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LdT-Forum » Drogen & Gesellschaft » Der Weg (Selbstfindung & Glaube) » Komatös - doch auf den Beinen ... Meine Lebensgeschichte


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» Thread-Ersteller «
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 09.12.10 20:09
zuletzt geändert: 09.12.10 23:40 durch Clovenhoof (insgesamt 2 mal geändert)
Willkommen,

wer du auch immer bist. Ich möchte ein wenig aus meinem Leben erzählen und die Gegebenheit ausnutzen, dass mich der Alkohol ein wenig gesprächiger macht, bevor ich mich wieder vollkommen in das Exil meiner eigenen Welt zurück ziehen muss... ob ich nun möchte - oder nicht.
Und warum ich gleich anfangen werde einen ganzen Roman zu verfassen? ... Nun, einfach in der stillen Hoffnung, dass mich endlich wieder irgendetwas berührt ... in der stillen Hoffnung, dass ausgerechnet du den Weg in meine Welt findest und mir verrätst auf welchem Weg du her gefunden hast ... und mich an die Hand nimmst und mir den Weg zurück ins Licht zeigst.

Und ansonsten tut es mir auch sicher gut mal alles von der Seele geschrieben zu haben.

Ein wenig Zeit solltest du zum Lesen allerdings mitbringen. Zunächste möchte ich den Songtext eines Liedes posten, welches Alles in Allem ziemlich genau mein widersprüchliches Dilemma wiederspiegelt. Und wozu nun das? Damit du dir besser vorstellen kannst, wie es mir geht und wie ich ticke. Schließlich kennst du mich nicht, und ein Lied transportiert mehr, als alle leblosen Worte der Welt. Und so bin ich der Meinung, dass du auch leichter den Weg in meine Welt findest.

Und wenn du mir wirklich helfen wolltest, dann wäre ich dir auch verbunden, wenn du dir das Lied auf Youtube oder so anhörst... Musik ist das letzte, was mich noch in irgendeiner Form bewegt ... und Menschen, die mit meiner Musik nichts anfangen können, nehme ich nicht ein mal mehr wahr ... es sind Gespenster meiner Welt.

Aus meiner Festung seh' ich nach draussen,
wieder daheim doch nicht zu hause.
Ich bleibe sicher nicht für immer
hier im Schrein und Geisterzimmer.
ich bin nicht klein, sag niemals nein:
Sag immer ja, sag immer ja...

Morgens früh lief ich hinaus.
Das Gras war feucht vom frischen Tau.
Ich schaute und war voller Glück:
Verrückt, denn alles stimmt genau...

In Wahrheit war ich nie verreist,
wie das Protokoll beweist.
Meine Wünsche sind Befehle,
es sind die Qualen, die mich quälen.
Ich bin nicht klein, sag niemals nein:
Komatös, doch auf den Beinen.

Aus meiner Festung seh' ich nach draussen.
Kommt alle mit zu mir nach hause.
Kommt alle mit, kommt alle her.
Alle zugleich, denn mehr ist mehr.
Kommt alle mit zur Tür hinein
und lasst mich nicht mit mir allein.
Kommt alle mit, spendet Applaus.
Ich bin ein Star, holt mich hier raus...

So hab ichs mir ausgedacht:
Der Tag war fast noch Nacht...

by Tocotronic - Aus meiner Festung - Album: Kapitulation


Im Folgenden gebe ich nur die stärksten Erinnerungen wieder. Viele mich ebenfalls prägende Erlebnisse, Beziehungen und Menschen, werde ich nicht erwähnen ... denk dir einfach dazu, dass auch abgesehen vom Geschilderten vieles eher ... suboptimal ablief.

