LdT-Forum
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Abwesender Träumer
dabei seit 2006 53 Forenbeiträge 8 Tripberichte 1 Galerie-Bilder | Geschrieben: 24.06.08 12:59 |
| Hallo liebe LdT-Gemeinde. Ich mache das Thema hier aus einem bestimmten Grund auf. Ich habe mich zwar informiert, inwieweit Psilos eine Gefahr für psychisch labile Menschen darstellen können, möchte mich aber nochmal speziell für meinen Fall "absichern" (ne totale Absicherung gibts ja nicht...), da ich mit dem Gedanken spiele, demnächst Pilze zu nehmen. Zuerst ein paar Infos zu meiner Situation, meinem psychischen Knacks, etc.: Ich bin Mitte 2005 (im Alter von 18 Jahren) aus meinem Elternhaus abgehauen und in Bereitschaftspflege überstellt worden. Grund dafür waren diverse Erlebnisse seit 2000 (z.B. Scheidung der Eltern, Psychokrieg, der auf den Schultern der Kinder ausgetragen wurde, das erste Mal Sitzenbleiben, etc.), die mich psychisch zerstört haben. Ich habe zwei Suizidversuche hinter mir (im Alter von 15 bzw. 16 Jahren), habe, wie 2005 diagnostiziert wurde, eine dissoziative Persönlichkeitsstörung - d.h. dass ich in psychisch belastenden Situationen den Kontakt zur Realität insofern verlieren kann, dass mein überlastetes Hirn sich Gedankenschlösser baut, in welche sich mein Geist zurückziehen kann. Klingt etwas krass, ist aber nicht sooo verrückt wie es sich anhört. Man zieht sich halt einfach zurück, sitzt vielleicht depressiv auf dem Bett und versinkt in Gedanken, wobei man die Umwelt nicht mehr wahrnimmt. Nunja, ich bin dann wie gesagt 2005 aus meinem Elternhaus gekommen. Da haben sich eigentlich alle Probleme gelöst - meine (mir gegenüber brutalst) gewalttätige Mutter war auf einmal weg, der Psychoterror meiner sich immer noch übelst streitenden Eltern ebenso, etc. pp. Ich hab nen Neuanfang gemacht, ne eigene Wohnung gemietet, kürzlich mein Abitur bestanden, bin ein sehr talentierter und guter Musiker geworden, bin seit fast 4 Jahren glücklich vergeben, blablabla. Seit 2005 hatte ich kaum noch psychische Probleme, abgesehen von einigen depressiven Phasen, jedoch ohne Dissoziationen, ohne Suizidgedanken, etc. Ich schätze mittlerweile mein Leben, genieße es und will mich auch garnicht mehr umbringen. Was das Thema Suizid betrifft, bin ich über den Berg. Was die dissoziative Störung betrifft, denke ich auch, dass ich das überwunden habe. Aber ich befürchte trotzdem noch, dass auf nem Pilztrip irgendetwas wieder hochkommen und alte Wunden aufreißen könnten. Hat vielleicht jemand in ner ähnlichen Situation schon Pilze genommen und vielleicht gemerkt, dass sich da irgendetwas Unterbewusstes, nicht Verarbeitetes wieder ins Bewusstsein schleichen will? Hat jemand Freunde, die irgendwie hängengeblieben sind? Wie schätzt ihr das Potenzial von Pilzen ein? Ich würde allerhöchstens mit Mexikanern anfangen (sollen nach meiner Information die leichtesten sein) und die Dosis sehr gering halten (man kann ja immer noch Pilze hinterheressen). Wäre froh über jede Hilfe. Grüße, LC | |
Geschrieben: 24.06.08 13:40 | |
