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Titel:Boon and Bane - drei Jahre mit Uppern
Droge:Research Chemical
Autor:anonym
Datum:26.01.2017 12:41
Nützlichkeit:8,15 von 10 möglichen   (27 Stimmen abgegeben)

Bericht::

Prolog:

Ich habe als Droge RCs ausgewählt, in erster Linie geht es aber um verschiedene RC Upper und hierbei primär um 2-FA. Ich konsumiere Drogen, seit ich ein Teenager bin. Die Gelegenheit, Upper zu konsumieren, hätte ich oftmals gehabt. Ich habe allerdings stets abgelehnt mit der Begründung „Was? Ich und Upper? Das kann nicht gut sein für die Welt, so überdreht wie ich schon ohne bin! Das ist nichts für mich“. Tja, ich sollte eines besseren belehrt werden.

Help

Wir schreiben das Jahr 2013. Ich habe gerade mein Studium mit einem ziemlich guten Schnitt abgeschlossen aber noch keinerlei Jobaussichten. Mein Freund – mit dem ich zu dem Zeitpunkt schon 5 Jahre zusammen bin und der meine einzig wahre Liebe ist– hat massive gesundheitliche Probleme, will sich aber nicht helfen lassen. Dazu kommen noch familiäre Belastungsfaktoren. Meine Kräfte schwinden. Doch eines Tages – es war der 13.6.2013 – ziehen meine beste Freundin und ihr Mitbewohner mal wieder ein bisschen Speed. Mein Blick bleibt an dem weißen Pulver hängen. Könnte es das sein, was mir meine Kraft zurückgibt – wenn auch nur geliehen? Ich habe nichts mehr zu verlieren, sage ich mir. Schnell wird mir etwas davon in mein Getränk gemischt. Und wenig später – funktioniere ich wieder. Ich habe wieder die Energie, meinem Alltag nachzugehen. Ich bin wieder die Person, die ich sein will. Ich kann meinen eigenen, extrem hohen, Ansprüchen wieder genügen. Da ich jedoch keine Quelle für Upper habe, bleibt es bei äußerst seltenem Konsum und die nächsten Wochen ziehen an mir vorbei.

A new rising star

Bis mir die Idee kommt, mir die – als RC für den Endverbraucher nicht illegale – Substanz 2-FA zu bestellen. Ende August 2013 trifft schließlich ein unscheinbarer Brief aus dem EU – Ausland ein. Mittels vorsichtigem Test mit einer geringen Menge überprüfe ich, ob es sich nicht um eine in Minimaldosen wirksame Substanz handelt oder ich Unverträglichkeiten zeige. Safer Use muss sein. Noch. Wenige Tage Später teste ich 10mg an. Ich fühle mich zwar etwas wacher, aber alles in allem haut mich die Wirkung nicht vom Hocker. Aber vielleicht ist es gerade das, das mich dazu bringt, die nächsten Wochen und Monate alle paar Tage 20 – 60 mg 2–FA über den Tag verteilt zu konsumieren. Es war rein funktioneller Konsum und ich hatte das Gefühl, er würde mir tatsächlich helfen.

And then came Methylone

Durch den 2-FA Konsum war die „Hemmschwelle“, RCs zu bestellen, gefallen und so nenne ich schon Bald Methylon (einen MDMA „Abkömmling“) mein eigen. Da es sich nur um ein Sample handelt und der Abfuck hinterher brutal ist, konsumiere ich es im Oktober/ November 2013 drei Mal im Abstand von ca. 10 Tagen und lasse es dann erst mal bleiben.

Am 14.12.2013 jedoch setze ich eine neue Hoffnung in die Substanz. Weil wir gelesen hatten, dass sie in der Paartherapie eingesetzt wird, wollen mein Freund und ich einen Versuch wagen, unsere Beziehung damit wieder in positive Bahnen zu lenken. Und was soll man sagen: es scheint zu funktionieren. Wir machen einen langen gemeinsamen Spaziergang – Hand in Hand – und fühlen eine Nähe, die schon fast verloren gegangen schien. Wie führen tiefgründige Gespräche wie schon lange nicht mehr und kommen uns – sowohl emotional als auch körperlich nahe. Und zum ersten Mal seit Monaten habe ich das Gefühl, dass zwischen uns doch noch alles gut werden könnte. Doch sollte dies von Dauer sein?

An old „friend“

Die Tage, die Wochen vergehen und es scheint sich nichts wesentlich geändert zu haben. Da besinne ich mich auf meinen alten „Freund“ – meine „Stütze“ – mein 2-FA. Erst nur wenig, tagsüber, um zu „funktionieren“. Zu häufig allemal – fast jeden Tag. Doch auch die Dosis steigert sich. Am 31.12.2013 konsumiere ich beispielsweise 235 mg 2–FA.