Dann fang ich doch mal bei meiner Person an. Ich bin ein Kerl, der Ende Dezember 20 Jahre alt wird und schon viel zu lange an einer bipolaren Störung, sowie posttraumatischen Belastungsstörung leidet. Ein verschlossener Außenseiter ohne Freunde war ich schon als kleines Kind noch vor der Einschulung, weswegen ich auch schon immer jedem auffiel. Ursprünglich kam ich aus Bayern, wo eigentlich noch alles ganz gut war. Anfang der 4. Klasse sind meine Familie und ich dann nach Frankfurt am Main gezogen. Die 4. Klasse in Hessen war dann auch noch ganz oke, aber als ich dann in die 5. Klasse in eine Gesamtschule mit extremen Ausländer Anteil kam, fing alles erst so richtig an. Damals hatte ich noch ein paar Wurzeln meiner Heimat, die sich in meiner Sprache bemerkbar machen. Das gefiel meinen ausländischen Mitschülern nicht. Extremes Mobbing war ab da an der Tagesordnung. Am Ende traute ich mich nicht mehr aktiv am Unterricht teilzunehmen, weil ich immer direkt von allen ausgelacht wurde, wenn ich bestimmte Worte nicht so aussprach, wie alle anderen dort.
So kamen die anderen in der Pause auch immer zu mir, fesselten mich an den Zaun und zwangen mich die Worte "richtig" nachzusprechen, die ihnen nicht gefielen. Wenn das nicht klappte, hab ich ein paar verpasst bekommen. So ging das das ganze Schuljahr. Schlaf war damals etwas seltenes für mich des nachts. Ich verstand die Welt nicht mehr. Alle hassten mich und ich wusste nicht warum. Aber hey... immerhin spreche ich seitdem perfektes Hochdeutsch...

Außerdem war es üblich, dass Deutsche an der Schule permanent als "Scheiß deutsche Kartoffel" oder einfach nur "scheiß Deutscher" beschimpft wurden. In der 6. Klasse dachte ich mir dann, dass ich ihnen mal den Spiegel vorhalte. Für mein erstes "scheiß Ausländer" wurde ich dann auch entsprechend belohnt, bekam die höchste Ehrung des "Nazis" und hatte von der 6. bis Ende der 8. Klasse nahezu täglich Schlägereien ... wobei ich in 100% der Fälle in Notweht handelte und mich dennoch in Gegenwart der Lehrer stets vor meinen Wohltätern entschuldigen musste, für meine Undankbarkeit.
Am Ende eines Schuljahres hatten die "aktuellen" Ausländer immer kapiert, dass ich durchaus in der Lage war es mit jedem aufzunehmen. Denn ich war stets (und bin es immer noch) ein Pulverfass. Ich hatte viel Geduld und schluckte eine Menge. Aber wenn es nicht mehr ging und es mir zu fiel ging, war ich so extrem auf Adrenalin, dass ich selbst größere Gruppen von Älteren im Alleingang verprügelt hab und sie tatsächlich umgebracht hätte, wenn die Lehrer nicht immer rechtzeitig eingegriffen hätten.
Dadurch bekam ich dann auch den allgemeinen Spitznamen "Psycho", der mich die Schulzeit über begleiten durfte.
Aber mit dem Beginn eines jeden Schuljahres kamen immer die "neuen" Ausländer, bei welchen es sich immer sofort rum sprach, dass ich ja ein Nazi bin. So ging es direkt immer in die nächste Runde ...
Ab der 7. Klasse wurde ich auch Zuhause, wenn ich mit dem Hund Gassi war oder allgemein auf dem Weg zur Schule und zurück Ausländer-Gruppen jeglichen Alters überfallen. Aufgrund dessen hatte ich auch noch bis vor 2 Jahren oder so schrecklichen Verfolgungswahn und musste mich immer umdrehn, wenn ich draußen unterwegs war. Aber das hat sich mittlerweile wieder gänzlich gelegt.
Ich kann euch nicht sagen, warum ich das damals nie jemand erzählt hab. Ich war täglich so in Melancholie und Selbstmitleid gehüllt, dass ich einfach nicht daran dachte.

Die 9. Klasse war das einzige schöne Schuljahr. Bis dahin war ich relativ dick, aufgrund des vielen Frustfressens. Aber ich fand übers Internet eine Freundin, bzw. eine Fernbeziehung (hielt 1 Jahr oder so), was mich so beflügelte, dass ich die Nahrungsaufnahme von heute auf morgen fast gänzlich einstellte ... so nahm ich innerhalb kürzester Zeit 20 Kilo ab, hatte mein Idealgewicht und fing wieder mit essen an ... im Nachhinein betrachtet war das ziemlich gefährlich und ich bin froh, dass ich nicht magersüchtig geworden bin und bis heute meine "Traumfigur" relativ gut behalten habe.