| Aloa, meiner meinung nach sind deine bedenken berechtigt.Ich kann mal kurz von mir erzählen... Als ich mit psychedelischen drogen anfing war ich erwachsen,meiner meinung nach seelisch gefestigt und ohne größere probleme im privaten bereich. kannte die gängigen partydrogen wie xtc,pep,koka u.s.w. als ich dann das erste mal pilze zu mir nam. Hat mir gut gefallen-zu gut,der konsum häufte sich.Nam später dann auch pappen,kam zuerst gut drauf klar... Fing an,das zeugs regelmässig zu konsumieren,bis ich klare,eindeutige veränderungen meiner psyche bemerkte. Ich bekam angstzustände,verfolgungswahn,starke stimmungsschwankungen und sehr starke depressionen bishin zu suizidgedanken! Ich dachte plötzlich wieder oft an meine kindheit (die nicht so verlaufen ist,wie man es gerne hätte),machte ohne neue gründe meine mutter für alles verantwortlich,hatte hassgedanken gegen sie,konnte sie nicht mehr treffen und mit ihr reden! Ich veränderte mich total,ging in eine richtung in die ich nie gehen wollte. Ich wurde misstrauisch,rechhaberisch und agressiv,mich verfolgten alpträume nachts und paraneua tagsüber. Da kommt auf einmal vieles hoch,was man in den tiefsten katakomben seiner seele vergraben hatte-für mich war das zuviel,obwohl ich gar nicht wusste,das diese gedanken überhaupt exestieren! Das sind jez nur die negativen seite des konsums,der ansich sehr,sehr schön sein kann und mir viele neue ansichten meiner selbst gezeigt hat. Ich möchte die erfahrungen nicht missen,konsumiere gelegendlich auch noch,aber selten und relativ wenig. Bei den ersten malen wirst du es noch nicht bemerken,erst bei häufigem konsum,dann aber mit hoher warscheinlichkeit mit voller wucht! Wenn du also psychisch vorbelastet bist und sogar schon suizidversuche hinter dir hast,dann sei bloss vorsichtig und konsumier nicht zu oft und zuviel. Psychedelische drogen können dir eine menge zeigen,was du gar nicht sehen-wissen willst,auch schon während des trips! LG | |
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Abwesender Träumer
dabei seit 2006 53 Forenbeiträge 8 Tripberichte 1 Galerie-Bilder | Geschrieben: 24.06.08 14:19 |
| @ Blackviolett: Hmm, das verunsichert mich jetzt. Ich muss vorweg sagen, dass ich erst dann Pilze nehmen werde, wenn ich wirklich das Gefühl habe, jetzt sei der richtige Zeitpunkt. Also richtig von innen heraus, nicht nur ein "Heute ist ein schöner sonniger Tag, gutes Set und Setting, also- hau rein!". Ich muss ja dazu sagen dass ich heute ganz anders bin als früher - ich genieße das Leben, bin nicht mehr suizidal (kann auch im Nachhinein nicht mehr verstehen, warum ich es überhaupt war), habe keine Dissoziationen mehr, bin weniger emotional, hab meine Psyche relativ gut ergründet - sei das durch Psychologiebücher, Freud und Co. oder auch durch Rauschmittelkonsum (hauptsächlich Cannabis) - und bin mir heute sicher, dass ich eigentlich über den Berg bin. Mein Bewusstsein ist frei von den damaligen Problemen und ich habe mich von dem Mist gelöst. Allerdings kann ich ja nicht sagen, welche Fragmente sich noch in meinem Unterbewusstsein verstecken. Und da liegt ja auch die Angst - ich will nicht auf nem Pilztrip abkacken, auch wenn er nur moderat ist. Ein Freund (selbst erfahrener Psychonaut auf Pilz und zudem psychisch labil) meinte, dass Mexis eigentlich kein Problem seien, da der Rausch dem Cannabisrausch sehr nahe kommt, wenn auch emotional viel kühler und etwas intensiver. Kann ich nicht beurteilen, aber er hatte in meinem Beisein beim Trippen bisher weder Optics, noch tiefenpsychologische Erkenntnisse über sich selbst, noch irgendwelche Sachen, die aus dem Unterbewusstsein hochkamen. Wobei ich sagen muss dass ich vor Optics etc. keine Angst habe - meine eigenen Gedanken machen mir da viel mehr Angst. Was, wenn die eine Richtung einschlagen, in die ich nicht trippen will? Was, wenn ich sie nicht mehr kontrollieren kann, ich übermannt werde? Was, wenn nicht ich den Film kontrolliere, sondern der Film mich? Sowas geht mir durch den Kopf, und ich habe Angst dass meine eigene Psyche mein größter Feind sein könnte. Obwohl alle Probleme (zumindest bewusst) Schnee von gestern sind und es mir wirklich gut geht. | |
