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Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 14.12.10 12:42
Naja, in dem ich die Schuld auf mich selbst nehme möchte ich ja Verantwortung für das Geschehene übernehmen und nicht länger von mir weisen.
Von daher ist das denke ich eher eine Sache, mit der das Gewissen nicht beruhigt werden kann, da ja in dem Fall mir mein Gewissen sagt:
"Wenn du Schuld an der Situation hast, denk mal drüber nach was du hättest anders machen können!"
und nicht
"Du kannst da gar nichts für, du hast schon alles richtig gemacht - gegen Drogen hatten schon ganz andere keine Chance..."
Dieser Satz würde für mich ein beruhigtes Gewissen bedeuten. Vielleicht definieren wir hier nur aneinander vorbei, kann ja sein, aber wenn ich mir die ganze Zeit denke "Es hätte nicht so kommen müssen! Sieh zu dass du nächstes Mal schlauer bist." würde ich das nicht direkt "ruhiges Gewissen" nennen.
Des weiteren nehme ich das nicht einfach so als gegeben hin, dass ich abhängig bin bzw. sage sogar es wäre okay. Es ist nur momentan meine Einstellung "Du funktionierst so fürs Erste. Pack erst den ganzen anderen Scheiß an und dann widme dich den mMn geringeren Suchtproblemen.
Und ja, ich kann aufhören. Vielleicht nicht wann immer ich will, aber aus Notwendigkeit heraus war ich vor ca. 2 Monaten 3 Wochen lang und jetzt im Moment auch wieder 2 Wochen lang sauber.
Dazu muss ich allerdings sagen: Ich wusste vorher, dass die cleanen Wochen auch ein Ende haben werden - das hat den Opihunger und den psychischen Entzug vielleicht ein wenig gelindert.
Um die körperlichen Entzüge mache ich mir schon seit 2 Jahren keine Gedanken mehr. Das mag überheblich klingen, aber das ist bei Opis nach ner Woche gegessen egal wie scheiße es diesmal war.
Zu der "Klassen"-Frage: Das kommt ganz auf die Sucht an. Alkoholsucht und Nikotinsucht ziehen sich durch wirklich alle Schichten. Die illegalen Drogen dürften allerdings ein bisschen mehr in der sog. "Unterschicht" vertreten sein. (Ich hasse das Wort, hört sich fast an wie "Untermensch")
Möglicher Grund dafür: Eine Korrelation. Psychisch Auffällige sind eher selten in besonders gut betuchte Familien geboren und sind durch einen möglichen(!) Bildungsmangel der Eltern zudem besonders anfällig dafür
(a) selbst nicht besonders gut in die Arbeitsgesellschaft integriert zu werden und
(b) den Verlockungen des Konsums schneller zu erliegen
als psychisch stabile, nie mit Delinquenz in Berührung gekommene Oberschichtler.
Hoffe ich hab nix vergessen...

LG, der Dieter
Kein Alkohol am Steuer!
Ein Hügel auf der Straße reicht und sie verschütten alles!
Abwesender Träumer



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1 Tripberichte

  Geschrieben: 14.12.10 15:03

Mia Melody schrieb:

Ich frage mich an dieser Stelle wieso es dann sogar überaus intelligenten und willenstarken Menschen nicht gelingt einen Schlussstrich zu ziehen?!



Zum einen gehen Intelligenz und Willensstärke nicht unbedingt Hand in Hand und zum anderen wie will man willensstärke Messen oder genau einschätzen?
Selbst Leute die vielleicht in 2-3 Bereichen willensstark sind, sinds meistens bei weitem nicht in allen Belangen.
Um mal ein Beispiel zu bringen, gibt es Frauen die sowohl bei Drogen stark sind als auch ihren inneren Schweinehund bekämpfen können (sagen wir mal bei der Arbeit oder beim Sport) und dann aber trotzdem immer wieder zu ihrem Freund zurück kehren der sie schlägt.




Zitat:
Korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber ist es nicht ein bisschen so dass Sucht wie ein Trojanisches Pferd funktioniert?



Dieser Vergleich ist mMn recht passend, da einiges wirklich eher leise und hinter dem Sichtbaren geschieht.. Aber mal ganz ehrlich, waren die Trojaner nicht damals schon sehr naiv und überheblich das sie glaubten der gefährliche Feind will ihnen ein Geschenk machen?




Zitat:
Und nochwas interessiert mich. Glaubt ihr Sucht und Abhängigkeit ist Klassenspezifisch? Soll heissen werden Menschen aus Unterschichten eher süchtig als aus Oberschichten?


Also wenn ich mir die Feierlandschaft bei der elektronischen Musik angucke dann scheint das zumindest der Fall zu sein.
In kleinen Drecksschuppen sind bei weitem mehr Leute richtig drauf als in edleren Läden. Dazu kommt noch das es auch deutlich mehr gibt die nach heftigem/häufigem Konsum aussehen.

Auf den Real und Hauptschulen in meiner Umgebung waren auch deutlich mehr und stärkere Konsumenten als auf den Gymnasien. Unser 3-gliedriges Schulsystem ist ja auch schon teilweise signifikant nach "Klassen" aufgeteilt.
 
Ex-Träumer



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  Geschrieben: 14.12.10 16:47

Mia Melody schrieb:
Und nochwas interessiert mich. Glaubt ihr Sucht und Abhängigkeit ist Klassenspezifisch? Soll heissen werden Menschen aus Unterschichten eher süchtig als aus Oberschichten?




Definitiv nein - Menschen aus der "Oberschicht" werden höchstens nach anderen Drogen süchtig, aber Geld zu haben/nicht zu haben ist ganz sicher nicht der alles entscheidende Faktor welcher Menschen süchtig werden lässt bzw es verhindert!
 
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Abwesende Träumerin



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ICQ
  Geschrieben: 14.12.10 19:14
Na das ist mir schon klar das Geld nicht vor Sucht schützt. Ich rede nicht von Reichen Leuten sondern von Gebildeten. Sind nicht die Grundvoraussetzungen unter Akademikern aufgrund von Bildungsgrad anders als unter bei der Arbeiterklasse? WEnn ja warum ist das so? Warum werden Menschen aus gehobenen Klassen weniger abhängig als andere, wenn Sucht doch im Kopf immer das gleiche bewirkt?

