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LdT-Forum » Drogen » Pharmazeutika » Neuroleptika - Antipsychotika (Info- und Sammelthread)


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Abwesende Träumerin



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  Geschrieben: 23.01.16 22:12
zuletzt geändert: 12.03.19 18:11 durch Neopunk (insgesamt 1 mal geändert)
Hallo, ich möchte hier auf LdT einen Neuroleptika - Info- und Sammelthread aufmachen, analog zum Antidepressiva - Info- und Sammelthread


Diese Punkte können als Orientierung dienen:

- Medikament und Dosierung (es ist ein Unterschied, ob man z.B. abends 50 mg Seroquel unretardiert zum Schlafen nimmt, oder täglich 500 mg Seroquel Prolong zu anderen Zwecken)

- Beikonsum (Pharmazeutika oder anderes), Wechselwirkungen

- Anwendungsgrund (z.B. Stimmenhören, Konzentrationsschwierigkeiten, Wahn oder Ängste, Schlafmittel, Augmentation zu Antidepressiva, Phasenprophylaxe gegen Manie oder Depression, etc.)

- psychotrope (Neben)Wirkung

- körperliche Auswirkungen

- etc.
 
Kommentar von Neopunk (Moderator), Zeit: 12.03.2019 18:11

Titel angepasst
 
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Abwesende Träumerin



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  Geschrieben: 02.02.16 04:58
zuletzt geändert: 02.02.16 19:01 durch wawa (insgesamt 2 mal geändert)
So, ich fange mal an, mit meiner Erfahrung über die 7 Wochen dauernde Einnahme von 600 mg Seroquel Prolong und nach einer Pause habe ich dann 10 mg Abilify genommen, ebenfalls 7 Wochen lang. Erfahrung steht hier auf einer Seite von sanego

Ich habe da im Web noch was gefunden, was sehr gut zu meiner Seroquel-Erfahrung passt, genau so war es, und es war der Grund fürs Absetzen.

--- Beeinträchtigung von Vitalität, Dynamik, Entschlusskraft, körperlicher Frische, Produktivität, Ideenfluss, Phantasie, geistiger Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit, "innerer Freiheit" usw. Alles scheint "leicht gedämpft". ---

Von hier: www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/lithiumsalze.html

Auf der Seite geht es um Lithium-Behandlung, und das ist als möglicherweise auftretende seelische und psychosoziale Nebenwirkung von Lithiumtherapie genannt. Ich habe nie Lithium genommen, aber es trifft in meinem Fall meine Seroquel-Erfahrung auf den Kopf.

Anwendungsgrund für Seroquel und Abilify waren Denkzerfahrenheit und Konzentrationsschwierigkeiten, beide waren als Stimmungsstabilisierer gegen rezidivierende Depressionen gedacht und bei Abilify war außerdem ein Grund, dass es hieß, es würde leicht antriebssteigernd wirken. (war dann aber das Gegenteil der Fall bei mir)

Außerdem wollte die Ärztin mit dem Seroquel eine leichte Manie abschießen. Das wusste ich aber nicht, dass sie es mir unter anderem deshalb verschrieben hatte, ich habe das erst nachträglich erfahren. Ich halte es nicht für behandlungsbedürftig, wenn bei mir eine leichte oder mittelgradige Manie auftritt. Zukünftige Manien sind unbehandelt geblieben.
 
Traumländer



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  Geschrieben: 02.02.16 11:53
Gute Idee :)

Habe nur bescheidenene Erfahrungen mit Neuroleptika, vor allem auf stationären Entzug.
Bei mir war es meist Atosil auf Station und Promathezin oder so bei moir zu Hause.

Hab das Krams immer bei Krisen genommen und da hilft es wirklich.

Hat mich halt abgeschottet und dafür war es echt gut.

Was ich auf Station allerdings auch beobachten konnte war die Unart Seroquel bei jedem pfurz und zum Schlafen zu verschreiben. Hat ein bißchen was von Kanonen auf Spatzen.

Neuroleptika sind IMO mächtige Werkzeuge die einem helfen können, welche aber nicht ohne sind.

Also ich Persönlich würde sie nur als Dauermedikation akzeptieren wenn ich zB Psychotisch wäre.
Macht es, kosmisch betrachtet,
wirklich was aus,
wenn ich NICHT aufstehe und arbeiten gehe?

http://de.wikipedia.org/wiki/Zei​tgef%C3%BChl
Abwesender Träumer

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  Geschrieben: 02.02.16 12:23
Hi ich wollte mal fragen ob mir hier jemand was zu truxal und pilze sagen kann ich weis das neuroleptika psychedelika blockieren ich weisaber nicht warum. Ich wollte wissen wie lange es dauern kann bis pilze wieder bei mir wirken. Ich hab etwas länger als drei jahre truxal genommen den Handelsnamen kann ich nicht schreiben. Nehmen tue ich es jetzt seit 10 Tagen nicht mehr das was ich bis jetzt gelesen habe liegtweit auseinander so zwischen 2 monaten und einem halben jahr. Danke schon mal für die infos
Die arbeit lauft nicht weg wenn du dir mal einen Regenbogen anschaust aber der Regenbogen wartet nicht bis du mit arbeit fertig bist
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Abwesende Träumerin



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  Geschrieben: 02.02.16 19:10
tagtraum schrieb:
Hab das Krams immer bei Krisen genommen und da hilft es wirklich.

Hat mich halt abgeschottet und dafür war es echt gut.


Ja stimmt, da kann ich Dir zustimmen. Die abschottende Wirkung kann ich auch manchmal gebrauchen. Allerdings nehme ich zu dem Zweck Benzodiazepine, weil NL bei mir zu viele andere Nachteile haben.

