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LdT-Forum » Drogen » Sonstige chemische Drogen » GBL Sucht, bräuchte kompetente Beratung


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Traumländer

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  Geschrieben: 15.08.20 10:46
zuletzt geändert: 15.08.20 11:07 durch Zwergo (insgesamt 4 mal geändert)
Fuuuuck man. Wieder nen riesigen Text verloren. Ich lern nicht draus.

Auf jeden Fall in Kurzform: danke Pharmer für die vielen Infos und die „psychische Betreuung“ und an den Poster des GBL/GHB Leitfadens. Werd das auf jeden Fall „zur Kenntnisnahme“ an die Station weiterleiten, die so inkompetent war, dass der Stations-Arzt wohl entweder kein Wissen oder keine Lust hatte, einen quasi angekündigten Krampfanfall zu unterbinden. War ja bereits einige Stunden vorher mit immer schlimmer werdenden, schmerzhaften, unkontrollierbaren Muskelanspannungen (in Bein und Schultern) bei ihm.

Ob‘s wirklich nur 1 Woche GBL war, kann ich nicht mal sagen. Weiß nur, dass mein Röhrchen GBL (bis V=75ml) 2 mal voll und fast leer war... also sagen wir mal 100-150ml. Leider verflog die Zeit mit GBL einfach und ich hab eigentlich keine Ahnung, wann es wirklich begann.



Zur Zukunft: Stationär fällt vermutlich aus. Hab zwar eine Zusage für Ende September, aber bei meiner jetztigen Reduktionsrate (falls sie linear bleiben kann - gegen Ende solls ja hartknäckig werden) bin ich Ende diesen Monat oder schlimmstenfalls mitte September bei 0.
Ich habe seit 10.8. von 40 mg tgl auf 30, dann auf 25 reduziert und heute ist Tag 2 von 20mg. Symptome sind nur Kopfschmerzen, Muskelkater in den Beinen(fühlt sich haargenau wie ein Suff-Kater an) und Gereiztheit. Und am 3-4ten Tag des konstant-haltens sind sie so stabil, dass ich idR den nächsten Sprung durchführe.
Gleichzeitig spüre ich nur Appetitlosigkeit/Schlaflosigkeit und wenn ich doch mal was esse regelrechte Endorphinatombomben, wie ich sie nüchtern nie kannte. Schwer zu beschreiben, ohne 4 DinA4 Seiten vollzutexten. Auf jeden Fall merkt man, dass der Körper schon selbst gegen Entzugssymptome steuert, was entweder Einbildung ist oder nicht, mich aber etwas fasziniert.
So schnell gehts vermutlich auch nur, weil ich kein richtiger Langzeitkonsument war.
Kann theoretisch in 2,5er Schritten dosieren, da mein Arzt neben einer 50er 10er Valium noch eine 50er 5er Valium dazugegeben hat gestern.
Die Diazepamlager platzen also regelrecht, worüber ich mich früher gefreut hätte. Nun ists das notwendige Übel. Tja, so können sich Träume innerhalb von 14 Tagen ins Gegenteil umkehren. Man will eben immer das, was man nicht hat - bis man‘s dann hat und braucht. Verstehe nun auch parallelen zur Substi, die ebenfalls ein Poster hier erwähnte.

Mit dieser Deadline und meinem Klinikhass im Auge sollte alles klappen. Ich versuche mal ein Abschliessendes Resumee nach dem Entzug zu bilden, danach kann der Titel gern in einen hilfreicheren geändert werden für zukünftige Verzweifelnde.

E: Meine Erkenntnis: es hat sich schon jahrelang abgezeichnet, dass ich den Sedativa sehr zugewandt bin. Daher werd ich sie wohl aus meinem Leben verbannen (Benzos/Gbl/wohl auch Opis). Die geilsten Erfahrungen hat man ohnehin auf Uppern(Mdma) oder Hallus. Und die konsumier ich alle paar Jahre-max 1x pro Jahr mal. Mal gucken, ob ich das hinbekomme, wenn ich eine ambulante Therapie finde, sobald ich auf 0 bin. Davor wird man ja ohnehin nicht aufgenommen(schätze ich, obwohls ja aktuell auf Rezept ist).
Sedativa betäuben ja letztendlich nur und man kommt mit nix voran, außer dem Stehen bleiben, weil es quasi immer in Dauerkonsum mündet.

Ob das ganze nur leidendes Entzugsgefasel ist, weil mir gerade metaphorisch die Pistole auf der Brust sitzt oder eine langanhaltendende Einstellung/Erkenntnis hängen bleibt, kann nur die Zeit sagen.
 
