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  Geschrieben: 22.12.16 07:54
zuletzt geändert: 22.12.16 08:15 durch Double (insgesamt 1 mal geändert)
Hallo liebes Forum,

ich habe eine lange Nacht ausgiebiger, empirischer Forschungsarbeit hinter mir, und denke nun behaupten zu können, den Mythos um die "sagenumwobene" Amphetamin-Base geklärt zu haben. Ich möchte mich an dieser Stelle entschuldigen, dass ich nicht den Speed-Sammelthread oder einen anderen bestehenden Thread dafür nutze, aber ich fürchte, dort würde das untergehen, ohne dass es die Leute unter euch erreicht, die sich auch für das Phänomen interessieren. Weiterhin muss ich erwähnen, dass ich aktuell einen ziemlich starken Antrieb verspüre, diesen Post zu schreiben. Wie gesagt, lange Forschungen. Ich werde versuchen mich kurz zu halten.
Der Mythos an der Sache? Die einen sagen, dass pastöses, feuchtes Amphetamin eine Mischung aus Amphetaminsalz und Amphetaminbase ist, wobei das Sulfat quasi als Trägerstoff für die flüssige Base fungiert. Die anderen sagen, die Base gibt es nicht auf dem Schwarzmarkt, und alles was als Paste verkauft wird ist bloß Amphetaminsulfat + Lösemittel.

Erstmal ganz kurz der wissenschaftliche Hintergrund.
Erstmal: Was ist nochmal eine Base? Eine Base nach Arrhenius dissoziiert in Wasser und bildet OH(-)-Ionen. Diese erhöhen den pH-Wert der Lösung. Mit steigendem pH-Wert wird die Reaktion immer weiter in Richtung der Edukte verlagert, bis sie am pKb-Wert die 50%-Marke unterschreitet. Und wenn man von chemisch stinknormalem Amphetamin spricht, handelt es sich immer um dessen Base. Einfach weil das Molekül eine Tendenz hat, Protonen aufzunehmen. Diese Base kann mit einer Säure neutralisiert werden. z.B. Schwefelsäure. Über die Schwefelsäure gelangen Sulfat-Teilchen in die Lösung, welche sich ans Amphetamin-Molekül heften und beim Abdampfen der Lösung mit dem zuvor flüssigen, flüchtigen Amphetamin zu einem festen, stabilen Salz mit Kristallgitter erstarren. Sulfatsalze reagieren meistens sauer oder neutral, aber auch gar keinen Fall mehr basisch. Um das Amphetamin als Base wieder aus dem Salz zu lösen, brauchen wir eine starke Base, welche dem Amphetamin das Proton entreißen möchte und es somit vor dem Sulfat schützen würde.

Jetzt mal zurück zum praktischen Forschungsteil.

Ich glaube, jeder der öfter Straßenspeed gesehen hat, kennt die Gerüche, Erscheinungsformen und subjektiven Wirkungen, in denen es vorkommt und welche es erzeugen kann.
Mir persönlich sind vier Varianten aufgefallen, die sich am häufigsten finden und auch von vielen im Speed-Sammelthread so ähnlich beschrieben wurden.

1) Weißes, fast geruchloses, feines Pulver.
-> Beschreibung würde auf so einige Substanzen passen, aber ausgehend davon, dass man nicht komplett übers Ohr gehauen wurde, handelt es sich dabei wohl unter anderem um Amphetamin-Sulfat. Dieses wird durch Wikipedia und andere Chemie-Seiten als weißes, geruchloses Pulver beschrieben. Die Base riecht ja angeblich recht streng, ist ölig und ist gut flüchtig, demnach würde ein geruchloses, trockenes Pulver keine Amphetamin-Base enthalten dürfen. Dabei ist mir folgender Zusammenhang aufgefallen, der imho zeigt, dass es auch da zwei Varianten gibt:

>a) Eine Variante, welche bei der nasalen Applikation eine moderate/starke Reizung der Schleimhaut verursacht, meist verbunden mit einer bestimmten Geschmacksentwicklung im Rachenraum. Die Wirkung tritt in der Regel ausgesprochen schnell und stark ein, nach etwa 5 Minuten. pH zumeist basisch.

