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Abwesender Träumer



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ICQ
  Geschrieben: 10.09.05 15:45
zuletzt geändert: 10.09.05 15:59 durch ethno (insgesamt 1 mal geändert)
Hallo zusammen,
in diesem, meinem ersten Post im neuem ldt forum, möchte ich die Pflanze Catha edulis etwas genauer vorstellen.
Seit zwei 1/2 Jaheren versuche ich mich im Anbau von Khat, heute konnte ich erstmals etwas von meiner Eigenproduktion testen.
Folgende infos stammen aus verschiedenster Literatur und eigenen Erfahrungen.

Geschichtliches:
Das Kauen der Katblätter ist sehr alt und wurde in der Frühzeit stark durch Sufis und Derwische verbreitet. Wahrscheinlich leitet sich der Name Kat vom arabischen "kut", was soviel wie Nahrung oder Antriebsmittel bedeutet, ab. In islamischen Kulturkreisen ist Khat Teil des religiösen und gesellschaftlichen Lebens. Es wird seit Jahrhunderten traditionell verwendet und vom Koran toleriert. Im Jemen kauen etwa 80% der Männer und 25% der Frauen regelmässig Khat. Wegen dem besonders in den abessinischen Länder verbreitenden Konsum werden die Katblätter auch als Abessinientee bezeichnet. Vor der Einführung des Kaffees war dieser Tee das wichtigste Genussmittel der Araber. In den zwanziger und dreissiger Jahren wurden in London verschiedene Genussmittel aus Kat z.B. eine Catha-Cocoa (Kat-Kakaomilch) angeboten.

Aussehen:
Der immergrüne, schnellwüchsige Strauch kann zu einem richtigen Baum heranwachsen, der eine Höhe von bis zu 20 m erreichen kann. In Kultur wird er meist auf einer Höhe von 3 bis 5 seltener bis 7 m gehallten. Die Blätter sind an blühenden Zweigen stets gegenständig, an jungen Zweigen oder an Jungpflanzen auch wechselständig. Sie haben einen gesägten Rand und eine glänzende, leicht ledrige Oberfläche. junge Blätter an den Zweigspitzen sind hellgrün, die älteren Blätter dunkelgrün. Die in den Blattachseln stehenden Blüten sind weiss und stehen in Büscheln zusammen. Wissenschaftlich gesehen existieren keine Varietäten. In Äthiopien werden jedoch zwei verschiedene Typen unterschieden: "ahde" = Weisse und "dimma" = Rote; diese Unterscheidung kommt von der Färbung der Blätter und Stiele. Bei meinen drei aus Samen angezogenen Pflanzen gibt es einige Unterschiede an den Blätter.
catha_edulis1.jpg
Die äteste Pflanze besitzt eher kleine, glatte Blätter die Spitz zulaufen.

catha_edulis2.jpg
Eine Andere besitzt eher rauhe, ovale Blätter

catha_edulis3.jpg
Pflanze Nr.3 (jetzt 1 1/2 jährig) besitzt glatte, ovale Blätter