Traumländer



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  Geschrieben: 16.08.20 04:55
Gibt es den "Dreck" immer noch? Wenn man damit umgehen kann, ist es eine super Substanz. Aber der Großteil kann es nicht!

Ich war selbst lang abhängig davon und hab auch einen LZB geschrieben. Vielleicht hilft er dir, gerade das sehr schnelle Abhängigkeit Potenzial. Der Entzug ist wirklich pervers und extrem gefährlich. Damals kannte man es noch nicht bzw. Unterschätzte es. Sind einige im Entzug gestorben in der Entzug Klinik. Vor GBL hatten die echt Angst.

Wie erwähnt alle GABA Substanzen helfen. Alkohol ist aber nicht gut. 3 Tage durch saufen und der Entzug haben mich echt kaputt gemacht.

Baclofen soll gut helfen. Lyrika kannte sich damals nicht, aber diese dürften am besteht helfen. Benzos schon auch, aber der Entzug wird jedes mal schlimmer und länger.

Auch sollte man das ausschleichen, dass hab ich nie gemacht, was natürliche den Entzug krasser macht. Wie erwähnt Gesundheit geht vor, dein Arbeitgeber dankt dir das nicht.

Lass dich krankschreiben, der Grund geht ihm nichts an. Wie lang konsumiert du GBL schon? Typische Symptome sind innere Unruhe, Angst bzw. Paranoia (bis zum Delirium!). Psychotische Zustände (hört Musik die sich dauernd wiederholt, wahnzustände). Zittern.


Aber das es aufhörte als du nachgekippt hast, kommt mir sehr bekannt vor. Aber bitte machte das ganze nicht alleine. Am besten ins KH. Denn ein Delir kann auch für andere gefährlich werden wenn du "austickst". Mittlerweile kennen die Kliniken GBL.


Alles gute!


 
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Traumländer

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  Geschrieben: 16.08.20 05:39
zuletzt geändert: 16.08.20 06:04 durch Zwergo (insgesamt 1 mal geändert)
Hi allgoodthings,
Den Dreck wirds ewig geben. Ist ne weitverbreitete und relativ unüberwachte Synthesechemikalie auch abseits dieser Schutzbehauptungs-Anwendungszwecke wie Nagellack/Graffitientfernungen. Tiefer will ich nicht gehen, aber man schmeckt auch nen Unterschied zwischen 500ml für n paar Euro aus irgendeinem Balkanland und dem, was die Industrie in Schutzgas verpackt kauft... schmeckt definitiv weniger lackig. Aber das machts nur bekömmlicher. Und verlockender. Und reudiger letztendlich.


Ich schätze auch mal, dass ich irgendwo zwischen Delirium und Psychose war(hab noch vereinzelte Erinnerungen und die Gedankengänge/Sprünge würd ich als wahnsinniger als ein K-Hole bezeichnen - völliger Disconnect von der Welt. Teilweise psychotisch, zu 80% bestand aber meine „Welt“ nur noch aus Mathematik und der Frage ob ich ein tausende Jahre leiden müssender „Gott“ bin, der die Formel/den Trick finden muss, , das Universum zu lösen. Aber Realität hab ich kaum noch wahrgenommen. Die Zeit kam mir wie Jahre vor, es waren aber nur Stunden(<12)), was allerdings bis zum Krampfanfall schon fast wieder verschwunden ist. Hatte ja ein Arztgespräch und während meine Muskelkrämpfe brutalst waren, war der Kopf zu 80% wieder geerdet. Und nach dem darauffolgenden Krampfanfall mit der Benzodröhnung war ich geistig wieder „fit“.
Das bizarre ist nur, dass selbst Haldol mMn nichts gebracht hat. Hab das ganz am Anfang bekommen in der Hoffnung zu pennen und entweder wirkt das erst nach laaanger Zeit oder mich haben erst die Benzos zurück auf diese Welt geholt.

Krankschreibung hab ich noch etliche Wochen... ich hoff ich packs. Ohne Stress gings supi runter die letzte Woche, gestern hatte ich einen Rückfall, weil nachm freundlichen Anruf der Grünen doch ein wenig extrem die Angststörung hochkam... hoffe mal ich finde heute die Kraft, weiter auf Null zu steuern anstatt die Benzodosis in den Himmel zu feuern.