>b) Andere Variante: Diese Proben verursachen deutlich weniger Schmerzen und so gut wie keine besondere Geschmacksentwicklung (außer bitter). Diese Form wird oft in Folge eines gründlichen Aceton-Washs gewonnen. Die Wirkung unterscheidet sich merklich von der aus Variante b). Sie kommt eher langsam nach 15-45 Minuten und scheint weniger stark ausgeprägt, hat jedoch irgendwo den selben Kern, wenn man das so ausdrücken darf. Besonders nach einem Aceton-Wash sollte man die Potenz dieses "unscheinbaren" Pulvers nicht unterschätzen. Die Gefahr einer Überdosierung ist gegeben, durch den verzögerten und sanfteren Wirkeintritt gegenüber Variante a), was Konsumenten zum vorzeitigen Nachlegen hoher Dosierungen bewegen kann.

2) Wachsartiges, evtl leicht gelbliches, stark riechendes, schlecht oder gar nicht vollständig trocknendes Pulver
-> Meist erzeugt diese Variante ebenfalls nasal ein ziemlich starkes Brennen und vor allem einen starken Geschmack/Geruch im Rachen. Dies und auch die Wirkung entspricht der von Probe 1a). Obwohl diese Variante sehr potent sein kann, bleibt nach einem Aceton-Wash oft bloß eine Ausbeute von nicht mehr als 30-50% übrig.

3) Stark riechende, flüssige, pastöse Konsistenz. (Speed-Paste)
-> Der Geruch ist nicht klar definierbar und ist von Paste zu Paste anders, aber eine bestimmte Duftnote ist immer dabei, die man bei vielen Speedproben wiederfindet. Allgemein geht das Geruchserlebnis je nach Probe mal von "recht angenehm, ähnlich wie Weichspüler/Waschmittel duftend", bis "fischig/urinartig stinkend". Die Flüssigkeit ist oft leicht brennbar und hat oft einen recht basischen pH-Wert, wobei mir schon alles von pH 7 bis pH 13 untergekommen ist. Meist verdunstet sie bei Zimmeratmospähre recht flott, und es bleibt ein Pulver, auf das Beschreibung 1a), 1b) oder 2) passt. Ein Aceton-Wash einer solchen Probe kann eine recht hohe Ausbeute (80%) nach sich ziehen, oder auch nur eine eher magere. (20%).

Wie diese Unterschiede, und besonders die Unterschiede hinsichtlich der Wirkung, zustande kommen, war mir lange Zeit ein Rätsel. Aber wenn man diese ganzen, weitgehend empirischen Daten versucht, chemisch einzuordnen, lässt sich die Fragestellung meiner Ansicht nach zum Großteil beantworten.

Was uns zu Amphetamin-Base und Amphetamin-Sulfat bekannt ist:

Amphetamin-Base:
- Riecht "fischig"
-"brennt bei hohen Konzentrationen auf Schleimhäuten"
-"ölig"
- Schmelzpunkt 27 Grad
- leicht entzündlich
- flüchtig
- schlecht wasserlöslich, gut löslich in organischen Lösemitteln
- reagiert basisch in H2O.

Amphetamin-Sulfat:
- Geruchlos
- trocken, weiß, fest
- gut wasserlöslich, unlöslich in Aceton
- reagiert neutral, evtl. auch sauer in H2O.