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Ex-Träumer
| Geschrieben: 24.06.08 19:36 |
| N Freund von mir ist im Heim aufgewachsen und war einige Zeit in Frankfurt auf der Strasse unterwegs. Er sagt er hatte eine richtig beschissene Kindheit! Partydrogen schmeißt er ohne Ende und kommt darauf klar, mehr oder weniger. Die par Trips die er genommen hat endeten allerdings jedes mal im totalen Disaster weil die ganze scheiße wieder hoch kam, also richtig üble Abkacker die ihn lange fertig gemacht haben. Weiter wollte er darauf nicht eingehen. Ich würde mir das an deiner Stelle gut überlegen und auf jeden Fall was zum Tripabruch bereithalten! Das kann sehr viel schlimmer werden als ein gewöhnlicher Horrortrip! Sorry wenn ich jetzt den Teufel an die Wand mahle, aber so ist es meinem Freund ergangen, der doch ein par Paralelen zu dir aufweist. Es kann auch alles gut gehen klar, aber bei dir ist die Wahrscheinlichkeit schlechte Erlebnisse zu kriegen definitiv höher als nohrmal! Wenn du es denn macht geh auf keinen Fall über 2g Mexis beim 1. Mal. Und darauf das der Film dich kontroliert und nicht umgekehrt, musst du dich sowieso einstellen | |
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Abwesender Träumer
dabei seit 2006 53 Forenbeiträge 8 Tripberichte 1 Galerie-Bilder | Geschrieben: 24.06.08 22:04 |
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Hirntot schrieb:
N Freund von mir ist im Heim aufgewachsen und war einige Zeit in Frankfurt auf der Strasse unterwegs.
Er sagt er hatte eine richtig beschissene Kindheit! Partydrogen schmeißt er ohne Ende und kommt darauf klar, mehr oder weniger. Die par Trips die er genommen hat endeten allerdings jedes mal im totalen Disaster weil die ganze scheiße wieder hoch kam, also richtig üble Abkacker die ihn lange fertig gemacht haben. Weiter wollte er darauf nicht eingehen. Ich würde mir das an deiner Stelle gut überlegen und auf jeden Fall was zum Tripabruch bereithalten! Das kann sehr viel schlimmer werden als ein gewöhnlicher Horrortrip! Sorry wenn ich jetzt den Teufel an die Wand mahle, aber so ist es meinem Freund ergangen, der doch ein par Paralelen zu dir aufweist. Es kann auch alles gut gehen klar, aber bei dir ist die Wahrscheinlichkeit schlechte Erlebnisse zu kriegen definitiv höher als nohrmal! Wenn du es denn macht geh auf keinen Fall über 2g Mexis beim 1. Mal. Und darauf das der Film dich kontroliert und nicht umgekehrt, musst du dich sowieso einstellen ![]() Naja, ich hab da ne etwas andere Einstellung. Vorweg: Mir ist klar dass ich mir das alles sehr gut überlegen muss - sonst würde ich hier nicht posten, sondern einfach Pilze essen. Meine Meinung ist die - kein noch so genialer und göttlicher Trip ist mir mein weiteres Leben wert. Ich will ja nicht als Wrack in der Psychiatrie enden. Das mit dem Tripabbruch finde ich persönlich keine gute Idee - wenn du dich ein bisschen mit Psychologie (im speziellen vielleicht mit Freud) befasst, wirst du merken, dass man das Unterbewusste zulassen muss. Wenn irgendwas hochkommt, muss man durch. Sonst besteht die Gefahr, dass man "zwischendrin" hängen bleibt, das Erlebte nicht verarbeitet und dann erst recht abkackt. Aber trotzdem mal aus Interesse - womit kann man denn abbrechen? Kohlepulvis oder sowas? Danke übrigens für den Beitrag - mir ists lieber wenn Leute von Negativem berichten. Auch wenns vielleicht etwas schwarzmalerisch sein mag. Lieber zu vorsichtig als zu wenig, meine Meinung. LC | |