Anbau:
Die Vermehrung kann aus Samen als auch aus Stecklingen erfolgen. Die Samen sollten 5mm tief in normaler Blumenerde ausgesät und im Halbschatten exponiert werden. Die Keimung erfolgt innert 2-4 Wochen. In Europa sollte am besten im Frühling ausgesät werden, um so im Herbst vor der Überwinterung im Haus bereits kleine Kräftige Pflanzen zu haben. Die Anzucht aus Samen ist sehr müsam und erfordert viel geschick aber auch glück. Erfogsversprechender ist die vegetative Vermehrung durch Stecklinge. In den Anbaugebieten werden dafür meist junge Äste zu ca. 35 cm langen Stecklingen geschnitten und in schattiger Lage in den Boden gesteckt. Mir gelang die Stecklingsanzucht erst nach einigen Anläufen. Am besten eigneten sich 5-10 cm lange Seitentriebe, die schon etwas ältere, ledrige Blätter haben. Mit einem scharfen Messer schneidet man kurz unter einem Blattansatz den Stiel schräg ab und steckt ihn in die Erde. Es darf keine Erde sein die einen hohen Nährstoffgehalt aufweist! Ich nahm Kokoshumus dem ich etwas Sand untermischte, mit Blumenerde hatte ich keinen erfolg. Um die Bewurzlung zu stimulieren ist es sinnvoll eine Wuzelhormon zu verwenden, in meinem fall war es Rhizopon AA (Wirkstoff: 3-indolalbuttersäure) welches ich im Giesswasser löste und beim Angiessen der frisch in die Erde gesteckten Steckis in einer einmaligen Verwendung anwendete. (Mit Hormon hatte ich eine 90% Erfolgsrate, ohne Hormon überlebten blos etwa 20%!) Nun nachdem die Steckis in der Erde und angegossen sind kommen sie in ein kleines "Anzuchtzelt", bestehend aus einem transparenten dünnen kunststoff Sack in welches von Zeit zu Zeit etwas Wasser gespritzt werden solte um die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten. Falls die Steckis anfangs lampen, kann etwas Wasser auf die Blätter gespritzt werden, durch Diffusion dringt es in die Blätter ein.

Obwohl sie in ihrem Verbreitungsgebiet ein eher trocknes-heisses Klima bevorzugen, vertragen sie reichlich feuchtigkeit und können beinahe täglich gegossen werden. Junge Pflanzen sind auf eine gute Wasserversorgung angewiesen. Obwohl Kat als Gebirgspflanze leichten Frost verträgt ist er in Europa keine Winterfeste Pflanze und muss im Gewächshaus oder im Haus überwintert werden. Nach 3 Jahren kann der Strauch dass erste mal abgeerntet werden. Es empfiehlt sich nach der Ernte die Äste etwas zu kürzen, um so ein buschiges Wachstum zu stimulieren.

Konsum:
Die Blätter werden ähnlich wie bei Koka ausgekaut. Man nimmt einige Blätter kaut sie aus, behällt den Saft einige Zeit im Mund, schluckt ihn runter und nimmt wieder einige neu. Die Wirkstoffe werden hauptsächlich über die Mundschleimhäute aufgenommen. Üblicherweise werden sukzessiv 100 - 200 g frische, junge Laubblätter über 3 - 4 Stunden hinweg gekaut. Beim Trocknen und Lagern der Blätter kommt es zu einer Umwandlung von Cathinon in andere Kathamine: Die Triebe werden daher üblicherweise am frühen Morgen geerntet, feucht transportiert und noch am gleichen Tag gehandelt und in der Regel unmittelbar danach konsumiert. Khat verliert bei Umgebungstemperatur innerhalb von 3 - 4 Tagen seine Wirksamkeit. Nach dieser Zeit ist somit mit einem weitgehenden Abbau des Cathinons zu rechnen. Tiefgekühlt ist das Cathinon hingegen in Khat längere Zeit haltbar.

Inhaltsstoffe:
Die das Zentralnervensystem anregenden Hauptwirkstoffe sind die Khatamine Cathinon und Cathin. In geringen Mengen kommen die ebenfalls Zentralnervensystem anregenden Phenylpentylamine Merucathin, Pseudomerucathin und Merucathinon sowie das R,S-(-)-Norephedrin vor. Für die Wirkung ist hauptsächlich das Cathinon zuständig.
Der Alkaloidgehallt der frischen Blätter schwankt zwischen 0.034% und 0.076%. Vermutlich enthalten die Blätter von Kathsträucher aus Europa oder den USA, einen erheblich tieferen Wirkstoffgehalt. Bei Blätter aus Äthiopien konnte der Gehalt an Cathinon auf 0.9 mg pro Blatt bestimmt werden.
Nebst den Zentralnervensystem aktiven Alkaloiden ist noch reichlich Vitamin C, sowie weitere Substanzen wie Thyamin, Niancin, Riboflanvin, Tannin, die Mineralstoffe Mg, Fe und Ca sowie verschiedenste Zucker und Aminosäuren vorhanden.

