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Abwesender Träumer

dabei seit 2023
3 Forenbeiträge

  Geschrieben: 01.09.23 09:41
Hallo Zusammen,

ich war längere Zeit nicht mehr aktiv und habe mich aus gewissen Umständen heraus wieder angemeldet
Im diesem Zuge habe ich gleich ein Anliege und würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen :)

Kurze Einleitung:
Leider lief bei mir im Leben nicht immer alles glatt, aufgrund dessen ich ein paar „Baustellen“ entwickelt habe und auf konventionellem Wege nicht mehr ganz so weiterkomme.

Habe eine starke Angst- und Zwangserkrankung, Depression sowie Fibromyalgie. Das ist Stoffwechselstörung und dadurch bin ich seit 13 Jahren Schmerzpatient und habe diverse Problemchen mit Verdauung, Schlaf, Regeneration, starker Reizüberflutung etc.
Befinde mich gerade in der zweiten Psychotherapie die mir schon hilft nur leider sind die Ängste so stark, dass ich teils nicht mehr weiß wo hin damit.
Ich spreche hier von einer generalisierten Angststörung die sich in Phobophobie, also der Angst vor der Angst, sozialen Ängsten sowie der permanenten Angst vor einer Panikattacke/Kreislaufzusammenbruch äußerst. Muss dazu sagen das ich mich nur an zwei Panikattacken aufgrund von Weed vor ca. 8-10 Jahren erinnern kann (Kiffe nicht mehr) und noch nie einen Kreislaufzusammenbruch hatte^^ Da sieht man mal was der Kopf einem alles eintrichtern kann. Wie man sich vorstellen kann, bestimmen diese Ängste leider mein Leben sehr.

Antidepressiva helfen nicht so wirklich, Konfrontationstherapie ist auch so eine Sache, mache ich eigentlich schon immer, ich stelle mich so gut es geht allem aber der „AHA-Effekt“ von dem Therapeuten immer so schön reden bleibt aus und die Angst besteht weiterhin. Nehme Benzos bei Bedarf und habe Tianeurax und Lyrica abgesetzt.

Bin nun 33 und hab in meinen wilden 20ern viel mit Drogen experimentiert. Opiate, MDMA, Medikamente, Weed, Amphe usw. Auch ein paar mal LSD und Pilze. Hab Pilzen und LSD sehr schön und positiv in Erinnerung.
Meine Therapeutin meinte vor einiger Zeit, dass sie sich gut vorstellen könnte, dass mir eine Psychedelika gestützte Therapie helfen würde. Lebe zwar in Berlin nur leider ist das Angebot in Deutschland nicht so wie viele es gerne hätte ;)
Aufgrund dessen recherchierte ich die letzte Zeit, las Berichte und schaute Dokus darüber. Habe darauf hin vor kurzem nach 8 Jahren meinen ersten 1- Gramm und eine Woche später 2 Gramm Pilztrip gefahren. War angenehm, sehr ruhig, geerdet und hatte ein wahnsinniges Verbundenheitsgefühl zur Natur, dass auch länger angehalten hat und leider aufgrund meiner stärken depressiven Episode gerade nicht so sichtbar ist. Jedoch so gut wie keinerlei Optics, dass ist auch nicht so relevant. Also für mich ein guter Wiedereinstieg in das Thema.