Mit Muskelentzugsschmerzen etc leben ist ja schön und gut, aber Angst& Panik sind meine schlimmsten Schwächen


Natürlich ist meine Psychose/Deliriumserfahrung sehr kurz gefasst, vor allem da es einfach nur zu wild für eine Beschreibung in Text oder Wortform ist. Kann irgendjemand sicher sagen, was von beiden es war?
Und weiß jemand ob man bei einem tonisch klonischen Anfall überhaupt wachbleiben kann? Kannte bisher durch meine Arbeit nur Fälle, die bewusstlos waren... mich irritiert echt viel an der ganzen GBL/Klinikaufarbeitung
 
Traumländer



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  Geschrieben: 16.08.20 09:33
Jupp

So wurde damals (wurde hier berichtet) einfach Haldol gegeben und das Bett in den Raum geparkt. Haldol hatt mir auch nix gebracht. Aber dadurch sind Leute gestorben, durch falsche Behandlung

Distraneurin half. Alles mit GABA halt
 
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Traumländer

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  Geschrieben: 16.08.20 10:25
zuletzt geändert: 16.08.20 10:40 durch Zwergo (insgesamt 2 mal geändert)
allgoodthings schrieb:
Jupp
Haldol hatt mir auch nix gebracht. Aber dadurch sind Leute gestorben, durch falsche Behandlung
[...] Alles mit GABA halt



Danke, damit Bestätigst du meine Erfahrung. Hab mich leider auf vollständige Inkompetenz verlassen(Arzt war quasi nie auf Abruf erreichbar und mir wurden wie gesagt nur die Standardmäßigen 10mg Oxazepam(alle 6h... Tropfen auf dem heißen Stein) + Haldol gegeben.).
Wenn sogar der Arzt fragt, was GBL ist(Und die „Pfleger“ es googlen mussten) während man noch nicht mal komplett bei Sinnen ist, dann sollte man eigentlich einfach das Flüchten anfangen. Aber ist unmöglich in der Geschlossenen. Mittlerweile habe ich denen den Entzugsleitfaden geschickt, aber ich vermute fast, der Arzt hat da keinerlei Interesse dran und ich werds nie erfahren, ob er was lernte. War eben der typische Klinikarzt mit Gottkomplex. Deswegen sind mir auch Hausärzte lieber.
Die sind meist wissbegierig(zumindest meiner) und wissen auf alles eine Antwort, ohne dem Patienten mit nem zugekoksten Ego entgegenzutreten, bis er abschmiert.

Allein schon einem krampfenden(bei Bewusstsein) in den Krampfpausen alle 15 min ne miniOxa in die Hand zu drücken während der ganze Körper wild rumspastet und man abwechselnd auf nem Tuch beisst und sich in den Pausen mit Wasser überschüttet(hab geschwitzt und war überhitzt wie sonst was und gepisst wie sonst was), zeugt schon von deren Kompetenz. Da weiss doch jeder Junkie: LEG NEN FUCKING ZUGANG UND GIB DORMICUM und dann weg in die Intensiv.
Aber nein... hab das gefühlt 30-45min mitgemacht bevor ich bewusstlos wurde.
Könnte mich da endlos aufregen. Sowas sollte eigentlich rechtliche Folgen haben. Werd mal meinen Strafverteidiger fragen, ob ein Medizinbewanderter Anwalt Sinn macht.

Mittlerweile würde ich wirklich auf Delirium tippen statt Psychose... aber für mich als Laien ist das schwer unterscheidbar. Aber wie oft lösen Gaba-erge Entzüge(ob Alk/Benzos/GBL) Psychosen aus und wie viel wahrscheinlicher ist das Delirium?
 
Traumländer



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  Geschrieben: 16.08.20 14:04
Wirklich traurig. Körperlich bist du in der Psychiatrie schlecht dran. Aber "Arzt" ist da über trieben.Deren Job konnte ein Postbote machen biggrin

Hab dass auch schon einiges erlebt. Bei einem wackelte das ganze Bett (irgendwas mit Blutdruck). Legen sie sich hin der Arzt kommt die nächste Stunde! eek

Ich bekam damals nur Doxepin gegen den Entzug!!! Meinte Delir, nicht Psychose. Das ist was anderes. Sorry

Wie geht es dir im Moment?
 
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Traumländer

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  Geschrieben: 16.08.20 16:21
zuletzt geändert: 16.08.20 16:59 durch Zwergo (insgesamt 4 mal geändert)
Das Problem ist nicht nur die schiere Inkompetenz, sondern, dass die Ärzte Null Zeit haben.
Laut Mitpatienten(mit Vorsicht zu geniessen, da hatte jeder nen Schlag weg) kann man teilweise über einenWoche auf einen Arzt warten (AUF EINER GESCHLOSSENEN. Da sollte es Ärzte und Psychotherapeuten wie Sand am Meer geben).

