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Traumländer



dabei seit 2011
1.420 Forenbeiträge

  Geschrieben: 19.09.14 21:18
Hallo,

mir ist vor kurzem etwas aufgefallen.

Als ich anfing Speed zu nehmen, hatte ich nie irgendwelche Probleme damit. Ich nahm geringe Dosierungen und legte nicht nach, und hatte kein Problem damit, längere Pausen einzulegen, das war 2012. Auch 2013 wars kein Problem, wo ich erstmalig auch an wirklich gutes Zeug rankam, wovon mir schon 30 mg für 6-8 Stunden dicke reichten, da habe ich meinen Speed-Tripbericht geschrieben, wo ich ja auch angegeben habe, es hätte keinen wirklich suchterzeugenden Effekt auf mich, was zu der Zeit auch stimmte.

Das änderte sich dann, nachdem ich im Juni 2013 einige Male Pentedron auf dem Blech geraucht habe. (nähere Infos gibts in meinem TB zu Pentedron)
Das war jedenfalls das erste Mal dass ich gemerkt habe, wie Upper einem den Kopf zerschießen können und zu Craving führen können.

Als ich mir dann irgendwann im Herbst 2013 wieder Speed besorgte, merkte ich, dass auch das jetzt anders geworden ist. Ich hatte zunehmend das Verlangen, öfter zu konsumieren, höhere Dosierungen zu nehmen und nachzulegen.

Dann rauchte ich im Juli 2014 eine Zeit lang Butyrfentanyl auf Blech (siehe TB), und als ich mir dann im August wieder Speed besorgte, wurde es "ganz schlimm". Mittlerweile wäre es für mich "kein Problem" mehr, alle 2-3 Tage Pep zu nehmen, auch mal ne Nacht durchzumachen und den ganzen nächsten Tag noch zu druffen, stündlich nachzulegen etc. Mit "kein Problem" meine ich, dass ich es tun würde, würde ich mir nicht im Klaren sein, wie schädlich dieses Zeug ist, eigentlich widert es mich an. Früher habe ich Pep eigentlich auch nur genommen, um mich besser konzentrieren zu können und um leistungsfähiger zu sein; jetzt ziehe ich es nur noch in Anbetracht, um mich zu berauschen, unter anderem, weil ich so hohe Dosierungen nehme und bei niedrigeren Dosierungen vom Craving geplagt werde. Wenn ich die erste Line ziehe bzw. die erste Bombe schlucke, habe ich noch die besten Chancen, nein zu sagen. Ab da wirds quasi unmöglich bzw. viel schwerer. Habe mir jetzt vorgenommen, den Zehner aufzubrauchen oder zu verschenken, und das Zeug dann nie wieder anzurühren.

Es ging/geht mir bei B-F bzw. Amphetamin mittlerweile mehr um den Flash, als um die Wirkung, wenn man das so sagen kann, und die Suchtverläufe haben sich parallel entwickelt.

Ist diese Entwicklung irgendwie pharmazeutisch erklärbar?

P.S: Mit Kratom, Tilidin und Tramadol habe ich nach wie vor 0 Probleme. Kein Nachlegedrang, unregelmäßiger Konsum.


 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 19.09.14 21:59
es gibt zwei Faustregeln:
1.) Substanzen, die 'flashen' machen süchtig -> weil dopaminerges Belohnungssystem
2. Substanzen, die den Dopaminspiegel erhöhen machen süchtig -> weil dopaminerges Belohnungssystem

Beides trifft auf die von dir konsumierten Drogen zu, also leider nicht ungewöhnlich, dass sich da mit der Zeit Craving einstellt. :/
 
Traumländer



dabei seit 2013
2.227 Forenbeiträge
2 Tripberichte

  Geschrieben: 19.09.14 22:11
Eine andere Möglichkeit wäre auch, dass sich einfach deine Persönlichkeit verändert hat (ohne Wertung). Als du ein kleiner Junge warst fandest du Zigaretten bestimmt eklig und Bier einfach nur bäh.
He complained: "Tony left me with a pile of Hendrix LPs and some dope."

