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LdT-Forum » Drogen » Ecstasy & Upper auf Amphetaminbasis » MDMA Reise (Reiseprotokoll)


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Abwesender Träumer



dabei seit 2018
15 Forenbeiträge
2 Tripberichte

  Geschrieben: 21.03.21 20:54
Sonntag 14. März 2021

Befindlichkeit: postdepressiv aber stabil, verliebt und frühlingserwachend

Örtlichkeit: Heimelige, warme und ruhige Atmosphäre in hippieesker Vintagewohnung

Begleitung: 2 Freundinnen

Gruppenkonstellation: Anfänglich 2 zu 1, später Triade

Substanz: 3,4-Methylen-Dioxy-Methyl-Amphetamin (MDMA)

Dosierung: 1 x ca. 40mg + 1 x ca. 80mg

Intention: entaktogene Erfahrung, Rekalibrierung der Gefühlsregulation nach depressiver Episode, gemeinschaftsverbindende Erfahrung

Start: ca. 11:30

Sonntag Morgen, irgendwo in den Ausläufern des Emmentals. Der Winter hält vorübergehend nochmals Einzug und hüllt die ländliche Szenerie in feines, aber stetes und windiges Schneegestöber. Es ist ruhig und es herrscht auch kaum Verkehr auf der angrenzenden Landstrasse in diesem Durchfahrtsort, welcher irgendwie abgeschieden und zugleich angegliedert erscheint.

Ich bin zu Besuch bei einer Freundin, die ich gerade näher kennenlerne und für die ich auch amouröse Gefühle hege. Ebenfalls zu Besuch ist eine langjährige Freundin ihrerseits, die mir irgendwoher bekannt vorkommt, ich aber nicht vermag zuzuordnen. Wie sich später noch herausstellen wird, sind wir uns vor Jahren schon einmal kurzweilig begegnet.
Ich bin noch nicht lange wach und mache mich daran, allmählich mit einer Tasse Kaffee fit zu werden. Meine beiden Komparsinnen sind schon länger wach, oder genauer gesagt noch immer wach. Sie unterhalten sich angeregt über vergangene Zeiten und Leute. Kurzum sie tratschen beschaulich zu Kaffee und Keksen. Dabei werden sie jedoch nie bösartig. Dennoch fühle ich mich etwas deplatziert und stehe dabei aussen vor. Was mich allerdings nicht davon abhält, mit dem Gedanken zu liebäugeln etwas MDMA zu mir zu nehmen. Mein letztes Mal ist bereits eine Weile her und liegt vor der winterbedingten, depressiven Episode. Ich verspüre eine starke Reiselust und mein Gefühl sagt mir, dass es mir gut tun könnte. Bereits am Vorabend sprach ich unsere gemeinsame Gastgeberin darauf an und äusserte gegenüber ihr den Wunsch, in absehbarer Zeit einmal mit ihr gemeinsam MDMA zu nehmen.

Wie der Zufall oder das Schicksal es wollten, brachten ihre später eintreffenden Freundinnen ein wenig der Substanz als Geschenk mit. So zusagen beim Universum bestellt und keine 24 Stunden später freihaus geliefert. Das soll Amazon erst einmal nachmachen.
Auf meine Frage hin, ob denn die beiden Damen mich bei dieser Exkursion begleiten möchten, antworteten beide zügig mit ja. Das freut mich, denn ich bin schon sehr lange nicht mehr mit dieser Substanz in einer Seilschaft gereist.

Schnell wird klar, dass ich das mit der Dosierung regeln soll. Ich frage nach der gewünschten Dosierung und der jeweiligen Toleranzschwelle. Beide sind erfahren im Umgang mit Substanzen und dies auch über den profanen Unterhaltungskonsum hinaus. Ein Umstand allerdings verunsichert mich schon gerade. Es ist die Tatsache, dass wir über keine Feinwaage verfügen. Die Dosierung nach Augenmass ist stets tückisch. Dennoch traue ich es mir bei MDMA zu. Wäre es 2CB, würde ich die Finger davon lassen!

