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LdT-Forum » Konsum » Aufhören & Entzug » Der Opiat u. Opioid Entzugs- Infothread


Seite (Beiträge 1 bis 15 von 276) »

AutorBeitrag
Ex-Träumer
  Geschrieben: 08.06.10 12:48
zuletzt geändert: 08.10.10 12:24 durch ehemaliges Mitglied (insgesamt 31 mal geändert)
Dieser Infothread behandelt die Thematik der Opiat / Opioidabhängigkeit, wobei der Schwerpunkt auf die Substitution und Erleichterung des Entzugs gelegt werden soll. Bitte in diesen Thread nur wirklich relevante und sinnvolle Beiträge posten, bei Spam oder anderen sinnlosen Posts wird verwarnt und der Thread (vorübergehend) geschlossen. Mir ist dieses Thema ein besonderes Anliegen, daher werde ich und einige andere hier besonders aufpassen.
Grundsätzlich gilt: Es darf natürlich jeder posten, sollte es aber wie auch immer negativ ausarten, wird das nicht mehr der Fall sein. Wir haben hier, aufgrund einiger Erfahrungen von Usern, Mittel und Wege für die Entschärfung des Opi(oid) Entzuges zusammengetragen und versuchen dadurch, einen sinnvollen und vor allem informativen Thread zu schaffen, der es Leuten, die Probleme mit diesen Drogen haben, erleichtert, entweder ganz aufzuhören oder sich einfach zu informieren, was es für Möglichkeiten gibt, auftretende Probleme mit den eingenommenen Substanzen oder dem Entzug zu erleichtern.
Bitte seid euch im Klaren, dass dieser Thread nur eine Sammlung von eigenen Erfahrungen von Opi(oid) Usern ist und keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt sowie keine Gewähr zur 100 Prozentigen Hilfe oder völligen Richtigkeit aller Angaben gegeben werden kann.

Zunächst einige allgemeine Informationen Quelle (mit freundlicher Genehmigung des Verfassers aus dem DF grasmoral)

Zu beachten ist hierbei, dass es sich nicht um einen medizinisch geprüften Leitfaden handelt, sondern von einem User im DF veröffentlicht wurde. Daher sind auch hier alle Angaben ohne Gewähr.

Opioidentzug Entschärfungsleitfaden V 1.01 (original gepostet im LdT von BwieDieter, leicht gekürzt aufgrund der Übersichtlichkeit)

Haftungsausschluss:

Ein Opioidentzug kann lebensbedrohliche Folgen haben und sollte
generell immer unter medizinischer Aufsicht im Krankenhaus oder nach
Absprache ambulant mit dem Hausarzt erfolgen!

Dieser Entzugsleitfaden ist von Membern und Konsumenten erstellt, die weder für die
Sicherheit derjeniger, die entziehen (möchten), noch für die Richtigkeit der hier getätigten Angaben haften.
Alle hier gegebenen Tipps sind von Nicht-Medizinern verfasst und sollen auf gar keinen Fall einen Krankenhausaufenthalt oder ärztliche Überwachung ersetzen !


Grundlagen:

Wie entsteht der Opioidentzug?

Opioide wirken antiadrenerg, sie reduzieren also die Adrenalinmenge im Körper.
Da der Körper stets nach Homöostase („Gleichgewicht“) strebt, erhöht er seine Adrenalinproduktion seines "sympathicotonus“ um das fehlende Adrenalin auszugleichen.

Beim Entzug fehlt nun plötzlich das antiadrenerge Opioid.
Es entsteht ein massiver Adrenalinüberschuss, der die Symptome auslöst und so lange anhält, bis die Adrenalinproduktion gedrosselt und das überschüssige Adrenalin abgebaut ist.

Es werden 4 Opioidentzugsstadien unterschieden:

I
„Triefnase“, tränende Augen, Schwitzen, Frösteln, Gänsehaut, Mydriasis (Pupillenerweiterung), Gähnen, Ziehen in der Muskulatur, Unruhe, Craving („Opiathunger“)

II
Verstärkte Symptome von Stadium I, starkes inneres Frieren, starkes Schwitzen, Muskelschmerzen, Zittrigkeit, Rumoren im Bauch, Kreislaufbeschwerden (Herzjagen/-klopfen), Übelkeit, Kopfschmerzen

III
Stadium 2 plus Erbrechen, Durchfälle, klatschnass geschwitzt, schmerzhafte Muskelkrämpfe, Bauchkrämpfe, Herzjagen, Blutdruckanstieg, Aufstehen nicht mehr möglich

IV
Stadium 3 verstärkt, Symptome vital gefährdend - Bewusstseinstrübung, Kreislaufzusammenbruch, drohender Kreislaufschock, Herzrhythmusstörungen, Elekrolytverschiebung mit massivem Verlust an Blutsalzen, Hirnödem. Es ist unbedingt
Intensivüberwachung und medikamentöses Eingreifen erforderlich, bis hin zum "künstlichen Koma", Intubation und Beatmung.
Stadium 1-3 können durch alleinige Opioidgabe beendet werden. Stadium 4 erfordert Maßnahmen zur Sicherung der Vitalfunktionen.

Faustregel: je kürzer die Wirkdauer des Opioids, um so schwerer und schneller verläuft die Entzugskrankheit.


Allgemeine Symptome eines Opioidentzuges sind:

Psychisch
- Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Mattheit
- Angstzustände, Panikattacken
- Unruhe, Unbehaglichkeit, Unwohlbefinden
- Depression, Stimmungstief, Verzweiflung

Vegetativ:
- Kältezustände, Zittern trotz warmer Umgebung
- Kreislaufstörungen, Erbrechen, Durchfall
- Tränende Augen, „Schnupfen“, Niesen

Details siehe oben Stadien I-IV

Zusätzliche Strategien im Vorfeld:

Eine Möglichkeit ist idealerweise Ausschleichen. Wenn sich ankündigt, dass Ihr gegen Null laufen müsst, dann dosiert runter (=ausschleichen). Dosisangaben dazu werden bewusst vermieden, da sich dies nach dem jeweiligen Opioid richtet. Eine zweite Möglichkeit ist das abrupte Absetzen mit einmaligem Konsum während des Entzuges (gerade so viel, dass Entzugssymptome gelindert werden!)

Harm reduction:

Nun ist es also so weit: Aus unbekannten Gründen wollt oder könnt ihr nicht in’s Krankenhaus und seid euch selbst überlassen. Es gibt verschiedene Strategien, einen Opioidentzug abzumildern.

Allgemein:
- Überwachung und Pflege durch Partner(in) oder Freund(in),
- Ablenkung (Fernsehen, DVD, kurze Spaziergänge)
- Entspannungsübungen (Autogenes Training z.B.)
- Gute Ernährung
- Ausreichend Flüssigkeitszufuhr (z.B. „Brottrunk“)
- Hühnerbrühe
- Warme Bäder lindern das Frieren und die Muskel-/Gelenkschmerzen
- Massagen
- Kräutertee
- Obst bzw. fruchtsäurehaltige Speisen meiden
- Sprudel bzw. kohlesäurehaltige Getränke meiden
- Falls möglich körperliche Betätigung in vernünftigem Maße

Medikamentös:

- Flupirtin (Katadolon ®) - bis 3x2 Kapseln gg. Muskelschmerzen

- Doxepin (z.B.Sinequan ®) - am besten 50-50-100, maximal 300mg/Tag
Beendet das Naselaufen und den Speichelfluss und wirkt sedierend (berhuigend) und spannungslindernd. Höchstdosis einhalten, da Doxepin kardiotoxisch wirken kann.

.Mirtazapin (Remergil ®) - tetrazyklisches Antidepressivum. Wirkt schlafanstoßend, hilft bei leichten Entzügen relativ zuverlässig; verursacht allerdings starke Müdigkeits- und Schlappheitszustände am Folgetag. Nur abends einnehmen, geringe Dosen einhalten (von 7,5-maximal 15mg/Tag)

- Loperamid (Imodium® akut) - gg. den Durchfall, Dosierung lt.Packungsbeilage.