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Abwesender Träumer
dabei seit 2008 157 Forenbeiträge 1 Tripberichte | Geschrieben: 24.06.08 22:39 |
| Auch wenn es sehr schwer ist, einen Trip im Ausmaß, in der Tiefe und in seiner Richtung auszulegen, so kann man den groben Verlauf zumindest an einigen Prämissen festlegen. Stelle es dir so vor: jeder deiner Gedanken, Zweifel, Ängste und Gefühle wird in einer ungeahnten Intensität empor steigen. Wenn du im nüchternen Zustand manchmal denkst, es könne schief gehen und in ungeahnte Richtungen verlaufen, dann wird alleine dieser Gedanke im Trip deutlich heftiger und spürbarer ausschlagen. Euphorie mündet in purer Glückseligkeit. Angst entwickelt sich zur Panik. Zweifel endet im Kontrollverlust. Freude fließt in einen sehr angenehmen Zustand der Fröhlichkeit und Heiterkeit. Jeder winzige Einfluss wird aufgegriffen und in seiner Intensität verstärkt. Du nimmst düstere Musik plötzlich als kalt und bedrohlich wahr, empfindest aber bei schöner, harmonischen und heiteren Musik eine unbeschreibliche Schönheit; nur du selbst kannst wissen, wie ein Trip prinzipiell verlaufen könnte, dazu musst du dich aber von deinem Verstand befreien und deinen innigen Zustand genaustens beobachten. Freust du dich wirklich darauf? Oder mischt sich ein andauernder Zweifel in den Gedanken ein? Lebst du oft einen Schwarzsinn aus oder liebst du die Menschen und das Leben? Wichtig ist vor allem, dass du dir selbst nichts vormachst: dir einzureden, du seist glücklich, nur um dir einen guten und sicheren Trip zu gewährleisten, kann fatal enden, denn die Pilze vereinen dein Bewusstsein mit deinem Unterbewusstsein. Du erlebst und spürst deine wirklichen Empfindungen und Gedanken deutlicher denn je. Wenn du allerdings wirklich glücklich bist und die Pilze zu einer Zeit nimmst, in der du dich rundum wohl fühlst, kann nur relativ wenig passieren. Die Grundvoraussetzung sind eine angenehme, vertraute Atmosphäre, die unverfälschte Willkür, es zu tun und das gute, makellose Gefühl in dir. Wenn die Dosierung noch stimmt und du dich mit einem Tripsitter absicherst, kann dir nicht sehr viel passieren. Aber achte unter allen Umständen darauf, dass du das, was geschieht, auch im Trip selbst willst. Du musst den Zustand aktzeptieren und lieben und darfst niemals dagegen ankämpfen; dann dürfte einem angenehmen, lehrreichen Erlebnis nicht viel im Wege stehen. | |
Geschrieben: 24.06.08 23:07zuletzt geändert: 24.06.08 23:09 durch The Specialist (insgesamt 1 mal geändert) | |
| @dymagic: so gut wie in deinem letzten beitrag hat mir als ebenso pilz-unerfahrener noch keiner die wirkung beschrieben ;) find ich echt gut definiert und klingt auch schlüssig. jedoch habe ich nach lesen von besagtem meinen geplanten pilztrip weiter auf unbestimmte zeit verschoben, bedingt durch meinen pessimismus und den schon von dir beschriebenen zweifeln, welche sich leider immer weider bemerkbar machen. und um nun nicht völlig am thema vorbeizugleiten ist hier noch ein link für LC indem es um den erwähnten tripabbruch geht. ahói "Man muss die Menschen bei ihrer Geburt beweinen, nicht nach ihrem Tode" Montesquieu (1689-1755) ______________________________________________________________ I never asked for this | |