Im neuen Jahr geht es genauso weiter. Ich konsumiere zwar nicht täglich. Jedoch mehrmals pro Woche. Ich weiß, dass dies keine gesunde Konsumfrequenz ist, aber in meinem Kopf hämmert die Frage: Wenn ich schon mit „Dopingmitteln“ grad mal so funktioniere und mein Leben meistern kann, würde das nicht bedeuten, dass ich ganz ohne völlig zusammenbräche? Also mache ich weiter.

Doch auch an Methylon habe ich meinen Gefallen gefunden. Trotz der für mich gravierenden Nebenwirkungen nehme ich es einmal wöchentlich. Nebst dem weiter geführten 2–FA Konsum alle paar Tage. Doch zu diesem Zeitpunkt bin ich noch der Meinung, es ist alles mehr oder weniger in Ordnung. Kein Grund, ernsthaft beunruhigt zu sein.

When your world is breaking

Auf einen ereignislosen Frühling, der Hauptsächlich von Sorgen über meine Beziehung und meine berufliche Zukunft überschattet ist, folgt der Sommer. Ich werde in einen Kurs vom Arbeitsamt gesteckt, da sie mich als arbeitslose Akademikerin aus der Statistik raus haben wollen. Und auch dort strotze ich vor Ehrgeiz. Ich nehme Upper, um die Hausaufgaben, die man uns gibt, mit Bravour zu meistern. Doch geht es hier überhaupt noch um die Hausaufgaben? Oder eher darum, sich auf Dinge zu fokussieren, die nicht das Potential haben, mir das Herz zu brechen? Mein Freund – der Mann, den ich heiraten wollte, der der Vater meiner Kinder hätte sein können – mein bester Freund, mein Liebhaber, mein engster Vertrauter meldet sich immer weniger bei mir. Ich schiebe es auf seine gesundheitlichen Probleme und gelobe mir, auf ihn zu warten. „In gute wie in schlechten Zeiten“

Die Situation spitzt sich zu. Ich nehme viele Upper, mittlerweile auch 3MMC, sowie andere serotonerge Substanzen. Zu oft. Zu viel. Mein Freund reagiert kaum noch auf meine SMS. Ich leide unsäglich. Irgendwann kommt gar nichts mehr zurück, am Telefon lässt er sich verleugnen. Ich weiß weder ein noch aus. Die einzigen Momente, wo ich nicht der Verzweiflung nahe bin sind, wenn ich auf Uppern bin.

The End?!

Im Juli 2014 besuche ich einen guten Freund. Wir konsumieren 3-MMC und 4-FA und führen lange Gespräche. Und durch diese wird mir klar: Ich KANN nicht mehr. Entweder ich beende die Beziehung, oder ich werde in nicht allzu ferner Zukunft MICH beenden.

Wieder daheim angekommen packe ich die Sachen meines Freundes unter Tränen in Kartons. Der Schmerz darüber, meinen Liebsten verloren zu haben, bringt mich beinahe um den Verstand. Ich schreibe ihm einen sehr langen Brief. Kein einziges böses Wort, nur Dank und Wehmut. Ich habe niemals eine Antwort erhalten und werde es auch nie mehr, da er mittlerweile im Alter von nur 29 Jahren unerwartet verstorben ist.

Alone

Was soll nun aus mir werden? „All die Pläne und die Ziele. Jeden Wunsch, der in mir brennt.

All das wofür ich sonst so kämpfe, würde ich tauschen gegen dich.
“ Doch es ist vorbei. Mein Konsum beginnt langsam aus dem Ruder zu laufen. Ich funktioniere immer noch, fühle mich aber mehr und mehr innerlich leer. Mittlerweile nehme ich im Schnitt alle ein bis zwei Wochen serotonerge Substanzen in hoher Dosis. Auch 2-FA bleibt mein fast ständiger Begleiter. Ich schlafe zu wenig und esse kaum noch. Man beginnt sich Sorgen um mich zu machen. Doch ich kann – oder will – diese nicht an mich heranlassen. Die Zeit vergeht – und das scheinbare Glück, die Hilfe, die ich mir von den Substanzen versprochen hatte, beginnt immer mehr zu bröckeln. Aber was bleibt mir dann noch? Ist das wirklich alles was ich habe?

Hope

Im Herbst 2014 treffe ich mich mit zwei wirklich netten Leuten, die noch heute zu meinen besten Kumpels zählen. Klar, es wird auch hier konsumiert und das nicht zu knapp. Aber ich empfinde so ein Gefühl, dass ich – in meiner Person – mehr sein könnte, als die Summe der konsumierten Stoffe. Wir verbringen ein paar schöne Tage zusammen. Als ich wieder heim komme, ist mein Upperkonsum zwar immer noch regelmäßig, aber deutlich weniger exzessiv. Viele Nächte verbringe ich mit meinem besten Kumpel im Skype, während wir beide völlig druff sind. Er mixt Musik und ich lausche entzückt. Und es ist schön.

