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LdT-Forum » Drogen & Gesellschaft » Politik & Justiz » Gutmenschen die neuen Nazis?!


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AutorBeitrag
» Thread-Ersteller «
Abwesender Träumer



dabei seit 2009
1.594 Forenbeiträge

  Geschrieben: 04.08.11 17:42
Ich wähle den Titel mit Absicht so provokant. Es geht mir um folgendes: Es gab sie im Grunde schon immer, jedoch werden sie in den letzten Jahren immer aggresiver und radikaler....die "Gutmenschen". Meist stammen sie aus dem grünen oder leicht linken Lager, es gibt sie mittlerweile allerdings überall. Die Gutmenschen wollen nur Gutes und um das zu erreichen halten sie es für sinnvoll, die Freiheit der Menschen immer weiter zu beschneiden. Sie wollen das Rauchen verbieten um die Menschen vor sich selbst zu schützen. Sie wollen Alkohol verbieten um uns vor uns selbst zu schützen. Sie haben beobachtet wie Rehe und Hirsche Triebe an Bäumen anknabbern also wollen sie das Wild ausrotten aber natürlich nur um den Wald zu schützen.
Sie wollen den Konsum von Fleisch einschränken um uns vor zu viel Cholesterin zu schützen und das Klima zu retten.
Meinungsfreiheit bedeutet für die Gutmenschen, dass man seine Meinung frei äußern darf wenn man wie sie denkt. Tut man es nicht, muß man mit Ausgrenzung, Beleidigung und Diskriminierung rechnen. Öffentliche Ämter verliert man sofort.
Sie halten sich selbst für ultraintelligent und alle Andersdenkenden für dumme Untermenschen.
Wer offen über Probleme wie Integration, Sozialschmarotzer und andere gesellschaftliche Probleme spricht wird sofort als Nazi niedergemacht. Wer Drogen nimmt ist automatisch ein hirnverbrannter Junkie, der praktisch nicht mehr geschäftsfähig ist.

Ich könnte das jetzt noch beliebig fortsetzen....worauf ich hinaus will. Ich habe mich sehr intensiv mit der Zeit des 3. Reiches beschäftigt und die Parallelen sind verblüffend. Die Motive sind zwar völlig unterschiedlich aber die Ergebnisse ähneln sich doch sehr. Sicher, heute wird niemand mehr verschleppt und ermordet aber das liegt mMn eher daran, dass die Menschheit sich wesentlich weiter zivilisiert hat. Heute werden die Andersdenkenden halt "nur" diskriminiert und ausgegrenzt. Von andrern verlangen die Gutmenschen grenzenlose Tolleranz und Verständnis, selbst jedoch haben sie diese Eigenschaften für sich noch nicht entdeckt.
Ich möchte hier einfach mal fragen ob sich noch andere ähnlich von dieser "neuen Ideologie" bedroht fühlen wie ich.
Ich finde Ideologien eigentlich immer bedenklich, weil es nie weit zum Exstremismus ist.
Für mich wäre es einfach schön, wenn wir alle miteinander leben würden und nicht die einen von sich denken würden, dass sie alles besser wissen und den Anderen ihre "Weisheit" aufzwingen wollen.
Was denkt ihr darüber?


 
Abwesender Träumer

dabei seit 2011
106 Forenbeiträge

  Geschrieben: 04.08.11 17:58
Interessante These. Mir sind so manche Parallelen auch aufgefallen. Aber blos nicht laut aussprechen. Sonst ist man ja ein intoleranter Nazi....
 
Abwesender Träumer

dabei seit 2008
355 Forenbeiträge
5 Tripberichte

  Geschrieben: 04.08.11 18:03
Signed. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Ich brauche soviel Zeit und Geld am Tag um mir Drogen kaufen zu gehen, da hab ich Hobbys wie essen und schlafen einfach aufgegeben.