Eine kleine Menge Promethazin wäre bei mir aber evtl. auch OK zu dem Zweck, müsste ich ausprobieren.

Ich habe irgendwann mal eine 10 mg-Tablette Promethazin zum Schlafen genommen, weil mein Mann die noch übrig hatte. Da war die Wirkung aber null. Es waren ja auch nur 10 mg.
 
Abwesender Träumer

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  Geschrieben: 02.02.16 20:06
ich empfinde es als brechen meiner persönlichkeit, als crash innerhalb meines seins, innerhalb kurzer zeit ziemich tiefer fall der dir den himmel unter den füßen wegzieht.
manie ist godmode.
jeder der dir das wegnehmen will ist neidisch oder hat angst vor dir !
in die hölle mit denen. ich hab in meiner manie, in 1,5 wochen, 3 bücher mit einseitigen zitaten geschrieben von denen einige richtig gut sind.
ist zwar viel ausschuss dabei , aber echt mega poetisch viele momentaufnahmen und gedanken gänge die in mir hervorschossen.ich würde das ganze gerne mal visualisieren im inet und so durch meine manie klicken zu könnenxD manu's skript . shake beer und so
 
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Abwesende Träumerin



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  Geschrieben: 03.02.16 11:47
ja stimmt. Wenn die Gedanken schnell und die Assoziationen locker sind, dann kommt da viel raus.

auch viel Ausschuss, das stimmt, aber insgesamt ist es immer noch produktiver als ohne Manie, die Enthemmung und das geistige Fliegen haben was....

Ich will meine Manien auch nicht behandelt haben.

Irgendwie habe ich leider Angehörige, die dann immer wieder davon reden, ob ich nicht in eine Klinik wolle, und das macht mir Angst. Da kanns einem depressiv so richtig besch*** gehen, das sieht keiner tragisch. Aber wehe man ist auf harmlose Weise aufgedreht und überdreht, da soll man bitte in die Klapse und/oder Seroquel nehmen

auf die Frage, was denn an mir jetzt schlimm sei, kriege ich keine Antwort, aber irgendwie wird schon wieder von "Behandlung" geredet und es fällt das Wort "Elisabethenstift". Irgendwie ziemlich lästig, wenn man eine Manie nicht einfach genießen kann, weil Angst dabei ist, Angst vor der Psychiatrie.

Ich finde die stationäre Psychiatrie ein Sauladen. Ich will da nicht hin. In "normalen" Phasen redet da in meiner Umgebung auch niemand davon und in depressiven Phasen auch nicht, da habe ich dann auch keine Angst dahingezwungen zu werden,
aber während Manien schon, das ist halt auffällig und damit schlimm nach Meinung der Umgebung. (Und bei vielen Psychiatern auch, wenn man eine Neuroleptika-Leiche ist oder medikamentenunabhängig in einer Depression steckt, das interessiert viele nicht weiter, aber wehe man ist in deren Augen auch nur ansatzweise "manisch" oder "psychotisch", da muss die Persönlichkeit mit NL ausgelöscht werden. Zum Glück ist da mein ambulanter Arzt anders, den interessieren Depressionen. Ansonsten würde ich da nicht hingehen.)

Ja, auch ich empfinde NL als Brechen meiner Persönlichkeit oder besser als deren Auslöschung, die Persönlichkeit verschwindet. Und das liegt nicht am Kontrast zu einer Manie.

Beides mal, wie ich mit NL aufgehört habe, ist meine Persönlichkeit wiedergekommen. Und ich bin aber nicht "manisch" geworden, sondern meine ganz "normale" Persönlichkeit habe ich wiedergewonnen.

Zu meinen derzeitigen Medikamenten: Ich nehme Valproat. Da empfinde ich die Wirkung wie ganz leichtes Dauer-Benzo, sehr angenehm.

Ich habe mit 300 mg Valproat chrono angefangen und bin dann auf 600 mg Valproat chrono. Bei der Dosis habe ich aber Gedächtnisschwierigkeiten gekriegt, also halte ich in der Dosis Sicherheitsabstand und nehme jetzt schon jahrelang 300 mg Valproat. Einzige Nebenwirkung sind 4 kg mehr.
 
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  Geschrieben: 03.02.16 12:11
zuletzt geändert: 03.02.16 12:28 durch May (insgesamt 2 mal geändert)
@hazebuster: die meisten atypischen Neuroleptika wirken primär dadurch, dass sie Serotonin- und dopaminrezeptoren blockieren, Pilze, lsd und co entfalten ihre Wirkung primär über einen massiven Serotonin Release, was allerdings nichts bringt, wenn die Rezeptoren blockiert sind (kein Geld für eine Garage = kein Stellplatz für deinen Ferrari)

Chlorprothixen (truxal) wirkt meines Wissens aber primär über die Blockade diverser Dopamin-Rezeptoren und hat keine direkte Auswirkung auf die Serotonin-Rezeptoren, weswegen ich mir eigentlich nur schwer vorstellen kann, dass du keine Wirkung von serotonergen Substanzen verspüren kannst. Falls dem doch so wäre würde ich es intuitiv auf die "dns"-Geschichte (Dopamin wird im Gehirn zum teil in nor-Adrenalin und dieses weiter in Serotonin umgewandelt) und durch truxal verursachte Folgeschäden in den entsprechenden Rezeptoren (serotonin) zurückführen. In dem fall bliebe mir nur dir zu wünschen, dass diese nicht von Dauer sein mögen!