Glücklicherweise handelt es sich um reines HCL, dass uns in bereits in verfeinerten Körnung vorliegt. Das erleichtert mir die Arbeit enorm. Ein Kaffeetellerchen aus weissem Porzellan, sowie der Horngriff eines alten Buttermessers, dienen mir kurzerhand als Reibschale und Pistill. Ich gehe ruhig und besonnen vor und komme mir dabei wie ein Hausapotheker vor.

Schliesslich portioniere ich für jeden von uns ca. 40-50mg ab. Das feingemahlene Pulver gebe ich jeweils in ein eigens dafür vorbereitetes Schottgläschen, welches ich mit lauwarmen Pfirsichsirup angefüllt habe.Da wir nur über ein Glas verfügen, erfolgt die Einnahme daraus gestaffelt. Ich folge zu letzt. Zusammen mit dem Sirup schmeckt die Substanz zwar bekömmlicher als pur, ein medizinisch bitterer Nachgeschmack bleibt aber trotzdem.

Jetzt gibt es definitiv kein zurück mehr und so starten wir gemeinsam in diesen schneebeweissten, sonntäglichen Nachmittag. Mir wird gerade klar, dass ich die Substanz weitestgehend auf nüchternen Magen genommen habe. Ein Umstand, der einen verstärkten Bodyload begünstigen kann. Ich mag ein zu rasches und intensives Anfluten von MDMA nicht besonders. Oft hege ich dagegen aversive Widerstände und somatisiere diese physisch in Form von Hitzewallungen, erhöhtem oder vertieftem Puls, Übelkeit und Benommenheit. Diese Symptome klingen dann aber in aller Regel nach 3/4-1,5 Stunden ab. Diesmal jedoch ist es etwas anders, denn ich habe meine Initialdosis scheinbar zu niedrig gewählt und mir wird klar, dass ich, sofern ich denn wirklich eine volle MDMA-Reise erleben möchte, relativ zeitnah nachdosieren muss.

Doch ich warte zunächst noch zu. Als bald sind meine Begleiterinnen schon ziemlich beschäftigt. Für sie war die Initialdosis bereits gut dosiert. Während sie beide sichtlich klassische Symptome zeigen, stecke ich bei mir selbst fest. Mich überkommt eine Art unangenehme, bleierne Schwere und ich fühle mich weder frei noch unfrei. Auch macht sich in mir ein unterschwelliger Tremor breit. Zunächst halten wir uns alle in der Küche auf, wechseln dann aber samt Musik ins Wohnzimmer. Da setze ich mich auf das Sofa und versuche eine bequeme Haltung einzunehmen, was mir einfach nicht richtig gelingen möchte.

Neben mir macht es sich J.‘s Freundin bequem. Sie blickt mich mit glasigen und geweiteten Augen an und gerät ins Erzählen. Sie eröffnet kein einfaches Thema und ich fühle mich anfänglich von ihrer Geschichte etwas überfordert. Dennoch spüre ich, dass es richtig und wichtig ist, ihr jetzt zuzuhören und ihr den Raum dafür zu geben.
Sie erzählt von ihren Erlebnissen mit häuslicher Gewalt. Dabei spricht sie weder mit Groll, noch verharmlost sie etwas daran. Sie sagt einfach wie es ist. Das MDMA entfaltet seine antitraumatische Wirkung und es ist immer wieder ein besonderer Moment mitzuerleben, wenn sich bei Jemanden die Möglichkeit zur angstfreien Reflexion eröffnet. Jener magisch anmutende Moment, welcher etliche Monate klassischer Psychoanalyse stümperhaft wirken lässt, Angesichts der simplen Tatsache, dass es endlich gelingt über die traumatische Erfahrung zu sprechen, ohne dabei sofort davon vereinnahmt zu werden.
Und so erzählt sie weiter. Bespricht es mit uns, aber eben auch mit sich selbst. Dabei wechselt sie immer mal wieder ihre räumliche Position. Mal steht sie auf und streckt sich, dann wieder räkelt sie sich wie eine zufriedene Katze auf einem Sitzkissen um dann wieder in die behütende Fötalhaltung zu wechseln. Es ist schön, ihrem Bewegungsfluss zu folgen.