@Dieter:

So wie du es beschreibst ist ein H - Entzug nicht mehr als ein Schnupfen und in 5 Tagen vorbei. Würdest du also sagen es ist einfach nur die gleiche Panikmache wie um Opiate bzw Heroin selbst? Arrangierst du dich also soweit mit deiner Sucht dass du dich an der Tatsache dass du abhängig bist also nicht weiter störst? Ich habe sowas an mir selbst noch nie erlebt und ich weiss nicht ob es mich nicht auf irgendeine Weise wahnsinnig beunruhigen würde.

Es tut mir leid wenn ich hier jeden Löcher in den Bauch frage, aber es ist wirklich für mich selber außerordentlich wichtig mir ein gesundes Bild von Opiaten zu machen. Außerdem interessiert es mich in beruflicher Hinsicht besonders.
Wach auf, wach auf sei bereit was zu sehen, mach dich locker um mit mir auf die Reise zu gehen. Lass dich treiben und komm vergiss den Alltag in dir, nimm den Zug zu den Sternen und sei glücklich mit mir!
Traumland-Faktotum



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  Geschrieben: 14.12.10 19:22

Mia Melody schrieb:
Na das ist mir schon klar das Geld nicht vor Sucht schützt. Ich rede nicht von Reichen Leuten sondern von Gebildeten. Sind nicht die Grundvoraussetzungen unter Akademikern aufgrund von Bildungsgrad anders als unter bei der Arbeiterklasse? WEnn ja warum ist das so? Warum werden Menschen aus gehobenen Klassen weniger abhängig als andere, wenn Sucht doch im Kopf immer das gleiche bewirkt?



Dazu mal ein Artikel, den ich neulich gelesen habe. Es geht zwar vorrangig um Alkohol, mag dennoch interessant sein.

Link
"Das Dasein ist ein Seiendes, das nicht nur unter anderem Seienden vorkommt. Es ist vielmehr dadurch ontisch ausgezeichnet, daß es diesem Seienden in seinem Sein um
dieses Sein selbst geht."

https://www.instagram.com/phaenotaphor/
Ex-Träumer



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  Geschrieben: 14.12.10 19:54

Mia Melody schrieb:
Na das ist mir schon klar das Geld nicht vor Sucht schützt. Ich rede nicht von Reichen Leuten sondern von Gebildeten. Sind nicht die Grundvoraussetzungen unter Akademikern aufgrund von Bildungsgrad anders als unter bei der Arbeiterklasse? WEnn ja warum ist das so? Warum werden Menschen aus gehobenen Klassen weniger abhängig als andere, wenn Sucht doch im Kopf immer das gleiche bewirkt?



Ok, dann hab ich das wohl zuerst falsch verstanden - mit Oberschicht assoziiere ich Geld, und höchstens auf den zweiten Blick Bildung ;-)

So, zunächst mal - ich spekuliere nur, ich weiß es nicht genau.

Ich denke prinzipiell unterscheiden sich Menschen aus der Oberschicht in puncto Suchtanfälligkeit nicht so arg von denen aus der Unterschicht. Jeder Mensch hat Bedürfnisse, ob er nun gebildet und reich ist oder das Gegenteil davon. Und wenn diese Bedürfnisse nicht erfüllt werden, dieser Mensch also unzufrieden ist, braucht er einen Ausgleich. WOHER er den bekommt, bzw. wie er sich diesen Ausgleich holt wird vielleicht ein bisschen von der Bildung mit beeinflusst (Drogenkonsum HAT negative Seiten), aber wohl hauptsächlich vom Umfeld und den eigenen Erfahrungen.

Für eine abschließende Antwort bliebe noch zu klären, ob reiche und gebildete Menschen glücklicher sind als arme und ungebildete... (wobei, das mit dem Geld können wir wohl gleich wieder rausstreichen - Geld alleine macht nicht glücklich, wenngleich das völlige Fehlen wiederum unglücklich macht. Ach ist doch etwas komplizierter ^^).
 
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Abwesende Träumerin



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ICQ
  Geschrieben: 27.01.11 13:28
Ich nutze diesen Thread kurfristig um ein paar Worte zu einer Diskussion sagen die im H-Sammelthread ihren Anfang genommen hat und einfach off topic wurde. Ich denke dieser Platz hier ist dafür besser geeignet, denn es ist mein Thread den ich ganz am Anfang meiner Opiaterfahrungen eröffnet habe. Zur besseren Übersicht verlinke ich die relevanten Beiträge im H-Thread.
H-Sammelthread

Ich wollte so eine Diskussion nicht lostreten und im Nachhinein tut es mir auch leid dass ich überhaupt gefragt habe. Ich würde lügen wenn ich abstreiten würde dass die Erkundigung nach der besten H Quali ohne Hintergedanken war. Natürlich will ich mir welches kaufen. Dass das Ganze so eine Lawine nach sich zieht wollte ich aber wirklich nicht.

Ich möchte ehrlich sein, Pausen halte ich nicht mehr besonders lange aus und ich mache sie generell nur wenn ich keine andere Wahl habe. Ich kann nicht loslassen, weil mir Opiate einfach das geben was ich suche. Im Moment ist es weniger die Frage ob ich es bleiben lassen kann oder nicht, ich will es einfach nicht, bin mir aber im selben Maße sicher dass ich es könnte wenn ich es nur genug wollte. Ich höre was ihr sagt und ich verstehe was ihr meint aber ich bin ohne Opis glaub ich zumindest im Moment viel schlechter dran. Ich bezweifel nämlich dass Opiate mir im Gegensatz zu meinen ES den Kopf kosten werden. Im Moment helfen sie mir einfach dabei zu überleben, nicht nachzudenken, mir keine Gedanken über Kontrollverluste beim Essen zu machen. Ich bin mit mir im Reinen weil ich nicht darüber nachdenke. Ihr könnt das jetzt verstehen oder auch nicht, jedenfalls ist es ehrlich.

Shy ich weiss dass ich dich mitreisse und es tut mir ehrlich leid. Ich bin nicht die Einzige die oft wie ein zentnerschwerer Sack an dir hängt und dich wahrscheinlich an die Grenzen dessen bringt was du leisten kannst. Ich weiss du hast eine Familie, ein kleines Kind ich weiss du hast Verantwortung und ich weiss du hast Angst. Angst davor die Kontrolle zu verlieren. Dein Beispiel zeigt Bilderbuchmäßig auf dass man die Sucht niemals ganz los wird. Wir werden darüber reden müssen wie es weitergeht.