Wirkung:
Das Kathkauen bewirkt zunächst eine fröhliche Stimmung, Heiterkeit und Euphorie. Auch tritt eine gewisse Geschwätzigkeit ein. Nach ca. zwei Stunden nimmt der erregende Zustand ab. Die häufigsten körperlichen Symptome sind kreislaufanregenden Wirkung (Herzfrequenzerhöhung, Herzklopfen, Gesichtsrötung) eine mässiggradige Erhöhung der Körpertemperatur mit Schwitzen und eine Pupillenerweiterung. Regelmässige Anwendung führt darüber hinaus häufig zu Schleimhautentzündungen im Mund, in der Speiseröhre und im Magen, zu Blähungen und zu Verstopfung. Nur in seltenen Einzelfällen kommt es zu psychotischen Symptomen.
dosis.jpg
Ich wurde nach dem Konsum der Menge auf dem Bild bloss sehr fitt und wach, verspürte aber ausser einem kleinen Druck im Kopf keine Euphorische Wirkung. Vermutlich bedarf es einer weitaus grösserer Menge für eine deutliche Wirkung. (freue mich auf nächstes Jahr biggrin )

So dies wars mal fürs erste... würde mich freuen, falls andere auch ihre Erfahrungen mit dieser Pflanze hier posten würden.

Und:Bitte keine Anfragen wegen Pflanzenmaterial für Stecklinge, ich werde keines abgeben!


Unkraut ist die Opposition der Natur gegen die Regierung der Gärtner. Deshalb gilt: Je mehr man sich aufregt, um so mehr wächst es :evil:
Ex-Träumer
  Geschrieben: 10.09.05 19:15
ethno schrieb:
Bitte keine Anfragen wegen Pflanzenmaterial für Stecklinge, ich werde keines abgeben!

wenn alle so denken würden hättest du jetzt auch keine pflanzen. denk mal drüber nach. wink
 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 10.09.05 20:49
Fisch0r schrieb:
ethno schrieb:
Bitte keine Anfragen wegen Pflanzenmaterial für Stecklinge, ich werde keines abgeben!

wenn alle so denken würden hättest du jetzt auch keine pflanzen. denk mal drüber nach. wink

Aber wenn er es hier verscherbeln würde, würde er gegen die AGB verstoßen. Denk mal drüber nach wink
 
Abwesender Träumer

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ICQ
  Geschrieben: 10.09.05 21:08
Hört sich ja interresant an, aber kann es nicht sein das durch die schlechteren Klimabedingungen die hier herschen, der Wirkstoffgehalt niedriger ist?
Und übrigens noch mehr interresieren würden mich ja die kleinen Katennen im hintergrund auf den fotos, biggrin
 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 11.09.05 15:00
Dusty schrieb:
Fisch0r schrieb:
ethno schrieb:
Bitte keine Anfragen wegen Pflanzenmaterial für Stecklinge, ich werde keines abgeben!

wenn alle so denken würden hättest du jetzt auch keine pflanzen. denk mal drüber nach. wink

Aber wenn er es hier verscherbeln würde, würde er gegen die AGB verstoßen. Denk mal drüber nach wink


Auch wieder Wahr! rolleyes
 
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Abwesender Träumer



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ICQ
  Geschrieben: 11.09.05 16:34
zuletzt geändert: 11.09.05 16:59 durch ethno (insgesamt 2 mal geändert)
Shabu schrieb:
Hört sich ja interresant an, aber kann es nicht sein das durch die schlechteren Klimabedingungen die hier herschen, der Wirkstoffgehalt niedriger ist?biggrin

Ja dies bestimmt, ich vermute wegen der tieferen Temperatur. Die Themperatur hat sehr häufig einen beträchtlich einfluss eif die alkaloidproduktion der Pflanze.
=> I love the glasshouse of my father because of :-) darin bringt man so bei einigen Pflanzen die Wirkstoffkonz in die höhe... mal schauen wies bei dieser wird.

