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AutorBeitrag
Traumländer



dabei seit 2020
533 Forenbeiträge

  Geschrieben: 05.04.23 16:24
Sich an Begriffen wie Kapitalismus, Sozialismus, Kommunismus, etc. aufzuhängen ist doch schon einschränkend ....

Freiheit bedeutet, das tun zu können, was man tun möchte. Und nicht tun zu müssen, was man nicht tun möchte. Ich persönlich bin froh drüber, dass ich nicht in einem kommunistischen Staat lebe, aber ganz ehrlich jetzt, auch da würd ich versuchen es mir so gut und schön wie möglich zu machen.

Das Leben ist mal richtig fein und mal richtig Kacke. Und natürlich kann ich nicht immer alles tun oder lassen was ich möchte oder nicht möchte. Aber man kann das beste aus den Gegebenheiten machen, die sich einem bieten - egal ob man viel Kohle verdient oder nur genau so viel hat wie alle anderen auch.

Was bringt es einem darüber nachzudenken, was einmal sein wird oder sein könnte? HIER und JETZT findet das Leben statt .... Was ich tun kann, ist das beste aus dem zu machen, was mir angeboten wird. Mehr braucht es doch nicht, wenns EINFACH sein soll .... Man kann es sich natürlich auch schwieriger gestalten und über Dinge nachdenken, die ach so wichtig erscheinen. Muss man aber nicht ....
Space is only noise if you can see, my friend!
Traumländer



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1.098 Forenbeiträge

  Geschrieben: 05.04.23 17:45
word

Wobei doch gerade diese Möglichkeit zur finanziellen unabhängigkeit in der westlichen Welt am einfachsten zu gestalten ist.
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Traumländer



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424 Forenbeiträge

  Geschrieben: 05.04.23 17:45
Chymus schrieb:
Jodo schrieb:
ob wir in der lage sind, es für realistisch zu halten, dass der kapitalismus wirklich überwunden werden kann.


Wir werden uns früher oder später zwangsläufig zu einer Zivilisation entwickeln müssen, welche den Kapitalismus von sich abstreift wie ein Insekt seine alte Haut. Der Häutungsprozess ist für die Assel ein enormer physischer Aufwand und so wird es uns kleinen Kriechtieren, den Menschen, wohl oder übel auch ergehen, wenn es soweit ist. Ressourcen sind erschöpflich und ewiges Wachstum daher ohnehin illusionär.

Wie genau so ein neues System aussehen wird? Jedenfalls werden wir nicht alle beisammen am Lagerfeuer sitzen, unser letztes Acid gleichmäßig untereinander aufteilen und friedlich Pink Floyd trillern. Vielleicht kommt das irgendwann mal, Äonen später. Aber erstmal wird es viel eher zu brutalen Machtkämpfen aller Art kommen. Das ist nur so mein Gefühl. Bild: https://www.land-der-traeume.de/bilder/symbole/lol.gif
Klingt darüberhinaus aber nicht unrealistisch, dass die Möglichkeit besteht, dass Psychedelika dabei helfen könnten, eine natürliche Ordnung herzustellen, ganz ähnlich wie es in vielen kleinen Völkern und Stämmen des Schamanismus weltweit noch heute passiert.

Wie wärs denn erstmal mit noch mehr Gold-, Silber- und Diamantenminen, am besten auf dem Mond und dem Mars, um den Stichtag wenigstens um ein paar Jahrzehnte aufzuschieben?
Elooon!

da gibt es ein berühmtes zitat von Slavoj Zizek und Fredrick Jameson. Sinngemäß in etwas "es ist einfacher, sich das Ende der Welt vorzustellen, als das Ende des kpaitalismus". und ja, ein von beiden wird wahrscheinlich dieses jahrhundert enden, weil der klimawandel keine dritte option lässt. und wie du schon sagst: wär es nicht der klimawandel, dann was anderes, bspw. das artensterben inkl bienen und anderer wichtiger insekten.

kann leider sehr gut sein, dass es wirklich zu kriegen und totalitarismus in der halben welt und zu milliardenfacher flucht im rest der welt kommt (bis mitte des jahrhunderts steigt voraussichtlich der anteil unbewohnbarer gebiete von aktuell 1% auf dann 20% an, wodurch nach aktuellen schätzungen 1-3,5 milliarden menschen fliehen müssen werden), aber so lange es aktuell noch den hauch einer chance gibt, das ganze wenigstens etwas abzudämpfen, wär es doch gar nicht so blöd, es mit acid communism zu versuchen.


