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AutorBeitrag
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Neuer Träumer

dabei seit 2024
2 Forenbeiträge

  Geschrieben: 11.04.24 20:51
Heyhey,
Hat jemand vielleicht Erfahrung mit einer Ketamin Therapie bei Depressionen? Hat es geholfen und war es sein Geld wert?

Viele Grüße:)



 
Träumer

dabei seit 2023
2 Forenbeiträge

  Geschrieben: 15.04.24 23:43
Müsste man das echt selber bezahlen? Ich mein, an sich ist mir das immer egal gewesen wie teuer solange meine KK das übernommen hat.
Aber selbst im hedonistischen Rahmen war Keta immer sehr antidepressiv und antriebssteigernd selbst Tage nach der Einnahme im Vergleich zu davor, zumindest bei mir.
Im therapeutischen Sinne soll es ja recht effektiv sein, gibt ja schon Studien und Berichte dazu.
Ich persönlich kann mir das auch sehr gut vorstellen, im allgemeinen bei Dissoziaziven Substanzen.

LG Eule
 
Traumländer



dabei seit 2009
964 Forenbeiträge
2 Tripberichte

  Geschrieben: 16.04.24 05:13
@OlleEule: Also soweit ich weiß gibt es zumindest manche privaten Krankenkassen, welche die Therapiekosten womöglich übernehmen. Und auch da müsste man wahrscheinlich Glück haben. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen es aber leider nicht.

@lealio: Ich habe zwar keine Erfahrung damit (habe bisher auch noch kein Ketamin konsumiert), aber nach allem was ich dazu bisher gehört habe, scheint es sich bei vielen zu lohnen.

Liebe Grüße ,
Anonymus
 
Traumländer



dabei seit 2020
581 Forenbeiträge

  Geschrieben: 17.04.24 14:12
Also mein Schwester schwärmt von den Keta-Infusionen! :)

Sie ist in der Schweiz daheim und muss sie sich selbst bezahlen. Und es ist nicht nur Keta alleine, sondern es ist auch Lidocain dabei. Sie bekommt es gegen ihre Schmerzen, aber seit sie ihre dritte Infusion bekam (mittlerweile hatte sie schon einige mehr), schwärmt sie vor allem über dieses tolle "Rausch"gefühl, welches sie dabei hat. Und meine Schwester hat keine Erfahrungen mit Drogen .... Sie nimmt zwar Oxy und ähnliches gegen ihre Schmerzen, aber nicht wegen des Rausches, sondern bekommt all das verschrieben von ihren Ärzten.

Es scheint wohl zu helfen bei Depressionen .... Zumindest meine persönliche Erfahrung ist, dass Keta und andere Dissos schon gut helfen können bei depressiven Verstimmungen (zumindest für einige Zeit). Ein Allheilmittel ist es aber trotzdem nicht .... Denn nur etwas einzuschmeißen, um sich dauerhaft glücklich zu fühlen, ist wohl nicht des Pudels Kern. Es kann unterstützen, aber es muss wohl auch auf anderen Ebenen gearbeitet werden, um sich wohl zu fühlen in seiner Haut.

Drogen können helfen, sich besser zu fühlen .... Und mMn sollten genau diese Drogenerfahrungen genutzt werden - also wenn man sich dabei schon besser fühlt - um an sich selbst und seinem Leben zu arbeiten. Wer sich auf Drogen, Ärzte, Freunde, etc. verlässt, wird rasch feststellen, dass dies alleine nicht ausreicht. Es kann unterstützen, um an sich selbst zu arbeiten .... Letzteres (also an sich selbst zu arbeiten) ist wohl das Wichtigste ....

Es ist ganz egal, welche sogenannten "Defizite" man hat .... Welche Diagnosen einem gestellten wurden .... Es kommt drauf an, das Beste aus dem zu machen, was einem gegeben wurde. Das was wirklich zu heilen vermag, ist sich selbst so anzunehmen wie man ist und das Leben so zu leben, wie es sich einem offenbart. Mit all seinen Schwächen und Stärken ....

Space is only noise if you can see, my friend!
Traumländer

dabei seit 2021
2 Forenbeiträge

  Geschrieben: 17.04.24 16:58
lealio schrieb:
Heyhey,
Hat jemand vielleicht Erfahrung mit einer Ketamin Therapie bei Depressionen? Hat es geholfen und war es sein Geld wert?