"Was glauben sie was in diesem Land los wäre, wenn mehr Menschen begreifen würden was hier los ist"
Ex-Träumer
  Geschrieben: 04.08.11 18:04
das christentum ist doch jetzt nichts neues oder? *trollololol*

ich halte diese intoleranten extrem"gutmenschen", die einen ihre scheisse aufzwingen wollen, übrigens auch für das letzte pack. das problem ist ja, dass die es tatsächlich vermutlich nur gut meinen und garnicht merken, dass sie genau das sind, was sie verachten.
 
Abwesender Träumer

dabei seit 2009
274 Forenbeiträge

  Geschrieben: 04.08.11 18:09

ZweiterFruehling schrieb:

Für mich wäre es einfach schön, wenn wir alle miteinander leben würden und nicht die einen von sich denken würden, dass sie alles besser wissen und den Anderen ihre "Weisheit" aufzwingen wollen.



das kann ich so unterschreiben... um es mal ganz salopp zu sagen: alle sollten einfach mal chilliger sein. ich kann diese ganze intoleranz gepaart mit bild-meinungsverbreitung einfach nicht hören. habe mir da sogar schon angewöhnt entweder aus dem gespräch schnellstmöglich auszusteigen, oder einfach ein bisschen "ja und amen" zu sagen, um eine zu nichts führende diskussion zu vermeiden. zwar komme ich mir bei diesem verhalten so vor, als würde ich mich selbst verraten, aber irgendwo endet mein idealismus (scheinbar sogar recht früh). bei den meisten gesprächspartnern die mir ihre intoleranz als ach so vernünftig verkaufen ist hopfen und malz eh schon verloren...

hmm war das jetzt schon off-topic? bei dem thema kommt man schnell vom hölzchen aufs stöckchen...
 
Abwesender Träumer

dabei seit 2008
355 Forenbeiträge
5 Tripberichte

  Geschrieben: 04.08.11 18:10

para gerd reloaded schrieb:
das christentum ist doch jetzt nichts neues oder? *trollololol*

ich halte diese intoleranten extrem"gutmenschen", die einen ihre scheisse aufzwingen wollen, übrigens auch für das letzte pack.



So drastisch würde ich das nicht ausdrücken. Sie sind eben viel zu übermotiviert und verkennen deshalb jegliche Realität.
Ich brauche soviel Zeit und Geld am Tag um mir Drogen kaufen zu gehen, da hab ich Hobbys wie essen und schlafen einfach aufgegeben.

"Was glauben sie was in diesem Land los wäre, wenn mehr Menschen begreifen würden was hier los ist"
Ex-Träumer
  Geschrieben: 04.08.11 18:14
zuletzt geändert: 04.08.11 18:42 durch para gerd reloaded (insgesamt 5 mal geändert)
das problem an der ganzen sache ist immer: der klügere gibt nach und irgendwann regiert dann doch die intoleranz/dummheit oder die mit den extremsten ansätzen. diesen ganzen pseudotoleranten müsste man ebenfalls mal gewaltig in die schranken weisen, aber die leute laufen an der realität vorbei und peilen mal garnichts. deswegen handle ich das ähnlich wie Schmand es schon beschrieben hat: das gelaber wird abgenickt und danach hat man nichtsmehr mit solchen leuten zu tun. widerworte zu geben führt bei solchen leuten eh nur zu ewiger diskussion, aus denen die leute nicht schlauer herausgehen. deswegen bin ich persönlich froh, nurnoch wenige jahrzehnte hier leben zu müssen und hoffe (egoistisch) darauf, dass ich solange relativ meine ruhe habe.

man ist unendlich tolerant sogar gegenüber den extremen ansichten, weil man denen ja auch ihre meinung lassen möchte, aber irgendwann wird ist man dann der ausgegrenzte abschaum, weil man ne andere meinung, als die "toleranten" hat...

wenn mir jemand sagt, er sei misanthrop, dann kann ich so langsam auch nachvollziehen, warum es leute gibt, die das menschliche wesen pauschal verachten.

@ZweiterFruehling: ich finde den threadtitel sehr passend gewählt.
 
