LdT-Forum
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Ex-Träumer
| Geschrieben: 25.10.11 01:00 |
| Mal ein kleiner Text, der eher fuer mich gedacht ist als fuer andere, aber denke dennoch, dass er vielleicht den_die eine_n oder andere_n interessieren koennte. Dieser enthaelt etwas Biographie, was mir eigentlich eher unangenehm ist, so viel im Internet preis zu geben, bin dennoch auf andere Meinungen gespannt und bitte auch jede_n darum, frei und offen zu kommentieren, da muessen keine Gefuehle geschont werden oder aehnliches. Mir wird von meinen Mitmenschen oftmals eine Depression zugeschrieben und als Grund fuer meinen Konsum angenommen, zumindest von den nahen Freund_innen, die von meinem Konsum wissen. Dies ist vielleicht auch ein wenig verstaendlich, da ich seit meinem 15. Lebensjahr sichtbare Narben auf meinem Koerper trage, sprich ich betrieb mehrere Jahre intensives Ritzen. Durfte mir auch damals immer die Diagnose, natuerlich auch von Aerzt_innen, Borderline, heute korrekt: emotionale Persoenlichkeitsstoerung, anhoeren, wie das eben so ist, bei selbstverletzendem Verhalten, habe das aber fuer mich nie so angenommen und auch wenn ein paar der Symptome, die auf diesbzueglichen Websites zu finden waren durchaus vorhanden waren, dennoch hielt ich dies etwas zu kurz gedacht und mensch erkennt sich ja selbst schnell wieder, wenn er_sie so etwas liest, aehnlich wie in Horroskopen. Auch verzichte ich auf die fachliche Meinung eines Menschen, der seine Diagnose bereits nach 2 Minuten stellen kann, obwohl ich mich diesem nicht ansatzweise geoeffnet hatte und Kommunikation weitestgehend vermied. Habe dies auch selbst in den Griff bekommen und heute ist das Gefuehl einfach nicht mehr das gleiche, sprich es bringt mir keine Befriedigung sondern lediglich und das war frueher eben nicht der Fall, Schmerzen. Auf Schmerzen stehe ich gar nicht, also Problem geloest, deshalb gehe ich davon aus, dass ich nicht unter einer emotionalen Persoenlichkeitsstoerung litt sondern mir das Zufuegen dieser Wunden einen kurzen Moment tiefster Konzentration fernab aller Sorgen und Probleme bescherte, die Vorstellung einer Selbstheilung liegt mir einfach so fern. Aehnlich verlaeuft es mit der zugeschriebenen Depression. Klar, Ritzer_innen geht es in der Regel nicht gut und auch der Drogenkonsum, welcher zur Zeit maßgeblich aus Opioiden oder auch mal Benzodiazepinen und Uppern besteht kommt nicht von ungefaehr, aber habe ich deswegen gleich eine psychische Stoerung? Ich mag diesen Schuh nicht und noch weniger mag ich mir diesen anziehen und weigere mich auch strikt. Mein Problem ist folgendes: ich lebe in einer kalten Welt, einer konkurrenzbasierten Gesellschaft nach Leistungs- und Ellenbogenprinzip, in der Menschen an Erfolgen, Status, sozialer Stellung gemessen werden und Dinge wie Arbeit und Geld im Mittelpunkt stehen. Diese Welt ist nicht meine Welt, so moechte ich nicht leben und so lebe ich auch nicht und habe zum Glueck ein Umfeld, in dem Persoenlichkeiten existieren, die das ebenso sehen, sprich der Mensch in seiner Ganzheit, seinem Charakter, seinen Staerken und seinen Schwaechen ist wichtig, sonst nichts, auch die Solidaritaet untereinander ist stark ausgepraegt. Leider lebe ich aber nunmal in dieser Welt und kann mich dem Kapitalismus nicht entziehen, bin also taeglich zu "Kompromissen" gezwungen, muss Dinge tun, die ich nicht immer vertreten kann oder ecke eben an, weil ich mich weigere, mitzuspielen, eine andere Einstellung habe und diese auch vertrete, wann immer ich es als noetig empfinde. Ist da eine gewisse Traurigkeit nicht verstaendlich? Irgendwann fehlt eben die Kraft/Gelassenheit/Ausdauer/whatever diesen Zustand zu ertragen und somit gebe ich mich dem Rausch hin oder suche andere Moeglichkeiten, diesen Umstaenden fuer eine gewisse Zeit zu entkommen. Falls dies nicht moeglich ist, kommt es selbstverstaendlich zu "Downphasen", Tage, vielleicht auch mal Wochen an denen der ganze Mist, jede Ungerechtigkeit, jeder Fehler, jedes Vergehen bewusst hingenommen werden muss. Solang ich nicht resigniert und mich dem Mainstream, also dieser Form des Zusammenlebens angeschlossen habe, ist das doch die logische Konsequenz, aber keine psychische Stoerung. Nicht ich bin kaputt, diese Gesellschaft ist es und manchmal zieht sie mich eben runter. Hoffe, dass wenigsten ein paar Menschen meine Gedanken nachvollziehen und teilen koennen und eventuell ihr eigenes Handeln bzw. ihre eigenen Probleme ueberdenken und sich eben nichts einreden oder einreden lassen :). Wuensche allen viel Kraft, ganz egal wofuer ihr sie braucht. | |
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Abwesender Träumer
dabei seit 2007 126 Forenbeiträge | Geschrieben: 25.10.11 02:31 |