Meine Deutung:

Bei Proben vom Typ 1a) handelt es sich um Amphetaminsulfat, welches mit salzartigen, basischen Streckmitteln (KOH, NaOH etc.) versetzt ist. Auf der Nasenschleimhaut dissoziieren beide Salze, wodurch die Hydroxid-Ionen der Streckmittel mit dem Amphetaminsulfat reagieren und quasi in der Nase das Amphetamin "freebasen", welches dann sofort einen Geschmack und Geruch entwickelt und auf den Schleimhäuten brennt. Zudem brennen natürlich auch die basischen Steckmittel. Die Wirkung tritt sehr schnell ein, dafür stehen einige Mechanismen in meinem Verdacht:
- Die Nasenschleimhaut wird durch die Reizung aufgrund der Basizität durchlässiger für das Amphetamin, dieses tritt schneller ins Blut über, "knallt stärker und schneller".
- Die Amphetaminbase ist flüchtig, und fängt an aus der Nase zu verdampfen. Wir atmen es dann in die Lungen ein, "knallt stärker und schneller".
- Lipide Substanzen diffundieren oft besser durch Schleimhäute als polare Salze bzw. Ionen.

Proben vom Typ 1b) beinhalten meiner Meinung nach Amphetaminsulfat. Da der pH-Wert des Pulvers neutral ist, wird beim Konsum auch keine Base freigesetzt. Das Salz wird aus der Nase eher träge resorbiert, rutscht dann in den Magen und wird anschließend im Dünndarm auf pH 8 gebracht, was die Amphetaminbase zum Teil aus dem Salz freizusetzen vermag. Deshalb der langsamere Wirkeintritt. Diese Variante bleibt meistens beim Aceton-Wash als Produkt übrig, da Amphetaminsulfat in Aceton unlöslich ist, die Base hingegen schon.

Proben vom Typ 2) beinhalten vermutlich eine Mischung aus Amphetaminsulfat und Base. Diese Behauptung wird ja oft in den Raum geworfen und meistens auch genauso oft scharf angezweifelt, besonders oft mit Bezug auf diese Veröffentlichung hier: http://www.saferparty.ch/tl_files/images/download/file/aktuelles%202016/Amphetamin_Auswertung_2015.pdf
Dort wird behauptet, dass alle Proben Amphetaminsulfat enthielten und bloß mit Lösemitteln verunreinigt waren. Ich persönlich traue dieser Studie nicht, da sie einige Ungereimheiten aufweist. Z.B. steht da kleingedruckt: "Amphetamin ist meist in Sulfatform im Umlauf. Aufgrund der Analysemethode wird der Amphetamingehalt hier als
Hydrochlorid (HCl) angezeigt."
Ich könnte mir vorstellen, dass da jemand chemisch falsch an die Sache rangegangen ist. Vermutlich wurde eine Säure/Base-Extraktion durchgeführt, wobei das Sulfat inkl. Base (bei einer Probe nach Typ 1a), 2) oder 3) mit einer Base gefällt, anschließend extrahiert und als HCl-Salz gefällt wurde, vermutlich um es in einem Gaschromatographen zu analysieren. Vermutlich lässt sich das HCl-Salz deutlich besser verdampfen als das Sulfat (siehe Methamphetamin-HCl) und das ist ja die Grundbedingung, um eine GC durchzuführen. Ich habe saferparty.ch angeschrieben und wollte die exakte Analysenmethode erfahren, habe jedoch nie eine Antwort bekommen. Deshalb: Spekulation!

Proben vom Typ 3 (Pasten) enthalten nur Amphetaminsulfat, sofern sie einen neutralen pH besitzen. Wenn die Streckflüssigkeit basisch ist, liegt vermutlich auch zu einem Anteil Amphetaminbase vor. Das erklärt die schwankenden Ausbeuten beim Aceton-Wash, trotz subjektiv ähnlicher Potenz zweier Proben. Beim Aceton-Wash löst sich die Amphetaminbase im Aceton, das Salz sammelt sich als Bodensatz. Das Geruchsspektrum ist ziemlich breit gefächert, da viele verschiedene Lösemittel als Streckmittel verwendet werden können. Der gemeinsame Nenner, der den unter Konsumenten als "typischer Pepgeruch" bekannt ist, ist vermutlich der Geruch der Amphetaminbase, da die Lösemittel/Streckmittel oft basisch sind.

