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Abwesende Träumerin

dabei seit 2006
22 Forenbeiträge

  Geschrieben: 08.11.06 14:28
Vor geraumer Zeit habe ich aufgehört Drogen zu nehmen, da ich nicht mehr zurecht gekommen bin im Leben. Ich bin in eine andere Stadt gezogen und habe sämtliche Kontakte abgebrochen. Anfangs lief auch alles super, Arbeit, Wohnung, wieder Kontakt zur Familie. Mein Leben könnte so friedlich sein. Und trotzdem habe ich wahnsinnige Angst vor dem Leben die ich vorher mit Drogen nicht hatte. Ich fühle mich ständig isoliert auch wenn ich unter tausenden von Leuten bin. Oft bin ich grundlos total verunsichert und unfähig mit jemandem ein normales Gespräch zu führen. Dauernd schießen mir Gedanken durch den Kopf was mein Gegenüber wohl für eine Meinung von mir hat. In der Öffentlichkeit fühle ich mich "nackt", beobachtet und bloßgestellt. Und das schlimme ist ich leider unter chronischem Misstrauen. Jeder ist erst mal mein Feind und führt natürlich erst mal nur böses im Schilde und will mich hintergehen. Ich begegne den Menschen Agressiv und verbittert, eigentlich ohne trifftigen Grund. Wenn das so weitergeht sitze ich bald nur noch in einem dunklen Kleiderschrank und komm nie wieder raus.

Was kann das sein? Ich war vor und während meiner Drogenzeit ein richtig selbstbewusster und offener Mensch.
Tanz ist ein Telegramm an die Erde mit der Bitte um Aufhebung der Schwerkraft
Ex-Träumer
  Geschrieben: 08.11.06 14:48
zuletzt geändert: 08.11.06 14:49 durch (insgesamt 1 mal geändert)
ich bin natürlich kein arzt aber des hört sich eindeutig nach ner depression bzw. einer depressiven-verstimmung an

zumindest die symptome die du geschildert hast kann man ohne probleme mit antidepressiva behandeln

wenn du angst hast damit zu nem arzt zu gehen könntest du natürlich auch selbst therapieren wobei ichs auf keinen fall empfehlen würd --- will dir nur die möglichkeit zeigen

5-HTP + Vitamin B6 + Magnesium
diese kombo würde dein allgemeines befinden pushen

aber es gibt antidepressiva die genau auf deine probleme zugeschnitten sind
lass dich behandeln es wird dir mit sicherheit helfen

LG
 
» Thread-Erstellerin «
Abwesende Träumerin

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22 Forenbeiträge

  Geschrieben: 08.11.06 15:36
Ich war bereits bei einem Psychologen. Der hat bei mir eine "Anpassungsstörung" festgestellt, mir aber keinerlei Medikamente verschrieben. Auch auf mein Bitten hin nicht. Er hat davon gesprochen dass es normal sei nach so einer Drogenkarriere erst mal Probleme beim zurückfinden ins normale Leben zu haben. Das würde sich angeblich von alleine legen. Er sprach von Suchtverlagerung und hat gesagt ich solle mich zusammenreißen. Wie aber zusammenreißen?! Ich fühl mich sowieso schon so alleine! Dazu kommt noch dass ich eine kleine Tochter von 4 Jahren habe die auch ihr Recht an Zuneigung und Liebe einfordert. Ihr Vater kümmert sich null um Sie und um mich, er zahlt nicht mal. Das einzige was er kann ist Freitag feiern gehen und So abend wieder kommen. Wir sind ihm egal. Ich habe Angst vor der Zukunft und Angst davor dass man versucht mir mein Kind wegzunehmen. Ich habe in anderen Threads bereits gelesen dass es mehrere Mütter gibt die mit Vorurteilen zu kämpfen haben und das finde ich echt schlimm.


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Abwesender Träumer



dabei seit 2006
3 Forenbeiträge

  Geschrieben: 08.11.06 16:00
zuletzt geändert: 08.11.06 16:02 durch cruxa (insgesamt 1 mal geändert)
einerseits hat der Psychologe, den du aufgesucht hast ganz recht, zumindest das man sich erstmal "alleingelassen" fühlt, bzw. das einem etwas fehlt, wenn man von einer Drogenkarriere abspringt. Blöder Weise ist dies immer leichter gesagt als getan. Er als Psychologe kennt die Wege, die man gehen kann. Wäre ich an deiner Stelle, würde ich mich mit dem Vater des Kindes mal unterhalten, wie er die Zukunft sieht (eventuell nur die des Kindes, wenn ihr getrennt sein solltet).

