-Niveau, was man hätte, wenn man erst gar nicht konsumieren würde. Man kommt für 30 Minuten aus dem Loch heraus. Das war es dann aber auch. Dafür hat man praktisch permanent körperlichen Entzug, ist gestresst und irgendwie immer leicht depressiv. Außerdem muss man zwangsläufig den ganzen Alltag entsprechend organisieren.

Wenn die Kratomsucht weit genug fortgeschritten ist, würde ich sagen, versklavt man sich regelrecht für diese Substanz. Das tückische ist, dass die Wirkung eben so unscheinbar daherkommt. Man ist nicht sofort angefixt, sondern es schleicht sich ganz langsam in das Leben ein. Durch die hohe Alltagstauglichkeit und den geringen Preis kann man diese Sucht auch problemlos dauerhaft aufrecht erhalten.

Man muss schon extrem diszipliniert sein, um einen vernüftigen Umgang mit Kratom zu finden. Jeder Mensch ist anders, aber viele rutschen doch langfristig in eine harte Sucht. Rückwirkend betrachtet würde ich sagen, dass ich es bereue, mit Kratom angefangen zu haben, trotz dass ich am Anfang wirklich eine gute Zeit damit hatte.
 
Moderator



dabei seit 2012
2.783 Forenbeiträge

  Geschrieben: 28.01.24 18:58
Ich muss mich da smak2k anschließen, ich habe genau die gleiche Erfahrung gemacht. Das soll keinesfalls heißen dass du jetzt sofort das Kratom loswerden solltest, aber ich denke dass die negativen Erfahrungen für dich sehr wichtig als Kontrast für deine Entscheidung sind.

Zu Anfang war das Kratom wirklich eine Bereicherung für mein Leben, ich konnte damit meinen gesamten anderen Konsum massiv herunterschrauben und tatsächlich hat das anscheinend dazu geführt, dass ich mich heute ein bisschen besser im Griff habe. Ein bisschen. Für eine gute Zeit hab ich mich tatsächlich nüchtern relativ normal gefühlt, und auf Kratom eben einfach besser.

Das verging aber nach einigen Jahren. Bei mir waren es immer on and off Phasen von intensivem Konsum über einige Monate hinweg mit beachtlicher körperlicher Abhängigkeit, und dann wieder Entzug/Ausschleichen und ein paar Monate garnichts. Zuletzt dann während des zweiten Jahrs meines Technikers und dem ersten Jahr in meinem neuen Job, war ich durchgehend zwei Jahre lang drauf, und da kam dann der Scheidepunkt, wo ich eindeutig feststellen musste dass mir das Kratom nurnoch schadet. Ich hatte den Eindruck schon vorher gewonnen also keine Ahnung wann genau es losging, aber ab da war ich mir dann sicher. Ich wurde richtig extrem depressiv, so depressiv dass ich morgens weinend aufgewacht bin, ständig Suizidgedanken hatte und mir Leute bei denen ich übernachtet hatte sogar erzählten dass ich im Schlaf nach Hilfe schreie.

Vor allem letzteres hat mir echt ein bisschen Angst gemacht, ich konnte in der Zeit nicht verstehen was mit mir passiert. Und ich möchte dabei betonen, das war nicht nur so wenn ich grade nicht auf Kratom oder grade am runterkommen war - am Ende hatte ich von einer Kratomdosis vielleicht 30mins das Gefühl normal drauf zu sein, danach ging es mir nurnoch scheiße, und das durchgehend, bis ich mit der zweiten Dosis nochmal 30mins Ruhe vor dem Zirkus in meinem Kopf hatte.
An der Stelle sollte aber auch kurz erwähnt sein, dass ich unabhängig von dem Kratom mit einigen psychischen Problemen zu kämpfen habe, also ich will das jetzt nicht so hinstellen als ob das Kratom die alleinige Ursache gewesen wäre. Aber ich komme normalerweise eigentlich ganz gut damit klar, und in der Zeit, grade um den Jahreswechsel 2022/2023 rum, war es so als ob mir das plötzlich völlig außer Kontrolle gerät und meine Gefühle völlig kontrollieren wie ich mich grade verhalte.

Der Entzug war diesmal schwieriger als gedacht, schlussendlich musste ich mir 2 Wochen Urlaub nehmen und in denen streng abdosieren, weil ich aufgrund meiner Emotionalität und Reizbarkeit bei der Arbeit kaum zu ertragen war. Seitdem hab ich Kratom nichtmehr angefasst und es geht mir wirklich tausend mal besser. Es hat ein paar Wochen gedauert bis die Schlappheit, die Leere, die Lustlosigkeit und das alles verschwinden und wieder die Lebenslust zurück kommt, aber sie kommt wieder zurück, versprochen.