Touching from a Distance
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Traumländer



dabei seit 2011
1.420 Forenbeiträge

  Geschrieben: 20.09.14 00:11
zuletzt geändert: 20.09.14 00:26 durch Double (insgesamt 1 mal geändert)
Evtl. ein Persönlichkeitswandel in dem Sinne, dass ich mir selbst mein Dopaminsystem zunehmend kaputtmache. Zigaretten finde ich übrigens immernoch ekelhaft und Bier ist auch nicht gerade mein Lieblingsgetränk biggrin

Aber kann man aufgrund der Tatsache, dass sowohl Opis als auch Amphetamin den Dopaminspiegel stark erhöhen, darauf schließen, dass der Mechanismus bei der Suchtenstehung sehr ähnlich ist?

Mich überrascht auch, dass viele Leute so "langfristige" Probleme mit diesen Drogen bekommen. Ich habe zwar das B-F zwei Wochen lang exzessivst geraucht und war für den Moment aufjedenfall süchtig danach, aber als mir der Vorrat ausgegangen war, hätte ich trotzdem niemals noch eine Bestellung getätigt, sondern war froh, dass ich endlich mal zur Ruhe kommen konnte. Das große Problem bei diesen Substanzen ist für mich aufzuhören, solange noch was da ist und besonders schwer ists dann, aufzuhören mit dem Nachlegen solange ich high bin. Ich bin da mehr so eine Art Quartalssäufer, habe ich das Gefühl. Ein weiteres Problem ist auch irgendwie der Preis. B-F war schon ein relativ teuerer "Spaß" mit 50 Euro für 2 1/2 Wochen, aber Amphetamin ist echt ein Witz. Ich habe 10 Euro für 0,7g gezahlt, wovon ich als Einzeldosis oral nicht mehr als 30-40 mg nehme.

P.S.: @Lustig: Die Harmonie zwischen unseren Avatarbildern razz

 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 20.09.14 09:57
Ich finde, dass Amphetamin und Opiate von der subjektiven Wirkung Ähnlichkeiten besitzen.
Von gerauchtem Opium bekomme ich teilweise ähnliche Flowerlebnisse, wie von gutem Amphetamin.

Amphetamine setzen Dopamin frei, Opiate verstärken die Dopaminwirkung.
Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass Amphetamine einen geistig in nie gekannte Sphären schießen, man aber bei Abstinenz wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommt. Bei Opiaten ist das genau andersherum. Da verliert man beim Entzug irgendwie die Bodenhaftung. Mir setzt ein Opiatentzug stärker zu, als alles andere (besonders wenn sich schon eine körperliche Abhängigkeit eingestellt hat).

Vom Pentedron hab ich häufiger gelesen, dass es ziemlich krass ist, was das Craving angeht. Deinen Butyro- Fentanyl- LZ hab ich auch gelesen, da hat sich das ja schnell zum täglichen Konsum entwickelt, und das über eine recht kurze Zeitspanne.
Dazu kommen die Konsumformen, die ja regelrecht auf den Kick ausgelegt sind. Und intensive Kicks brennen sich wahrhaftig ins Suchtgedächtnis ein.
Wie stark sich das Ganze einbrennt, ist davon abhängig, ob und inwiefern du deinen Bedürfnissen nachkommst (Essen, Schlaf, Sex, Hobbys, etc.). Sofern du denen nicht nachkommst, kann das eine Abhängigkeitsentwicklung mit großer Wahrscheinlichkeit beschleunigen.

Mein Rat wäre, den Rauchkonsum zukünftig zu meiden.
Damit machst du dir nur die Substanzwirkungen kaputt und du wirst im Laufe der Zeit einfach kickgeil. Warum ist denn Crack eine so verhasste Droge? Ganz einfach, weil süchtige Konsumenten nicht mehr davon los kommen. Da gehts ja auch nur um den Kick, nicht mehr und nicht weniger. Und von dieser Rauschphilosophie musst du dich erst einmal lösen.