Ich bin nach wie vor der Meinung, dass der mehr als fahrlässige Umgang mit Neuroleptika und Antidepressiva absolut unverantwortungslos ist und nicht nur keinerlei Hilfe (abgesehen vom kurzzeitigen verschleiern von Symptomen) darstellt, sondern in den meisten fällen nicht nur an Körperverletzung grenzt, sondern diese bei weitem überschreitet. Psychiater und Neurologen gehören mMn (bis auf wenige ausnahmen) in den Knast oder mit ihren Pillen zum Zombie sediert und jedem Menschen, der ernsthafte psychische oder emotionale Probleme hat, sollte eine gute, speziell auf ihn zugeschnittene Psychotherapie ermöglicht werden, um mehr zu bezwecken als die hirnchemie zu zerstören und kurzzeitig für ruhe zu sorgen...

Just my two scents.

LG :)
Solve et Coagula
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Abwesende Träumerin



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  Geschrieben: 04.02.16 17:07
zuletzt geändert: 31.07.16 02:29 durch wawa (insgesamt 2 mal geändert)
Kognitive und emotionale Wirkung von Neuroleptika

Hier habe ich eine papersammlung zu den geistigen (kognitiven) und emotionalen (Neben)wirkungen von Neuroleptika zusammengestellt. Besonders interessant finde ich die Selbstversuche von Gesunden Versuchspersonen mit Neuroleptika.

1. Geistige und emotionale Auswirkungen bei gesunden Versuchspersonen:

Neuroleptika-Versuche an Gesunden, wo es um die geistige (kognitive) und emotionale Reaktion auf Neuroleptika geht:


(A) Klaus Ernst: Psychopathologische Wirkungen des Phenothiazinderivates „Largactil“ (=„Megaphen“) im Selbstversuch und bei Kranken.
Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten, 23. DEZEMBER 1954, Volume 192, Issue 6, pp 573-590
Hier auf facebook das ganze paper lesen, auf das erste Bild des Albums links oben klicken und dann mit den Pfeiltasten nach rechts durchklicken: paper als Fotoalbum auf facebook
(2 gesunde Versuchspersonen und 40 psychiatrische Patienten)


(B) H. Heimann, P.N. Witt: Die Wirkung einer einmaligen Largactilgabe bei Gesunden.
(Vergleichend psychopathologisch-elektroencephalographische Untersuchungen)
Mschr Psychiat Neurol 1955;129:104–121
paper als Fotoalbum auf facebook
(12 gesunde Versuchspersonen)


(C) Ein kurzer Brief von zwei gesunden Versuchspersonen an das British Journal of Psychiatry - hier - Belmaker, R. H., & Wald, D. (1977). Haloperidol in normals. British Journal of Psychiatry, 131, 222–223.


(D) Versuch mit einer Testsubstanz (AMPT), verbunden mit MRT-Studien:
http://www.researchgate.net/profile/George_Anderson5/publication/12664895_Imaging_extrastriatal_dopamine_D%282%29_receptor_occupancy_by_endogenous_dopamine_in_healthy_humans/links/548874400cf2ef3447909a3e.pdf
Fujita M1, Verhoeff NP, Varrone A, Zoghbi SS, Baldwin RM, Jatlow PA, Anderson GM, Seibyl JP, Innis RB: Imaging extrastriatal dopamine D2 receptor occupancy by endogenous dopamine in healthy humans.
Eur J Pharmacol. 2000 Jan 10;387(2):179-88.


2. Geistige und emotionale Auswirkungen von Neuroleptika bei Patienten (verschiedenste Diagnosen; obsessive-compulsive disorder, aktuelle Manie, Bipolare Störung ohne aktuelle Manie, Schizophrenie, Psychose, Tourette-Syndrom, etc.)



(E) Subjective Effects of AMPT-induced Dopamine Depletion in Schizophrenia: Correlation between Dysphoric Responses and Striatal D2 Binding Ratios on SPECT Imaging.
Neuropsychopharmacology (2001) 25, 642–650. doi:10.1016/S0893-133X(01)00263-9 http://www.nature.com/npp/journal/v25/n5/pdf/1395706a.pdf Es geht da um die gleiche Testsubstanz für MRT-Studien wie in (D), das AMPT


(F) Assessment of subjective cognitive and emotional effects of antipsychotic drugs. Effect by defect?
Neuropharmacology. 2013 Sep;72:179-86. doi: 10.1016/j.neuropharm.2013.04.039. Epub 2013 May 3
http://www.researchgate.net/publication/236637803_Assessment_of_subjective_cognitive_and_emotional_effects_of_antipsychotic_drugs._Effect_by_defect


(G) Suicidality and the side effects of antidepressants and antipsychotics.
Psychiatria Danubina, 2010; Vol. 22, No. 1, pp 79–84 http://www.hdbp.org/psychiatria_danubina/pdf/dnb_vol22_no1/dnb_vol22_no1_79.pdf


(H) Lakshmi Voruganti und George Awad: Is Neuroleptic Dysphoria a Variant of Drug-Induced Extrapyramidal Side Effects? The Canadian Journal of Psychiatry, Can J Psychiatry. 2004;49:285–289 http://ww1.cpa-apc.org/Publications/Archives/CJP/2004/may/voruganti.pdf


(I) L. Voruganti, A. G. Awad: Neuroleptic dysphoria: towards a new synthesis. Psychopharmacology (2004) 171:121-132 http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00213-003-1648-y#page-1


(J) Awad AG, Voruganti LNP: Neuroleptic dysphoria: revisiting the concept 50 years later. Acta Psychiatr. Scand 2005: 111 (Suppl. 427): 6-13 https://schizophreniaresearch.files.wordpress.com/2011/01/awadneurolepticdysphoria2005.pdf