Solange du dir sicher bist dass das Kratom dir wirklich overall hilft (nicht nur wenn du grade drauf bist), dann nimm es ruhig weiter. Immerhin ists eine der am besten handelbaren Abhängigkeiten, die zumindest bei deinem Konsummuster keine physiologischen Schäden verursachen sollte und dich nicht in die Illegalität zwingt. Es ist schonmal regelmäßigem Saufen vorzuziehen, würd ich mal behaupten - sowohl was deine körperliche als auch deine psychische Gesundheit angeht.
Aber gerade wenn du dich eh schon fragst, ob du eigentlich wirklich abhängig sein willst - eine wirklich gute Frage wie ich finde, denn ja, es schränkt dich massiv in deiner Lebensgestaltung ein - wieso versuchst du nicht einfach mal testweise, es auszuschleichen, mal 1-2 Monate komplett zu verzichten und zu schauen wies dir damit geht? Du kannst die Abstinenz ja abbrechen wann auch immer du willst. Aber wenn du das durchziehst, könnte es durchaus sein dass du merkst, dass das Leben eigentlich ohne Kratom sogar noch schöner ist.
Half the fun is learning!
Traumländer



dabei seit 2013
412 Forenbeiträge

  Geschrieben: 03.02.24 10:30
Sucht ist immer so eine Sache, gerade bei Toleranz erzeugenden Substanzen, wenn es problematisch wird ist es leider oft schon zu spät...

Ist auch irgendwie gefühlt alles sehr individuell. Ich habe in jungen Jahren viele Benzos und viel Alk konsumiert und hatte das 4-5 Jahre gut unter Kontrolle bis es irgendwann trotzdem eskaliert ist. Substituiere jetzt seit knapp 10 Jahren mit Baclofen, das klappt ganz gut.

Anders ist es mit Opiate die nehme ich auch seit fast 15 Jahren mal mehr mal weniger(auch das potente Zeug) und bis heute nie wirkliche Probleme gehabt, außer mal einen leichten Entzug der mich dann auch erstmal wieder bedient.

Antidepressiva und Substi haben mir geholfen weniger auf Drogen als Stimmungregulator abhängig zu sein, die Sucht aufgelöst haben sie leider nie. Ob das Sinn macht muss jeder selbst wissen, man sollte schon drauf achten das man bestmöglich (physisch wie psychisch) an die Sache ran geeht denn um so länger funktioniert das Ganze.

Würde mich als Substanz Verhaltenspolytox bezeichnen, wenn auch keine Sache einzeln mehr ins Gewicht fällt als die andere, gibt es doch eine leere wenn ich meine Sucht garnicht befriedige.

Wünsche dir als Gute.

@Pharma du hast deinen Techniker? Cool, welche Fachrichtung und in welcher Form hast du dilen absolviert? (: Ich hab meinen in Elektrotechnik und die 2 Jahre Vollzeit waren ne richtig geile Zeit in meinem Leben.

Lg
Wenn ich so werden soll wie Ihr, wer wird dann so wie ich?
Moderator



dabei seit 2012
2.783 Forenbeiträge

  Geschrieben: 03.02.24 15:34
Also um ehrlich zu sein wollt ich nur auf BaldurDash's Frage antworten, aber ich will jetzt diesen eigentlich wirklich tollen Thread nicht mit Offtopic vermiesen, also hier erstmal noch ein imo wichtiger Zusatz zu meinem ersten Post:

Saggitarius, ich weiß nicht wieviel Erfahrung du mit Opioiden im Allgemeinen hast, aber jetzt wo ich deinen Eingangspost ein drittes Mal gelesen habe ist mir etwas aufgefallen:
Saggitarius schrieb:
Ich werde nämlich ohne kratom dauernd krank, bin dann eigentlich chronisch krank, ständig schwach und fertig. Was auch zu einem bedenklichem Konsum von Grippemitteln wie Ibuprophen führt, ich hatte vor meiner Kratomsucht den Eindruck dass ich körperlich kaputtgehe, weil das meinen Körper arg strapaziert, ständige Nebenhöhlenentzündungen und Kopfschmerzen und Atemwegsinfekte.