Viele Grüße:)



Ja, ich habe einige Erfahrungen sammeln können was das angeht.
Allerdings ist die Methodik die ich angewandt habe nicht jedermanns Sache.

Vorgehensweise:

* Ketamin vorbereiten (meine persönlich am besten empfundene Dosis lag bei ca. 125mg, muss jeder selber wissen…)
* Ketamin in Wasser (besser NaCl 0,9%) lösen -> 5-6 “Portionen” bereit gemacht
* Lösung filtern (Spritzenfilter[!!!!] 0,22uM)
* Lösung in spritzen aufziehen
* Nadel dran
* Bett herrichten
* Warme Socken anziehen
* Musik aussuchen
* Notizen bereitlegen (vorher Gedanken machen, welcher Aspekt der Psyche bearbeitet werden soll)
———Vorbereitung abgeschlossen ———
* 1. Injektion - t+0 -> drauf kommen, Umgebung wahrnehmen, mit der Dissoziation klarkommen.
* 2. Injektion - t+45m -> Anfangen Notizen abzuarbeiten. Je besser vorbereitet, desto effektiver. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, mir Fragen aufzuschreiben, welche ich dann gemeinsam mit meinem Unterbewusstsein beantworten möchte.
* 3. Injektion - t+90m -> Weiter Notizen bearbeiten. Ggf. Musik hören nebenher.
.
.
.
* n. Injektion - t + xm -> Letzte Dosis verabreicht, definitiv Musik einschalten und genießen. Zur Landung ansetzen, Landen und wieder in die Realität zurückkehren.
——— Aufgabe abgeschlossen ———
* Erkenntnisse zu Papier bringen
* Tagebuch schreiben
* Bericht schreiben
* Erfahrungen teilen
——— Nachbereitung abgeschlossen ———

Grundsätzlich muss man jetzt natürlich dazu sagen dass a) nicht jeder ACHs in die Venen pumpen will/kann, b) reagiert nicht jeder Mensch gleich auf den „plötzlichen Hit“ der einen bei der Injektion erwartet, c) hat nicht jeder die Erfahrung, um eine ausreichend sterile Herangehensweise zu nutzen.
Wenn diese Themen jedoch kein Faktor sind, dann könnte die Methode einen Mehrwert bringen. Ich habe persönlich auf diese Art mehrere Probleme aufgearbeitet und tatsächlich dann auch beendet.

Wichtig:
Jeder muss seine persönliche Dosis selbst herausfinden / kennen. Ich empfehle niemandem, meine Dosis zu übernehmen.
Jeder muss selbst wissen, ob er mit I.V. Konsum klarkommt. Besonders wenn man schon „drauf“ ist, ist es schwer, sich den nächsten Knaller zu machen. Ich empfehle niemandem, der noch nie I.V. konsumiert hat, damit anzufangen.
Jeder Mensch reagiert anders auf Dissoziativa. Wenn ihr eine solche Unternehmung startet, dann habt einen Tripsitter dabei. Bzw. bei ausreichender Erfahrung geht es auch ohne.

Fazit:
Wenn man Ketamin oder Arylcyclohexamine insgesamt (je nach derivat sind die Effekte unterschiedlich) als Werkzeug einsetzen will, statt zur sinnlosen dröhnung, so ist dieses absolut möglich.
Die Voraussetzungen sind jedoch, dass das Ziel klar gesteckt ist und die Bereitschaft vorhanden, Probleme aufzuarbeiten. Ketamin und seine Analoge sind dafür sehr gut geeignet und haben ein nahezu unendliches Potential.
Es gibt gefahren, welchen man sich aussetzt, aber mit genauem arbeiten und guter Vorbereitung kann man die Gefahr minimieren.


Disclaimer:
Dies ist keine Anleitung sondern ein Bericht über meine Erfahrungen mit dem I.V. Konsum von ACHs. Niemand sollte aufgrund meiner Ausführung auf die Idee kommen, dass es eine tolle Idee wäre, das genau so nachzumachen. Ich ermahne jeden, der das liest zur Vorsicht.


 
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  Geschrieben: 21.04.24 16:29
Also in der Medizin gibt es schon lange Ketamin-Therapie gegen Depressionen aber meine persönliche Erfahrung ist das nach einmaligen Konsum von Keta noch viele Monate Depressionsfrei.

Grüße
Psy Wordex
Je höher wir uns erheben, um so kleiner erscheinen wir denen, welche nicht fliegen können. - Nietzsche

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