Wach auf, wach auf sei bereit was zu sehen, mach dich locker um mit mir auf die Reise zu gehen. Lass dich treiben und komm vergiss den Alltag in dir, nimm den Zug zu den Sternen und sei glücklich mit mir!
Ex-Träumer
  Geschrieben: 27.01.11 16:28
Gute Idee, dass du es hierher verlegt hast. :))

Meine Meinung zum Opiatkonsum bzw. besser gesagt zu regelmäßigem Opiatkonsum ist in erster Linie durch meine Erfahrung geprägt. Ich persönlich konnte es auch nie bei langen Pausen belassen bzw. zumindest am Anfang hat es geklappt (so die ersten 1-2 Jahre) aber ich bin durch eine Verletzung Anfang letzten Jahres ziemlich leicht an Tramadol / Tilidin gekommen und habe dann angefangen es regelmäßig zu "missbrauchen" Nach nur einigen Monaten habe ich schon gemerkt, dass ich psychisch schon ziemlich tief drin war und mir gedacht: Ohh Ohhh...Besser aufhören.

Doch genau wie du schreibst: Ich wollte es eigentlich einfach nicht. Warum auch? Sie gaben mir mehr Selbstsicherheit, Entspannung, Euphorie und all die schönen Dinge, die an Opis so faszinierend sind, und all das, ohne das es jemandem aufgefallen wäre in meinem täglichen Leben. Ich hatte mehr Spaß auf der Arbeit, mehr Spaß ohne andere Drogen allein daheim oder bei Freunden, hatte nie n Abturn, wenn ich mal zu viel getrunken oder sonst wie gefeiert hatte konnte ich durch n bisschen Tilidin den Kater wunderbar wegbekommen. Ich war leistungsfähiger und hatte mehr Spaß am Leben. Die Liste lässt sich lange fortsetzen.

Und natürlich kamen dann irgendwann auch andere Opis dazu (z.B. auch H, was ich aber seeehr selten nehme und mit dem ich auch schon frühere Erfahrungen gemacht hatte ohne abzustürzen)
Dann gab es auf einmal kein Tili mehr bzw. die Ärzte wollten es mir nicht mehr so leicht verschreiben, da meine Verletzung schon lange keine Behandlung mit opioiden Schmerzmitteln rechtfertigte. So kam ich an Subutex und war zufrieden. Einmal am Tag ne Line und alles war gut bis zum nächsten Tag. Am Anfang hat es sogar stark euphorisiert und antidepressiv gewirkt und all das.

Doch mittlerweile MUSS ich den Scheiß nehmen, weil sonst die Kacke (wortwörtlich^^) am dampfen ist, ich absolut nicht mehr arbeitsfähig bin, Krämpfe und Schmerzen bekomme, das volle Programm eben. Und ich habe 0 merkliche Wirkung mehr von Subu, nur der Affe wird gefüttert. Und ich muss mich deswegen extrem zusammenreißen, mir nicht, was weiß ich... Methadon oder H oder andere stärkere Opis zu holen, um mal wieder ne Wirkung zu bekommen. Klar hätte ich Bock drauf (und mache es auch hin und wieder ;), aber ich sehe insgesamt recht selbstreflektiert, in was ich da rein geraten bin und das selbst das für mich "wirkungslose" Subutex nicht mehr aus meinem Kopf und Leben wegzudenken ist.
Einerseits will ich aufhören, andererseits bin ich verdammt opiatabhängig und denk mir oft: Ach scheiß drauf, macht mir ja körperlich nichts schlechtes (solange ich genug davon daheim habe und nicht auf Entzug komme) also warum eigentlich aufhören?

Opiatsucht ist ne richtig schwere Krankheit und übersteigt vom psychischen Suchtfaktor (neben dem körperlichen der aber insgesamt zu vernachlässigen ist) alles was ich bisher kennengelernt habe (und das war ne ganze Menge ;)

Was ich nur sagen will: Sicher denk man anfangs, das ist nicht schlecht für einen, tut einem gut und du hast vielleicht auch noch ganz andere psychische Probleme, die sich vielleicht momentan ganz gut mit der Einnahme von Opis "behandeln" lassen, aber das wird nicht immer so bleiben! Irgendwann wirst du dir auch denken: Ohh hätte ich den ganzen Scheiß doch lieber gar nicht erst angefangen. Und zwar spätestens dann, wenn du täglich dem Scheiß hinterher rennst oder entzügig und mit nur einem Gedanken im Kopf in deinem Zimmer sitzt.

Und wenn du mom denkst, du brauchst die Opis bzw. willst absolut nicht aufhören, dann such dir wenigstens ein Opiat, dass dich nicht zu schnell zu abhängig macht. HM, DAM, Oxycodon und die ganzen Sachen sind definitiv zu heftig und werden dich ziemlich schnell sehr sehr tief in die Opiatsucht treiben. (Jahh ich weiß an all die Befürworter hier: Zerreißt mich) Wie siehst denn z.B. aus mit kratom oder sowas?

Ich will absolut kein Moralapostel sein oder sonst was. Ganz ehrlich: Tu was du nicht lassen kannst.

Ich LIEBE Opis und schaffe es nicht loszukommen bzw. ein Teil von mir will es, der andere nicht. Und ich freu mich auch wien Schnitzel, wenn ich mal wieder was anderes als Subu bekomme und haus mir mit Vergnügen rein. Scheiß drauf ;)

Aber ich bin 10 Jahre älter und weiß, glaube ich, zumindest etwas besser, was für eine Gradwanderung ich da durchmache mom. Ich laufe an einem tiefen Abgrund entlang und zwar verdammt knapp an der Kante ;) Selbst für mich mit meinen 10 Jahren mehr Erfahrung ist es nicht so abwegig, dass ich trotz meiner Vorsätze (nur Subu und gaaaanz selten mal was leckeres) in absehbarer zeit noch tiefer in diesen Abgrund reinrutsche.

Und das würde ich mir und vor allem jüngeren Leuten mit weniger Erfahrung und die vielleicht noch nicht so tief drin stecken gerne ersparen. Auch wenn ich weiß, dass all das Getippte hier niemanden davon abhalten wird, seine Erfahrungen selber zu machen.