Shabu schrieb:
Und übrigens noch mehr interresieren würden mich ja die kleinen Katennen im hintergrund auf den fotos

Kurz vorstellen, von links => Huernia macrocarpa, Hamtocactus spp. , Strombocactus disciformis, hinter dem Stecken die Pelecyphora aselliformis, Parodia gibbulosa und ein Turbinicarpus spp. Danach die Lophophorenarten diffusa, williamsii und koehresii, und dahinter noch Ariocarpus confusus.
=> Interesse an einem Thread über verschiedene eher exotische Meskalinkakteen?
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Traumländerin

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  Geschrieben: 11.02.26 19:41
Da ich aktuell auf Grund eines technischen Problemes keine Tripberichte einstellen kann, veröffentliche ich meinen Tripbericht hier im Thread:

Kath - die unerwarteten Segnungen einer unscheinbaren Pflanze

Konsumierte Drogen: Kath, Kaffee

Set: Ausgeglichene Stimmung ohne all zu große Erwartungen

Setting: Vormittags mit meinem Partner in einem Straßencafe in einer afrikanischen Großstadt

Da wir beide schon lange Kath probieren wollten, nutzten wir die Gelegenheit, als wir in einem Land waren, wo man Kath legal kaufen kann. In einem Kathladen kauften wir ein Päckchen mit einem Bündel Kath drin. Es war ein noch ganz frisches Büschel Stengel mit Blättern dran. Wir setzten uns an Ort und Stelle in ein Straßencafe, um einige Blätter zu kauen. Der Geschmack war irgendwie würzig-bitter, schwer zu beschreiben, aber gar nicht mal so übel, wenn man sich dran gewöhnt hatte. Da ich davon ausging, dass man einiges braucht, kaute ich erst mal einige Blätter, wobei ich die Blattmasse in den Backen behielt, bis sie sich aufgelöst hatte und dann schluckte. Dazu tranken wir einen gesüssten Kaffee, was hilfreich war, um den bitteren Geschmack los zu werden.

Nach etwa 15 bis 20 Minuten bemerkte ich, dass ich etwas mehr schwitzte und mich etwas wacher fühlte. Allerdings war ich nicht sicher, ob es am Kath lag oder am Koffein, denn ich hatte ca. 2 Stunden zuvor bereits 2 Tassen Kaffee getrunken. Wir blieben noch einige Minuten sitzen, wobei wir weiter Khat kauten und entschlossen uns dann, zum Bahnhof zu laufen, da wir für den nächsten Tag Zugtickets kaufen wollten. Mein Freund bemerkte auch erste Effekte des Khat und wir waren uns einig, dass rum laufen ziemlich Spaß machen könnte. Beim Laufen wurden die Effekte des Kath nun zunehmend stärker, zur Wachheit und Motivation kam auch eine ausgesprochen gute Laune. Der Weg zum Bahnhof führte gute 4km durch einen ziemlichen wuseligen Teil der Stadt, was mich normalerweise eher gestresst hätte. Auf Kath dagegen störte mich das Gewusel um uns herum nicht, es schien viel mehr interessant und es machte total Spaß die Stadt zu entdecken. Meinem Freund ging es ähnlich. Zudem störte uns auch die Hitze überhaupt nicht, obwohl es mittlerweile fast Mittag war und die Sonne direkt überm Kopf stand. Auch die Farben schienen etwas intensiver und kontrastreicher als normal zu sein, evtl. war das aber auch einfach durch die Sonne.