Das geht z.B. durch vollständige Abstinenz und durch eine Zuwendung zu den o.g. Bedürfnissen.
Wichtig ist es dann zukünftig, sofern du noch gewillt bist zu konsumieren, deinen Konsum überblicken zu können. Dazu gehört das Führen eines Konsumtagebuchs, eine Feinwaage und Disziplin. Das ist zwar ein ziemlicher Aufwand, aber so wird dir der Konsum viel bewusster.

Ich hoffe das hilft dir weiter.

lg,
 
Traumländer



dabei seit 2013
2.227 Forenbeiträge
2 Tripberichte

  Geschrieben: 20.09.14 10:21
Double schrieb:
P.S.: @Lustig: Die Harmonie zwischen unseren Avatarbildern razz


Nur weil wir zu den wenigen gehören (die einzigen 2 die mir grade einfallen), die Tiere als Avatar benutzen? Die andern sind halt alle uncool.

WeedBoy0815 schrieb:
Amphetamine setzen Dopamin frei, Opiate verstärken die Dopaminwirkung.


Cannabis wirkt auch auf den Dopaminspiegel, ganz so einfach wird es nicht sein. Dopamin allein macht nicht glücklich/süchtig.
He complained: "Tony left me with a pile of Hendrix LPs and some dope."

Touching from a Distance
Ex-Träumer



dabei seit 2004
10.634 Forenbeiträge

  Geschrieben: 20.09.14 12:29
Hey Double,

ich kann dir dazu nur sagen, mir ging es mal ähnlich. Bei mir wars so, dass ich Opiate genutzt habe um runter zu fahren und angenehmer zu chillen und nach 3 oder 4 Tagen ist mir diese Trägheit so auf den Sack gegangen dass ich zu Speed gegriffen hab, und dann war ich ganz schnell in einem höchst polytoxen Konsummuster mit bis zu 11 Substanzen/Tag. War ne fruchtbare Zeit damals für die Drogen um mein Geist in Besitz zu nehmen. Kann dir nur raten, pass auf dich auf. Es ist nicht cool (auch wenn du das vll nicht mal damit ausdrücken willst) und es bringt auch sonst nur sehr kurzfristig Linderung aber auf Dauer geht dadurch mehr kaputt als du gewinnst
 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 20.09.14 12:49
Lustig schrieb:
WeedBoy0815 schrieb:
Amphetamine setzen Dopamin frei, Opiate verstärken die Dopaminwirkung.


Cannabis wirkt auch auf den Dopaminspiegel, ganz so einfach wird es nicht sein. Dopamin allein macht nicht glücklich/süchtig.

*auch auf den Dopaminspiegel. Es wirkt außerdem indirekt serotoninerg und beeinflusst teilweise auch den GABA- und Endorphinspiegel.
Letztendlich relativiert Cannabis durch sein breites Wirkungsspektrum wiederum das freigesetzte Dopamin.

Außerdem habe ich nicht gesagt, dass Dopamin für die Abhängigkeit verantwortlich ist. Es sollten lediglich die Wirkmechanismen hervorgehoben werden.
Das Belohnungssystem wird durch die Dopaminspiegeländerung dazu bewegt, dass die neu erworbene Methode, dem Individuum Befriedigung zu schaffen, diese Erfahrung ins Gedächtnis "einbrennen" zu lassen. Was der Konsument mit dieser Erfahrung macht, ist seine Sache. Entweder er macht so weiter und es entwickelt sich eine Gewohnheit (weiteres Standbein der Sucht). Zudem kommt noch die Toleranzentwicklung dazu, d.h. man konsumiert mehr und mehr, weil man auf den Flash aus ist, das gute Gefühl, was die Droge verursacht. Dopamin ist ein zentraler Schlüsselbotenstoff, aber was daraus wird, entscheidet letztendlich der Konsument durch sein Konsumverhalten. Das ist dann wiederum durch verschiedene Aspekte geprägt, z.B. das konsumierende Umfeld, persönliche Probleme, ob und inwiefern man weitere Beschäftigungsfelder hat und natürlich spielt die Intelligenz eine Rolle.
 