(K) Martin Harrow, Cynthia A. Yonan, James R. Sands, Joanne Marengo: Depression in Schizophrenia: Are Neuroleptics, Akinesia or Anhedonia Involved?. Schizophrenia Bulletin, Vol. 20, No. 2, 1994 http://schizophreniabulletin.oxfordjournals.org/content/20/2/327.full.pdf


(L) Nev Jones: Antipsychotic Medications, Psychological Side Effects and Treatment Engagement. Issues in Mental Health Nursing, 33:492-493, 2012 https://www.researchgate.net/profile/Nev_Jones/publication/228113335_Antipsychotic_medications_psychological_side_effects_and_treatment_engagement/links/02e7e53a5cf58e601c000000.pdf


(M) Dr. B. Graf Schimmelmann, M. Schacht, C. Perro, M. Lambert: Die initial dysphorische Reaktion (IDR) auf die Ersteinnahme von Neuroleptika
Der Nervenarzt, January 2004, Volume 75, Issue 1, pp 36-43 http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00115-003-1544-z#page-1

(N) A. George Awad: Quality of Life of Schizophrenic Patients on Medications and Implications for New Drug Trials Hosp Community Psychiatry. 1992 Mar;43(3):262-5 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1348238
 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 11.02.16 20:04
Olanzapin kann, wie andere NLs auch, Akathisie verursachen.

Zitat:
Als Akathisie bezeichnet man den Zustand krankhafter Bewegungsunruhe; dem Bewegungsdrang wird nur kurz durch das zwanghafte Ausführen von Bewegungen Linderung verschafft.
Die Akathisie tritt als frühes Zeichen des Morbus Parkinson auf, kann aber auch durch verschiedene Medikamente (beispielsweise Neuroleptika) ausgelöst werden.


Wer kennt das?

Tritt immer mal wieder auf. Mehrere Tage hintereinander und dann mal ein paar Wochen gar nicht. Beim Schlafen gehen. Manchmal ist das Gefühl nur in den Beinen, manchmal auch in den Armen. Es ist ein ekelhaftes Gefühl, das dich zwingt, die Gliedmaßen von dir zu strecken/ zu zucken. Das verschafft ein paar Sek. Linderung und dann kommt es wieder. Man zappelt also wie nix gutes und ist nicht in der Lage einzuschlafen. Ist wohl auf einen zu niedrigen Dopaminspiegel zurückzuführen, das ganze.

(Was mich wundert, wegen der geringen Affinität des Olas zu D2 Rezeptoren.)
73dd1e-1455217834.jpg

Wenn man das hat und pennen will, kann man sich aber kein Amph oder Koks einbauen... und niederpotente, sedierende NL helfen auch in einer Dosis für Elefanten nichts.

Wenn man lediglich den Dopaminspiegel etwas erhöht hat das dann Auswirkungen auf den Schlaf? Ist die Schlaflosigkeit auf Uppern nicht dem Dopamin zuzuschreiben, oder liegt das am Noradrenalin?

Hätte freien Zugang zu Levodopa, aber ich bräuchte einen Decarboxylasehemmer dazu. (Wegen peripherer Nebenwirkungen)
Gibt es Decarboxylasehemmer, die frei verfügbar sind? Ansonsten würde ich das mal mit einem Arzt abklären. Könnte man nach der Einnahme von Levodopa überhaupt noch pennen, ohne zusätzliches Schlafmittel?

Gibt es noch andere funktionierende Behandlungsmethoden, vielleicht reicht ein starkes Hypno-(Z-)Benzo?
 
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Abwesende Träumerin



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  Geschrieben: 13.02.16 00:34
Bist Du sicher, dass es von den Medikamenten kommt? Solche Phänomene gibt es auch ohne Neuroleptika, Restless-Legs-Syndrom.

Aber egal ob es Nebenwirkung ist oder medikamentenunabhängig, es ist natürlich lästig. Was sagt Dein Arzt zu dem Problem?

Ein Bekannter von mir hat wegen 10 mg/Tag Olanzapin Zuckungen am Auge, er nimmt dagegen Tiaprid.
 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 18.02.16 21:15
Denke schon, dass es das Medikament ist, weil es nach der abendlichen Einnahme auftritt.

Und wenn ich das richtig verstanden habe, werden beim RLS unwillkürliche Bewegungen ausgeführt.
Dem ist bei mir aber nicht so. Der Bewegungsdrang ist da und macht sich in Form eines unbeschreiblichen Gefühls bemerkbar. (Kribbeln, Spannung?!)
Dieses Unwohlsein wird immer stärker, je länger man versucht, ruhig zu bleiben. Wenn es zu stark wird, gibt man bewusst den Befehl: bewegen!
Manchmal ist es ein richtiges austreten oder in die Luft boxen. Wenn man es will, kann man bewegungslos liegen bleiben. Aber der Drang...

Gelegentlich geht das stundenlang so. Das kann richtig aggressiv machen.

Behandlung mit Betablockern + Anticholinergika möglich, heißt es. Ich habe Bisoprolol und Buscopan da. Wenn es bis zum nächsten Arzttermin wieder auftritt, probier ich es damit mal. Und dann mal sehen, ob der Arzt das Problem begreift und die richtige Behandlungsmethode findet (und nicht mit niederpotenten NLs kommt - so wie Promethazin, was die Symptomatik verstärkt.)

Wer kennt diesen Zustand?