Geil. Ein Knast in weiß, nur ohne Richter und Anwalt. Dafür bekommt man dann beim letztendlichen Arztgespräch(zur Aufnahme ists ja Pflicht und erst beim Zweiten war ich nicht im Delir) die Pistole an den Kopf gehalten.

soziopathischer Arzt schrieb:
Ja also sie können freiwillig hierbleiben(-> Unterschrift), dann schicken wir sie nach xyz, oder sie wollen nicht unterschreiben, dann wird das Gericht sie mindestens 6 Wochen einbuchten. Vielleicht auch für immer.

Hab das zwar schonmal ähnlich erlebt, aber diese Taktik ist so ekelhaft, dass mir das Kotzen kommt. Da ist ein verunsicherter Patient, panisch wie sonst etwas, EPMS vom Haloperidol, leidend wie sonst was, kann nicht mal mehr gerade in eine Richtung schauen weil alles langsam spannt und bekommt nach der Anamnese erstmal im Hinterzimmer die Pistole an den Kopf. Hab erst unterschrieben, dann durchgestrichen, nochmal unterschrieben und 15 min später kamen dann die „rettenden“ Krampfanfälle.
Denn auch wenn der Anfall auf meiner Unangenehmheitsskala eine 10/10 war(vgl mit meinem bisherigen Leben), so waren dieser und der angedrohte Ort so ekelhaft, dass ich im Nachhinein froh war, auf die Intensiv zu kommen. Zu dem Zeitpunkt dachte ich noch(sage ja, Gottkomplex und ich war noch nicht 100% klar); der Arzt hat mich vergiftet(da direkt nach Anamnese die Medis kamen und sehr kurz darauf der Krampfanfall).

Mittlerweile weiß ich nicht, ob Akineton meiner Krampfschwelle den Rest gegeben hat, ob meine Psyche den Krampfanfall ausgelöst hat(nach dem aufwirbelnden Gespräch) oder ob es einfach alles dummes Timing war und ein reiner Entzugsanfall.

Aber letztendlich wars meine Rettung. Weg von Auslieferung, weg von Psychotischen Patienten die mich noch mehr am Verstand zweifeln liessen und einfach ab auf die Intensivstation und einige Tage einfach nur entspannt liegen. Mit nem super Team.

E: wie‘s mir geht: Danke der Nachfrage! Hab heute Nacht 2h gepennt dank meiner Grünenhysterie(ähnlich perfide, manipulativ und drohend wie der Arzt). Dafür eben nochmal 3h und ich bin gerade sehr entspannt nach meiner Ersten von Zwei Diazepam tgl. Würd gerne hierein Bild posten meiner Daily Dose Diazepam pro Tag der letzten Tage... aber da ich nicht weiß, ob es erlaubt ist, hier Bilder zu verlinken, lass ichs mal.
Ich wäre vermutlich auf 15 oder 17,5 mg heute (halte immer 3-4Tage stabil), bin aber gestern auf 32,5mg hochgeschossen aus Panik. Hat nix gebracht angst&schlaftechnisch und war mir ne Lehre. Heute bin ich auf (Planmäßig) 20 mg/d und versuche weiter den Kurs zu halten.
Viel mehr empfinde ich momentan leider nicht. Ich versuche mir viel Zeit mit Musik zu verdrängen, Spaziere und Laufe sonst, wenn mein Entzugskater nicht (wie an 80% der Tage) so extrem auf die Waden gehen würde. Kotze mich nebenbei bei anderen aus und will bald (soft und ungedrängt) etwas vorarbeiten(denn extra Zeit ist meine Rettung).
Abgesehen von dem Vorfall gestern hatte ich meinen ersten Traum in Monaten. Angst hab ich normal keine (trotz generalisierter Angststörung) und mein Schlaf war fast wieder normalisiert (6h am Tag). Hätte eigentlich gedacht die ersten Symptome des Diaz Entzugs werden unerträgliche Angstattacken, aber die werden noch in Schach gehalten. Mal gucken, wann die kommen. Dosiere ja Lyrica(dauermedi seit 2017 mit 450mg/d) und Diazepam gleichzeitig ab. Sollte nur ne Frage der Zeit sein, bis die Angst dauerhaft wiederkommt. Oder ich bin mittlerweile so ambivalent und distanziert geworden vom erlittenen Leid, dass sie weg sind. Wer weiss.

Das war jetzt eine ausschweifende und Thema verfehlende Antwort auf‘s „wie gehts“ aber leider ist aktuell recht unspektakulär/ langweilig/trotzdem stressig. Bin nur froh Freunde zu haben, die zwar Drogen größtenteils ablehnen, aber mich nicht dafür in den Wind schiessen und mich unterstützen in allen Problemen. Denn allein wär ich schon zerbrochen. Sowas ist Gold wert.