€ckomi und selbstausdruck: kommunismus hat nichts mit dem zu tun, was in der udssr und den anderen "sozialistischen" ländern passiert ist, die sich alle mehr oder weniger auf lenin berufen. lenin war in seiner politischen praxis kein marxist, sondern blanquist , auch wenn er das immer abstritt. marx schrieb in späteren werken selber, dass die arbeiterklasse demokratische entscheiden muss, statt von einer partei regiert zu werden. außerdem gibt es ideen wie rätekommunismus, die radikale demokratie mit antikapitalismus kombinieren.
kapitalismus hingegen hat nichts mit freiheit zu tun, sondern heißt kurz gefasst bloß, dass die wirtschaft einerseits von wachstum und gewinnmaximierung (die offensichtlich zu problemen führt, bspw klimawandel) und andererseits von ausbeutung der arbeitenden im sinne von: die arbeitenden müssen den großteil des von ihnen erwirtschafteten gewinnes abgeben, (was offensichtlich ebenfalls zu problemen führt, bspw dass während corona und preiserhöhungen millionen menschen kaum über die runden kommen, während ein paar wenige abartig reich werden) geprägt ist.
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1.098 Forenbeiträge

  Geschrieben: 05.04.23 18:48
Aber wenn es doch angeblich 937293628 positive Formen des "Kommunismus" gibt, warum ist dann nur der vorherrschende verbreitet. 🥸

Ist ja fast so als wenn ich behaupten würde, yoar der Nationalsozialismus wie er praktiziert wurde habt ja recht ist dreck, aber wenn wir x, y & z abändern, we gucci.
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Traumländer



dabei seit 2016
424 Forenbeiträge

  Geschrieben: 05.04.23 19:49
zuletzt geändert: 05.04.23 20:14 durch Jodo (insgesamt 3 mal geändert)
das hab ich mich auch schon gefragt. die wahrscheinlichste erklärung ist, dass "sozialistische länder" meist entweder diktatoren waren, die den sozialismus als vorwand für ihr regime nutzten oder gesehen haben, dass lenin der erste war, der in der lage war, ein (angeblich) sozialistisches system aufzubauen, und daher seine methode für die beste hielten. wobei der hauptgrund wohl in der zentralen planwirtschaft liegt. eine nationalwirtschaft ist zu komplex, um sie von menschen planen zu lassen, sodass es immer zu riesigen problemen kommt und am ende menschen zur arbeit gezwungen werden müssen oder verhungern. zentrale planwirtschaft ist aber nicht zwingend bestandteil antikapitalistischer systeme. es gibt bspw. im anarchosyndikalismus auch ideen zu dezentraler planwirtschaft und heutzutage ließe sich mit computern auch viel besser planen, sodass auch eine zentrale planwirtschaft evtl möglich wäre.
aber das ist ja gar nicht das thema. wie gesagt, geht es ja nicht zwingend um sozialismus oder kommunismus, sondern grundsätzlich egalitärere arten des zusammenlebens.
wenns dich interessiert, kannste ja mal die unterschiede zwischen leninismus und rätekommunismus googeln.
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dabei seit 2012
1.098 Forenbeiträge

  Geschrieben: 06.04.23 13:12
Wir haben doch gerade eine dezentrale (plan)wirtschaft, welche übrigens bei weiten weniger anfällig für Korruption ist als eine zentrale, stell mal vor xyz verwaltet nicht nur ihre Produkte, sondern alle ^^
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dabei seit 2016
424 Forenbeiträge

  Geschrieben: 06.04.23 13:19
ja gut, marktwirtschaft kann man theoretisch auch dezentrale planwirtschaft nennen. es geht aber darum, dass die wirtschaft von den bürgerInnen gemeinsam demokratisch geplant wird, statt von paar wenigen reichen.
aber das ist wie gesagt auch nicht das thema hier und ich werd ab jetzt nicht mehr antworten, wenn's nicht zum thema des threads ist.
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dabei seit 2019
1.191 Forenbeiträge