| erstmal respekt für deine offenheit. aber jetzt kommentiere ich, wie gewünscht, schonungslos: regelmäßiger upper/downer-konsum ist auch nur ritzen auf einem anderen level. ich denke, du hast "borderline" und möchtest es dir selbst nicht eingestehen, hast angst vor der stigmatisierung und flüchtest dich in betäubung. und vielleicht zu recht, denn die bezeichnung und diagnose dieser "krankheit" stammen ja aus dem system, das du (auch wieder mit recht) verachtest. hier ist mal eine alternative sicht auf das syndrom, die zugegeben aus einer sehr strangen quelle stammt und die du, wie ich dich grad einschätze, auch ablehnen wirst:  http:// www.harmonyenergyconsultants.com/doc/5_4_3_Bookshop/Borderliners_Mankind_DE.pdf lies es doch trotzdem mal, denn die kernaussage könnte dir ungeachtet des verrückten kontextes wirklich nutzen: entscheide dich für einen der beiden wege! das ist die einzige möglichkeit aus deiner jetzigen lose/lose-situation rauszukommen. wenn die welt für deine probleme verantwortlich ist, wird sich daran nie etwas ändern. wenn du für deine probleme verantwortlich bist, ist das erstmal unangenehm, aber dann kannst du dich ändern und dann wird sich die welt ändern. sie ist gerade schon dabei sich zu ändern und sie braucht jeden einzelnen, um zu entscheiden wohin sie sich ändert. ich wünsche dir auch alle kraft, die du brauchst! . | |
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Ex-Träumer
| Geschrieben: 25.10.11 03:15 |
| Wohl noch eine Anmerkung, ich bin ein sehr sensibler und empathischer Mensch, aber eben auch sehr reflektiert was mich und vor allem was andere Menschen angeht. Ich habe gelernt, den ganzen Menschen zu sehen und nicht nur einen Teil und daraus eine Kategorisierung von "gut" oder "boese" herzuleiten. Ich weiß eben keine krankheitstypischen Denkmuster auf und 'erfahre' mich auch nicht anders, als andere Menschen. Bis auf das Ritzen, was ich bereits vor meinem Konsum in den Griff bekam zeige ich eben keinerlei Zeichen und mein Konsum ist auch mitnichten Ritzen auf anderem Level, ich steh halt manchmal auf meine Dosis Gluecksgefuehl, auch wenn es keinen konkreten Anlass gibt, dies zu verspueren. Denke doch, dass das nachvollziehbar ist, zur Diagnose F60.31 gehoert doch eben viel mehr, was ich an mir gar nicht finde. Vor allem habe ich Menschen mit dieser Diagnose kennen gelernt und die waren doch ein ganz anderes Kaliber als ich und waren auch ganz anders als ich. Genauso kenne ich andere Ritzer_innen, welchen ich ebenfalls niemals "Borderline" unterstellen wuerde, weil das einfach viel zu kurz gedacht waer und da andere Gruende ausschlaggebend sind. | |
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Abwesender Träumer
dabei seit 2007 126 Forenbeiträge | Geschrieben: 25.10.11 12:56 |
| naja, ich dachte der reiz beim ritzen ist die dadurch ausgelöste ausschüttung von körpereigenen opioiden im gehirn. bin kein experte, aber für mich klingt es nur logisch, das da eine verlagerung vorliegt, halt opioidzufuhr ohne den unangenehmen umweg über die äußere verletzung. man wehrt sich immer in eine diagnostische schublade gesteckt zu werden, weil die natürlich verallgemeinernd sind und wohl kein mensch wirklich alle kriterien aufweist. da gibt es fließende übergänge von "normalen" zu wirklich kranken mit echtem leidensdruck. dazu kommt, dass man allgemein glaubt, dass wenn so eine diagnose zutrifft und man ein "kranker" ist, man irgendwie schlechter ist als andere. ich glaube, dass oft das gegenteil der fall ist. wenn du einiges mit borderlinern oder depressiven gemeinsam hast, könnte es sich lohnen, das einfach anzunehmen und in dein leben einzubeziehen. du musst ja nicht die psychiatrische deutung und lösungsweg akzeptieren. aber das wäre denke ich besser als zu denken, dass all deine probleme nur äußere ursachen haben. denn das führt dazu, dass du resignierst und garkeine andere wahl hast, als weiter opioide zu nehmen-> teufelskreis perfekt. . | |
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Ex-Träumer
dabei seit 2010 274 Forenbeiträge | Geschrieben: 25.10.11 20:23 |
| WORD @powertrip Sowas ähnliches wollte ich auch schreiben und kann das nur unterstützen. > aber habe ich deswegen gleich eine psychische Stoerung? Ich kann jetzt nur für Depressionen sprechen. Die Symptome und Krankheitsverläufe sind dermaßen vielfältig, dass man das nicht an 2 - 3 Attribute festmachen kann, ob man nu einen Depri hat oder nicht. Und was heißt hier: psychische Störung? Klar sind psychische Krankheiten (wie auch die Depri) psychische Störungen. Das heißt aber nicht, dass man letztlich unfähig ist, Alltag und Leben zu bewältigen. Wieviele Menschen laufen wohl mit einer psychischen Störung (im o.g. Sinne) rum, ohne dass man es Ihnen anmerkt? Wieviele lassen sich von einer Depression "deckeln", weil sie entweder nicht wissen, dass sie Depri`s schieben oder gar zu stolz sind, sich behandeln zu lassen ("Ach, ich reiß mich zusammen...", "...Diese Medikamente machen alles nur noch schlimmer...", "Ich bin doch kein Psycho..." usw.). Schade eigentlich, denn die Lebensqualität steigt spürbar, wenn man sich dem Thema stellt und sich auf eine - wenn auch langwierige und vielleicht auch mühsame - Behandlung einlässt. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man schon mit den richtigen Medikamenten eine ganze Menge erreichen kann. Leider habe ich meinen eigenen Depri auch jahrzehntelang nicht behandelt, teilw. aus falschen Stolz, tlw. aus Unwissenheit. Hätte ich mal eher angefangen... Ich merke z.B. bei mir selber, dass ich auch weniger suchtanfällig bin, wenn ich deprimäßig gut eingestellt bin. Darum kann ich Dir nur mutmachen, Loserfish, Dich auch in einschlägigen Foren (Borderline, Depressionen) umzuhören. Dann such Dir einen gescheiten Arzt (das ist schwer, ich weiß), der sich auch mal länger, als ein paar Minuten Zeit für eine Diagnose nimmt. Du kommst aber nur weiter, wenn Du beides machst: Dich selber schlau machen und einen Dok konsultieren. Umwelt und Gesellschaft können wir nicht ändern, auch wenn sie uns krank machen. Wir können uns nur entsprechend wappnen, um den negativen Einflüssen besser Stand zu halten. Und es gibt auch Chancen, eine psychische Störung wieder loszuwerden. Ich fühle mich mittlerweile wieder so stabil, dass ich meine Medikamente (nach Jahren) wieder absetze (s. Thread "Mein Venlafaxin-Entzug") und muss rückblickend sagen: Gut, dass es Medi`s und andere Hilfen gibt, sonst wären die letzten 4 - 5 Jahre noch eine viel größere Qual gewesen. Highere Grüße WeedLove "Das haut dem stärksten Rasta das Ganja aus der Pfeife...", 04.02.2011 - weedlove... "..als ich gerade baute, kam der Wind und..." | |
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dabei seit 2006 1.251 Forenbeiträge 1 Galerie-Bilder | Geschrieben: 11.11.11 22:28 |
| Weedlove schrieb: (Ausgangspost) Jau, meine Frau leidet unter schweren Depri`s und das AD (Cyambalta) macht seinen Job nicht mehr so wirklich. Im Moment ist es gerade echt heftig. Klar ist sie auch in Gesprächsthera und so, aber so eine richtig schwere Depression kann einem als Angehörigen schon Angst machen. Frage: Wie lange kann man Trama niedrig dosiert gegen Depri`s nehmen und was macht man dann später, wenn`s nur temporär geht? Weiteres Problem: Wer verschreibt Trama gegen Depri? Steigt die Toleranz, wenn man nur niedrig dosiert (also keine Rauschdosis), nur um den Depri loszuwerden? Ich habe eigentlich die Vorstellung, dass man in ein tiefes Loch fällt, wenn man Trama nach der temporären Überbrückung einer schweren Phase wieder absetzt. Ich habe mich bislang immer gegen die Lösung "Trama gegen Depri" ausgesprochen aber die (indirekte) eigene Betroffenheit macht nachdenklich. Ansonsten: Ich kenne wenig Opi`s (Codein, lange her, Oxy, nur einmal 10 mg gehabt, Trama, Krypton und Kratom), bin aber mit Kratom bislang am besten gefahren und möchte möglichst keine weiteren Erfahrungen mehr machen, weil ich Angst vor einer Suchtentwicklung habe. Hunk schrieb: Mein herzliches Beileid. Meine Lebensgefährtin leidet auch unter schweren Depressionen (unter anderem), nur im Moment bekommt sie 8mg Buprenorphin am Tag im Rahmen ihrer Substitutionsbehandlung. Sie ist soweit beschwerdefrei. Ich habe mir auch die Freiheit genommen, das Cymbalta zu wikipedia-en und ich rate dir dringend das auch zu tun, denn dieses AD scheint so herb zu sein, dass die FDA in den USA keine Zulassung erteilt hätte. WeedLove schrieb: Frage: Wie lange kann man Trama niedrig dosiert gegen Depri`s nehmen und was macht man dann später, wenn`s nur temporär geht? Hunk schrieb: Ich habe es schon öfter erwähnt: Tramadol ist gerade aufgrund seiner serotonergen Wirkung das räudigste Opioid überhaupt (zumindest was die Toxizität angeht) und ich rate aus diesem Grund jedem davon ab, Tramadol über einen längeren Zeitraum einzunehmen. Wie BigBerky schon erwähnt hat, wie ich ebenfalls aus eigener Erfahrung bestätigen kann, eignet sich wohl Buprenorphin am besten. WeedLove schrieb: Weiteres Problem: Wer verschreibt Trama gegen Depri? Hunk schrieb: Niemand verschreibt Tramadol gegen Depressionen (bestenfalls off-label und selbst das sehr selten). Das ist doch genau der Punkt den ich immer kritisiere! Deine Frau bekommt Medikamente gegen ihre Depressionen, deren Nutzen / Kosten - Abwägung jeden vernünftigen Menschen schreien lassen, wenn man die Nutzen / Kosten - Abwägung von bspw. Buprenorphin daneben legt. Und das wirklich wirklich Bittere daran ist, dass du zuschauen darfst wie ein geliebter Mensch Opfer wird eines dogmatischen NEIN zu Opioiden außer bei Tumorschmerzpatienten mit noch ca drei Monaten Lebenserwartung. Ich weiß, es ist sehr persönlich, aber denkst du deine Frau wird jemals ohne Medikamente bescherdefrei leben können? Warum ein Leben lang einen Schrott wie Cymbalta nehmen (der das Leben höchstwahrscheinlich trotzdem verkürzt) wenn aber andererseits ein menschenwürdiges Leben führen zu können möglich ist? Und wäre die Abhängigkeit für dich oder deine Frau wirklich ein Argument wenn Opioide so verschrieben würden wie AD's? WeedLove schrieb: Steigt die Toleranz, wenn man nur niedrig dosiert (also keine Rauschdosis), nur um den Depri loszuwerden? Ich habe eigentlich die Vorstellung, dass man in ein tiefes Loch fällt, wenn man Trama nach der temporären Überbrückung einer schweren Phase wieder absetzt. Ich habe mich bislang immer gegen die Lösung "Trama gegen Depri" ausgesprochen aber die (indirekte) eigene Betroffenheit macht nachdenklich. Hunk schrieb: Die Toleranz steigt bei Opioiden eigentlich immer bis zu dem Punkt an dem sich die sog. "Sättigung" einstellt. Opioidkonsumenten pendeln sich meist mit der Zeit bei einer Dosis ein. Natürlich fällt man in ein tiefes Loch wenn man Tramadol abrupt absetzt, es muss genauso ausgeschlichen werden wie sehr viele (wenn nicht alle) AD's (Im Wikipedia - Artikel zu Cymbalta wird von einer jungen Frau berichtet die sich im