Nun konkret mein Anliegen:
Ich habe vor durch „experimentieren“ mit der Dosis und je nach dem im Beisein von Tripsittern, dass Thema selbst anzugehen. Thema bedeutet bewusst in die Trauma und die Bereiche einzudringen die mir bewusst sind, aber die emotional so von mir abgekoppelt sind. Ich denke jeder was von was ich spreche. Soll heißen, high dose sowie evtl. Mircodosing. Und genau dazu würde ich sehr gerne Tips, Erfahrungen, Meinung zu Pilze, LSD, DMT oder was auch immer helfen könnte hören. Habe mir gerade das von Grof das psychedelische Selbsterfahrungsbuch zugelegt welches ich demnächst im Urlaub anfange. Natürlich auch gerne Tips in eine ganz andere Richtung/Substanzklasse. Auch die Umsetzung eines solchen Trips würde mich sehr interessieren, in den Dokus die ich sah hatten alle Probanden immer eine Schlafmaske und Kopfhörer auf. Jedoch wurde nicht gezeigt, wie die Reise genau von Therapeuten begleitet wurde.
Die Berichte von Menschen mit Depression, chronischen Schmerzen, Ängste etc. sind teils so wahnsinnig positiv das mich das bestärkt, in diese Richtung zu gehen.

Ich würde mich auch sehr freuen, Antworten wie „wer in Behandlung ist sollte sowas nicht machen“ weg zu lassen. Bin zwar recht „krank“ wenn man so will aber extrem reflektiert und denke meine Baustellen zu 98% zu kennen. Möchte gerne neben Meditation, Yoga und der Pharamaindustrie einen anderen Weg finden mein Wirrwarr im Kopf zu ordnen ;)) Mein Leidensdruck ist mittlerweile so groß, dass ich nahezu alles machen würde.

Sorry für den langen Text, wusste jedoch nicht wie ich das kürzer halten sollten.

Danke schon mal

cheers!



 
Abwesender Träumer



dabei seit 2019
1.222 Forenbeiträge

  Geschrieben: 01.09.23 12:01
SleepingHollow schrieb:
Ich habe vor durch „experimentieren“ mit der Dosis und je nach dem im Beisein von Tripsittern, dass Thema selbst anzugehen. Thema bedeutet bewusst in die Trauma und die Bereiche einzudringen die mir bewusst sind, aber die emotional so von mir abgekoppelt sind.


Möglich erscheint es mir schon. Aber ebenso erscheint es mir als äusserst unwahrscheinlich zu sein, dass du die rechten Hebel findest. Besonders, da du anscheinend recht unstrukturiert an die Geschichte herangehst.
Da würde ich dir wirklich raten, es ohne Drogen zu versuchen. Und zwar indem du beinhart den Dingen nachgehst, von welchen du vermutest, dass sie dich triggern. Du musst Ordnung schaffen und nicht die Unordnung vertiefen, indem du auf gut Glück mit Psychedelika experimentierst.
Als Anfang könntest du daran arbeiten, dich als Mensch zu verbessern. Empathie, Hilfsbereitschaft, Menschenfreundlichkeit, das sind Begriffe zum Thema.
Ich bin überzeugt davon, dass du auf diesem Wege erfolgreicher sein würdest. Später eventuell, dass dir der eine oder andere Anstoss von aussen (durch Drogen zB) hilfreich sein könnte. Jetzt halte ich es für ausgeschlossen, da gezielt etwas zu tun.
Alles Gute !
Grüsse

 
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Abwesender Träumer

dabei seit 2023
3 Forenbeiträge

  Geschrieben: 01.09.23 12:12
Hi, danke für deine Antwort.
Kann sein, dass ich mich etwas unverständlich ausgedrückt habe. Es tut mir Leid, aber ich finde deine Antwort passt irgendwie nicht dem Thema...
Wie erwähnt mache ich bereits viele Dinge und kenne meine Trigger und arbeite daran. Nur gibt es halt wie immer eine Ebene weiter darunter, die man nicht so einfach ansteuern kann. Nicht umsonst gibt es Ketamin und LSD gestützte Psychotherapien oder andere Dinge wie EMDR-Therapie.
Die anderen von dir empfohlenen Dinge wohnen mir bereits inne oder mache ich ;)
Darum noch mal konkret die Frage an dich. Warum rätst du mir davon ab?
Sry soll nicht zu persönlich rüberkommen :)
 
Abwesender Träumer



dabei seit 2019
1.222 Forenbeiträge

  Geschrieben: 01.09.23 13:54
SleepingHollow schrieb:
Warum rätst du mir davon ab?