- Vomacur®/Emesan ® akut - lindern Übelkeit, wirken u.U. schlafanstossend.

- Magnesium- / Kaliumpräparate - führen dem Körper wichtige Elektrolyte zu, lindern die Muskelschmerzen und sind bei Durchfällen wichtig.

- Vitamin B - stärkt Nerven und Muskeln

Ausnahmefall Clonidin: (gekürzt, bei Interesse bitte Quelle beachten)

Kontraindikationen - Diese Medikamente sollte man meiden:

- MCP regt die sowieso schon gesteigerte Motilität von Magen und Darm weiter an - nicht nehmen
- ß-blocker (Blutdruckmittel) sind unbrauchbar (Anmerkung von mir: Finde ich diskussionswürdig, lasse ichb aber mal so stehen)

DF offlabel:

- Zur Sedierung (Angstlösung, Spannungslinderung, Entkrampfung) können Benzodiazepine genutzt werden, z.B. Diazepam (Valium), Lorazepam (Tavor), Flunitrazepam etc.
Die Gefahr hierbei: „Ausgleichsdosierungen“ von 20,30mg Diazepam und mehr, (absolut kontraproduktiv) die in einer anterograden Amnesie enden können
"Blackout" --> Gefahr von Kontrollverlust

- niedrige Dosen eines stimulierend wirkenden Stoffes oder Medikamentes (Cathin, Upper wie Kokain oder (Meth-)Amphetamin)
Nur für Personen, die bereits Erfahrung mit Stimulantien haben und deren Wirkung im Entzug
abschätzen können! Ansonsten drohen psychische Spannungszustände, Verschlimmerung der Problematik!

- Hypnotika wie Ximovan® (Zopiclon) oder Zolpidem zur Nacht
Vorsicht:Gefahr der anterograden Amnesie und/oder Kontrollverlusten -> Gefahr der unkontrollierten
Überdosierung von Opioiden um den Entzug z.B. nun doch zu beenden. Falls derartige Nebenwirkungen bekannt unbedingt meiden!

- Atosil® (Promethazin) (Sedierung, Reduzierung von laufender Nase, Speichelfluss)

Achtung:
Bestimmte Medikamente senken die Krampfschwelle. Sind Krampfanfälle bekannt (Epilepsie o.ä.), unbedingt ärztlichen Rat einholen !


Ebenso ist bei allen dämpfenden Medikamenten (Antidepressiva, Benzodiazepinen, Neuroleptika) zu bedenken, dass diese Mittel längerfristig sedieren und einen sog. 'Hangover' auslösen können, dh. sie führen zusätzlich zu Erschöpfungserscheinungen am Tage.
Dies kann in einigen Fällen als Belastung wahrgenommen werden und dazu führen, dass man das angestrebte Ziel aus den Augen verliert oder die Motivation, einen Entzug durchzustehen, sinkt.
Ob eine medikamentöse Behandlung einen Entzug erleichtert oder erschwert, ist von persönlichen Faktoren abhängig und kann nicht pauschal festgestellt werden.

Achtung:
Bei Medikamentenabusus während eines Drogenentzuges drohen u.a. Psychosen, Krämpfe, epileptische Anfälle, Suchtverlagerungen uvm.
Konsumiert während eines Entzuges nur so viel wie unbedingt nötig und hilfreich, es ist nicht möglich aus einem Entzug eine angenehme Konsumwoche zu zaubern.
Bedenkt dass euer Körper sich am besten und schnellsten regenerieren kann, wenn er nicht zusätzlich noch anderen Belastungen ausgesetzt ist.

Achtet auf gefährliche Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten, besonders zwischen denen, die ihr unabhängig von der Suchtproblematik einnehmen müsst (Antibaby-Pille, Anthihistaminika, Ads, Schmerzmittel, uvm) und den von euch auf eigene Gefahr konsumierten Substanzen zur Linderung der Entzugssymptomatik ! Lest die Beipackzettel aufmerksam, holt euch Ratschläge von Fachpersonal ein.

Viel Erfolg!
-------------------------------------------------------

Hier eine Auflistung der Themen, die meiner Meinung nach hier rein gehören:

- Substitution mit Kratom (Erfahrungen)
- Informationen und Erfahrungen zu Substitutionsmitteln im Allgemeinen. (Buprenorphin, Methadon etc.)
- Tramadol Entzug bzw. Substitution und Umstieg auf Tilidin (Gründe, Wege, Erfahrungen) --> Werde ich in Angriff nehmen
- Erfahrungen bzw. Konzept der Ultra Lowdose Naloxon Therapie
- Weitere Medikamente, die den Entzug stoppen bzw. erleichtern (z.B. Gabapentin, Pregabalin)
- Weitere Wege zur Erleichterung des Entzuges (Erfahrungen)
- Weitere Möglichkeiten zur Substitution (Umstieg auf andere Opi(oide), Medikamente, Erfahrungen, Gründe, Wege)
- Erfahrungen und Geschichten von Usern, die den Ausstieg oder Umstieg auf einem der genannten Themenschwerpunkte geschafft haben.
- Links zu weiteren interessanten und informativen Seiten / Threads / Posts, die sich mit dieser Thematik befassen
- Diskussionen und Ergänzungen über bzw. zu geposteten Beiträgen, solange sie zum Thema passen und das Ganze sachlich bleibt.

Falls ihr noch Anregungen habt, könnt ihr Muetzi oder mich gerne anmailen. (Bitte an "rogersparks@land-der-traeume.de")

Was hier nicht rein soll:

-Spam
-jegliche Art von Rumgeflame
-Fragen (wir haben hier eine Menge Entzugsfreds zu fast jeder Substanz, das wird hier sonst zu übersichtlich) Bitte Fragen hier rein:
Opioid Entzug

So Muetzi und alle anderen, die hier etwas sinnvolles beitragen möchten, ich habe sicher einiges Vergessen. Ich bitte um Anregungen und vor allem Ergänzungen zu den genannten Punkten. Wem noch was einfällt, bezgl. genannten Schwerpunkten, der kann es gerne posten.
Ich hoffe wirklich, dass hier was sinnvolles bei rumkommt, da das meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Thema werden kann, welches ich, nach Rücksprache und unter der Voraussetzung, dass es auch wirklich ein informativer Thread wird, dann auch als wichtig pinnen werde.

Viele Grüße
RogerSparks

Weitere Links zum Thema:

 http://bluelight.ru/vb/showthread.php?t=307488 (Entzugsleitfaden, Englisch)
 http://edoc.ub.uni-muenchen.de/165/1/Kirschke_Christian.pdf (Verhaltenspharmakologische und molekularbiologische Untersuchungen zum Opiatentzug bei der Ratte. Hier wird auch die Low Dose Naloxon Therapie geschildert)
 http://de.wikipedia.org/wiki/Opioide (allgemeine Infos zum Thema Opioide)
 http:// www.turboentzug.de (Heroinentzug unter Narkose)
 http://wwwuser.gwdg.de/~pctgoe/Seiten/Publikation/Opioide%20Umrechnen.pdf Opioid Umrechnungstabelle
 http://www2.uni-jena.de/stud/fsr/psyfsr/Skripte/2005/KlinischePsychologieII_2005.pdf Störungen im Zusammenhang mit Psychotropen Subbstanzen
 http:// www.toxcenter.de/stoff-infos/n/naloxonhydrochlorid.pdf


 
Kommentar von ehemaliges Mitglied (anonymer Ex-Träumer), Zeit: 14.06.2010 13:34

Soo... gepinnt :) Ich hoffe, das kann auch so bleiben ;)


 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 08.06.10 14:12
zuletzt geändert: 10.06.10 13:05 durch ehemaliges Mitglied (insgesamt 3 mal geändert)
Buprenorphin Substitution bzw. Entzug mit Hilfe der Pflanze Mitragyna Speciosa (Kratom)

Ein Erfahrungsbericht

Wolte den Thread ja auch eröffnen, nur hat mich die Sonne davon abgehalten. Vl etwas schnell gepinnt, wird aber sicher ein wertvoller Thread, der (leider) einigen hier helfen können wird. Jetzt schreib ich aber schon wieder eigt gar nichts, weil es mich (schon wieder) raus zu meiner Freundin zieht. Die hat ganz viele Milchschnitten dabei, ich editiere später und hole das nach. Erstmal wollte ich Roger nur sagen, dass ich den Startpost super finde - Schilderung meines Entzugsverlaufes dann später, sry..