Krankenhaus nach dem abrupten Umstellen von Cymbalta auf Placebo mit ihrem Schal erhängt hat). Wie oben bereits gesagt, halte ich Tramadol von allen Opioiden am ungeeignetsten für einen Dauerkonsum und vor allem auch als Behandlung gegen Depressionen. Vielleicht bräuchte deine Frau auch ein euphorisierenderes Opioid als Buprenorphin, aber das ist halt je nach Person unterschiedlich. WeedLove schrieb: Ansonsten: Ich kenne wenig Opi`s (Codein, lange her, Oxy, nur einmal 10 mg gehabt, Trama, Krypton und Kratom), bin aber mit Kratom bislang am besten gefahren und möchte möglichst keine weiteren Erfahrungen mehr machen, weil ich Angst vor einer Suchtentwicklung habe. Hunk schrieb: Sucht ist bei geregelter und sichergestellter Versorgung kein Argument. Aber ich verstehe dich im Grunde schon... ich kann nur nicht nachvollziehen warum die Sucht immer das Totschlagargument sein soll... ich benutze die "Absetzerscheinungen" von AD's auch nicht als Argument dafür, andere Menschen denen diese Medikamente wirklich helfen, gesellschaftlich auszugrenzen weil sie von ihrem Medikament abhängig sind. Sie in die Kriminalität zu treiben, anstatt sich auf den Arsch zu setzen und zu versuchen JEDEM Menschen die BESTMÖGLICHE Behandlung zukommen zu lassen. Ich weiß, wir haben uns hier bisher nicht so sonderlich gut verstanden, aber ich kann dich zumindest nachvollziehen. Ich hoffe du kannst nun meine Beweggründe auch ein wenig besser einschätzen und warum ich bei diesem Thema manchmal recht giftig werden kann. Ich wünsche dir und deiner Frau jedenfalls alles Gute und ich hoffe, dass ihr eine Lösung findet bevor ernstlich etwas schiefgeht. PS: Soweit ich noch weiß, bist du doch ein älteres Semester als der Durchschnitt hier (du bist über 40?)? Das erhöht deine Chancen um ein Vielfaches zusammen mit deiner Frau einen Arzt zu finden, der evtl vernünftig genug ist, es mal off-label mit Opioiden zu versuchen (bitte nicht Tramadol, fangt mit Tilidin an!). Weedlove schrieb: Danke, Hunk, mit der Antwort sehe ich schon was klarer. Nein, in der Tat wäre die Abhängigkeit ein untergeordnetes Argument, wenn die Ärzte ein "sauberes" Opi verschreiben und die Versorgung sichergestellt ist. Im Prinzip ist es ja bei mir ähnlich: Ich hätte die Venlafaxin - Behandlung seinerzeit auch nicht abgelehnt, wenn ich das Abhängigkeitspotential gekannt hätte. Und Venla war bislang auch OK, es hat gewirkt und leider auch nebengewirkt. Ich habe es abgesetzt (s. mein Venla-Entzugsthread) und gucke erstmal, was vom Depri noch übrig ist, wenn ich mit dem Entzug ganz durch bin. Allerdings ist meine Depri auch mehr im mittleren als im schweren Bereich angesiedelt. Der Unterschied, den ich allerdings sehe (s. auch Wiki-Artikel zu Cymbalta, danke für den Hinweis): Bei den AD`s ist die Perspektive da, dass man sie nach einer Zeit nicht mehr benötigt und ausschleichen kann, so wie es bei mir jetzt hoffentlich der Fall ist. Bei Opiaten gibt es doch "nur" den Effekt, dass die Symptome gelindert werden, d.h. nach Beendigung der Opi - Einnahme, schlagen die Depri`s wieder voll zu, oder? "Heilen" kann man eine Depression mit Opi`s nicht, oder? > nach dem abrupten Umstellen von Cymbalta auf Placebo Leider ist bei einigen AD`s die Suizidgefahr höher. Allerdings ist es mehr, als schwachsinnig, so ein heftiges AD aprupt abzusetzen. Ich verstehe nicht, wie die das ernsthaft so machen konnten. Ich habe in den ersten Tagen meines Venla-Entzuges auch kalt abgesetzt, um die Entzugssymptome und deren Schwere bei mir einzuordnen, hatte aber jederzeit Zugriff auf das Medi, um abzubrechen, wenn es zu gefährlich oder zu heftig wird, was ich dann auch früh genug getan habe. > Ohne Medikamente leben... Genau das ist der Punkt. Im Moment kann Sie nicht ohne AD`s leben. Aber Ihre Mom hat Mitte 40 auch schwerste Depri`s geschoben (mit Selbstmordversuchen etc.). Jetzt, Mitte 60, nimmt sie nur noch eine kleine Dosis Fluoxetin, sozusagen als Auffangnetz, und kommt damit bestens klar. Ich kann mir sogar vorstellen, dass sie ganz ohne Medi`s klar käme, von einer schweren Depri ist bei ihr im Moment nix mehr wahrzunehmen. > Älteres Semester... Ja, wir sind Mitte 40. Das mit der "Off Label" - Medikation werden wir mal weiterdenken. Wie man jetzt so`n Arzt findet, frage ich wegen der Forumsregeln nicht nach, aber die Phantasie wird uns nicht im Stich lassen. Wenn Opi`s, dann nur mit ärztlicher Begleitung beim Ein- Ausschleichen und mit Sicherstellung der Versorgung. Mit Opi`s vom Straßenapotheker täten wir uns eher keinen Gefallen und Kratom ist auf Dauer zu teuer und dürfte mit der Zeit "zu schwach" sein. Aber vielleicht sollte man mal mit Kratom zum Testen mal reinschnuppern, ob meine Frau mit der opioiden Wirkung klar kommt. Könnte mir auch vorstellen, dass so eine Off-Label-Behandlung als Überbrückung bis zu einer evtl. zweiten stat. Thera oder so auch ganz hilfreich sein kann. > Ich weiß, wir haben uns hier bisher nicht so sonderlich gut verstanden... Yep, die Diskussionen im Hero-Substanzfaschismus - Thread u.a. In der Tat komme ich jetzt näher an Dein Denken dran, u.a. weil ich erlebe, wie beschissen willkürlich das alles mit den Medi`s in unserem Land gehandhabt wird (woanders ist es noch viel schlimmer). Die