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Abwesender Träumer
dabei seit 2008 157 Forenbeiträge 1 Tripberichte | Geschrieben: 24.06.08 23:34 |
| Es freut mich wenn jemand Nutzen aus meinem Beitrag schlagen konnte. Man betrügt sich sehr leicht selbst, wenn man einen Pilztrip plant. An einem Abend, der dazu auserkoren wurde, bemerkt man ein leichtes Unwohlsein und tut es promt als Nichtigkeit ab, da der herrschende Verstand jede Winzigkeit im Organismus gekonnt zu überdecken versucht; doch der göttliche Pilz kramt diese Winzigkeiten aus und ruft sie hervor... darin liegt in der Tat die Gefährlichkeit und Mächtigkeit. Bei mir geht es mittlerweile soweit, dass ich genau voraussagen könnte, wie sich ein Trip entwickeln würde, sofern ich soeben Pilze zu mir genommen habe. Den fortschreitenden Zustand habe ich irgendwie im Gefühl, ich könnte die Angst erahnen, die über mich fahren würde... aber ich habe dieser Droge eh zeitweise abgeschworen, da er mir definitiv zu gefährlich scheint; zumindest für mich. Man darf sich nur nicht selbst betrügen und sollte sich immer vor Augen halten, das alles, was in einem vorgeht, verstärkt wird. Der Denker wird seine Erkenntnisse erhalten, der Liebende wird seine Liebe neu entflammen, der Traurige wird seine Traurigkeit in völlig neuer und komplexer Form zu spüren bekommen, der Depressive wird in Wellen der Panik untergehen... alles, wirklich alles, wird hervorgehoben und neben einigen klaren Momenten, kann der traumartige Zustand schier endlos lange Phasen der Kontrolllosigkeit folgen lassen. Und man sollte wirklich niemals den Fehler machen und glauben, man könne nüchtern und unerfahren einen Pilztrip gedanklich konzipieren. Die Gedanken, Gefühle und die Empfindungen sind völlig verändert. Teilweise hat man eine andere Charakterstruktur: nun zu meinen, man sei eine starke Persönlichkeit, die vor Horrorfilmen keine Angst hat, bietet keinerlei Anhaltspunkt für das, was einem in dieser Welt widerfährt. Aber wer zweifellos zufrieden und willig ist, wer sich absichert (-> Tripsitter) und mit der Dosierung aufpasst, wer gut informiert ist, dem kann nicht sehr viel passieren. Noch ein paar Anhaltspunkte, was zu tun ist, falls sich doch einige schlechte Gefühle ergeben: - man sollte sich einreden (lassen), das der Trip irgendwann endet - man sollte sich klar machen, das es auch eine gute und schöne Seite des Trips gibt und das die sehr leicht zu erreichen ist - man sollte wissen, dass sich die Veränderung der Umstände (räumlich, atmosphärisch, akkustisch, optisch) sehr positiv auswirken können (den Raum wechseln oder noch besser: an die Luft gehen ist nie verkehrt) - man sollte vertraute Gegenstände (Kuscheltier, eine vertraute Person) nahe haben und nutzen - man sollte sich eventuell zudecken und darauf achten das einem warm ist Und ganz wichtig: Man muss den Zustand hinnehmen und aktzeptieren. Wenn man einmal "drauf" ist, bekommt man schnell das Gefühl, nicht mehr runterzukommen. Das veranlasst viele Menschen dazu, gegen das innere Empfinden anzukommen, denn das, was einem womöglich Angst macht, ist überall. Es konfrontiert die Person bei geschlossenen und offenen Augen, ist immerzu präsent und steigert sich, je mehr man versucht, sich dagegen zu wehren. Wenn man es aber versucht, hinzunehmen und sich zudem sicher weiß, ein wenig bewegt und mal auf die kleinen "Besonderheiten" achtet, gibt man dem Erlebnis schnell eine andere Form und Konsistenz. Aber richtig ist: wer sich unsicher fühlt, der sollte es auf alle Fälle verschieben. Denn in der Beziehung ist keine Eile geboten. Auch wenn sich womöglich mal ein passender Moment anbietet, muss es in der vorhabenden Person stimmig sein... | |
