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LdT-Forum » Konsum » Sucht, Abhängigkeit & psychische Probleme » Depressionen und Kreativität - Ein melancholisches Opfer?


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» Thread-Ersteller «
Traumländer

dabei seit 2013
298 Forenbeiträge

  Geschrieben: 10.05.21 03:33
Hey Ltd!

Ich möchte heute mal ein Thema auf den Tisch packen, dass mich, wie wahrscheinlich auch andere im Forum, selbst betrifft. Das Thema ist (diagnostizierte) Depressionen und ein Zusammenhang mit Kreativität und die möglichen Ursachen, auch wenn es wissenschaftliche Lektüre dazu gibt und eine persönliche Meinung dazu. Ich leide unter diagnostizierten bi-polaren Depressionen, die Medikamentös behandelt werden sollte. Ich habe jedoch aus physisch-gesundheitlichen Gründen die medikamentöse Behandlung abgelehnt habe. Pre- und Post Diagnose erfolgten diverse Therapien mit mehr oder minder erfolgreichen Ergebnissen.

Es gibt zum Thema Depressionen und Kreativität reichlich wissenschaftliche Lektüre, die darauf schließt, dass ein Zusammenhang gegeben ist. Ich habe mich jedoch effektiv nicht damit befasst und wollte nur wissen, ob die These bereits gestellt beziehungsweise behandelt wurde. Schaut man sich die Umwelt an, die der Stars besonders, wird man feststellen, dass viele Suizide besonders im Bereich der Musik- und Filmbranche festzustellen ist - zumindest dem öffentlichen Interesse entsprechend.

Ein Fall, der mir besonders in Erinnerung bleibt, ist Tim Berg (Avicii), dessen trauriges Ende ein Resultat einer Achterbahnfahrt von exzessiven Afterpartys, Drogen und Alkohol war. Avicii war einer der großartigsten Künstler der Modernen und auch die, die kein Interesse an seiner Musik hatten, mussten zugeben, dass sein Talent und seine Fähigkeit immer wieder aufs Neue "fangende" Melodien schreiben zu können, ein Talent war, das seines gleichen Sucht. Sein indirekter Suizid lässt mich stutzig werden. Warum immer wieder Künstler? Ist es der einfache Zugang zu Drogen und Alkohol durch einen gewissen Grad an Popularität, oder ist es die mentale Krankheit, die zu Kreativität und letzten Endes zum letalem Absturz führt? Meine persönliche Meinung ist die letztere These.

Ich stelle leider immer wieder fest, dass wenn es mir mental schlecht geht, ich kreativ werden. Das stellte sich bereits in jungen Jahren heraus. So war es anfangs das Spielen mit Klötzen, so war es später das Spielen mit Photoshop und After Effects, dessen Talent rückwirkend absolut verschwendet ist und nun: Die Musik. Wenn ich mentale Rückschläge erleide, wächst in mir eine regelrechte Kraft für Kreativität. Es ist mittlerweile ein so stark bemerkbares Phänomen, dass wenn ich künstlich meinen Dopamin und Serotoninspiegel erhöhe, die Lust kreativ zu arbeiten schwindet oder, falls ich im Leben positives erfahre, ebenfalls mein kreativer Akku im Keller ist.

Immer mehr Menschen der Influencer-Welt machen auf mental Krankheiten aufmerksam oder outen sich als mental instabil, vorerkrankt oder vermuten, dass eine eventuelle Erkrankung vorliegt. Das Problem: Ist Glücklichkeit gleichzeitig das dominate Gefühl, dass die Kreativität als Opfer fordert? Ich würde für meinen Teil ein klares Ja als Antwort geben.

Meine Depressionen gehören mittlerweile zum Leben dazu. Die diagnostizierte Bi-Polare Störung ist durch den Konsum diverser Substanzen deutlich mehr im Schacht, wenn sie auch ein Tribut, nämlich den anfänglichen missbrauch von Substanzen, anfängt zu fordern, und positiv zu vermerken, meine (nicht diagnostizierten) borderlineartigen Zustände sind mittlerweile fast verschwunden - was mich stutzig macht, denn ich fange an, das Gefühl zu vermissen. Ein absurdes Paradox. Ich hatte bereits Phasen in meinem Leben, in denen ich so glücklich war, dass ich nicht mehr wusste, was ich empfinde oder fühle - ich habe regelrecht nach innerlichen Konflikten gesucht habe und mich grundlos traurig, niedergeschlagen und deprimiert gefühlt.

Das Gefühl, einen Dämonen nicht mehr zu haben, erinnert ein wenig an das Stockholmsyndrom. Wie bricht man diesen Kreislauf, wenn ein weiteres Tribut noch die Kreativität ist? Effektiv müsste die Persönlichkeit eines Menschen, ich, komplett umgekrempelt werden. Erging es Künstlern ähnlich? Ist es der ständige Drang, den dunklen Dämonen zu suchen, der Kreativität schenkt aber im schlimmsten Fall das Leben fordert - egal ober buchstäblich oder wortwörtlich?

Ich für meinen Teil würde gerne wissen, wie sich eventuell Betroffene hier diesbezüglich fühlen oder sogar ähnliche Erfahrungen haben. Wie würdet ihr den Kreislauf entkommen? Mit Verzicht auf Substanzen? Mit Verzicht auf ein kreatives Leben?

- SimpleOne
(Dieser Text entstand unter dem Einfluss von einer mittleren Dosis Amphetamin. Das ADS (diagnostiziert), lässt mich konzentrierter und ruhiger arbeiten.)
The most beautiful dream is the dream of a promising tomorrow
Traumländer



dabei seit 2008
2.362 Forenbeiträge

  Geschrieben: 10.05.21 06:57
Dass du, wenn du drauf bist, keine Veranlassung hast, kreativ zu werden, liegt nahe, da dein Belohnungszentrum dann ja schon ohne Kreativität angesprochen wird. Der Mensch neigt wie alle Tiere dazu, Energie zu sparen, wenn keine Notwendigkeit besteht. Die entsteht erst durch Langeweile. Genauso kann eine (leichte) Depression dazu führen, dass jemand sich in Kreativität (oder andere Beschäftigung; siehe Onlinesucht, Sexsucht, Workaholics) "flüchtet", oder eben auf depressive Phasen manische folgen. Bei schwerer Depression hingegen ist man meist zu sehr "Gemüse", als dass die Depression noch Raum für Kreativität ließe. Bei mittelschweren Verläufen ist es wohl persönlichkeitsabhängig. Die einen sind mehr, die anderen weniger kreativ veranlagt bzw. sozialisiert. Das wären so meine Gedanken dazu, allerdings ohne in Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung geschaut zu haben.
Alles, was dem Zeitgeist der 1940er widerspricht, ist Disney-Propaganda queer-stalinistisch-zionistischer Feminazikomitees zum Genozid arisch-männlicher Leistungsträgerschaft durch Chemtrailverschwulung + Islamisierung.
Traumländer



dabei seit 2014
186 Forenbeiträge
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  Geschrieben: 11.05.21 17:54
Das ist ein echt interessantes Thema. Ich werde da noch mal was dazu schreiben. Aber im Moment bin ich grad leider nicht dazu in der Lage, hier was Vernünftiges beizutragen.
»Zu einer Erkenntnis […] muß man durch Not, Leiden an seiner Fülle gekommen sein, muß geglaubt haben, ›entwurzelt‹ zu sein […], muß am Intellekt gelitten und ihn durch den Geist überwunden – muß mit dem Menschen gerungen haben.«
— Ernst Toller

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