Hast du zufällig Tipps gegen diese „Pseudomuskelkater“? Arzt meinte nur Magnesium, ich dosier das schon EXTREM, aber es hilft nichts. Irgendwie fühlt sichs für mich an, als würde Belastung/ein richtiger Muskelkater das Ganze entspannen(-> Abendspaziergänge/Fahrrad). Macht das irgendwie Sinn oder bin ich komplett hängengeblieben? :)
 
Traumländer



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  Geschrieben: 16.08.20 19:29
Oje hast aber einiges durch die letzten Tage....


Diese "Drohungen" kenn ich zu genüge. Früher hab ich mich da sehr einschüchtern lassen. Da hieß es auch wenn sie nicht dableiben, werden wir ein Beschluss holen. Sie hatten 3,9 Promille. Das ist nah am Tod....bla bla fucking bla wink


Mittlerweile war ich so oft da, dass ich weiß das das ganze oftmals Taktik ist. Aber ziemlich assige. Der Oberhammer war als der Gutachter kam während ich noch total im Entzug war. Hatte ihn nicht mal angeschaut und nur gesagt, dass er gefälligst kommen soll wenn ich den Entzug hinter mir habe und klar in der Birne bin. Der Bastard hatt sich aus Akten Akten was zusamnengereimt und wollte mich für unzurechnungsfähig erklären um mich noch betreuen zu lassen. Aber der Richter meinte auch, dass dies über zogen sei rund er keinesfalls den Eindruck hatt ich sei nicht zurechnungsfähig.... Heavy oder? Man muss sich da echt wehren und von vornherein gleich sagen wenn man was nicht will.

So einfach kann man jemand nicht wegsperren.ausser du schlägst berauscht irgendwelche Leute halb tot. Mittlerweile sind auch die Richter korrekter und hab bei einigen Patienten erlebt, dass sie danach ihre Tasche packten und einfach gehen konnten.

Da behalten können sie dich aber wenn du dicht wieder gehen willst, da du da nicht zurechnungsfähig bist.Blöd ist wenn du ein Betreuer hast, dieser kann dich einweisen und auch in ein Heim stecken. Aber da muss es schon Gründe geben. Einfach sooo geht das auch nicht. Viele Patienten erzählen das zwar so, aber viel wird verschweigt was vorgefallen ist...


Geschlossen ist echt übel. Mag das auch nicht. Aber freut mich das du zumindest psychisch runter besser geht. Das körperliche würde ich denen einfach sagen, auf ner Intensiv Station bekommt man eigentlich was gegen die Schmerzen. Ansonsten fällt mir leider nicht viel ein. Vielleicht ein Warmer Wickel evtl.

Wünsche dir echt alles gute und das du bald wieder auf den Beinen bist.🔝
Kannst ja zwischendurch mal schreiben wie es dir so geht.
 
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Traumländer

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  Geschrieben: 16.08.20 19:50
zuletzt geändert: 16.08.20 20:05 durch Zwergo (insgesamt 2 mal geändert)
Ah ich merke gerade, dass ich wohl nicht erwähnt hab, dass ich nur ein paar Tage auf der Intensiv war, die auch zum Glück lockerer war und mein Tor zur Freiheit.
Bin mittlerweile zuhause und entziehe vorsichtig aber bestimmt alleine. Hab dazu vom Hausarzt je eine 50er 10mg und eine 50er Packung teilbarer 5mg Diazepam bekommen unter der Bedingung, dass ein Angehöriger die Abgabe kontrolliert(kann verstehen, dass das Vertrauen in einen Junkie minimal ist).


Zur Zwangshaft(mir fällt kein anderes Wort dazu ein). Danke. Ich werds mir für die Zukunft merken.also ist es nicht so, dass mal eben der Oberarzt den Richter anruft und man ist weg? Stattdessen kommt ein Gutachter und man kann darauf verweisen, dass man noch nicht ganz bei Sinnen ist, bis man sich adäquat selbst verteidigen kann? Das klingt um einiges fairer als die Drohungen des Arztes. Aber jetzt könnte ich noch mehr im Strahl kotzen, wenn ich an alle Menschen denke, die solchem psychischen Druck ausgesetzt waren und wurden. Ein Arzt sollte helfen, nicht traumatisieren und quasi eine Geiselnahme androhen, nur um seinen Gottkomplex auszuleben und das Klinikbudget einzufahren. Als hätte man NICHTS aus den Psychiatrieskandalen des letzten Jahrhunderts gelernt. Warum nicht gleich wieder lobotomieren oder zumindest dauerhaft unangebracht Haldol verpassen und lebenslang einbehalten? Das wär wohl der feuchte Traum dieser widerlichen Kreaturen.