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Abwesender Träumer
dabei seit 2005 437 Forenbeiträge 4 Tripberichte | Geschrieben: 25.06.08 02:04 |
| LC schrieb: Ein Freund (selbst erfahrener Psychonaut auf Pilz und zudem psychisch labil) meinte, dass Mexis eigentlich kein Problem seien, da der Rausch dem Cannabisrausch sehr nahe kommt, wenn auch emotional viel kühler und etwas intensiver. Kann ich nicht beurteilen, aber er hatte in meinem Beisein beim Trippen bisher weder Optics, noch tiefenpsychologische Erkenntnisse über sich selbst, noch irgendwelche Sachen, die aus dem Unterbewusstsein hochkamen. Das halte ich für Blödsinn, dann hat er wohl immer nur im minimalen Dosisbereich getrippt, Pilze mit Cannabis vergleichen, können wohl nur so leute wie ich, bei denen Cannabis einfach extremst psychedelisch wirkt, das was beim durchschnittlichen Cannabiskonsumenten als Rausch erfahren wird, ist nicht zu vergleichen mit einem richtigen Trip. Mal so aus interesse, warum möchtest du Trippen? Was ist die motivation? Zu dem abbrechen vom Trip, ich sehe das ganz ähnlich wie du es selbst geschrieben hast, der Thread mit der Diskussion darüber ist hier im Pilz Unterforum gepinnt: "Horrortrip, Tripabbruh und die negativen seiten" Um kurz die Frage zu beantworten: Man kann einem Trip mit Benzos durchaus die Tiefe nehmen, vor allem die Angst ist damit zu lösen wenn man auf einen Bad Trip kommt, der Trip hört aber nicht einfach auf. Wirklich abbrechen kann man einen Trip nur mit Neuroleptika. Gruß | |
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Abwesender Träumer
dabei seit 2006 53 Forenbeiträge 8 Tripberichte 1 Galerie-Bilder | Geschrieben: 25.06.08 11:47 |
| @ Dymagic: Danke auch von mir für den Beitrag, das beschreibt das ganze echt gut. @ Tripping Fool: Meine Motivation? Bewusstseinserweiterung. Vorweg: Klar, ein Umstellen und "Verbessern" meines Bewusstseins kann nur ich selbst tun. Aber ich denke, dass Pilze mir neue Wege eröffnen können, um mich neuen Erkenntnissen zu nähern. Die Erkenntnis selbst hab ich dann im nüchternen Zustand, zurückzuführen auf den Trip. Ich möchte es mal so sagen - als ich angefangen habe, Cannabis zu konsumieren, war ich ein anderer, schlechterer Mensch. Ich stand vielen Dingen intolerant gegenüber, egal ob meinen Mitmenschen, der Kunst, der Musik oder Drogen wie Cannabis selbst. Ironischerweise hat aber genau jene Droge mir bis dato unbekannte Gefühle, Gedanken und Wege gezeigt, aus denen ich lernen konnte. Ich wurde zum Pazifisten, zu einer toleranteren Person, zu einem verdammt guten Musiker. Da wären wir auch bei nem zweiten Grund für Psilos - ich will meine Sinne mal auf eine andere Art und Weise kanalisieren und ausrichten. Ich mache - nur so als Anmerkung - seit Jahren Musik, mittlerweile stark psychedelisch geprägt. Da hat Cannabis auch etwas "gebracht" indem ich kreativ angekurbelt wurde. Das heißt nicht, dass ich nüchtern nicht kreativ bin. Aber da bin ich es auf eine andere Art und Weise. Ich möchte einfach neue Sphären ergründen, will hinter die Dinge blicken, und zwar in einer Weise, wie es nüchtern nicht möglich ist. Und auch nicht durch Meditation o.