Wer einmal Amphetamin riechen möchte, braucht bloß etwas von der Amphetaminprobe (egal welcher Art) in ein Reagenzglas mit Wasser zu geben, mit Säure ansäuern (wenn die Probe keine unappetitlichen Streckmittel oder Rückstände wie z.B. Phenylaceton enthält, wird die Probe jetzt geruchlos) und anschließend durch Zugabe von KOH oder NaOH vollständig zu basen. Es bildet sich eine leicht trübe, gelbliche, ölige Schicht an der Wasseroberfläche, das ist die Amphetaminbase. Ich würde den Geruch persönlich nicht wirklich als fischig bezeichnen, aber ein besserer Vergleich fällt mir auch nicht ein. Angenehm finde ich ihn jedenfalls nicht. Die Base lässt sich nun z.B. mit Toluol extrahieren.

Aber am Ende jetzt die Frage: Was macht das alles überhaupt für einen Unterschied? Warum ist in den letzten Jahren so viel Paste unterwegs?
Ich glaube die Antwort ist ganz einfach: Die Paste enthält eben aufgrund der Basizität doch oft Amphetaminbase. Und diese ist aufgrund des raschen und starken Wirkeintritts deutlich suchterzeugender als Amphetamin-Sulfat, welches ja auch als Medikament gegen ADHS verschrieben wird und meistens beim Patienten keinen Rausch und keine Sucht verursacht. Man sollte auch erwähnen, dass basische Substanzen die Nase mehr schädigen als neutrale.

Eine weitere Erkenntnis: Vor einem Aceton-Wash unbedingt den pH-Wert prüfen! Eine möglichst verlustfreie Aufreinigung ist nur bei pH 7 möglich. Sollte der pH-Wert drüber liegen, dann er mit Schwefelsäure sehr behutsam in Richtung 7-8 verändert werden. Keinen Überschuss an H2SO4 einsetzen, sonst droht eine Kontamination mit H2SO4, was euer Amphetamin erstmal unverwendbar macht und evtl. sogar zersetzt.

Zuletzt möchte ich sagen, dass die allermeisten Thesen, die ich oben aufgestellt habe, auf reiner Beobachtung, subjektiven Eindrücken und theoretischer Interpretation beruhen. Sind meine Gedanken jedoch auch nur im Ansatz richtig, dürfte der "Mythos" Amphetamin-Base gar kein Mythos sein, sondern durchaus Realität auf dem Schwarzmarkt. Abweichungen der Ergebnisse in Folge von Streckmitteln und unterschiedlichen Amphetamingehalten wurden durch das laienhafte Untersuchen einer großen Vielzahl von Proben reduziert.


So langsam tun mir die Finger weh. Vielen Dank fürs Lesen, ich würde mich über eure fachkundige Meinung freuen! Über Kritik, Ergänzungen und Korrektur würde ich mich besonders freuen.


 
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  Geschrieben: 22.12.16 11:07
Hallo Double,
ich komme direkt zum Punkt.

Double schrieb:
Erstmal: Was ist nochmal eine Base? Eine Base nach Arrhenius dissoziiert in Wasser und bildet OH(-)-Ionen.


Das ist soweit richtig, allerdings ist das die "falsche" Säure/Base-Definition. Richtig wäre an dieser Stelle die von Brønsted, welcher postulierte, dass Säuren Protonendonoren sind und Basen Protonenakzeptoren. Letzteres ist hier ausschlaggebend, da Amphetaminbase nicht dissoziieren kann. Amphetamin trägt auch keine OH-Gruppe, die abgespalten wird (Alkohole sind aber sowieso sauer und nicht basisch). Vielmehr kann Amphetamin Protonen an der Aminogruppe (-NH2) aufnehmen, da der Stickstoff ein freies Elektronenpaar hat. Genau das passiert auch bei der Neutralisation. Die Schwefelsäure (nicht Sulfat-Ionen) gibt insgesamt zwei Protonen an jeweils ein Amphetaminmolekül ab und das Sulfat-Ion ist dabei das Gegenion für die entstehenden sauren "1-Phenylpropan-2-ammonium"-Teilchen.