Liebe Grüße und alles Gute

Roger
 
Traumland-Faktotum



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  Geschrieben: 27.01.11 16:46
Ich habe mal ein paar Fragen, sage gleich dazu dass ich mich mit Opioiden und Opiaten kaum auskenne: Heroin ist eine Substanz, die aufgrund des Angebots auf dem Schwarzmarkt mit unzähligen anderen Stoffen gestreckt wird. Alleine vom gesundheitlichen Aspekt interessiert mich da: warum suchst Du dir kein anderes Opioid, wenn Du schon von den Opis nicht loslassen willst?
Zweite Frage bezieht sich auf den rein wirtschaftlichen Faktor, zielt auf dieselbe Richtung ab: Gibt es nicht andere Opioide, die vom Preis-Leistungs-Verhalten "besser" geeignet sind?
Ich möchte, um das klarzustellen, nicht zum Konsum aufrufen.
Du hast des Öfteren geschrieben, dass Opioide Dir das geben, was Dir gefehlt hat. Kannst Du das denn in Worte fassen und näher erläutern? Vielleicht fällt es Dir leichter, diese Lücken langfristig anderweitig zu füllen, wenn Du (für Dich) dein(e) Problem(e) und deinen Mangel formulieren und selbst "analysieren" kannst - allein damit Du weißt, was Dir im Wege steht momentan. Roger Sparks, und ich bin mir sicher, viele andere, haben da schon einige Punkte genannt, aber es ist ja immer ne persönliche Sache, was in einem selbst nicht stimmt - und was man verändern oder ergänzen müsste, um sich Stück für Stück sein 'reichhaltiges' Leben zurückzugewinnen. Wie mit anderen Drogen ist es immer nur ein temporärer Urlaub, der mit Dauer des Konsums auch nicht mehr an die ersten Male herankommt. Wie zu Anfang schon erwähnt, stellen sich für Dich als Konsumentin u.a. wirtschaftliche und gesundheitliche Aspekte, die mitunter zu weiteren Problemen führen können. Soviel erstmal von mir, auch wenns nichts neues ist.
"Das Dasein ist ein Seiendes, das nicht nur unter anderem Seienden vorkommt. Es ist vielmehr dadurch ontisch ausgezeichnet, daß es diesem Seienden in seinem Sein um
dieses Sein selbst geht."

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Abwesender Träumer

dabei seit 2011
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  Geschrieben: 27.01.11 20:27

Mia Melody schrieb:
Ich nutze diesen Thread kurfristig um ein paar Worte zu einer Diskussion sagen die im H-Sammelthread ihren Anfang genommen hat und einfach off topic wurde. Ich denke dieser Platz hier ist dafür besser geeignet, denn es ist mein Thread den ich ganz am Anfang meiner Opiaterfahrungen eröffnet habe. Zur besseren Übersicht verlinke ich die relevanten Beiträge im H-Thread.
H-Sammelthread

Ich wollte so eine Diskussion nicht lostreten und im Nachhinein tut es mir auch leid dass ich überhaupt gefragt habe. Ich würde lügen wenn ich abstreiten würde dass die Erkundigung nach der besten H Quali ohne Hintergedanken war. Natürlich will ich mir welches kaufen. Dass das Ganze so eine Lawine nach sich zieht wollte ich aber wirklich nicht.

Ich möchte ehrlich sein, Pausen halte ich nicht mehr besonders lange aus und ich mache sie generell nur wenn ich keine andere Wahl habe. Ich kann nicht loslassen, weil mir Opiate einfach das geben was ich suche. Im Moment ist es weniger die Frage ob ich es bleiben lassen kann oder nicht, ich will es einfach nicht, bin mir aber im selben Maße sicher dass ich es könnte wenn ich es nur genug wollte. Ich höre was ihr sagt und ich verstehe was ihr meint aber ich bin ohne Opis glaub ich zumindest im Moment viel schlechter dran. Ich bezweifel nämlich dass Opiate mir im Gegensatz zu meinen ES den Kopf kosten werden. Im Moment helfen sie mir einfach dabei zu überleben, nicht nachzudenken, mir keine Gedanken über Kontrollverluste beim Essen zu machen. Ich bin mit mir im Reinen weil ich nicht darüber nachdenke. Ihr könnt das jetzt verstehen oder auch nicht, jedenfalls ist es ehrlich.







Hallo..

Ich verfolge das schon etwas und hab mich mal angemeldet um etwas dazu zu sagen.
Ich hoffe, dass das richtig aufgefasst wird, denn ich möchte sicher niemandem sagen, was er zu tun, oder zu lassen hat.

Ein Therapeut hat etwas sehr interessantes zum Theam H geasgt, was ich als sehr einleuchtend empfand :

H ist wie ein Freund ( eine Freundin..), die Dich nie betrügt.. Sie ist immer da, wenn Du sie brauchst und Du weißt genau, was Du bekommst.. ( wir wollen mal vom Faktor Geld absehen..)

In Deinem Falle ist das eine Art der Selbstmedikation, die Du für unabdingbar hältst, damit Du klarkommst.
Dein Krankheitsbild hat einige Faktoren, die Dich separieren und (innerlich..) dazu zwingen das oder die Problem(e) selnst in die Hand zu nehmen.

Ich bin jetzt seit ziemlich genau 30 Jahren Opiatabhängig.
Ich weiß genau, was Du meinst..

Es ist auch richtig, dass man mit dem genügenden Willen da raus kommt..
Fraglich bleibt, ob Dein ursprüngliches Problem nicht einfach überlagert wird, denn, H kann ein mächtiger Freund.. und ein noch viel mächtigerer Feind sein !!

Ich wünsche Dir die nötige Weisheit zur rechten Zeit das eine vom anderen unterscheiden zu können..

Viel Glück wünscht Dir die

Fleathermouse...
 
Abwesender Träumer

dabei seit 2011
5 Forenbeiträge

  Geschrieben: 27.01.11 20:47

RogerSparks schrieb:
Gute Idee, dass du es hierher verlegt hast. :))

Meine Meinung zum Opiatkonsum bzw. besser gesagt zu regelmäßigem Opiatkonsum ist in erster Linie durch meine Erfahrung geprägt. Ich persönlich konnte es auch nie bei langen Pausen belassen bzw. zumindest am Anfang hat es geklappt (so die ersten 1-2 Jahre) aber ich bin durch eine Verletzung Anfang letzten Jahres ziemlich leicht an Tramadol / Tilidin gekommen und habe dann angefangen es regelmäßig zu "missbrauchen" Nach nur einigen Monaten habe ich schon gemerkt, dass ich psychisch schon ziemlich tief drin war und mir gedacht: Ohh Ohhh...Besser aufhören.