 
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 18.02.16 21:38
zuletzt geändert: 19.02.16 04:20 durch pillemann (insgesamt 5 mal geändert)
@Ferkel
Du schreibst ein paar posts vorher von Dopamn, L-Dopa, Amphetamin/Koks usw.
In Kurzform meine Antwort dazu:
Dopamin macht müde (ob grundsätzlich weiß ich jetzt nicht) aber in Form von z.B. L-Dopa, Sifrol, Neupro (alles RLS Medis) ist Müdigkeit ab einer gewissen Dosis eine Nebenwirkung. Das kann je nach Dosis narkolepsie ähnliche schlafattacken auslösen, also sehr unschöne NW ( eine von vielen), die viele Patienten auch nicht ertragen.
Dann generell zu RLS, hast du ja vllt auch, Dopamin ist das was fehlt und auxh hilft dagegen. Viele Patienten, mich inbegriffen, können direkt nach einer Mini Dosis Koks oder anderen Substanzen die nur oder viel Dopamin freisetzen schlafen. Deswegen wirken ja Opioide so gut bei RLS.
Amphetamin allerdings geht nicht, weil da die Noradrenalin Ausschüttung zu groß ist und das Verhältnis Dopa/Noradrenalin ungünstig ist, so daß es für die RLS Behandlung inefektiv ist. Noradrenalin ist auch der Grund für den körperlichen Rush.

Ich habe selbst RLS und es hört sich für mich so an als ob das bei dir auxh so ist.
Kann aber auch ne NW von deinem NL sein, die sich auch mal ähnlich wie RLS äußern können. Das wirst du nur in einem Schlaflabor und einem guten Neurologen oder Schmerztherapeuten erfahren und behandet bekommen. Oder mit dem Absetzen des NLs, was aber vielleicht gar nicht möglich ist. Kenne ja den Grund für diese Meditation bei dir nicht.

Das mit den Bewegungen ist genau anders herum als du es verstehst. Jemand mit RLS macht die Bewegungen willkürlich und bewusst und nicht unbewusst. Es gibst aber auch PLMD, hierbei geschehen Bewegungen der Gliedmaßen unbewusst. Ich schreibe das noch etwas ausführlicher.

Diese Bewegungen die du beschreibst sind nicht alleine RLS, viel mehr ein zusatz Symptom das viele noch zusätzlich zu den anderen Symptomen haben und ist nicht der typische Bewegungsdrang den man hat wegen des Kribbelns in den Beinen (oder wie man es jetzt auch nennen mag). Weil dieser willkürlich und bewusst passiert, also es juckt/kribbelt im Bein oder Arm und man bewegt es/ihn und die Beschwerden sind kurzfristig weg oder besser. Diese anderen Bewegungen passieren unbewusst und idR im Schlaf und nennt sich PLMD, Periodic Limb/Leg Movement Disorder. Bei mir sind die auch teilweise beim hig dose noddingl da. Das Hauptssymptom ist eher dieses typische Kribbeln/Ameisenlaufen auf oder eher in/unter der HauT oder eben undefinierbare im Bein. Dieser Bewegungsdrang folgt dadurch dann weil dieses Kribbwln so 'hochsteigt' nenne ich es mal und schlimmer bis unerträglich wird. Ich finde es fühlt sich an wie ein "jucken im Knochen" oder so etwas in der Art. Fühlt es sich bei dir so an oder so ähnlich? Wenn ja ist es sehr wahrscheinlich RLS und keine NW von deinem Medikament. Muss aber von einem Facharzt diagnostiziert werden. Ferndiagnosen sind nie sinnvoll (außer bei NL online Apos). Wenn du die Chance hast könntest du das Medi auxh einfach mal weglassen bzw. runterdosieren und beobachten ob es weg geht oder bleibt. Das kannn aber u.U. auch mal dauern weil so etwas auch nachwirken kann wenn es Substanzinduziert ist, also von deinem NL kommt und nicht sofort weg ist sobald du es nicht mehr nimmst. Also wenn du tatsächlich RLS hast von dem NL. Dann wäre es ne Möglichkeit es abzusetzen und das RLS wäre wohl weg oder? Falls du das nicht kannst/darfst kannst du eine RLS Meditation dazu nehmen. NLs sind nun mal bekannt dafür dass sie RLS auslösen oder verstärken können wenn man es schon hat, also idiopathisch. Das gleiche gilt für einige ADs. Und sogar MCP Tropfen gegen Übelkeit. u.A.

● Ursache VON RLS - Dopaminmangel/ gestörte Dopaminsynthese (auch wenn nicht 100%tig geklärt bis heute, vllt auch noch andere Ursachen zusätzlich)

● NLs - senken den Dopaminspiegel/ blockieren es mehr oder weniger stark, je nach Präparat

Was da jetzt bei beidem zusammen herauskommt kann man sich vorstellen.




 
Ex-Träumer
  Geschrieben: 19.02.16 12:15
Nun, es ist schwierig, das zu differenzieren. Auf jeden Fall kann Olanzapin häufig Akathisie auslösen.

Spoiler:
Zitat:
Klinisch ist die Akathisie durch eine Kombination aus Bewegungsunruhe – insbesondere der Beine – in Verbindung mit innerer Unruhe definiert. Letztere differenziert die Neuroleptika-induzierte Akathisie neben anderen Kriterien vom Restless-Legs-Syndrom.

Das würde für Akathisie sprechen. Innere Unruhe ist trotz Müdigkeit stark.

Kam auch tagsüber schon vor bei der Umstellung auf Ola. Quälende Unruhe und ständige Gewichtsverlagerung beim sitzen und nach vorne beugen, wieder zurücklehnen. Keine Körperhaltung wurde besonders lange als angenehm empfunden.