Double schrieb:
Bei Proben vom Typ 1a) handelt es sich um Amphetaminsulfat, welches mit salzartigen, basischen Streckmitteln (KOH, NaOH etc.) versetzt ist.

Das bezweifle ich ehrlich gesagt. Ich glaube nicht, dass jemand Amphetamin mit KOH/NaOH strecken würde. Das stell ich mir sehr barbarisch vor...

Double schrieb:
Die Amphetaminbase ist flüchtig, und fängt an aus der Nase zu verdampfen. Wir atmen es dann in die Lungen ein, "knallt stärker und schneller".

Amphetamin hat einen Siedepunkt von 200°C bei Atmosphärendruck. Dass sich bei Raumtemperatur Anteile verflüchtigen und in die Lunge gelangen passiert zwar (sonst würde man den Geruch nicht wahrnehmen). Dass diese aber nennenswert sind oder gar eine Rauschwirkung hervorrufen halte ich für sehr unwahrscheinlich.

Double schrieb:
Eine weitere Erkenntnis: Vor einem Aceton-Wash unbedingt den pH-Wert prüfen! Eine möglichst verlustfreie Aufreinigung ist nur bei pH 7 möglich. Sollte der pH-Wert drüber liegen, dann er mit Schwefelsäure sehr behutsam in Richtung 7-8 verändert werden.


Amphetamin hat einen pKs-Wert von 9,9. Bis zum pH-Wert 10 dürfte nahezu keine freie Base vorliegen, da Amphetamin die stärkere Base ist. Also basisch stellen mit Ammoniak würde schon nicht ausreichen, um die "Base aus ihrem Salz zu verdrängen" (Achtung, unwissenschaftliche Formulierung; Zitat!)

Soweit erstmal von mir. Bin auf eine Diskussion gespannt!
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Ex-Träumer



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  Geschrieben: 22.12.16 12:40
Danke für das Feedback :) Die Säure-Base-Definition hab ich im letzten Moment noch von Bronsted zu Arrhenius gewechselt, da mir die plötzlich passender erschien. Keine Ahnung was mich getrieben hat biggrin
Ich habe in einigen Quellen auch gelesen, dass zwei Amphetaminmoleküle sich ein Sulfat-Ion teilen. Weil es ja eine zweiprotonige Säure ist.

Ja, bei der Sache mit KOH als Streckmittel war ich mir am Ende dann auch unsicher. Aber wenn man es genau richtig dosiert, könnte das KOH auch in einem Verhältnis vorliegen, wo es in der Nase dann vollständig neutralisiert wird um die Amphetaminbase freizusetzen, dann wäre der Schaden auf die Schleimhaut auch geringer.

Mit dem Dampfdruck hast du recht. Amphetamin hat tatsächlich bei 20 grad einen niedrigeren Dampfdruck als Wasser, habe ich eben erst gesehen. Trotzdem könnte ich mir schon vorstellen, dass bei der Luftmenge, die man durch die Nase jede Minute einatmet, schon auch relevante Anteile in Gasform in die Lunge gelangen könnten.

Zum letzten Punkt: soweit ich es verstanden habe beginnt die Umsetzung vom sulfat zur base ab dem ersten OH- Molekül, was man in die Lösung bringt, sofern keine anderen Kationen enthalten sind. OH- ist die stärkere Base, müsste also sofort nach Zugabe das Proton vom amphe wegschnappen und zu H2O reagieren. Oder verstehe ich da was falsch?
 
Abwesender Träumer

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  Geschrieben: 22.12.16 13:07
Vorab: meine chemischen grundkentnisse bewegen sich auf dem niveau, dass sich schokopulver in milch auflöst und wasser bei 100ºC kocht...

Daher mein nicht wissenschaftlicher ansatz zur amphetaminbasen-these:
Welchen sinn würde es denn für den hersteller macben eine sulfat-base paste zu produzieren, die dann sowieso von jedem konsumenten so lange getrocknet wird, bis überhaupt keine base mehr darin ist?