geht es nicht nur darum, was wirklich hilft, sondern um Macht, Kohle, Lobby usw. Mich ärgert es, dass man z.B. auch Cannabis nicht den Stellenwert als Medizin enräumt, den es eigentlich verdient. In vielen Fällen wäre Cannabis auch ein gutes Medi gegen Depri`s, wenn es denn richtig angewendet würde. Bei mir funktioniert das auch, aber ich kiff ja nicht in therap. Dosen etc., sondern mache mich i.d.R. breit, das ist ja nicht wirklich therapeutisch :-). Ich find es Scheiße, dass man DAM-Abhängigen nicht ermöglicht, ärztlich verordnet, sauberes DAM zu bekommen, als Zwischenschritt zum cleanen Leben oder meinetwegen in schweren Fällen auch lebenslang. Ich find`s Kacke, dass alles, was iwie eine psychoaktive Wirkung hat, gleich aufn Index kommt, anstatt das man guckt, wie man die Substanz vorteilhaft und nebenwirkungsarm nutzen kann (Stichwort LSD). Das Problem ist einfach, dass die Variante Opi statt AD immer noch theoretischer Natur bleibt, solange man nicht offiziell Opi`s gegen Depri verschreibt. Das war eines der Hauptpunkte, die mich dagegen stimmen ließen. Dazu stehe ich auch. Selbst wenn ich mit meiner Frau darüber übereinkomme 'lass es uns mal Tilidin testen', stände ärtztliche Begleitung an oberster Stelle, eine Selbstmedikation vom Grau- oder Schwarzmarkt lehne ich eher ab. Selbst wenn ein Kratomversuch Erfolg verspricht: Weiß ich, wie lange das Zeug noch zu bekommen ist? Wie kommen wir mit den Qualitätsschwankungen klar? Lässt sich die 'Behandlung' längere Zeit durchziehen? Ich halte eine AD-Behandlung für OK, wo sie erfolgsversprechend ist und die AD`s wirken. Mit dem richtigen AD in richtiger Menge und Verträglichkeit kann man meines Wissens und meiner Erfahrung nach auch lange über die Runden kommen.Aber wenn nix geht: Warum nicht Opi`s verwenden, wenn deren therap. Möglichkeiten bei der Depri - Behandlung bekannt sind. All das benötigt aber ein Umdenken bei den Bestimmern und es bräuchte noch einiges an Forschung, um herauszubekommen, wie man eine Opi - Thera in solchen Fällen optimiert. Ich werde auf die oben eingefügte Antwort von Weedlove in einem neuen Post antworten, sonst wird der hier absolut unlesbar. Man möge mir den Doppelpost verzeihen. Deal with it! | |
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User gesperrt
dabei seit 2006 1.251 Forenbeiträge 1 Galerie-Bilder | Geschrieben: 11.11.11 23:38 |
| Weedlove schrieb: Danke, Hunk, mit der Antwort sehe ich schon was klarer. Nein, in der Tat wäre die Abhängigkeit ein untergeordnetes Argument, wenn die Ärzte ein "sauberes" Opi verschreiben und die Versorgung sichergestellt ist. Im Prinzip ist es ja bei mir ähnlich: Ich hätte die Venlafaxin - Behandlung seinerzeit auch nicht abgelehnt, wenn ich das Abhängigkeitspotential gekannt hätte. Und Venla war bislang auch OK, es hat gewirkt und leider auch nebengewirkt. Ich habe es abgesetzt (s. mein Venla-Entzugsthread) und gucke erstmal, was vom Depri noch übrig ist, wenn ich mit dem Entzug ganz durch bin. Allerdings ist meine Depri auch mehr im mittleren als im schweren Bereich angesiedelt. Ja, wie schon gesagt, da liegt halt der Knackpunkt. Die werte Medizinerschaft wirft mit AD's wie mit Bonbons um sich, aber wehe wehe man spricht einen mal auf die Möglichkeit des Einsatzes von Opioiden gegen diverse psychische Erkrankungen an. Man wird angeschaut als wäre man vom Planet der Affen (da spielt allerdings das Alter eine große Rolle, meiner Meinung nach, junge Leute sind generell eher Junkies als ältere Personen). Ich würde mit jedem um echt viel Geld wetten, dass ich persönlich beim Arzt eher AD's 'rausleiern könnte als "nur" Tramadol. Weedlove schrieb: Der Unterschied, den ich allerdings sehe (s. auch Wiki-Artikel zu Cymbalta, danke für den Hinweis): Bei den AD`s ist die Perspektive da, dass man sie nach einer Zeit nicht mehr benötigt und ausschleichen kann, so wie es bei mir jetzt hoffentlich der Fall ist. Bei Opiaten gibt es doch "nur" den Effekt, dass die Symptome gelindert werden, d.h. nach Beendigung der Opi - Einnahme, schlagen die Depri`s wieder voll zu, oder? "Heilen" kann man eine Depression mit Opi`s nicht, oder? Mit Antidepressiva ist doch keine Heilung von Depressionen möglich, man unterdrückt doch ebenfalls nur die Symptome bis man mit Therapien gelernt hat mit der Krankheit zu leben. AD's gleichen doch nur die Defizite im monoaminergen System aus (ich hoffe das ist jetzt richtig, wenn nicht bitte berichtigen). Ich persönlich habe sowieso den Verdacht, dass viele psychische Krankheiten, darunter auch Depressionen oder das Borderline-Syndrom, aufgrund eines Defizits im endorphinen System auftreten, wofür auch die durchschnittliche Non-Responder-Rate von 25% - 50% bei "herkömmlichen" AD's spricht. Aber ich bin kein Mediziner, kann jedoch die Leidensgeschichte meiner Lebensgefährtin seit paar Jahren täglich miterleben. Sie hat über zehn! verschiedene AD's durch und keines hat die erwünschte Wirkung gezeigt. Allerdings liegen bei ihr mehrere psychische Krankheiten vor, darunter auch Borderline. Ich sehe jedoch über die Jahre, dass anscheinend das einzige Medikament, dass ihr soweit hilft das sie arbeiten und studieren gehen kann, Buprenorphin ist. Es existiert übrigens auch das "Ageing-Out-Phänomen", was im Grunde bedeutet dass Opioidabhängige eben nach einer gewissen Zeit (meistens Jahre) ihren Konsum immer mehr absenken und irgendwann komplett "clean" sind. Rauswachsen eben (ich habe da mal eine Studie gelesen, aber die muss ich erst wieder suchen). Weedlove schrieb: Leider ist bei einigen AD`s die Suizidgefahr höher. Allerdings ist es mehr, als schwachsinnig, so ein heftiges AD aprupt abzusetzen. Ich verstehe nicht, wie die das ernsthaft so machen konnten. Ich habe in den ersten Tagen meines Venla-Entzuges auch kalt abgesetzt, um die Entzugssymptome und deren Schwere bei mir einzuordnen, hatte aber jederzeit Zugriff auf das Medi, um abzubrechen, wenn es zu gefährlich oder zu heftig wird, was ich dann auch früh genug getan habe. Ich habe die Vorgehensweise in dieser Studie auch nicht verstanden, aber ich verstehe vieles nicht was im medizinischen Bereich vor sich geht. Ich stehe meist nur davor und kann ungläubig den Kopf schütteln. Ich würde niemandem empfehlen AD's kalt zu entziehen, das scheint mir teilweise die Qualitäten eines leichten bis mittelschweren Opioidentzugs zu erreichen (ich kann's nicht persönlich vergleichen, ich hatte Gott sei Dank noch keinen AD-Entzug ;-)) Weedlove schrieb: > Ohne Medikamente leben... Genau das ist der Punkt. Im Moment kann Sie nicht ohne AD`s leben. Aber Ihre Mom hat Mitte 40 auch schwerste Depri`s geschoben (mit Selbstmordversuchen etc.). Jetzt, Mitte 60, nimmt sie nur noch eine kleine Dosis Fluoxetin, sozusagen als Auffangnetz, und kommt damit bestens klar. Ich kann mir sogar vorstellen, dass sie ganz ohne Medi`s klar käme, von einer schweren Depri ist bei ihr im Moment nix mehr wahrzunehmen. Das freut mich für dich und deine Family! Aber ich nehme mal an, deine Schwiegermutter hat, seit sie die schweren Depressionen bekommen hat, bis heute zum "Auffangnetz" durchgehend AD's eingenommen? Ganz ehrlich, auf solange Zeit halte ich Opioide für die bessere Alternative. Aber am Ende ist es doch egal, Hauptsache deiner Schwiegermutter und allen anderen die derartiger Hilfe bedürfen geht es so gut wie möglich, damit ihre Krankheit sie so wenig wie möglich einschränkt. Weedlove schrieb: Ja, wir sind Mitte 40. Das mit der "Off Label" - Medikation werden wir mal weiterdenken. Wie man jetzt so`n Arzt findet, frage ich wegen der Forumsregeln nicht nach, aber die Phantasie wird uns nicht im Stich lassen. Wenn Opi`s, dann nur mit ärztlicher Begleitung beim Ein- Ausschleichen und mit Sicherstellung der Versorgung. Mit Opi`s vom Straßenapotheker täten wir uns eher keinen Gefallen und Kratom ist auf Dauer zu teuer und dürfte mit der Zeit "zu schwach" sein. Aber vielleicht sollte man mal mit Kratom zum Testen mal reinschnuppern, ob meine Frau mit der opioiden Wirkung klar kommt. Könnte mir auch vorstellen, dass so eine Off-Label-Behandlung als Überbrückung bis zu einer evtl. zweiten stat. Thera oder so auch ganz hilfreich sein kann. Ich wünsche euch viel Glück bei der Arztsuche, aber du hast es sogar in einem weiteren Punkt besser: Du wohnst nicht in Bayern (soweit ich weiß?)! ;-) Eine Selbstmedikation vom Straßenapotheker (wie du ihn so schön nennst) würde ich auch niemandem empfehlen und eine ärztliche Überweachung während des Einstellungs- und Ausschleichprozesses sollte obligatorisch sein, wenn es jemals eine opioidgestützte Depressionsbehandlung gibt. Ich denke auch mit Kratom kannst du nicht viel falsch machen, jedoch würde ich auch empfehlen danach ein anderes Opioid auszuprobieren, sollte deiner Frau Kratom nicht helfen/gefallen. Idealerweise natürlich Buprenorphin in geringer Dosis, so 0,2mg am Anfang. Als Überbrückung könnte es schon dienen, allerdings musst du auch beachten, dass deine Frau dann, wenn es in Therapie geht, keinen Affen schiebt. Ich weiß nämlich nicht, ob sie dort dann runterdosiert wird oder ob sie gar keine derartige Behandlung bekommt (ich kann den Arzt schon hören: "Die ist doch wegen Depressionen da und nicht wegen Entzug! So behandeln wir sie auch, steht ja auch im Leitfaden!"). Vielleicht würde sie auch auf eine Entgiftungsstation verlegt, aber glaube mir das man das tunlichst vermeiden sollte. Weedlove schrieb: In der Tat komme ich jetzt näher an Dein Denken dran, u.a. weil ich erlebe, wie beschissen willkürlich das alles mit den Medi`s in unserem Land gehandhabt wird (woanders ist es noch viel schlimmer). Die geht es nicht nur darum, was wirklich hilft, sondern um Macht, Kohle, Lobby usw. Bedanken wir uns bei den USA und Herrn Anslinger der anno 1940-1960 zusammen mit William Hearst weltweit die heutigen (katastrophalen) Zustände im Bezug auf (heute) illegale Drogen in fast allen Ländern der Welt durchgedrückt haben. Und da Politiker meistens Betonköpfe sind, bleibt halt alles so wie es ist. Unsere Abgeordneten kommen auch so an Koks (man erinnere sich an den Reporter der im Bundestag die Toiletten auf Koksrückstände gepürft hat und exorbitante Werte rausbekam, also viel viel höher als das Koks das auf allen unseren Geldscheinen hängt), und Opioide sowie Benzos gibt's für diese Personen sowieso beim Arzt. Weedlove schrieb: Mich ärgert es, dass man z.B. auch Cannabis nicht den Stellenwert als Medizin enräumt, den es eigentlich verdient. In