Ehe wir uns versahen waren wir auch schon am Bahnhof und immer noch bester Laune. Da wir unsere Zugtickets wie sich nun heraus stellte an einem anderen Bahnhof kaufen mussten, nahmen wir einen Regionalzug zu einem anderen Bahnhof. Eigentlich fühlte ich mich zu aufgedreht, um im Zug zu sitzen, aber meine Laune war so gut, dass mich auch das nicht ernsthaft stören konnte. Wir schoben uns zwischendurch noch ein paar Blätter in den Mund, allerdings eher wenige, da wir unsicher waren, ob Khatkauen im Zug erlaubt war und wir daher nur Khat essen konnten, wenn gerade kein Sicherheitspersonal in der Nähe war. Nachdem wir unsere Zugtickets gekauft hatten, fuhren wir mit dem Zug zurück zum ersten Bahnhof, wobei ich zu meinem Bedauern feststellte, dass die Effekte des Khat bereits deutlich nachliessen. Seit Beginn des Konsums waren etwa 4 Stunden vergangen. Wir entschlossen uns vom Bahnhof zu einem nahe gelegenen Park zu gehen, um dort den Rest unseres Khat in Ruhe zu konsumieren. Das Laufen dorthin machte immer noch Spaß, wenn auch nicht mehr ganz so viel wie am Vormittag. Hunger hatten wir überhaupt keinen, obwohl seit dem Frühstück schon etliche Stunden vergangen waren. Auch Durst verspürte ich weniger als sonst bei gleichen Temperaturen.

Als wir im Park unser Khat auspackten, stellten wir fest, dass manche Blätter innerhalb des halben Tages, den wir sie mit uns herum getragen hatten, bereits leicht vertrocknet waren. Wir saßen ca. 2 Stunden im Park, wobei wir nach und nach die verbliebenen Khatblätter kauten. Dabei intensivierte sich die Khatwirkung erneut, die Euphorie, die ich bereits anfangs verspürt hatte, kehrte zurück. Wobei man sich die Euphorie nicht so extrem wie bei MDMA vorstellen darf, es ist eher eine stark gehobene Stimmung, die sich aber total natürlich anfühlt. Zudem stieg auch der Tatendrang an, was ich nutzte, um diverse Sachen im Internet zu lesen, Tagebuch zu schreiben und diesen Tripbericht anzufangen. Mein Freund meinte, dass es sich total gut anfühlt, sich zu strecken. Das probierte ich auch gleich aus und es war wirklich verdammt angenehm, ganz ähnlich wie auf MDMA und anderen serotonergen Substanzen.

Als es Abend wurde, entschlossen wir uns nach Hause zu gehen und vorher noch an einer Eisdiele vorbei zu gucken, die wir bei Google Maps gefunden hatten. Vor allem aber hatten wir Lust unseren Tatendrang noch durch rum laufen auszuleben. Das machte so viel Spaß, dass wir erst an der Eisdiele darüber nachdachten, dass wir gar nicht so viel Appetit hatten;) Also liefen wir einfach weiter und voller Elan noch mal einige Kilometer durch die Stadt bis wir in unserem Hotel ankamen. Dort gingen wir erst mal duschen. Wobei mir erst jetzt auffiel, dass ich offenbar ziemlich viel geschwitzt hatte, das hatte ich tagsüber größtenteils genau so wenig wahrgenommen wie die Hitze. Da wir immer noch recht unternehmungslustig waren, beschlossen wir noch mal raus zu gehen. Mein Freund wollte etwas essen gehen, was mich zunächst noch nicht so überzeugte, da ich immer noch keinen Appetit hatte. Er meinte aber, er merke, dass die Wirkung bereits nachlasse, was mir ebenfalls auffiel. Also gingen wir in ein Restaurant und obwohl ich immer noch keinen großen Hunger hatte, war ich mittlerweile dem Essen nicht all zu abgeneigt. Der Appetit kam dann tatsächlich beim Essen, so dass wir beide einen großen Fisch mit Reis verspeisten und das nur etwa 3 bis 4 Stunden nach dem letzten Kathkonsum. Kein Vergleich zu Amphetamin, wo alles außer Milch und Johhurt echt absolut eklig zu essen ist. Obwohl die Wirkung des Kath bereits wieder nachliess, war unsere Stimmung immer noch sehr gehoben und wir waren ziemlich wach. Daher blieben wir auch noch etwas wach, obwohl wir am nächsten Tag schon um 5 Uhr aufstehen mussten, um unseren Zug zu erwischen. Beim Zähne putzen bemerkte ich, dass sich einige Khatreste zwischen den Zähnen festgesetzt hatten und irgendwie weh taten, wenn man sie entfernen wollte und selbst mit Zahnseide nur schwer raus zu kriegen waren.