Nur in mir selbst ist einiges in Schieflage und je tiefer sie eintaucht, desto unwohler, verkorkster und neurotischer komme ich mir vor. Da steigt Scham und Selbstabscheu in mir hoch und beide wecken den Neid in mir. Ich erdulde es still und leise, soweit hat mich MDMA bereits im Griff. Ich beobachte und schliesse die Augen. Lausche dem Palaver der beiden Frauen und zugleich den inneren Bewegungen. Für einen kurzen Moment drifte ich weg und ich werde von traumartigen Bildern weggetragen. Jetzt fragt mich J. ob es mir gut gehe. Ich antworte ihr nur knapp. Sprechen ist gerade ungeheuer schwer für mich.

Schliesslich komme ich wieder etwas zu mir und ich darf meinen Kopf in J.‘s Schoss legen. Ihre warmen Beine unter meinem Nacken zu spüren ist grossartig und zaubert mir ein süsses Lächeln in mein Herz. Ich spüre ihren Puls in meinen Nacken strömen und fühle mich erregt. Aber auf eine sanfte, tiefe, liebende Weise.
Schliesslich äussert R. den Wunsch sich einen Nachschlag zu genehmigen. Auch J. hält das für eine entzückende Idee.

Ich bin mir gerade unschlüssig und kann mich noch nicht dazu durch ringen. Die beiden bitten mich darum, die Nachdosierung zu bewerkstelligen. Ich stehe auf und begebe mich in die Küche und beginne erneut das Prozedere. Diesmal reduziere ich die Dosierung leicht. Aber nur minim. Ich reiche ihnen das Schottglas wieder gestaffelt und setze mich wieder zu ihnen ins Wohnzimmer. Es dauert nicht lange und beide tauchen völlig ein in diese liebliche, herzerwärmende Atmosphäre, welche MDMA so einzigartig und verführerisch macht. Sie ändern die Musiklautstärke und tanzen etwas, gefolgt von dem typischen Bewegungsdrang. Sie lachen viel und geniessen sich. Nach einer weiteren halben Stunde entschliesse ich mich ebenfalls nach zu legen. Ich dosiere mir ca. die doppelte Menge von meiner Eröffnungsdosis nach. Damit dürfte ich insgesamt bei rund 120mg liegen. Das dürfte reichen. Ein weiterer Bodyload bleibt aus und ich weiss jetzt, dass ich MDMA zukünftig nur noch tranchiert zu mir nehmen möchte.

Es dauert nicht lange und ich gleite hinein. Damit bin ich endlich angekommen und unser Zusammensein wird triadisch. Ich geniesse die Wellen, welche ein leichtes und freudiges Kribbeln in meinem Körper erzeugen. Diese postorgastischen Oxytocinwellen, welche mir den Zugang zu der femininen Erlebnisqualität eröffnen.
Ich blicke J. an und versinke in ihren grossen Augen. Dabei spüre ich eine grosse Zuneigung und Liebe zu ihr. Tief und echt. Nicht dieses überprojezierte Plastikverliebtsein, wie ich es durchaus auch kenne, aber oft etwas später vergeht. Abblättert wie alter Lack und eine dumpfe Leere in mir zurück lässt.