Mir gab diese Aktion dennoch Selbstbewusstsein zurück und aus einem eher unterdurchschnittlichen Schüler entwickelte sich ein Musterknabe ... der von seinem Erfolg beflügelt während der 10. Klasse von einer Manie begleitet wurde und schließlich sein Realschulzeugnis als "Jahrgangsbester" hinlegte... Allerdings mache mich diese erste Manie damals sehr arogant und unausstehlich für meine Mitschüler... wodurch ich mir dann auch wieder viele Schlägerein und nun auch Polizeibesuche einhandelte ... einmal wurd ich wegen schwerer Körperverletzung und einmal wegen Urheberrechtsverletzung angezeigt. In der 9. Klasse fand ich ja tatsächlich Freunde... und 3 mal dürft ihr jetzt raten, wer mich wegen den genannten Delikten angezeigt hat...

Damals war ich sehr naturwissenschaftlich interessiert und durch meine hervorragenden Leistungen offenbarte sich mir die Möglichkeit eine Ausbildung als Biologielaborant zu beginnen, anstatt mit dem Abi weiter zu machen... denn zu 80-90% erhalten nur Abiturienten einen Ausbildugsplatz als Biologielaborant. Und da dachte ich mir: "Hey... da hab ich mir ja direkt ein paar Jahre gespart..."

Achja, so mit 15 gabs dann den ersten Kontakt mit Drogen, bzw. dem Alkohol, der mich dann noch bis zum 17. Lebensjahr jedes Wochenende festeingeplant begleiten durfte und während der Ausbildung, die dann mit 16 anfing, auch oft genug unter der Woche.

Mit 16 fand ich über die Ausbildung in der Berufsschule dann auch meine erste Freundin in greifbarer Nähe (was nicht heißt, dass ich es nicht schon mit 14 und 15 alleine in die Hand genommen habe, um meine 500km weit entferne Freundin zu besuchen...) ... allerdings muss ich im Nachhinein sagen, dass es sich bei dieser Freundin aus der Beruffschule um diese Art Mensch handelt, bei der man sich fragen muss, warum so ein Stück Scheiße auf Erden überhaupt existiert ... die Details möchte ich nicht erzählen, weil mir dies defintiv zu intim wird und 99% der Erinnerungen an dieses Mädchen erfolgreich aus meinem Bewusstsein verbannt habe. Aufjedenfall verdanke ich es dieser 1-jährigen Beziehung, dass ich bis heute im allgemeinen Beziehungsgestört zu allen bisherigen Partnerinnen war und überhaupt zu meinen Mitmenschen. Das Dillemma war dabei wohl, dass es sich bei diesem Stück Scheiße um den ersten Menschen in meinem Leben handelte, der mir wirklich Liebe erwiderte. Und gleichzeitig verdanke ich ihr Dinge, die alle sonstigen Schattenseiten meiner Kindheit nochmal weit in den Schatten stellten... und es brauchte lange, bis ich einsah, dass ich von diesem Zug abspringen musste.

Jetzt wird es endlich spannend und interessant aus meiner Sicht. Und wenn ich nicht der Meinung wäre, dass das Vorangegangne wichtig zum Verständnis ist, dann hätte ich direkt hier angefangen:

Mit 17 entdeckte ich meine Leidenschaft für Kunst, im speziellen die Grafikbearbeitung und die Lyrik. Gleichzeitig fand in diesem Lebensjahr mein erster Kontakt mit Cannabis statt und überhaupt der Beginn einer handfesten Drogenkarriere. Diese ist sicher nicht ganz Ohne, aber so schlimm auch wieder nicht. Ich würd mal sagen „mittelmäßig“ ...
Das wichtigste Detail ist die Begegnung mit der Liebe meines Lebens! Ein Mädchen in meinem Alter, welches eine noch wesentlich tragischere und bewegendere Leidensgeschichte aufweisen konnte und kann ... aber ich denke, dass es mir nicht offen steht Details ihres Lebens zu verraten ... allerdings wird sich mit der Begegnung dieses Mädchens und meiner heutigen Lage am Ende ein Kreis schließen...