So. Jetzt endlich mal zu meiner Methode. Hat gut funktioniert und kann ich wirklich nur empfehlen. Bin jetzt seit ca 2 Wochen vom Bupre runter. Buprenorphin ist ja an sich schon ein relativ leicht zu entziehendes Opioid, vorrausgesetzt man schleicht es langsam aus. Verglichen mit zB Heroin ist die Entzugsdauer zwar ca doppelt so lang, dafür fallen die Symptome aber deutlich milder aus. Sogar schlafen kann man idR, wenn auch erstmal nicht so tief und lange wie normalerweise. Im H-Entzug zB lag ich schon mal über eine Woche völlig wach, auch Benzos konnten daran nichts ändern. Das schlaucht gewaltig, deshalb habe ich für meinen Teil lieber etwas länger an der Sache zu knabbern, kann dafür aber schlafen und dadurch Kraft tanken. Auch dieses für Opioid/Opiatentzüge sehr charakteristische Ziehen in den Knochen oder Miskeln fällt bei Bupre nicht soo stark aus. Genau das ist auch das Symptom, was mir hauptsächlich den Schlaf geraubt hat.
Da ich seit 2001 nun schon unzählige Entzüge - hauptsächlich von H in den ersten Jahren und Bupre in den letzten Jahren(zwischendurch war ich auch ein paar jahre abhängigkeitsfrei, während einer Bz mit nem Mädel, dass auch eine tendenz zu Opiaten hat, hat sich das aber wieder geändert) - hinter mir habe, bin ich gegenüber Entzugssymptomen etwas überempfindlich geworden und hatte deshalb keine Lust, den ganz normalen Bupreentzug auszuhalten. Also kam ich auf die Idee, Kratom einzusetzen. Es ist halt ein sehr mildes Opioid und bildet im Vergleich zu anderen Opis viel langsamer eine Abhängigkeit aus. Selbst wenn man es soweit treibt, soll der Entzug - wie die Wirkung - vergleichsweise mild ausfallen, wenn man nicht gerade jahrelang kratomisiert.
Ich dosierte also das Buprenorphin auf 0,2mg ab und stieg dann auf Kratom um. Während der ersten Tage habe ich täglich im Schnitt 15g Maeng da Pimps verbraucht, um die symptome auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Nach nichtmal einer Woche genügten dann bereits 10g vom etwas schwächeren Malaysian Maeng, um völlige Beschwerdefreiheit zu erlangen. Dieses dosierte ich dann in den folgenden 2 Wochen bis auf 5g herab. Ich merkte einfach jeden Morgen, dass die Entzugssymptome vom Bupre immer schwächer wurden und passte die Kratomdosis dementsprechend weit abfallend an.
Das sollte man auch tun, immerhin besitzt Kratom auch ein gewisses Abhängigkeitspotenzial. Aus Opiathungergründen unkontrolliert grosse Mengen vernichten, zB im vergeblichen Versuch, einen Rausch zu erzielen (kann man als Abhängiger von härteren Opioiden aufgrund Toleranz einfach vergessen) sollte man also nicht, dann hat man am Ende wohl eher wenig bis gar nichts gewonnen. Stellt man ein so zwingendes Craving fest, dass man sich beim Kratom kein Stück weit beherrschen kann, ist es wohl auch eher noch nicht der richtige Zeitpunkt für einen Entzug bzw hat man einfach nicht die richtigen Voraussetzungen, um ihn erfolgreich bis zum Ende zu meistern und danach auch standhaft zu bleiben. Dann gilt es eher erstmal, mit sich in's Reine zu kommen, die Gründe für den Konsum erkennen und bearbeiten etc. Meine Gründe für den erneuten Buprekonsum waren mir bekannt, spielen hier aber keine Rolle.
Habe auch nicht nur die Dosis so gering wie möglich gehalten, sondern zwischendurch auch immer mal wieder ein paar tage ohne Kratom eingelegt, um ner Abhängigkeitsverlagerung vorzubeugen. Insgesamt 6, einmal 3 am Stück, einmal 2 und am Ende nochmal einen.
Das Ergebnis nach etwa 3 Wochen hat mich dann selbst verblüfft. Körperliche Symptome waren nicht mehr zu spüren, ein leichtes Schwächegefühl, welches ich aber auch erst im nachhinein wahrgenommen habe. Meiner Psyche ging es auch recht gut, das mag aber auch an meiner neuen Bz liegen, die mich seit knapp 2 Monaten total glücklich macht. Da ging es mir in der Zeit mit Kratom und dem Bupreentzug im Hintergrund schlechter, als nach den 3 Wochen Kratomsubsti ohne alles. Vorsorglich hatte ich mir 10 Kapseln gabapentin a 300mg besorgt, für den Fall, dass noch Beschwerden kommen. Die waren auch ne angenehme Sache, ohne sie wäre es aber auch gegangen. Wie sich gabapentin und Lyrica im akuten Entzug machen, weiß ich selbst nicht - allerdings berichten viele leute positives.

Zu den aufgeführten Benzos als Entzugshilfe möchte ich sagen, dass das ein zweischneidiges Schwert mit sehr scharfer Klinge ist. Klar bringen die Erleichterung, bei entsprechender Verfügbarkeit hat man seine Abhängigkeit aber schneller dorthin verlagert als an selbst es glaubt. Man benötigt zur Kontrolle dieser Substanz eine Menge Selbstdisziplin, gerade als Opiabhängiger im akuten Entzug hat man die meist nicht.
Ich selbst wollte auch welche einsetzen, habe aber keine organisiert bekommen. Im Nachhinein bin ich darüber ganz froh, ich kenn mich und weiß nicht, ob ich es damit wieder übertrieben hätte. Vl nicht, bin an sich psychisch schon länger wieder recht ausgeglichen. Mit Benzos bin ich aber schonmal gewaltig auf die Schnauze geflogen, da dachte ich vorher auch, dass mir das sicher nicht passieren wird.
Erst einige Tage nachdem ich mich komplett erholt hatte, habe ich mir ein paar Rohypnol besorgt - und sogar etwas Heroin, sozusagen zur "Belohnung". Fragwürdige Sache, ich weiß. Empfehlen möchte ich das auch keinesfalls, ich hab mich halt als stabil und glücklich genug eingeschätzt, um es dabei zu belassen - was auch geklappt hat. dabei verschätzt man sich aber schnell mal, ist mir selbst auch schon oft passiert. Man lernt halt dazu, für irgendwas muss es ja gut sein, jahrelang immer wieder in der Anhängigkeit zu landen und sich wieder rauszuwühlen. Dabei lernt man sich selbst in Bezug auf diese Sache sehr gut kennen und kann - wenn man wirklich ehrlich zu sich ist - auch einschätzen, ob eine einmalige "Sünde" einen wieder umwerfen wird oder nicht. Habe mich da aber auch schon oft selbst belogen und war dann sofort rückfällig.
Eigentlich empfehle ich also nach dem Entzug eine lange, sehr lange Opipause. Nach meiner Zeit auf H habe ich zB 2 Jahre lang nichts opioides mehr angerührt. Danach war seltener Gelegenheitskonsum wieder möglich, bis zu oben besagter Bz. Oder aber komplette Abstinenz für den Fall dass man merkt, dass es anders nicht geht. Aufpassen muss man so oder so auf sich, gefährdet bleibt man ein Leben lang und muss sich seinen weg zusammen mit seiner Vorbelastung bahnen - aber da erzähle ich euch ja nichts neues.