Oder auch als ich es schon länger nahm und bei den Eltern saß. War bestimmt nicht so schön, das mit ansehen zu müssen und nicht helfen zu können.

Zitat:
Eine zirkadiane Rhythmik fehlt.

Wenn damit gemeint ist, dass es regelmäßig zu bestimmten Tageszeiten auftritt, dann ist dem nicht so. Das ist alle paar Wochen mal einige Tage hintereinander und dann wieder mal nicht.

Zitat:
Im Gegensatz zum RLS bestehen dabei keine Missempfindungen.

Schwer zu beschreiben, kribbeln oder ziehen sind vielleicht auch die falschen Ausdrücke dafür. Eher eine auf den Körperteil fixierte Wahrnehmung. Wie bei der PMR, nur das man sich hier unvermittelt zwanghaft auf Arm/Bein/Kopf/Torso konzentriert - auf unangenehme Weise.

Achso: manchmal fühlt es sich an, als sei jeder Muskel im Körper angespannt.

Letztendlich hast du wohl Recht, dass man das selber schwer differenzieren kann. RLS sowie Akathisie liegen wohl am Dopaminmangel (bei zweiterem wohl stärker). Der Dopaminmangel liegt auf jeden Fall vor. Motivation, Emotion, Kognition - alles vermindert bis gar nicht vorhanden. Auf Amphetamin hingegen komme ich zumindest was Motivation und Kognition betrifft, annähernd auf das Level, bevor das mit den NL anfing. Klar Denken, Begreifen, Artikulieren, Konzentrieren, Tatendrang und etwas Freude an Aktivitäten sind dann wieder da. Der Nebel und die Verzweiflung verschwindet. Sogar Pläne werden geschmiedet. Plötzlich gibt es wieder Gesprächsthemen und es ist ein Interesse da sich mitzuteilen. Irgendwie etwas lebendiger, aber kalt.



Alles ist Scheiße, du bekommst ne Pulle in die Hand und merkst, du kannst sie wunderbar wegspülen. Spätestens mit 13 hängst täglich an der Flasche.
Irgendwann wurde eine schon immer etwas sensiblere Wahrnehmung durch Cannabis verstärkt sowie die Tendenz, auf Abstand zu bleiben und aufgrund entsprechender Erfahrungen grundsätzlich misstrauisch zu sein. Man könnte es eine "soziale Phobie" nennen, wie sie bei Cannabiskonsum auftreten kann.
Die wurde (anfangs erfolgreich) mit Amphetamin behandelt. Und weils so geil ist, hört man dann halt mal 7-8 Tage lang nicht auf zu ziehen. Dass man nach ein Paar Tagen Geräusche hört und leichte Optics hat, ist wohl auch nicht verwunderlich. Stimmen wurden nie gehört. In erster Linie waren es Beziehungsideen und (begründeter) Verfolgungswahn. Und dass Suizidgedanken nach Abbruch des Langzeitgebrauchs auftreten können, ist auch bekannt. Blöd nur, wenn man sie im unzurechnungsfähigen Zustand äußert und nicht weiß, was das für Folgen hat und dass das nach ein Paar Tagen abklingt... auch die besorgte Familie wusste nicht, was sie in Gang setzt, wenn sie die psychiatrische Ambulanz auf Empfehlung des Hausarztes um Rat fragt.
"Bringen Sie ihn, oder er wird geholt." Nach dem Arztgespräch warteten dann etwa 15 Leute vor der Tür. Ärzte, Pfleger, Sanitäter, Polizisten....



Zitat:
Für andere Patientengruppen mit psychotischen Symptomen (akute vorübergehende Psychosen, wahnhafte Störungen, schizoaffektive Störungen) könnte der Prozentsatz sinnvoller Neuroleptikagabe bei entsprechend guter psychosozialer Behandlung noch deutlich niedriger liegen bzw. gegen Null gehen


"Gute psychosoziale Behandlung": Maßregelvollzug? Kassenpatienten gemischt mit §§126a, 63, 64? "Freiwillig" erpresst. Jeglicher Freiheiten beraubt unter einem Dach mit z.T. Leuten, die ihre fremdschädigenden Paraphilien ausgelebt haben? Der Brandstifter ohne Personenschaden war da sympathischer und der ein oder andere Witz oder böse Sarkasmus wurde von irgendeinem aufgeschnappt und hatte eine Dosiserhöhung zur Folge.

Zitat:
Lassen sie sich mit der Neuroleptikagabe ruhig 2-3-6 Wochen Zeit. Psychosen remittieren „naturgesetzlich“ oft auch ohne Neuroleptika (siehe Langzeitstudien). Neuroleptika sind nur erforderlich, wenn sich in einem guten therapeutischen Gesamtkontext keine Rückbildungstendenz der Symptome zeigt oder trotzdem Eigen-oder Fremdgefährdung zum Problem werden.


Wenn man so abrupt aus seiner Welt gerissen wird und erstmal nur auf den hohen Zaun blickt, kann das schon ein Gedankenchaos anrichten. In der Hoffnung, dass es hilft darüber zu reden zum Pfleger gegangen und 5 Minuten später die erste Portion Haldol drin gehabt. Die Probleme wurden schon lange mit Drogen gelöst, also wurds völlig unkritisch geschluckt. Das war am zweiten Tag.
Nach etwa einer Woche wurde Seroquel verordnet, weil immer noch Beziehungsideen da waren. Jedoch reflektiert genug, die als Nachwirkungen der Psychose zu erkennen und nicht auszurasten oder so. Trotzdem rapide Dosissteigerung. Nach einer weiteren Woche war sie auf 600mg, dann auf 800mg. Um alleine 1h raus zu dürfen, musste man ständig aufpassen, dass ein Verhalten oder eine Aussage nicht fehlinterpretiert wurde. Wenn man sich verständlicherweise darüber aufregt, dass die versprochene Ausgangserlaubnis abgelehnt wird, kann man schnell mit einem Gramm Seroquel + Freiheitsentzug dabei sein...