Ich verstehe dich hier so dass dieses Problem bereits bestand bevor du angefangen hast Kratom zu nehmen; aber dir muss unbedingt bewusst sein dass gerade solche Kränkelei, das Schwächegefühl, Energie- und Motivationslosigkeit - das ist das Einmaleins des Opioidentzugs. Was du beschreibst klingt wirklich sehr danach, als ob du durchaus Entzugsymptome hättest, welche aber mit deiner weiteren Problematik so weit verschmilzt dass es sich wie ein grundlegendes Problem anfühlt.
In diesem Sinne würde ich dir dringend ans Herz legen, meine vorher vorgeschlagene Konsumpause durchzuziehen. Probier es einfach mal aus, du kannst nichts verlieren dabei.


@BaldurDash: Ja man, beste Entscheidung meines Lebens. Bin nach München gezogen weil hier die einzige Technikerschule in DE ist die den Techniker für Chemietechnik in Fachrichtung Biochemie anbietet, den in Vollzeit gemacht und ja man, das war echt ne geile Zeit, nochmal an der Schule zu sein mit Klassenkameraden die alle super cool waren. Ich hab dann hier in der Umgebung meinen Traumjob bekommen und sogar noch viele aus dem Technikerlehrgang hier bei mir in der Firma untergebracht, eine Kollegin bei mir in der Abteilung und 4 andere im Gebäude nebenan. Ein paar andere sind auch als Contractors von anderen Firmen mit bei uns auf dem Betriebsgelände. Ich liebs hier. Mein Leben hat ne 180° Wende gemacht, nur dank dieser Entscheidung. Ich bin endlich halbwegs glücklich hier, und habe endlich wieder etwas, das ich ein Zuhause nennen kann.
Bayern ist so wundervoll, ich schäme mich richtig für die Vorurteile, die ich früher über Bayern hatte. Die Menschen hier sind so unglaublich nett, offen und heißen einen richtig herzlich willkommen, wenn sie merken dass man Teil ihrer Gesellschaft sein will, und sie sind nicht annähernd so konservativ wie ich das immer dachte. Sie tolerieren und akzeptieren mich, obwohl ich nichtmal ein Geheimnis aus meiner Andersartigkeit, meinem Suchtproblem und meinem Konsum mache. Ganz, ganz tolle Menschen hier. Ich fühle mich endlich halbwegs angekommen in der Gesellschaft :)

Half the fun is learning!
Traumländer



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Skype
  Geschrieben: 05.02.24 02:38
Opiode machen körperlich abhängig, was du beschreibst klingt typisch dafür - Die Symptome sind vielleicht milder als bei Heroinkonsumenten aber wenn sie da sind, kann man schon von einer Abhängigkeit sprechen. Für mich ist es eine echte Abhängigkeit wenn beim totalen Verzicht auf eine bestimmte Substanz Defizite auftreten. Ein gewisses "Craving" bzw. die Lust zum Dosieren ist normal. Es ist letztlich nichts anderes als bei anderen Dingen die keine Drogen sind. Wenn der Verzicht keine körperlichen Symptome auslöst würde ich es aus Pseudoabhängigkeit ansehen.

Ich konsumiere zum Beispiel DXM, üblicherweise mehrere Tage hintereinander ca. 1x im Monat, würde es aber nicht als Abhängigkeit bezeichnen. Die meisten Tage des Monats bin ich komplett nüchtern. Der Konsum ist für mich eine Art Urlaub und geschieht zum Teil auch aus purer Langeweile. Da eine Änderung meiner Lebenssituation vorerst nicht absehbar ist nehme ich es in Kauf. Die Drogen machen es erträglicher und geben einem vor allem etwas auf das man sich freuen kann, selbst wenn man nüchtern ist oder die Drogen ausgehen. Jeden Tag zwanghaft konsumieren zu müssen wäre eine Einschränkung. Auch die Kosten muss man dabei bedenken. Es ist auch so dass es ab einer gewissen Toleranz gar nicht mehr richtig wirkt. Den Punkt hatte ich schon, da habe ich dann erstmal einige Monate (Zwangs-)Pause gemacht, da es einfach nichts brachte.

Hast du andere Substanzen probiert oder hast du dann Entzugssymptome? Konsumierst du diese Substanz aufgrund von seelischer Leere? Dann würde ich auf jeden Fall andere, insbesondere psychedelische Substanzen versuchen. Dort würde ich auch keine so großen Bedenken wegen Suchtverlagerung sehen, anders als bei Medikamenten oder Alkohol. Von massivem Drogenkonsum ganz auf Null halte ich für relativ unmöglich wenn nicht gerade einschneidende Änderungen im Leben auftreten die einen vielleicht motivieren könnten (Geld, Partnerschaft).
 

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