Doch genau wie du schreibst: Ich wollte es eigentlich einfach nicht. Warum auch? Sie gaben mir mehr Selbstsicherheit, Entspannung, Euphorie und all die schönen Dinge, die an Opis so faszinierend sind, und all das, ohne das es jemandem aufgefallen wäre in meinem täglichen Leben. Ich hatte mehr Spaß auf der Arbeit, mehr Spaß ohne andere Drogen allein daheim oder bei Freunden, hatte nie n Abturn, wenn ich mal zu viel getrunken oder sonst wie gefeiert hatte konnte ich durch n bisschen Tilidin den Kater wunderbar wegbekommen. Ich war leistungsfähiger und hatte mehr Spaß am Leben. Die Liste lässt sich lange fortsetzen.

Und natürlich kamen dann irgendwann auch andere Opis dazu (z.B. auch H, was ich aber seeehr selten nehme und mit dem ich auch schon frühere Erfahrungen gemacht hatte ohne abzustürzen)
Dann gab es auf einmal kein Tili mehr bzw. die Ärzte wollten es mir nicht mehr so leicht verschreiben, da meine Verletzung schon lange keine Behandlung mit opioiden Schmerzmitteln rechtfertigte. So kam ich an Subutex und war zufrieden. Einmal am Tag ne Line und alles war gut bis zum nächsten Tag. Am Anfang hat es sogar stark euphorisiert und antidepressiv gewirkt und all das.

Doch mittlerweile MUSS ich den Scheiß nehmen, weil sonst die Kacke (wortwörtlich^^) am dampfen ist, ich absolut nicht mehr arbeitsfähig bin, Krämpfe und Schmerzen bekomme, das volle Programm eben. Und ich habe 0 merkliche Wirkung mehr von Subu, nur der Affe wird gefüttert. Und ich muss mich deswegen extrem zusammenreißen, mir nicht, was weiß ich... Methadon oder H oder andere stärkere Opis zu holen, um mal wieder ne Wirkung zu bekommen. Klar hätte ich Bock drauf (und mache es auch hin und wieder ;), aber ich sehe insgesamt recht selbstreflektiert, in was ich da rein geraten bin und das selbst das für mich "wirkungslose" Subutex nicht mehr aus meinem Kopf und Leben wegzudenken ist.
Einerseits will ich aufhören, andererseits bin ich verdammt opiatabhängig und denk mir oft: Ach scheiß drauf, macht mir ja körperlich nichts schlechtes (solange ich genug davon daheim habe und nicht auf Entzug komme) also warum eigentlich aufhören?

Opiatsucht ist ne richtig schwere Krankheit und übersteigt vom psychischen Suchtfaktor (neben dem körperlichen der aber insgesamt zu vernachlässigen ist) alles was ich bisher kennengelernt habe (und das war ne ganze Menge ;)

Was ich nur sagen will: Sicher denk man anfangs, das ist nicht schlecht für einen, tut einem gut und du hast vielleicht auch noch ganz andere psychische Probleme, die sich vielleicht momentan ganz gut mit der Einnahme von Opis "behandeln" lassen, aber das wird nicht immer so bleiben! Irgendwann wirst du dir auch denken: Ohh hätte ich den ganzen Scheiß doch lieber gar nicht erst angefangen. Und zwar spätestens dann, wenn du täglich dem Scheiß hinterher rennst oder entzügig und mit nur einem Gedanken im Kopf in deinem Zimmer sitzt.

Und wenn du mom denkst, du brauchst die Opis bzw. willst absolut nicht aufhören, dann such dir wenigstens ein Opiat, dass dich nicht zu schnell zu abhängig macht. HM, DAM, Oxycodon und die ganzen Sachen sind definitiv zu heftig und werden dich ziemlich schnell sehr sehr tief in die Opiatsucht treiben. (Jahh ich weiß an all die Befürworter hier: Zerreißt mich) Wie siehst denn z.B. aus mit kratom oder sowas?

Ich will absolut kein Moralapostel sein oder sonst was. Ganz ehrlich: Tu was du nicht lassen kannst.

Ich LIEBE Opis und schaffe es nicht loszukommen bzw. ein Teil von mir will es, der andere nicht. Und ich freu mich auch wien Schnitzel, wenn ich mal wieder was anderes als Subu bekomme und haus mir mit Vergnügen rein. Scheiß drauf ;)

Aber ich bin 10 Jahre älter und weiß, glaube ich, zumindest etwas besser, was für eine Gradwanderung ich da durchmache mom. Ich laufe an einem tiefen Abgrund entlang und zwar verdammt knapp an der Kante ;) Selbst für mich mit meinen 10 Jahren mehr Erfahrung ist es nicht so abwegig, dass ich trotz meiner Vorsätze (nur Subu und gaaaanz selten mal was leckeres) in absehbarer zeit noch tiefer in diesen Abgrund reinrutsche.

Und das würde ich mir und vor allem jüngeren Leuten mit weniger Erfahrung und die vielleicht noch nicht so tief drin stecken gerne ersparen. Auch wenn ich weiß, dass all das Getippte hier niemanden davon abhalten wird, seine Erfahrungen selber zu machen.

Liebe Grüße und alles Gute

Roger




Hallo Roger..

Ich bin an die 45 Jahre und seit nun 30 Jahren opiatabhängig.

Das reicht als Vorinfo für flogendes :

Ich lese immer wieder :" solange ich genug davon habe und keinen Affen zu befürchten, ist alles in Ordnung..."
Ich sage ich euch jetzt mal was aus sehr böser, eigener Erfahrung ...

Der regelmässige Konsum und vor allem die Abhängigkeit, die Dich immer wieder zum Arzt zwingt, oder zum Dealer (oder sonstwohin..), frisst sich gaaanz langsam so in Dein Unterbewusstsein, dass Du irgendwann regelmässig davon träumst, wie abhängig Du bist.. Du gehst selbst in Deinen Träumen erst zum Arzt und dann machste was anderes..
Glaub mir.. das ist erschreckend !!