Etwa 5 bis 6 Stunden nach dem letzten Khatkonsum versuchte ich zu schlafen, was aber nicht ansatzweise funktionierte. Ich beschäftigte mich stattdessen noch etwas mit Swahili lernen, merkte aber, dass ich dafür nicht mehr konzentriert genug war. Daher chillte ich dann einfach im Bett, was erstaunlich angenehm war, obwohl ich die gesamte Nacht nicht schlafen konnte. Anders als bei Amphetaminen, wo ich es echt unangenehm finde, wenn ich danach nicht schlafen kann, störte mich das nach dem Khatkonsum erstaunlich wenig. Hauptsächlich dürfte das daran gelegen haben, dass ich zwar zu wach zum Schlafen war, aber anders als nach Speedkonsum keine unangenehme körperliche Unruhe verspürte. So konnte ich, obwohl ich nicht schlafen konnte, ziemlich gut entspannen und vor mich hin dösen.

Obwohl ich nicht geschlafen hatte, bereitete mir das Aufstehen keinerlei Probleme (obwohl ich frühes Aufstehen sonst hasse!) und nachdem wir einen Kaffee getrunken hatten, nahmen wir ein Uber zum Bahnhof. Mittlerweile lag der letzte Khatkonsum gut 12 Stunden zurück, seit Beginn des Konsum waren etwa 20 Stunden vergangen. Erstaunlicherweise war ich immer noch ziemlich gut gelaunt, auch wenn die stark gehobene Stimmung und der Tatendrang, den ich die ersten Stunden nach dem Kathkonsum verspürt hatte, verflogen waren.

In den folgenden 2,5 Stunden merkte ich, dass ich zunehmend müde wurde. Zum Glück waren wir mittlerweile in unserem Zug. Dort bemerkte ich erstmals ein Gefühl von "matschig sein" wie es sich oftmals nach Upperkonsum einstellt. Ich war nun sehr müde und lustlos. Allerdings konnte ich nun auch problemlos einschlafen (obwohl der Zug nicht sehr bequem war) und nach etwa 2-3 Stunden Schlaf mit Unterbrechungen war ich offenbar so weit ausgeschlafen, dass ich die Motivation fand, diesen Tripbericht zu Ende zu schreiben. Mittlerweile sind ca. 25 Stunden seit Beginn des Khatkonsums und etwa 18 Stunden seit Konsumende vergangen und ich fühle mich wieder ziemlich normal. Etwas müde vielleicht, allerdings weniger, als man das nach so wenig Schlaf vermuten würde. Meine Stimmung würde ich als ausgeglichen bezeichnen, keine besonders gehobene Stimmung mehr, aber auch keine schlechte Laune.

Fazit:
Kath ist eine wirklich positive Überraschung für mich gewesen. Nachdem ich bereits Erfahrungen mit anderen natürlich vorkommenden Stimulanzien (namentlich Betelnuss und Kokablättern) sammeln durfte und deren Effekte zwar deutlich spürbar, aber vergleichsweise unspektakulär fand, waren meine Erwartungen an Kath eher niedrig gewesen. Kath erzeugt einen im Vergleich zu synthetisch hergestellten Stimulanzien deutlich milderen, aber sehr angenehmen Rausch. Vergleichen würde ich es von der Wirkung her am ehesten mit Amphetamin oder Ethcat, wobei es im Vergleich zu Ethcat sehr viel euphorischer ist. Amphetamin dagegen ist aggressiver in der Wirkung und mit mehr Nebenwirkungen ( innere Unruhe, länger nicht essen und schlafen können, unangenehmer Comedown) verbunden. Dies selbst im Vergleich zu pharmazeutisch reinem Amphetamin, erst recht aber im Vergleich zum Speed vom Schwarzmarkt. Gefühlt steht bei Amphetamin die antriebssteigernde Komponente stärker im Vordergrund, während Kath ein ausgewogenes Verhältnis aus antriebssteigernder und stimmungsaufhellender Wirkung aufweist.