vielen Fällen wäre Cannabis auch ein gutes Medi gegen Depri`s, wenn es denn richtig angewendet würde. Bei mir funktioniert das auch, aber ich kiff ja nicht in therap. Dosen etc., sondern mache mich i.d.R. breit, das ist ja nicht wirklich therapeutisch :-). Ich find es Scheiße, dass man DAM-Abhängigen nicht ermöglicht, ärztlich verordnet, sauberes DAM zu bekommen, als Zwischenschritt zum cleanen Leben oder meinetwegen in schweren Fällen auch lebenslang. Ich find`s Kacke, dass alles, was iwie eine psychoaktive Wirkung hat, gleich aufn Index kommt, anstatt das man guckt, wie man die Substanz vorteilhaft und nebenwirkungsarm nutzen kann (Stichwort LSD). Ja, die Meinung über Cannabis ist ja nochmal 'ne ganz andere Liga von Peinlichkeit seitens Teilen der Bevölkerung und leider auch des Gesetzgebers. Ich stimme dir jedenfalls zu. Weedlove schrieb: Das Problem ist einfach, dass die Variante Opi statt AD immer noch theoretischer Natur bleibt, solange man nicht offiziell Opi`s gegen Depri verschreibt. Das war eines der Hauptpunkte, die mich dagegen stimmen ließen. Dazu stehe ich auch. Selbst wenn ich mit meiner Frau darüber übereinkomme 'lass es uns mal Tilidin testen', stände ärtztliche Begleitung an oberster Stelle, eine Selbstmedikation vom Grau- oder Schwarzmarkt lehne ich eher ab. Selbst wenn ein Kratomversuch Erfolg verspricht: Weiß ich, wie lange das Zeug noch zu bekommen ist? Wie kommen wir mit den Qualitätsschwankungen klar? Lässt sich die 'Behandlung' längere Zeit durchziehen? Wie schon erwähnt, den Schwarzmarkt würde ich nicht empfehlen, jedenfalls nicht dauerhaft. Nichts gegen die ärztliche Begleitung, aber es sollte halt wenigstens die Möglichkeit dazu geben, und nicht einfach ein kategorisches Nein, trotz sichtbarer Erfolge (zumindest bei meiner Freundin, zumal ich sicher bin das ein sehr großer Anteil der Substituierten in Deutschland, wenn sie Opioide wie AD's verschrieben bekämen, genauso auffallen würden wie Personen die heute mit AD's behandelt werden. Mit anderen Worten: Gar nicht.). Weedlove schrieb: Ich halte eine AD-Behandlung für OK, wo sie erfolgsversprechend ist und die AD`s wirken. Mit dem richtigen AD in richtiger Menge und Verträglichkeit kann man meines Wissens und meiner Erfahrung nach auch lange über die Runden kommen.Aber wenn nix geht: Warum nicht Opi`s verwenden, wenn deren therap. Möglichkeiten bei der Depri - Behandlung bekannt sind. All das benötigt aber ein Umdenken bei den Bestimmern und es bräuchte noch einiges an Forschung, um herauszubekommen, wie man eine Opi - Thera in solchen Fällen optimiert. Ich will Antidepressiva im Grunde auch nicht runtermachen, es gibt natürlich Personen bei denen diese sehr gut helfen und die damit klarkommen und zufrieden sind. Ich würde mir nur das gleiche für Personen wünschen, denen eben nur Opioide helfen. Es ist auch noch ein weiter Weg, jedoch habe ich schon mehrere Studien gesehen die sich mit diesem Themenkomplex aueinandersetzen, leider bisher nur amerikanische Studien. Aber ich glaube mich erinnern zu können, dass in Bochum(?) eine ähnliche Studie lief oder läuft, bei welcher AD-Non-Responder statt AD's Morphin bekommen. Muss ich nochmal nachschauen. Ansonsten: Dir und deiner Frau alles Gute! Deal with it! | |
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Ex-Träumer
| Geschrieben: 17.11.11 22:52 |
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Hunk schrieb:
Ich will Antidepressiva im Grunde auch nicht runtermachen, es gibt natürlich Personen bei denen diese sehr gut helfen und die damit klarkommen und zufrieden sind. Ich würde mir nur das gleiche für Personen wünschen, denen eben nur Opioide helfen. Es ist auch noch ein weiter Weg, jedoch habe ich schon mehrere Studien gesehen die sich mit diesem Themenkomplex aueinandersetzen, leider bisher nur amerikanische Studien. Aber ich glaube mich erinnern zu können, dass in Bochum(?) eine ähnliche Studie lief oder läuft, bei welcher AD-Non-Responder statt AD's Morphin bekommen. Muss ich nochmal nachschauen. Sehe ich genauso! Obwohl mir mein Ssri aus diesem Loch von bohrender Hoffnungslosigkeit mittels emotionaler Abstumpfung geholfen hat, sehe ich das in keinster Art und Weise als den einzig gangbaren Weg im Hinblick auf die Verminderung des Leidensdrucks an. Mich beschleicht langsam das Gefühl, dass die meisten Ärzte die Lehrbuchmeinung als der Weisheit letzen Schluss ansehen und alle anderen Optionen als Unsinn abstempeln. Ich war selbst ein paar Tage in der geschlossenen Anstalt (auf dem Land in Bayern...) auf Grund eines gescheiterten Selbstmordversuchs mit trizyklischen Antidepressiva. Was ich dort erlebt habe, hat mich wirklich traurig gemacht. Da werden alte Leute eingesperrt und mit hochpotenten Neuroleptika vollgestopft bis sie irgendwann jämmerlich verrecken. Wenn man einen Psychiater darauf anspricht was das denn noch bringen soll kommt meistens nichts zurück außer "Wir haben ihn nach Vorschrift behandelt, der ist austherapiert". Gerade die neuere Generation von diesen "Ärzten" habe ich als äußerst dogmatisch erlebt. Für die gilt der Grundsatz lieber tot als süchtig. Ich habe mich darüber lange mit meinem derzeitigen Therapeuten unterhalten und seine Meinung deckt sich mit dem was du hier angesprochen hast und er ist immerhin Professor und war lange Zeit Klinikdirektor in einer Großstadt. Deshalb bin ich wirklich dankkbar an so einen tolleranten Arzt geraten zu sein. Ich wünsche allen die nicht so viel Glück hatten wie ich, dass ihnen doch noch eine angemessene Behandlung zu kommt. Werde das Ganze später vielleicht noch genauer ausführen. Bin nur gerade sehr müde vom Diazepam, aber ich hoffe die Grundaussage meines Beitrags tritt einigermaßen klar zu Tage .A guts Nächtla! | |