Ach verdammt... ich schreibe jetzt schon seit Stunden an diesem Text und bringe es nicht fertig die letzten 2 Jahre meines Lebens zu reflektieren. Fakt ist, dass ich 1 volles Jahr hardcore gekifft hab, Erfahrung mit allen anderen möglichen Drogen, von Meskalin über Fliegenpilz bis Codein gesammelt hab, in psychiatrischer Behandlung war, es mit Neuroleptika probiert hab und aufgrund einiger Ereignisse die Behandlung abgebrochen hab und endgültig jegliches Vertrauen in alle Ärzte verloren habe, dann aufgrund eines pfeiferisches Drüsenfiebers durch Cannabis bedingt fast verreckt wäre im Februar, ab da an bis September absolut Abstinent gelebt habe, ein gesundes Leben mit viel Sport geführt, durch eine Manie bedingt ein bisher unveröffentlichtes Buch über Philosophie, inspiriert durch Friedrich Nietzsche geschrieben habe, ich seit 3 Monaten Gitarre spiele und eben bis September ein absolut lebenswertes und fröhlich, sogar perfektes Leben führen durfte, aber seit dieses zuletzt genannte Mädchen nach 3 Jahren zum 3. Mal mit mir im September Schluss machte, ist die ganze psychische Stabilität und körperliche Gesundheit, die ich mir mühsam aufgebaut habe, wieder dahin ... ich spreche kein Wort mehr mit anderen Menschen seit Monaten, alles hat an Bedeutung verloren... ich weiß nicht mehr, wie ich es geschafft hatte mich selbst zu heilen und bin jetzt an dem Punkt, an dem meine Exfreundin damals schon war, als ich mit 17 mit ihr zusammen kam ... erst jetzt kann ich alles verstehen, was sie mir immer gesagt hat ... und ich weiß gar nicht mehr, worauf ich hinaus wollte...

Auf jeden Fall sollst du wissen, dass ich auch momentan nahezu nichts mit Drogen am Hut habe... in den letzten Monaten nur 3 Kratom-Trips hatte und bemerkt hab, dass Kratom super gegen meine Winderdepression hilft ... aber ich bin so apathisch, dass ich es nicht mal fertig bringe überhaupt Drogen zu konsumieren oder aufzutreiben, außer dem Alkohol, den ich seit gestern nach Jahren wieder trinke ... und... ja... ich stecke in einer Depression fest, die alles bis jetzt da gewesene in den Schatten stellt ... ich glaube, dass es mir sehr helfen würde, wenn ich irgendjemand hätte, der hier wohnen würde und mir das Gefühl von Geborgenheit wieder geben würde... aber ich bin absolut unfähig Kontakt mit Mitmenschen aufzubauen... ich bin innerlich tot ... ich existiere nur noch physisch... ich bin eben komatös... doch auf den Beinen...

Und jetzt spendet Applaus ... ich bin ein Star... holt mich hier raus...

Nachtrag: Der Titel sollte natürlich "auf den Beinen" und nicht "auf deinen Beinen" lauten... irgendwie stört mich das ...
 
Kommentar von Clovenhoof (Ex-Träumer), Zeit: 09.12.2010 23:40

Das kann man ändern - habs korrigiert!
 
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 09.12.10 21:15
war es also letztlich die liebe, die dich völlig zerstört hat? TT
abgesehen von der vorgeschichte und deinen psychischen störungen..
Opioide sind schön - leider....
» Thread-Ersteller «
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 09.12.10 21:22
Ich projeziere mein Problem momentan einzig auf die Liebe ... aber mir wurde beim Schreiben bewusst, dass es wohl kaum an den Ereignissen von vor 2 Jahren liegt, weil ich diese ja recht problemlos reflektieren konnte... während alles danach für mich nicht recht in Worten resümierbar scheint ...

Ach, Tocotronic spricht mir immer so aus der Seele:

Letztes Jahr im Sommer

Jeder Tag fängt mit Regen an.
Und ich frag' mich schon
ob hier was nicht stimmen kann.

Es ist klar,
ich kenn jetzt 'ne ganze Menge Leute,
doch irgendwann gings mir besser schon als heute,
zum Beispiel letztes Jahr im Sommer.

Jeden Tag gehe ich ins Bad und wasche mich.
Jeden Tag schütt' ich mir kaltes Wasser ins Gesicht.

Es ist klar,
es geht nichts von heut auf morgen.
Doch irgendwann hatte ich mal weniger Sorgen,
zum Beispiel letztes Jahr im Sommer.

Es ist klar,
ich hab noch nie so viel gedacht.
Doch irgendwann hatte ich mal mehr gelacht,
zum Beispiel letztes Jahr im Sommer...
zum Beispiel letztes Jahr im Sommer...