Ich koch doch mein wasser für den tee auch nicht so lange bis das ganze wasser verdunstet ist.

Fand deine gedanken dazu dennoch interessant:)
"wenn unser wunsch nach Freiheit vom schmerzen größer wird als unser Wunsch, uns der Realität zu stellen, sind wir verdammt, ein Leben zu führen, das immer versucht, Veränderungen aus dem Weg zu gehen"
Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 22.12.16 13:24
Der Geruch lässt viele denken, muss gutes Zeug sein. Die meisten die ich kenne ziehen ihre "Paste" auch nass.
 
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Ex-Träumer



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  Geschrieben: 22.12.16 14:28
Also wenn es ganz nass und triefend ist wird wohl immer ein Lösungsmittel als Streckmittel mit enthalten sein. Im Optimalfall verdampft dieses Lösemittel aber recht schnell. Die Amphetaminbase hingegen verdampft langsamer als Wasser, man müsste es also schon eine Weile liegen lassen, bis die Base komplett verdampft ist. Vorstellbar ist auch, dass im Herstellungslabor die Base gar nicht erst vollständig mit H2SO4 neutralisiert wird, und somit zwangsläufig ein Gemisch von Base und Salz entsteht.
 
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  Geschrieben: 22.12.16 17:09
Double schrieb:
Ich habe in einigen Quellen auch gelesen, dass zwei Amphetaminmoleküle sich ein Sulfat-Ion teilen. Weil es ja eine zweiprotonige Säure ist.

Das ist richtig, ist wohl nicht angekommen. Habe eigentlich versucht mich verständlich auszudrücken.
Double schrieb:
Ja, bei der Sache mit KOH als Streckmittel war ich mir am Ende dann auch unsicher. Aber wenn man es genau richtig dosiert, könnte das KOH auch in einem Verhältnis vorliegen, wo es in der Nase dann vollständig neutralisiert wird um die Amphetaminbase freizusetzen, dann wäre der Schaden auf die Schleimhaut auch geringer.

Das halte ich - alles in allem - nach wie vor für sehr unwahrscheinlich.
Double schrieb:
Zum letzten Punkt: soweit ich es verstanden habe beginnt die Umsetzung vom sulfat zur base ab dem ersten OH- Molekül, was man in die Lösung bringt, sofern keine anderen Kationen enthalten sind. OH- ist die stärkere Base, müsste also sofort nach Zugabe das Proton vom amphe wegschnappen und zu H2O reagieren. Oder verstehe ich da was falsch?

Doch, das ist richtig. Aber wie bereits gesagt: nicht alle Basen sind Hydroxide. Bloß weil etwas mit Indikatorpapier eine basische Reaktion zeigt, heißt es nicht, dass auch OH-Ionen vorliegen. Außerdem gibt es da noch das Prinzip vom Gleichgewicht.. Wenn eine Lösung einen pH-Wert von 8 hat und alle Hydroxid-Ionen (ursprünglich 10^-4 mol/l) mit Amphetaminsulfat-Molekülen reagieren, dann ergibt das immer noch nur 1,72x10^-6 Gramm... Also praktisch nichts. Bei pH 10 sinds 0,017g und bei pH 11 schon 1,724g bei pH 12... Naja theoretisch 172,4g, wenn man so viel in der Lösung hat. Ansonsten wohl alles, was an Amphetamin drin ist.
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  Geschrieben: 22.12.16 17:50
Wenn man den ersten Post etwas entrückt durchliest steht da, dass schmerzende Pampe stärker und schneller wirkt und nicht schmerzende Pampe sanfter ist.

Den anderen Teil finde ich irgendwo sinnlos, das ganze sind subjektive Beobachtungen einer einzelnen Person, du weißt nichtmal, ob du wirklich Amphetamin hattest.

Zu dem KOH als Streckmittel, das wird nicht gemacht. Niemand ist so bescheuert.