  Geschrieben: 06.04.23 14:45
ckomi schrieb:
Aber wenn es doch angeblich 937293628 positive Formen des "Kommunismus" gibt, warum ist dann nur der vorherrschende verbreitet. 🥸

Selbst wenn es 937293628 + 200 Formen gäbe, allen ist eines gemein - das "Material" Mensch. Und eine Eigenschaft des Menschen - die Individualität - legt sich da quer. Natürlich kann man Menschenmassen mit blankem Unsinn begeistern und damit gleichschalten. Da rennen sie dann herum, brainwashed, folgen ihrem Führer und werden im Laufe der Zeit Zoombies oder Deserteure. Die Wirkung ist also sehr begrenzt, nicht der Rede wert. Die Neben- und Nachwirkungen jedoch sind verheerend, erschütternd, tragisch.
Es gibt meines Erachtens aber glücklicherweise eine Vielzahl, eine Fülle an kommunistischen Inselchen. Gemeint sind die Familien, in welchen die Ideale des Kommunismus tatsächlich weitgehend gelebt werden. Ohne dass sich jemand dessen bewusst ist. Man macht es einfach, der Anstoss kommt von tief im Unterbewusstsein. Wie dem auch sei, es geht in kleinem Rahmen. Aber in grösserem Rahmen ? Nö, nicht so gut. Da beginnen dann plötzlich alle, sich alle Vorteile zu verschaffen, derer sie habhaft werden konnten. DDR sei als naheliegendes Beispiel genannt, es gilt aber für fast alle kommunistischen Regimes aller Ausprägungen.
Solche Nimmersatte gibt es aber auch in vielen Familien (eh klar, man wächst idR in einer Familie auf). Darum - ich meine jene, die die eigene Familie exzessiv für sich zu nützen versuchen, sie aussaugen etc.
Grüsse


 
Traumländer



dabei seit 2012
1.098 Forenbeiträge

  Geschrieben: 07.04.23 15:06
Jodo schrieb:
dass die wirtschaft von den bürgerInnen gemeinsam demokratisch geplant wird, statt von paar wenigen reichen.


Wird sie doch schon maßgeblich durch das Kaufverhalten der Bürger ? ^^

@K I
Im kleinen Rahmen kann man aber auch so ziemlich alles verwirklichen, gibt genug Menschengruppen fernab konventioneller Zivilisation die in ihrer kleinen Blase vollkommen "erfolgreich, zufrieden und glücklich" miteinander leben.
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  Geschrieben: 07.04.23 16:23
Ob die Stammesgesellschaften in Afrika die nach dem Ubuntu Prinzip (Nächstenliebe, Ich bin durchs Wir) auch durch bullshit gebrainwashed und gleichgeschaltet sind?

Gibt diese schöne Anekdote von einem Forscher, der einem Haufen Kinder dort viele besonders begehrte Früchte vor legte und meinte, derjenige, der sie zuerst erreicht, bekommt alle.
Die Kinder rannten los und der erste hielt kurz vor dem Ziel an und wartete auf die anderen.
Die taten es ihm gleich, bis alle zusammen die Früchte essen konnten.

Auf die Frage, wieso sie so handelten, antworteten sie:"Ubuntu",
Ich durch wir.

Im Kapitalismus könnte man natürlich auch so handeln. Dieser fördert aber eben eigentlich das gegenteilige Verhalten.