Falls es Fragen an mich gibt, gerade zu der Kratommethode, stehe ich im Thread "Opioidentzug" oder im "Clean werden oder bleiben Thread und per Email und dann gegebenenfalls auch per Cspace gern zur Verfügung;)

lg, Muetzi
 
Kommentar von ehemaliges Mitglied (anonymer Ex-Träumer), Zeit: 10.06.2010 13:05

Überschrift ergänzt. Ich hoffe, dass ist OK Muetzi?! So sieht man auf einen Blick, um was es geht.
LG
 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 08.06.10 17:17
zuletzt geändert: 20.06.10 17:09 durch (insgesamt 4 mal geändert)
Aufgrund eines von mir gelöschten Posts über mir nochmal folgender Hinweis:


Ich schrieb:
Was hier nicht rein soll:

-Spam
-jegliche Art von Rumgeflame
-Fragen (wir haben hier eine Menge Entzugsfreds zu fast jeder Substanz, das wird hier sonst zu übersichtlich) Bitte Fragen hier rein: Opioid Entzug



€: Der Opioid Entzugsthread ist ab jetzt auch gepinnt ;p

 
Kommentar von (), Zeit: 20.06.2010 17:09

Klar ist das ok, ich danke dir sogar - hätte ich auch drauf kommen können;)
 
User gesperrt

dabei seit 2006
96 Forenbeiträge

  Geschrieben: 08.06.10 18:09
zuletzt geändert: 10.06.10 13:12 durch ehemaliges Mitglied (insgesamt 3 mal geändert)
Weitere Medikamente zur Erleichterung eines Opiat / Opioid Entzuges. (Eine Userinnen-Empfehlung)

das nen schlechter leitfaden da fehlen 90% der medikamente die helfen!!!!!

an erster stelle
1.nmda atagonisten
dxm
ketamin (low dose)
Ibogain (hatte ich ganz vergessen wohl eine der besten substanzen) ibogain ist auch ein a3b4 antagonist
 http://the-medical-dictionary.com/dextromethorphan_article_2.htm
http://www.iasp-pain.org/AM/AMTemplate.cfm?Section=Home&TEMPLATE=/CM/ContentDisplay.cfm&CONTENTID=7577
 http:// www.ionchannels.org/showabstract.php?pmid=8747759

2.stimulantien
methylphenidat
d,l amfetamin
cocain,methamfetamin (nicht zu empfelen)
pseudoefedrin ( hilft nicht bei jeden ) schwacher unselektiver adrenozeptor agonist

3.Adrenozeptor2 (A2) Agonisten
Lofexidine (wird in england speziell gegen opioid entzug eingesetzt sehr erfolgreich.)
tizanidin (auch ein muskelrelaxans)
clonidin
 http:// www.nature.com/npp/journal/v34/n4/full/npp200872a.html
 http://www2.cochrane.org/reviews/en/ab002024.html
 http:// www.theannals.com/cgi/content/abstract/44/2/343


4.Gaba analoge (calcium kanal modulierer,antikonvulsiva)
Pregabalin (noadrenalin ,substanz p,glutamat werden weniger ausgeschüttet erhöhung der körpereignen gaba synthese)
Gabapentin (ähnlich dem pregabalin)
 http:// www.anesthesia-analgesia.org/content/104/6/1545.full


5.Gaba A agonisten (synergisten) nicht zu lange anwenden!
benzodiazepine
barbirturate (vorsicht todesgefahr)
Z-benzos

6.a3ß4 antagonisten
Ibogain (auch nmda atagonist)

7.trizyklische antidepressiva
doxepin
opipramol

8.CB1 und CB2 agonisten
THC
diverse syntetische thc derivate

9.NSAR (gegen entzugsschmerzen)
Ibuprofen
Novalgin (wird auch vermutet ein schwacher cannabinoit agonist zu sein)

10.Gegen übelkeit und durchfall
MCP
dipenhydramin (low dose)
loperamid (gegen durchfall)

11.Cholecystokinin antagonist
Proglumide

12.phosphodiesterase inhibitor(PED)
Ibudilast PED-4 Hemmer
Coffein,theobromin, xanthien unselektive PED hemmer
Mesembrin PED-4 hemmer


13. mineralstoffe
Zink
Magnesium

14.essentielle aminosäuren
l-tryptophan
tyrosin

15.Sigma agonisten
DXM
opipramol
Noscapin

16. 5-HT3 antagonisten
Ondansetron (auch ein antiemetikum)

17.Kratom

18.aswanganda (während des opioid konsums dazu nehmen reduziert den entzug deutlich)

 http://en.wikipedia.org/wiki/Opioid

das ist ne anständige liste mit hilfreichen medikamenten vorsicht nicht alle sind für jede person hilfreich am besten ausprobieren.

so zu mehr hab ich jetzt erstma keine zeit.

 
Kommentar von ehemaliges Mitglied (anonymer Ex-Träumer), Zeit: 10.06.2010 13:12

Bitte den vorletzten Satz nicht wörtlich nehmen, einfach wahllos Medikamente auszuprobieren ist sicher nicht der klügste Weg. Am besten vorher informieren und dann entscheiden.

€: Wegen der Übersichtlichkeit habe ich eine Überschrift ergänzt.
 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 10.06.10 13:00
zuletzt geändert: 11.06.10 00:23 durch ehemaliges Mitglied (insgesamt 3 mal geändert)
Tramadolsubstitution mit Tilidin und Venlafaxin (Ein Erfahrungsbericht)

Erfahrungen / Gründe / Wege

Wie ja einige von euch mitbekommen haben, bin ich nach einer ca. viereinhalb monatigen Tramadolabhängigkeit auf Tilidin umgestiegen. Die Vor- und Nachteile sowie meine Beweggründe, möchte ich nun kurz erläutern.

Zunächst mal aber eine kurze Einleitung:

Ich möchte auch nochmal erläutern, warum es meiner Meinung bei Tramadol zu einer solchen Problematik bei Langzeitkonsumenten führen kann, wie ich sie am eigenen Leib erfahren habe. (das ist meine Erfahrung, bei anderen Menschen, grade bei Personen, die es nach ärztlicher Anweisung bezgl. Dosis und Dauer anwenden, muss dies nicht zutreffend sein)

Tramadol besitzt, neben der opioiden Wirkung, die maßgeblich für die schmerzstillende Wirkung verantwortlich ist, eine weitere Wirkkomponente. Diese wird im nachfolgenden Text als SNRI (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmende Wirkung) Wirkkomponente beschrieben.*
Die Hemmung der Wiederaufnahme von Noradrenalin und die Verstärkung der Serotonin-Freisetzung tragen nicht nur zur analgetischen Wirkung bei, dieser Wirkmechanismus erklärt auch die leicht antidepressive und anxiolytische (angstlösende) Wirkung, die bei einer Schmerztherapie nicht unerwünscht ist. ( Quelle )
Doch gerade diese Komponente ist, meiner Erfahrung nach, bei missbräuchlichem und dauerhaftem Konsum eins der größten Probleme.
Der „normale“ User, der Tramadol missbräuchlich anwendet, achtet nämlich in den seltensten Fällen auf eine regelmäßige Einnahme von konstanten Dosen des Schmerzmittels. Es werden z.B. mal morgens um 9 Uhr 200mg genommen, dann mittags 150mg, dann länger nichts oder gleich nochmal was hinterher. Dann abends wieder was. Und am nächsten Tag zu anderen Zeiten wieder andere Mengen.
Ich will drauf hinaus, dass der Medikamentenspiegel sehr stark schwankt und somit auch die Konzentration an Serotonin (und Noradrenalin) im Körper. Die verursacht auf lange Sicht ganz erhebliche Probleme.
Ich kann von starken Stimmungsschwankungen, depressiven Verstimmungen, Gereiztheit bis zur Aggressivität, übertriebener Emotionalität, Brainzaps bzw. starker Schwindel, Nervosität, Schlafstörungen, erhöhtem Puls und Blutdruck und Schwierigkeiten in der Konzentration berichten. Auch ist man oft irgendwie „matschig“ im Kopf.