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Abwesender Träumer
dabei seit 2010 291 Forenbeiträge | Geschrieben: 19.11.11 00:26zuletzt geändert: 19.11.11 09:24 durch BenzoHorst (insgesamt 2 mal geändert) |
| Versucht doch bei Depressionen mal Phenibut. http://www.land-der-traeume.de/forum.php?seite=1&t=17430 Ich bin AD-Non-Responder und finde seine Wirkung sehr ähnlich und auf einen Level mit Diazepam. Bei mir sind die Depressionen 2h nach der Einnahme für 24h verflogen. Das hier habe ich in meiner Phenibut-Euphorie mal geschrieben. http://www.land-der-traeume.de/forum.php?seite=2&t=25426 Depressionen hatte ich zu den Zeitpunkt sicher auch keine *lach* Aber: Nicht öfter als 2x die Woche (ich nehme es Di und Sa), sonst macht es abhängig oder verliert seine Wirkung. Nicht mit Alk und Benzos kombinieren. | |
Geschrieben: 26.01.12 17:53 | |
| Also, nun werde ich hier auch mal kurz meine Erfahrung mit Depression und Medikamenten erzählen. Ich bin schon seit 7 Jahren psychisch krank, der ein oder andere kennt vielleicht meinen LZB, hab so ziemlich alles kennen gelernt. Hatte Manien, bis ich dachte ich sei Gott, und Depressionen so schlimm, dass ich bereits einen Abschiedsbrief geschrieben hatte. Seit langer zeit nehme ich NL und AD´s, aber so wirklich geholfen haben sie nicht. Wenn man AD´s eindosiert, merkt man eventuell kurze Besserung, dann spürt man vor allem Nebenwirkungen. Problem ist, wenn man sie erstmal einige Monate genommen hat, kann man sie nicht so einfach wieder absetzen, vor allem nicht, wenn man so sensibel reagiert wie ich. ich hab ungelogen ca 15 Medikamente probiert, keines konnte mir wirklich helfen. Bin dann aber bei 2 Präparaten geblieben, Opipramol und Mirtazapin. (nehme allerdings noch andere NL) Seit einiger Zeit hab ich keine Lust mehr, diese Tabletten zu nehmen, die mir eh nicht richtig helfen. Hab dann versucht sie abzusetzen, was zu Komplikationen geführt hat, daher hab ich sie weiter eingenommen. Nun, dann war ich mal wieder hier im LdT und habe von Kratom gelesen. Das hat mich sehr interessiert und so hab ich mir welches bestellt. Und es war von Anfang an sehr schön! Ich wurde ruhig, gelassen, hatte trotzdem Antrieb, alles machte Spaß. Familienfeste, waren auf einmal wieder eine Freude, sogar bei den Kindern war ich plötzlich wieder beliebt :-) Dann kam mir der Gedanke, durch Kratom könnte ich es eventuell schaffen, endlich diese AD´s loszuwerden. Also bestellte ich mir eine größere Menge Kratom, und setzte langsam das Opipramol ab (vor ca 6 Wochen). Nach 3 Wochen nahm ich die lezten 25 mg Opipramol, es klappte, ohne jegliche Probleme, nahm in dieser Zeit fast täglich Kratom. Das gleiche machte ich danach mit dem Mirtazapin, 45 mg auf 30, danach 15 und jetzt seit einer Woche bin ich beide AD´s los, und es geht mir so gut wie lange nicht mehr. Endlich Emotionen wieder fühlen. Ich habe also das Kratom gegen die AD´s ausgewechselt. Kratom schafft bei mir, was ich seit vielen Jahren versucht habe mit AD´s zu erreichen. Wenn ich das meinem Arzt erzählen würde, der würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Aber ich fühl mich so gut damit. Wenn ich hier auflisten würde, welche Nebenwirkungen durch meine AD´s möglich wären und wie „ungefährlich“ Kratom dagegen ist, würde es wohl jeder nachvollziehen können… Natürlich hab ich nun vielleicht ein Problem mit dem Kratom, aber es lohnt sich. Kratom macht mich zu einem neuen Mensch, AD´s nicht. P.s. Durch Kratom habe ich auch endlich geschafft meine Nikotinpflaster abzusetzen, was ich sonst wohl auch nicht geschafft hätte… Grüße Crystalix | |
Geschrieben: 26.01.12 18:44 | |
| Das finde ich jetzt schon bemerkenswert! Ich leide leider-.- auch seit längerem an Depressionen ich habe auch das ein oder andere Medikament(nur ADs) ausprobiert(Citralopram, Mirtazapin, Valodoxan und im moment Sertralin), aber nichts! hat mir jeh so geholfen wie Kratom denn Kratom tut genau das was einen Anti-Depressiva tun sollte es macht dich nicht high es macht "nur" das du nicht so viel grübelst und einfach funktioniert man ist nicht übermäßig happy oder aufgedreht wie bei uppern und man ist auch nicht ruhiggestellt wie bei downern. Aus diesem Grund habe ich auch schon im Scherz gesagt Kratom: So wie das Leben sein sollte^^. Die einzigen Nachteile an Kratom sind halt das man toleranz aufbaut, das es nur ein paar Stunden wirkt, das es z Juckreiz führen kann und das es vllt irgendwann verboten wird hoffen mir mal das es dazu nie kommen wird! Aber alles in allem ist Kratom echt ein feines Zeug und sogar noch Pflanzlich. | |
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Geschrieben: 25.10.11 01:00
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