Und ja, dass mich mehrere Schicksalsschläge auf einmal Treffen sollte ich mittlerweile gewohnt sein. Ich sehs entspannt, mit Muskelschmerzen, Valium und versuche mal nichtopioide Schmerzmittel gegen meine Beine. Evtl besorg ich mir noch Voltaren. Massagen und Wärme haben wenig geholfen. Entweder sitzt es zu tief oder die sind einfach wirkungslos in meinem Falle.

Edit: Updates wirds immer mal wieder geben. Brauch schliesslich ein Ventil um im Entzug nicht vollständig in Wut und Hass zu versinken. Und manches ist zu privat oder zu viel für Bekannte. Und vielleicht rettet dieser Thread ja irgendwem den Arsch, indem er nochmal liest, wie unglaublich schnell und reudig GBL ist. Da waren meine Opioidwochen/Monate ja ein Spaziergang dagegen. 5-10 Tage Schmerzen, Grippegefühl, durchfall und Deprilöcher sind nichts gegen das ENDLOSE Entziehen von Benzos oder den noch übleren, aber schnelleren Entzug von GBL. Ich bekomm nun einfach direkt das Beste von Beiden Entzügen ab 🤡. Und einen geileren Rausch hat man auch mit Opis.
Dennoch bin ich bis auf weiteres mit Sedativa durch nachm Entzug. „Sollte“ mal wieder Kiffen und mal wieder meine Jugend auf Raves Revue passieren lassen, wenn die Sache mit den Grünen im Reinen ist.

Wobei Kiffen imo die Entwicklung der Persönlichkeit genauso behindert wie andere Sedativa. Muss da ne Lösung finden. Hauptsache nicht mehr der andere Kack.
 
Traumländer



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  Geschrieben: 16.08.20 20:04
Tag Leute,

hier möchte ich auch mal meinen Teil zu beitragen, immerhin war ich 7 Jahre (!) 24/7 auf GBL unterwegs. Ich weiß bis heute nicht so genau, wie ich das überhaupt managen konnte, aber es ging. Bin ich eigentlich der einzige der wirklich so unendlich lange drauf war? Habe noch von niemandem gelesen, der das so lange durchgezogen hat.

Wenn es dir hilft, kannst du meinen Bericht "GBL - eine stündliche Reise auf unabsehbare Zeit" lesen. Da habe ich so ziemlich alles beschrieben, allerdings fehlen die letzten Jahre, und da ist einiges passiert.

Hier mal ein kurzer Überblick:

Nach den 7 Jahren dauerdrauf auf GBL kam der Tag, an dem ich aus Versehen überdosiert hatte. Ich hatte aus der GBL-Flasche ungefähr 0,1 Liter in ein Trinkglas umgefüllt, warum weiß ich nicht mehr genau. Auf jeden Fall hatte ich das Glas dann irrtümlicherweise getrunken, und da war ich dann wirklich kurz vorm Sterben.

Meine Mutter hatte mich dann gefunden, mit weit aufgerissenen Augen und am Röcheln und kurz vorm Exitus. Dann wurde der Notarzt angerufen, da stand dann in dem Wisch Mischintox mit Ketamin, Tilidin und GBL.
Jedenfalls war ich dann auf Intensivstation für 6 Tage. Bin dann von der Überdosis ins Delirium gefallen, und niemand wusste wieder genau, etwas damit anzufangen. Keiner wusste, dass ich hätte Benzos kriegen müssen. Ist immer noch ziemlich unbekannt die ganze GBL-Geschichte.

War in der Notaufnahme auch schon um mich am Schlagen und am Treten, bis die Ärztin die Nase voll hatte und ich 5-Punkt fixiert wurde mit Eilantrag an das Gericht und all der Spaß. Irgendwann nach ein paar Stunden war ich dann ziemlich "normal", nach der Überdosis eben der kurze Zeitraum dann bis die Normalität kam und dann das Delir.
Ich wusste nur noch, dass ich versucht hab kenntlich zu machen das ich GBL-abhängig bin, aber hat niemanden interessiert. Habe dann in den paar Tagen in denen ich fixiert war unendlich wirres Zeug geredet, gedacht und gesehen. Es war wirklich grauenvoll. Und gekrampft hatte ich auch andauernd. Da wurde mir ab und an zur Abschirmung Midazolam gegeben, aber ansonsten nichts wie Baclofen oder Gabapentin.