Das langsamere drauf kommen auf Kath verglichen mit synthetischen Stimulanzien dürfte mit der Konsumform zu tun haben. Man muss erst mal einige Blätter zerkauen und die wirksamen Bestandteile werden erst nach und nach aufgenommen, so dass die Wirkung sich erst im Laufe der Zeit entfaltet. Der Peak dürfte dabei etwa 1,5 Stunden nach Konsumbeginn erreicht sein, nach 3-4 Stunden lässt die Wirkung langsam wieder nach. Da mir die Wirkung von Speed ohnehin zu lang anhält ist die kurze Wirkdauer von Kath für mich ein Pluspunkt. Negativ fand ich bei Kath nur, dass die Blätter sich wirklich hartnäckig zwischen den Zähnen festsetzen und dass die Blätter innerhalb weniger Stunden bei hohen Temperaturen austrocknen und somit ihre Wirkung verlieren.


 
Traumländer

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  Geschrieben: 11.02.26 20:57
Danke für den Bericht !
Klingt gut, ich habe von der Pflanze nur in div.Literatur
über Kindersoldaten gelesen. Dort steht geschrieben,
dass die Pflanze eher gleichgültig abstumpfend macht.
Kannst du oder ihr das bestätigen ?
Du hast das eher wie MDMA beschrieben, die ja ein umgekehrtes Wirkspektrum hat ?
Aber evtl täusche ich mich und es nur eine Frage der konsumierten Menge ?

Aber schön mal etwas von einer hier unbekannten Pflanze zu lesen !

liebe Grüße Andy
Zauberland ist abgebrannt, es brennt noch ..... irgendwo ....
Traumländerin

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  Geschrieben: 12.02.26 05:46
Wie MDMA empfand ich es nur bezüglich des Gefühles beim sich strecken. Eine empathogene Wirkung war nicht wirklich vorhanden, Kath wirkte eher euphorisch und antriebssteigernd. Wobei ich mir schon vorstellen kann, dass es auch kontaktfreudiger macht wie andere Upper auch, einfach weil man sich sehr wohl in seiner Haut fühlt und selbstbewusster. Ich war nur mit meinem Partner unterwegs, daher kann ich dazu nichts sagen.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Gleichgültigkeit und das Abgestumpfte bei Dauerkonsum auftritt, auch wenn ich damit keine Erfahrungen habe. Aber es ist bei Amphetamin tendenziell auch so, dass es bei gelegentlichem Konsum redselig und kontaktfreudig macht, man bei Dauerkonsum aber tendenziell eher in seiner eigenen Welt ist und weniger Interesse an sozialen Kontakten hat und auch emotional etwas abstumpft.
 
Traumländer

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  Geschrieben: 12.02.26 06:58
Danke für deine ausführliche Antwort

liebe Grüße Andy
Zauberland ist abgebrannt, es brennt noch ..... irgendwo ....
Traumländer



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  Geschrieben: 14.02.26 02:10
zuletzt geändert: 21.02.26 22:35 durch MagiaJo64658 (insgesamt 1 mal geändert)
Ne Wirkung ist auch in unseren Breitengraden zu genüge da. Das geht dann circa 6,5 Stunden ohne Afterglow. Ein Bekannter hatte das im Kübel stehen und das hat er dann geerntet und püriert und mit Orangensaft aufgerührt, halt die frischen Blätter und den O-Saft. Das hat er dann zum Rave mitgebracht und davon bekam ich ein Glas ab,etwa 200 ML, das war im Grunde wie exakt Amphetamin von der Wirkung her nur ohne ekelhaftes Runterkommen oder Kiefern etc. es war überraschend wirksam, hab das von so nen Blättersmoothie echt nicht erwartet.
¸.•´ ♥ ☂Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ☂♥ ¯`•.¸ „Es stimmt nicht, dass gegen die Dummheit kein Kraut wächst -Es wird nur keines angepflanzt."


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