ä. Vielleicht gehts nur um die pure Sammlung von Erfahrungen, wer weiß... Aber ich will definitiv "Erkenntnis", oder besser: Erlebnisse. Aber nicht im Sinne von "Yeah, jetzt will ich mal ne kranke Scheiße erleben", sondern eher aus philosophischen und weltanschaulichen Gründen, wie auch aus künstlerischen Motiven. Grüße, LC | |
Geschrieben: 25.06.08 14:12 | |
| Mit den Infos hier bist du warscheinlich erstmal ne zeitlang beschäftigt,um für dich pro und contra herauszufiltern.Wir wollte dir keine angst machen(die darfst du vor pilzen auch nicht haben),sondern dir erlich sagen was passieren kann.Lass dich davon nicht irre machen,warscheinlich wird dir der gedanke eh keine ruhe lassen. Ich kann z.b. überhaupt nicht pilze mit cannabis vergleichen,für mich ist cannabis ein baby und pilze sind erwachsen... Auch finde ich 2g beim ersten mal zuviel,die hälfte reicht auch,nachlegen kannst immer noch,aber was drin ist... Mein tip an dich,bereite alles sorgsam vor und probiers einfach aus. Mein erster pilztrip war unglaublich,obwohl ich nur ca.1g intus hatte,aber so schwer bin ich ja nun auch nich... Du machst das schon,LG | |
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Abwesender Träumer
dabei seit 2005 437 Forenbeiträge 4 Tripberichte | Geschrieben: 25.06.08 14:37 |
| @lc na das klingt doch nach einer guten herangehensweise. Ich wünsch dir eine tolle Erfahrung solltest du dich dafür entscheiden. Gruß | |
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Abwesender Träumer
dabei seit 2008 157 Forenbeiträge 1 Tripberichte | Geschrieben: 25.06.08 16:41 |
| Deine Motivation halte ich für durchaus sinnvoll. Ich ging ähnlich motiviert an die Planung, erhoffte mir neue Sphären des Denkens und Verstehen, wollte die Welt einmal anders sehen, als sie wirklich ist. Und du kannst mir glauben: ich wurde inspiriert, ich habe mein Leben völlig anders zu schätzen gelernt, achte heute auf viel mehr Details, sehe in vielem eine zuvor nie entdeckte Schönheit. Du wirst mit hoher Wahrscheinlichkeit deine Erfahrungen und Erkenntnisse bekommen, du wirst über die Mächtigkeit dieser Welt erstaunt sein und wirst nicht begreifen, weshalb die allgemeine Meinung so ablehnend ist. Du wirst darüber reden wollen, wirst nach Anhaltspunkten suchen, wirst ein individuelles Schöpfungsbild erbauen. Doch siehe dich vor: die Welt, wie du sie nüchtern erlebst, ist unbegrenzt und herrschend. Du kehrst zwangsläufig in die Normalität zurück und erkennst danach mehr denn je die Sinnlosigkeit, Albernheit und Dummheit, mit der du täglich konfrontiert wirst. Sofern du dieses wundersame, schöpfungsreiche Erleben hast, wirst du nur noch tiefer gezogen und festgehalten, du wirst dich erneut mit einer Welt konfrontieren müssen, die du dann mehr hasst, als je zuvor. Gefahrlos ist es nicht. Jeder Rausch setzt dich dort ab, wo er dich bereits abgeholt hat... und genau darin kann eine selten erwähnte Gefahr liegen... | |
Geschrieben: 25.06.08 16:53 | |