 
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 09.12.10 21:29
ich muss sagen, ich hab keine ahnung was psychosen/psych. störungen mit einem menschen machen können.

aber ich hatte auch ein heftiges erlebnis vor 2wochen. ich hab noch NIE, noch NIEMALS so ein extrem starkes emotionales gefühl gehabt. leider negativ.
eine ganze welt ist eingestürzt..

leute die lieben können, und wissen, was sie bedeutet, können sowas empfinden, meiner meinung nach extremer als jedes andere gefühl was man haben kann, sei es positiv oder negativ.
um darüber weg zu kommen dauerts....ich bin noch nicht soweit und du scheinst es ja schonmal hinter dir gehabt zu haben..hm
Opioide sind schön - leider....
Abwesender Träumer

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  Geschrieben: 10.12.10 00:20

Black Raziel schrieb:
Ach, Tocotronic spricht mir immer so aus der Seele:

Mir noch mehr als dir! Auch wenn du es mir wahrscheinlich nicht glauben willst: Ich bin noch Toco-süchtiger als du und gehe davon aus, dass ich die Inspiration zu "Eure Liebe tötet mich" war ;)

Kleine Frage am Rande: Welches ist dein Lieblingsalbum?

Deine Lebensgeschichte erinnert mich in vielen Punkten an meine eigene. Dabei gaben mir Tocotronic immer das Gefühl verstanden zu werden, als ob Dirk dasselbe erlebt hat, was ich durchmache. Stichwort: Ich bin alleine und ich weiß es und ich find es sogar cool.
Tocotronic hat mir immer sehr viel Kraft gegeben und was das Erstaunlichste ist: Tocotronic hat mir nur Glück im Leben beschert! Die Person, die mir damals die ersten Toco-Songs gezeigt hat, hat sich als mein bester Freund, gewissermaßen Vaterfigur und wichtigster Mensch in meinem Leben entpuppt. Hätte er mir damals nicht diese eine CD gebrannt, wäre es wohl nie dazu gekommen und wahrscheinlich hätte ich auch nicht mein Abi gemacht. Ich könnte jetzt noch eine halbe erzählen, was ich alles durch Tocotronic gewonnen habe und wie das alles miteinander zusammenhängt, aber ich fasse mich kurz: Tocotronic sind das Geschenk meines Lebens!

Du sagtest, du hast ein Buch über Philosophie geschrieben. Worum geht es da genau? Ich studiere Philosophie und wüsste deshalb gern mehr darüber.
Dass Tocotronic viele philosophische Aspekte haben, dürfte dir ja nicht neu sein. Ich habe meine Abi-Präsentation zur Fragestellung gehalten, inwiefern Tocotronic Schopenhauers Weltbild wieder aufgreifen, und will auch irgendwann ein Buch publizieren, das von eben diesen philosophischen Aspekten in den Toco-Songs handeln soll.

Mit tocotronischem Gruße
Trone
 
Abwesender Träumer

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  Geschrieben: 10.12.10 02:16
Black Raziel schrieb:
und einmal wegen Urheberrechtsverletzung angezeigt.

Worin bestand die Urheberrechtsverletzung? Wenn man fragen darf.
Zitat:
dann aufgrund eines pfeiferisches Drüsenfiebers durch Cannabis bedingt fast verreckt wäre

Mit jemand kranken gemeinsam gekifft?
Dann wärs ja nicht Cannabis bedingt.
Oder hatte ein kranker mit dem Cannabis zu tun?
Klär mich bitte auf.
Zitat:
durch eine Manie bedingt ein bisher unveröffentlichtes Buch über Philosophie, inspiriert durch Friedrich Nietzsche geschrieben habe

Schau mal Books on Demand an:
www.bod.de/index.html
(D)ein Buch kann von denen in den regulären Buchhandel und Onlinehandel gebracht werden und auch als E-Book angeboten werden.
Die drucken und leimen es zusammen wenn es einer Bestellt, eben on demand.

PS. Ein im "Verlag" Books on Demand erschienenes Buch wurde vor kurzem in einer TV Kultursendung als empfehlung präsentiert.

Zitat:
Und jetzt spendet Applaus ... ich bin ein Star... holt mich hier raus...

Der Applaus der Leute ist unwichtig.
Die Applaudieren auch wenn ein Japaner in einen Ventilator kotzt confused

Kopf hoch
hell dust
 
» Thread-Ersteller «
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 10.12.10 09:28
Hey Trone,

deine Antwort zu lesen hat mir eben gut getan. Mein Lieblingsalbum ist definitiv "Digital ist besser". Ich finde, dass es sich nicht mit ihrer restlichen musikalischen Entwicklung vergleichen lässt... eben weil sich da noch nichts groß rauskristallisiert hat, sondern ich mir super vorstellen kann, wie da ein paar noch Halbstarke einfach zusammen sitzen, die einfachsten Akkorde kombinieren, um damit die großartigsten Emotionen zu transportieren...

