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» Thread-Erstellerin «
Moderatorin
dabei seit 2006 3.329 Forenbeiträge 6 Tripberichte 1 Langzeit-TB 1 Galerie-Bilder
| Geschrieben: 04.02.14 21:41 |
Da ich das Thema sehr interessant finde, eröffne ich diesen Thread, auch aus aktuellem Anlass. Wart ihr schon mal in der Situation, dass eure Eltern wegen eures Drogenkonsums die Polizei riefen? Wenn ja, hattet ihr damals ein problematisches Konsumverhalten oder war es ausschließlich übertriebene Sorge? Wurde im Nachhinein über die Motive der Eltern geredet? Wie ist die Beziehung heute?
Wenn nein, denkt ihr, ihr könntet ihnen das verzeihen?
Ich glaube, dass für viele Menschen die Polizei tatsächlich die Rolle des "Freund und Helfer" darstellt und wenn das Kind etwas tut, von dem man selber keine Ahnung hat, neigen viele dazu, anstatt sich zu informieren, in Panik die "Hilfe" von außen zu suchen. Ein klassischer Fall von gut gemeint, schlecht gemacht. Ein Grund, seine Eltern dafür auf ewig zu hassen wäre es für mich nicht. |
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Abwesender Träumer
dabei seit 2014 5 Forenbeiträge
| Geschrieben: 04.02.14 21:51 |
Die Mutter von einem Bekannten hat ihn mal wegen Drogenbesitz angezeigt. Er ist mit einem blauen Auge davon gekommen und hat heute ein recht gutes Verhältnis zu ihr. Ich bin der Meinung man sollte erst mit dem Kind reden bevor man solch drastische Schritte einleitet, zudem kommt es auch auf die Situation an. Wenn z.B. die Eltern den Sohn wegen ein paar Gramm Gras anzeigen ist das nicht in Ordnung. |
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Ex-Träumer
dabei seit 2011 1.422 Forenbeiträge
| Geschrieben: 04.02.14 22:13 |
Ich würde das überhaupt nicht in Ordnung finden, egal in welchem Fall. Auch nicht bei problematischem Konsummuster.
Die Polizei und der Knast heilen keine Sucht. |
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Abwesender Träumer
dabei seit 2013 57 Forenbeiträge
| Geschrieben: 04.02.14 22:17 |
Man kann Menschen fast alles verzeihen, weil sie es nicht besser wissen.
Aber kann's auch verstehen, dass man seinen Eltern nicht verzeiht nachdem diese solch eine retardierte Aktion bringen.
Verzeihen ist halt ne Sache von persönlicher Reife.
*EDIT*
Also wenn meine Eltern mein Leben dadurch wirklich negativ beeinflussen , dann würd ich es ihnen zwar verzeihen, aber dennoch aus dem Weg gehen. Will nichts mit Leuten zu tun haben die mir schaden. Allein |
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Traumländer
dabei seit 2012 255 Forenbeiträge
| Geschrieben: 04.02.14 22:23 |
Ich habe den betreffenden Thread auch verfolgt.
Ich kann das nicht nachvollziehen, das eigene Kind bei der Polizei anzuzeigen.
Meines Erachtens ist das genauso wenig OK wie die eigenen Eltern wegen Steuerhinterziehung, Harz IV Betrug oder Schwarzarbeit anzuzeigen.
Da fehlt doch eindeutig die grundlegendste Vertrauensbasis in der Familie.
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Abwesender Träumer
dabei seit 2010 361 Forenbeiträge 1 Tripberichte
| Geschrieben: 04.02.14 22:29 |
Verzeihen kann man alles und wahrscheinlich ist es auch für die eigene Psyche besser, wenn man verzeihen kann. Allerdings würde ich ihnen äußerst klar vermitteln, dass dies extrem dumm sei. Denn wie bereits erwähnt wurde ist eine Anzeige wohl so ziemlich das schlechteste Mittel um eine Sucht zu heilen, allerdings auch manchmal der letzte Ausweg, denn zwingen kann man niemanden zu einer Therapie. "Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei" |
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Abwesender Träumer
dabei seit 2013 322 Forenbeiträge
| Geschrieben: 04.02.14 22:31 |
Ich fände sowas auch unverzeihlich, von der eigenen Familie bei der Polizei angezeigt zu werden.