Generell warn das, neben den körperlichen Problemen, wie z.B. verschwommenem Sehen und starken Schwitzen, die für mich ausschlaggebenden Punkte, den Tramadolkonsum aufzugeben. Und das habe ich durch nachfolgende Methode geschafft.

Natürlich ist es aus medizinischer Sicht zweifelhaft, ob diese Methode überhaupt sinnvoll ist, da ich natürlich nur von einem Opioid zum anderen gewechselt und somit natürlich nicht die eigentliche Sucht bekämpft habe. Die folgenden Zeilen stellen daher auch nur meine ganz persönliche Erfahrung dar und gewährleisten keinen medizinischen Nutzen.


Zu den Beweggründen:
Ich war wegen einer Fraktur meines Knöchels zum dauerhaften Genuss von Tramadol (meist Tropfen) gekommen. Anfangs hielt es, was es versprach und meine Schmerzen waren erträglich bzw. nicht existent. Auch die Rauschwirkung war wie erwartet sehr positiv. (Obwohl ich mittlerweile davon ausgehe, dass ich ein schlechter Metabolisierer bin, da ich eine Wirkung, wie sie öfter beschrieben wird, nie erreichen konnte)
Es kam dann wie es kommen musste und ich merkte schnell, dass ich ohne meine Dosis Tramal die viel beschriebenen Entzugssymptome bekam. Ich war nun also scheinbar Tramadolabhängig. Super. Anfänglich konnte ich damit aber noch leben, auch wenn meine Dosen aufgrund der steigenden Toleranz schnell in die Höhe schossen und bald die 1000mg / d Marke durchbrachen. Die Beschaffung war kein Problem und so frönte ich weiterhin dem Genuss meines Schmerzmittels erster Wahl.
Doch nach ca. 3 Monaten war es dann wirklich soweit, dass ich der Droge nichts positives mehr abgewinnen konnte. Die Wirkung war schlichtweg verschwunden, trotz exorbitanten Mengen, die ich konsumierte. Auch meine Ärztin machte sich Sorgen und ich sah meine Quelle in Gefahr. Doch noch war alles OK. Ich hatte zwar keine Wirkung mehr und nahm Tramal nur um „normal“ zu sein, allerdings waren die einzigen negativen Aspekte des Konsums zu diesem Zeitpunkt mein starkes Schwitzen und die leichten Beschaffungsängste.
Dies sollte sich aber ändern. Als ich eines Tages eine neue Flasche (eines Herstellers, den ich bislang noch nicht „probiert“ hatte) in der Hand hielt und 300mg nahm, war die Wirkung auf einmal nur noch schrecklich.
So stellte ich mir ein Serotoninsyndrom vor. Mir wurde schrecklich heiß, schwindelig und war tierisch nervös und zittrig. Nichts mehr von schöner Tramadolwirkung. In etwa zu diesem Zeitpunkt stellte ich auch fest, dass ich psychisch angeschlagen war. Ich war oft gereizt und hatte deutliche Stimmungsschwankungen. Die Zeit der Nebenwirkungen begann. Das Tramadol machte mir nun wirklich keinen Spaß mehr und die Schwankungen meines Serotoninspiegels gaben ihr übriges hinzu. Ich träumte nachts schrecklich verwirrende Sachen, die getrost als Horrorträume bezeichnet werden können (ich wachte teilweise durch richtig üble Adrenalinschauer auf und war oft am Tag völlig übermüdet) und tagsüber ging es mir auch nicht sonderlich. Ich schwitzte sehr sehr stark,wurde immer mürrischer und aggressiver, konnte mich über nichts mehr freuen und meine Konzentration war bei 0. So konnte es nicht weitergehen. Das wusste ich.

Die Idee:
Ich machte mir so meine Gedanken, wie ich mir mein Problem zumindest erleichtern konnte. Tief in mir drin wollte ich ganz weg von den Opis (heute immer noch) aber die Gier und die Sucht war stark in dem jungen Roger ;) Daher kam ein kalter Entzug nicht in Frage. Kratom war zwar eine Überlegung wert, aber da ich, bis zu diesem Zeitpunkt eher negative Erfahrungen mit dieser Droge gemacht hatte, wurde die Idee schnell wieder verworfen. Ich wollte zunächst mal weg von der SNRI Komponente des Tramadol, grade die serotonerge Komponente machte mir schwer zu schaffen.
Glücklicherweise kannte ich mich einigermaßen aus und auch einige nette Menschen hier aus dem Forum haben mir immer gute Tipps gegeben. Ich fasste einen Plan ins Auge: Ich würde einfach auf Tilidin und Venlafaxin umsteigen und dann das Venlafaxin und somit die SNRI Komponente zuerst ausschleichen und später die opioide Komponente. So hätte ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, dachte ich mir. Ich konnte noch eine Weile Opioide konsumieren und entledigte mich der vielen Nebenwirkungen, die ich durch das Tramadol mittlerweile hatte. (Mein Suchtverlangen war schon sehr groß zu diesem Zeitpunkt, wie man sieht, denn eigentlich habe ich der Ärztin vorgeschlagen, erst das Opioid auszuschleichen und dann das Venlafaxin und nicht umgekehrt)
Gedacht, getan. Ich ging zu meiner HA und erklärte ihr die Sachlage. Sie war zunächst geschockt, dass ich süchtig geworden war und über die Menge an Tramadol, die ich mittlerweile brauchte. Ich benötigte (ich habe eine tolle Hausärztin ;) ca. 20 Minuten um sie von meinem Vorhaben zu überzeugen und hielt schließlich ein Rezept für Tilidin (Tropfen) und Venlafaxin (70mg Retardtabletten) in den Händen. (und etwas Pregabalin,, aber das ist ein anderes Thema, welches auch noch in diesem Thread folgt)