Danach kommt gleich "Wir kommen um uns zu beschweren" ... momentan versuche ich auf der Gitarre "Die Welt kann mich nicht mehr verstehen" zu lernen ... achja... und wenn "So jung kommen wir nicht mehr zusammen" und "Ich möchte irgendwas für dich sein" schon auf "Digital ist besser" gewesen wären ... dann wäre dieses erste Album für mich die absolute Perfektion auf Erden. Aber so handelt es sich leider um zwei verschiedene jeweils "nahezu perfekte" Alben.^^

In meiner Philosophie geht es um die Grundlagen des Mensch-Seins, darum wie er funktioniert ... daraus ableitend dient es zur Grundlage einer umfassenden Gesellschaftskritik an der westlichen Zivilisation. Einerseits hat mir die Philosophie dadurch sehr viel gegeben... andererseits verdanke ich gewissen Erkenntnissen einen unglaublichen Ekel gegenüber meinen Mitmenschen ... ich hasse es unglaublich hier und heute leben zu müssen...

Hey Hell Dust,

tja... ich hab damals quasi eine "öffentliche Hinrichtung" abgehalten im Internet ... hab Bilder von entsprechenden Personen auf meiner Homepage veröffentlicht und mit "Dankesreden" versehen ... Das fanden die betroffenen Personen natürlich klasse... und die Polizei auch. ^^

Cannabis ist ein Immunsupressiva. Normalerweise gibt es beim Drüsenfieber einen typischen Krankheitsverlauf, bei dem zu erst der Hals und die Lymphknoten angegriffen werden und erst bei schweren Verläufen mit einiger Seltenheit auch das Rückenmark oder das Gehirn betroffen werden. Ich war an jenem Wochenende sowieso ein wenig krank, als ich es mit dem Kiffen mal wieder übertrieben hatte ... Am Ende der Geschichte hatte sich der Virus dann zuerst im Nervensystem eingenistet, bevor er sich auf den restlichen Körper übertrug. Meine Leberwerte waren 200fach erhöht. Es hat einige Zeit gedauert, bis der Arzt die Krankheit diagnostizieren konnte. Zuerst hat er mir schweren Heroin-Missbrauch vorgeworfen, weil er wohl noch nie einen Patienten mit solchen Leberwerten hatte...
Jetzt ist das ganze ja schon fast ein Jahr her und ich hab am Hinterkopf immer noch dicke Beulen, weil die Lymphknoten sich bis heut net ganz erholt haben.

Desweiteren möchte ich mein Buch noch nicht veröffentlichen, weil ich beschlossen habe alles zu verwerfen und aus dem trockenen Schinken einen Roman zu machen, bei dem die verschiedenen Protagonisten dann verschiedene Weltanschauungen vertreten ... so wird das ganze lebendiger.



tjo...
 
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 10.12.10 11:19

Zitat:
Desweiteren möchte ich mein Buch noch nicht veröffentlichen, weil ich beschlossen habe alles zu verwerfen und aus dem trockenen Schinken einen Roman zu machen, bei dem die verschiedenen Protagonisten dann verschiedene Weltanschauungen vertreten ... so wird das ganze lebendiger.



Klingt interessant. Es ist in dieser Infotainment Welt ja nun so, dass Leute das dann besser lesen können. Ich will das nicht abwerten und finde es oft auch besser philosophische Thematiken so aufzuarbeiten und wiederzugeben.

Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft. Du bist noch relativ jung und es kommen auch wieder andere Menschen. Nicht alle Menschen sind schlimm. Im generellen leider schon, aber dennoch bin ich überzeugt, dass es irgendwie immer mit jemanden passt. Man muss diesen jemanden nur finden. Was sicher nicht einfach ist...