Ex-Träumer



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ICQ
  Geschrieben: 20.09.14 14:07
naja du hast ein suchtgedächtnis und durch deine extreme butyrf zeit hast du dein synapsen ganz schön mit dopamin vollgepumpt. der körper gewöhnt sich an alles, also auch daran und nun ist es für dich normal, dass du, um einen zufriedenstellenden rauschzustand zu erreichen, viel größere mengen, also eine viel stärker Wirkung brauchst, als zuvor.
das kenn ich selber von mir und meinen freunden, aber das hat nichts speziell mit den beiden substanzengruppen zu tun. viele, die ich kenne, feierten jahrelang auf paar dinge pro nacht. als sie dann anfingen stronomisch hohe dosen zu konsumieren, waren 15 -25 pro nacht bzw wochenende standart und ohne war die party einfach nur langweilig.
mein tipp: versuch eine längere pause einzulegen, dich natürlich (sport, sex, gutes essen etc.) zu berauschen und versuche so wieder zu deinem minimalkonsum zurückzukommen; das klappt bei mir auch bestens.

greetz und good luck

Double schrieb:
Evtl. ein Persönlichkeitswandel in dem Sinne, dass ich mir selbst mein Dopaminsystem zunehmend kaputtmache. Zigaretten finde ich übrigens immernoch ekelhaft und Bier ist auch nicht gerade mein Lieblingsgetränk Bild: https://www.land-der-traeume.de/bilder/symbole/biggrin.gif

Mich überrascht auch, dass viele Leute so "langfristige" Probleme mit diesen Drogen bekommen. Ich habe zwar das B-F zwei Wochen lang exzessivst geraucht und war für den Moment aufjedenfall süchtig danach, aber als mir der Vorrat ausgegangen war, hätte ich trotzdem niemals noch eine Bestellung getätigt, sondern war froh, dass ich endlich mal zur Ruhe kommen konnte. Das große Problem bei diesen Substanzen ist für mich aufzuhören, solange noch was da ist und besonders schwer ists dann, aufzuhören mit dem Nachlegen solange ich high bin. Ich bin da mehr so eine Art Quartalssäufer, habe ich das Gefühl. Ein weiteres Problem ist auch irgendwie der Preis. B-F war schon ein relativ teuerer "Spaß" mit 50 Euro für 2 1/2 Wochen, aber Amphetamin ist echt ein Witz. Ich habe 10 Euro für 0,7g gezahlt, wovon ich als Einzeldosis oral nicht mehr als 30-40 mg nehme.



naja du musst bedenken, dass du noch ziemlich am anfang deiner'opioid karriere' stehst - noch hast du deine sucht im auge, bzw. beobachtest sie sehr stark. zu dem kommt wohl, dass du keine (über)versorgung solcher subtanzen hast. stell dir mal vor, du müsstest nur 5 min mit dem auto fahren, um die substanz in den händne zu halten - da passiert es schon viel eher, dass man sich mal selbst überredet, wenn man mal gerade in der nähe ist. hab ich alles schon erlebt^^

und nochmal zum vergleich opioide - amphetamine:
bei mir wirken viele opioide auch so, wie für die meisten leute amphe. also ich geht auf opis eigentlich nicht feier, aber wenn ich z.b. buprenorphin gering dosiere, werde ich um eines fokussierter und motivierter, sprich ich kann produktiver und motivierter arbeiten etc. auch um für mein abi zu lernen, habe ich kleine nasen subutex konsumiert, da ich mir so zur fehlenden motivation verhelfen konnte, ich denke auch, dass dies viel mit dopaminsystem zu tun hat.
playin' russian roulette with a full clip
Ex-Träumer
  Geschrieben: 20.09.14 17:30
Pentedron geraucht zerlegt das hirn wirklich radikal. Kann zwar nichts zu den opis sagen, aber das ist was mir dazu einfällt.
 

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