Deswegen, und da hat KI Recht, kommt es weniger auf das Wirtschaftssystem an, sondern mehr auf die Menschen und wie sie leben wollen. Kapitalismus fördert aber nicht unbedingt soziales Verhalten, daher gibt es hier wenig Anreiz, sozial zu handeln, außer dem guten Gefühl.
"Immer wieder, wenn ich aus dem Leib aufwache in mich selbst, lasse ich das andere hinter mir und trete ein in mein Selbst; ich sehe eine wunderbar gewaltige Schönheit und [...] bin in eins mit dem Göttlichen" (Plot. IV.8.6)
Abwesender Träumer



dabei seit 2020
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  Geschrieben: 07.04.23 22:47
Ich weiß nicht mehr wer es war aber das Zitat ist mir im Kopf geblieben: "Alle Wege von 68 führen letztenendes in den Supermarkt" . Das triffts eigentlich ganz gut. Ich denken nicht, dass ohne größere "Umbrüche" eine Alternative zum Spätkapitalismus möglich ist... Die kapitalistische Logik, die Kulturindustrie und deren Popkultur ist viel zu tief verwurzelt, als dass da noch viel möglich wäre. Durch die Subjektivierungsbestrebungen des Kapitalismus ist ja jetzt schon kein Miteinander mehr möglich, da sich alle stets im Wettbewerb für was auch immer befinden.
Andererseits glaube ich auch nicht mehr, dass es dem Menschen überhaupt irgendwie möglich ist in Frieden zusammenzuleben, im größeren Rahmen. Macht, Geld und die Gier danach übermannen die meisten. Selbst im Angesicht der herannahenden Klimakatastrophe schaffen wir es nicht mal zusammenzuarbeiten sondern nehmen mit was geht und lassen den Karren gegen die Wand krachen...
Wenn man Francis Fukuyama glaubt dann haben wir das Ende der Geschichte schon erreicht. Der Kapitalismus hat sich weltweit durchgesetzt und ist mehr oder weniger alternativlos, vielleicht gibt es Variationen wie den Kapitalismus mit asiatischen Werten (Slavoj Zizek) oder den arabischen Kapitalismus.
Kulturen haben sich zu einem großen Teil auch verlaufen, entweder wurden sie zu Karikaturen von sich selbst und eine Ware zur Selbstvermarktung für Touris oder sind in der Armutsverelendung untergegangen (siehe Sinti, Roma,..).
Es ist schon erstaunlich, dass wir es in der gesamten Menschheitsgeschichte nicht hinbekommen haben ein System zu etablieren, dass ALLEN Teilen der Gesellschaft zu einem guten Leben verhilft und dass das in der Zukunft noch was wird bezweifle ich stark...

 
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Traumländer



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424 Forenbeiträge

  Geschrieben: 08.04.23 00:23
MosheBernstein schrieb:
Ich weiß nicht mehr wer es war aber das Zitat ist mir im Kopf geblieben: "Alle Wege von 68 führen letztenendes in den Supermarkt" . Das triffts eigentlich ganz gut. Ich denken nicht, dass ohne größere "Umbrüche" eine Alternative zum Spätkapitalismus möglich ist... Die kapitalistische Logik, die Kulturindustrie und deren Popkultur ist viel zu tief verwurzelt, als dass da noch viel möglich wäre. Durch die Subjektivierungsbestrebungen des Kapitalismus ist ja jetzt schon kein Miteinander mehr möglich, da sich alle stets im Wettbewerb für was auch immer befinden.
Andererseits glaube ich auch nicht mehr, dass es dem Menschen überhaupt irgendwie möglich ist in Frieden zusammenzuleben, im größeren Rahmen. Macht, Geld und die Gier danach übermannen die meisten. Selbst im Angesicht der herannahenden Klimakatastrophe schaffen wir es nicht mal zusammenzuarbeiten sondern nehmen mit was geht und lassen den Karren gegen die Wand krachen...
Wenn man Francis Fukuyama glaubt dann haben wir das Ende der Geschichte schon erreicht. Der Kapitalismus hat sich weltweit durchgesetzt und ist mehr oder weniger alternativlos, vielleicht gibt es Variationen wie den Kapitalismus mit asiatischen Werten (Slavoj Zizek) oder den arabischen Kapitalismus.
Kulturen haben sich zu einem großen Teil auch verlaufen, entweder wurden sie zu Karikaturen von sich selbst und eine Ware zur Selbstvermarktung für Touris oder sind in der Armutsverelendung untergegangen (siehe Sinti, Roma,..).
Es ist schon erstaunlich, dass wir es in der gesamten Menschheitsgeschichte nicht hinbekommen haben ein System zu etablieren, dass ALLEN Teilen der Gesellschaft zu einem guten Leben verhilft und dass das in der Zukunft noch was wird bezweifle ich stark...