Zu den Tocos: Bei mir ist es KOOK. Das Album ist der Zwischenschritt zwischen den 90ern und den moderneren Sachen (angefangen mit dem weißen Album). Ich kann KOOK immer wieder hören und bekomme eine Gänsehaut davon. Dein Titel hat mich auch gleich aufmerksam gemacht. "Aus meiner Festung" höre ich auch immer wieder gerne in bestimmten Situationen.
Viele, die leben, verdienen den Tod. Und manche, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben? Dann sei auch nicht so rasch mit einem Todesurteil bei der Hand. Denn selbst die Weisen können nicht alle Absichten erkennen.
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 10.12.10 12:52
Hört sich jetzt alles nicht unbedingt tragisch an. Du hast deinen "Traumkörper". Du hattest mal Freundinnen, was bedeutet, dass du wohl auch wieder eine finden wirst. Du nimmst kaum Drogen im Moment außer nem bisschen Alk... Deine Probleme spielen sich doch zu 100% in deinem Kopf ab. Vergiss einfach deine verkorkste Kindheit und die ganzen bösen Ausländer, die dich immer gestresst haben, und mach dein Ding. Was erwartest du denn vom Leben? Es wird sich nichts ändern, wenn du nur zu Hause rumhockst und dich abkapselst. Also geh raus und nimm dein Leben selbst in die Hand!

live to win til you die
til the light dies in your eyes
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just keep fighting til you fall
Abwesender Träumer

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  Geschrieben: 10.12.10 16:50
Da schließe ich mich Tanto an, was Deine probleme betrifft. Du siehst zu sehr in Dich hinein, sieh auch nach draußen! Scheiss auf alle Arschgeigen um Dich rum.

Pfeiffersches kann auch ohne Kiffen so verlaufen, man muss nur PECH haben. Ich tippe einfach mal dass Dein Arzt sich eine Erklärung zurecht gesucht hat, in der die pöhsen, pöhsen Drogen vorkommen!
Was Dein Buch betrifft: Ich habe selbst vor mal sowas zu schreiben und habe mir über die Art auch schon Gedanken gemacht. Das mit der Romanform würde ich aber lassen, so etwas liest heute keiner mehr. Halte es lieber sachlich, dann werden es Experten lesen und es via Presse für die "Massen" aufbereiten.
Edel sei der Frosch, hilfreich und gut.

Der erste und einzige Haschischtote ist und bleibt Henk der Dockarbeiter!
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  Geschrieben: 12.12.10 10:11

Pseicke schrieb:
Zu den Tocos: Bei mir ist es KOOK. Das Album ist der Zwischenschritt zwischen den 90ern und den moderneren Sachen (angefangen mit dem weißen Album). Ich kann KOOK immer wieder hören und bekomme eine Gänsehaut davon. Dein Titel hat mich auch gleich aufmerksam gemacht. "Aus meiner Festung" höre ich auch immer wieder gerne in bestimmten Situationen.

Lange Zeit konnte ich mit der K.O.O.K. gar nichts anfangen mit Ausnahme von den Grenzen Teil 2. K.O.O.K. ist einfach reifer und erwachsener als die tocotronische Frühphase und enthält mit "Die neue Seltsamkeit" ja auch einen Titel, der vom Erwachsenwerden handelt.
Mittlerweile bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich damals schlichtweg zu jung für das Album war und es das größte Kunstwerk ist, das je von Menschenhand geschaffen wurde. Schon allein "Jenseits des Kanals" adelt die Platte auf Ewigkeit!

Was du über den Zwischenschritt sagst, ist tocotronologisch betrachtet jedoch nicht ganz richtig. Die Wende beginnt bereits mit "Es ist egal, aber". Dort zwar noch viel subtiler als später, jedoch sind auch hier schon Streicher und Bläser vorhanden und "Ich bin viel zu lange mit euch mitgegangen" ist die erste tocotronische Metaebene, aus der die Tocos über ihr eigenes Schaffen reflektieren. Somit stellt "Es ist egal, aber" die Weichen für die zweite Phase des tocotronischen Masterplans, obgleich es lyrisch und vom Sound her der ersten Phase entspricht. Die zweite Phase reicht bis zum weißen Album.
Die Berlin-Trilogie muss wieder gesondert betrachtet werden. Der Perfektionismus des weißen Albums, dessen Produktion über ein Jahr beansprucht hat, ist vorbei. Ab der Puren Vernunft, deren Produktion keine 2 Wochen gedauert hat, gibt es wieder handgemachten Gitarrenrock. Erst auf Schall & Wahn treten wieder Streicher und opulente 8-Minuten-Songs, frei nach K.O.O.K., auf. Dennoch würde ich die Platte noch zur dritten Phase zählen, weil viele Songs analog zu Songs auf der Kapitulation funktionieren (SDS - Sag alles ab, Die Folter endet nie - Verschwör dich gegen dich, ...).
So, genug Tocotronologie für's Erste! :D
 