Egal wie die Sache ausgeht, irgendjemand wird sich nachher verletzt oder unfair behandelt fühlen. Und schon ist das Vertrauen dahin... Ein Tag als Löwe ist besser als ein Leben als Schaf |
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Abwesender Träumer
dabei seit 2013 367 Forenbeiträge
| Geschrieben: 04.02.14 22:44 |
also ich hätt nich gern ne vorstrafe von meinen eltern
würd ich auch gar nich korrekt finden
außer jetz bei schlimmen suchtfällen wenn die leute ihre eltern bestehlen oder verarschen da würd ich das ganze verstehen |
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» Thread-Erstellerin «
Moderatorin
dabei seit 2006 3.329 Forenbeiträge 6 Tripberichte 1 Langzeit-TB 1 Galerie-Bilder
| Geschrieben: 04.02.14 22:47 |
Dass es nicht okay ist, nem Gelegenheitskiffer die Bullen zu schicken, ist ja wohl klar. Bzw. was heißt okay. Nicht logisch nachvollziehbar. Aber was, wenn der Sohn, die Tochter tatsächlich dabei ist, sein Leben gegen die Wand zu fahren und von außen betrachtet die Drogen "schuld" sind bzw. eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielen? Wenn unzählige Gespräche nichts gebracht haben? Ich denke, dass Eltern, wenn sie um das Überleben ihres Kindes fürchten, teils sehr krasse Dinge tun. Ob angemessen oder nicht sei dahingestellt, aber für mich macht es nen entscheidenden Unterschied ob die Eltern mal eben die Bullen rufen oder ob es der letzte, hilflose Versuch ist, das Kind irgendwie zu "retten", wenn auch mit verkehrten Mitteln. |
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Ex-Träumer
| Geschrieben: 04.02.14 23:16 |
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kittster schrieb:
Aber was, wenn der Sohn, die Tochter tatsächlich dabei ist, sein Leben gegen die Wand zu fahren und von außen betrachtet die Drogen "schuld" sind bzw. eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielen? Wenn unzählige Gespräche nichts gebracht haben?
Und die Vorstrafe soll dann als was dienen im Lebenslauf des eigenen Kindes? Bzw. das Einschalten der Polizei löst dann genau was? Es gibt tausende von Dingen die man Vorher machen kann.
Bin extrem dagegen die Polizei auf die eigene Verwandschaft zu Hetzen, das hat meiner Meinung nach höchstens eine Berechtigung bei Mord ö.ä. schlimmen Verbrechen. |
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» Thread-Erstellerin «
Moderatorin
dabei seit 2006 3.329 Forenbeiträge 6 Tripberichte 1 Langzeit-TB 1 Galerie-Bilder
| Geschrieben: 04.02.14 23:28 |
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Zitat:
Und die Vorstrafe soll dann als was dienen im Lebenslauf des eigenen Kindes? Bzw. das Einschalten der Polizei löst dann genau was? Es gibt tausende von Dingen die man Vorher machen kann.
Ich denke (ich versuche, mich da reinzuversetzen) dass es da nichtmehr um Vorstrafe oder nicht geht, sondern darum, das Kind irgendwie zum umdenken zu bewegen, nach dem Motto, immer noch lieber ein vorbestraftes Kind als ein totes. Ich weiß, dass in vielen Fällen Anzeigen passieren, obwohl die Situation weit nicht so extrem ist. Die von mir geschilderte Variante ist die, in der ich es als verzeihlich sehe. |
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Abwesende Träumerin
dabei seit 2012 71 Forenbeiträge 1 Tripberichte 2 Galerie-Bilder
| Geschrieben: 05.02.14 02:47 |
Ich denke, ich teile Kittsters Sichtweise.
Wenn meine Eltern mich wegen meinem jetzigen Konsummuster anzeigen würden,
dann würde ich denen das nicht verzeihen, weil's echt nicht krass und problematisch ist.
Anders sähe es aus, wenn ich mir zum Beispiel jeden Tag mehrmals Hero reinpfeifen würde
und Gespräche, Versprechungen und diverse Therapien nichts bringen würden.
Ich würde meine Eltern zwar dafür hassen, rumschreien wie eine Irre, und alles dafür tun,
damit sie ihre Entscheidung überdenken, aber ich glaube, im Nachhinein wäre ich ganz froh,
dass sie mir auf diese krasse Weise vielleicht mein Leben gerettet haben.