Das ist ganz einfach. Weil ich unglaublich viele Konsumenten kenne, die Psychedelika aus wirklich allen möglichen Gründen genommen haben. Darunter viele, die so etwas wie Erleuchtung suchten, aber auch gar nicht so wenige, die glaub(t)en, ihre Psychohygiene in Odnung bringen zu können. Allen ist die Erfolglosigkeit gemein. Ich kenne keine einzige Ausnahme. Natürlich gibt es jene, die steif und fest behaupten, ihnen haben die Psychedelika geholfen. Und sie erwähnen es dauernd und ungefragt. Da kann also etwas nicht stimmen, die sind eine Station vor der Klapse würde ich sagen.
Wovon ich jetzt nicht spreche, das sind die unzähligen kleinen und gelegentlich auch grösseren Erkenntnisse, die uns Psychedelika bescheren. Die fallen aber so gut wie alle in die Kategorie spontan. Und da liegt der Haken. Man kann die (Aus)Wirkung von Psychedelika nicht steuern. Beeinflussen ja, steuern nein. Und darum glaube ich auch an die Erfolglosigkeit deines Unterfangens. Tut mir leid, aber ich sehe es so. Und ganz unerfahren bin ich in beiden Bereichen - Psychedelika und Psyche - nicht.
Dass es Ebenen im Bewusstsein gibt, ist klar. Aber ich würde meinen, dass die "tiefen" Bewusstseinsebenen eher "oben" anzusiedeln sind. Ansichtssache ;-)
Die von dir genannten Therapien sind interessant und gelegentlich auch erfolgreich. Dass daran geforscht wird, bedeutet hier aber, dass man kaum etwas weiss über Möglichkeiten oder Unmöglichkeiten. Was fehlt, ist eine klare Eingrenzung, wofür welche Therapie gut ist. Man weiss es einfach nicht. So wird experimentiert und dabei gibt es Erfolge. Wunderbar wirklich. Aber es bleibt doch zu hoffen, dass man bald besser Bescheid weiss über die konkreten Möglichkeiten dieser Therapien.
Stell dir einmal vor, sogar die Ärzte, die es anbieten, können im voraus gar nichts sagen über den möglichen Erfolg der Therapie. Wenn dich einer der betreffenden Ärzte überhaupt als Patient annimmt. Die sind natürlich in einer guten Lage, sie können sich die Patienten aussuchen.
Grüsse
 
Traumländer



dabei seit 2012
507 Forenbeiträge
1 Tripberichte

  Geschrieben: 01.09.23 18:36
Ich würde da den Weg weiter gehen mit einen Therapeuten der sich genau dieser Thematik verschrieben hat. Hast du denn Kontakte zu solchen Therapeuten oder kennst du Wege wo man die kontaktieren kann?
Das alleine mit Tripsitter zu machen kann natürlich auch helfen aber ein Therapeut der genau weiß wie man da vorwärts kommt ist natürlich viel hilfreicherer als mit Tripsitter die dich halt nur begleiten können.
So einen zu finden ist natürlich nicht einfach aber denke das wäre der richtige Weg. Man muss halt Geduld haben bis man an den richtigen rankommt. Vielleicht hat man mehr Erfolg wenn man nicht nur im Umkreis nach so einem schaut, sondern in ganz Deutschland rum fragt? Evtl vllt auch in der Schweiz und Österreich je nachdem wo sowas eher praktiziert wird.
Wünsch dir auf jeden Fall viel Glück. Und das mit einem nahestehenden Tripsitter kannst ja auch mal ausprobieren aber wie gesagt mit jemand aus dem Fach würde es meiner Meinung viel mehr helfen.