Als sich die Abhängigkeit richtig im Kopf festgesetzt hatte, bekam ich schlimmste Angstzustände, die soweit gingen, dass ich Vorstellungen von plötzlich ausbrechendem Krieg und der damit zusammenhängenden Versorgungslücke zuerst in meinen Träumen und später sogar im Wachzustand hatte.
Ich konnte mir das früher nie vorstellen, aber man kann sich furchtbar abhängig fühlen.. So abhängig, dass man sich wie eingesperrt fühlt und nur dann sicher, wenn man sein Zeug in Griffweite hat.

DANN bist Du richtig ABHÄNGIG ..

Das ist nur meine Erfahrung, die ich gerade in einem Buch verarbeite, aber, ich habe mich mit einigen Leuten darüber unterhalten, die mir dieses Gefühl (mehr oder weniger stark) ebenfalls geschildert haben.
Für MICH ist das mittlerweile das weitaus schlimmste an meiner Opi-Sucht.

Trotz aller schönen Eigenschaften die H für mich hat und hatte... Dieses miese Gefühl werde ich selbst mit nem fetten Hit nicht mehr los.

Das wollt ich nur mal loswerden.. Ist ja möglich, dass es jemandem was zeigt..

Viele Grüße

die Feathermouse
 
Abwesende Träumerin



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ICQ
  Geschrieben: 28.01.11 14:13
zuletzt geändert: 28.01.11 14:29 durch ShyFlauschmaus (insgesamt 1 mal geändert)
Es ist meiner Meinung nach unglaublich schwer, ich sage jetzt bewusst nicht unmöglich, in einer gesunden Symbiose mit Opiaten zu leben. Ich war selber jahrelang abhängig, es gab gute Zeiten mit H und es gab auch verdammt schlechte Zeiten. Dennoch war es für mich okay so wie es war, ich wollte nicht mehr vom Leben. Heute bin ich verheiratet, habe einen kleinen Sohn, lebe in einem Reihenhaus und es könnte alles wunderbar sein. Ich hab zwei Jahre lang vergessen dass ich es H bzw Opiate überhaupt mal in meinem Leben gab. Und das war wahrscheinlich auch der Fehler daran, weil es tatsächlich so ist wie Mia in ihrem Eingangspost geschrieben hat.

Die Sucht schläft nie, sie gibt einem das Gefühl sie wäre gänzlich aus deinem Leben verschwunden, doch in Momenten in denen man sich zu sicher ist oder zu unsicher kommt sie wieder voll zum Tragen. Sie wartet auf einen günstigen Moment sozusagen.

Mia war nicht der Auslöser dafür dass ich plötzlich wieder dran gedacht hab, da war schon einige Zeit vorher so, ich kann nicht mal sagen warum. Es war eigentlich alles in bester Ordnung. Ich würde eine Freundin niemals fallen lassen weil ich mich gefährdet sehe, aber ich lüge nicht wenn ich sage dass Opiate wenn sie mir so nahe kommen einfach einen wahnsinns Suchtdruck auslösen. Am liebsten würde ich nachgeben 2-3 Tage einfach rückfällig werden, aber ich bin mir selber nicht sicher ob es eine Reise ohne Wiederkehr wird.

Was ich mir mühsam in 2 Jahren aufgebaut haben kann in wesentlich kürzerer Zeit alles wieder weg sein.

Ich denke Mia du stehst ziemlich am Anfang einer Suchtkarriere und du solltest dir schon bewusst darüber sein dass du mit dem Opiatkonsum in deinem Fall ganz sicher einen Pakt fürs Leben eingehst. Bei den Meisten ist das so und bei dir ganz sicher. Überleg dir für dich ganz genau wohin deine Reise gehen soll, hast du Ziele im Leben, Dinge woran du dich festhalten kannst.
Du weisst ich sage hier nichts was ich dir auch nicht persönlich ins Gesicht sagen würde, aber ich denke einfach du steigst schon extrem schnell und auf einem viel zu hohen Level ein. Du bist mit H eingestiegen, danach kam Fenta, dann Hydrom. Ich frage mich ehrlich wohin du willst?! Die Luft wird oben verdammt dünn^^Frag dich doch mal ob du dir eine Sucht auch leisten kannst, hast du das Geld dafür, ist die Versorgung stets gewährleistet? Hältst du es aus wenn auch mal nichts geht? Bist du dann bereit Schmerzen und Craving in Kauf zu nehmen? Ich werd dir immer wieder das Patschehändchen halten wenn es mal wieder eng wird, aber ich kann dir dann auch wieder nur sagen dass es vorbei geht. Entscheiden musst allein du. Siehst du eigentlich wieviele Leute dir die Hand reichen und ihr Herz öffnen? Denk mal drüber nach. Lg Shy
 
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  Geschrieben: 28.01.11 14:47
So, da ja alle hier ihren Umgang mit Opioiden / Opiaten schildern will ich das auch mal tun.

Ich bin mittlerweile 26 Jahre alt und "lebe" mit Opioiden seit, hm, fünf, sechs Jahren (alles in allem). Ich habe von Anfang nicht viel Schlimmes dabei gesehen "böse" Opioide (angefangen mit Tramadol und dann immer höherpotente) zu konsumieren, ich muss aber auch sagen, dass ich das nie bei auch nur irgendeiner Droge so gesehen habe, sei es Meth, Koks, Crack oder sonstwas.

Nun ja, in diesen fünf Jahren habe ich viel gesehen und erlebt im Bezug auf Opioide, Freunde kamen und gingen, ich habe auch immer mal gerne übertrieben (so wie ich das heute noch tue^^) aber ich habe es bis heute geschafft nicht ganz abzustürzen, ich war nicht in Substitution und hatte ich mal nen Affen habe ich ihn ausgesessen. Ich habe in der Zeit immer gearbeitet und es war mir immer klar dass ich, so wie Roger sagt, einen schmalen Grat entlangwandere. Bisher hat es funktioniert, jedoch merke ich auch, dass jeder Konsum und jeder noch so kleine Affe immer mehr Seitenwind produziert, was beim Balancieren über den Abgrund nicht hilfreich ist.

Klar sind Opioide wertvolle Helfer, aber die derzeitige Situation lässt einen Dauergebrauch wie ich ihn gerne hätte nicht zu.