Diese Erfahrung muss ich nicht noch einmal haben, das kann ich dir sagen. Es war die Hölle! Allerdings war es dann nach 6 Tagen auch vorbei und ich habe dann noch nach der Intensivstation die Entgiftung in dieser Klinik gemacht. Es war auf jeden Fall ziemlich komisch, nicht mehr jede Stunde einen Milliliter GBL trinken zu müssen. Ich war bei ungefähr 25-30ml/d und das eben über 7 Jahre.

Deshalb wundert es mich, dass du schon nach einer Woche solch eine große Entzugssymptomatik hast. Also als ich angefangen hatte, hätte ich nach einer Woche noch dicke aufhören können, aber meine Psyche wollte nicht. Die körperliche Abhängigkeit kam erst nach ein paar Wochen oder sogar Monaten bei mir.... ich wundere mich, das ich nicht auf 60ml am Tag oder mehr war. Mir hatten die 25ml pro Tag anscheinend gereicht.... kommt vielleicht eher darauf an, wie viel man nimmt und nicht wie lange? Was meint ihr?



Die Vergangenheit war perfekt, außer, dass sie in der Gegenwart endete.
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Traumländer

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  Geschrieben: 16.08.20 20:19
zuletzt geändert: 16.08.20 20:38 durch Zwergo (insgesamt 2 mal geändert)
Ascot schrieb:
Tag Leute,

Deshalb wundert es mich, dass du schon nach einer Woche solch eine große Entzugssymptomatik hast. Also als ich angefangen hatte, hätte ich nach einer Woche noch dicke aufhören können, aber meine Psyche wollte nicht. Die körperliche Abhängigkeit kam erst nach ein paar Wochen oder sogar Monaten bei mir.... ich wundere mich, das ich nicht auf 60ml am Tag oder mehr war. Mir hatten die 25ml pro Tag anscheinend gereicht.... kommt vielleicht eher darauf an, wie viel man nimmt und nicht wie lange? Was meint ihr?


25ml am Tag klingen aus meiner Sicht für 7Jahre SEHR wenig oder verdammt diszipiliniert.
Hab gegen Ende allein 3mal tgl ~5ml(iirc... müsste vorher im Thread stehen. Mein Gehirn ist gerade nicht ganz sicher) zum 3h Schlafen gebraucht und war tagsüber dennoch im Arsch. Gefühlt hab ich jeden Tag pro dosis 0,3-0,5 ml mehr gebraucht. Tagsüber dann je nur 2-3ml alle paar Std zum funktionieren. Dennoch 4 Tage vor der Klinik das erste „zusammenklappen“(Kreislauf) auf der Arbeit. Danach Krankschreibung, diffuse Symptome und Brainfog und nach zu langer Wachdauer (oder Koma idk , was genau) => peng Klinik

Sprich... deine Tagesdosis dürfte ich auch gehabt haben, aber wesentlich schneller scheinbar. Hast du denn auch so häufig dosiert oder hast du nur Schlafdosen genommen?


WIE ich so schnell so durch die Decke ging mit der Toleranz, kann ich nicht sagen.
Hatte GBL allerdings schon in der Vergangenheit(vor Jahren ohne Probleme) und RC-Benzos ebenfalls zu genüge durchgenascht.
In meiner „finalen Phase“(Vor und nach Threaderstellung) teilweise auch beides zusammen, da mir von alleinigem GBL Konsum nach 2-3h wieder die Panikattacken kamen. Und das wollte ich mit nem langwirksamen Benzo unterbinden. Absolut lebensmüde. Sollte man auch echt nicht tun. Ich versuch nur mit euch und meinem löchrigen Hirn herauszufinden, wie sich der Körper so schnell anpassen konnte.


Deine Klinikgeschichte klingt krank. Möchte mir da echt nicht sooo viele Gedanken heute drüber machen, da in mir (vielleicht durch den Entzug oder die Inkompetenz) ein richtiger Hass auf diese Ärzte hochkocht. Und ich kann den Stress gerade nicht gebrauchen. Sorry. Les ich morgen oder wenn ich ein wenig entspannt habe.