Das dir das Kind weggenommen wird glaube ich nicht, da ich es mir juristisch nicht vorstellen kann, dass es umgesetzt wird. Schliesslich sprechen gewisse Punkte dafür, dass du versuchst dein Leben "in den Griff zu kriegen". (sry, wenn es jetzt so klingt, als ob es vorher nicht so war oder so - das ist nicht beabsichtigt)

Ich glaube nen Hobby bzw. eine Möglichkeit zur Entspannung könnte schon viel ausmachen. Ich könnte mir vorstellen, dass du vielleicht sehr viel in Bildern ausdrücken könntest usw. Das ließe sich auch mit deiner kleinen verbinden, dass ihr gemeinsam Bilder malt.

Die Sache mit dem "anpassungsstörung" finde ich etwas... hmmm... es klingt kacke.. Man muss sich nicht laufend an andere anpassen. Hab selbst die Erfahrung gemacht, dass es hilft, zu sagen was man denkt. Wenn ich denke mich guckt jemand kritisch an, dann frage ich was los ist. Meistens sind die Leute so offen und sagen was los ist - viele sind sich ihrer Blicke auch garnicht bewusst. Ich kenne genug Leute, die total verknittert gucken, aber eigentlich guter Dinge sind und garnichts negatives im Sinn haben.

what ever..
ich hoffe ich konnt dir etwas helfen.. bzw. auch ein Stückchen Mut machen
 
» Thread-Erstellerin «
Abwesende Träumerin

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22 Forenbeiträge

  Geschrieben: 08.11.06 16:27
Oh, danke, die Idee mit dem Malen finde ich echt gut!

Ihr Vater und ich sind nicht mehr zusammen, was auch gut so ist, denn er ist nicht imstande Gefühle oder Liebe für einen Menschen zu empfinden. Er verliert sich schon seit Jahren in seiner Kokainsucht und ist eher eine Bedrohung für mich und Mona als dass er uns helfen könnte. Er darf sie auch nicht mehr sehen und mitnehmen, da er sie schon mal 2 Tage einfach nicht zurück gebracht hat und mich damit erpressen wollte wieder zu ihm zurück zu kommen. Ja es ist alles nicht ganz leicht bei uns zu hause.
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Abwesender Träumer



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221 Forenbeiträge
2 Tripberichte

  Geschrieben: 08.11.06 16:52
hmm die ganze story is schon recht uncool

ich rate dir dazu den kontakt zu deinem ex-freund und dem vater deiner tochter komplett abzubrechen, das ist glaub ich erstmal das beste für deine tochter. und ich rate dir auch dazu auf andere leute offener zu zugehen, vlt. findest du ja jemanden der dir beistehen und dir helfen kann.





das wird schon wieder wen du wirklich willst, und da bin ich fest überzeugt von.
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Ex-Träumer
  Geschrieben: 08.11.06 17:25
zuletzt geändert: 08.11.06 17:26 durch (insgesamt 1 mal geändert)

Mia Miau schrieb:
Ich war bereits bei einem Psychologen. Der hat bei mir eine "Anpassungsstörung" festgestellt, mir aber keinerlei Medikamente verschrieben. Auch auf mein Bitten hin nicht. Er hat davon gesprochen dass es normal sei nach so einer Drogenkarriere erst mal Probleme beim zurückfinden ins normale Leben zu haben. Das würde sich angeblich von alleine legen. Er sprach von Suchtverlagerung und hat gesagt ich solle mich zusammenreißen.



geh zu nem anderen psychologen ich kanns nicht verstehen dass du keine medikamente bekommen hast
"neue" also aktuelle Antidepressiva machen keineswegs abhängig und helfen dir mit seicherheit

du hast dein kind mit 16 / 17 bekommen ... des is mit sicherlich nicht einfach gewesen ... dazu noch der vater :/

ich wünsch dir alles gute und such dir nen anderen arzt
 
Abwesender Träumer

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  Geschrieben: 08.11.06 21:31
Ich möchte hier nur einen kleinen Beitrag, dazu machen, dass er dir keine Medikamente verschrieben hat. Ich habe zwar nicht die gleiche Geschichte wie du, doch auch ich hatte lange Zeit nach extremem Drogenkonsums in sehr ausgedehnter Hinsicht was Drogen und Masse anbelangt, Probleme mich wieder Zurecht zu finden im normalen Umgang mit Menschen um mich herum. Zwar war mein Fall vielleicht nicht so krass wie deiner, doch halte ich die Aussage des Arztes für gut. Ich denke intensive Gespräche mit Menschen, denen es ähnlich wie dir geht, sei es online oder am besten direkt in einer Gruppe oder allein, wären eine sehr gute Möglichkeit das Ganze zu verarbeiten und dich aufzubauen.