Die Schmerzen entstehen nicht durch basische (oder saure Verätzungen). Sich mit Natronlauge zu waschen tut nichtmal besonders weh, zumindest die ersten Stunden. Die Gewebeschädigung entsteht dadurch, dass den Zellen Wasser entzogen wird (aufgrund der hohen Salzkonzentration außerhalb). Die Zellen gehen kaputt und da kommt der Schmerz her.
Ich kann mir weiter vorstellen, dass der subjektive Unterschied zwischen Amphetaminen aufgrund des Schmerz entsteht und danach das Gefühl anders ist. Wer weiß schon was das ausmacht.
He complained: "Tony left me with a pile of Hendrix LPs and some dope."

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Ex-Träumer



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  Geschrieben: 22.12.16 18:13
Mir ging es eigentlich in erster Linie darum, zu zeigen, dass es sehr wohl Amphetamin-Base auf dem Schwarzmarkt gibt, entgegen vieler Behauptungen und entgegen der Studie von saferparty.ch. Und dann konnte ich mit dem Schreiben nicht mehr aufhören biggrin
 
Traumländer



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  Geschrieben: 22.12.16 18:15
Ich finde auch ein kräftiger Nasenschmerz ist auch sehr belebend und klärt den Kopf, ähnlich wie Amphe. Keine Ahnung ob durchs Adrenalin, oder anders.
Der Geruch wird mittlerweile häufig durch Streckmittel erzeugt.
"Immer wieder, wenn ich aus dem Leib aufwache in mich selbst, lasse ich das andere hinter mir und trete ein in mein Selbst; ich sehe eine wunderbar gewaltige Schönheit und [...] bin in eins mit dem Göttlichen" (Plot. IV.8.6)
Traumländer



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  Geschrieben: 22.12.16 18:29
Die Behauptung ist eher dass es reine Amphetaminbase gibt. Rein bedeutet hier kein Amphetaminsulfat Anteil.

Aber wenn du dir den Acetonwash Thread durchliest findest du sehr wohl Berichte von Leuten die eine ölige Substanz Aceton gelöst hatten, das ist wahrscheinlich Base. Die kann daher kommen, dass man nur 95% (oder so) des Amphetamins ausfällt um mit dem Ausfällen nicht nochmal von vorne anfangen zu müssen, wenn man zuviel reintut. Wir reden hier von illegalen Laboren, nicht anständig ausgestatteten Laboren.

Die Studie von saferparty.ch bleibt aber weiterhin gültig, da ganz explizit gesagt wird, dass nur Aussagen über die vorliegenden Proben gemacht werden können und man davon ausgehend höchsten extrapoliert werden kann.
Dazu kommt, dass der Amphetamin sehr lokal ist und nicht wie MDMA aus wenigen großen Laboren versorgt wird, also sind Daten aus Österreich nicht sonderlich vielsagend bezüglich des deutschen Marktes, oder der Stadt in der du wohnst.
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Abwesender Träumer



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  Geschrieben: 22.12.16 19:54
Ihr müsst außerdem bedenken, dass der brennende und stechende Schmerz in der Nase einen sofort wach macht, schon allein aus dem Grund, dass man nach einer gewissen Zeit darauf konditioniert ist, dass gleich eine schöne, belebende Wirkung folgt. Der Dopaminausstoss besorgt den Rest. Ich schließe mich soweit dem Threadersteller an, meine Erfahrungen haben gezeigt, dass in der 'Paste' tatsächlich Amphetaminbase enthalten ist, allerdings in geringerer Konzentration. Eine typische Paste im Kölner Raum besteht aus: 40% flüchtige Lösungsmittel, 30% Amphetaminsulfat 20% Streckmittel wie z.B Milchzucker oder Mannitol, 10% Amphetaminbase, nach dem Acetonwash als gelber, öliger und eklig stinkender Rückstand erkennbar. Und ja, diese plörre ballert subjektiv besser als reines Amphetaminsulfat. Am nächsten Tag fühlt man sich aber auch als wäre man von einem Güterzug überfahren worden.
"Wenn ein Pechvogel sich im Bett zu Tode vögelt, soll das heißen, dass alle anderen schuldbewußt das Pimpern einzustellen haben?"