Nach 2 Wochen (unzureichender, oberflächlicher Anamnese) war die frischgebackene Ärztin bereits überzeugt: Schizophrenie. Chronisch krank und eine Indikation für Langzeitmedikation.

Dass hier eindeutig was falsch läuft wusste ich damals nicht. Ebensowenig Gedanken machte ich mir über die sog. "Diagnoseinstrumente" und den Umfang des ICD-10. Wer nimmt sich heraus, zu entscheiden was "normal" und was krank ist? Und warum treffen irgendwelche Kriterien in diesem Katalog auf jeden Menschen zu?

Zitat:
Früherkennung bedeutet aus der Perspektive der Pharmaindustrie Indikationsausweitung und damit mehr Absatz und Gewinn.

Zitat:
heute werden 90% alle psychopharmakologische Studien von der Pharmaindustrie finanziert in Verträgen mit Wissenschaftlern können die Firmen darauf bestehen wie die Forschung durchgeführt und darüber berichtet wird und welche Resultate veröffentlicht werden erst nicht veröffentlichen von Daten geschieht systematisch.


Sechs Monate lang erlernte man die Krankheit und wurde zum paranoiden Hypochonder gemacht, worüber ich mich bereits etwas off-topic in einem anderen Thread ganz unten im Spoiler ausgekotzt habe.

Jahrelang hab ich die Dinger gefressen, auch in der längsten Clean-Phase seit dem Alter von 13 weiterhin. In dieser gab es noch ein paar böse Experimente mit Amisulprid und Clozapin, bis ich ganz unsanft bei Olanzapin gelandet bin. Zehn Monate volles Programm und leerer Kopf. Gar nicht Fähig, Probleme zu lösen. Wie denn, wenn man sie nicht sieht?

Die Depressionen wurden stärker, als ich merkte wo ich mangels Alternativen nun gelandet war. Immernoch auf Rezepte für NL angewiesen, musste ich natürlich zu einem entsprechenden Arzt. Auf das, was ich sagte, ging sie mit einem Nicken ein und stellte die nächste Frage auf ihrer Checkliste im Kopf. Nach 15 Min. schrieb sie Venlafaxin auf. Ich bekam sogar noch die Information, dass es etwas dauern könnte, bis die Wirkung eintritt, bevor die Sprechstunde beendet war. Man sähe sich in 2 Wochen wieder.
Einige Stunden nach der ersten Einnahme hatte ich in der Stadt einen psychotischen Schub, Angstzustände, nahe an einer Panikattacke. Den restlichen Tag hab ich mich weggeschlossen. An den nächsten Tagen immer noch subtil ängstlich und schreckhaft. Doch ich hab es weiterhin genommen. Zehn Wochen. Mein Zustand verbesserte sich nicht. Nur Nebenwirkungen. Geschwitzt wie nix gutes, Herzrasen, unangenehme Stimulation ohne Produktivität. Und dann habe ich es abgesetzt.
Noch hatte ich es nicht aufgegeben und wollte es mit Bupropion versuchen, hoffte, dass es Amphetaminähnlich wirkt und das Zeug hilft ja bekanntlich gegen Antriebslosigkeit (wenn auch nur kurzzeitig).
Das bekam ich nicht, zumindest nicht ambulant. Ich sei nicht absprachefähig, weil ich selbstständig das Venla abgesetzt habe.
Aber Duloxetin könnte ich direkt mitnehmen?!... Zu dem Zeitpunkt dachte ich nur noch, dass sie mich am Arsch lecken kann. Das Thema AD hab ich nie wieder angesprochen.
Die Ärztin hat z.T. so einen Blödsinn erzählt. Lange hats gedauert, aber mittlerweile stelle ich das ganze ernsthaft in Frage. Keiner hat eine andere Antwort als Psychopharmaka und bestimmte Präparate geben die raus wie Bonbons.
Eine UK habe ich nie abgegeben, immer gesagt, die ist eh nicht sauber und ich gehe offen damit um, was ich mir einfahre.
Die Depressionen kommen nicht durch den Drogenkonsum, weil sie auch ohne da waren. Die Depressionen sind die Ursache für den Konsum. Und das führe ich zu einem großen Teil auf die NL Behandlung zurück.

Zitat:
Chronische Blockade der Dopamin-Rezeptoren und Neurodegeneration schwächen Aufmerksamkeit, Antrieb, Motivation, Emotionalität und Entwicklung von „Bedeutung“, die Funktionen des dopaminergen Systems. So kann der Betroffen biologisch psychisch und sozial nur eingeschränkt oder gar nicht dazulernen.


Klar wusste ich, dass die Dinger schädlich sind. Aber warum hat es so lange gedauert, bis ich das Ausmaß begriffen habe?
Zitat:
50 bis 75% der psychotischen Patienten lehnen mittelfristig die Einnahme von Medikamenten ab. Dies wird meist als Folge mangelnder Krankheitseinsicht gewertet oftmals ist dies aber auch Folge eines berechtigten Misstrauens gegenüber den erhaltenen Informationen.