Everything will be ok at the end. If it's not ok, it is not the end.
Abwesender Träumer

dabei seit 2023
2 Forenbeiträge
1 Tripberichte

  Geschrieben: 03.09.23 16:13
Hi SleepingHollow,

dein Leidensweg ist natürlich sehr berührend. Ich erkenne mich da in einigen Punkten auf jeden Fall wieder. Ich bin jetzt selber fast 40 und einige von deinen Symptomen haben auch mich schon mein Leben lang beschäftigt. Dazu gehören auch Angstproblematiken. Bei mir waren es Ängste in Situationen mit neuen Menschen und größeren Gruppen. Dazu kamen noch Depressionen und eine allgemein sehr negative Lebenseinstellung. Cannabis war auch lange Zeit mein Begleiter - so wie bei dir - allerdings bemerkte ich nach einigen längeren Pausen jedes Mal, dass es die Symptome eher noch verschlimmert, als sie zu verbessern. In den ersten Tagen hebt sich zwar die Stimmung, aber danach ging es jedes Mal rapide bergab. Körperliche Probleme wie ein Reizdarmsyndrom spielten dabei auch eine Rolle. Letzteres konnte ich mit der oralen Einnahme von selbst hergestellten Kapseln über knapp ein Jahr tatsächlich dauerhaft heilen. Die Depressionen waren allerdings nicht besser dadurch geworden. Ich entschloss mich darauf hin - so wie du jetzt - mit psychedelischen Pilzen zu therapeutischen Zwecken zu experimentieren. Dazu habe ich hier im Forum auch einen kleinen Bericht verfasst. Der beschreibt aber nur die Erfahrung selbst und nicht den therapeutischen Effekt. Vlt ergänze ich das bei Gelegenheit noch einmal im Bericht...

Der wird mir nämlich erst in den letzten Wochen nach dem Trip immer bewusster. Anfangs bemerkte ich garnicht richtig, dass mit jedem Tag nach dem letzten Trip, meine negative Grundeinstellung immer mehr verschwand. Mitlerweile bin ich zu 100% symptomfrei. Das muss jetzt natürlich nicht heißen, dass sich das bei dir genauso auswirkt, jeder hat ja auch eine andere Ausgangslage. Mir sind allerdings die Gründe für meine damalige Bedrücktheit mitlerweile bewusst geworden. Es waren Dinge, die im Grunde auf der Hand lagen - quasi zum Greifen nahe - und doch für mich damals nicht wahrnehmbar.

Mich würde interessieren, welche Sorten du schon getestet hast. In welchem zeitlichen Abstand, in welchem Setting und ob dir deine Therapeutin auch eine Session gemeinsam mit ihr angeboten hat.

Halt uns gerne auf dem Laufenden, wie sich deine Situation entwickelt!

Beste Grüsse
 
» Thread-Ersteller «
Abwesender Träumer

dabei seit 2023
3 Forenbeiträge

  Geschrieben: 05.09.23 15:04
Danke für eure Antworten! Okay klingt sehr interessant. Ja, so etwas ist der Grund warum ich das Ganze probieren möchte, habe sehr viel positives im Zusammenhang mit Psychedelika gesehen. Ich weiß, dass es keine Erfolgsversprechen gibt, aber allein wenn man sich die aktuelle Entwicklung ansieht, merkt man, dass dort ein enormen therapeutisches Potential gegeben ist.
Habe mich auch hier in Berlin bei einer Versuchsgruppe für Ketamin bei Depressionen angemeldet, leider wurde ich abgelehnt aufgrund der vielen anderen Diagnosen...
Ich finds einfach auch interessant zu sehen, dass wenn ich oder meine Freundin Ketamin genommen haben, sehr häufig diese antidepressive Wirkung merken. Ich merke auch oft, dass ich angstgelöster bin.

Meine Therapeutin darfs nicht begleiten, da sie nicht die notwendige "Qualifikation" hat, was auch immer das genau bedeuten mag. Daher möchte ichs auf eigene Faust probieren. Was meint ihr, welche Substanz bzw. auch Dosishöhe würde sich für so eine Erfahrung am besten eignen.

 

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