Traumländer



dabei seit 2008
630 Forenbeiträge
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  Geschrieben: 04.08.11 18:50
naja, bis zu den Nazis hin und zum totalitären System ists ja noch ne gute Ecke


aber das ist immer in so einer Gruppe, erst recht wenn sie radikale Ansichten haben

is wohl normales Menschliches Verhalten intolerant gegenüber anderen zu werden
immerhin haben die grünen nicht ganz unrecht, aber viele von den Gutmenschen werden teilweise zu arroganten unerträglichen Überspießern, die das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren....und zwar das richtige zu tun.....

blöd nur, dass dieses Ziel, auch wenn es noch so gut ist, ohnehin niemals erreicht werden kann....also wieso allzu ernst mit viel Intoleranz die Sache zum Laufen bringen wollen?
An manchen Tagen regnet es, und an anderen Tagen stört es dich nicht...
Abwesender Träumer

dabei seit 2009
274 Forenbeiträge

  Geschrieben: 04.08.11 18:55

para gerd reloaded schrieb:


wenn mir jemand sagt, er sei misanthrop, dann kann ich so langsam auch nachvollziehen, warum es leute gibt, die das menschliche wesen pauschal verachten.




gut gebrüllt löwe!
 
Abwesender Träumer

dabei seit 2010
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4 Tripberichte
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  Geschrieben: 04.08.11 18:56
der post des thread-startes ist so unterschrieben.

die geschichte schwingt wie ein pendel. wenn manche strömungen zu stark werden, bilden sich widerstände und der trend wird umgekehrt (Musterbeispiel: Love Peace und Acid in den 60erg, dann alles verboten, restriktives Drogenrecht).

Ich will damit nicht sagen, dass es sich nicht lohnt dagegen was zu machen, weil es sich eh klären wird. Ganz im Gegenteil. Traurig ist nur, dass (und das merke ich bei mir sehr stark) wenn man (ich) solche Gutmenschen mitbekommt, man eher auf Durchzug schaltet und abwinkt, als den leuten mal den kopf zu waschen.

Ich glaube der Großteil der Menschen hat zu viel Angst sich mit seinen eigenen Problemen zu befassen, darum schafft man dem Rest der Leute lieber welche...

Noch ein Gedanke zum Christentum (bzw. zur Religion gesamt): Angefangen hat die Sache jawohl mal so oder so ähnlich (so wurde es mir wenigstens in der schule verkauft): Menschen sehen einen Blitz, können sich das nicht erklären, bums schon gibt es einen Gott. 50 Prozent der Bevölkerung stirbt und bekommt vorher so komische Beulen, bums das muss ja wohl eine Strafe Gottes sein. Also ist Religion die Folge von Unwissenheit (oder Dummheit halt). Demenstprechend ist Religion also das kollektive Unwissen (bzw. die kollektive Dummheit) der Menschen. Und jetzt überlegt euch mal, wie viel Macht die Dummheit hat.
Mein Land seit vieeeelen Jahrn’ - ist Österreich-Ungarn
Abwesender Träumer



dabei seit 2009
205 Forenbeiträge

  Geschrieben: 04.08.11 19:05
@zweiter Frühling, also ich finde die Rechten versuchen die Freiheit der Menschen eher zu beschneiden als die Linken. Die Linken sind die Liberalen die sich gegen Verbote und für mehr Freiheit einsetzen (Grüne z.B. Pro Legalisierung von Cannabis). Während Leute wie Schäuble eine verstärkte Kameraüberwachung in der Öffentlichkeit fördern (Und das obwohl Kameras nachweislich die Kriminalitätsrate nicht senken). Oder so schöne Sachen wie Vorratsdatenspeicherung, nur als Beispiele. Das sind meiner Meinung nach wirkliche Beschneidungen in der persönlichen Freiheit und der Privatsphäre.

Zudem schützt ein Rauchverbot die Mitmenschen ( Nichtraucher ) :)

Die meisten Eigenschaften (Intolleranz gegenüber anders denkenden etc. ) die du diesen "linken Gutmenschen" anhaftest, kann man bei politischen Menschen aus jedem Lager finden.