Der Umstieg:
Ich hatte nun wirklich keine Lust mehr auf Tramadol und schüttete auch prompt fast 100ml in den Ausguss. Weg damit. Das Tilidin zeigte bei erster Einnahme sogar etwas Wirkung. Das hatte Tramadol nicht mehr fertiggebraucht. Ich war zufrieden. Doch nicht lange. Nach einigen Stunden fragte ich mich, warum ich bereits wieder Entzugserscheinungen bekam. Die Antwort war einfach. Die kürzere Wirkdauer. Ich hätte mich ohrfeigen könne, so etwas Offensichtliches nicht in meine Pläne mit einzubeziehen. Naja, es war kein Weltuntergang. Dann musste eben öfter zur Flasche gegriffen werden. Ca. 12 Stunden nach der letzten Einnahme vom Tramadol ging dann auch der SNRI Entzug los und ich schluckte, ebenfalls ohne nachzudenken, eine ganze 70mg Tablette Venlafaxin.
Gott, war ich drauf. Nur 1 Stunde später hatte ich stark erweitere Pupillen und fühlte mich wie auf einer schlechten Ecstasy und n paar Nasen Amphetamin. Anfangs noch lustig, aber als nach Stunden keine Veränderung eintrat, begann es gewaltig zu nerven. Eine wirklich reudige Wirkung, anders kann ich es nicht ausdrücken. Und es hörte nicht auf. Erst nach 24 Stunden merkte ich, wie ich langsam runterkam. Das war mir eine Lehre, ich zerbröselte ab diesem Erlebnis die Tabletten und nahm ca. 10mg am Tag. Das war gegen die Entzugserscheinungen des SNRI völlig ausreichend. Immer wenn ich merkte, die Brainzaps und Konsorten sind im Anmarsch, wurde minimal eingedippt und die Symptome verschwanden. Sonst bemerkte ich nichts von dem Medikament. Und das war mir nach dem ersten Versuch wirklich mehr als recht.
Die ersten Tage ohne Tramadol waren trotz Venlafaxin und Tilidin sehr schwierig. Ich hatte Magen- und Darmkrämpfe, meine Beine schmerzten und meine Träume waren schlimmer als zuvor. Ich war schon kurz davor aufzugeben und den Rest meines Tramadols zu nehmen, ich glaube, einmal bin ich sogar wirklich noch schwach geworden. Die einsetzende Wirkung war allerdings so eklig, dass ich dann auch den Rest wegschüttete.
Und schließlich, nach ca. 7 Tagen, war es geschafft. Ich nahm nun zwar hohe Dosen Tilidin, aufgrund der kürzeren Wirkdauer musste ich ja alle 3-4 Stunden nachlegen, aber ich war nun gut drauf eingestellt und die Entzugssymptome vom Tramadol verschwanden. Ich schwitzte nicht mehr wie ein Iltis, ich war ausgeglichener und fröhlicher, konnte mich wieder besser konzentrieren, war nicht mehr so zitterig und das Beste: Ich konnte wieder ruhig und (relativ) Traumlos schlafen. Das war das wichtigste, da ich in den letzten Tagen / Wochen fast nicht mehr hatte schlafen können, ohne von wirklichen Psychoträumen geplagt zu werden, die mich am nächsten Tag so erschöpft aufwachen ließen, als hätte ich gar nicht geschlafen. Ich erholte mich langsam.

Fazit:
Ich nahm wohl insgesamt fast 5 Wochen lang Venlafaxin, bevor das SNRI endlich soweit ausgeschlichen war, dass ich ohne Zaps und Co. über den Tag kam. (Eigentlich habe ich es bis vor einer Woche noch hin und wieder genommen) Daran kann man sehen, wie sehr das Tramadol in den Serotoninhaushalt eingreift (zumindest bei mir) Ich nahm immer nur sehr wenig (ca.6-10mg) und nur dann wenn die Brainzaps zu stark wurden. Durch diese Methode kann man das zeug definitiv relativ problemlos ausschleichen. Tilidin nehme ich leider noch immer, aber im Gegensatz zu meiner Tramadolzeit (zumindest die letzten Wochen) geht es mir um 100% besser. Ich schlafe normal, ich bin ausgeglichener, ich zittere nicht mehr, ich schwitze nicht mehr so sehr, mir ist nicht mehr so schwindlig und ich fühle mich generell einfach viel wohler in meiner Haut. SNRI brauche ich keine mehr, mein Serotonin und Noradrenalinspiegel sind wieder im Gleichgewicht. Insgesamt kann ich sagen, dass diese Methode für mich eine deutliche Verbesserung meiner Lebensqualität mit sich gebracht hat und ich nun optimistischer bin, nun endlich auch den Absprung vom Tilidin in Angriff zu nehmen. Süchtig bin ich natürlich noch immer und leider fehlt mir momentan die Kraft oder der Willen, es endgültig sein zu lassen mit den Opis. Aber einen Umstieg auf Kratom kann ich mir gut vorstellen und werde dies auch (hoffentlich) in den nächsten Tagen und Wochen in Angriff nehmen.

€: Da ich im Opioid Entzugsthema gefragt wurde, hier eine kurze Ergänzung:
Meiner Meinung nach muss es nicht unbedingt ein SNRI sein, welches man als Ausgleich bei der Tramadolsubstitution nimmt. Jedenfalls nicht, um den viel beschriebenen Brainzaps und Konsorten entgegenzuwirken. Diese entstehen imo nur durch das starke Ungleichgewicht bzw. den Mangel an Serotonin im synaptischen Spalt. Daher kann dieser Problematik auch mit SSRI (wie z.B. Citalopram oder Fluoxetin) effektiv entgegengewirkt werden. Natürlich bietet sich zur völligen Substitution der fehlenden SNRI Wirkkomponente auch ein SNRI am besten an. (z.B. Venlafaxin) Achtet aber darauf, dass ihr das SNRI wirklich nur in sehr niedrigen Dosen einsetzt und nur, wenn ihr merkt, dass die Absetzerscheinungen zu stark werden. Sonst entzieht ihr nicht wirklich und habt dasselbe Problem an der Backe wie mit Tramadol. Nur mit 2 verschiedenen Stoffen.

Zusammenfassung und Begriffserklärung bzw. Quellen:

Das alles bezieht sich auf meine persönlichen Erfahrungen. Daher schreibe ich auch vor jeden Punkt „Meine“ Andere Personen könn(t)en ganz andere Erfahrungen machen.

(Meine) Gründe für den Umstieg von Tramadol auf Tilidin und ein SNRI o. SSRI:
- Tramadol besitzt eine SNRI Wirkung, die bei Langzeitkonsum zu gravierenden Problemen führen kann (Serotoninungleichgewicht)
- Tramadol gilt als schwieriger zu entziehen als Tilidin.
- Die SNRI Wirkkomponente wird isoliert und kann somit leicht entzogen werden.

(Meine) Vorteile durch den Umstieg:
- Meine körperliche Verfassung hat sich gebessert. (kein Schwitzen, Zittern, zu hoher Puls und Blutdruck)
- Mein seelischer bzw. geistiger Zustand hat sich gebessert ( keine Schlafprobleme, keine schlimmen Albträume, weniger Nervosität, kein Schwindel, weniger bis keine Stimmungsschwankungen, weniger Gereiztheit und Aggressivität, keine stärkeren Konzentrationsprobleme mehr)
- Die SNRI Wirkkomponente konnte mittlerweile völlig ausgeschlichen werden, mein Hormonhaushalt ist also wieder im Gleichgewicht und ich bin also nicht mehr abhängig von einem SNRI.
- Meine Motivation von den Opis ganz zu entziehen ist gestiegen, da der Entzug (hoffentlich) nicht mehr so schwierig sein wird.

(Meine) Nachteile durch den Umstieg:
- Durch die kürzere Wirkdauer des Tilidins benötige ich öfter eine Dosis, als beim Tramadol. (ca. alle 4 Stunden). Mein Opioidkonsum ist also eher etwas gestiegen.
- Ich hatte trotz der Substitution mit Tilidin ca. 1 Woche einen sehr deutlich fühlbaren Entzug vom Tramadol (das ist natürlich nur während der Woche ein Nachteil)

So das war es zunächst mal, sollte irgendjemand ein Fehler auffallen oder etwas zu ergänzen haben, würde ich mich sehr über eure Posts freuen.
Ich hoffe, das ist für den ein oder anderen hilfreich und informativ. Falls nicht, dann hat es vielleicht wenigstens Spaß gemacht zu lesen. Falls Fragen auftreten sollten, dann könnt ihr diese gerne im Opioid Entzug Thread stellen oder mich anmailen. (rogersparks@land-der-traeume.de)

Liebe Grüße
Roger

Die wichtigsten Begriffe:

Tramadol:  http://de.wikipedia.org/wiki/Tramadol
Tilidin:  http://de.wikipedia.org/wiki/Tilidin
Serotonin:  http://de.wikipedia.org/wiki/Serotonin
SSRI: (Serotonin Wiederaufnahme-Hemmer)  http://de.wikipedia.org/wiki/Serotonin-Wiederaufnahmehemmer
SSRI (bzw. SNRI) Entzugssyndrom: www.saez.ch/pdf/2001/2001-03/2001-03-1390.PDF  http://en.wikipedia.org/wiki/SSRI_discontinuation_syndrome
Venlafaxin:  http://de.wikipedia.org/wiki/Venlafaxin