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  Geschrieben: 23.12.16 13:39
Amphetamin wird in der Großproduktion nicht sauber ausgefällt und hat daher noch Reste an Base. Amphetamin braucht in der Regel mindestens 10 Minuten nach intranasaler Applikation um zu wirken, der Effekt kommt anfangs eher subtil und wirkt sogut wie gar nicht auf den Körper bei korrekter Dosierung.
Dieser Kick den viele Pulver mit sich liefern liegt an den Streckstoffen wie Koffein, welches nach wenigen Minuten schon ballert und einen starken Körperlichen Bodyload mit sich bringt. Aufgrund dieser falschen Vorstellung von Amphetamin ziehen viele Leute auch im Stundentakt, obwohl Amphetamin recht lange wirkt. Da diese Pülverchen aber fast eh kein Amphetamin enthalten ist das nicht weiter schlimm. Brennt auch gut in der Nase, Lösemittel brennen ebenfalls sehr heftig. Amphetaminbase kannst du nicht ziehen, man kann sie aber gut zb. mit Alkohol als Nasenspray benutzen.
Diese Pastenscheiße werde ich nie verstehen, da werden Lösemittel ohne Ende reingekippt damit sich ein Kolloid bildet. Beim "Aufschmieren" verdampfen diese dann, da diese sehr flüchtig sind (Base verdampft übrigens auch aber nicht so schnell, erklärt warum einige Pasten und seltsame Pulver nie richtig ziehfertig werden, ist aber kein Qualitätsmerkmal sondern eher Schlamperei bei der Ausfällung) und lassen das Amphetaminsalz zurück. Im Endeffekt zahlt der Konsument dafür dass er beschissen wird.
Als mein Goldfisch noch das Zeug aus dem abtrünnigen Labor eines großen Pharmakonzerns bezog und dies weiterverkaufte hat er aus Jux sogar in das Zeug reingewichst damit es pastiger wird. Dort wird es übrigens in großen Wannen mit einem Mischstab einfach mit der Schwefelsäure vermischt, du kannst den Rest Base wie ein Molkeerzeugnis abschöpfen.
Kann echt keinen Funken Respekt vor Leuten haben die sich ihr Handy vollkleistern und auch noch glauben dass das was richtig gutes sein soll.


Die Base an sich hat eine bessere Bioverfügbarkeit als das Salz, deswegen ist es leichter überzudosieren, also danach einen schrecklichen Kater haben. Sie wirkt aber nicht besser oder heftiger man braucht lediglich weniger Material.

Ideal wäre eigentlich ein sehr sauber ausgefälltes Amphetaminsalz mit gleichbleinder Qualität damit man den Effekt kennenlernen und besser abschätzen kann um so auch besser zu dosieren. Aber hey, es lassen sich lieber alle weiter verarschen in dem Glauben dadurch besonders gute Qualität zu bekommen.
Freunde von mir stehen übrigens mehr auf das mit Koffein hochgestreckte Pulver, die wollen das Brennen und den Bodyload sonst ist es für sie kein gutes Pepp.
 
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  Geschrieben: 23.12.16 15:17
zuletzt geändert: 03.02.19 21:12 durch Neopunk (insgesamt 1 mal geändert)
Wieso sollte die Base eine bessere Bio Verfügbarkeit haben ? Quellen ?
 
Kommentar von Neopunk (Moderator), Zeit: 03.02.2019 21:12

Die Base ist lipophiler, ergo membrangängiger
 
Abwesender Träumer

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  Geschrieben: 23.12.16 15:52
Jo hab grad Bioverfügbarkeit mit dem Massenanteil verwechselt...
Amphetaminbase ist potenter da es nicht durch ein Ion an wirkungsloser Masse zunimmt. Und die Base wird natürlich nicht wie das Pulver durch seine Streckstoffanteile noch weiter nach unten verschnitten.
 

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