| Ich halte Pilze nur bei Psychosen (Schizophrenie etc.) für kontrainduziert. Bei anderen psyschichen Störungen (mag ich, auch als Abgrenzung, lieber als psychische "Erkrankungen"), wie z.B. narzisstischen Persönlichkeitsstörungen (und alles was die Selbstwertproblemtatik angeht), können sie durchaus hilfreich sein. Ich blogge zum Thema Drogenpolitik:antonioperi.wordpress.com Antonio Peri auf Facebook:www.facebook.com/antonio.peri.3956 Antonio Peri auf Twitter:twitter.com/PeriAntonio Mein Youtube-Kanal: http://www.youtube.com/channel/UC87uh0MjSFR0gEsONgzObRg | |
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Abwesender Träumer
dabei seit 2008 157 Forenbeiträge 1 Tripberichte | Geschrieben: 25.06.08 17:03zuletzt geändert: 25.06.08 17:07 durch Siddhartha (insgesamt 1 mal geändert) |
| Nur bedingt, Antonio. Sicherlich können Pilze sehr hilfreich, lehrreich und problemlösend sein, doch in ihnen steckt bei falscher Anwendung und Missachtung vieler Regeln ein enormes Zerstörungspotential. Du hast selbst mal geschrieben, die Pilze seien dein bester Psychater. Aber ist es nicht wahrscheinlich, dass man sich Dinge besser redet, als sie sind, das man vermeintlich glaubt, ein Pilz sei lebensretter, obwohl er nur das innere Gleichgewicht wieder hergestellt hat? Oder ist es nicht noch viel wahrscheinlicher, dass du deinen momentanen Zustand auf viele andere Personen überträgst? Es gibt sehr komplexe Formen der Angst, Furcht, des Grauens, der Depression, des Selbsthasses und der versteckten Leidfähigkeit. Pilze rufen sehr viele dieser negativen Wellen hervor und lassen sie ausbrechen. Es ist daher nicht unbedingt dazu geraten, jemanden die Anwendung psychedelischer Drogen zu empfehlen, weil man davon ausgeht, sie könnten heilende Wirkung haben. Der wunderbare Vorteil an den Pilzen ist allerdings, dass man die Tore zum Unterbewusstsein nicht nur durchschreitet, sondern auf öffnet. Man verbindet sozusagen sein Bewusstsein mit dem Unterbewusstsein und hat Zugriff auf Areale, die sonst nur durch eine sehr intensive und oft erfolglose Therapie beeinflusst werden können. Oftmals stößt man auf längst vergangene Schreckensbilder, die vom Unterbewusstsein eine lange Zeit festgehalten wurden und ein undefinierbares, unangenehmes Gefühl folgen ließen. Man sieht den eigenen Charakter viel deutlicher, spürt die Angst vor dem Tod, die Endlichkeit des Lebens, die innere Prozesse; und der Zugriff, den man innehält, kann selbstverständlich auch zur Bewältigung dieser Probleme und tiefliegenden Erfahrungen gebraucht werden. Wenn man womöglich lange Zeit mit einem bestimmten Umstand nicht abschließen konnte, erhält man hierbei die Möglichkeit, es doch zu tun - das diese Möglichkeit mit reichhaltigen und sehr negativen Gefahren bestützt ist, brauche ich sicherlich nicht nochmals zu erwähnen. Daher sollte man sich dringend an die Vorsichtsmaßnahmen halten und sich sehr umfassend informieren. Wenn das alles stimmig ist und man einen Tripsitter an seiner Seite hat, kann gar nicht sooo viel passieren. Zumindest nicht bei angemessener Dosierung, Abwägung des Gefühls und Sicherstellung des eigenen Willen zu diesem Erlebnis. Aber auch viele psychisch gesunde Menschen fühlten sich nach dem Gebrauch psychoaktiver Pilze sehr ängstlich und unsicher. Die Zeit nach dem ersten Trip ist jedenfalls sehr tiefsinnig, oft angenehm und nur selten durch depressive Verstimmungen gedrückt. Man achtet auf viele Kleinigkeiten und bekommt schnell das Gefühl einer ausgeprägten Überlegenheit. Auch viele negative Gefühle werden von der unerschöpflichen, undefinierbaren Welt überschüttet... | |
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Geschrieben: 24.06.08 12:59