Weitere Quellen:
 http:// www.swisshealthmed.de/Hormone/Serotonin/ (Serotoninmangel, bzw. Ungleichgewicht)


€€:* Es wird ja immer wieder diskutiert, dass Tramadol gar nicht als SNRI wirkt, sondern nur die Noradrenalin Wiederaufnahme hemmt und verstärkt Serotonin freisetzt, dessen Wiederaufnahme aber nicht (signifikant) beeinflusst. Ich habe das eher als falsch erlebt, kann mich aber aufgrund weniger Erfahungen natürlich auch irren. Wenn jemand dazu verlässliche Infos hat, dann immer her damit. ;)

 
Kommentar von ehemaliges Mitglied (anonymer Ex-Träumer), Zeit: 11.06.2010 00:23

Der Thread ist wieder offen. Bitte vor dem posten den Startpost durchlesen. Wir möchten hier einen einigermaßen geregelten und übersichtilichen Infothread entstehen lassen. Dafür müssen wir aber bestimmte Dinge beachten. Was das für Dinge sind, das könnt ihr im Startpost nachsehen. :)
 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 30.11.12 16:24
Um Gottes Willen, bevor jemand DXM zum Entzug nimmt, bitte folgendes lesen: http://www.land-der-traeume.de/forum.php?p=544785

Bitte nicht falsch verstehen, ich habe -zig Entzüge hinter mir, ich kenne DXM schon ewig, gegen den Affen habe ich es noch nie verwendet. Möglich, daß es was bringt, das kann ich nicht beurteilen. ABER die beschriebene Gefahr besteht in der Kombination von DXM und Opiat - also wenn derjenige, der kracht, dann doch ein Opiat zusätzlich zum DXM einnimmt.
 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 30.11.12 16:45
Da weiter oben wird Ashwagandha erwähnt. Gute Sache wirklich ! Das mildert den Entzug an sich zwar gar nicht, aber es baut einen unglaublich auf ! Die körperliche Regeneration geht wesentlich schneller damit.
Ich war mehrmals in Kerala/Indien, um mich von den Ayurvedikern (Ashwagandha ist Ayurvedische Medizin) aufpäppeln zu lassen und die haben's hervorragend geschafft - das Zeug war ein wesentlicher Bestandteil der Therapie. Auch zu Hause hat es mir mehrmals wirklich gut geholfen.
Sehr empfehlenswert - und zwar für alle menschen, die aus irgendeinem Grunde körperlich geschwächt sind, sei es wegen eines Entzuges, einer Interferon Therapie (oder beidem ;-) ), oder sonst irgendwas, die Inder bringen damit "Halbtote" wieder hoch.
Keine Angst bei der Dosierung, ruhig kräftig zulangen. Es gibt Körperfreaks (ähnlich den Bodybuildern) dort, die futtern das Zeug in riesigen Mengen mit Milch. Und es sind ganz schön kräftige Herren, obwohl sie sich vegetarisch ernähren.
Wirkung aber erst nach etwa zwei Wochen erwarten, voll kommt das Zeug erst nach etwa vier Wochen zum Tragen.

PS: Chiavanaprasha - das ist eine Paste - ist auch empfehlenswert, baut auch unglaublich auf.
 
Abwesender Träumer

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16 Forenbeiträge

  Geschrieben: 15.12.12 17:57
Also, ich bestehe darauf, dass Pregabalin und Gabapentin gaaaanz weit nach oben auf die Liste der WIRKLICH nützlichen Medikamente gehören.
Für weniger schwere Entzüge eignet sich auch Phenibut! (eh alles dieselbe pharmakologische familie)
Gruß
 
Traumland-Faktotum



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2 Langzeit-TB

  Geschrieben: 16.12.12 01:16
loperamid sollte endlich mal seiner rolle gerecht werden, ständig muss man gegen das "hilft nur gegen dünnschiss"-dogma ankämpfen. xD

und atosil aka promethazin sollte da nicht unbedingt drauf sein, da es EPMS auslösen kann, also quasi RLS. war bei mir jedenfalls so, und ist auch in der packungsbeilage erwähnt.
jeder der mal versucht hat mit opiodentzug-induziertem RLS zu schlafen kann sich denken was für eine verschlimmerung das auslöst.

hinzugefügt werden sollte so einer liste außerdem unbedingt l-dopa, auch gegen RLS. erwähnenswert dabei ist, das man versuchen sollte an die retardform zu kommen, da man sonst gut und gerne zwei-dreimal in der nacht aufwacht weil die beine die hütte einreißen und man nachlegen muss.
ODT-i.v.-Fan im Ruhestand :)
Traumländer



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59 Forenbeiträge
2 Tripberichte

  Geschrieben: 02.05.13 12:36
Im vorfeld möchte ich sagen, falls etwas schon genannt wurde oder sonstwie falsch ist, berichtigt mich bitte, aber ich wollte mal meine erfahrungen mitteilen!

Zum entzug: Ich habe ein Jahr lang fast täglich 300-600mg Tramadol HCL genommen, teilweise auch wesentlich höhere dosen.

Tramadol ist ja wegen der serotonin-noradrenalin wiederaufnahme hemmer komponente sehr eklig zu entziehen, habe auch schon gehört das ein heroin entzug rercht "angenehm" im gegensatz zu tramal ist.

1.: Die schwere des entzugs ist natürlich von dauer und intensität des konsums stark abhängig, jedoch würde ich immer empfehlen einen arzt aufzusuchen, keinen normalen hausarzt sondern einen speziell ausgewiesenen suchtarzt (einfach googeln)
keine sorge vor zwangseinweisungen, sofern ihr 18+ seit kann euch niemand dazu zwingen!
seit zu dem arzt bezüglich eures konsummusters ehrlich, danach erfolgt die einschätzung der behandlung sprich dosierung von medis!
ich persönlich finde Lyrica (Pregabalin) ist das beste, da dies aber auch ein großes suchtpotential hat, werden meist tryziklische antidepressiva (zb Doxepin) verschrieben, damit wird der entzug zwar kein sparziergang aber es wird erträglich!
Sofern ihr beim arzt wart, medis direkt dort einnehmen, ab nach hause und ins bett, schlaf ist bei sowas immer gut!

2.: Ganz wichtig ist jetzt den körper nicht sich selbst zu überlassen, d.h. sorgt dafür das ihr genug trinkt sonst gibs durch das schwitzen noch kopfschmerzen dazu! ich weiss das man auf entzug nichts zu sich nehmen mag, aber stellt euch n wecker wenns sein muss und trinkt alle halbe stunde ein glas voll (am besten wasser oder tee,zucker anfangs vermeiden)
Essen ist natürlich sone sache, zwingt euch wenigstens ein wenig zu essen, es hilft echt enorm! (aber dazu später noch etwas)
Nahrungsergänzungsmittel: Ich empfehle wirklich (wers kann) ca. 30 euro zu investieren und zwar in Magnesiumpräperate (3x täglich) und vitamin B kombi (1x täglich) aber bitte in der apotheke kaufen und nicht im discounter! Ihr werdet bereits am nächsten tag merken wie sehr das hilft, diese kombi ist sehr gut gegen muskelkrämpfe!

3.: Ablenkung suchen! Das wichtigste in den ersten tagen ist nicht ständig an den affen denken zu müssen! Spielt ps3/xbox, seht euch filme an, macht kraftsport (ja hört sich blöd an, aber wenn man sich erstmal dazu durchgerungen hat lenkt es stark ab)

4.: So, nun sollten nach einigen tagen (in meinem fall nach 3 tagen) die schlimmsten symptome verschwunden sein und man fühlt sich wieder menschlich! wenn es soweit ist und die krämpfe (oder restless legs,abends) weg sind, vllt etwas weed rauchen, ich habe das am abend des 3. tages getan und es tat sowas von gut mal wieder richtig appetit zu haben und sich den magen voll zu hauen, hab danach extrem gut geschlafen, selbst das einschlafen ging in 10min! jedoch sollte man in den ersten tagen kein weed rauchen, ich habe die erfahrung gemacht das man sich dann nur noch mehr in den entzug reinsteigert!