mark fisher nannte das capitalist realism
und das kann ich auch nachvollziehen. oft denke ich auch "scheiß drauf, dat wird alles eh nix mehr". aber letzten endes können wir alle nicht die zukunft vorhersehen, weshalb es viel rationaler ist, es trotzdem zu versuchen, statt einfach aufzugeben.
erich fromm bspw sagte, er hält es für unwahrscheinlich, dass die menschheit noch eine chance hat, aber man müsse es trotzdem mit allen mitteln versuchen, auch wenn die wahrscheinlichkeit nur bei 1% liegt. und das ist tatsächlich das einzig weise, das man tun kann.
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  Geschrieben: 08.04.23 12:37
Jodo schrieb:
MosheBernstein schrieb:
Ich weiß nicht mehr wer es war aber das Zitat ist mir im Kopf geblieben: "Alle Wege von 68 führen letztenendes in den Supermarkt" . Das triffts eigentlich ganz gut. Ich denken nicht, dass ohne größere "Umbrüche" eine Alternative zum Spätkapitalismus möglich ist... Die kapitalistische Logik, die Kulturindustrie und deren Popkultur ist viel zu tief verwurzelt, als dass da noch viel möglich wäre. Durch die Subjektivierungsbestrebungen des Kapitalismus ist ja jetzt schon kein Miteinander mehr möglich, da sich alle stets im Wettbewerb für was auch immer befinden.
Andererseits glaube ich auch nicht mehr, dass es dem Menschen überhaupt irgendwie möglich ist in Frieden zusammenzuleben, im größeren Rahmen. Macht, Geld und die Gier danach übermannen die meisten. Selbst im Angesicht der herannahenden Klimakatastrophe schaffen wir es nicht mal zusammenzuarbeiten sondern nehmen mit was geht und lassen den Karren gegen die Wand krachen...
Wenn man Francis Fukuyama glaubt dann haben wir das Ende der Geschichte schon erreicht. Der Kapitalismus hat sich weltweit durchgesetzt und ist mehr oder weniger alternativlos, vielleicht gibt es Variationen wie den Kapitalismus mit asiatischen Werten (Slavoj Zizek) oder den arabischen Kapitalismus.
Kulturen haben sich zu einem großen Teil auch verlaufen, entweder wurden sie zu Karikaturen von sich selbst und eine Ware zur Selbstvermarktung für Touris oder sind in der Armutsverelendung untergegangen (siehe Sinti, Roma,..).
Es ist schon erstaunlich, dass wir es in der gesamten Menschheitsgeschichte nicht hinbekommen haben ein System zu etablieren, dass ALLEN Teilen der Gesellschaft zu einem guten Leben verhilft und dass das in der Zukunft noch was wird bezweifle ich stark...

mark fisher nannte das capitalist realism
und das kann ich auch nachvollziehen. oft denke ich auch "scheiß drauf, dat wird alles eh nix mehr". aber letzten endes können wir alle nicht die zukunft vorhersehen, weshalb es viel rationaler ist, es trotzdem zu versuchen, statt einfach aufzugeben.
erich fromm bspw sagte, er hält es für unwahrscheinlich, dass die menschheit noch eine chance hat, aber man müsse es trotzdem mit allen mitteln versuchen, auch wenn die wahrscheinlichkeit nur bei 1% liegt.
Das erinnert mich alles an den Film "The Dead Don't Die" von Jim Jarmusch. Wobei der bei allem lakonischen Humor sogar noch etwas deprimierender ist.
Liebe ist Leben.
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Traumländer



dabei seit 2016
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  Geschrieben: 08.04.23 13:58
deprimierend? was ich geschrieben habe, find ich eher hoffnungsvoll. so hoffnungsvoll wie es unter den umständen halt möglich ist, ohne völlig an der realität vorbeizudenken.
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Traumländerin



dabei seit 2013
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  Geschrieben: 25.05.23 18:09
Es ist wieder etwas off topic, doch diesen Tagesschau-Artikel finde ich ganz passend als eine der vielen Antworten auf die Frage, was am Kapitalismus so schlimm ist.


 

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