Ich weiss nicht inwiefern du richtige Freunde besitze, aber wenn, dann wende dich auf jeden Fall an diese und rede, rede, rede. Ich denke Kommunikation ist hier angebracht. Es kann in kleinen Schritten per Internet in Foren anfangen und immer weitergehen bishin wie bereits erwähnt zu Treffen und realem Austausch.

Meine Meinung ist, dass Medikamente in seltensten Fällen eingesetzt werden sollten und selbst da könnte man noch nach anderen Möglichkeiten suchen.
 
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 08.11.06 22:19

Mia Miau schrieb:
Ich war bereits bei einem Psychologen. Der hat bei mir eine "Anpassungsstörung" festgestellt, mir aber keinerlei Medikamente verschrieben.


was erwartest du?! einfach jeden tag medikamente in den kopf und weg sind die probleme?!
medis bekämpfen nur die symptome, nicht aber die ursachen! führ dir vor augen, dass medis auch blos "drogen" sind! wenn du also anfängst jeden tag medis zu schlucken, kannst du auch gleich wieder anfangen "richtige" drogen zu nehmen...

wärst du ein kerl würde ich dir empfehlen auf jeden fall grundwehrdienst zu leisten! da wird man so eng zusammengeschweißt mit den unterschiedlichsten menschen, das prägt auf jeden fall! ist wie so eine art "angsttherapie" TSCHACKA!!!

nee du must unter leute! wenn du dich verkriechst wird es nur noch schlimmer! das ist ein teufelskreis!
du must unter leute solange, bis du dich daran gewöhnt hast! und du kannst mir sicher bestätigen, dass wenn du mal den ganzen tag draussen warst, dass du dich dann abends befreiter fühlst und nicht mehr so beobachtet!
oder such dir einen nebenjob, wo su mit leuten zu tun hast! kassenfrau zum beispiel! ;-)

sowas legt sich meistens auch von alleine, wenn man älter wird!

wenn es nicht besser werden sollte, dann kann wahrscheinlich nur noch ein psychologe helfen!
dann kommste in so eine tagesgruppe für ein paar monate! dann gehste anstatt zur arbeit jeden tag zu so einer moderrierten gesprächsgruppe mit leuten, denen es ähnlich geht!
ein kumpel von mir sollte das mal machen!
 
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 08.11.06 22:47
Typisches Paranoides verhalten

kannste nur therapieren und das kommt von den Drogen, würd ich sagen
Hört ihr was ich denke???
Abwesender Träumer



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ICQ
  Geschrieben: 08.11.06 23:17
Also, ich kann mich sicher nicht in deine Situation hinein versetzen, aber ich kann mir schon vorstellen, wie sehr das ganze dein Leben einschränkt.
Ich persönlich finds richtig von deinem Arzt dir nicht gleich Medis zu geben; wie der Konsument schon sagte, sie behandeln nur die Sympthome. Aber Medikamente können eine THERAPIE sinnvoll unterstützen. Und da ist der Knackpunkt: Wie kann dein Psychologe nur sagen:" Ach passt schon...geht von allein wieder weg."
Vielleicht solltest du den Psychologen wechseln, von dem ne zweite Meinung einholen und mal gucken, ob der dich nicht zu ner Therapie rät(man muss natürlich klären ob die Krankenkasse das trägt...is ja immer so ne Sache)
Ansonsten kann ich dir nur sagen: Lass den Kopf nicht hängen! Dein Problem ist sicher hart, aber du bist damit 100%ig nicht allein. Es wird sicher Leute geben denen es genau so geht und das ganze IST therapierbar.

greets
Wahrheit ist ein bewegliches Heer von Metaphern...kurz: Menschliche Relation!