Ich muss vielleicht auch noch erwähnen, dass ich selbst es durchaus schaffe ein Wochenende straight H zu leben und ab Montag wieder nüchtern in der Arbeit zu erscheinen und die Opioide Opioide sein zu lassen. Was mich einerseits zum "guten" und andererseits zum schlechten Vorbild macht. Jedoch habe ich keine psychischen Probleme (auch unterbewusste) deren Symptome das Opioid signifikant lindert. Was meiner Meinung nach der Knackpunkt an der ganzen Geschichte ist.

Ich würde jedoch nie im Leben Freunde fallen lassen, nur weil sie meine "Sucht" triggern, denn wie fleathermouse sagte, es ist schon schwer genug Freunde im Milieu zu finden und noch schwieriger welche außerhalb zu finden die das einigermaßen nachvollziehen können und auch wollen.

Bezüglich Mia möchte ich noch sagen, dass die Parallelen zu mir bekannten Personen (Mia, du weißt wen ich meine!) unübersehbar sind und Mia, du solltest dir die Frage stellen ob du wirklich soweit gehen willst. Am Ende ist es jedoch deine Entscheidung und ich werde die Entscheidungen anderer immer respektieren, jedoch behalte ich mir das Recht vor auch mal zu sagen, dass diese oder jene Entscheidung so oder so enden kann. Ich will dir nicht nahe legen es auf die Art zu versuchen wie ich es tue, denn ich glaube das wirst du nicht schaffen (ist nicht böse gemeint!) aber wenn du dich für den New H Lifestyle entscheidest, sei versichert, dass ich dir gerne mit Rat zur Seite stehe auch wenn ich deine Entscheidung vielleicht nicht gutheiße.
Deal with it!
Abwesender Träumer



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MSN
  Geschrieben: 29.01.11 02:01
zuletzt geändert: 29.01.11 07:07 durch Areas (insgesamt 2 mal geändert)
Dein Startpost ist gut Mia und ich denke, fast jeder kann sich da ein Stück weit wiederfinden, aber es mir auch etwas zu personalisiert.

Einem Abhängigen nur mangelden Willen vor zu werfen ist mit Sicherheit falsch, aber es gab immer einen Weg dort hin, in dem man jeden Tag aufs neue vor Entscheidungen stand. Es "ruft" keine Droge oder die (beginnende) Sucht, sondern man möchte es sich schlichtweg einfacher machen in einer psychischen Lage, die man sonst nur schwer erträgt, oder eben nur mal wieder so besonders schön, euphorisch, entspannt, wie man es im alltäglichen Leben nur selten, oder garnicht hat.
Das ist absolut menschlich und verständlich.. würde der Mensch (und alle andere Lebewesen natürlich auch) nicht versuchen sich sein Leben zu vereinfachen und immer nach wohlbefinden streben, würden wir weder in einem beheizten Haus sitzen, noch alle anderen Erleichterungen der heutigen Zeit genießen.

Deswegen ist die "Schuldfrage" so eine Sache.. in meinen Augen, nüchtern gesagt, ja. Definitv ist man selber daran Schuld wenn man von einer Droge abhängig wird.
Aber ich möchte nicht den abwertenden "Tja, selber Schuld, jetzt sieh mal zu!" Standpunkt einnehmen.
Ich halte das wie gesagt für ein sehr nachvollziehbares Verhalten wenn jemand, aus welchen Gründen und in welcher Form auch immer, eine "Lücke" in seiner Seele hat, die eine bestimmte Droge schließt. Dieses Schlüssellochprinzip wurde ja schon angesprochen und darin liegt mMn auch vorallem die Erklärung, warum manche Menschen abhängig werden (und andere nicht).

Bei mir war Cannabis das, was ich zum leben wollte/brauchte und ich liebte es, rauchte einige Jahre täglich, bis sich die Dinge veränderten und ich merkte, dass es mir mittlerweile ohne viel besser geht und ich ließ das täglich rauchen bleiben.
(Das ist auch ein Punkt, bei dem ich dein Argument Hunk - wenn die Versorgung doch gesichert wäre, ist Abhängigkeit kein Problem - nicht verstehe. Habe ich im DAM - Substanzfaschismus auch angeschnitten. Dinge und Menschen verändern sich und wenn man irgendwann beschließt, jetzt doch ein Leben ohne DAM führen zu wollen, ist eine starke Abhängig doch ganz klar ein Problem, oder nicht? Stimmte dir ansonsten aber auch in vielem zu, wiegesagt)

Mittlerweile erlebe ich Cannabis ganz anders und habe oft Herzrasen und fühle mich eher überfordert als entspannt und rauche deswegen kaum noch.
Hätte ich es die ersten male schon so erlebt, wäre ich natürlich nie süchtig geworden.
Oder wie der Alkohol, dessen Rausch ich zwar bis heute mag, aber es absolut nicht das ist, wonach mir jeden Tag wäre.

Trifft man aber im Laufe der Zeit auf die Droge, die scheinbar alles "vollkommen" zu machen vermag, wird es schwierig.
Umso weiter das normale Lebensgefühl und das im Rausch dann auseinander klaffen, desto größer die Chance nach Sucht - Abhängig? (Von Halluzinogenen mal abgesehen)

Der 2te Weg ist dann der, der auch schon genannt wurde. Eine abhängigmachende Droge aus Langeweile, Unachtsamkeit oder sonstigem zu lange Konsumiert und dann ist man auch schon "da"..

Nochmal speziell zu Opiaten/Opioiden..
Ich habe vor etwas über einem Jahr meine erste Efahrung mit Tramadol gemacht.
Gereizt hatte es mich schon länger, aber in den Depressionen war mir kla, wenn dir das gefällt, und das Risiko ist ja nicht gering, dann bleibst du kleben, also lass es.
Depressionen waren seit 1-2 Jahren überstanden, ich fühlte mich endlich soweit wohl in meinem Leben und beschloss es zu versuchen. Anders als erwartet, aber trotzdem ziemlich gut und mir war klar, dass wird nicht das letzte Mal sein, aber du wirst um jeden Preis eine Abhängigkeit vermeiden.
Da ich auch sonst nur noch kontrolliert Drogen nahm und garkein Bedürfnis mehr hatte und habe, jeden Tag unter Drogen zu stehen, war ich mir auch sicher das zu schaffen und zumindest bis jetzt klappt das auch...