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 12.12.10 13:17
@Trone: Ja du hast recht, letztlich beginnt die Wende mit "Es ist egal, aber". Aber KOOK ist eben trotzdem dem perfekte Zwischenschritt. Ich konnte mit dem weißen Album lange nichts anfangen. Pure Vernunft wiederum war das erste für mich richtige Album was ich gehört hatte von denen.
"Die neue Seltsamkeit" ist einer meiner absoluten Liebligssongs, nur hatte ich den immer anderes interpretiert. Du scheinst dich echt gut mit der Band auszukennen.

Was sagst du denn zu Schall & Wahn? Ich finde ein eher schwieriges Album, was ich öfters hören musste und immer noch nicht komplett eingängig ist.... der Titelsong zum Beispiel ist fantastisch, vieles andere geht so.

Viele, die leben, verdienen den Tod. Und manche, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben? Dann sei auch nicht so rasch mit einem Todesurteil bei der Hand. Denn selbst die Weisen können nicht alle Absichten erkennen.
Abwesender Träumer

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  Geschrieben: 12.12.10 21:26
Ich hab über ein Jahr mit nem Freund kiffend und Tocotronic hörend auf meinem Sofa verbracht, während wir über die Songs philosophiert haben. Das war die Geburtsstunde der Tocotronologie!
Bin wohl der größte/bekloppteste Toco-Fan. Dafür gibt's sogar Beweise, die ich aber aus Anonymitätsgründen nicht posten will. Weiteres gerne per PN ;)

Zur "Schall & Wahn" hab ich ein ganz besonderes Verhältnis, da fällt es mir schwer objektiv zu sein. Die Platte hab ich als Promo einen Monat vor dem offiziellen Verkaufsstart bekommen, um für die Zeitung eine Kritik drüber zu schreiben und - wie bereits erwähnt - meine Abi-Präsentation über die Tocos vorbereiten zu können.
Eure Liebe, Schall & Wahn, Zweifel und Gesang des Tyrannen waren für mich von Anfang an die Hits des Albums. Beim allerersten Hören jedoch war ich schockiert, wie blutrünstig das Album geworden ist(Tod, Folter, Terror, Gift...). Je öfter ich es aber höre, desto gelungener finde ich dieses Makabere, das der Platte anhaftet. Gehört zu den Alben die erst reifen müssen, es wird besser mit der Zeit, genau wie die K.O.O.K.. Da denkste dir beim ersten Hören auch: "Hä, was soll das?"
Nur mit "Gift" kann ich mich überhaupt nicht anfreunden... Explosion für Arme xD

Wie ist denn deine Interpretation von der Seltsamkeit?

 
» Thread-Ersteller «
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 16.12.10 18:28
Hey hey,

sorry, dass ich die letzten Tage nicht mehr in den Thread gesehn hab. Ist ja schließlich meiner.
Naja, also was meinen "Traumkörper" (zumindest von "damals" her betrachtet angeht), so ist er mir nichts wert, zumal ich auch reifer geworden bin und es mir nicht mehr ums Schlanksein geht, was genauso hässlich sein kann. Also das ist definitiv kein Trost.
Aber naja... auf meinem Gipfel der Verzweiflung ist zwar immer noch was los, aber mir gehts schon wieder besser, als noch letzte Woche. Irgendwie hab ich mich doch aufgerafft mal wieder wen neues kennenzulernen... naja... mal sehn, was die Zeit noch bringen mag.
Also ehrlich gesagt kannte ich bis letzte Woche auch nur Schall und Wahn, Kapitulation, Digital ist besser und Wir kommen um uns zu beschweren. Diese Woche hab ich mir dann auch mal K.O.O.K. reingezogen... und ich bin schlicht und ergreifend ... aus dem Häuschen. So eine geile Platte!
Ja... Also mit "Die Folter endet nie", "Ein leiser Hauch von Terror" und "Gift" konnte ich mich auch nach Wochen des Hörens noch nicht anfreunden...
 
Ex-Träumer



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  Geschrieben: 16.12.10 23:45
Ich hab den Thread jetzt mal zur Selbstfindung verschoben. Glaube das passt besser als "Sucht, Abhängigkeit & psychische Probleme", oder?!
 

Seite (Beiträge 1 bis 15 von 18) »

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