New year, New luck?

Silvester 2014/15 feiere ich wieder mit meinen beiden besten Kumpels. Und zum ersten Mal seit längerem schleicht sich das Gefühl des Optimismus ein. Vielleicht würde 2015 ein gutes Jahr werden und mich für so einiges entschädigen…

Im Januar 2015 nehme ich nur ein einzige Mal Upper. Auch in den folgenden Monaten ist die Konsumfrequenz zwar stark reduziert, dafür kommt es zum fast allwochenendlichen Upper-Bingen. Doch der Unterschied zu meinem Alltagskonsum ist hier, dass es mir tatsächlich um Spaßgewinn geht. Gesünder macht es das ganze natürlich in keinster Weise.

The revenge of my body

Am 5.4.2015 kommt schließlich das, was irgendwie kommen musste. Ich nehme bei einer Technoparty viel zu viel 3MMC, trinke kaum Wasser, verausgabe mich und breche schließlich unmittelbar unter einem Stroboskop stehend zusammen. Als ich wieder zu mir komme, werde ich im Sanitäterzelt versorgt und neben mir steht mein sichtlich besorgter Kumpel. Die Party war also für mich also somit mal vorbei. Da ich, als ich ohnmächtig wurde, wohl gekrampft habe, gibt es schnell die Diagnose Epilepsie. Ich verfluche mich selbst, mich kaputt gemacht zu haben und konsumiere erst mal gar nichts mehr, was irgendwie Anfälle auslösen könnte. Und ich leide darunter, dass ich auf *diese eine Sache*, die mir Freude bereitet hatte, die mich aus den finstersten Schluchten meiner eigenen Seele holen konnte – nun verzichten muss.

An old flame never dies

Es ist Herbst 2015. Seit dem Zusammenbruch im Club ist ein halbes Jahr vergangen und zum Glück ist nichts passiert. Ich vermisse meine Upper nach wie vor. Also wage ich den Versuch. Und siehe da – es ist zurück. Das Gefühl der Souveränität, der Leichtigkeit, der Freude. Ich kann alles schaffen. Himmel, wie ich das vermisst hab. Schnell bin ich wieder beim allwöchentlichen Binge–Uppern. Ob ich weiß, dass das nicht gut tut? Ja. Ob das in dem Moment eine Rolle für mich spielt – nicht wirklich. Meine Augen liegen tief in den Höhlen und sind von dunklen Ringen umrandet. Ich habe abgenommen – und im Gegensatz zu der extremen Phase 2014 bemerke ich es. Aber lassen kann ich es nicht. Ende Oktober 2015 probiere ich das „legendäre“ Pentedron. Da mich die Wirkung nicht überzeugt, bleibt es bei diesem einen Versuch – vielleicht zu meinem Glück.

Voice of wisdom?

Sowohl mein bester Kumpel, der ein teilweise vergleichbares Upperkonsummuster an den Tag legt, als auch in merken Anfang 2016 mehr und mehr, dass das so nicht weiter gehen kann. Upper haben uns viel gegeben und gezeigt – vielleicht mehr, als man jemals sehen und erleben sollte?! Es wird ein Entschluss gefasst: Bis auf weiteres keine Upper. Da bei uns beiden die Hauptsubstanz 2-FA ist und wir uns einen Vendor teilen, ist es auch nicht ohne weiteres möglich, ohne das Wissen des anderen Nachschub zu besorgen. Von dem moralischen Aspekt, seinen besten Kumpel zu betrügen mal ganz zu schweigen. Tja – und es funktioniert. Es gab seither ein paar, an einer Hand abzählbare Rückfälle, die wir uns gegenseitig gebeichtet haben. Aber wir sind seit ca. 1 Jahr upperfrei.

And now?

Nach einem derartig ausschweifendem Konsummuster über einen längeren Zeitraum hinweg kann man meiner Meinung nach doch ein bisschen stolz auf sich sein, wenn man es schafft, die Upper hinter sich zu lassen. Und ein Jahr ist eine lange Zeit. Ob ich noch Lust auf Upper hätte? JA, auf jeden Fall. Ob ich zum momentanen Zeitpunkt welche nehmen würde? Nein, eher nicht, das Risiko, wieder in ein ungesundes Konsummuster zu rutschen, ist mir noch zu hoch und ich habe zu viel zu verlieren. Aber irgendwann, eines Tages, würde ich schon ganz gerne wieder welche nehmen. Als Indikator dafür, ob ich bereit bin, sehe ich die Tatsache, in wie weit noch Craving vorhanden ist. Erst wenn der Upper Konsum von der triebgesteuerten MUSS Option zur rational beschlossenen KANN Option wird, ist er für mich wieder verantwortbar. Ob das jemals passieren wird? Time will tell….






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