Eigentlich weiss ich gar nicht warum du dich so aufregst, du könntest doch mit gutem Beispiel vorangehen und diesen Menschen mit viel Tolleranz entgegentreten. Auf diese Weise könntest du die Welt vielleicht eher zum besseren verändern. Es wird immer Leute geben die denken sie wären was besseres aber darüber muss man dann eben hinweg schauen und weiter in Frieden leben ;)
 
Ex-Träumerin



dabei seit 2008
2.208 Forenbeiträge

  Geschrieben: 04.08.11 19:10
@ZweiterFruehling: Du klagst die Intoleranz der "Gutmenschen" an und zeigst mit deinem Posting wieviel Toleranz du selbst besitzt.

___

"Es gibt Leiden, von denen man die Menschen nicht heilen sollte, weil sie der einzige Schutz gegen weit ernstere sind." (Marcel Proust)
Ex-Träumer
  Geschrieben: 04.08.11 19:15
zuletzt geändert: 04.08.11 19:41 durch para gerd reloaded (insgesamt 2 mal geändert)

facettenreich schrieb:
@ZweiterFruehling: Du klagst die Intoleranz der "Gutmenschen" an und zeigst mit deinem Posting wieviel Toleranz du selbst besitzt.



das ist es doch auch, was er kritisiert: sobald er sich kritisch gegenüber denen äußert, ist er für die gutmenschen der intolerante sau.
man kann sich doch wohl kritisch gegenüber intoleranz äußern, ohne dass man gleich selbst intoleranz praktiziert.

christlicher extremgutmensch: "judentum ist scheisse"
B: "man muss auch andere religionen/meinungen akzeptieren, du bist so intolerant, das ist nicht gut"
christlicher extremgutmensch: "mowl, du hast so eine intolerante meinung zu meiner meinung"

und so dreht sich dann der kreis...

@Schmand: ja ich hab n bisschen stammtischattitüde reingebracht... sry :D
 
Ex-Träumerin



dabei seit 2008
2.208 Forenbeiträge

  Geschrieben: 04.08.11 19:25
Ich wurde selbst schon öfters als Gutmensch betitelt, weil ich kein Fleisch esse und plane meine Ernährungs- und Lebensweise demnächst komplett auf den Veganismus auszurichten. Ebenfalls fällt diese Bezeichnung häufig, wenn ich erwähne das ich nicht bei einschlägigen Textildiscounter einkaufe, da ich die Ausbeutung der Näherinnen in Bangladesch nicht unterstützen möche oder wenn ich Supermarkt zum Kaffee mit dem Fairtrade-Siegel greife.
Und wisst ihr was? Ich als "Gutmensch" muss mich dann jedesmal dafür rechtfertigen. Noch nie habe ich versucht jemanden der Fleisch isst zu bekehren, ihm meine Meinung aufzudrängen... Aber ich selbst muss mich rechtfertigen und mich schlimmstenfalls Anfeindungen oder Beleidigungen aussetzen.

Was ich damit sagen will ist eigentlich: Es ist nicht das Problem von intoleranten "Gutmenschen", sondern ein Problem der Menschen allgemein - wie Synthetic Darkness auch schon angedeutet hat.
___

"Es gibt Leiden, von denen man die Menschen nicht heilen sollte, weil sie der einzige Schutz gegen weit ernstere sind." (Marcel Proust)
Ex-Träumer
  Geschrieben: 04.08.11 19:31
zuletzt geändert: 04.08.11 19:52 durch para gerd reloaded (insgesamt 2 mal geändert)
naja du stehst dabei halt auf der toleranten seite und die anderen auf der intoleranten...

intolerante personen müssen sich gegenüber den toleranten (dir z. b.) nicht rechtfertigen, weil du sie idr nie zum rechtfertigen auffordern würdest.

und ja der intolerante "gutmensch" ist nicht direkt das problem, sondern intoleranz wird auch von nichtgutmenschen praktiziert und daher ist die intoleranz das problem der menschen...
 

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