Ich möchte bei ihr sein, in ihr sein, mit ihr sein. Aber ich will sie nicht besitzen. Sie nicht erdrücken und ersticken. Sie soll frei sein. Wir beide, frei darin uns zu begegnen und zu lieben, wenn uns danach ist. Ich vertraue ihr gerade voll und ganz. Und alleine dies tut meinem Herzen und meiner Seele unendlich gut. All dies bleibt verbal unausgesprochen. Vollzieht sich in Sekunden und erfüllt mich mit Glück.

Ich gönne mir einen Toilettengang. Dabei gelange ich spontan zu einer Erkenntnis:Es gibt das Selbstmitgefühl, das Selbstmitleid und die destruktivste Form davon ist die Selbstbeelendung. Diese Erkenntnis scheint mir so essenziell, dass ich sie mit einer langjährigen und stillen Weggefährtin teilen möchte. Ich mache ihr eine Voicemail. Mit ihren besten Wünschen kehre ich zurück in die Runde.
Es wird schnellere Musik gewünscht und ich lege ein DJ-Set von mir in die Playlist. Etwas psylastig.

Nach einer Weile habe ich Lust auf einen Spaziergang. Es schneit und dämmert draussen, dennoch möchte ich an die frische Luft. Zuerst denke ich daran alleine zu gehen, merke aber dann, dass ich gerne mit J. zusammen gehen würde. Zum einen, weil ich die Gegend nicht wirklich kenne und zum anderen weil ich gerne einen Gesprächspartner mitnehmen möchte. Ich frage sie und sie sagt sofort ja. Sie beginnt sich dem Wetter entsprechend anzukleiden.

Die frische Luft draussen tut ungeheuer gut. Schneeflocken tanzen wie wild um unsere Köpfe. Wir schreiten los und folgen zunächst eine Weile der Hauptstrasse. Schliesslich zweigen wir ab und laufen die Serpentinen einer Landstrasse hoch. Ob der frischen Luft und der körperlichen Bewegung, gerate ich bald schon ins Reden und so rapportiere ich meine gegenwärtigen Gefühlseindrücke.

Mir wird plötzlich bewusst, dass es bei unserer gemeinsamen Begegnung seit langem nicht darum geht, dass Gegenüber retten zu wollen oder müssen. Und das fühlt sich gerade ungeheuer befreiend an! Wir begegnen uns auf Augenhöhe. Ich teile dies J. unmittelbar mit. Wir gehen zusammen Hand in Hand den Weg entlang und erzählen uns noch die eine und andere Anekdote. Es wird zunehmend dunkler und stürmischer. Zeit umzukehren und zurück in die warme Stube zu gehen.

Zurück und erfrischt ziehe ich mich etwas ins Schlafzimmer zurück. Die Substanz klingt allmählich bei uns allen aus. J. und R. verbringen wieder etwas Zeit in der Küche und lassen gute Musikstücke erklingen. Ich geniesse es gerade sehr eingekuschelt im Bett zu liegen, etwas zu dösen und der Musik und den Frauen zuzuhören. Ich verfolge aber nicht den Inhalt der Gespräche, es fühlt sich einfach wohlig an ihren Stimmen und ihrem Gelächter zu lauschen. Ab und zu schaut J. vorbei, erkundigt sich nach meinem befinden, drückt und küsst mich. Jedesmal wenn sie das macht erblühe ich emotional regelrecht. Mein Herz fühlt sich wohl mit ihr.

Irgendwann entschlummere ich allmählich und zu Beginn zucke ich manchmal noch zusammen. Nervlich-spastische Entladungen. Sie sind Anzeichen für eine neurologische Umstrukturierung. Abreaktion belastender Inhalte.
Früh Morgens erwache ich und J. legt sich zu mir. Sie ist müde und bedarf des Schlafes. Wir ziehen uns beide aus und kuscheln uns nackt in Löffelchenstellung aneinander. Wir halten uns, küssen uns und schlafen gemeinsam ein.

Ein Happyend, wie ich es so auf einer MDMA-Reise noch nie erlebt habe. Danke <3

 

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