Ich finde, das hat auch nicht wirklich was mit Vertrauen zu tun.
Was bringt Vertrauen von elterlicher Seite, wenn man das OFFENSICHTLICH KRANKE
(therapieresistent, sozial isoliert, abgemagert, psychisch am Ende, nur noch am Lügen etc.)
Kind am nächsten Tag verreckt im Bett findet?
Ganz ehrlich, ich wäre lieber vorbestraft, als tot. Da habe ich mehr von.
Dass der Knast keine Sucht heilt, dem stimme ich zu. Man muss es wollen.
Wenn man es nicht will, geht man irgendwann daran zugrunde.
Entweder durch eine Überdosis, plötzliche körperliche Komplikationen, oder Suizid.
Da können einem auch nicht die Eltern helfen (auf welche Weise auch immer),
wenn man es partout nicht will. Mein Verstand geht flöten und ich tanze zu der Melodie. |
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Abwesender Träumer
dabei seit 2009 1.593 Forenbeiträge 2 Tripberichte
| Geschrieben: 05.02.14 04:47 |
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Frenzy schrieb:
Anders sähe es aus, wenn ich mir zum Beispiel jeden Tag mehrmals Hero reinpfeifen würde
und Gespräche, Versprechungen und diverse Therapien nichts bringen würden.
Wenn einem die Sorgen der Eltern am Arsch vorbeigehen, mehrere Therapeuten versagt haben und nicht mal die Angst um das eigene Leben als Motivation ausreicht, was soll dann die Polizei bringen?
Du sagst es doch selbst, man muss aufhören wollen, damit es was bringt. Sucht heilt man nicht mit dem Gummiknüppel.
Ich will damit nicht sagen, dass es unverzeihlich ist. Ich kann mir Fälle vorstellen, Fälle in denen es wirklich eine Verzweiflungstat der Eltern ist, in denen ich das vergeben könnte. Ich bin kein nachtragender Mensch.
Aber das ändert nichts daran, dass es immer eine falsche Entscheidung ist, seinem Kind auf diese Art "helfen" zu wollen. You know what a miracle is. Another world's intrusion into this one.
Where revolutions break out spontaneously and leaderless, and the soul's talent for consensus allows the masses to work together without effort, automatic as the body itself. |
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Ex-Träumer
| Geschrieben: 05.02.14 08:24 |
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Weltraumechse schrieb:
Ich will damit nicht sagen, dass es unverzeihlich ist. Ich kann mir Fälle vorstellen, Fälle in denen es wirklich eine Verzweiflungstat der Eltern ist, in denen ich das vergeben könnte. Ich bin kein nachtragender Mensch.
Aber das ändert nichts daran, dass es immer eine falsche Entscheidung ist, seinem Kind auf diese Art "helfen" zu wollen.
Alles in Kürze wunderbar gesagt, Weltraumechse ! |
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Abwesender Träumer
dabei seit 2009 471 Forenbeiträge
| Geschrieben: 05.02.14 10:26 |
Ich hab auch nicht das tollste Elternhaus gehabt, bla bla bla. Aber so weit hat mein Stiefvater gedacht, dass er mir da gut was verbauen würde, wenn er mich anzeigt. Und da er ein Leistungsgesellschafts-Nazi ist geht das natürlich gar nicht klar. Weil etwas wert ist nur der, der etwas leistet und so. *kotz*
Meine Meinung hierzu:
Wenn ein Kind/Heranwachsender Drogen nimmt und die Eltern scheinbar so wenig bis gar keinen Zugang mehr zu dem Kind haben und sich nicht anders zu helfen wissen, dann sollten sich die Eltern vielleicht mal die Frage stellen ob sie dem Kind gegeben haben was es braucht und ob sie vielleicht was damit zu tun haben könnten, dass das Kind die Flucht im Drogenkonsum sucht und findet.
DrogenSUCHt kommt von Suchen und man sucht nur wenn was fehlt. In meinen Augen werden da schon in der Kindheit die Grundsteine für gelegt. Wenn das Kind dann in den Brunnen gefallen ist, oder eher in den Drogensumpf, und man kommt als Elternteil GAR NICHT MEHR an das Kind ran, dann lief schon vorher einiges schief. |
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