Die Ärztin scheint in Puncto Reduktion/Absetzen nicht besonders kooperativ zu sein. Erst recht nicht, wenn ich nicht clean bin. Also muss ich die Geduld aufbringen, diesen Zustand ohne Drogen zu ertragen, um mich langsam ans Absetzen zu machen. (Wenn ich niemanden finde, der mitmacht und kleinere Tabletten aufschreibt, löse ich die eben und dosiere flüssig. So kann ich immer um 1mg heruntergehen, geduldig warten und beobachten, was passiert. Vielleicht dauerts ein halbes Jahr, vielleicht ein ganzes oder mehr.. keine Ahnung. Wenn es nicht jetzt schon bleibende Schäden verursacht hat und mich zur Dauereinnahme verdammt...

Zitat:
Angesichts der nachweislich nicht besseren Prognose der Schizophrenie seit Einführung der Neuroleptika und der wissenschaftlich mehrfach nachgewiesenen erhöhten Mortalität durch Neuroleptika ist es unnötig und ungerechtfertigt Patienten keine Wahlalternative zu geben zumal diese nach wissenschaftlichen Erkenntnissen möglich wäre.
Die Entscheidung für ein potenziell tödliches Medikament kann nicht erzwungen werden. Patienten brauchen Wahlalternativen



Zitat:
Neuroleptika müssen in einem solchen Behandlungssystem nur noch selektiv und üblicherweise in niedrigen Dosierungen gegeben werden sie ergänzen die psychosoziale Behandlung nur dann wenn diese allein nicht hinreicht.

Folgende Kerninterventionen sollten Priorität haben:
  • Arbeit mit dem Familien und dem erweiterten sozialen Kontext
  • Beziehungskontinuität
  • Reizschützende traumasensible Psychosebegleitende Milieus
  • Einzeltherapie bei individueller Indikation
  • Direkter Lebensfeldbezug und größtmögliche Normalität
  • Psychotherapeutische Kompetenz der Professionellen
  • Frühstmögliche Integration in Ausbildung und Beruf


Es gibt Hoffnung, ein Umfeldwechsel und der richtige Arzt/Therapeut...

Zitat:
Längerfristige therapeutische Begleitung ermöglicht später oft eine weitere Reduktion auf eine sehr geringe Dosis oder ein Absetzen der Neuroleptika in 25 bis 50% der Fälle mehrfacher Versuche sind dabei häufig erforderlich psychotische Episoden nach vollständiger Remission können gemäß einer Pilotstudie in 50% der Fälle auch erfolgreich allein mit Benzodiazepinen behandelt werden.

Es gibt auch pharmakologische Alternativen: Carpenter et al (1999): 50% der Rezidive einer im Intervall voll remittierten Experimentalgruppe waren mit Monotherapie von Diazepam gut und ausreichend behandelbar ohne Abhängigkeit zu induzieren.

Die beste Behandlung ist momentan das schrittweise Absetzen der Neuroleptika und ihr Ersatz durch Tranquilizer, um die Angst zu lindern.


Informationen zum Thema gibt es viele.
Probleme beim Absetzen von Neuroleptika
Reduzieren und Absetzen
Reduktion NL
NL Minimieren

Es gibt ein Buch von Peter Lehmann. Kennt das jemand? Ist es hilfreich?



Dr. Wayne O. Evans (conference in Puerto Rico in 1967):

“Those of us who work in this field see a developing potential for nearly a total control of human emotional status, mental functioning, and will to act. These human phenomena can be started, stopped or eliminated by the use of various types of chemical substances. What we can produce with our science now will affect the entire society.”

„If we accept the position that human mood,
motivation, and emotion are reflections of a neurochemical
state of the brain, then drugs can provide a simple, rapid
expedient means to produce any desired neurochemical state
that we wish.“






 
Abwesender Träumer



dabei seit 2016
557 Forenbeiträge

  Geschrieben: 19.02.16 13:09
Foerkel schrieb:
..........."Bringen Sie ihn, oder er wird geholt." Nach dem Arztgespräch warteten dann etwa 15 Leute vor der Tür. Ärzte, Pfleger, Sanitäter, Polizisten....


Krass, ja sowas habe ich auch einmal erleben dürfen in einer psychosomatischen Klinik. Das falsche Gesagt bzw. es wurde falsch verstanden und ab auf die geschlossene Abteilung mit 2 Tagen Zwangs-Neuroleptika-Behandlung. Und laut denen habe ich mindestens 4 schwere psychische Störungen gehabt zu dem Zeitpunkt. Als ich dann raus kahm weil ein Arzt gemerkt hat dass ich ich da nicht hin gehöre wurde ich Fan/Anhänger der Antipsychiatrie. Und habe den Laden und die verantwortlichen Ärzte verklagt und auch gewonnen. Heureka. Die beiden verantwortlichen Ärzte wurden zwanhsversetzt und abgemahnt. Sorry ist wohl leicht OT. Vor allem in nem Thread über die Medikamente die ich ablehne und die dazugehörige Praxis.

Aber zum Thema:
Ja es kann beides sein bei dir, wissen wirst du es wohl tatsächlich am Ende nur mMn wenn du das Olanzapin weglässt. Wenn du das kannst oder darfst oder es dir zutraust. Kenne ja den Grund nicht weshalb du es nimmst oder vllt. brauchst. Wünsche dir da schnelle Hilfe und viel Kraft. Ich weiß wie zermürbend solche Geschichten sein können. Vor allem brauchst du wohl zuerst nen anständigen Facharzt mit Ahnung.

Was wollen denn deine Behandler machen gegen die Beschwerden? Ob jetzt Akathisie oder RLS.?
 

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