"Wenn ich so betrunken gewesen wäre könnte ich mich doch daran erinnern!"
» Thread-Erstellerin «
Abwesende Träumerin

dabei seit 2006
22 Forenbeiträge

  Geschrieben: 09.11.06 12:40
zuletzt geändert: 09.11.06 13:43 durch Mia Miau (insgesamt 1 mal geändert)
Danke für eure lieben und aufmunternden Worte. Das bedeutet mir sehr sehr viel! Ich habe das Gefühl es mit lieben und einfühlsamen Menschen zu tun zu haben.

Ich bekomme keine Ad´s ohne Therapie. Und nachdem ich zig Therapien angefangen habe und bei keiner einzigen das Gefühl hatte verstanden zu werden lass ich es sein. Wahrscheinlich liegt das an mir und weniger am Psychologen.

Es ist nicht leicht mit jemandem wie mir Geduld zu haben, ich bin leider sehr stur und uneinsichtig. Mona ist meiner Meinung nach mein bester Therapeut und mein bester Freund. Und das obwohl wir ziemliche Startschwierigkeiten hatten.

Ich habe Mona mit 17 bekommen und war zu der Zeit schon ziemlich tief im Drogensumpf. Durch Mona´s Vater der 12 Jahre älter war als ich und so viel Lebenserfahrung hatte bin ich zum Koks gekommen. Anfangs gesnieft, dann geballert. Er hat mich in diesem Alter einfach so beeindruckt mit seiner Art. Zu diesem Zeitpunkt habe ich noch zu ihm aufgesehen. Bald hatte er aus mir seine Wunschvorstellung eines jungen Mädchens modelliert und ich meine Schule abgebrochen und den Kontakt zu meiner Familie beendet. Er wollte dass ich Mona abtreibe, aber für mich kam das nicht in Frage. Ich verbrachte die Zeit bis zu Mona´s Geburt in einem Mutter Kind Heim. Danach hätte alles gut sein können, aber ich wurde rückfällig und man nahm mir Mona weg. Zu recht natürlich. Mona´s Vater hatte auch längst einen unverbrauchten, neuen Ersatz ffür mich gefunden. Mit 19 schaffte ich dann den Absprung und erkämpfte mir Mona. Ich hoffe sie kann mir verzeihen dass ich 2 Jahre ihres Lebens nicht für sie dasein konnte. Es tut gut wenn sie heute "Mama" zu mir sagt, denn jetzt kann ich genau das für sie sein. Es war nie einfach, aber aufgeben ist feige. Und aufzuhören des eigenen Kindes wegen der beste Grund der Welt.


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Ex-Träumer
  Geschrieben: 09.11.06 13:18

Mia Miau schrieb:
Durch Mona´s Vater der 12 Jahre älter war als ich und so viel Lebenserfahrung hatte bin ich zum Koks gekommen. Bald hatte er aus mir seine Wunschvorstellung eines jungen Mädchens modelliert und ich meine Schule abgebrochen und den Kontakt zu meiner Familie beendet. Er wollte dass ich Mona abtreibe, aber für mich kam das nicht in Frage.



also der sollte sich mal was schämen sowas kann ich absolut nicht verstehen
mit fast 30 sollte man schon soviel verstand haben dass man ne junge mutter nicht auf koks bringt :/


aber zurück zu dir... wenn du unter keinen umständen zu nem psychologen willst könntest du dich natürlich auch selbsttherapieren was mit sicherheit aber nicht so gut wäre wie ein psychologe

z.b. mit 5-HTP oder Johanniskraut
findest viele infos zu den medikamenten mit der suchfunktion; google; wikipedia
 
» Thread-Erstellerin «
Abwesende Träumerin

dabei seit 2006
22 Forenbeiträge

  Geschrieben: 09.11.06 14:15
ja, er wird Mona eh nie wiedersehen. Lieber hat sie keinen Vater als so einen! Wir finden schon noch einen Papa der zu uns passt!

Das mit dem 5-HTP klingt super. Johanniskraut und Bachblüten hab ich schon versucht, ich glaube das hilft bei mir nicht.
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Ex-Träumer
  Geschrieben: 09.11.06 14:32
zuletzt geändert: 09.11.06 14:32 durch (insgesamt 1 mal geändert)
5-HTP wirkt bei mir schon ziemlich gut
ich nehms allerdings nich wegen depris oder sowas sondern nur um ab und zu noch besser draufzusein ;)

bei ner dauereinnahme musste aber aufpassen dass du kein serotoninsyndrom bekommst
Tryptophan verzeiht da schon eher ein ungünstiges konsummuster
 

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