Es traf bei mir aber auch das zu, was man oft liest.. nach dem schönen ersten Erlebnis wurde mir ein paar mal nur verdammt schlecht, ich hab mich nicht wirklich gut gefühlt, aber irgendwas hatte es trotzdem, und ich tat es wieder.
Das kannte ich so noch von keiner Droge.
Und mittlerweile ist es schon verdammt schön. Eine ganz komische Mischung zwischen kaum einer großen Verändung und doch der halbe Meter Richtung vollkommene Zufriedenheit. Fast am meisten merk ich die Wirkung wenn sie nachlässt und würde am liebsten sofort wieder was nehmen. Habe aber gemerkt, dass dieses starke Verlangen nach 1-2 Tagen wieder abklingt und dann ist es auch oke.. und ich bin immer froh nicht nachgegeben zu haben und dabei bleibt es auch. Trotzdem denkt man schon ans nächste mal. Irgendwer schrieb, -ein Pakt fürs Leben- und ich befürchte da ist was dran.
Also ich kann auch nur sagen, für die, die damit noch keine Erfahrungen haben, überlegt es euch gut.
Und die stärkeren Sachen kenne ich ja nicht mal..

Aaaber, ja, deswegen ist es schwerer als anfangs gedacht. Ich frage mich schon manchmal, ob ich es besser hätte sein lassen sollen mit dem probieren.
Ich nehme es nach wie vor seltener als ein Mal die Woche und das fällt mir auch nicht soo schwer, das Zeuchs schwirrt mir aber öfter im Kopf rum als mir lieb ist. Würde mich ein Entzug nicht so abschrecken oder ich einfach nach Gusto entscheiden, würde ich es def. häufiger nehmen. Und hätte ich noch Depressionen, wär ich mit großer Wahrscheinlichkeit schon abhängig, weil mir zum einen die Kraft und der Wille zur Kontrolle gefehlt hätten und ich viel zu häufig garnicht objektiv und rational hätte Urteilen können.
Zugriff auf Oxycodon ist gegeben und könnte auch mal Morphin probieren, den Plan dieses Jahr ein paar Mohnfpflanzen an zu bauen habe ich aber auch schon wieder verworfen. Reizt mich alles, muss ich gestehen, aber ehrlichgesagt reicht das mit Tramadol grad vollkommen aus.. ich kann nichts gebrauchen was sich noch mehr ins Unterbewusstsein einschleicht und mir wohlmöglich noch besser gefällt :S Ich versuch da ehrlich zu sein und denke, ich könnte an die Grenzen stoßen mit meiner bissherigen kontrolle des Konsums.
Ich bereue nicht Tramal kennen gelernt zu haben und finde es schön, mir ab und an einen "Seelenurlaub" gönnen zu können und mich darauf zu freuen, bin froh das halbwegs im Griff zu haben und sollte es nicht überstrapazieren..
Habe aber jetzt schon Bedenken, was bei einem unterwarteten Schicksalsschlag bezüglich des Konsums passieren würde.

Jetzt stehe ich jedenfalls an dem Punkt, wo ich jeden Tag entscheiden kann, wie viel Raum ich dieser Droge gebe und muss mit meinen Entscheidungen leben. So geht es ja sehr vielen hier.

Allen wünsche ich viel Glück, ob Abhängig, auf dem Weg dahin, oder auf dem Rückweg ;)

Achja, warum mehr Druffe Leute in den "kleinen Drecksschuppen" zu finden sind, ist ganz einfach.. da ist vorallem die "Szene" und die Leute, die das feiern und die Musik lieben und weniger in einem schicken Club, wo sich die Leute 2 Stunden fertig machen und sich auf die Partyfotografen vorbereiten, um am nächsten Tag was für Facebook zu haben ;)
Und in der "Szene" gehören Partydrogen einfach mehr dazu.
Ich fühl mich in den Drecksschuppen ( ;D) auch wohler und Partydrogen nehm ich keine.. über den Status in der Gesellschaft sagt das aber nicht zwingend was aus. Meinen ehemaligen Biolehrer habe ich mal auf einer Druffi-Technoparty in der Natur getroffen ;) Und kenne auch studierte oder studierende, die sowas vorziehen, genau wie ich Arbeitslose oder Hauptschüler kenne, die gegen nichts ihre schicke Disco eintauschen würden.
Einfach unterschiedliche Preferenzen was die Wochenendgestaltung betrifft..

Fleathermouse, dein Post hat mir auf jeden Fall was gezeigt! Sowas habe ich bis lang noch nicht gehört. Finde es immer toll, wenn die Leute wirklich versuchen ehrlich zu sein. Nur dann kann wirklich was vermittelt werden. Würd mich für das Buch interessieren!

So, eine gute Nacht.
 
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 29.01.11 14:04
also so schlimm war das bewußtwerden meiner abhängigkeit nicht wie bei fleathermouse.
ich schaffte es nach vielen entzugsversuchen, nach 10 jahren drauf zu sein, ein gutes jahr clean zu bleiben.aber während meiner "clean-zeit" hörte ich nicht auf zu suchen und hatte dann einen rückfall.ich stand wieder vor dem riesen berg "entgiften" und danach die monate lange bleie im kopf oder zu begreifen, daß diese sucht einfach ein teil von mir ist - mit allen konsequenzen.
dank eines therapeuten,der mich nicht bekehren wollte, schaffte ich es dann eine nische zu finden die der "norm" sehr nahe kommt.
ich lebe seit 15 jahren in einer intakten beziehung,kann alle meine rechnungen bezahlen und fühle mich akzeptiert.ich werde mit einem minimum pola substituiert und habe auch da keinerlei schwierigkeiten.über die tatsache abhängig zu sein mache ich mir keine sorgen.
ich fühle mich nicht abhängiger als ein diabetiker. meine freunde sind teilweise über meine sucht informiert und kommen auch damit klar.es ist aber auch klar das wenn alle personen,mit denen ich berufl.oder privat zusammen bin,von meiner sucht wüssten sich alles ganz schnell zum negativen wenden könnte. ein kumpel von mir würde jetzt sagen "that's part of the game,man" - leider ja.
trotzdem würde ich es niemanden empfehlen.

lg lu
 

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