5.: Jetzt kommt der wohl schwerste teil des entzuges, am ball bleiben! vorrausgesetzt ihr wolltet nicht nur bis zum nächsten geldtag entziehen bzw musstest es zwangsläufig, müsst ihr jetzt stark bleiben! hobbys sind enorm wichtig und das opi am besten immer wieder im kopf verteufeln!
nun wird noch einige wochen eine gewisse antriebslosigkeit und vllt depression kommen, dagegen hilft meiner erfahrung nach viel frische luft und sonne, aber euer arzt wird euch sicherlich helfen diese phase zu überstehen!

Also, so hab ichs gemacht und der entzug war "erträglicher"
ich hoffe das ich irgendjemand damit helfen kann, klar ist so ein entzug sehr schwer, aber immerhin hat sich jeder von uns selbst dahin gebracht und das sprichwort mit der suppe klemm ich mir jetzt..^^

wie gesagt für kritik bin ich immer offen
gute besserung und viel glück!!!
Ein Herz für Drogen
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 17.07.13 08:59
zuletzt geändert: 14.08.13 03:23 durch Arash (insgesamt 2 mal geändert)
Hier ist etwas falsch , Opiodenentzug entsteht durch erhöhte Noradrenalinproduktion und nicht Adrenalin.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Opioide#Toleranz.2C_Abh.C3.A4ngigkeit.2C_Entzug

Medikamentös kann man auch Off-lable Levodopa (L-Dopa) während Opioidenentzug einnehmen , zumindenst der stabilisiert Psyschiche zustand , in manchen Entgiftungen wird auch eingesetzt.

@ GK109: Tramadol ist kein SNRI sondern ein Vollagonist µ1-orientiert, Opioide wegen ihre Euphorische wirkung fördern mehr ausschütterung von Serotonin, bei Tramadol ist das Deutlich mehr als andere Opioide weil der Eher affinität zu µ1 hat die für Euphorie zuständig ist und weniger zu µ2 die Atemdepression verursacht, daher wird überlkeit und brechreiz erhöht und wachsamkeit beeiflüsst. mit serotonin wiederaufnahme hat der gar nicht zu tun ! der verstärkt nur Serotonin menge und Ausschütterung mehr als alle andere Opioide, daher bei Höhe Dosierung ist es eher ähnlich wie ein schwache MDMA (XTC), auch seine Strukturformel beweist das. außerdem der hemmt die wiederaufnahme von Noradrenalin mehr als andere Opioide.




 
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 26.07.14 21:38
Hi. Ich bin heute seit 7 Tagen ohne Heroin und Fentanyl (Seit Ende Nov. 2013 nahezu taegl.) :) Entzug war einfacher als wie er sich anfangs angekuendigt hatte, hab mich mit Speed, etwas Bewegung und einer einmaligen Dosis von 40mg Loperamid am Samstag als der Durchfall schlimmst war, ueber Wasser halten koennen ohne heftige Erscheinungen.
Lediglich RLS und leichte-mittlere Magenprobleme waren nervig. Teilweise hab ich noch leichte RLS Erscheinungen, welche aber nicht weiter stoeren. Bloss meine Laune ist derbe im Keller, keine Motivation und mega Suchtdruck :/
Ich kiff und zieh wieder mehr als gut fuer mich ist. Spiele schon mit den Gedanken irgedwas anzustellen um mir mal wieder was zu leisten, aber ich probiers bis zum Ende des Monats auszuhalten.
Wenns Geld gegeben hat werde ich wieder Kratom bestellen, scheisse vllt auch n bisschen Braunes holn, und alles wieder von vorn...
Mega bescheiden grade alles...aber ich bin erstmal froh das ichs dann doch so lang durchgezogen habe, meine laengste "Unterbrechung" bisher.

Soweit...

Gruss, fmop.
Ich bin ich, aber da helfen Pillen...
Ⓐ! -★-⚑-
Freiheit heisst nicht machen zu koennen was man will.
Sondern nicht machen zu muessen was man nicht will.
Traumländer

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  Geschrieben: 26.07.14 22:29
zuletzt geändert: 27.07.14 15:09 durch Entrueckt (insgesamt 1 mal geändert)
@Arash: Hab das in diser Formm noch nie gehört. Deiner Logik nach müsste Tramadol ja dann das euphorischste Opioid sein wegen der stärkeren serotonergen Wirkung im Vergleich zu anderen Opioiden. Ebenso das mit L-Dopa... rolleyes
Sorry, seh grad es ist n Uraltthread, aber ich lass es einfach mal stehen.
"Der Tod eines einzelnen Mannes ist eine Tragödie, aber der Tod von Millionen nur eine Statistik."
Abwesender Träumer



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1 Langzeit-TB

  Geschrieben: 27.07.14 01:18
zuletzt geändert: 27.07.14 02:27 durch Desaster (insgesamt 1 mal geändert)
ähmm Entrueckt genau so sieht's aber aus.

Wundert mich das du noch nie davon gehört hast.

Eig. diskutieren wir darüber ständig im Tramadol Thread .

Arash hat volkommen recht. Obwohl ich mir bei der Debatte neulich wegen SNRI oder SRA unsicher geworden bin. Seine Theorie nach der die Stimulation von µ1, Serotonin Ausschütten soll finde ich Interessant demnach wäre es kein SNRI sonder eben tatsächlich ein SRA Obwohl hier neulich von einem User sehr glaubwürdig und begründet wiederlegt wurde das Tramadol kein SRA sei da könne es zu "fett" bzw "groß" wäre , gibt es deshalb evtl. Quellen dazu Arash ?
Der letzte Info Austausch darüber ging sehr unentschlossen aus. Scheinbar gibt es noch keine genauen Angaben zu diesem Wirkungsmechanismus (Speziel beim Trama mein ich)

Das sich deutlich mehr Serotonin im synaptischen Spalt befindet ist klar. Nur wie genau es Released wird oder ob es nun doch (gegen Wikipedias Meinung) Wiederaufnahme gehemmt wird, scheint unklar.



Hauselv's

meinung dazu würde mich brennend Interessieren.
Wäre es Möglich das die Ausschüttung dank des Umwegs auf den µ1 möglich wäre ?
Das wäre ja dann des Rätsels Lösung....
Hoffe du liest hier gerade mit :D


Lg Desaster


€dit: Ich denke es wäre besser ich Poste das inkl. zitat von Entrueckt & Arash der übersichtshalber im Tramadol Thread... Mods ? Was sagt ihr ?
€dit2: Egal jetzt machts auch keinen Sinn mehr :D
Wie Hart ich bin? Letzte Woche hab' ich mir den Zehennagel gestoßen, als ich meinen Kräutergarten bewässert hab', und ich hab' nur 20 Minuten lang geheult!
Moderator

dabei seit 2009
1.498 Forenbeiträge

  Geschrieben: 27.07.14 01:36
Bin schon ziemlich müde, und fahre morgen in den Urlaub. Deswegen mache ich´s kurz.

Ich habe von Arash Behauptungen noch nie was gehört, die Paper sprechen explizit von einem Release bzw eine Blockierung der Serotonin Reuptake Pumpen... Die Begründung halte ich für Blödsinn. Wieso soll Tramadol mehr Ser ausschütten? Was ist der Mechanismus? Weil es Vollagonist µ1-orientiert sein soll? Unsinn! Ich möchte Quellen und ernsthafte Gründe hören!

Die Strukturformel spricht für sich...

EDIT:

Ich habe angebliche Quellen von Arash aus anderen Thread überflogen. Es kommt nicht einmal das Wort Serotonin vor und geht über etwas völlig anderes. Hast du es überhaupt gelesen?
 

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