Edit: Zum Zitat: ich glaube auch irgendwie langsam, bei GBL ists nicht wichtig ob man Jahre oder Wochen drauf ist. Das Gehirn scheint sich da irre schnell anzupassen, was auch für deinen „kurzen“ (aber brutalen) Entzug spricht. Vermutlich auch, weil es ja FAST ein körpereigener Stoff ist. Ich glaube fast, lediglich die Dosis ist das Elementare für den KÖRPERLICHEN Entzug. Aber den Edit und die Schlussfolgerungen hab ich mir selbst zusammengereimt, also vielleicht lieg ich komplett falsch

E2: 7 jahre... das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen... merkst du Spätfolgen? Wie hast du damals auf der Arbeit funktioniert? Wie geht das? Bist du in der persönlichen Entwicklung weitergekommen, oder wars ein Stillstand wie in meinen (kürzeren) Sedativaphasen.
Also „Respekt“ dafür (an deinen Körper), dass du es so lange so konsequent überlebt hat
 
Traumländer



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  Geschrieben: 17.08.20 01:29
Also "diszipliniert" würde ich das mit den 25ml/d nicht nennen wollen. Ich konnte irgendwie auch einfach nicht mehr vertragen. War vielleicht auch besser so...
So ein Leben komplett ohne natürlichen Schlaf ist verdammt hart. Man musste ja nur seine KO-Dosis haben, wobei das bei mir zuletzt einfach nur noch krank war. Ich hatte Zopiclon, Tavor und so ein Zeug noch gefuttert um einigermaßen zur Ruhe zu kommen abends. Es waren aber echt verrückte Nächte, andauernd akkustische Halluzinationen und so ein Mist.... ich dachte manchmal nachts, ich hätte Kopfhörer in den Ohren und würde Musik hören. Mein Hirn hat das auch wirklich sehr realitätsgetreu hinbekommen mit der Musik, nur ab und an waren da mal ein paar "Hänger" drin....

Ich habe jede Stunde einen Milliliter konsumiert. oder 1,2 Milliliter in Kapselform. Das eben den ganzen Tag über und abends zum Schlafen etwas mehr. So kam ich dann im Endeffekt auf meine 25-30ml/d.

Ja, ist ja eigentlich auch ein körpereigener Stoff mit dem GABA-Zeug. Mit GABAergen Substanzen ist wirklich nicht zu spaßen. Spätfolgen merke ich so keine, eigentlich hat sich mein Körper wieder gut erholt. Wobei ich auch zeitweise dachte, dass ich davon eigentlich Spätfolgen davontragen musste.

Wie ich auf der Arbeit funktioniert habe? Nunja, eigentlich ganz einfach. Immer und überall sein Zeug dabeihaben... ich hatte meistens ein paar 0,5-Liter Wasserflaschen dabei, da waren immer jeweils 3ml drin. Dann hab ich ungefähr pro Stunde eine drittel Flasche getrunken damit ich auf meinen ml pro Stunde eben kam. Ich hatte viele verschiedene Jobs, unter anderem auch im Nachtdienst. Da war es natürlich dann etwas schlimmer, weil die Dosis richtig zu treffen ist manchmal schwierig gewesen. Hatte auch mal einen Job als Zeitungsbote bzw. als derjenige, der die Pakete zu den Zeitungsboten bringt. Das war harte körperliche Arbeit und ich konnte das absolut nicht. Mein Körper hat das nicht mitgemacht, habe mir dann einen einfacheren Job gesucht, wo ich so gut wie nichts körperlich machen musste.
Körperliche Arbeit und 24/7 GBL-Konsum verträgt sich nicht. Ich war auf jeden Fall immer übelst schwach und war überhaupt nicht mehr belastbar.
In der persönlichen Entwicklung weitergekommen? Ich weiß nicht genau. Ich hatte in der Zeit auch ein paar Beziehungen, und du kannst dir vorstellen, wie scheiße das war jedes mal wieder das Versteckspiel von vorne anzufangen mit der Sucht. Immer und überall heimlich konsumieren zu müssen macht einen irgendwann mürbe. Aber ich habe das auch hinbekommen. War auch ein paar mal im Urlaub trotz der Sucht.... ist kein schönes Leben jedenfalls.
Die Vergangenheit war perfekt, außer, dass sie in der Gegenwart endete.
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Traumländer

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  Geschrieben: 27.08.20 07:41
Möchte keine Leichen ausgraben, aber mal ein kurzes Update geben.
Hab‘s in ~2 Wochen geschafft, von 40 auf 10-15mg Diazepam runterzudosieren... und nun stagnier ich elendig bei 10+-5mg. War aber wirklich eine elendige Zeit. Permanenten Beinmuskelkater, Kopfschmerzen und eine bisher ungekannte Offenheit/Reizpotenzial/Aggressionen. Ich werd aktuell eher als sehr direkt beschrieben, hab aber auch eiskalt mehrere Freundschaften gekillt, weil mir was nicht gepasst hat.

Hab noch 1 Monat frei... sollte schon irgendwie hinhauen.
 

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